rob1958's Webseite

 

 

Donnerstag, 2. Juni 2011: Schwechater Radmarathon (Fortsetzung)

Im Flachstück zwischen den beiden Anstiegen kann sich Thomas Stammhammer (Maroitalia Racing) etwas absetzen, es bildet sich eine kleine Gruppe, aber gleich zu Beginn der Steigung in Donnerskirchen ist wieder alles beisammen und von neuem wird die Gruppe durchgemischt. Ich fahre gleichmäßig hoch und kann dafür auf den letzten paar hundert Metern zu einer Gruppe vor mir noch hinfahren. Doch dann merke ich sehr schnell, wie fatal diese Gruppe zusammengesetzt ist: die können allesamt überhaupt nicht radfahren!

Hier kämpfe ich mich die Steigung von Donnerskirchen raus hoch

Alleine schon in der Abfahrt nach Hof verlieren wir zusätzliche mindestens eine Minute, weil die Idioten nicht um die Kurve kommen. Einer ist dabei, ein ganz Eifriger, der glaubt, er kann das alles erzwingen, indem er sich vorspannt und Tempo macht. Aber er stört und bricht damit nur den sowieso kaum vorhandenen Rhythmus der Gruppe. Langsam schließen von hinten ein paar Fahrer auf, von vorne sammeln wir auch welche ein. Ich habe mich damit abgefunden, daß ich jetzt bis ins Ziel in dieser Gruppe fahren werde. Nach vorne hin ist NICHTS mehr möglich.

Das ist eben der Unterschied zwischen einem Marathon (Jedermannrennen) und einem Lizenzrennen. Ich muß mich damit zufriuedengeben, in dieser Gruppe anzukommen. Mit Fortdauer des Rennens wird die technische Fehlerhaftigkeit dieser Fahrer immer deutlicher. Der eine wechselt nach links, gleich darauf der andere nach rechts. Ein einziges Mal versuche ich, Linie reinzubringen, indem ich dem größten Hornochsen der Gruppe erkläre, daß wir immer IN DEN WIND wechseln, daraufhin schaut er mich ganz blöde an und meint nur, im Training wechseln sie alle immer nach links.

Langsam fällt die Spannung von mir ab, ich weiß jetzt, daß ich nur noch retten kann, was innerhalb dieser Gruppe möglich ist. Ich suche mir die Ältesten raus und nehme mir vor, die beim Zieleinlauf abzuhängen. Bis dahin ist es aber noch ein schönes Stück. Jetzt fahren wir gegen den starken N- bis NW-Wind, also mit Gegenwind zurück Richtung Schwechat. Die linke Schulter schmerzt, die rechte Hüfte, der linke Ellbogen. Dürfte ich mir alles beim Sturz verletzt haben. Ich konsumiere mein zweites Power-Gel, danach geht´s mir gleich viel besser.

Sprint um die Plätze

Endlich kommen wir wieder in Schwechat an, die kurvige Einfahrt ins Brauereigelände ist gleichzeitig auch schon der Zielsprint. Ich fahre ganz vorne in der Gruppe und kann die beiden abhängen, leider reicht es dann - laut Ergebnisliste - doch nicht ganz zum erhofften Stockerlplatz, es bleibt mir nur der undankbare 4. Rang.

Der Sturz hat mich definitiv den einen oder anderen Platz gekostet, nur ein Fahrer ist in der ersten Gruppe ins Ziel gekommen. Schon alleine die Gruppe mitStammhammer hätte mir zum zweiten Platz gereicht, aber die ist in der Abfahrt von der Kaiserbuche weggeschlichen, und im Wind war die Technik meiner Gruppe leider viel zu mangelhaft, als daß die da überhaupt irgendwie vom Fleck gekommen wären.

Aber ich darf nicht undankbar und unzufrieden sein, vielmehr sollte ich mich über den 4. Rang freuen und darüber, daß ich die Distanz relativ gut überstanden habe. Notdürftig verarzte ich im Ziel meine Wunden, reinige sie, es brennt ein wenig, aber der Schmerz ist bald vergessen.

 

Freitag, 3. Juni 2011: 2. internationale Langenloiser REMAX-Radsporttage, Straßenrennen in Langenlois, 108,9 km

Rennstrecke: Langenlois Holzplatz - Zöbing - Kreisverkehr BILLA - Haindorf - Kammern -  Hadersdorf - Etsdorf - Engabrunn - Grafenegg - Haitzendorf - Grunddorf - Schlickendorf - Theiss - Altweidling - Rohrendorf - Stratzdorf - Brunn - Gedersdorf - Hadersdorf - Zeiselberg - Gobelsburg - Langenlois, Holzplatz, 3 Runden á 36,3 km = 108,9 km, 55 Höhenmeter pro Runde = 165 Höhenmeter, Start 15.05 Uhr

Wetter: sonnig, heiß und schwül, starker NW-Wind, 32°, in der letzten Runde stärker bewölkt und leichter Regenschauer, Abkühlung auf 25°

Rennverlauf: Wir starten zusammen mit den Fahrern der Klassen 1 bis 3, aber sehr viele sind das auch nicht. Sogleich wird aber ein hohes Tempo vorgelegt. Die Master-1-Fahrer geben den Ton an, die stärksten Fahrer der Klasse 2 halten mit, der Rest verkriecht sich an den Hinterrädern und betet, alle anderen müssen sowieso schnell abreißen lassen. Die starke schwüle Hitze trocknet aus, trinken ist sehr, sehr wichtig. Ich habe leider nur eine Trinkflasche mit, und das ist nur eine kleine, also das war schon ein Fehler, den ich mir selbst zuzuschreiben habe. Aber ich habe zwei Power-Gel´s einstecken, und die sollten mich an diesem Tag noch retten.

Erste Zieldurchfahrt: vorne Gaubitzer, Haider und Schuler, ich dahinter

Vom Start weg also hohes Tempo, die ganze Runde ist relativ ereignislos, vorne wird gebolzt, hinten wird nur versucht, mitzuhalten. Es gibt auch keine Attacken, dazu ist der Weg zum Ziel noch viel zu weit. Erste Zieldurchfahrt: eine wilde Jagd auf der Zielgeraden, und was dann folgt, weiß ich so sicher wie das Amen in der Kirche - vorne wird aufs Tempo gedrückt, bei der Ortsdurchfahrt Langenlois zieht sich das Feld in die Länge und reißt prompt an ein paar Stellen. Die wilde Jagd übers Kopfsteinpflaster nützt auch nicht mehr viel, vorne enteilt die erste Gruppe, darin die Master-1-Fahrer und Wolfgang Treitler (RC Schnecke), der damit den Tagessieg schon mal in der Tasche hat. Daß er die Gruppe halten kann, daran zweifelt niemand.

Der Rest des Rennens ist schnell erzählt: vorne wird der Abstand immer größer, neben Treitler fährt nur mehr der Master-3-Fahrer Herbert Habacher (St.Pölten) ganz vorne mit, der Rest, auch ich, in einer größeren Gruppe dahinter, und als es in die dritte Runde geht, werden die Ermüdungs- und Auflösungserscheinungen unübersehbar. Alle jammern, alle werden immer langsamer, immer gleichmäßiger, und als sich dann der Himmel auch noch verfinstert, sind alle nur darüber froh, daß es als Nebenerscheinung sozusagen, auch etwas frischer und kühler wird. DerRegenguß geht knapp vorbei, rund um Gedersdorf ist aber der Regen niedergegangen, denn dort ist die Straße auf ein paar Kilometern naß. Es erfrischt ganz herrlich, als der Straßendreck auf uns draufgespritzt wird. Mann, so ein Drecksbad müßte man öfter nehmen!

Der Rückstand zur ersten Gruppe ist auf 10 Minuten angewachsen, als wir zum Zielsprint nach drei Runden kommen. Wieder eine wilde Jagd rein zum Holzplatz, die letzte Schikane 100 Meter vor dem Ziel sehe ich mir von hinten an. Scheint mir zu gewagt, mich da ganz vorne der Sturzgefahr auszusetzen. Vor allem, wenn man sieht, wie wild die da reinstürmen. Nachdem in der dritten Runde einige Fahrer aufgegeben haben, kommen nur wir 5 Mann in die Wertung. Ist irgendwie beschämend!

Die Schulter hat wehgetan, die Hüfte ebenfalls, morgen aber bergauf wird das sicherlich ein größeres Handikap sein als es heute war. Mal sehen, vielleicht wird´s über Nacht etwas besser.

