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Sonntag, 13. März 2011: Straßenrennen in Murska Sobota, 65 km

Rennstrecke: Murska Sobota - Martjanci - Moravci - Tesanovci - Bogojina - Filovci - Dobrovnik - Kamovci - Genterovci - Lendava - Lakos - Gaberje - Kapca - Hotiza - Bistrica - Melinci - Izakovci - Doklezovje - Bakovci - Murska Sobota, 65 km, 50 Höhenmeter, Start 9.15 Uhr

Wetter: heiter, starker S-Wind, 17°

Rennverlauf: Da stehe ich nun also wieder am Start. Saisonbeginn 2011, aber unter den schlechtesten Vorzeichen der letzten Jahre: wegen de punktierten Knies und vor allem den Folgeleiden konnte ich den ganzen Winter über beinahe nicht trainieren, daher keine Form, Atemnot, riesiger Formrückstand, kein Selbstvertrauen, etc. Auf der anderen Seite: eine flache Rennstrecke mit sehr starkem Wind, ein rieiges Starterfeld, gute Besetzung, viele Attacken = unrhythmische Fahrweise. Mit den größtenteils guten Ergebnissen der letzten Jahre kann ich diesmal gar nichts anfangen, sogar das Selbstvertrauen ist im Keller.

Naja, ich rette mich mit dem Vorsatz, den Bewerb als gutes Training zu absolvieren und eben das Beste aus meiner Lage zu machen. Und wie schlimm es kommt, merke ich gleich nach dem Start. Ich hab noch kaum die richtige Sitzposition gefunden, wird schon attackiert, und eine kleine Gruppe fährt vorne raus. So, das war´s dann, abgehängt nach etwa 500 Metern! Der starke Seitenwind zieht das Feld in die Länge, und nach 3 km haben wir schon mehrere Gruppen. Mein Puls pendelt sich irgendwo zwischen 180 und 184 ein, und das Pfeifen, das ich höre, kommt nicht etwa von einem sich verabschiedenden Reifen, sondern aus meiner Lunge!

Bei Halbzeit in Lendava steht diesmal ein Prämiensprint an. Mit meiner Gruppe, ich weiß nicht, die wievielte es ist, liege ich ungefähr 5 Minuten zurück. War meine Moral am Start schon im Keller, ist sie jetzt in irgendein Untergeschoß tief im Erdinnern gefallen. Ich fahre ich einer 8-Mann-Gruppe, die sich zwar alle redlich bemühen, aber ihr Wollen mit dem Können einfach nicht Schritt hält. Kein einziges Mal fahren wir über 40 km/h, sind aber auch durch einen sehr starken Wind andauernd gebremst, in der ersten Hälfte bläst er von rechts, in der zweiten Hälfte dann von links.

Illusionslos spule ich die letzten Kilometer runter und fahre auch ins Ziel, gesprintet wird in meiner Gruppe nicht mehr. Erst als die Ergebnisliste ausgehängt wird, sehe iich die nackten Zahlen: und die sind wirklich nicht aufbauend! Wir waren 122 Starter in der Klasse 50+, das sind also wirklich ganz andere Starterfelder als bei mir daheim in Österreich. Ich ziehe mich um, denke an was Schönes und beginne eine Trainingsrunde. Damit sich der Tag wenigtens wirklich lohnt.

Ergebnisse Kategorie Master 50+: 1. Marko Cerncic (SLO, Omega Air) 1:39:45 (Siegerschnitt 39,2 km/h) - 2. Boris Fabjan (SLO, KK Castra) -0:15, - 3. Ales Korosec (SLO, MAK Design), - 4. Ivan Skof (SLO, SD Sentjost), - 5. Stefan Zlebic (SLO, Bambi), alle gleiche Zeit, - 6. Borislav Skubic (SLO, SD Turbo M Lubljana) -0:49, - 7. Petr Kozelj (SLO, KD Calcit Kamnik) -0:55, - 8. Marjan Paulic (SLO, KD Butan plin) -1:12, - 9. Radovan Bolko (SLO, Koncern Kolektor) -1:19, - 10. Joskon Potocnik (SLO, SD Vrbnje Gorice), gleiche Zeit, - weiters: 55. Robert Bartonek (AUT, RC Union Unterguggenberger Wörgl) -9:55

 

Sonntag, 20. März 2011: Straßenrennen in Marjeta, 84 km

Rennstrecke: Marjeta - Trnice - Prepolje - Kungota - Brunsvik - Marjeta, 7 Runden á 12 km = 84 km, 7mal 10 Höhenmeter = 70 Höhenmeter, Start 9.15 Uhr

Wetter: sonnig, bewölkt, starker N-Wind, 17°

Rennverlauf: Nach dem Auftaktrennen vorige Woche bin ich ziemlich verunsichert, stelle mich ganz vorne in die erste Reihe. Wieder starker Wind, so wie in der Vorwoche, wieder viele Starter, diesmal an die hundert. Der Kurs  liegt ziemlich frei, auf dem Großteil der 12 km langen Strecke herrsachtn Kantewind, und das ziemlich ein starker. Die Selektion ist vorprogrammiert. Und genauso kommt es auch. Bereits auf den ersten 5 km im Rückenwind zieht sich das Feld in die Länge, und nach Kungota, auf der gut 5 km langen  Geraden bis Brunsvik, da fächert das Feld über die ganze Straßenbreite auf, aber das ist halt bei weitem nicht genug. Sturm von schräg rechts vorne.

Nach der ersten Runde bin ich noch dabei, aber Betonung auf  "noch". Dann kommt es, wie es kommen muß: im Rückenwindstück, das sind etwa 3 km, komme ich nicht mehr ganz nach vorne, bin dann in der nächsten Kante nicht unter den ersten 30 und damit "zum Abschuß freigegeben". Nach zwei Runden fahre ich in einer etwa 10 Mann starken Gruppe, wir liegen noch auf Sichtkontakt zur ersten großen Hauptgruppe.

Naja, langer Rede kurzer Sinn: der Rückstand vergrößert sich von Runde zu Runde, am Ende komme ich alleine ins Ziel, etwa eine Viertelstunde hinter dem Sieger und damit nur ganz knapp vor einer Überrundung. Die letzten zwei Runden waren knochenharte Arbeit und ein Hinhalten beinahe bis zum Umfallen. Warum bloß tue ich mir das an?

Es ist sehr schwer, da keinen Frust aufkommen zu lassen, aber ich weiß, in welchem Zustand ich bin, also gebe ich mich auch keinen übertriebenen Erwartungen hin. Ich bin nur da, um ein paar schnelle und schwere Rennkilometer zu bekommen, das ist nichts anderes als ein Trainingsrennen. Und es hat seinen Zweck erfüllt. Ich muß sagen, diese Strecke erfüllt alle Anforderungen eines Klassikers. Superschneller Rundkurs (wenn der Wind paßt), abgelegen, daher kaum Verkehr, dennoch breite Straßen, hervorragender Asphalt, wenig Kurven.

Ergebnisse Kategorie 50+: 1. Marko Cerncic (SLO, Omega Air) 2:07:17 (Schnitt 39,8 km/h), - 2. Stefan Zlebic (SLO, Bambi) -0:12, - 3. Bojan Ropret (SLO, Bambi), - 4. Janez Pirnar (SLO, Bambi), alle gleiche Zeit, - 5. Borislav Skubic (SLO, SD Turbo Ljubljana) -0:39, - 6. Zvezdan Mikulin (SLO, KD Bicikleta Korte) -1:12, - 7. Srecko Kopac (SLO, TSK Bled) - 1:15, - 8. Marjan Zelko (SLO, Droga-Kolinska), - 9. Martin Jug (SLO, SD Iskra Avtoelektrika), - 10. Darko Mlinaric (SLO, Ganesha), alle gleiche Zeit, - weiters: 51. Robert Bartonek (AUT, RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -14:38

 

 

Freitag, 25. März 2011: Giro di Gorenjska, 1. Etappe: Nacht-Rundstreckenrennen um den Großen Lavi-Preis in Kokrica bei Kranj, 52,5 km

Rennstrecke: Kokrica - Zlato Polje - Rupa - Kokrica, 15 Runden á 3,5 km = 52,5 km, 15mal 10 Höhenmeter = 150 Höhenmeter, Start 21.50 Uhr

Wetter: mild, windstill, bewölkt, 14°

Rennverlauf: Die erwartete Hinrichtung! Was will ich auch bei einer Rundfahrt mit zwei Rennen in den Beinen, und die bin ich grtößtenteils abgerissen gefahren! Tausende Male habe ich mir heute vorgeworfen, überhaupt hergefahren zu sein! Erstmals starke internationale Konkurrenz, und da habe ich überhaupt nichts verloren! Bin nur jedem im Weg.

Ein paar Runden lang kann ich mithalten, aber das Tempo ist so hoch, daß das Feld ziemlich langgezogen ist, vorne wird auch andauernd attackiert, da wird permanent in Einserreihe gefahren, ich bin ziemlich weit hinten und kämpfe vom Start weg eigentlich nur gegen das Abreißen. In der 5. Runde ist es dann soweit, zusammen mit einer größeren Gruppe werde ich in einer engen Kurve abgekuppelt, komme aber eine Runde später wieder heran. Naja, nicht ich, sondern die Gruppe, ich werde nur mitgesaugt.

In der 7. Runde reiße ich dann endgültig ab, also bei Halbzeit. Da ist aber allgemein dann schon etwas der Dampf draußen, ganze drei Runden lang können wir den Abstand auf Sichtweite halten. Dann geht es ziemlich schnell, die Gruppe fällt förmlich auseinander, ich entgehe im Endeffekt nur haarscharf einer Überrundung. Aber wenigstens habe ich überlebt!

Ergebnisse Kategorie 50+: 1. Marjan Paulic (SLO, KD Butan plin) 1:15:22 (Siegerschnitt 42,0 km/h), - 2. Loris Chersin (I, GS Danieli), - 3. Boris Fabjan (SLO, KK Castra), - 4. Vidmar Tona (SLO, KK Rogla), - 5. Bojan Ropret (SLO, Bambi), - 6. Radovan Bolko (SLO, Koncern Kolektor), - 7. Ales Korosec (SLO, MAKdesign), - 8. Marko Cerncic (SLO, Omega air), - 9. Dario Canesin (I, Engine & Bikes Canesin), - 10. Janez Lampic (SLO, Bambi), alle gleiche Zeit, - weiters: 41. Robert Bartonek (AUT, RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -4:12

 

Samstag, 26. März 2011: Giro di Gorenjska, 2. Etappe: Kranj - Jesenice, 69 km

Rennstrecke: Kranj - Visoko - Tupalice - Preddvor - Baselj - Trstenik - Golník - Krice - Trzic - Bistrica - Begunje - Zirovnica - Lesce - Bled - Spodnja Gorje - Blejska dobrava - Jesenice, 69 km, 455 Höhenmeter, Start 9.10 Uhr

Wetter: bewölkt, starker NW-Wind, 18°

Rennverlauf: Alle stehen wieder frisch und munter am Start, ich fühle mich gerädert und wie von einem Panzer überrollt. Das kann ja heiter werden! Zuwenig Schlaf, keine Form, angeschlagen von gestern, alles tut weh, keine Moral, etc.

Die entscheidende Etappe, der schwere Anstieg kurz vor dem Ziel, alles ist gespannt und hochmotiviert. Vom Start weg rollen auch gleich die ersten Angriffe, ich werde nach hinten durchgereicht, kriege die ganzen Aktionen vorne kaum bis gar nicht mit. Zeitweise habe ich mich förmlich mit den Blicken am Hinterrad vor mir festgesaugt und halte nur hin. Kilometer um Kilometer. Der starke Wind tut sein übriges, das Muster ist dasselbe wie gestern am Rundkurs: Feld wird gestreckt, dann reißt es an mehreren Stellen, die erste Gruppe versucht, den Vorsprung auszubauen, die zweite und die dritte wollen wieder ranfahren, der Rest, naja, die üben sich in Schadensbegrenzung. Ich gehöre zum Rest.

Als ich kurz vor dem Ziel den Anstieg erreiche, bin ich schon deutlich hinter der Spitzengruppe, in meiner kleinen 6-Mann-Gruppe hat keiner auch nur einen Funken Moral, und so klettern wir die Steigung rauf, diesmal kann ich sogar problemlos mithalten. Aber nicht, weil ich so stark bin, sondern weil gar nichts mehr gefahren wird. Dennoch muß ich mich am letzten Kilometer zur Bergwertung rauf ganz fürchterlich schinden und quälen. Als ich über die Kuppe torkle, ist das wie eine Erlösung. Die Abfahrt und die letzten 3 flachen Kilometer bis zum Zielstrich sind keine Anforderung mehr, ich rolle eigentlich nur.

Mit dem Etappensieg in Jesenice zur Gesamtführung: Bojan Ropret

Ergebnisse Kategorie 50+: 1. Bojan Ropret (SLO, Bambi) 1:49:55 (Siegerschnitt 38,7 km/h), - 2. Joze Sipelj (SLO, Bambi) -1:15, - 3. Francesco Santoro (I, Ciclo Club Trieste) -1:29, - 4. Anton Perháj (SLO, KK Ribnica), gleiche Zeit, - 5. Loris Chersin (I, GS Danieli) -1:36, - 6. Marino Sergi (I, ADS Gentlemen Trieste) -1:55, - 7. Marko Cerncic (SLO, Omega air), - 8. Ivan Skof (SLO, SD Sentjost), alle gleiche Zeit, - 9. Stefan Zlebic (SLO, Bambi) -2:40, - 10. Janez Pirnar (SLO, Bambi) -3:12, - weiters: 51. Robert Bartonek (AUT, RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -14:22

Zwischenstand Gesamtwertung nach 2 Etappen: 1. Bojan Ropret (SLO, Bambi) 3:05:17, - 2. Joze Sipelj (SLO, Bambi) -1:15, - 3. Francesco Santoro (I, Ciclo Club Trieste) -1:29, - 4. Anton Perhaj (SLO, KK Ribnica), gleiche Zeit, - 5. Loris Chersin (I, GS Danieli) -1:36, - 6. Marko Cerncic (SLO, Omega air) -1:55, - 7. Stefan Zlebic (SLO, Bambi) -2:40, - 8. Marino Sergi (I, SC Gentlemen Trieste) -2:52, - 9. Janez Pirnar (SLO, Bambi) -3:12, - 10. Dan Gorisek (SLO, Bambi) -3:17, weiters: 48. Robert Bartonek (AUT, RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -18:34

 

Samstag, 26. März 2011: Giro di Gorenjska, 3. Etappe: Bled - Kranj, 56 km

Rennstrecke: Bled - Lesce - Zirovnica - Lesce - Radovljica - Kamna gorica - Podnart - Sodnje duplje - Nakjlo - Kokrica - Kranj - Podreca - Smlnedjac - Trboje - Kranj, 56 km, 115 Höhenmeter, Start 15.10 Uhr

Wetter: bewölkt, starker NW-Wind, 19°

Rennverlauf: Endlich! Das Klassement steht jetzt einigermaßen, es geht größtenteils bergab, noch dazu meist mit Rückenwind, Radlerherz, was willst du mehr!!! Wenn da nicht der enge Zeitplan wäre! 4 Stunden Zeit nach dem vormittägigen Zieleinlauf, dazwischen auslockern, umziehen, duschen, essen, und von Jesenice mußte ich auch irgendwie nach Bled zum nächsten Start kommen!

