rob1958's Webseite

Rennberichte 2010/Teil 4, Fortsetzung 11. September 2010, Tour de Schrick

Sofort knallen die Favoriten mit hohem Tempo in diese letzte Steigung rein, die Gruppe zieht sich in die Länge und reißt sofort. Ich habe mich - diesen Rennverlauf natürlich erwartend - sofort ganz vorne eingereiht und fahre mit den Allerersten mit. Baringer, Harlander, Röhsler, Böhm, Stammhammer bestimmen das Tempo, und das ist sehr, sehr hoch. Mit über 30 km/h sprinten wir förmlich den Anstieg hoch.

Ein paarmal muß ich Löcher zufahren, das geht beinahe über meine Leistungsfähigkeit. Nur weil ich den Anstieg kenne und dann die Kuppe schon sehe, kann ich so lange hinhalten und mich drüberretten. Geschafft! Am Hinterrad vom "Sammy, dem Kugelblitz", wie der Lechner Christian von früher noch genannt wird, oder sein neuer "Nickname", "Nimnix" (hihi, der ist ja noch viel treffender!). Abfahrt nach Schrick hinein, und da sehe ich erstmals auch, daß wir keine 30 Mann mehr sind. Hohes Tempo, so um die 55 bis 60 km/h, wilde Positionskämpfe, der Nimnix fährt mir einmal ganz brutal übers Vorderrad, als er die Seite wechselt, aber bei der Einfahrt in die Zielgerade bin ich wieder an seinem Hinterrad - also ganz vorne. Dann ein brutaler Zielsprint, allein mit Rohrkraft gefahren, auf der ca. 400 m langen Zielgeraden - etwa 2 Meter vor dem Zielstrich kämpfe ich mich noch am Böhm Karl vorbei - und bin ganz, ganz vorne dabei!

Zieleinlauf: Wolfgang Eibeck reißt bereits die Hände empor

Vorne Wolfgang Eibeck, der klar gewinnt und gerade seinen Computer abdrückt.

Vorne Baringer, der Zweiter wird, dahinter Röhsler und Lechner, rechts Stammhammer, links Hell, Cihak verdeckt, ich in der Mitte

Von links: Hell, ich, Cihak, Röhsler, Stammhammer

Was die Wertung angeht: heuer sind wir erstmals mit Chip gefahren, dadurch fällt diese blöde Regelung mit der Zwischenwertung weg, wie sie bisher immer gehandhabt wurde: da ist nach der 1. Runde um Punkte gesprintet worden, im Ziel dann ebenfalls, und die Punkte haben sie zusammengezählt und so das Endklassement erstellt. Purer Schwachsinn! Heuer war das also, wie gesagt, erstmals wie ein richtiges Rennen, wer im Ziel vorne war, der war auch wirklich vorne.

21 Mann war die Spitzengruppe am Ende noch stark, 64 Fahrer und 4 Fahrerinnen werden insgesamt offiziell gewertet, die Mannschaftswertung (gewertet wird nach Platzziffern der stärksten drei Fahrer eines Teams) gewinnt das RC Maroitalia Racing-Team (15 Punkte) vor dem RC Sport-NORA-Team (17 Punkte).

Die ersten drei (von links): Röhsler, Eibeck, Baringer

Ergebnisse: 1. Wolfgang Eibeck (RC Nora Sport Team) 1:13:58 (Siegerschnitt 38,8 km/h), - 2. Günter Baringer (RC Nora Sport Team), - 3. Max Röhsler (RC Maroitalia Racing Team), - 4. Christian Lechner (RC KUOTA Zweirad-Chaoten Zwettl), - 5. Thomas Stammhammer (RC Maroitalia Racing Team), - 6. Wolfgang Cihak (Wien), - 7. Markus Hell (RC Maroitalia Racing Team), - 8. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl), - 9. Karl Böhm (RC Maroitalia Racing Team), - 10. Andreas Führer (RC INTERSPORT-Führer Team), alle gleiche Zeit