Ergebnisse Master 2: 1. Wolfgang Treitler (RC Schnecke Wiener Allianz) 2:36:43 (Schnitt 41,3 km/h), - 2. Sebastian Pfisterer(RC ARBÖ Zweirad Grassinger Sparkasse Lambach) -10:08, - 3. Peter Goluszka (RC Tretwerk Wienstrom Lamster), - 4. Christian Sattler (ASVÖ RIH Sparkasse Tulln), alle gleiche Zeit, - 5. Robert Bartonek (RC Union Unterguggenberger Wörgl) -10:10

 

Samstag, 4. Juni 2011: 2. internationale Langenloiser REMAX-Radsporttage, Bergrennen Langenlois -Schilterner Berg, 8,8 km

Rennstrecke: Langenlois, Holzplatz - Zöbing - Unterreith - Oberreith - Schilterner Berg, 8,8 km, 230 Höhenmeter, max. Steigung 14 %, durchschnittl. Steigung 4 %, Start 9.05 Uhr

Wetter: sonnig, leicht bewölkt, leichter NW-Wind, 21°

Rennverlauf: Wir starten wieder mit den Klassen 1 bis 3 gemeinsam, und noch in Langenlois kommt schon die erste Attacke, vom Welser Thomas Mayr, sofort setzen die anderen nach, das Feld zieht sich in die Länge und reißt sofort. Draußen auf derHauptstrraße hektisches Orientieren, vorne aber geht die Post schon ab. Es dauert etwa 2 Kilometer auf der leicht steigenden Straße (Steigung ca. 1-2 %), bis auch ich wieder dran bin. Feld also geschlossen.

Langsam schiebe ich mich nach vorne, dort wird gleichmäßig gefahren. Ich kenne die Strecke ja schon vom Vorjahr her: interessant ist nur der Schlußkilometer, da wird Tempo gebolzt. Diesmal fällt die Entscheidung schon vorher - zumindest die, die mich betrifft: ich verschalte mich, als die Steigung etwa 1,1 km vor dem Ziel zunimmt, die Kette fällt runter, ich muß sie wieder hochschalten, falle dadurch aber aus der Gruppe ans Ende zurück.

Keine Chance, das hohe Tempo mitzugehen. Ich fahre mein Tempo, Gaubitzer hinter mir, Sattler ebenfalls, dann das Steilstück,der letzte halbe Kilometer, aus dem Wald raus und die langgezogene Kuppe ins Ziel. Ich fahre am Anschlag, da wieselt noch schnell der Sattler Christian an mir vorbei und nimmt mir noch sage und schreibe 10 Sekunden ab!

Mein Fazit: Ich kann mich noch nicht so richtig quälen, die Form ist also noch nicht da, obwohl sie schon sehr viel besser ist also noch vor etwa einer Woche.

Szene kurz vor dem Ziel (von links): Iby, Pfisterer, Treitler

Ergebnisse Master 2: 1. Günther Iby (RC ARBÖ Ginner Öllinger Amstetten) 17:06 (Schnitt 31,6 km/h), - 2. Manfred Gruber (ARBÖ RC Hauer St.Pölten) -0:02, - 3. Josef Handler (TSV Zweirad-Kappler Hartberg) -0:09, - 4. Gerald Leutgeb (SC Tiroler Radler Bozen) -0:14, - 5. Leopold Haselmann (RSC Krems) -0:19, - 6. Sebastian Pfisterer (RC ARBÖ Zweirad Grassinger Sparkasse Lambach) -0:24, - 7. Wolfgang Treitler (RC Schnecke Wiener Allianz) -0:27, - 8. Christian Sattler (RC ARBÖ RIH Die Erste Sparkasse Tulln) -0:42, - 9. Robert Bartonek (RC Union Unterguggenberger Wörgl) -0:52, - 10. Markus Rossell (Sportunion Prinzersdorf) -3:21

 

Samstag, 4. Juni 2006: 2. internationale Langenloiser REMAX-Radsporttage, Einzelzeitfahren Langenlois-Etsdorf-Langenlois, 15,3 km

Rennstrecke: Langenlois, Holzplatz - Langenlois, Holzplatz, 15,3 km, Start 14.16 Uhr

Wetter: sonnig, leicht bewölkt, starker NO-Wind, 29°

Rennverlauf: Es gibt Tage, an denen sollte man besser im Bett bleiben, die Decke über beide Ohren ziehen und hoffen, daß der Kelch an einem vorübergeht. So ein Tag war heute. Definitiv. In der Gesamtwertung gibt es einen Dreikampf zwischen Pfisterer, Sattler und mir um den zweiten Gesamtrang. Eigentlich muß ich da Pfisterer als den mit Abstand stärksten Zeitfahrer von uns dreien ausnehmen. Der wird wohl Zweiter werden. Bleibt das Match um Platz 3 zwischen Sattler und mir. Und das sieht nicht gut fütr mich aus. Er hat den Vorteil von jetzt mal 12 Sekunden. Das Straßenrennen morgen wird wohl keine Entscheidung bringen, jetzt, wo das Ziel nicht mehr oben amBerg, sondern unten in Langenlois ist, werden wir wahrscheinlich zeitgleich ankommen. Bleibt das heutige Zeitfahren als Entscheidung. In dem ich ihn um mindestens 13 Sekunden schlagen muß. Eigentlich nicht unmöglich, aber dazu müßte ich in Form sein! Ich werde also - aller Voraussicht nach - knapp scheitern. Aber was ist das für eine Einstellung? Läppische 13 Sekunden, das kann ich doch schaffen!

Ich starte hinter Haselmann, 2 Minuten vor mir Leutgeb. Es ist wieder heiß, ein sehr starker Wind bläst, die erste Hälfte fahren wir mit Gegen- und Seitenwind. Ich bin beinahe optimal aufgewärmt. Jedenfalls habe ich die Milchsäure der letzten Tage aus den Beinen gefahren. Ich konzentriere mich darauf, Haselmann einzuholen.

Und dann verfährt sich der Sack vor meinen Augen! Nach knapp 50 Metern biegt der Idiot nach links ab statt nach rechts! Der Lokalmatador mit einer Kurzschlußhandlung! Ich muß schmunzeln, die Zuschauer lachen. Ich hab mir die Strecke vorgestern mit dem Auto angesehen, bin sie heute noch mit dem Rad abgefahren. Ich fühle mich sicher und stark und drauf und dran, eine ausgezeichnete Leistung zu bieten.

Ich starte. Habe ein Motorrad als Vorausfahrzeug. Allerdings nur am ersten Kilometer. Irgendwas paßt nicht. Ich bin nicht schnell genug, gerade mal 38 km/h. Die Atmung paßt nicht, die Beine auch nicht. Sie fühlen sich leer an, obwohl sie es nicht sind. Abwarten. Erst muß der Rhythmus gefühlt werden.

Kreiusverkehr, gerade drüber. Nächster Kreisverkehr. Ich sehe Haselmann vor mir. Reichlich spät, aber doch. Ich hole auf. Dann bin ich aus der Ortschaft draußen, fahre auf die Wende zu. Haselmann fährt etwa eine halbe Minute vor mir, eine halbe Minute habe ich also auf ihn aufgeholt. Ich mache mich klein. Gerade im Gegenwind ist es wichtig, so wenig Querschnitt wie möglich zu bieten. Aber die Position sollte auch bequem sein. Was nützt der ideale Querschnitt, wenn ich dann kaum atmen kann?

Ein Zeitfahren ist wie ein Ritt auf einer Rasierklinge. Nicht überdrehen, aber auch nicht largieren. 100 % sind einhundert Prozent, nicht mehr und nicht weniger. Steigung zur Wende, ich habe ihn jetzt im Fadenkreuz vor mir. Ziehe mich daran immer näher an ihn ran. Endlich die Wende. Ich bin nur mehr 19 Sekunden hinter ihm, habe also 41 gutgemacht. Rückfahrt. Ich habe mir das Rennen so eingeteilt, daß ich jetzt auf den letzten 3 Kilometern mit mehr als 100 Prozent fahre. Jetzt kommt der Wind von schräg hinten. Ich fliege. Der Puls geht rauf, das Tempo auch. 44 km/h, 46, 48, 49. Und der Puls steigt auf 174, auf 175 und dann 176. Haselmann kommt immer näher. Nur noch 10 Sekunden, dann nur noch 8. Nur mehr eine Frage von ein paar hundert Metern.

Und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Plötzlich ein klitzekleines Auto neben mir. Drin eine alte Frau, sicher über 80 Lenze. Sie fährt um 1 oder 2 km/h schneller als ich. Aber jetzt geht´s wieder leicht bergab, ich beschleunige. Da kommt ihr Rasierapparat nicht mehr mit. Voraus sehe ich Haselmann, dahinter den ersten Kreisverkehr.Ich krieg sie nicht los, sie sieht immer zu mir rüber, richtig böse. Mir kommt die furchtbare Ahnung, daß ich wohl ein schlechtes Gewissen haben sollte, weil ich die Nummer 257 habe. Nur ein Zufall? Der Kreisverkehr kommt näher, sie gibt nicht nach - warum sollte ich? Der Klügere gibt nach, heißt es, aber ich bin noch klüger als klug und beschleunige. Jetzt oder nie. 53 km/h! Wenn ich vor ihr im Kreisverkehr bin, habe ich´s geschafft. Sie gibt nicht nach, ich aber auch nicht. Noch etwa 300 m, ich sprinte jetzt, bin vorne, setze mich zufrieden wieder hin. Tempo 55, dann ist der Kreisverkehr da, ich muß bremsen, rase rein, die Geschwindigkeit drückt mir ein paar Tränen aus den Augen, sie brennen. Aber ich kann sie mir nicht wegwischen. Urplötzlich sehe ich den Polizisten vor mir, wie er auf die Fahrbahn spnringt, direkt mir vors Vorderrad (Ist mein Freund und Helfer wahnsinnig???), die Arme ausbreitet und mich rechts rausleitet. So schnell kann ich gar nicht denken, bin ich schon wieder draußen. Und wieder alleine. Aber ich bin jetzt rechts abgebogen. Ich erinnere mich: das wäre doch erst beim zweiten Kreisverkehr der Fall gewesen! Dabei war ich mir sicher, erst beim ersten gewesen zu sein. Und es sieht hier auch ähnlich aus, die Straße steigt jetzt leicht an. Aber in Wellen. Das habe ich definitiv anders in Erinnerung. Haselmann ist auch nicht mehr vor mir. Ich sehe ihn nicht. Ich drehe mich um, hinter mir auch niemand.