Aber dann: durch die Umstände (Situation in der Gesamtwertung, Wetter) eine beinahe ideale Etappe, ich hatte mir vorgenommen, jetzt einmal zu versuchen, im Hauptfeld zu bleiben. Ist mir auch ganz gut gelungen, je mehr die Ausdauer in den Vordergrund rückt, desto bessser schneide ich ab. Es fehlt also nur mehr an der Spritzigkeit und am Speziellen. Aber das kommt mit den Kilometern.

Das slowenische Bambi-Team scheint viel zu stark zu sein, um da noch irgendwas anbrennen zu lassen. Wieder einmal hat sich der Berg am Vormittag kurz vor dem Ziel in Jesenice als rundfahrtentscheidend erwiesen, wie in all den vergangenen Jahren auch. Das starke Bambi-Team fährt vorne an der Spitze, paßt auf alle Ausreißer aus, in der ersten Stunde ist überhaupt niemand weggekommen, die sind sofort kompromißlos nachgestiegen, und nach einer Weile hat´s dann auch keiner mehr versucht. Ich muß auch sagen, zeitweise war das Tempo so horrend hoch, daß es unmöglich war. Wir sind oft Spitzen mit mehr als 60 km/h gefahren!

Kurz vor dem Ziel hat es mich dann doch erwischt. Eine plötzliche Schwäche, ich hatte absolut keinen Saft mehr in den Beinen, Krämpfe haben sich schon angekündigt, es wären keine 5 km mehr bis zum Zielstrich gewesen! Schade, aber durch eine Tempoverschärfung in einer Kurvenkombination - wir waren schon in den Außenbezirken von Kranj - hat eine ganze Gruppe abreißen lassen, da war ich auch dabei. Aber das Positive: es war mit Abstand mein bestes Ergebnis in dieser Rundfahrt und auch heuer, um Klassen besser als bisher! Es war halt nur leicht nervig, daß ich so knapp vor dem Ziel noch habe reißen lassen müssen. SCHEISSE aber auch!!!

Etappensieger in Kranj: Loris Chersin

Ergebnisse Kategorie Master 50+: 1. Loris Chersin (I, GS Danieli) 1:12:25 (Siegerschnitt 44,1 km/h), - 2. Janez Lampic (SLO, ASTRA Ljubljana), - 3. Marco Cuderman (SLO, ASTRA Ljubljana), - 4. Ales Hren (SLO, Adriamobili), - 5. Eugen Plesko (SLO, ASTRA Ljubljana), - 6. Marko Cerncic (SLO, Omega air), - 7. Brane Ugrenovic (SRB, Betonexpres), - 8. Marino Sergi (I, SC Gentlemen Trieste), - 9. Stefan Zlebic (SLO, Bambi), - 10. Milan Koic (SRB, ASTRA Ljubljana), alle gleiche Zeit, - weiters: 29. Robert Bartonek (AUT, RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -1:12

Zwischenstand Gesamtwertung vor der Schlußetappe Kategorie Master 50+: 1. Bojan Ropret (SLO, Bambi) 4:17:42, - 2. Joze Sipelj (SLO, Bambi) -1:15, - 3. Francesco Santoro (I, Ciclo Club Trieste) -1:29, - 4. Anton Perhaj (SLO, KK Ribnica), gleiche Zeit, - 5. Loris Chersin (I, GS Danieli) -1:36, - 6. Marko Cerncic (SLO, Omega air) -1:55, - 7. Stefan Zlebic (SLO, Bambi) -2:40, - 8. Marino Sergi (I, SC Gentlemen Trieste) -2:52, - 9. Janez Pirnar (SLO, Bambi) -3:12, - 10. Dan Gorisek (SLO, Bambi) -3:17, - weiters: 37. Robert Bartonek (AUT, RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -19:46

 

Sonntag, 27. März 2011: Giro di Gorenjska, 4. Etappe: Straßenrennen "Rund um Kranj", 126,5 km

Rennstrecke: Kranj - Trboje - Podreca - Kranj - Zabnica - Skofja Loka - Soca - Goricane - Medno - Medvode - Smledvik - Santvio - Tarcen - Smartno - Crnuce - Podgorica - Polje - Zalag - Dol - Krumperk - Lukovica - Radomlje - Volcji potok - Mekinje - Stahovica - Zgornje Stranje - Kamnik - Duplica - Menges - Utik - Vodice - Moste - Spodnji Brnic - Sencur - Kranj, 126,5 km, 115 Höhenmeter, Start 9.10 Uhr

Wetter: bedeckt, kühler als zuletzt, anfangs teilweise feuchte Straße, leichter NW-Wind, später dann auffrischend, anfangs 5°, später dann 9° (also saukalt!)

Rennverlauf: Die alles entscheidende Schlußetappe: lang, kaltes Wetter, das Bambi-Team mit der Gesamtführung und allen Vorteilen auf ihrer Seite. Bojan Ropret der klare Gesamtführende, über eine Minute Vorsprung auf einen Teamkollegen. Das Rennen schien gelaufen, die weiteren Abstände waren auch schon viel zu groß, aber probiert haben sie es dennoch alle!

Ich war vom Start weg tot, nach etwa einer halben Stunde schon mausetot, aber es hat dennoch gedauert, bis ich wirklich völlig am Ende war. Es ist viel attackiert worden, aber weil sofort nachgefahren wurde, hat es eigentlich so gut wie nie Ausreißer gegeben, die sind nie mehr als ein paar Meter weggekommen. Das Tempo war zügig, aber völlig unrhythmisch. Sauschnell beim Nachfahren, eine Bummlerei beim Warten auf die nächste Attacke. Und genau diese krassen Tempowechsel haben mir das Genick gebrochen. Die lange Distanz hat ihr übriges dazugetan, die vielen Richtungswechsel, dauernd auch mit die Windwechsel, da mußte man wirklich ein sehr gutes Positionfahren können. Ich hab mich lange gewehrt, habe gut 80 km im großen Feld mitgehalten, aber dann ist es ans Eingemachte gegangen.

Das Feld wurde gesprengt, und da war ich natürlich sofort hinten. Aber die anderen waren auch schon alle ziemlich angeschlagen, denn es hatte den Anschein, als wären sie alle heilfroh, endlich abgerissen zu sein, da ist dann mehr oder weniger gemütlich dahingebummelt worden. Schnell hat es mir wieder leidgetan, nicht besser aufgepaßt zu haben, aber eigentlich kann ich mir keinen Vorwurf machen, denn die anderen sind ja auch abgerissen, und in dem Moment war es von mir keine Nachlässigkeit, sondern ich war schlichtweg überfordert und zu schwach.

Bin dann mit der Gruppe von etwa 15 Mann ins Ziel gefahren, auf den letzten Kilometern ist dann sogar die Sonne leicht durchgekommen, die Straßen waren sowieso schon längst aufgetrocknet, unser Rückstand hat sich auf etwa 10 Minuten angehäuft. Normal für diese Konstellation. Ich war heilfroh, diese Rundfahrt durchgestanden zu haben, waren meine Umstände doch sicher sehr viel ungünstiger gewesen als die meiner unmittelbaren Konkurrenten. Und im Ziel hat dann sogar die Sonne gescheint, und auch mein Resümee war durchaus positiv: mit ca. einer halben Stunde Rückstand in der Gesamtwertung war ich sogar sehr viel besser plaziert als vorher befürchtet.

Bojan Ropret gewinnt die Tour verdient

Ergebnisse Kategorie Master 50+: 1. Marko Cerncic (SLO, Omega air) 3:08:21 (Siegerschnitt 40,1 km/h), - 2. Ales Hren (SLO, Adriamobil) -0:16, - 3. Marino Sergi (I, SC Gentlemen Trieste), - 4. Loris Chersin (I, GS Danieli), - 5. Ales Tajmajster (SLO, Astra Ljubljana), - 6. Stefan Zlebic (SLO, Bambi), - 7. Brane Ugrenovic (SRB, Betonexpres), - 8. Marjan Paulic (SLO, KD Butan plin), - 9. Ljubo Csar (NK Maribor), - 10. Janez Lampic (SLO, Astra Ljubljana), alle gleiche Zeit, - weiters: 38. Robert Bartonek (AUT, RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -9:19

Endstand in der Gesamtwertung nach 4 Etappen: 1. Bojan Ropret (SLO, Bambi) 7:26:03 (Siegerschnitt 40,6 km/h), - 2. Joze Sipelj (SLO, Bambi) -1:15, - 3. Francesco Santoro (I, Ciclo Club Trieste) -1:29, - 4. Loris Chersin (I, GS Danieli) -1:36, - 5. Mirko Cerncic (SLO, Omega air) -1:55, - 6. Stefan Zlebic (SLO, Bambi) -2:40, - 7. Marino Sergi (I, SC Gentlemen Trieste) -2:52, - 8. Janez Pirnar (SLO, Bambi) -3:12, - 9. Dan Gorisek (SLO, Bambi) -3:17, - 10. Marjan Paulic (SLO, KD Butan plin) -4:08, weiters: 31. Robert Bartonek (AUT, RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -29:05

 

 

Samstag, 2. April 2011: Rundstreckenrennen in Lenart (SLO), 44 km

Rennstrecke: Lokaler Rundkurs mit Start/Ziel am Hauptplatz in Lenart, 20 Runden á 2,2 km = 44 km, 15 Höhenmeter pro Runde = 300 Höhenmeter, Start 17.45 Uhr

Wetter: sehr warm, starker N-Wind, heiter, 24°

Rennverlauf: Der Rundkurs ist nicht leicht, schmale Nebenstraßen, eine kleine Schleife nördlich von Lenart, die erste Hälfte leicht ansteigend, am Ende warten da 15 Höhenmeter auf etwa 800 Metern Länge aufgeteilt, die zweite Hälfte führt bergab, nach einer scharfen Rechtskurve auf die Hauptstraße und 500 Meter flach geradeaus zum Zielstrich. Vor allem der Anstieg geht in die Beine, 20mal bei Gegenwind. Da ist es vor allem wichtig, nicht zu hart zu fahren, immer elastisch und flexibel zu bleiben.

Wir sind in der Kategorie 50+ diesmal "nur" 76 Fahrer, und ich kann in den ersten Runden ganz gut mithalten. Aber auch nur, weil ich bergauf eine sehr gute Position fahre, oben ungefähr in der Mitte des Feldes über die Kuppe in die Abfahrt, in der ich mich wieder nach vorne arbeite. So logisch und einfach diese Taktik auch klingt, so schwer ist sie umzusetzen.

Mirko Cerncic (Slowenien) ist ein sehr starker Fahrer, derzeit ich Hochform, hat auch schon einige Rennen gewonnen heuer, und diesmal ist er wieder nicht zu schlagen. Noch vor Halbdistanz gelingt ihm in einer 5-Mann-Gruppe die Flucht, und das ist der Auftakt zu einer ganzen Serie von Attacken, die Hauptgruppe zerfällt, es bilden sich mehrere Verfolgergruppen. Ich bin in der achten oder neunten oder gar nur zehnten Gruppe (weiß nicht, habe die Übersicht verloren!), und das ändert sich auch ständig, denn vorne laufen einige Gruppen zusammen, bilden sich neu, Fahrer reißen ab, werden eingeholt, reißen aus, schließen auf, ein dauerndes Hin und Her.

Ich fahre in einer 8-Mann-Gruppe, die von Runde zu Runde kleiner wird, ehe wir vorne ein paar Abgerissene einsammeln. Bei der kurzen Rundendistanz muß man aufpassen, daß man nicht überrundet wird. Das geht schneller, als einem lieb ist. Bei dreieinhalb Minuten Fahrtzeit pro Runde.

Daher wird das Rennen auch nciht langsamer, nachdem ich abgerissen bin, da wird hingehalten, gekämpft, gerackert, daß sich die Kurbeln biegen. Knapp rettet sich meine Gruppe vor der Überrundung. Hätte keinen Kilometer länger gehen dürfen. Alles in allem war´s aber eine weitere Formsteigerung, ich kann zufrieden mit dem Ergebnis sein.

Ergebnis Kategorie Master 50+: 1. Mirko Cerncic (Slowenien, Omega air) 1:03:12 (Siegerschnitt 41,3 km/h), - 2. Dusan Vidmar (Slowenien, Bambi), - 3. Janez Pirnar (Slowenien, Bambi), alle gleiche Zeit, - 4. Ljubos Car (Slowenien, NK Maribor) -0:17, - 5. Marjan Srnel (Slowenien, GS Barbariga) -0:39, - 6. Bostjan Slak (Slowenien, GS Barbariga), - 7. Eugen Plesko (Slowenien, ASTRA Lubljana), - 8. Dan Gorisek (Slowenien, Bambi), - 9. Janez Lampic (Slowenien, ASTRA Lubljana), - 10. Ales Hren (Slowenien, Adria Mobil), alle gleiche Zeit, - weiters: 32. Robert Bartonek (Österreich, RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -2:55

 

 

Sonntag, 3. April 2011: Straßenrennen in Lenart (Slowenien), 78,4 km

Rennstrecke: Lenart - Spodnja - Gradisce - Radekova - Lenart, 8 Runden á 9,8 km = 78,4 km, 45 Höhenmeter pro Runde = 360 Höhenmeter, Start 10.05

Wetter: sehr warm und mild, heiter, leichter N-Wind, 24°

Rennverlauf: In Lenart fahre ich bereits zum dritten Mal, aber zum dritten Mal auf einem anderen Kurs. Diesmal haben sie eine kleine Runde gefunden, auf schmalen, aber gut ausgebauten Nebenstraßen, hügelig und wellig, verkehrsarm. Und die Runde ist immerhin so lang, daß alle drei Masterklassen (40+, 50+ und 60+) zugleich am Kurs sind.