 

Sonntag, 12. September 2010: Internationaler Tiroler Raiffeisen-Marathon in Schwaz, 96 km

Rennstrecke: Schwaz - Buch - St. Margarethen - Jenbach - Schwaz - Vomp - Terfens - Weer - Pill - Schwaz, 3 Runden á 32 km = 96 km, pro Runde 230 Höhenmeter = 690 Höhenmeter, Start 11.30 Uhr

Wetter: sonnig, mild, starker NO-Wind, 25°

Rennverlauf: 176 Starter nahmen heute das Rennen auf, nicht gerade wenige, darunter 38 Amateure, die dann extra gewertet wurden. Unter den Amateuren war auch unser Roman Hofer dabei, der kürzlich erst beim Ötztaler Marathon geglänzt hatte. Mit Hans Unterguggenberger (erster Start seit seinem schweren Sturz in St.Johann, wo er sich zwei Rippen gebrochen und ein Band im Knöchel gerissen hatte) und Andrea Knapp (erster Start bei einem Straßenrennen) waren zwei weitere Teamkollegen mit dabei. Ich hatte immerhin einen Vorjahrssieg zu verteidigen, der Hans ebenfalls. Und alle zusammen waren wir darauf aus, in der Mannschaftswertung ganz vorne zu landen.

Bin diesmal leider nicht ganz vorne gestanden, mußte mich daher auf den ersten Kilometern ganz mühsam durch den dichten Haufen nach vorne quälen. Das immens hohe Tempo auf den ersten Kilometern (zwischen 50 und 55 km/h) war da natürlich auch nicht gerade förderlich. Das milde Wetter hat nach den beiden letzten Jahren mit jeweils Kälte und starkem Regen eine ungewohnte Abwechslung gebracht, das starke Fahrerfeld tat das übrige dazu, um ein schnelles Rennen zu gewährleisten. Erst als es auf der Bundesstraße dann zurück Richtung Schwaz ging, war ich endlich vorne angelangt. Das war wichtig, denn in Vomp und Terfens standen die beiden Steigungen bevor, die die Selektion in jeder Runde darstellten.

Diese "Aufholjagd" hat mich viel Substanz gekostet, ich war ganz schön geschlaucht, als wir in Vomp den ersten Anstieg fuhren. Aber ich war ganz vorne und habe mich da über diesen Anstieg gerettet, obwohl hohes Tempo gefahren wurde. Dann die Abfahrt, und gleich darauf in Terfens der zweite, schwierigere Anstieg, der war nämlich deutlich länger und hat eine hundsgemeine, endlos lange Kuppe gehabt. Und genau auf dieser Kuppe bin ich abgerissen! Irgendein Schwachkopf hat mich hinten angefahren, hat mein Hinterrad touchiert, das hat mich so sehr irritiert, daß ich einen Schwenker machte, dadurch natürlich ein paar andere Fahrer behindert habe (Entschuldigung!), das Tempo und der Rhythmus waren weg, und vor mir das Loch. Ich war in dem Moment so perplex, daß ich gar nicht daran dachte, das Loch zuzufahren, und ein paar Augenblicke später war diese Chance auch schon vorbei. Ja, und im Grunde war´s dann das auch schon.

Abfahrt runter zur Bundesstraße, und zurück nach Schwaz, die letzten 5 km der Runde. Da hat sich die Gruppe zusammengefunden, in der auch Richard Plattner dabei war, und der war meine Altersklasse. Im Grunde war es derselbe Rennverlauf wie im Vorjahr, auch damals bin ich in der ersten Runde abgerissen, aber gleich beim ersten Anstieg, habe danach aber in einer sehr schnellen und vor allem gleichmäßigen Gruppe einen geringen Abstand auf das vorne fahrende größere Spitzenfeld gehalten, in dem niemand mehr aus meiner Altersklasse dabei war. Diesmal aber war das anders, denn drei Fahrer sind vorne mitgefahren, die aus meiner Klasse waren, und damit war die Podestchance für mich gleich in der ersten Runde gestorben! Keine Wiederholung des Vorjahrssieges!