Die Erkenntnis dämmert mir schlagartig: ich habe mich verfahren! Ich lasse es ausrollen, drehe um und fahre zurück.Mit höchstens 30 km/h. Jetzt ist die Spannung weg, die Motivation auf Null. Scheißrennen! Scheiß-Alte! Scheiß-Polizist! SCHEISSE!

Es braucht weit über eine Minute, bis ich wieder am Kreisvekehr bin, jetzt zeigt mir der Polizist die richtige Ausfahrt, jetzt ist es aber ZU SPÄT, MEIN JUNGE! Entschuldigendes Schulterzucken, ein Lachen um den Mund. Idiot! Ausbaden kann ich es! Er entschuldigt sich, meint, er wollte nur den Autofahrer aus dem Kreisverkehr winken! Ist der wirklich verrückt? Die Alte war hinter mir, da ist es mr egal, was die da treibt! "Trotzdem Idiot" rufe ich ihm zu, kann´s mir nicht verkneifen. Zu dumm, das Rennen ist verloren, im Zeitfahren ist jetzt sicherlich nichts mehr drin, die Gesamtwertung ist aber auch den Bach runtergegangen! Wegen so einer Blödheit!Was haben diese Statisten hier überhaupt zu suchen, die wissen ja nicht mal, wie ein Rennen läuft! Immer wieder lassen sie die Autofahrer in den Kreisverkehr, die aber bremsen angesichts eines Polizisten instinktiv zusammen und so bilden sich vor jedem Kreisverkehr lange Staus. So was ist kein Radrennen, sondern ein Kasperltheater. Halt ein internationales. Ein Remax-Kasperltheater! Wieso passiert sowas immer nur in Österreich???

Scheiße! Der Tag ist verhaut, ich kann meinen Frust kaum zügeln. Gewaltsam muß ich meine negativen Gedanken abschließen und aus dem Kopf bringen. Aber wie soll ich da positiv denken? Ich kurbel dahin, Trainingstempo, kaum 30 km/h. Ich kann mich einfach nicht mehr überwinden. Vielleicht habe ich auch zuviel gewollt. Irgendwo im Hinterkopf hatte ich wahrscheinlich ein paar Gedanken an den dritten Gesamtrang. Man soll den Biber nicht häuten, bevor man ihn erlegt hat, sagt ein indianisches Sprichwort. Morgen ist auch noch ein Tag. Und sei es nur, um mich zu bemitleiden. Ich brauche jetzt Abstand, gehe mich umziehen, hol meinen Laptop raus und skype mir den Frust aus meiner weißen Seele.

Fazit: Trotz des Mißgeschicks war ich im Ziel nur mehr 42 Sekunden hinter Haselmann. Ich hätte ihn - trehgulär - wohl dort kurz nach demersten Kreisverkehr überholt, hatte mein Rennen auf die Pflastersteigung in Langenlois und die letzte Steigung auf der Umfahrungsstraße abgestimmt, hätte ihm dort vielleicht nochmal 20 Sekunden abgenommen. Damit wäre ich - vorsichtig geschätzt - zwischen Platz 5 und 7 gelandet, auf alle Fälle aber vor Sattler. Womit zu sagen wäre, daß mich dieser Schnitzer höchstwahrscheinlich einen Podestplatz in der Gesamtwertung gekostet hat! Nochmal Scheiße!

Ergebnisse Kategorie Master 2: 1. Sebastian Pfisterer (RC ARBÖ Zweirad-Grassinger Sparkasse Lambach) 21:10 (Schnitt 42,5 km/h), - 2. Wolfgang Treitler (RC Schnecke Wiener Allianz) -0:04, - 3. Peter Goluszka (RC KSV Tretwerk Wienstrom-Lamster) -0:57, - 4. Gerald Leutgeb (SC Tiroler Radler Bozen) -1:12, - 5. Josef Handler (TSV Zweirad-Kappler Hartberg) -1:25, - 6. Günther Iby (RC ARBÖ Ginner Öllinger Amstetten) -1:32, - 7. Christian Sattler (RC ASVÖ RIH Die Erste Sparkasse Tulln) -1:42, - 8. Leopold Haselmann (RSC Krems) -2:53, - 9. Robert Bartonek (RC Union Unterguggenberger Wörgl) -3:35

 

Sonntag, 5. Juni 2011: 2. internationale Langenloiser REMAX-Radsporttage, Kamptaler Straßenrennen in Langenlois, 73,8 km

Rennstrecke: Langenlois, Holzplatz - Schiltern - Reisert - Mollands - See - Zöbing - Haindorf - Langenlois, Holzplatz, 3 Runden á 24,6 km = 73,8 km, pro Runde 330 Höhenmeter = 990 Höhenmeter, Start 9.35 Uhr

Wetter: sonnig, heiß, N-Wind, 28°

Rennverlauf: Gleich beim ersten Anstieg auf den Schilterner Berg machen die Master-1-Fahrer Tempo, ich falle langsam zurück, kann mich einfach nicht quälen, das Loch ist bald da, und auf den letzten paar hundert Metern komme ich dann in der dritten Gruppe oben an, und das ziemlich eindeutig. Auch danach im Flachen keine Chance mehr, zur zweiten Gruppe aufzuschließen. Sattler ist an meinem Hinterrad, Nutz ist auch da, ein paar andere ebenfalls. Wir fahren den zweiten Anstieg in Schiltern,der ist auch sauschwer, liegt völlig frei in der Sonne. Nutz macht Tempo, ich an seinem Hinterrad, Sattler an meinem.

1. Runde am Schilterner Berg

Oben auf der Kuppe beschleunige ich und hänge sie alle ab, es ist mir eine Genugtuung, macht den Frust in mir aber nicht kleiner, sondern eher größer - wenn ich in der Gesamtwertung vor Sattler wäre, und  nicht zweieinhalb Minuten hinter ihm, wäre die Sache geritzt. So ist sie´s auch, aber andersrum! Die lange Abfahrt fahren wir wieder zusammen, beinahe unten schon, nutze ich ein Loch vor Sattler aus und fahre abermals davon. Wieder kämpft er sich heran.

Sattler führt und pfeift aus dem letzten Loch, ich dahinter, links Nutz, in der Mitte Fladerer

Anstieg in Schiltern

Zweite Runde, Anstieg am Schilterner Berg. Nutz macht Tempo, ich an seinem Hinterrad, Sattler an meinem. 500 Meter vor der Kuppe aber ist plötzlich die Spitzengruppe der Unlizenzierten von hinten herangefahren, sechs Mann. Ich hänge mich sofort an, Sattler ebenso. Der Tempounterschied ist gewaltig, und wir sind jetzt ausgerechnet im steilsten Stück etwa 200 Meter vor der Kuppe. Der Schmerz ist da, ich überwinde mich, halte hin und bleibe dran. Sattler auch, ein paar Positionen hinter mir, alle anderen sind abgerissen.

Am zweiten Berg dasselbe Bild. Ich kämpfe, kann mich plötzlich überwinden, Sattler bleibt aber auch dran. Dann die dritte Runde. Ich bin angeschlagen, aber die anderen auch. Die Gruppe reißt auseinander, ich fahre an der vierten Stelle, ziehe den Rest hinter mir über die Kuppe, leider Sattler auch. Das gibt aber Auftrieb, und am zweiten Berg, dem letzten des Rennens, drücke ich noch mal aufs Tempo. Sitzend, kurbelnd, mit 34/23. Das tut gut, wenn sie hinter mir abreißen. Leider bringt es gar nichts, denn unmittelbar danach ist die Gruppe wieder beisammen. Oben holen wir dann noch Schuler Ernst ein, der vorne abgerissen ist.

Schade, die letzten Kilometer fahre ich in der Gruppe, führe nicht mehr, es  bleibt so, wie ich es mir gedacht habe. Wir kommen zeitgleich in einer Gruppe ins Ziel, der Zeitabstand bleibt unverändert. Sattler Dritter, ich Vierter.