Die erste Runde wird neutralisiert gefahren. Nicht vom Veranstalter aus, sondern die Fahrer selber machen eine Bummelrunde. Schnitt nach der ersten Runde: gerade mal 32 km/h! Hätte mir das Aufwärmen sparen können, aber wer weiß das schon? In der zweiten Runde setzt sich dann in den Hügeln vor Gradisce  eine achtköpfige Gruppe ab, die auch in der dritten und vierten Runde ganz knapp vor dem Feld fährt, nie weiter als 20 Sekunden wegkommt. Aber aus dem Feld kommt auch kein ernsthafter Versuch, aufzuschließen.  Eine seltsame Situation, wie überhaupt der gesamte Rennverlauf höchst merkwürdig ist.

Ich merke schon, daß ich seit der Vorwoche wieder an Form zugelegt habe, die paar unrhythmischen Situationen kann ich problemlos meistern, ich fahre sicher im Feld mit, halte mich immer im ersten Drittel auf und gerate so nie in Schwierigkeiten. Zumal es auch nach vorne hin sehr gleichmäßig ist. Das ändert sich dann in der fünften Runde, da wird urplötzlich aggressiv gefahren, das Feld platzt auseinander, mehrere Fahrer setzen sich vorne ab, finden sich zu einer Gruppe zusammen, fahren zur Spitze hin, ziehen aber das Feld mit und sofort bildet sich eine neue Gruppe, 4 Mann, im Feld nimmt man die Beine hoch, und die vier sind weg - vorerst. Nach und nach kommt auch das große Feld wieder zusammen, ich war etwas außer Atem gekommen, bin aber jetzt wieder dabei. Vom ursprünglich etwa 70 Mann starken Feld sind jetzt nur mehr knapp 50 Mann übrig.

In der sechsten Runde fahre ich dann ein paar Hundert Meter hinter Mirko Cerncic, dem gestrigen Sieger, und werde da Zeuge der rennentscheidenden Situation. Der Typ hat ordentlich was auf dem Kasten bzw. in den Beinen, er fährt sitzend links außen am Feld vorbei an die Spitze, nimmt den Kopf runter und fährt so mir nichts, dir nichts - wieder sitzend - in nullkommagarnix das 250-m-Loch zur Spitze zu. Im Feld reagiert niemand.

Jetzt sind also 5 Mann vorne, in der siebenten und vorletzten Runde vergrößern die ihren Vorsprung auf über eine Minute, die Sache scheint gelaufen. Ich habe die ganzen Geplänkel vorne abgehakt, konzentriere mich jetzt darauf, im Feld eine vordere Position zuu halten, um im Finale nicht doch noch rauszufliegen. Es könnte das erste Mal heuer werden, daß ich im Feld ankomme!

Leider habe ich mich zu früh gefreut, in der Schlußrunde wird wieder sehr aggressiv und offensiv gefahren, andauernd attackiert, die Gruppe zerreißt weiter, da wird ohne Plan angegriffen, nachgefahren, weggeschwenkt, Löcher gelassen, zugefahren, ich bleibe passiv (notgedrungen) und werde nach hinten durchgereicht. Da fehlt es jedenfalls noch ganz gewaltig in den Beinen, aber bis dahin war ich mit meinem Rennen zufrieden. Vorne setzt sich Cerncic ein paar Kilometer vor dem Ziel ab und gewinnt solo - er ist im Moment wirklich der Stärkste und hat somit verdient gewonnen.

Das Feld ist weit aufgesplittert und auseinandergezogen, ich kann ganz vorne nicht mithalten. Typisch für meine "Form": so lange gleichmäßig gefahren wird, halte ich mit und überschätze mich sogar, aber sobald es zur Sache geht, bin ich weg.

Ergebnisse Master 50+: 1. Mirko Cerncic (Slowenien, Omega air) 1:59:45 (Siegerschnitt 39,6 km/h), - 2. Bojan Ropret (Slowenien, Bambi) -0:21, - 3. Marjan Srnel (Slowenien, GS Barbariga), - 4. Ljubo Car (Slowenien, NK Maribor), - 5. Janez Lampic (Slowenien, ASTRA Lubljana), alle gleiche Zeit, - 6. Ales Tajmajster (Slowenien, ASTRA Lubljana) -1:35, - 7. Janez Pirnar (Slowenien, Bambi), - 8. Joze Sipelj (Slowenien, Bambi), - 9. Dan Gorisek (Slowenien, Bambi), - 10. Marco Cuderman (Slowenien, Novo Mesto), alle gleiche Zeit, - weiters: 27. Robert Bartonek (Österreich, RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -1:54

 

 

Samstag, 9. April 2011: Straßenrennen in Celje (SLO), 72 km

Rennstrecke: Celje - Skofja vas - Ljubecna - Celje, 12 Runden á 6 km = 72 km, 15 Höhenmeter pro Runde = 180 Höhenmeter, Start 14.05 Uhr

Wetter: bedeckt, kühl, mäßiger N-Wind, 14°

Rennverlauf: So weit südlich war ich heuer noch nie. Und es ist das kälteste Wochenende bisher! Ein relativ schöner Rundkurs, führt zweimal unter der Autobahn durch, aber halt leider relativ viel Verkehr. Wir fahren gemeinsam mit der jüngeren Masterklasse (40+), nur durch 5 Minuten Startintervall getrennt, nach unseren beiden Rennen fahren dann die Master 60+ über 6 Runden (= 36 km).

Wir sind hier ca. 60 km südlich von Maribor, da kommen auch einige neue Gesichter dazu, die ich noch nicht kenne. Die Favoriten aber sind dieselben wie in den letzten Wochen auch: Mirko Cerncic (Omega air) und das ganze Bambi-Team, bei denen ist wirklich jeder für den Sieg gut.

Die einzige Steigung des Rundkurses

Da wir diesmal über 100 Fahrer am Start sind (solche Starterfelder sind ja daheim in Österreich undenkbar!), ist es wichtig, gleich vom Start weg ganz vorne zu fahren, die Straße ist durchgehend ziemlich schmal und kurvig, da ist schnell ein Loch übersehen und schon ist man weg. Hektik und Streß pur in den ersten Runden, dann ist die Spreu vom Weizen getrennt (das geht hier sehr schnell, weil das Leistungsgefälle sehr, sehr groß ist), dann fährt es sich gleichmäßiger und vor allem übersichtlicher.

Ich konzentriere mich darauf, im Feld zu bleiben, vorne zu fahren, um in den kritischen Passagen etwas Spielraum zu haben. Das gelingt in den ersten Runden sehr gut, aber als dann Tempo gemacht wird, attackiert wird, komme ich gleich wieder ins Schwimmen. Ist einerseits frustrierend, weil dieser emotionale Wechsel sehr schnell kommt. Da ist das Hochgefühl, wenn ich eine kritische Situation gemeistert habe, etwa den Anstieg oder bei einer Attacke dagegengehalten habe, aber wenn ich dann ein Loch vor mir habe, wird sofort die Schwäche schonungslos aufgedeckt. Ein paar solcher Situationen meistere ich auch, genauer gesagt nicht ich, sondern andere, von denen ich profitiere, weil sie mich wieder ans Feld führen. Nach 6 Runden (Halbzeit) ist das Hauptfeld auf knapp 30 Mann geschrumpft, und davon bin ich eindeutig einer der Schwächsten.

In der 9. Runde ist es dann soweit: Mirko Cerncic greift an, diesmal konsequenter und kompromißloser als die unzähligen Male davor, und diesmal kann ihn das Bambi-Team auch mit vereinten Kräften nicht halten. Er fährt dann dreieinhalb Runden alleine (= ca. 20 km) zum Sieg (wieder einmal!), dahinter in der Verfolgergruppe das Bambi-Team, das es mit vereinten Kräften nicht schafft, dem Solisten nahezukommen.

Das Hauptfeld ist im vorderen Drittel ziemlich aufgesplittert, es ist meist nicht klar, ob es schon einzelne Fahrer oder kleinere Gruppen sind, die da alleine fahren, oder nur ein weit aufgefächertes Feld. Das Tempo ist verdammt hoch, zu hoch für mich. Daher beschränke ich mich auch darauf, an den Hinterrädern im Feld zu bleiben, da mitzuhalten. Das gelingt auch, und ich komme hinter den Verfolgergruppen ins Ziel, mit etwas Zeitrückstand, aber im schweren Finale habe ich mich noch einmal mit einem blauen Auge aus der Affäre gezogen.

Ergebnisse Kategorie Master 50+: 1. Mirko Cerncic (Slowenien, Omega air) 1:48:15 (Siegerschnitt 39,9 km/h), - 2. Bostjan Slak (Slowenien, GS Barbariga) -0:36, - 3. Bojan Ropret (Slowenien, Bambi), - 4. Janez Pirnar (Slowenien, Bambi), - 5. Dan Gorisek (Slowenien, Bambi), - 6. Ljubo Car (Slowenien, NK Maribor), alle gleiche Zeit, - 7. Stefan Zlebic (Slowenien, Bambi) -0:51, - 8. Janez Lampic (Slowenien, Astra Ljubljana) -1:01,  - 9. Marco Cuderman (Slowenien, Novo Mesto),  - 10. Joze Sipelj (Slowenien, Bambi), alle gleiche Zeit, - weiters: 27. Robert Bartonek (Österreich, RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -2:26

 

 

Sonntag, 10. April: Straßenrennen in Celje (SLO), 72 km

Rennstrecke: Celje - Petrovce - Zalec - Gotovlje - Velika Piresica - Celje, 6 Runden á 12 km = 72 km, 35 Höhenmeter pro Runde = 210 Höhenmeter, Start 9.05 Uhr

Wetter: bedeckt, regnerisch, leichter NW-Wind, 13°

 Rennverlauf: Unfreundliches, unbeständiges Wetter, in der Nacht hat es leicht geregnet, teilweise feuchte Straße, teilweise Regenlacken. Nachdem die gestrige Runde nördlich von Celje gefahren wurde, geht es heute in den Westen, wieder zweimal unter der Autobahn durch. Wieder Nebenstraßen, wieder teilweise starker Verkehr. Dieselben Starter, derselbe Rennverlauf: anfangs bleibt das Feld zusammen, dann kommen die ersten Attacken, Cerncic bleibt diesmal ruhig, das Bambi-Team ebenfalls, denn die beäugen und kontrollieren ihn aufmerksam. Das macht natürlich Platz für andere, die ihre Chance auch nutzen.

In Velika Piresica gibt es eine langgezogene, unangenehme Steigung, weil da der Wind seitlich in die Gruppe reinfährt, mit einer Wucht, daß man den Lenker festhalten muß, sonst wird man seitlich versetzt. Natürlich wird genau da attackiert, ist ja auch eine sehr erfolgversprechende Stelle. Danach geht es mit leichtem Rückenwind größtenteils bergab ins Ziel nach Celje, etwa 4 km lang.

Schon bei Halbzeit ist eine größere Gruppe vorne, mit Cerncic und den Bambi-Fahrern,  von denen sind aber auch noch unzählige bei mir im Hauptfeld. Wie überhaupt jeder Zweite hier das Bambi-Trikot trägt. Die müssen ja Millionen Mitglieder haben. So scheint es jedenfalls.

Ich komme relativ gut durch die erste Hälfte des Rennens, als dann vorne die Gruppe weg ist, bin ich immer noch im Hauptfeld, in der 4. Runde wird dann schon vehementer nachgesetzt, es bilden sich kurzfristig immer wieder ein paar Verfolgergruppen, aber das Feld schließt immer wieder auf. Nur die Spitze vergrößert ihren Vorsprung stetig, ich weiß, der Zug ist abgefahren.

Und genauso geht das Rennen auch zu Ende. Vorne die Spitze, aus der Cerncic - wer denn sonst? - wieder einmal vor einer ganzen Armada von Bambi-Fahrern zum Sieg fliegt, dahinter ein weit auseinandergerissenes Feld. Ich kann das bis jetzt beste Ergebnis dieser Saison einfahren, bin bis auf den Hügel bei Velika Piresica ganz vorne mitgefahren, nehme mich dann ganz konsequent aus dem Wind, bleibe nur mehr an den Hinterrädern und kann so ganz vorne im Feld bis Celje kommen.

Der Zielsprint wird sehr ernst genommen, anscheinend geht es da noch um etwas, später erfahre ich aber, daß 12 Mann vorne waren, der Sprint des Feldes ist somit nur mehr für die Statistik. Dennoch, ich bin motiviert, ambitioniert, und weil ich halt zum ersten Mal heuer noch dabei bin, mache ich das Beste daraus, suche eine gute Position, bleibe bis zur Zielgeraden am Hinterrad, werde zwar ein paarmal abgedrängt, aber immer wieder geht eine Lücke auf, aber das Durchfahren kostet halt auch viel Substanz. Dann sind die letzten 300 Meter endlich da, die Zielgerade, aber ich bin mit meinen Kräften am Ende, kann gar nicht mehr sprinten, rolle nur über den Zielstreifen, aber weil das Feld so weit auseinandergezogen ist, kommen auch nicht mehr viele Fahrer vorbei. Ja, ich habe das Beste daraus gemacht, der erste Top-20-Platz heuer!

Frühe Spitzengruppe

Ergebnisse Kategorie 50+: 1. Mirko Cerncic (Slowenien, Omega air) 1:49:27 (Schnitt 39,7 km/h), - 2. Stefan Zlebic (Slowenien, Bambi), - 3. Janez Pirnar (Slowenien,Bambi), - 4. Bojan Ropret (Slowenien, Bambi), - 5. Bostjan Slak (Slowenien, GS Barbariga), - 6. Dan Gorisek (Slowenien, Bambi), - 7. Ales Hren (Slowenien, Adriamobil), - 8. Janez Lampic (Slowenien, Astra Lubljana),  - 9. Marco Cuderman (Slowenien, Novo Mesto), - 10. Ljubo Car (Slowenien, NK Maribor), alle gleiche Zeit, - weiters: 18. Robert Bartonek (Österreich, RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -1:29

 

 

Samstag, 16. April 2011: Straßenrennen in Murska Sobota (SLO), 81 km

Rennstrecke: Murska Sobota - Markisavci - Puconci - Nemcavci - Murska Sobota, 9 Runden á 9 km = 81 km, 15 Höhenmeter pro Runde = 135 Höhenmeter, Start 15.05 Uhr

Wetter: bewölkt, mild, starker NW-Wind, 22°

Rennbericht: Vom Start weg eine wilde Attacke, das Feld von etwa 80 Fahrern zerreißt völlig, findet aber wenig später wieder zusammen. Der Rest der ersten Runde wird gemeinsam absolviert, genauso wie die folgenden Runden. Dieser abrupte Beginn hat mich etwas aus dem Konzept gebracht, bei der Aufholjagd mußte ich, obwohl in einer kleinen Gruppe, dennoch bis an die Grenzen gehen. Von dem "Gemetzel" habe ich mich bis ins Ziel nicht mehr vollständig erholt!

In der 5. Runde dann eine neuerliche Tempoverschärfung, das Feld platzt auseinander, ich bin in der zweiten Gruppe. Vorne sind etwa 25 Mann, die langsam an Vorsprung gewinnen. Kaum sind die weg, wird eigentlich in beiden Gruppen nicht mehr ordentlich gefahren, dennoch wird der Abstand unmerklich größer. Bei der nächsten Zieldurchfahrt sind es 20 Sekunden. Eine Runde später 22 Sekunden.

Erst in der 7. Runde nehmen sich ein paar Fahrer ein Herz und fahren das Loch zu. Ich profitiere davon, komme so wieder an die Spitze heran, nur um dann zu merken, daß die vermeintliche Spitze nicht mehr die Spitze ist - 2 Mann haben sich still und leise aus dem Staub gemacht und führen mit über eineinhalb Minuten Vorsprung, wir sehen die beiden gar nicht mehr!

In der vorletzten Runde dann wilde Attacken, das Feld wird kleiner, ich kann aber jedesmal das drohende Damoklesschwert abwehren, kurzfristig bin ich sogar in einer 20-Mann-Gruppe vorne, aber von hinten schließt dann doch wieder eine größere Gruppe auf. Somit geht dann ein relativ großes Feld von gut 50 Mann in die Schlußrunde.

Der Rundkurs ist relativ anspruchslos, flach, die haarigsten Stellen sind die Abzweigungen, wenn die Windkante wechselt. In dieser Schlußrunde fahre ich ganz vorne, kann mich da eine gute halbe Runde lang auch halten, dann falle ich etwas zurück. Als wir aus Nemcavci rausfahren, etwa eineinhalb Kilometer vor dem Ziel, nutze ich einen kurzen Moment, in dem sie alle anscheinend kollektiv Luft holen, um ganz nach vorne zu fahren. Eine weise Entscheidung - Erfahrung macht sich halt doch bezahlt!

Unmittelbar darauf wird das Tempo angezogen, wilde Positionskämpfe setzen ein, aber vorne wird zunächst Einserreihe gefahren, gut für mich, ich halte meine Position in den Top-15, das Feld zieht sich in die Länge. Je länger ich jetzt vorne bleibe, desto weniger kommen dann im Sprint an mir vorbei, also werfe ich alle Kraft und Luft, die ich noch habe, in die Waagschale, verteidige meine Position, die 1000-m-Marke fliegt vorüber, ich hab sie übersehen, genauso wie die 500-m-Marke, dann ist es nur mehr ein wilder Kraftakt. Ich hab 50/12 aufgelegt, aber das ist mir zu hart, ich rolle eigentlich nur über den Zielstrich, bin im ersten Drittel. Vor mir war die Linie dicht und zugesperrt, ich hab in dieser Sekunde das Beste daraus gemacht. Mehr war nicht drin, aber ich hätte auch gar nicht richtig sprinten können. Erst nachher ist mir bewußt geworden: zum ersten Mal bin ich heuer bei der Entscheidung um die Preisränge hautnah dabeigewesen!

Der Sieg: wie erwartet, Cerncic, der war im Ausreißerduo dabei.

Ergebnisse Kategorie Master 50+: 1. Mirko Cerncic (Slowenien, Omega air) 1:55:50 (Siegerschnitt 42,2 km/h), - 2. Dan Gorisek (Slowenien, Bambi), gleiche Zeit, - 3. Bojan Ropret (Slowenien, Bambi) -1:02, - 4. Marjan Srnel (Slowenien, GS Barbariga), - 5. Ales Tajmajster (Slowenien, Astra Lubljana), - 6. Ales Hren (Slowenien, Adriamobil), - 7. Ljubo Car (Slowenien, NK Maribor), - 8. Rok Kolar (Slowenien, Enduro Maxis), - 9. Milos Slatinsek (Slowenien, MD Gordina), - 10. Janez Mazgan (Slowenien, MD Gordina), alle gleiche Zeit, - weiters: 15. Robert Bartonek (Österreich, RC UNION Unterguggenberger Wörgl), gleiche Zeit

 

 

Sonntag, 17. April 2010: Straßenrennen in Murska Sobota (SLO), 84 km

Rennstrecke: Murska Sobota - Nemcavci - Martjanci - Norsinci - Murska Sobota, 10 Runden á 8,4 km = 84 km, 8 Höhenmneter pro Runde = 80 Höhenmeter, Start 10.05 Uhr

Wetter: sonnig, heiß, mäßiger N-Wind, 26°

Rennverlauf: ein richtriger Sommertag, heiß, etwas ungewohnt. Aber es tut gut. Gleiches Starterfeld wie gestern. Die ersten drei Kilometer der Runde sind die letzten 3 km der gestrigen Runde. Rundkurs heute noch flacher als gestern. Aber der Rennverlauf ist viel spannender und spektakulärer. Nicht zuuletzt wegen eines Massensturzes gleich nach etwa 5 km. Irgendjemand fährt über eine dahinkollernde Trinkflasche, verreißt den Lenker, und die Kettenreaktion tut ihr übriges - Blechsalat!

Ich war nur insoferne betroffen, als ich nachfahren mußte. Habe nicht auf irgendjemanden gewartet, bin alleine, aber vorne ist nicht schnell gefahren worden, ich hatte sogar den Eindruck, die haben extra gewartet. Ich war also wieder dran und hab durch diesen Zwischenfall bestätigt bekommen, daß die Beine ganz gut funktionieren an diesem Tag.

Es ist zwar nur ein Training für mich, aber nachdem ich gemerkt habe, daß die Beine stimmen, die Form auch, möchte ich schon ein gutes Ergebnis versuchen, daher lasse ich mich auf keine Abenteuer ein. Sonst hätte ich mit irgendeiner Gruppe mitfahren können, Chancen dazu hatte ich mehrere. Aber die Gruppen sind alle weder geholt worden, die Nervosität ist merklich gestiegen.  Ich habe darauf spekuliert, daß in der ersten Hälfte keine Entscheiudng fallen wird, und danach habe ich mich an Mirko Cerncic gehalten.

Mit diesem Tip habe ich einerseits Recht behalten, andererseits aber war das ein sehr frustrierender Dämpfer. Der Typ scheint ja von Tag zu Tag noch immer stärker zu werden! Es war richtig, an seinem Hinterrad zu fahren, denn er hat ja - später dann - das Rennen auch überlegen gewonnen. Aber dennoch war es auch falsch, denn er ist seine siegbringende Attacke gefahren, gerade als ich an seinem Hinterrad war - naja, keine Auszeichnung für mich. Urplötzlich ist er - relativ langsam - an die Spitze gefahren, ich im Schlepptau, das hat ihn nicht gekümmert. Es war gleich nach Beginn der 7. Runde. Und dann fährt er - sitzend, Oberlenker, im Gegenwind mit etwa 50 km/h ganz langsam vorne aus dem Feld raus, beschleunigt - weiterhin sitzend, und von hinten ohne erkennbare Anstrengung - auf gut 55 km/h. Hätte er gar nicht brauchen, denn es war sowieso keiner mehr da. Und dann ist er am Horizont immer kleinere geworden, gesehen habe ich ihn erst wieder bei der Preisverteilung. Er hat auf den verbleibenden dreieinhalb Runden, also gut 30 km, mehr als 3 Minuten herausgefahren!

Diesen Angriff hat niemand mit einer Reaktion beantwortet, alle haben so getan, als ob nichts passiert wäre, insgeheim waren sie wohl alle froh, daß der Typ endlich weg war. Nach einer kurzen Schrecksekunde (das war die ganze Reaktion!) ist dann so bis ins Ziel gefahren worden, als würde es noch um den Sieg gehen.

Ich war bis zum Finale dabei, habe mich in den beiden letzten Runden ganz vorne eingereiht und diese Position dann mit allen Kräften verteidigt, so gut ich konnte. Bin dadurch auch in den Top-20 auf die letzten Kilometer gekommen. Zieleinlauf dann ohne Zielkurve, es war eine endlos lange Gerade, die sich ganz leicht nach rechts gebogen hat, also in den Wind rein. Ich hatte eine gute Position, zu dem Zeitpunkt auch noch Kraft in den Beinen und Luft in der Lunge, also habe ich mich links außen in Position gebracht. Das Tempo ist forciert worden, das übliche Gedränge, ich habe mit dem rechten Ellenbogen dagegengedrückt, habe mich förmlich an die Flanke des Feldes gedrückt, um dem Wind so gut wie möglich zu entgehen. Dann die 1000-m-Marke, wenig später die 500-m-Marke, da waen wir schon auf der Zielgeraden. Ein verzögertes Antreten, dann ein wilder Spurt von gut 30 Leuten, die alle Chancen auf eine Top-10-Plazierung gesehen haben. Da gab´s keine Anfahrt, nur einen brutalen Sprint mit Rohkraft.

Hab mich in den Sog dieser ersten Staffel gedrückt, bei etwa 200 Meter habe ich dann selber zu sprinten begonnen, hatte aber keine Chance mehr auf einen vorderen Platz, weil die Ersten schon zu weit weg waren. Der Sprint war für mich auch viel zu lang, denn ich war schon vor 50 m fertig, bin dann nur mehr reingerollt und da auf diesen letzten 50 Metern aber noch von 4 Leuten überholt worden (zwei rechts, zwei links). Erst auf der Ergebnisliste habe ich gesehen, wie kanpp das abgegangen ist, da war ich dann nämlich Zwölfter!

Kennt ihr den vielleicht? Ales Pagon im ehemaligen Bosch-Trikot, wo er jahrelang als Legionär gefahren ist.

Janez Lampic

Ergebnisse Kategorie Master 50+: 1. Mirko Cerncic (Slowenien, Omega air) 2:02:10 (Siegerschnitt 41,0 km/h), - 2. Bojan Ropret (Slowenien, Bambi) -3:12, - 3. Marjan Srnel (Slowenien, GS Barbariga), - 4. Ales Tajmajster (Slowenien, Astra Lubljana), - 5. Ales Hren (Slowenien, Adriamobil), - 6. Janez Mazgan (Slowenien, MD Gordina), - 7. Janez Lampic (Slowenien, Astra Lubljana), - 8. Janez Pirnar (Slowenien, Bambi), - 9. Marco Cuderman (Slowenien, Novo Mesto), - 10. Ljubo Car (Slowenien, NK Maribor), weiters: 12. Robert Bartonek (Österreich, RC UNION Unterguggenberger Wörgl), alle gleiche Zeit

 

 

Samstag, 23. April 2011: Drei Tage von Beltinci (SLO), Rundstreckenrennen in Beltinci, 77 km

Rennstrecke: Beltinci - Bratonci - Lipovci - Gancani - Beltinci, 11 Runden á 7 km = 77 km, 5 Höhenmeter pro Runde = 55 Höhenmeter, Start 16.53 Uhr

Wetter: leicht bewölkt, heiß, starker SO-Wind, 26°

Janez Lampic bei der Einschreibung

Rennverlauf: Ich habe leider schon bei der Hinfahrt starke Kopfschmerzen bekommen, die dann sehr hinderlich waren. Gestartet bin ich aber trotzdem, wir waren wieder sehr viele Starter, an die 120 Mann. Dazu die jüngere und die ältere Masterklasse mit jeweils auch über 100 Startern, und alle drei Kategorien sind wir zugleich auf diesem kurzen, flachen Rundkurs gefahren. Der helle Wahnsinn! Mit jeweils 3 Minuten Startintervall sind zuerst die jungen, dann wir und zum Abschluß die alten Klassen gestartet. Ihr könnt euch vorstellen, was das für eine durchgemischte Wurscht nach 11 Runden war! War nicht nur für die Fahrer selbst, sondern auch für die Zielrichter und vor allem für die Zuschauer sehr, sehr unübersichtlich.

Das Gute an der Strecke: zwei lange Gerade, insgesamt, glaube ich, nur 5 Kurven pro Runde. Dennoch: ich hab ja schon mal an dieser Stelle kritisch angemerkt, daß durch die großen Starterfelder das Leistungsgefälle innerhalb der Gruppe viel zu groß ist. Da sind Fahrer dabei, die keine hundert Meter geradeaus fahren können, und solche, die nicht in der Gruppe fahren können und auch solche, die von einem Tempo über 40 km/h völlig überfordert sind. Meist sind es genau die, die sich am Start ganz vorne hinstellen, um nur ja möglichst die erste Runde zu überleben. Und alle anderen haben nur ein Ziel: diese Säcke so schnell wie möglich loswerden! Daher gibt´s jeweils eine Startoffensive, der meist das halbe Feld zum Opfer fällt. Und immer erwischt´s auch ein paar der Besseren. Bis die Schwächeren durch das Feld durchgereicht werden, dauert es eine Zeit, die stehen da wirklich nur im Weg herum, und wenn der Wind auch noch mithilft, so wie hier im flachen Teil Sloweniens, ist das Gemetzel vorprogrammiert.

Es gibt eine Gesamtwertung dieser drei Tage, allerdings nicht nach Zeit, sondern nach Punkten. Bewertet werden die ersten zehn der drei Rennen mit 25-20-15-11-8-6-5-4-3-2 und 1 Punkten, sowie alle jene, die regulär ins Ziel fahren, mit jeweils 1 Punkt. Dazu gibt es noch Sprintwertungen, heute drei an der Zahl, nämlich in der 3., 6. und 8. Runde, die mit jeweils 3-2-1 Punkten gewertet werden. Alle Punkte zusammengezählt ergeben die Gesamtwertung.

In der 1. Runde geht es schon drunter und drüber, es kostet mich viel Kraft und vor allem Nerven, mich vom Mittelfeld an die Spitze unter die Top-10 zu fahren. Und in der 2. Runde ist es dann soweit: direkt hinter mit knallt es ganz fürchterlich, die Geräusche gehen unter die Haut: das metallische Krachen auf den Asphalt, dazu Schmerzensschreie. Kurzfristig bin ich in einer Spitzengruppe gefahren, ein paar Kilometer später war das Feld wieder beisammen.

Ivica Colig

Zielrichter bei der Arbeit: sehr konzentriert sehen sie nicht aus!