Zieleinlauf

Die ersten drei (von links): Treitler, Gillmayr, Pfisterer

Die ersten drei der Gesamtwertung (von links): Pfisterer, Treitler, Sattler

Ergebnisse Kategorie Master 2: 1. Karl Gillmayr (RC ARBÖ Gourmetfein Wels) 2:04:24 (Schnitt 36,2 km/h), - 2. Wolfgang Treitler (RC Schnecke Wiener Allianz) -3:18, - 3. Sebastian Pfisterer (RC ARBÖ Zweirad-Grassinger Sparkasse Lambach), gleiche Zeit, - 4. Josef Handler (TSV Zweirad-Kappler Hartberg) -3:21, - 5. Peter Goluszka (RC KSV Tretwerk Wienstrom-Lamster) -6:14, - 6. Christian Sattler (RC ASVÖ RIH Die Erste Sparkasse Tulln) -10:49, - 7. Robert Bartonek (RC Union Unterguggenberger Wörgl) -10:54, - 8. Markus Rossell (Sportunion Prinzersdorf) -19:43

Ergebnis Gesamtwertung Langenloiser Radsporttage, Kategorie Master 2: 1. Wolfgang Treitler (RC Schnecke Wiener Allianz) 5:22:46 (Schnitt 38,5 km/h), - 2. Sebastian Pfisterer (RC ARBÖ Zweirad-Grassinger Sparkasse Lambach) -10:05, - 3. Christian Sattler (RC ASVÖ RIH Die Erste Sparkasse Tulln) -19:47, - 4. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -22:08

 

Sonntag, 12. Juni 2011: Österreichische Zeitfahrmeisterschaft in Trieben, 23,5 km

Rennstrecke: Trieben - Schoberpaß - Trieben, 115 Höhenmeter, 23,5 km, Start 12.57 Uhr

Wetter: bedeckt, starker NO-Wind, 21°

 

Am Start

Rennverlauf: Eigentlich regelwidrige 30-Sekunden-Zeitintervall (bei einer Meisterschaft nicht gestattet) bringen aber ein viel spannenderes Rennen, weil die einzelnen Fahrer natürlich sehr viel enger beisammen fahren. Vor mir startet Handler, dr anfangs etwas Vorsprung hat. Langsam arbeite ich mich jedoch näher heran, und als die STeigung auf den Schoberpaß beginnt, auf den letzten 2 km vor der Wende, da bin ich mit einem Male sehr viel näher an ihm dran.

 

Gleich nach der Wende waren dann Teigl und Pfisterer da, sind vorbeigefahren, aber ich habe mich angehängt. Zu dritt sind wir an Handler herangekommen. Meine Zeit war nicht so schlecht, nicht mal zweieinhalb Minuten hinter Iby, so stark war ich in einem Zeitfahren noch selten. Siebenter in einer Zeitfahrmeisterschaft, davon hab ich vorher eigentlich nur träumen dürfen.

Dennoch: die schwache Beteiligung ist eigentlich ein Skandal. Bei einer Österr. Meisterschaft so wenige Starter, das wirft kein gutes Licht auf den österr. Radsport.

2. Etappe - 12.06.2011

Die Medaillengewinner (von links): Pfisterer, Iby, Bauer

Ergebnisse Kategorie Master 2: 1. Günther Iby (RC ARBÖ Ginner Amstetten) 32:47 (Siegerschnitt 43,00 km/h), - 2. Sebastian Pfisterer (RC ARBÖ Zweirad-Grassinger Sparkasse Lambach) -0:43, - 3. Manfred Gruber (RC ARBÖ Hauer St. Pölten) -1:05, - 4. Wolfgang Treitler (RC Schnecke Wiener Allianz) -1:06, - 5. Klaus Teigl (RC Grafenbach NÖ-Süd) -1:19, - 6. Bernhard Stenitzer (RC ARBÖ Raaba) -2:11, - 7. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -2:22, - 8. Peter Endthaler (RC Hochschwab Aflenz) -2:47, - 9. Josef Handler (TSV Zweirad-Kappler Hartberg) -2:48, - 10. Rupert Polak (RC Union Simplon St.Johann/Tirol) -3:52

 

Montag, 13. Juni: Straßenrennen um den Großen Preis von Csesztreg (Ungarn), 75 km

Rennstrecke: Csesztreg - Zalabaksa - Csesztreg, 6 Runden á 12,5 km = 75 km, 15 Höhenmeter pro Runde = 90 Höhenmeter, Start 10.50 Uhr

Wetter: sonnig, heiß, starker NO-Wind, 28°

Rennverlauf: Was für ein Unterschied zu den heimischen Rennen! In einem Starterfeld von gut 70 Mann fühle ich mich ja wie daheim bei einem Marathon! Die erste Runde wird gleichmäßig zügig gefahren, ist so eine Art Kennenlernen der Rundstrecke. In der Ortsdurchfahrt eng und kurvig, ist die letzte Länge, an sich die Zielgerade, gute 4 km lang. In der 2. Runde fahren drei Mann weg, werden aber gleich wieder eingeholt.

Ab jetzt gibt es kein Verschnaufen mehr, ist volle Aktion angesagt. Es ist wie ein offener Schlagabtausch, die Ausreißversuche sind meist Einzelaktionen, die natürlich nicht von Erfolg gekrönt sind. Irgendwer fährt immer nach, und zieht dann das Feld nach. Aber auf diese Art wird ein Ausscheidungsrennen gefahren, und das Feld wird immer kleiner. Ich suche mir ein paar Fahrer raus, von denen ich glaube, daß sie die stärkeren sind, und auf die achte ich. Sonst bleibt mir nicht viel.

Der Kurs ist flach, aber so wie es aussieht, wird das Rennen durch eine Attacke entschieden, wenngleich das Feld in der 5. und vorletzten Runde noch immer geschlossen ist. Doch gleich nach der Zieldurchfahrt greift Istvan Hargittai an, der mir vorher schon durch einige - erfolglose - Attacken aufgefallen ist. Ich fahre sofort mit, und als ich mich umdrehe, ziehen wir ein paar Fahrer mit, und nach einer Weile sind wir zu fünft weggekommen. Ich nehme vorerst nichts, bleibe an den Hinterrädern, und als ich aufgefordert werde, auch meinen Teil zu nehmen, fahre ich halt einfach nur durch.

Nicht, daß ich mich drücken möchte, aber ich bin nach der Anstrengung fix und fertig und muß mich erst mal erholen. Doch unser Vorsprung wächst sehr schnell, und bald schon haben wir einen so großen Vorsprung, daß ich mich damit anfreunden muß, um den Sieg zu fahren. Letzte Zieldurchfahrt, wir werden lautstark angefeuert, Hargittai ist der mit Abstand stärkste Fahrer unserer Gruppe, nimmt am längsten und schnellsten, die anderen sind nur Beiwerk. Umso besser, da falle ich nicht so auf, wenn ich so gut wie gar nichts führe. Auch ohne meine Hilfe ist unser Vorsprung auf den letzten Kilometern dann uneinholbar.

Zielanfahrt: ich möchte einfach nur bis zum Zielstrich dranbleiben, Hargittai gibt das Tempo vor, fährt von vorne, gewinnt sicher und klar. Ich werde Vierter, weil ein Fahrer, Ugray, gleich die Beine hochnimmt und sich gar nicht wehrt.

Ergebnisse Kategorie Master 2: 1. Istvan Hargittai (Budapest) 1:45:15 (Siegerschnitt 42,2 km/h), - 2. Peter Varga (Budapest), - 3. Attila Weisz (Budapest), - 4. Robert Bartonek (RC Union Unterguggenberger Wörgl), - 5. Andras Ugray (Solymar), alle gleiche Zeit, - 6. Toni Monti (Budapest) -1:15, - 7. Zoltan Molnar (Tiscavasvari), - 8. Jörg Möring (Törökbalint), - 9. Joszef Kertesz (Cluj Napoca), - 10. Zoltan Gere (Gyöngyös), alle gleiche Zeit

 

Samstag, 18. Juni 2011: Rundstreckenrennen in Race (Slowenien), 59 km

Rennstrecke: Race - Fram - Radizel - Zgornja vas - Race, 10 Runden á 5,9 km = 59 km, 2 Höhenmeter pro Runde = 20 Höhenmeter, Start 18.45 Uhr

Wetter: bedeckt, regnerisch, schwül, leichter NO-Wind, 28°

Rennverlauf: ein seltsam einzuschätzender Rundkurs, auf alle Fälle sehr kurvig. Viele Ortsdurchfahrten, auffallend wenigeStarter, gerade mal 39 Mann haben sich in der Klasse 50+ eingefunden. Und entsprechend plan- und hirnlos wird drauflosgefahren. Viele Attacken, lauter Einzelaktionen. Ich muß auf der Hut sein, sehr leicht wird man da überraschtund gerät ins Hintertreffen. Der einzige mir bekannte Starter ist Ljubo Car, der Lokalmatador.

Etwa bei Halbzeit setzt sich eine knapp 20 Mann starke Gruppe ab, ich bin dabei. Es wird dadurch sehr viel ruhiger. Die Heißsporne scheinen allesamt abgeschüttelt zu sein. Eine sehr schnelle Runde, und der Sieger kommt aus unserer Gruppe. Zwischendurch wird es beinahe finster, so dunkel ist die Wolkendecke. Ich hoffe nur, daß wir noch trocken das Ziel erreichen. Letztlich sollte das auch gelingen, es wird nach kurzer Zeit wieder etwas heller.

In der vorletzten Runde wird urplötzlich heftig attackiert, die Gruppe zerfällt. Das mag ich gar nicht, denn ich kann das Ganze nicht gut einschätzen, kenne die einzelnen Fahrer auch viel zu wenig, um sagen zu können, wie das ausgeht. Es bildet sich eine dreiköpfige Spitze, dahinter zwei Verfolger, dann eine vierköpfige Gruppe mit mir. Alle auf Sichtweite. So geht es in die Schlußrunde.

Da schließen zunächst von hinten drei Mann auf. Die beiden Verfolger holen die drei Spitzenreiter ein. Damit etwa 5 km vor dem Ziel fünf Mann, die um den Sieg fahren, dahinter mit etwa 40 Sekunden Rückstand sieben Verfolger mit mir. Etwas später fällt vorne ein Mann zurück, den wir ein paar hundert Meter später einholen. Er fällt auch aus unserer Gruppe sofort wieder raus.Ich halte mich zurück, fahre nur mit, und versuche mich für den Sprint zu schonen.

Zielsprint: die vier Mann bleiben vorne, in meiner Gruppe geht es also um den 5. Rang. Da habe ich keine Chance, aber ich muß wenigstens einen niedersprinten, um einen Preis zu ergattern. Ich packe sogar zwei Mann, wenn auch knapp. Neunter Platz!

Ergebnisse Kategorie 50+: 1. Ljubo Car (NK Maribor) 1:28:56 (Siegerschnitt 40,1 km/h), - 2. Milan Skratek, - 3. Bostjan Ogrizek, - 4. Matjaz Smovnik, alle gleiche Zeit, - 5. Matjaz Mozgan -0:19, - 6. Igor Suler, - 7. Primoz Sket, - 8. Marjan Popic, - 9. Robert Bartonek (RC Union Unterguggenberger Wörgl), - 10. Ivan Mlaker, alle gleiche Zeit

 

Sonntag, 19.  Juni 2011: Johann-Gaupmann-Gedenkrennen: Kriterium in Stattersdorf, zugleich Niederösterreichische Landesmeisterschaft

Rennstrecke: in Stattersdorf - Schiffmannstraße-Fialastraße-Weinhoferstraße-Alter Schulweg-Schiffmannstraße, 21 Runden á 950 m = 19,9 km, Start 11.30 Uhr

Wetter: frisch, stark abgekühlt, stürmischer SW-Wind, 13°

Rennverlauf: ENDLICH! Diue Durststrecke ist zu Ende, ich kann wieder ein Rennen aktiv fahren. Beium ersten Kriterium der Saison (die bisherigen waren ja alle in der Master1-Klasse und die bin ich alle nicht mitgefahren) gleich beinahe aufs Stockerl gefahren! Eigentlich hätte ich verärgert sein müssen über die Fahrweise einiger Kollegen, aber ich war nur froh - darüber, daß ich wieder aktiv fahren kann, beinahe am Stockerl gestanden wäre und eine - objektiv - sehr gute Leistung geboten habe.

SAtattersdorf ist ja nicht unbedingt mein Kurs - da täuscht auch die Tatsache nicht darüber hinweg, daß ich hier österreichischer Vizemeister geworden bin - der Zielstrich ist am Ende einer langen Zielgeraden, was eindeutig den Sprinter bevorzugt - also nicht mich!

Am Start (von links): Fritz Gaubitzer, Günther Iby im Ginner-Führungstrikot und ich

Christian Sattler

Günther Iby

Kurvenjagd

DSCN5554.jpg

Vorne Haider, Treitler, links Iby, in der Mitte hinten ich

Die ersten Runden waren auch eine erste Standortbestimmung, es ging gegen dire "üblichen Verdächtigen" - gegen Iby, Treitler, Nutz, Goluszka, die Gaubitzer-Brüder, und nicht zu vergessen gegen Sattler. Die ersten beiden Wertungen konnte ich nicht punkten, hatte keine Chance im reinen Sprint, bin jedesmal viel zu kurz gekommen. Trotzdem habe ich gleich in den ersten Runden versucht, von der Gruppe wegzufahren, was natürlich nicht gelungen ist. Die dritte Wertung und auch die vierte boten dasselbe Bild. Gepunktet haben nur Iby und Treitler sowie Master-3-Fahrer. Daher wußte ich, daß wahrscheinlich schon ein einziger Punkt zum Podestplatz in der Klasse 2 reichen würde.

Habacher ist einige Male beeindruckend auf den letzten Metern vor der Wertung von hinten gekommen, aber bei all diesen Sprinterspielereien konnte ich nicht wirklich mitreden. Blieb also nur de altbewährte Taktik - die Flucht nach vorne. Gezögert haqbe ich deshalb, weil ich überhaupt nicht wußte ob ich derartige Aktivitäten überhaupt schon verkrafte bzw. dazu fähig wäre.

Die Vorentscheidung: Iby vor mir und Sattler

Die Entscheidung wurde mir nach der 4. der 7 Wertungen sowieso abgenommen: Günther Iby hat eingesehen, daß er im Sprint gegen Treitler den kürzeren zieht und sah seine einzige Chance in einer Soloflucht - als Zeitfahrer ist er dazu prädestiniert wie kein anderer. Er war schon gut 20 Meter weg, als ich nachgefahren bin. Der Typ hat einen unwahrscheinlichen Zug am Pedal, und ich brauchte ganze 2 Runden, ehe ich dran war - aber zu allem Überdruß ist auch noch Christian Sattler mitgesprungen, den ich jetzt überhaupt nicht habe brauchen können. Fürs Tempomachen völlig ungeeignet, weil er keinen Meter führt,aber sehr gefährlich, weil er aus dem Hinterhalt sprintet (und das auch noch ganz gut!) und eben auch in meiner Kategorie ist. Aber alles Jammern half nichts, er war da, und ich mußte das Beste daraus machen.

Wolfgang Treitler

 

Iby fährt weg, ich hinterher

Sowas nennt man optimalen Windschatten!

Interessant, daß es so einfach gegangen ist: gleich nach der Wertung hat Iby verlängert, ich bin nachgefahren, erstens, weil er schon vorne war, und zweitens, weil ich instinktiv gespürt habe, daß keiner nachfahren wird, Treitler nicht, Goluszka nicht und auch keiner der Master-3-Fahrer. Die waren in dem Moment alle blau. Und es hat haargenau gestimmt!

Fünfte Wertung: Iby hat vor Sattler und mir gewonnen, er hat damit die Führung in diesem Kriterium übernommen, für uns waren es jeweils die ersten Punkte. Sattler war damit Dritter (hinter Treitler), ich Vierter. Der Abstand war nie sehr groß, hat aber immer ausgereicht, um gleichmäßig fahren zu können. Langsam habe ich mich von der Anstrengung des Nachfahrens erholt. Iby hat immer geführt, ich dahinter, Sattler als Abschluß des Trios.

D-Zug im Finale: Iby vor mir und Sattler

Dann ist der Rennleitung der große Fehler passiert. Wir hatten insgesamt 7 Wertungen, 21 Runden, also alle drei Runden eine Wertung. Der Kriteriumfahrer muß auch ein sehr guter Kopfrechner sein, muß die aktuellen Punktestände im Kopf haben, muß nach jeder Wertung neu rechnen und kalkulieren. Für alle diejenigen, die nicht bis drei zählen können, gibt es die Rundenanzeige. Hier aber konnte nicht mal die Rennleitung bis drei zählen!

 

Ich ehe bei der Rundenanzeige die "4", weiß also, daß in der nächsten Runde die vorletzte Wertung ansteht, wundere mich noch, wieso wir kein Glockenzeichen bekommen, mit dem die Wertung angekündigt wird. Ohne lange zu überlegen, beschließe ich einfach, um die Wertung zu sprinten, egal, was passiert. Iby führt auf die Zielgerade, ich warte lange, dann sprinte ich aus seinemWindschatten vorbei zur Linie. Er ist überrascht, zögert, doch dann kommt er, kommt beinahe bis zum Gleichstand, aber um ein paar Millimeter bin ich vorne! Und in die Erschöpfung dieses Sprints hinein höre ich die Glocke! In dem Moment habe ich aber nicht mal genug Luft, um zu fluchen, nicht mal in Gedanken. Das Kuriose: in der folgenden Runde gelingt mir haargenau dasselbe Künststück noch einmal! Damit halte ich jetzt bei 7 Punkten, Sattler bei 5. Und es steht jetzt nur mehr die letzte Wertung aus - zumindest bis dahgin bin ich Dritter in diesem Rennen und habe einen Podestplatz!