Immer wieder Attacken, immer wieder haben wir Fahrer anderer Kategorien eingeholt, bald hat sich keiner mehr ausgekannt, wer zu welcher Klasse gehört. Im Finale mußte ich ordentlich hinhalten, bin aber im Feld geblieben, das schnell kleiner geworden ist. Das offizielle Ergebnis, glaube ich, war ein wenig getürkt. Kann leider nicht sagen, wie das Rennen tatsächlich geendet hat. Naja, außer: im Chaos!

Ergebnis Kategorie Master 50+: 1. Janez Lampic (Slowenien, Astra Lubljana) 1:51:25 (Siegerschnitt 41,7 km/h), - 2. Mirko Cerncic (Slowenien, Omega air), - 3. Marjan Srnel (Slowenien, GS Barbariga), alle gleiche Zeit, - 4. Bostjan Slak (Slowenien,  GS Barbariga) -0:04, - 5. Janez Pirnar (Slowenien, Bambi) -0:12, - 6. Bojan Ropret (Slowenien, Bambi) -0:15, - 7. Ivica Colig (Slowenien, KK Celje), - 8. Ales Tajmajster (Slowenien, Astra Lubljana), - 9. Ljubo Car (Slowenien, NK Maribor), - 10. Zeljko Pavlic (Slowenien, Metaliacomerc), alle gleiche Zeit, - weiters: 29. Robert Bartonek (Österreich, RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -0:27

 

 

Ostersonntag, 24. April 2011: Drei Tage von Beltinci (SLO), Rundstreckenrennen um den Großen Preis von Beltinci, 75,9 km

 Rennstrecke: Beltinci - Melinci - Izakovci - Beltinci, 11 Runden á 6,9 km = 75,9 km, Start 10.05 Uhr

Wetter: heiß, schwül, starker NW-Wind, 25°

Rennverlauf: Wieder so ein kurzer Rundkurs, aber diesmal sind wir nur mehr zwei Klassen gestartet, mit 5 Min. Differenz, vermischt haben sich die beiden Gruppen dennoch. Aber das Chaos war um eine Spur geringer als am Vortag. Die Kopfschmerzen sind auch geblieben, die Moral ist weg, ich schleppe mich so von Tag zu Tag durch die Veranstaltung. Bin nicht sehr konzentriert, die Motivation ist auch im Keller.

Die Geschichte dieses Rennens ist schnell erzählt: was sich vorne abgespielt hat, hab ich nicht mitgekriegt, ich hatte alle Hände voll zu tun, um mich im Feld zu halten. Kennt ihr die Symptome, wenn man einfach nur blöde in die Landschaft schaut, während vorne angetreten wird? Und obwohl jeder Kurbeltritt Schmerzen verursacht, wartet man, bis das Loch aufgeht und will es dann zufahren, was halt nicht sehr oft gelingt. Genauso ist es mir heute ergangen. Leere Beine, vor allem leerer Kopf.

Dennoch, ich hab´s geschafft, bin im Feld geblieben, im Finale war´s dann ein paarmal haarscharf, daß ich nicht rausgeflogen wäre. Und es gab ein ganz seltsames Ergebnis: eine 15-Mann-Gruppe hat sich ein paar hundert Meter nach dem Start abgesetzt, ist die ganze Zeit auf Sichtweite vor uns herumgegondelt und hat sich letztlich ins Ziel gerettet, weil es in der Schlußrunde im Feld wieder einmal ordentlich gescheppert hat. Und wieder war ich nur knapp vor dem Sturz, bin ihm also wieder entgangen, so wie am Vortag!

Ergebnis Kategorie Master 50+: 1. Branko Novak (Slowenien, Krka Novo Mesto) 1:50:11 (Siegerschnitt 40,9 km/h), - 2. Andrej Sajovec (Slowenien, Bambi), - 3. Franc Skerlj (Slowenien, KK Celje), - 4. Ljubo Car (Slowenien, NK Maribor), - 5. Zeljko Pavlic (Slowenien, Metaliacomerc), - 6. Dan Gorisek (Slowenien, Bambi), - 7. Dragan Dostancic (Slowenien, BK Borac V& b Company), - 8. Eugen Plesko (Slowenien, Bambi), - 9. Boris Fabjan (Slowenien, KK Castra), - 10. Ivan Skof (Slowenien, SD Sentjost), alle gleiche Zeit, - weiters: 36. Robert Bartonek (Österreich, RC UNION Unterguggenberger Wörgl), -0:39

Zwischenstand in der Gesamtwertung: 1. Branko Novak (Slowenien, Krka Novo Mesto) 31 Punkte, - 2. Mirko Cerncic (Slowenien, Omega air) 28, -  3. Janez Lampic (Slowenien, Astra Lubljana) 27, - 4. Andrej Sajovec (Slowenien, Bambi) 24, - 5. Franc Skerlj (Slowenien, KK Celje) 20, - 6. Marjan Srnal (Slowenien, GS Barbariga) 19, - 7. Ljubo Car (Slowenien, NK Maribor) 17, - 8. Bojan Ropret (Slowenien, Bambi) 14, - 9. Bostjan Slak (Slowenien, GS Barbariga) 14, - 10. Zeljko Pavlic (Slowenien, Metaliacomerc) 13, - weiters: 35. Robert Bartonek (Österreich, RC UNION Unterguggenberger Wörg

 

 

Ostermontag, 25. April 2011: Drei Tage von Beltinci (SLO), Straßenrennen in Beltinci, 90,5 km

Rennstrecke: Beltinci - Gancani -Renkovci - Turnisce - Gomilica - Lipa - Beltinci, 5 Runden á 18,5 km = 90,5 km, 15 Höhenmeter pro Runde = 75 Höhenmeter, Start 10.05 Uhr

Wetter: leicht bewölkt, kühler als zuletzt, mäßiger N-Wind, 19°

Rennverlauf: Der Schlußtag heute also, die Kopfschmerzen sind nicht weg, im Gegenteil, heute so stark wie schon lange nicht mehr. In den letzten Tagen habe ich viel getrunken, mehr konnte ich hier auch nicht machen, und viel geschlafen. Bin sehr müde. Eisenmangel?? Die heutige lange Runde, auch ziemlich flach, führt durch mehrere Ortschaften, breite Straße, aber Nebenstraßen, wenig Verkehr. Sonst das übliche, groß0es Starterfeld, viel Chaos, Hektik und Unruhe.

In der Hektik und Streß des Rennens vergesse ich die Kopfschmerzen bald. Branko Novak (Novo Mesto), der gestrige Sieger, führt knapp vor Mirko Cerncic, dem Zweiten des ersten Tages. Und das ist auch der Zweikampf des heutigen dritten und letzten Tages. Es geht um den Gesamtsieg, und da ja auch die Sprintwertungen zählen, sind die auch ziemlich heiß umkämpft. In der zweiten und vierten Runde gibt´s zwei Wertungen, und wie´s der Teufel haben will, sind da jeweils Ausreißergruppen vorne, die sich die Punkte holen. Die beiden Anwärter auf den Gesamtsieg gehen leer aus. Und damit sind - theoretisch - noch gut 20 andere Fahrer in der Lage, rein rechnerisch diese Wertung zu gewinnen. Dementsprechend offen ist das Rennen, dementsprechend leicht fällt es mir, mich unauffällig im Hintergrund zu halten und einfach nur mitzurollen. Immer wieder wird attackiert, vorne ist es ziemlich unruhig, immer wieder wird gekontert, nachgefahren, gleich wieder angetreten, andauernd gibt´s irgendwelche Spitzenreiter.

Nach gut 2 Stunden kommt es dann - eigentlich unerwartet - zum Massensprint. Der einzige Moment, in dem ich alle meine Kräfte und Energien in die Waagschale werfe, mir bei der Anfahrt schon erine gute Position hole und diese dann zu verteidigen versuche. Leider geht das gar nicht gut, ich werde ein paarmal aus der Staffel rausgedrängt, kann mich aber immer wieder kräfteraubend zurückfahren. Dann wird der Sprint angetreten, das Feld fächert über die ganze Straßenbreite auseinander, da wird noch einmal mit Händen, Ellbogen, Schultern und viel Geschrei um jeden Zentimeter gekämpft, und etwa bei 70 Meter geht urplötzlich direkt vor mir ein Loch auf, durch das ich gerade noch hindurchschlüpfen kann. Leider kam das so plötzlich und unerwartet und zu knapp vor dem Zielstrich, mehr habe ich daraus einfach nicht mehr machen können. So wurde es Platz 14 anstatt irgendwas jenseits der top-20.

Gewonnen hat Mirko Cerncic, der damit alles klar machte in der Gesamtwertung. Der Sieg reicht zum Gesamtsieg. Ich bin mit meiner Leistung in diesen drei Tagen zufrieden, es war ein neuerlicher Formanstieg und ein Schritt nach vorne. Kein einziges Mal bin ich abgehängt worden, jetzt hat sich endlich das harte und umfangreiche Training ausgezahlt.

Ergebnisse Kategorie Master 50+: 1. Mirko Cerncic (Slowenien, Omega air) 2:12:29 (Siegerschnitt 40,7 km/h), - 2. Eugen Plesko (Slowenien, Bambi), - 3. Marjan Srnel (Slowenien, GS Barbariga), - 4. Bojan Ropret (Slowenien, Bambi), - 5. Branko Novak (Slowenien, Krka Novo Mesto), - 6. Ales Hren (Slowenien, Adriamobil), - 7. Janez Lampic (Slowenien, Astra Lubljana), - 8. Ales Tajmajster (Slowenien, Astra Lubljana), - 9. Ljubo Car (Slowenien, NK Maribor), - 10. Ivan Skof (Slowenien, SD Sentjost), - weiters: 14. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl), alle gleiche Zeit

Endstand in der Gesamtwertung: 1. Mirko Cerncic (Slowenien, Omega air) 54 Punkte, - 2. Branko Novak (Slowenien, Krka Novo Mesto) 40, - 3. Marjan Srnel (Slowenien, GS Barbariga) 37, - 4.  Janez Lampic (Slowenien, Astra Lubljana) 32, - 5. Eugen Plesko (Slowenien, Bambi) 29, - 6. Bojan Ropret (Slowenien, Bambi) 26, - 7.Andrej Sajovec (Slkowenien, Bambi) 25, - 8. Franc Skerlj (Slowenien, KK Celje) 21, - 9. Ljubo Car (Sowenien, NK Maribor) 20, - 10. Zeljko Pavlic (Slowenien, Metaliacomerc) 17, - weiters: 21. Robert Bartonek (Österreich, RC UNION Unterguggenberger Wörgl) 3

 

 

Samstag, 30. April 2011: Straßenrennen in Stara Nova vas, 73,5 km

Rennstrecke: Stara Nova vas - Verzej - Borezi - Krizevci - Iljasevi - Stara Nova vas, 7 Runden á 10,5 km = 73,5 km, 6 Höhenmeter pro Runde = 42 Höhenmeter, Start 13.02 Uhr

Wetter: strömender Regen, böiger NO- bis O-Wind, 12-13°

Rennverlauf: Es ist sehr schwer, beiu diesem Wetter die Motivation zu finden. Es regnet, genaugenommen geht gerade beim Start ein wahrer Wolkenbruch auf uns nieder. Wieder sind alle drei Masterkategorien zugleich am Kurs, aber es wird verkürzt: in jeder Klasse werden 2 Runden gestrichen, daher fahren die Master 40+ nur mehr 8 Runden, wir 7 Runden und die Alten 6 Runden.

Nach ein paar Angriffen im Regen setzen sich drei Mann in der 4. Runde ab und holen über eine Minute Vorsprung raus. Eine ebenfalls dreiköpfige Verfolgergruppe findet eine Runde später Anschluß, das Feld dahinter ist wieder etwas nähergekommen, fährt das Loch aber nicht zu. In der sechsten und vorletzten Runde fährt eine Gruppe unter dem Tempodiktat des Bambi-Teams nach, doch vor allem Novo Mesto und Adriamobil werfen alle Kräfte in die Verfolgung und können tatsächlich wenig später aufschließen. Das Feld verhält sich ruhig, erst in der Schlußrunde setzt sich dann Mirko Cerncic an die Spitze des Feldes und fährt im Alleingang zur Spitze vor, zieht das Feld im Schlepptau hinter sich her.

Für mcih als Brillenträger ist es wie erwartet schwer, weil ich meist vom Hinterrad zu weit weg bin und daherr im Wind stehe. Wenige Kilometer vor dem Ziel bin auch ich wieder im Rennen, Feld geschlossen 3 km vor dem Ziel.

Durch das hohe Tempo der Verfolgung sind wir relativ schnell unterwegs, und wegen der Nähe zum Zielstrich setzen auch gleich die Positionskämpfe ein. Das Feld ist sehr langgezogen, im letzten Drittel muß man schon gegen das Abreißen ankämpfen. Ich bin ungefähr in der Mitte, gut eingebaut, arbeite mich langsam nach vorne. Im Zielort Stara Nova vas fahren wir in der letzten Runde links in den Ort hinein, diese Abzweigung ist auch gleichzeitig die Zielkurve, etwa 300 Meter vor dem Zielstrich. Da die Zielgerade ziemlichn lang ist, was für mich sehr ungünstig ist, entschließe ich mich, unmittelbar vor der Zielkurve rechts außen nach vorne zu fahren.

Gesagt, getan. Die Zielkurve kommt, ich trete an, schieße nach vor. Gerade als ich mich nach vorne arbeite, schert vorne ein Bambi-Fahrer rechts weg und macht mir sozusagen die Linie zu. Keine Absicht, und normalerweise wäre ja auch genug Platz vorhanden gewesen, aber da hat irgendein Hausbesitzer ausgerechnet heute sienen Frühjahrsputz machen müssen, hat seine Obstbäume geschnitten und den Abfall direkt vor seinem Haus auf die Straße geworfen, und das ist halt leider genau in besagter Zielkurve gewesen. Direkt in der Kurve nimmt ein Haufen geschnitter Äste und Strauchwerk gut 2 Meter Asphalt weg.

Ich muß voll auf die Bremsen gehen, das Hinterrad droht mir auszubrechen. Ich weiß aber, daß ich´s noch aussteuern kann, aber nach einer Schrecksekunde nehme ich die Beine hoch und lasse es ausrollen. Es ist vorbei.