Doch wenn die Rennleitung nicht zählen kann, dann kann sie es wirklich nicht. Anstatt erst in der übernächsten Runde wieder das Glockenzeichen zu geben, tun sie es diesmal schon in der nächsten Runde, also jetzt eine Runde zu früh. Da soll sich einer auskennen! Egal, als ich an Iby vorbeifahre, meint er noch, daß er mir im Schlußsprint den Vortritt lassen wird. Ich denke mir noch, daß mir das nichts helfen wird, denn mein großer Gegner ist nicht er, sondern Sattler. Und genauso kommt es auch. Etwa 100 Meter vor der Linie nimmt er die Beine hoch, doch da ist auf der anderen Seite Sattler schon an ihm vorbei. Mir ist das Rennen auch schon etwas zuviel geworden, und diesen Nachteil kann ich nicht mehr ausgleichen, da ist nur mehr Resignation. Ich rolle als Zweiter über die Linie, hinter Sattler und vor Iby. Und hinter der Linie jagen auch schon rechts und links die Fahrer aus dem Feld an mir vorbei - es ist noch einmal knapp geworden, aber es ist sich ausgegangen!

Schlußsprint (von links): Haider, ich, Gaubitzer Fritz, Iby und Sattler

Die drei Hauptakteure des Rennens (von links): ich, Iby, der Sieger, und Sattler, der Dritte

Daß das alles andere als leicht gewesen ist, steht mir ins Gesicht geschrieben

Damit habe ich 10 Punkte, leider genauso viele wie Sattler, und weil die letzte Wertung immer den Ausschlag gibt, wird er Dritter und ich Vierter. Damit hat er mich nach Langenlois also schon wieder im allerletzten Moment noch vom Stockerl geholt! Wie sich die Zeiten doch ändern können: als ich hier in der österreichischen Kriteriumsmeisterschaft Zweiter geworden bin (übrigens auch damals hinter Günther Iby!), hatte ich 5 Punkte - diesmal doppelt so viele, aber nur den vierten Platz. Den ganzen Frust über die verpaßte Podestplazierung lasse ich erst gar nicht aufkommen. Zu groß ist die Freude darüber, daß ich jetzt endlich die Form habe, die ich schon seit Monaten wollte.

Die ersten beiden (von links): Wolfgang Treitler und Günther Iby

Das Sprichwort bewahrheitet sich: wer zuletzt lacht, lacht am besten! Von links: Treitler, Iby, Sattler

Interessant, daß drei Master-2-Fahrer weggefahren sind, als im Feld ebenfalls Master-2-Fahrer vorne waren (Goluszek und Treitler), die nur zugeschaut haben. Treitler hat dadurch den Sieg verspielt. Aber solche Fehler entscheiden halt nun mal die Rennen.

Ergebnisse Kategorie Master 2: 1. Günther Iby (RC ARBÖ Ginner Amstetten) 19 Punkte, 31:32 (Siegerschnitt 39,95 km/h), - 2. Wolfgang Treitler (RC Schnecke Wiener Allianz) 16, - 3. Christian Sattler (RC ASVÖ RIH Die Erste Sparkasse Tulln) 10, - 4. Robert Bartonek (RC Union Unterguggenberger Wörgl) 10 Punkte, - 5. Peter Goluszka (ARBÖ Tretwerk Wienstrom Lamster), - 6. Martin Muckenhuber (ARBÖZweirad Grassinger Sparkasse Lambach), - 7. Rudolf  Feitsch (RC Trumau), beide 0 Punkte

Zwischenstand Ginner-Mastercup Master 2 zwei Rennen vor Schluß: 1. Günther Iby (RC ARBÖ Ginner Amstetten) 135 Punkte, - 2. Wolfgang Treitler (RC Schnecke Wiener Allianz) 124, - 3. Sebastian Pfisterer (RC ARBÖ Zweirad-Grassinger Sparkasse Lambach) 105, - 4. Christian Sattler (RC ASVÖ Die Erste Sparkasse Tulln) 100, - 5. Peter Goluszka (RC ARBÖ Tretwerk Wienstrom Lamster) 97, - 6. Manfred Gruber (RC ARBÖ Zweirad-Erd St.Pölten) 76, - 7. Josef Handler (TSV Zweirad-Kappler Hartberg) 71, - 8. Robert Bartonek (RC Union Unterguggenberger Wörgl) 66, - 9. Karl Gillmayr (RC ARBÖ Gourmetfein Wels) 57, - 10. Fritz Rath (RC TUS Caska Feldbach) 48

 

Donnerstag, 23. Juni 2011: Straßenrennen um den Großen Preis von Sezana (Slowenien), 96,4 km

Rennstrecke: Sezana - Mrce - Povir - Divaca - Lokev - Ergela - Lipica - Sezana, 4 Runden á 24,1 km= 96,4 km, 155 Höhenmeter pro Runde = 620 Höhenmeter, Start 13.35 Uhr

Wetter: trockene Hitze, bedeckt, regnerisch, starker S-Wind, 29°

Rennverlauf: Auf dem traditionellen Rundkurs durch Südslowenien und die kleine Ortschaft Lipica (Ursprung des Lippizaner-Gestüts) sind wir 4 Runden gefahren, die Klassen 40+ (5 Runden = 120,5 km) und 60+ (3 Runden = 72,3 km) sind diesmal andere Distanzen gefahren, aber alle drei Klassen waren zugleich am Rundkurs unterwegs. Es waren zwar keine richtigen Berge, aber dennoch andauernd so kleine Steigungen, die ganz ordentlich in die Beine geschossen sind. 75 Starter in meiner Klasse, von denen ich kaum jemanden gekannt habe. Bin schließich noch nie so weit südlich gefahren.

Erste Attacke bereits nach ca. 8 km, vier Mann fahren davon, hinten reagiert vorerst niemand. Kurvige Ortsdurchfahrt Divaca, hinter dem Ort geht es gleich in eine lange Steigung im Gegenwind. Das Feld zieht sich in die Länge, Gottseidank bin ich ziemlich weit vorne, das Feld teilt sich dann oben auf der Kuppe in zwei ziemlich gleich große Hälften, ich bin vorne dabei. Schnelle Abfahrt nach Lokev, danach weiter hügelig bius zum Grenzübergang nach Italien. Die vier Spitzenreiter haben hier schon 2 Minuten Vorsprung. Abfahrt nach Lipica, wir fahren am großen Gestüt vorbei, gleich dahinter die nächste nennenswerte Steigung. Hier wird attackiert, es bildet sich eine dreiköpfige Verfolgergruppe, dahinter noch mal drei Mann, danach findet sich das restliche Feld wieder zusammen. Stand nach der ersten Runde: vier Spitzenreiter, 1:35 dahinter die drei Verfolger, 1:50 die nächsten drei, 2:40 hat das erste größere Feld mit mir. Sieht bereits nach einer Vorentscheidung aus.

Die zweite Runde wird - nachträglich gesehen - die leichteste. Kaum Aktionen, es tut sich eigentlich nichts, alle warten ab (auf was eigentlich??), das Tempo schläft immer wieder ein. Vor allem die Steigungen werden gleichmäßig gefahren, und so kann die zweite große Gruppe gegen Ende der Runde wieder zu uns aufschließen. Die vier Spitzenreiter haben nach 2 Runden 1:15 Vorsprung auf die drei Verfolger, 1:50 auf die zweite 3-Mann-Gruppe und schon 4 Minuten auf das nunmehr ganz große Feld.

Ich fühle mich nicht schlecht, obwohl der Rundkurs schwer ist. Mein großes Manko sind die Schulterschmerzen (nach wie vor in der linken Schulter/Schlüsselbein) vom Sturz beim Schwechater Marathon, ist nun schon beinahe einen Monat her! Wegen dieser Schmerzen kann ich die Anstiege nur sitzend fahren. Ich werde nicht aktiv, verhalte mich ruhig und auffällig, bleibe in der Gruppe und warte ab.

Dritte und vorletzte Runde: jetzt fliegen die Fetzen. Die Italiener greifen an (die sind allesamt nicht vorne, sondern bei mir im Feld), aufgefallen sind mir da vor allem zwei Mannschaften aus dem nahen Triest, die sich jetzt hervortun. Auf den ersten hügeligen 9 Kilometern bis Divaca reißt das Feld wieder auseinander, ich bin vorne (diesmal aber gerade noch mit dem allerletzten Rest Energie) dabei, wir sind 21 Mann. Durch die Attacken sind wir näher an die ersten Gruppen herangekommen. Am langen Anstieg nach Divaca schließen die beiden Verfolgergruppe zu je drei Mann zusammen, und auch meine 21-Mann-Gruppe fällt auseinander, vier Fahrer setzen sich vorne ab, drei verlieren wir hinten, ich bleibe in der nunmehr 14-Mann-Hauptgruppe. Der Druck der Verfolger und des Feldes wird immer größer, damit schrumpft der Vorsprung der Spitzenreiter. Nach drei Runden liegen die vier Mann nur mehr 20 Sekunden vor den sechs Verfolgern, 1:55 vor den vier Fahrern und 2:15 vor dem Feld mit mir.

Es geht in die Schlußrunde. Ich habe gut daran getan, mich zurückzuhalten, denn jetzt brauche ich jedes Quentchen Energie und Kraft. Pausenlos wird attackiert, ein paar Fahrer kommen weg, werden aber wieder zurückgeholt. Aus meiner 14-Mann-Gruppe wird innerhalb von wenigen Kilometern eine 8köpfige Gruppe. Ich fahre zeitweise wirklich am Zahnfleisch. Aber positiv: ich kann mich quälen, kann hinhalten und bleibe dran. Die vier Spitzenreiter drücken jetzt auch aufs Tempo, zwei Mann fallen zurück, werden von den sechs Verfolgern eingeholt. Wenig später sind die letzten beiden Spitzenreiter auch gestellt. Dann attackieren sie einzeln, was aber nicht viel einbringt. Ich kann mit meiner 8-Mann-Gruppe zu der vierköpfigen Gruppe vor mir aufschließen, damit sind wir zu zwölft, aber es geht im Moment nur mehr um den 11. Rang.

Anstieg hinter Lipica: wilde Attacken, ich fahre mein Tempo rauf, sitzend, meine Gruppe zerfällt, und oben auf der Kuppe springe ich gerade noch in eine vierköpfige Gruppe rein. Vor uns die Teile der ehemaligen zehnköpfigen Spitzenreiter, dastehen ein paar Fahrer einzeln herum, die wir einsammeln. Jetzt ist auch die Motivation wieder da, die letzten 5 km bergab ins Ziel nach Sezana sind eine wahre Temposchlacht. Ich bin so kaputt, daß ich keinen Meter mehr führen kann, bleibe daher im Hintergrund, schone mich auch für den Sprint. Noch bei der 1000-m-Marke holen wir einen Fahrer ein, ich werde dann im Sprint - sitzend! - in meiner Gruppe Dritter, und weil nur mehr 5 Fahrer vorne waren, bin ich Achter geworden. In dem schweren Rennen war das eine ganz klare Formsteigerung, ich bin kaputt, aber glücklich: die Form kommt so langsam doch wieder!

Ergebnisse Kategorie Master 50+: 1. Metod Mocnik (Slowenien, KD Alpe) 2:33:25 (Siegerschnitt 37,3 km/h), - 2. Sebastjan Andrejz (Slowenien, KK Forma), gleiche Zeit, - 3. Simon Razpotnik (Slowenien, SD Energija Domzale) -0:32, - 4. Gianpiero Dapretto (Italien, Federclub Trieste)-0:47, - 5. Andrej Komac (Slowenien, Eppinger Saab TS 20) -0:58, - 6. Borut Planinsek (Slowenien, Bicikel.com) -1:41, - 7. Matej Dakskobler (Slowenien, MBK Orbea), - 8. Robert Bartonek (Österreich, RC Union Unterguggenberger Wörgl), - 9. Matjaz Kovac (Slowenien, TK Astra Lubljana), alle gleiche Zeit, - 10. Tomas Likar (Slowenien, KK Zagorska dolina) -1:48

 

Samstag, 25. Juni 2011: Straßenrennen in Unterdanegg bei Grafenbach, 61 km

Rennstrecke: Unterdanegg - Oberdanegg - Unterdanegg, 10 Runden á 6,1 km = 61 km, 140 Höhenmeter pro Runde = 1400 Höhenmeter, Start 13 Uhr

Wetter: leicht bewölkt, starker N-Wind, 25°

DSCN5605.jpg

Am Start (von vorne):  Schebath, Treitler, Tomitz und ich

Rennverlauf: Eines  der schwersten Rennen in Österreich, weil der kurze Rundkurs gleich zwei Steigungen aufweist und keinen Meter zur Erholung bietet. Eigentlich liegt mir der Kurs, aber die Form muß passen. Und das ist auch gleichzeitig das große Fragezeichen beim diesjährigen Rennen: bin ich wirklich schon so gut, daß ich hier aktiv mitfahren kann? Das vorletzte Rennen zum Ginner-Cup bietet auch die vorletzte Chance, zu Saisonbeginn verlorenen Boden gutzumachen. Das Selbstvertrauen ist okay, die letzten Ergebnisse ebenfalls, was habe ich schon zu verlieren? Im Unterbewußtsein fährt sicher die Erinnerung an den letztjährigen furchtbaren Sturz mit, von Klaus Teigl verursacht, der zwei Fahrer für längere Zeit ins Spital gebracht hat. Der Verursacher - warum auch immer - zieht es heuer vor, nicht am Start zu erscheinen. Mag jeder darüber denken, was er will, ich denke mir meinen Teil.

  

Gleich nach dem Start wartet der erste Anstieg, vorne rechts Sattler, daneben Treitler, dahinter Habacher, Iby, Schebath, Tomitz, ich und Nutz, außen Fladerer

DSCN5613.jpg

Zieldurchfahrt (von vorne): Stenitzer, Treitler, Endthaler, ich und Fladerer

Bereits in der ersten Runde mache ich alles anders als in den bisherigen Rennen auf diesem Rundkurs: ich fahre sowohl die erste als auch die zweite Steigung jeweils mit dem großen Blatt. Jeder, der mich kennt, weiß, daß ich leicht fahre, mit hoher Frequenz, das für mich also schon ein gewisses Wagnis darstellt. Ich fahre jeweils 50/21, und das zehn Runden lang. Die Form ist definitiv besser als noch vor einer Woche, das merke ich vom ersten Meter an.

Das Rennen lief - auch das war irgendwie vom Rennverlauf her von Anfang an ersichtlich - auf einen Zweikampf Iby gegen Treitler raus. Und auch das Ende war mir eigentlich von Anfang an klar: Iby hatte nur dann eine Chance, wenn er Treitler irgendwo loswerden könnte, im Sprint war der nämlich deutlich stärker. Mit Fortdauer des Rennens bin ich mir über meine Form immer sicherer geworden und habe schon auch einige Male probiert, Löcher zuzufahren oder selbst gar aktiv zu werden, aber bei mir haben sie aufgepaßt und sind immer sofort nachgefahren. Da habe ich es sein lassen, denn so stark bin ich beileibe noch nicht, daß ich mir die Chance rausarbeiten oder erzwingen kann.

 

Erster Anstieg, vorne von links: Habacher, Stenitzer, Iby, Haider, ich, Haselmann, dahinter Sattler     

In der 4. Runde hat Treitler beim Anstieg nach der Zieldurchfahrt attackiert, Iby hat nachgesetzt, ich hab den Rest auch wieder herangezogen, gegen Ende der Runde, bei der letzten Abfahrt ins Ziel nach Unterdanegg runter, hat Treitler abermals versucht, wegzufahren, Iby ist mit, doch die anderen waren noch wachsam genug, um wieder aufzuschließen. Doch dann war es so weit: Zieldurchfahrt in die 5. Runde, hohes Tempo, Feld langgezogen, vorne Treitler und Iby, und Treitler hat wieder angetreten, Iby war sofort am Hinterrad, doch ich, der ich der nächste gewesen wäre, habe gemerkt, daß diese Aktion an meine Grenze geht, und hab vorsichtshalber die Notbremse gezogen, das Loch gelassen. Mir war klar, daß irgendjemand anderer diese Lücke schließen müßte, doch von denen, die sich anfangs wichtig hervorgetan haben, war in dem entscheidenden Moment niemand zur Stelle (wieder einmal typisch!), zeigt aber nur, daß Treitler den goldrichtigen Moment für seine Attacke gewählt hat.

Daß das die Entscheidung gewesen ist, war mir klar, denn es waren die beiden stärksten Fahrer (wer also soll denen noch nachfahren???), und in der Steigung (zugegeben die längere der beiden) haben sie gut und gerne 350 Meter herausgefahren. In der langen Abfahrt ist der Wind ungünstig gestanden, was auch ein Vorteil für die beiden Spitzenreiter war, und danach war das Rennen gelaufen.

Daß die beiden weg waren, hat für mich keine Rolle gespielt, denn die hätten mich auch abgehängt, wenn ich der Dritte in ihrem Bunde gewesen wäre. Ich bin in der nächsten Gruppe bis ins Ziel mitgefahren, habe in den Steigungen jeweils mit hohem Tempo eine vordere Position gefahren, um allen möglichen Attacken einen Riegel vorzuschieben, und es ist in dieser Richtung auch gar nichts gekommen. Endthaler, Haselmann, die anfangs sehr aktiv waren, sind dann völlig von der Bildfläche verschwunden, dafür waren Sattler und vor allem Stenitzer sehr aktiv. Letzterer ist die beiden letzten Runden sehr offensiv gefahren, hat da sehr vielen in der Gruppe sehr weh getan. Aber auch von den Master-3-Fahrern ist in dieser letzten Phase gar nichts mehr gekommen, Habacher, Haider, Fladerer haben nur fallweise was gezeigt, wenn sie Löcher zufahren mußten, Nutz im zweiten Anstieg, aber das wars dann auch schon. Ich denke mal, die waren alle auch schon etwas angeschlagen.  