Ergebnisse Kategorie Master 50+: 1. Mirko Cerncic (Slowenien, Omega air) 1:57:55 (Siegerschnitt 38,0 km/h), - 2.Marjan Srnel (Slowenien, GS Barbariga),  - 3. Ales Hren (Slowenien, Adriamobil), - 4. Ljubo Car (Slowenen, NK Maribor), - 5. Janez Lampic (Slowenien, Astra Lubljana), - 6. Dusan Vidmar (Slowenin, Bambi), - 7. Bojan Ropret (Slowenien, Bambi), - 8. Zeljko Pavlic (Slowenien, Metaliacomerc), - 9. Ales Tajmajster (Slowenien, Astra Lubljana), - 10. Bostjan Slak (Slowenien, GS Barbariga), - weiters: 17. Robert Bartonek (Österreich, RC UNION Unterguggenberger Wörgl), alle gleiche Zeit

 

Sonntag, 1. Mai 2011: Neusiedler-See-Radmarathon in Mörbisch, 128,3 km

Rennstrecke: Mörbisch - Klingenbach - Sopron - Balf - Fertöboz - Hidegseg - Fewrtöhomok - Fertöszeplak - Fertöd - Pamhagen - Apetlon - Illmnitz - Podersdorf/See - Weiden/See - Neusiedl/See - Jois - Winden/See - Breitenbrunn - POurbach/See - Donnerskirchen - Oggau - Rust - Mörbisch, 128,3 km, 325 Höhenmeter, Start 10 Uhr

Wetter: anfangs bedeckt, dann leicht sonnig, später wieder bewölkt, anfangs leichter O-Wind, später starker O- bis NO-Wind, 14-19°

Othmar Peer interviewt vor dem Start den zweifachen Österreich-Rundfahrtsieger Gerrit Glomser

Rennverlauf: Das für mích wichtigste Rennen in der bisherigen Saison. Ich will wissen, wo genau ich jetzt nach zwei Monaten intensivem Training stehe. Ih muß wohl oder übel die 10.- € Bonus zahlen, um am Start ganz vorne stehen zu dürfen, denn die beiden Steigungen gleich nach dem Start entscheiden dieses Rennen. Es ist ein Keuchen und Röcheln, Ketten knarren und quietschen, rasseln und ächzen unter der Belastung, mit der sie über den Zahlkranz malträtiert werden. Unglaublich langgezogen ist die Kette der Fahrer, wie sie da ausgangs des Ortes den Berg, der hier an siener steilsten Stelle sicherlich 16 % aufweist, sich hochwuchten. Ich habe die 10.- € Extrastartgeld bezahlen müssen, um ganz vorne im ersten Startblock zu stehen. Andernfalls hat man keinerlei Chancen. Bis zum Ortsende, dem steilsten Stück des Anstiegs, sind pausenlos welche an mir vorbeigefahren, jetzt, im flacheren Teil, muß ich mir so viele Positionen wie nur irgend möglich, zurückholen. Das funktioniert. Ich bin den ersten Teil nicht ganz voll gefahren, kann jetzt zulegen und springe an Fahrer um Fahrer vorbei, immer weiter nach vorne. Aber jetzt sind schon die ersten Löcher in dieser langen Einserreihe, immer wiedre muß ich welche zufahren. Kein Verschnaufen möglich. Es gibt keine Pause. Der Puls ist vorher bei 186 steckengeblieben, jetzt steigt er wieder stetig weiter. Über die Kuppedann geht´s auf etrem schmaler Gasse im Wald bergab,Sicht Null. Blindflug. Kaum Platz, um überholen zu können. Mit 50/13 komme ich schließlich immer weiter nach vorne, dann geht´s aus dem Wald raus, und zum erstenmal kann ich die Spitze sehen. Aber bis dahin ist es noch ein gehöriges Stück, und ich weiß aus den vergangenen Jahren, daß das beinahe unmöglich ist. Ich muß mich mal an die Spitze meiner Gruppe durchringen. Bergab, schnurgerade. 62 km/h mit dem Wind schräg im Rücken.

Der lange Anstieg gleich nach dem Start

Kurve, und schon beginnt die nächste Steigung, wieder so eine lange, mit endlos langen Geraden, ich bemühe mich, unten schon in die Gruppe reinzukommen. Platz um Platz schiebe ich mich vorbei, mal rechts, dann wieder links. Viel zu langsam geht das alles. In der Zwischenzeit gewinnt die Spitze Meter um Meter. So verrückt es auch klingt, aber diese ersten 12 km sind die mit Abstand schwersten des Rennens. Ich bin jetzt in der zweiten Gruppe, die ist langgezogen, reißt schon an manchen Stellen. Und immer wieder mache ich noch ein Loch zu. Ganz kurze Abfahrt nach Klingenbach, Linkskurve, und schon geht´s hinein die nächste Steigung hinauf zum Grenzübergang. Keine 4 %, aber die muß man mal mit dem großen Blatt fahren, 51/17 und 19. Ich sehe die Spitze vor mir, ich bin näher herangekommen. Aber jetzt ist auch gleich die letzte Kuppe passiert, dann der Grenzübergang, und dann geht´s lange bergab. Dort gibvt´s keine Chance mehr, heranzufahren.

Es ist der längste Sprint dieser Saison bisher, ein verrückter, aber mir bleibt keine Wahl. Zentimeter um Zentimeter komme ich näher. Der Puls liegt mittlerweile bei 194. Es wundert mch, daß ich überhaupt noch so hoch hinaufkomme. Die Zeit wird immer knapper, mit 51/15 ist es ein Sprint auf Leben und Tod über die Kuppe. Und der Zeiger fällt auf das Leben. Genau beim Grenzübertritt bin ich wieder in der Gruppe drin.

Ich kann´s nicht fassen, daß ich noch lebe. Ich drehe mich um, hinter mir ein Riesenloch, ganz weit hinten sind vereinzelt ein paar genauso armselige Fahrer zu erkennen. Nicht und nicht kann ich mich beruhigen, und eine Viertelstunde später liegt der Puls bei 161. Von hinten kommt niemand mehr. Es geht bergab. 51/12 und 13, 72 km/h.

Ein paar Kilometer und Ortschaften weiter ist es Gewißheit: ich bin in der Spitzengruppe. Von hinten kommt nichts mehr - wenigstens im Moment. Die wilde Jagd geht dahin, ich erfange mich kaum mehr, obwohl ich nur hinten dranhänge. Wir sind etwa 50 Mann, der Vorsprung wächst und wächst. Ich weiß leider nicht, wie groß er ist, wie knapp hinter uns die Verfolger sind. Dann haben wir die Grenze erreicht, es geht wieder rüber nach Österreich. Hohes Tempo, es wird jetzt wärmer und windiger. Die Sonne kommt durch, und es wird angenehm warm. Viele der Fahrer kenne ich gar nicht, es sind auffallend viele Tschechen und Ungarn dabei.

Die wilde Jagd geht weiter, hinauf nach Neusiedl, im Gegenwind dem Neusiedler See entlang. Ich esse und trinke, nur jetzt ja keine Schwäche riskieren. Aber im großen und ganzen bin ich relativ sicher in dieser Gruppe drin, komme nie in ernste Gefahr, abreißen lassen zu müssen. Durch Neusiedl geht res dann auf einen kleinen Hügel rauf nach Jois, jetzt fahren wir mit dem Wind im Rücken. Hohes Tempo, um die 50 km/h. Obwohl es bisher ja auch nicht gerade langsam war, wir sind insgesamt sehr schnell unterwegs, werden wohl so um die 3 Stunden brauchen, vielleicht sogar darunter.

Doch dann kommt das Ende schnell und unspektakulär. Breitenbrunn, Verpflegungsstelle, nach ca. 100 km: ein langgezogener Anstieg in der Ortschaft, knapp 400 Meter lang, und da knallen sie rein, daß mir das Blut in den Ohren rauscht. Und wie mit einem Donnerschlag sind die Beine leer, völlig leer. Wie verkrampft und verspannt, nichts geht mehr, ich krieg sie einfach nicht mehr rum. Naja, sowas muß man akzeptieren, da hilft nichts. Ich nehme also die Beine hoch, wuchte mich irgendwie über die Kuppe drüber, die Gruppe ist natürlich weg. Ich versuche ein paar Meter gleichmäßig zu fahren und dann ganz langsam zu beschleunigen, das geht ganz gut.

Anstieg in Breitenbrunn

Irgendwie Scheiße, ausgerechnet jetzt, wo der leichte Teil im Rückenwind kommt. Ich fahre schneller, 30 km/h, 35, 40, es geht ganz leicht. Verdammt, warum bin ich abgerissen??? Ich mache mich klein und fahre, alleine, mutterseelenalleine auf der Bundesstraße Richtung Eisenstadt, so zwischen 38 und 40 Sachen. Nächste Ortschaft, eine lange stehende Autokolonne, ich schere aus, überhole links am Mittelstreifen. Gut 50 Autos, die da in einer Kolonne stehen, vorne angekommen, liegen zweiu Radfahrer auf der Straße, ein dritter steigt gerade wieder in den Sattel. Ich fahre NICHT mit, lasse mich auf keine Experimente mehr ein, bin froh, daß ich so alleine halbwegs fahren kann.

Egal, ich fahre, ich darf jetzt nicht zu langsam werden, hoffentlich kann ich mich vor der nächsten Gruppe ins Ziel retten.  Ich weiß ja nicht, wie weit die hinten sind. Also Kopf runter und rein in die Pedale. Gottseidank geht das ziemlich gut, ich komme bis zur Abzweigung nach Mörbisch, jetzt sind es noch knappe 14 km.

Ich versuche mir die Kräfte einzuteilen, so gut es geht, aber die Beine werden zusehends leerer. Es geht durch Oggau, durch Rust, die Straße steigt leicht, hinten nichts zu sehen.

Doch dann der Schock: 5 km vor demZiel drehe ich mich um und sehe hinter mir, relativ knapp, eine kleine Gruppe, 4 bis 6 Mann, tief geduckt, über den Lenker gebeugt, sie wehcseln sich schnell ab, rasen heran. Was die können, kann ich schon lange. Also mache ich mch auch klein, und damit beginnt eine der spekulären Verfolgungsjsagden. Ich fahre jetz 42 bis 43 km/h, aber eigentlich sträubt sich alles in mir, will einfach nur aufhören. Der Vorsprung schmilzt, aber so knapp vor dem Ziel gebe ich auch nicht klein bei. Nicht, solange ich noch zwei Beine habe und ein Herz, das manchmal schlägt. Mörbisch will und will einfach nicht hinter der nächsten Kurve auftauchen.

Ich habe knappe 150 Meter Vorsprung, als wir die Ortstsafel erreichen. Hin zur Kreuzung, links runter, es geht bergab, nach 150 Metern wieder scharf nach rechts, geradeaus 200 Meter ins Ziel. Ich hab´s geschafft! Um 12 Sekunden bleibe ich vor dieser Gruppe, die von Alfred Lechnitz (RC Schnecke) angeführt wird.

Erst so nach und nach erfahre ich, daß ein Fahrer meiner Altersklasse vorne in der ersten Gruppe drinnen war, auf die ich achteinhalb Minuten verloren habe!

Siegerehrung (von links): Hörtnagl, ich, Ottino (Sieger Altersklasse) und Sprecher Othmar Peer

Ergebnisse Tageswertung: 1. Juri Mikulasek (Tschechien, Mikulasek-Geox) 3:01:42 (Siegerschnitt 41,9 km/h), - 2. Günter Baringer (RC Nora-Racing Team Wien), - 3. Andreas Legler (RC PSK Mobil Denzel Wien), - 4. Andreas Wagner (Berufsfeuerwehr Triathlon Wien), - 5. Andreas Führer, - 6. Raphael Loidolt (Bernhard Kohl Racingteam), - 7. Matthias Lumplecker (Light Bikes-Racingtream), - 8. Kutacs Zsolt (Ungarn, Aegon Cycling Team), - 9. Wolfgang Eibeck (RC ÖAMTC ASVÖ Tulln), - 10. Wolfgang Marcher, alle gleiche Zeit, - weiters: 44. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -9:16

Ergebnisse Alterswertund Kategorie 50+: 1. Josef Ottino (SC Maishofen) 3:01:51 (Siegerschnitt 41,9 km/h), - 2. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -9:07, - 3. Peter Goluszka (RC ARBÖ Tretstrom Wien) -10:47, - 4. Michael Doujak (Sport am Wörthersee) , - 5. Karl Bubenicek (RC sunpor St.Pölten), alle gleiche Zeit, - 6. Thomas Hummer (RC Mauer) -10:52, - 7. Zsolt Erb (Ungarn, Pecski Juniorke), gleiche Zeit, - 8. Gerhard Hoi (ARBÖ ASKÖRLMOmya Villach) -10:54, - 9. Peter Six (RC Judendorf/Straßengel) -10:56, - 10. Karl Broschek (Bobby´s Sport Shop) gleiche Zeit

 

Sonntag, 8. Mai 2011: Straßenrennen in Ljutomer, 61 km

Rennstrecke: Ljutomer - Norsinci - Babinci - Cven - Ljutomer, 10 Runden á 6,1 km = 61 km

Wetter: leicht bewölkt, starker NW-Wind, 21°

Rennverlauf: Aus einer relativ schwachen Beteiigung kann ich kaum einen Nutzen ziehe, bin ich doch nach der gestrigen Sportlerehrung in Wörgl noch ziemlich k.o. Habe in der Nacht kaum geschlafen, dementsprechend gähnend stehe ich hier am Start. Nur 45 Starter, am selben Wochenende finden auch zwei Kriterien in Laibach statt. Der Rundkurs ist flach, aber kurvig und schmal.

Das Feld zieht sich vom Start weg in die Länge, ich kämpfe drei oder vier Runden lang verzweifelt gegen ein Abreißen, aber dann ist es soweit: ich war von Anfang an zu schnell nach hinten durchgereicht wordenund bin dann einfach nicht mehr nach vor gekommen. Und dann waren auch schon die ersten Löcher da, meine Enttäuschung und mein Frust sind von Kilometer zu Kilometer gestiegen.

Hab´s dfann einfach nur als Training genommen und bin stoisch die Kilometer fertiggefahren. Dann ist´s sogar noch was weitergegangen, wir sind nämlich gleichmäßig schnell gefahren. Sicher, der Abstand sowohl nach vorne als auch nach hinten ist gewachsen.

In der Schlußrunde gab´s dann auch noch einen Sturz in meiner Gruppe, sowas von unnötig! Da sind wir 5-6 Minuten hinter der Spitze, und die Idioten fahren sich gegenseitig in den Graben!