DSCN5619.jpg

Die beiden Spitzenreiter, Treitler vor Iby

IMG_4416.jpg

Zielkurve: Treitler vor Iby

IMG_4452.jpg

Ziel: Treitler vor Iby

IMG_4453.jpg

Letzte Runde: am ersten und auch am zweiten Berg gab es keine Vorentscheidung, obwohl Stenitzer wie der Teufel raufgeschossen ist. Der starke Wind war wohl auch etwas zu viel, der ist äußerst ungünstig gestanden. Im Zielsprint dann ist mir hinter Sattler und Stenitzer der 5. Rang geblieben.

DSCN5635.jpg

Siegerehrung (von links): Iby, Treitler, Endthaler

Ergebnisse Kategorie Master 2: 1. Wolfgang Treitler (RC Schnecke Wiener Allianz) 1:36:05 (Siegerschnitt 37,5 km/h), - 2. Günther Iby (RC ARBÖ Ginner Amstetten), gleiche Zeit, - 3. Peter Endthaler (RC Hochschwab Aflenz) -3:27, - 4. Christian Sattler (RC ASVÖ RIH Die Erste Sparkasse Tulln), - 5. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl), - 6. Leopold  Haselmann (RSC Krems), - 7. Bernhard Stenitzer (RC ASKÖ ARBÖ TV-Steiner Raaba), alle gleiche Zeit, - 8. Mark Rossell (Sportunion Prinzersdorf), 1 Runde Rückstand

 

Sonntag, 26. Juni 2011: 5-Seen-Marathon in Mondsee, 76,5 km

Rennstrecke: Mondsee - St.Lorenz - Scharfling - Scharflinger Höhe - St.Gilgen - Gschwendt - Strobl - Weißenbach - Bad Ischl - Mitterweißenbach - Weißenbacher Sattel - Weißenbach/Attersee - Burgau - Mühlleiten - Au - See - Ort - Loibichl - Mondsee, 76,5 km, 300 Höhenmeter, Start 8.17 Uhr

 

Image

Wetter: bedeckt, strömender Regen, 11°

Rennverlauf: wie immer bei so einem Sauwetter ist die Motivation nicht gerade himmelhoch. Vor allem die Sturzgefahr steigtr da, besonders bei einem Marathon, beinahe ins Unermeßliche. Der Mondsee-Marathon ist der einzige in Österreich, bei dem die Altersklassen mit Vorgabe auf die Rennstrecke geschickt werden. Die 60/70+ Klassen starten 2 Minuten vor den 50/55+ und 3 Minuten vor den 40+ - Fahrern. Das pübliche Gedränge am Start, dann lassen die Säcke gleich auf den ersten Metern unfaßbare Löcher. Ich muß eineinhalb Kilometer lang nachfahren (!), ehe ich die Hauptgruppe erreicht habe. Dann aber macht mir das Rennen keinerlei Probleme mehr. Bereits nach 8 Kilometern haben wir die 2-Minuten-Vorgabe aufgeholt und nehmen dann nach 11 km mit der Scharflinger Höhe den ersten Berg in Angriff.

Anfangs mäßiges Tempo am Berg, aber dann wird forciert und die letzten paar Hundert Meter sind hart, ich bleibe aber dran, und das ganz vorne. Nach dem Berg ist die erste Selektion erfolgt, es wird etwas ruhiger. Ich fahre weiterhin ganz vorne, meist in den Top-15, das ist einfach gleichmäßiger und ruher, daher ungefährlicher, als etwas weiter hinten. Erst inBad Ischl sind dann die Jüngeren da und haben die eine Minute Vorgabe auf uns aufgeholt.

Auf den folgenden 5 Kilometern bis zum zweiten Berg fahren wir in einem riesigen Feld ca. 70-75 Fahrern. Ich habe da bereits ziemliche Probleme mit dem linkenAuge bekommen, es ist ziemlich geschwollen, das linke Glas meiner Brille ist auch angelaufen, obwohl ich es vor dem Start noch mnit einem Antibeschlagsspray präpariert habe (Das Zeug hilft rein gar nichts, ist nur sauteuer!) Sandkörner sind mir insAuge geraten, ich kriegs nicht mehr raus, das Auge tränt und brennt fürchterlich. Der Autoberkehr nimmt auch zui, der Gegenvderkehgr wird vom begleitenden Polizeimotorrad an den Straßenrand gedwunken, nur läßt halt - wie üblich - die Disziplin der Autofahrer sehr zu wünschen übrig, denn nach einer kurzen Schrecksekunde wird die Fahrt meist ganz frech wieder fortgesetzt. Und da haben sich dann auf der linkenSeite schon einige Autos angesammelt, als plötzlich ein Fahrer rechts neben mir in Todesangst aufschreit: "AUTOOOOO!!!", die Augen gen Himmel verdreht und sich gegen meine Schulter lehnt.

Sachte halte ich dagegen (wegstoßen darf man so einen nicht, denn dann stürzt er unweigerlich und reißt noch andere, womöglich mich selber, mit), als es dann auf der linken Seite drüben auch schon kracht. Der erste knallt frontal ins Auto, ein paar andere tun es ihm gleich, dann kracht es rechts hinter mir, weil dort aus Schreck ein paar voll bremsen, die anderen hinten reinknallen, und von denen, die schon vorbeigekommen sind, dreht sich noch einmal einer um, um nachzusehen, warum´s denn da so knallt und kracht, und scheppert prompt in ein ganzes Paket Fahrer vor ihm rein. Ein richtiger Blechsalat.

Bin etwas aus der Konzentration gebracht,muß ein kleines Loch zufahren, bin dran, als wir links zum Weißenbacher Sattel einbiegen. Und der ist der weitaus gefährlichere als der erste Anstieg. Nicht, weil er schwerer ist, das ist er nämlich nicht, sondern weil er näher zum Ziel liegt (da glauben einige, sie könnten einen Vorsprung von ein paar Metern ins Ziel retten!) und weil er stufenartig auf gut 4,5 km Länge nach oben führt. Immer wieder wird angetreten und aufs Tempo gedrückt. Mittlerweile sind wir keine 40 Mann mehr! Ich plage mich auch einigermaßen, laufe aber dennoch nie Gefahr, abzureißen.

Und dann sind wir endlich drüber, der Wind bläst uns jetzt von vorne direkt ins Gesicht. Tut in der Abfahrt ganz gut. Auf den restlkchen 20 km im Gegenwind sind noch ein paar ganz ruppige Anstiege zu bewältigen, meist nur max. 300 m lang, aber wegen dieser Kürze werden sie mit Gewalt und roher Kraft gefahren.

Ích will hier gar nicht alle Stürze aufzählen, denn es waren viel zu viele. Die letzten beiden innerhalb der ledtztne 1000 Meter, zunächst fällt der Letzte meiner Spitzengruppe, der schon ein 5-m-Loch hat, völlig alleine fahrend auf die Nase und rutscht, am Hintern sitzend, über die ganze Straßenbreite, und dann natürlich, so wie alle Jahre wieder, in der Zielkurve.

Etwas genervt von diesem Chaos, belege ich nur den 8. Rang in meiner Altersklasse. Egal, ein Anfang im Senioren-Marathon-Cup ist damit gemacht.

Einbiegen auf die lange Zielgerade

Die beiden Klassensieger

Ergebnisse Tageswertung: 1. Stefan Weigl (Zweiradchaoten.com) 1:51:28 (Siegerschnitt 42,3 km/h), - 2. Alois Jaksch (RC Phyrn-Priel), - 3. Stefan Allerstorfer (RC Bad Mühllacken), - 4. Georg Glechner (RC Mattighofen), - 5. Gottfried Lang (Team Instec), - 6. Klaus Bahr (RC Bad Fischau), - 7. Hannes Buchner (Bodyform Salzburg), - 8. Norbert Unterköfler (RC ARBÖ ASKÖ Raiffeisen Feld/See), - 9. Harald Pötscher (RC Phyrn-Priel), - 10. Josef Kücher (RC Mattighofen), - weiters: 23. Roman Hofer, - 34. Robert Bartonek, alle gleiche Zeit, - 68. Hans Unterguggenberger (alle RC UNION Unterguggenberger Wörgl) - 1:44

Ergebnisse Kategorie Männer 50+: 1. Rudolf Kondert (www.atterbike.at), - 2. Marek Liptak (TCH, Bad Goisern), - 3. Karl Dressler (BRD,RSV Piding), - 4. Engelbert Eder (BRD, Riapsport), - 5. Robert Bartonek (RC Union Unterguggenberger Wörgl), - 6. Karl Broschek (Bobby´s Sport Shop), - 7. Karl Gillmayr (RC ARBÖ Gourmetfein Wels), - 8. Konrad Pönn (BRD, Oberschleißheim), alle gleiche Zeit, - 9. Josef Huber (RC Mattighofen) -2:37, - 10. Johann Lacher (RC Frankenmarkt) -3:02


Eigene Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!