Die Spitzengruppe, anfangs 12 Mann stark, ist auch immer kleiner geworden, die meisten von denen, die zurückgefallen sind, haben wir dann aufgelesen. Am Ende sind vorne 7 Mann um den Sieg gesprintet, gewonnen hat Janez Mazpan. Und ich bin in der Verfolgergruppe an der 14. Stelle ins Ziel gerollt.

Ergebnisse: 1. Janez Mazpan (Slowenien, MD Gordina) 1:29:16 (Siegerschnitt 40,4 km/h), - 2. Srecko Kump (Slowenien, Klub Polet), - 3. Mirko Markao (Slowenien, MD Gordina), - 4. Ljubo Car (Slowenien, NK Maribor), - 5. Kolar Rok (Slowenien, KK Lendava), - 6. Matej Juraz (Slowenien, NK Maribor), - 7. Miram Silec (Slowenien, KK Celje), alle gleiche Zeit, - 8. Dan Gorisek (Slowenien, Bambi) -5:25, - 9. Eugen Plesko (Slowenien, Bambi), - 10. Jovan Simkic (Slowenien, NK Maribor), - 14. Robert Bartonek (Österreich, RC UNION Unterguggenberger Wörgl), alle gleiche Zeit

 

Samstag, 14. Mai 2011: Straßenrennen in Lendava, 96 km

Rennstrecke: Lendavske gorice - Centiba - Dolina - Pince - Benica - Petisovci - Tri Mlini - Lendavske gorice, 6 Runden á 16 km = 96 km, 25 Höhenmeter pro Runde = 150 Höhenmeter, Start 15.05 Uhr

Wetter: sonnig, leicht beöwlkt, ganz leichter N-Wind, 21°

Rennverlauf: Endlich wieder einmal ein langes Rennen, ich bin ganz froh darüber. Leider wird aus der Distanz nichts gemacht, die ersten beiden Runden bummeln wir nur durch die Landschaft. Da reißt kein einziger ab. Dann érst wird ganz langsam zur Sache gegangen, die Favoriten tasten sich ab, und in der Phase setzen sich vier Mann ab, aus vier Vereinen, niemand fährt nach. Ihr Vorsprung wächst, und bald schon sind sie außer Sicht.

Wieder entscheidet ein stümperhafter Anfänger-Fehler das Rennen, die Spitze wird nicht mehr geholt. Im Ziel entscheidet dann ein langer Sprint über den Sieg, und Andrej Isak holt sich seinen ersten Saisonsieg.

#in den letzten Runden wird aus dem Feld einige Male versucht, zögerlich zwar, aber immerhin, auszureißen, aber die anderen setzen immer gleich nach und ersticken jede Initiative gleich im Keim. Dadurch wird unrhythmisch gefahren, unruhig, nervös, das macht es mir nicht ganz leicht, mich da zurechtzufinden. Der Sprint selber wird auch zwei-, dreimal angetreten, ich bin sehr früh schon geschlagen und nehme die Beine hoch. Dennoch rolle ich auf dem 21. Platz durchs Ziel.

Der leicht wellige Kurs hat mir keine Probleme bereitet, und aus den vielen Attacken habe ich mich rausgehalten. Ich bin einfach noch nicht so weit, daß ich da aktiv mitfahren könnte. Auf der Heimfahrt hat dann das operierte rechte Knie wieder ziemlich zu schmerzen begonnen.

Ergebnisse Altersklasse Master 50+: 1. Andrej Isak (Slowenien, MD Gordina) 2:25:11 (Siegerschnitt 39,8 km/h), - 2. Tomaz Andric (Slowenien, KK Celje), - 3. Matjaz Smovnik (Slowenien, TB Lenart), - 4. Janez Lampic (Slowenien, Astra Lubljana), - 5. Dan Gorisek (Slowenien, Bambi), - 6. Ales Hren (Slowenien, Adria Mobili), - 7. Ljubo Car (Slowenien, NK Maribor), alle gleiche Zeit, - 8. Ales Tajmajster (Slowenien, Astra Lubljana), -3:12, - 9. Eugen Plesko (Slowenien, Bambi), - 10. Ivan Mlaker (Slowenien,TB Lenart), - weiters: 21. Robert Bartonek (Österreich, RC UNION Unterguggenberger Wörgl), gleiche Zeit

 

Sonntag, 15. Mai 2011: Straßenrennen in Tisina (SLO), 58 km

Rennstrecke: Tisina - Vanca vas - Rankovci - Tropovci - Tisina, 10 Runden á 5,8 km = 58 km, Start 10.03 Uhr

Wetter: sonnig, aber kühler als zuletzt, leichter N-Wind, 20°

Rennverlauf: heute bin ich wie ausgewechselt gefahren. Auf dem flachen Rundkurs  ist es mir ganz ordentlich gelaufen, ich konnte eingangs ein paarmal bei Attacken sogar mitspringen, aber auch nicht permanent.  Das wäre auf Dauer nicht gutgegangen. Aber ich war dabei, als sich das Feld geteilt hat, zwar ist die hintere Gruppe jeweils nach ein paar Kilometer wieder herangefahren, aber es hat das Selbstvertrauen schon ganz ordentlich gestärkt, daß ich da vorne war.

Aber wie´s halt so oft kommt: man fühlt sich gut und stark, fährt aktiv mit, und mit einem Mal, patsch, ist eine Gruppe entwischt, und die fährt dann um den Sieg. So passiert in der 8. Runde, und das war dann auch schon die Entscheidung, da ist niemand mehr rangekommen. 6 Mann sprinten um den Sieg, ich bin in der Verfolgergruppe dahinter angekommen, die aber auf den letzten Kilometern gar nichts mehr gefahren ist. Da haben alle schon auf den Sprint gewartet. Janus Voduzek gewinnt dieses Rennen, ich hab noch nie was von ihm gehört. Naja.

Ergebnisse Master 50+: 1. Januz Voduzek (Slowenien, KK Celje) 1:25:55 (Siegerschnitt 40,2 km/h), 2. Robert Sumah (Slowenien, NK Maribor), - 3. Jernej Orlncik (Slowenien, NK Maribor), - 4. Marko Jamnikar (Slowenien, Astra Lubljana), alle gleiche Zeit, - 5. Ales Hren (Slowenien, Adria Mobil) -1:32, - 6. Ales Tajmajster (Slowenien, Lubljana), gleiche Zeit, - 7. Roman Kralj (Slowenien, TB Lenart), - 8. Bostjan Slak (Slowenien, GS Barbariga) , - 9. Vinko Rutnik (Slowenien, NK Maribor), - 10. Petar Sprogar (Slowenien, MD Gordina), - weiters: 13. Robert Bartonek (Österreich, RC UNION Unterguggenberger Wörgl) - 1:56

 

Samstag, 21. Mai 2011: Bergzeitfahren Scheibbs - Blassenstein, 4,8 km

Rennstrecke: Scheibbs, Kirchenplatz - Blassenstein, 4,8 km, 502 Höhenmeter, Start 13.05 Uhr

Wetter: sonnig, heiß, leichter S-Wind, 25°

Scheibbs

Blick vom Blassenstein runter auf Scheibbs

Rennverlauf: Ich habe diesmal die Startnummer 5, gehe also als einer der ersten Fahrer ins Rennen. Vor mir der Maierhofer Stefan, der später dann Tageybestzeit fahren sollte. Und hinter mir ist auch niemand in Sichtweite gekommen. Bin also alleine gefahren, ohne irgendjemanden zu sehen, sozusagen im Niemandsland, im Vakuum. Hab mit 50/19 begonnen, dann kleines Blatt und bin zügig hochgefahren. War am ersten Kilometer ganz gut unterwegs, eigentlich planmäßig.

Der Unterschied zwischen einem Bergrennen (Massenstart) und einem Bergzeitfahren: alleine unterwegs ist es ganz wichtig, eine gleichbleibende Frequenz zu fahren, d.h. vor allem in den Geländeübergängen nicht drüberwürgen, sondern richtig schalten. Und immer am Limit fahren. Okay, das ist schwer, weil man sehr schnell mit der Drehzahl zu kommen kann und sich dabei übernimmt, in den anaeroben Bereich gerät und dort drinnen dann elendiglich umkommt.

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Pirz am Start

Im Wald ist es kühl, aber auch steil, bis zu 16 %, und immer wieder kleinere Geländeübergänge, ich merke, daß ich mit 34/21 zu hart trete, und entscheide mich dann für 34/23, aber dabei verliere ich unmerklich am Drehmoment. Ich merke es schnell, habe aber nur die Wahl, aufs 21 zurückzugehen, und schon der Gedanke an die Qual der harten Übersetzung läßt mich die Entscheidung treffen, auf 23 zu bleiben. Jeder Kilometer ist auf der Straße angezeichnet, und ich beginne meine Endzeit hochzurechnen. Ich komme auf eine tolle Zeit unter 20 Min, dabei habe ich auch noch den vorletzten relativ flachen Kilometer vor mir. Aber es kommt alles anders.

Noch 2 km, rein in die Rechtskurve, an einem Holzstoß vorbei, eine langgezogene Kuppe, und ich bin am vorletzten Kilometer. Es wird deutlich flacher, nur mehr 6-8 %, raus aus dem Wald, herrliches Panorama, für das ich jetzt aber keinen Blick habe. Und hier merke ich auch, daß die Frequenz nicht mehr paßt, ich beginne abzufallen, zu schwächeln. Also bewußt mehr Energie in die Pedale, und sofort bin ich am Limit. Vorsichtig wieder zurück. Scheiße. Es gibt eben kein Bergzeitfahren, bei dem man sich nicht plagen braucht. Irgendwann ist es soweit, daß man ans Limit gehen muß bzw. auch darüber hinaus. Ich rette mich noch über das Flüchstück drüber, dann geht´s wieder in den Wald rein, noch warten 1,2 km bis zum Ziel.

Das Flachstück bin ich mit 34/19 gefahren, jetzt gehe ich wieder aufs 21er rauf, gleich darauf bin ich wieder am 23er. Jetzt das absolut steilste Stück des ganzen Anstiegs, 16 %. Sieht flach aus, weil´s schnurgerade hochgeht, "a mighty false flat", wie die Amerikaner sagen würden. Richtig, ich hab mich vorher nicht getäuscht, jetzt bin ich am Limit angelangt, muß Tempo zurücknehmen, die Frequenz sinkt sowieso, der ganze Bewegungsablauf stimmt nicht mehr. Die Bewegung ist nicht mehr flüssig, der Fluß ist gestört, alles ist abgehakt, eine Schinderei eben. Sowas geht nie lange gut. Noch 1000 Meter.

Und beim Blick auf die Uhr sehe ich auch, daß ich nicht mal mehr die Vorjahrszeit schaffen werde. Eine niedrige 22er-Zeit. Ich wuchte und schleppe mich die letzten paar hundert Meter hoch, und richtig, etwas über 23 Minuten brauche ich auf diesen Scheißberg. Daß es damit fürs Stockerl knapp werden wird, weiß ich in dem Moment, trotzdem bin ich heilfroh, daß ich wieder frei atmen kann, tief durchatmen kann, ich rolle hinter dem Ziel runter und in einem weiten Bogen hinter dem Berg rüber Richtung St.Georgen.

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Zieleinlauf

Dietmar Mayerhofer vom RC Union Ybbsitz Lietz-Sport fährt in 16:05 Tagesbestzeit und neuen Streckenrekord, verbessert seinen alten Rekord aus dem Vorjahr um 4 Sekunden. Mir fehlt eine halbe Minute auf den zweiten Rang, so wie ich gefahren bin, habe ich auf den letzten eineinhalb Kilometern gut eine Minute verloren, also den zweiten Platz dort im Finale verspielt. Schade. Aber ich muß wohl das Positive sehen: die ersten dreieinhalb Kilometer haben gepaßt!

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Tagesschnellster Mayerhofer im Ziel

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Pirz im Ziel

Ergebnisse Altersklasse 4: 1. Manfred Pirz (ARBÖ Selzthal) 21:08, - 2. Engelbert Dienstbier (RIG Gaming) 22:44, - 3. Martin Trimmel (Union Wilhelmsburg) 22:52, - 4. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) 23:18, - 5. Anton Seebacher (ARBÖ Selzthal) 25:48, - 6. Ferdinand Plötzl (ARBÖ Selzthal) 25:59, - 7. Wolfgang Czerny (Scheibbs) 27:14, - 8. Franz Mayer (Oberndorf) 37:24

Ergebnisse Tageswertung-absolut: 1. Dietmar Mayerhofer (RC Union Ybbsitz Lietz-Sport) 16:05, - 2. Wolfgang Fuchs (RC Rad-Fuchs Mank) 18:28, - 3. Ronald Längauer (RIG) 18:30, - 4. Markus Röska (RC-27 Mosser-Randegg) 19:22, - 5. Leopold Hofegger (Scheibbs) 19:26, - 6. Florian Größbacher (SKG Welkser Profile) 19:37, - 7. Andreas Fuchsluger (ASKÖL Waidhofen/Ybbs) 19:46, - 8. Clemens Rumpl (Randegg) 19:57, - 9. Manfred Pirz (ARBÖ Selzthal) 21:08, - 10. Thomas Brunner (Wieselburg) 21:12, - weiters: 17. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) 23:18

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Podestplätze Altersklasse 4 (von links): Dienstbier, Trimmel, Pirz

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Tagessieger Dietmar Mayerhofer

 

Sonntag, 22. Mai 2011: Straßenrennen um den Großen Preis von Brezje sul Maribor, 90 km

Rennstrecke: Brezje - Zrkovci - Brezje, 12 Runden á 7,5 km = 90 km

Wetter: sonnig, heiß, leichter SO-Wind, 27°

Rennverlauf: Ein herrlich abgelegener Rundkurs, 5 km sind´s bis ins Zentrum von Marburg, und dennoch scheint´s hier keinen Verkehr zu geben, ich hab die ganze Zeit über nur zwei Traktoren gesehen, die ein Fuhrwerk gezogen haben. Kein Verkehrslärm, als ob´s hier überhaupt keine Menschen zu geben scheint. Ein kleines Starterfeld von 42 Mann in meiner Klasse 50+ (für österreichische Verhältnisse wärs wohl das größte Feld seit Jahren!). Die absoluten Topstars fehlen, daher heißt es konzentriert fahren und aufpassen.

Die erste Runde geht so ziemlich gleichmäßig über die Bühne, gleich danach aber die erste Attacke, die wird vereitelt, im Gedgenzug setzt sich Ljubo Car ab, der Lokalmatador, und zieht unmittelbar danach drei Mann nach. Das Tempo ist in der Phase sehr hoch, das Feld langgezogen, ich irgendwo mittendrein statt vorne dabei. Nach und nach springen immer wieder einzelne Fahrer zur Spitze nach vor, es sind ja auch nur ungefähr 100 Meter. Die Spitze wird immer größer, dann sind es schon über zehn Mann, und ich zögere und zögere. Und dann ist es zu spät.

Frust kommt auf, als ich sehe, wie der Vorsprung immer größer wird. Aber ich bin selber schuld, wäre ich halt nachgefahren. Das Rennen wird in der Folge ziemlich ruhig, logisch, die Preisränge sind vergeben, die Spitze ist weg,  da wird gebummelt.

Langsam aber bummeln wir uns sozusagen wieder an die Spitze heran, und in der 10. Runde erfolgt der Zusammenschluß, zweieinhalb Runden vor dem Zieleinlauf. Ich fahre jetzt immer ganz vorne, in den Top-10-Positionen, aber mir fehlt einfach die Grundlage dafür, ich muß mich furchtbar schinden und quälen. Bei den einzelnen Attacken werde ich zunehmend schwerfälliger. Soll ich in der Gruppe verschwinden oder meine Chancen verteidigen? Wenn´s nicht soviel Substanz kosten würde!

Mit dem Glockenzeichen und 52 km/h geht es in die letzte Runde, die Zieldurchfahrt wird in horrendem Tempo gefahren. Gleich danach wird ausgerollt, und wir bummeln mit dem üblichen Tempo zwischen 36 und 40 km/h. Es tut sich auf den restlichen Kilometern nichts mehr, der Großteil des Feldes tritt zum Zielsprint an.

Ich habe leichte, beginnende Krämpfe, halte mich aus allem raus und will nur unbeschadet zurück zum Auto kommen. Hab die Hitze unterschätzt und die eine Trinkflasche war offensichtlich zu wenig. Die gierigen Hunde jagen durch die letzten Kurven, und dann alle zusammen um die Zielkurve und schon kracht und knallt es. Ich bin hinter dem Sturz, kann ausweichen únd fahre an einigen am Boden liegenden Fahrern und Metallteilen vorbei. Platz 14 ist´s geworden, nicht mal so schlecht.

Ergebnisse Masterklasse 50+: 1. Ljubo Car (Slowenien, NK Maribor) 2:18:39 (Siegerschnitt 39,4 km/h), - 2. Dusan Taric (Polet Garmin), - 3. Branko Kodelja (KKK Izvir Vipava), - 4. Gorazd Penko Polet Garmin), - 5. Darko Druzina (Running World), - 6. Andrej Balantic (Turbo M), - 7. Eugen Plesko (Bambi), - 8. Milan Koic (TB Lenart), - 9. Rado Kocjancic (Polet Garmin), - 10. Primoz Cerin (Gulc), - weiters: 14. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl), alle gleiche Zeit

 

Sonntag, 29. Mai 2011: Mostland-Straßenrennen, Österreichische Straßenmeisterschaft für Master in Amstetten

Rennstrecke: Kaserne - Waidahammer - Schindau - Unterhömbach - Holzing -Hinterberg - Schaffenfeld - Kaserne, 6 Runden á 11,6 km= 69,6 km, 132 Höhenmeter pro Runde = 792 Höhenmeter, Start 9.35 Uhr

Wetter: heiß, sonnig, NW-Wind, 27°

Rennverlauf: Die Masterklassen 2 (19 Mann) und 3 (16 Mann) starten gemeinsam, ein riesiges Feld von 35 Mann jagt die Abfahrt runter nach Waidahammer. Es folgt eine längere Flachpassage, unterbrochen nur von einem kurzen, aber hochprozentigen Anstieg, dann geht´s nach Holzing, ein längerer flacher Anstieg, die Abfrahrt durch den Wald runter und der Zielanstieg zur Kaserne rauf. Die ersten beiden Steigungen sind kein Problem für mich, obwohl ich aufpassen muß, denn im starken Wind ist schnell durch eine Unachtsamkeit oder gar einen Sturz ein Loch aufgetan.

Zielanstieg nach der ersten Runde: im Feld bin ich ganz hinten, obwohl ich ganz vorne in die Kurve reinfahren wollte. Auf den ersten Metrern der Steigung muß ich dann ein Loch zufahren bzw. nach vorne fahren, und dann hängen wir schon in der Wand drinnen. Ich fahre rauf bis zur Kuppe, beinahe, ein paar Meter vorher ist es wie mit einem Rasiermesserschnitt aus und vorbei. Ich wuchte mich irgendwie über die Kuppe, so schnell wie möglich in die Gruppe rein, ziemlich angeschlagen bin ich oben bei der Kaserne, es geht wieder in die Abfahrt runter.

Das war die erste Runde, aber eigentlich habe ich jetzt auch schon alle Runden beschrieben. Sie ähneln sich alle wie ein Ei dem anderen. Es gibt kaum Attacken, und wenn, dann werden sie schnell wieder zunichte gemacht. Die Favoriten sind wirklich die, die ich gestern schon im Kopf gehabt habe: Iby, Treitler, Gillmayr. Besonders Letzteren habe ich auf der Rechnung, weil der einen ungewohnt schwachen Eindruck am Berg macht und dann noch gefährlicher ist. Treitler fährt immer eine übersichtliche Position, ist immer im Bilde, fährt ein paarmal Angreifern nach, ist auch am Berg vorne. Und Iby ist auch immer präsent. Von den anderen fällt mir eigentlich keiner auf, der denen das Wasser reichen könnte.

In der zweiten Runde muß ich am Zielberg reißen lassen, unmittelbar vor der Kuppe. Die Luft ist weg, die Beine sind leer, bis zum Zielstrich komme ich nicht mehr ran, an meinem Hinterrad hängen Hansl und Steinwender, wenig später nur mehr Steinwender. Auf dem langen flachen Stück nach der Abfahrt kommen wir wieder ins Feld, weil dort gebummelt wird (Gegenwind!) Die beiden leichteren Anstiege sind  kein Problem. In der 3. Runde reiße ich am Zielberg abermals ab, in der Gegenwindpassage fahre ich wieder ans Feld, in der 4. Runde dasselbe Bild. Immer muß cih an haaragenau derselben Stelle reißen lassen und kämpfe mich dann nach der Abfahrt im Gegenwind wieder ans Feld. In der 5. Runde attackiere ich zweimal hintereinander im Flachen, komme auch weg, aber nicht weit, nach einere Schrecksekunde schließt deas Feld jedesmal wieder auf.

Es war ja auch gar nicht als Attacke gedacht, nur um mir hinterher nichts vorzuwerfen, nicht, daß ich nicht alles versucht hätte. Ich habe das Rennen längst abgescdhrieben, weiß ich doch, daß der letzte Berg um diese 100 Meter an diesem Tag einfach zu lang für mich ist. Und quälen kann ich mich nicht, dazu fehlt mir die Form. Es wäre die einzige Möglichkeit, da drüberzukommen.

In der 5. Runde ist der Rückstand dann etwas größer und das Feld bummelt nicht mehr gar so arg, soll heißen, ich komme nicht mehr ran, fahre mit Steinwender dahinter. Wir kämnpfen uns zusammen den Berg hinauf und fahren dann zusammen die letzte Runde. Der Rundkurs ist so unscheinbar, anscheinend nicht sonderlich schwer, und fährt dennoch so unglaublich in die Beine wie der Blitz in die Unterhose.

Am Zielanstieg hänge ich Steinwender um ein paar Meter ab.

Vorne Gillmayr, dahinter der Sturz von Reinhard Kemethofer

Unschöne Bilder, vor allem so unnötige!

Zum Glück steht er wieder!

Noch ein Wort zu den Stürzen: insgesamt drei ereignen sich in den letzten eineinhalb Runden, der letzte beim Zieleinlauf. Ein bißchen viel für ein 70-km-Straßenrennen, meine ich! Und das Kurvenfahren, habe ich gemerkt, zählt in Österreich auch zu den Geheimwissenschaften.

Entscheidung: Gillmayr, am Berg hinten und eigentlich schon geschlagen, schließt auf den letzten 400 Metern mit einer Gewaltleistung auf und gewinnt im Sprint - wie müssen die da vorne eigentlich kaputt gewesen sein!!! Iby zeitgleich, aber ohne Medaille, Treitler im entscheidenden Moment abgeschlagen, Rath Zweiter, lauter Überraschungen! Aber so ist der Radsport nun mal.

Die Medaillengewinner (von links): Rath, Gillmayr, Teigl

Ergebnisse Master 2: 1. Karl Gillmayr (ARBÖ Gourmetfein Wels) 1:54:43 (Schnitt 36,47 km/h), - 2. Friedrich Rath (TUS CASKA Feldbach), - 3. Klaus Teigl (RC ARBÖL Grafenbach NÖ-Süd), - 4. Günther Iby (RC ARBÖ Ginner Öllinger Amstetten), - 5. Rudolf Atzenhofer (RC Lietz-Sport), - 6. Peter Endthaler (RC Hochschwab Aflenz), alle gleiche Zeit, - 7. Manfred Gruber (RC ARBÖ Zweirad-Hauer St. Pölten) -0:04, - 8. Wolfgang Treitler (RC Schnecke Wierner Allianz)-0:09, - 9. Manfred Reiter (RC ARBÖ Bike-Point Innsbruck) -0:18, - 10. Sebastian Pfisterer (ARBÖ Zweirad-Grassinger Lambach), gleiche Zeit,- weiters: 16. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -4:30

 

Donnerstag, 2. Juni 2011: Radmarathon in Schwechat, 118,5 km

Rennstrecke: Schwechat, Brauerei - Rannersdorf - Zwölfaxing - Pellendorf - Himberg - Gramatneusiedl - Reisenberg - Seibersdorf - Hopf - Mannersdorf - Sommerein - Kaisersteinbruch - Breitenbrunn - Purbach - Donnerskirchen - Hof - Au - Stotzing - Loretto - Leitha-Prodersdorf - Wimpassing - Unterwaltersdorf - Moosbrunn - Himberg - Pellendorf - Zwölfaxing - Schwechat, Brauerei, 118,5 km, 650 Höhenmeter, Start 10 Uhr

Wetter: bedeckt, schwül, starker NW-Wind, 22°

 

Rennverlauf: Es war ein relativ schöner Tag, trocken, leider mit sehr starkem Wind, in der ersten Hälfte Rückenwind. Dadurch sind wir ein Höllentempo gefahren, kaum jemals unter 50 km/h. Problematisch wie immer bei einem Marathon ist der Start:bisher habe ich mich immer aufgewärmt und dann irgendwo in der Mitte angestellt und hatte keine chance mehr, nach vorne zu kommen. Daher heuer alles anders: kein Aufwärmen, und ich stehe schon 45 Minuten vor dem Start an der Linie - allerdings stehen da schon gut 50 Mann vor mir! Durch das horrende Tempo der ersten Stunde bin ich so völlig außer Atem, gerade noch fähig, mit dem allerletzten Dreck mitzuhalten, schon das kleinste Loch, durch Kurven, Abzweigungen oder gar Kreisverkehre entstanden, ist kaum mehr zuzumachen! Ich fahre so sehr am Anschlag, daß ich nicht mal zum Trinken komme, langsam schwinden meine Kräfte, der Amerikaner sagt dazu so schön: "Running out of juice".

Zwischen Hof und Mannersdorf passiert es dann: irgendjemand verliert die Konzentration und patsch, liegt er schon auf der Nase. Ich seh´s zwar direkt vor mir, kann aber  nicht mehr reagieren. Und ehe ich´s erkenne, liege ich selber schon daneben. Rapple mich hoch, mache einen Schritt zurück, kippe hintenüber, liege am Rücken, springe hoch, da knallt der nächste auf mich drauf, ich rutsche über die ganze Straße, halte die Hände überm Kopf, rechts und links surren die Laufräder haarscharf vorbei. Ich fluche lauthals, hilft natürlich nichts mehr, dann sitze ich im Sattel, Kopf tief unten, Unterlenker, 50 km/h, aber alleine ist das aussichtslos. Ein paar Minuten lang habe ich das Peloton vor mir auf Sichtweite, dann bin ich wirklich mutterseelenallein. SCHEISSE, verdammte und verfluchte Scheiße! So ein Aufwand, nur um in die ersten Gruppe zu gelangen, und dann sowas!

Kurz vor Kaisersteinbruch ist dann von hinten eine etwa 50 Mann starke zweite Gruppe da, die liegt keine 2 Minuten hinter der Spitze.  Man merkt aber gleich, daß da nicht mit solchem Ehrgeiz gefahren wird wie vorne. Ich reihe mich vorne ein, und schon beginnt der kurze und flache Anstieg zum Kaisersteinbruch. Ich kann in der Gruppe ganz vorne mitfahren, weit auseinandergezogen passieren die Ersten die Kuppe. Bergab findet sich wieder eine größere Gruppe zusammen, wir fahren dann schräg gegen den Wind am nördlichen Neusiedlersee entlang bis Donnerskirchen.

Ergebnisse absolut: 1. Harald Gruber (Die Honorarberatung.at) 2:56:14 (Schnitt 40,2 km/h), - 2. Paul Robl (Roadbiker.at) -0:03, - 3. Ferry Bruckner -0:16, - 4. Jiri Mikulasek (Tschechien, Cyklo Mikulasek Geox) -1:11, - 5. Daniel Klucik (Slowakei), - 6. Günter Baringer (RC NORA Racing Team), - 7. Raphael Loidolt (Team Bernhard Kohl), - 8. Richard Rettegi (KSV Wienstrom Lamster), - 9. Heribert Arnhof (RC Raiffeisen Kosmopiloten Zwettl), - 10. Wolfgang Hölzl (Raiffeisen Sportunion), alle gleiche Zeit, - weiters: 69. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -17:54

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V

Ergebnisse Kategorie Herren 3: 1. Hermann König 3:05:39 (Schnitt 38,1 km/h), - 2. Joachim Rathbauer (Zweirad Sturm) -2:52, - 3. Karl Broschek (Bobby´s Sport) -7:05, - 4. Robert Bartonek (RC Union Unterguggenberger Wörgl) -8:29, - 5. Vladimir Kosi (Solowakei, Vikanova Witzenmann), - 6. Rudolf Gradinger (Stegersbach) beide gleiche Zeit, - 7. Fritz Hutter (KSV Wienstrom-Lamster) -16:02, - 8. Rudolf Tomanek, gleiche Zeit, - 9. Franz Steiner (RC Sparkasse Frankenmarkt) -16:06, - 10. Hannes Haiden (RC Bank Austria) -21:58

 

 

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Start im Brauereigelände Schwechat


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