Hier bin ich unmittelbar nach der Zieldurchfahrt der ersten Runde, neben mir Richard Plattner.

In den beiden weiteren Runden hat sich die Gruppe zunächst auf 6 Mann vergrößert, in der letzten Runde haben wir wieder einen und dann noch einen über die Anstiege verloren, ich hatte da überhaupt keine Probleme mehr. Plattner hat sich bei Halbzeit ziemlich zurückgezogen, keinen Meter mehr geführt, sich nur hinten reingehängt, die anderen haben gemault, aber er hat nichts weiter getan. Ich habe mich dann hinter ihn gesetzt und auch nichts mehr getan. Erst in der letzten Runde hat er dann wieder geführt, aber gleich so schnell, als wollte er eine Vorentscheidung erzwingen. Ich habe dann hin- und hergerechnet, aber war mir letztlich sicher, daß drei Mann meiner Klasse vorne sind, sicherheitshalber habe ich mir vorgenommen, Plattner auf alle Fälle niederzusprinten. Als Plattner und dann auch ich nichts mehr genommen haben, ist das Tempo ungleichmäßiger geworden.

Letzte Runde, nach dem Anstieg in Terfens waren wir nur mehr zu viert, hohes Tempo auf der Abfahrt und dann auf den letzten 5 flachen Kilometern, niemand wollte mehr, daß da noch weg aufschließt. Ich habe mich voll und ganz auf meine Ortskenntnis verlassen, wollte ganz rechts außen in die Zielgerade rein, alles andere war mir egal. Auf den letzten Kilometern war ich am Hinterrad von Plattner, der ist ganz unruhig geworden, dann die Zielgerade, und tatsächlich hat er einen ganz wilden Sprint angetreten, hat ein paar nicht ganz lupenreine Schlenker gemacht, aber ich hab mich ganz rechts außen noch etwa 80 Meter vor dem Zielstrich vorbeigezwängt und konnte ihn  dann relativ sicher niedersprinten.

Tatsächlich, das war der vierte Platz. Schade um das vergebene Podest, ich hab dem ziemlich lange nachgetrauert. Und obwohl der Hans ein Superrennen gefahren ist und seine Klasse wieder gewonnen hat, haben wir in der Mannschaftswertung nur den 5. Platz belegt. 166 Fahrer werden klassiert.

Markus Willinger gewinnt vor Patrick Hauser

Ergebnisse Tageswertung: 1. Markus Willinger (RC ARBÖ Sparkasse Neunkirchen) 2:17:18 (Siegerschnitt 41,4 km/h), - 2. Patrick Hauser (RC CFK Ovilava Wels), - 3. Christoph Lösche (BRD, Nutridual), - 3. Alexander Gorenschek (RC Kostel´s Radshop RLM Grafenstein), - 4. Florian Eberharter (UNION Raiffeisen Radteam Tirol), - 5. Peter Torre (BRD, RKV Solidarität Dachau), - 6. Andreas Christandl (Italien, Bren Team Trento), - 7. Bernhard Schwarzl (Radteam Stubaital Schlickeralm), alle gleiche Zeit, - 8. Rene Bauer (RC Bikepalast.com Salzburg) -0:03, - 9. Peter Krebs (ARV Vychodil-Graz Vredestein), - 10. Jiri Blazek (CSSR, Sportblazek.cz), beide gleiche Zeit, - weiter: 50. Roman Hofer -1:19, - 67. Robert Bartonek -8:47, - 101. Hans Unterguggenberger -13:51 (alle RC UNION Unterguggenberger Wörgl)

Ergebnisse Marathon, Männer 4: 1. Martin Egger (RC Raiffeisen Region Hall) 2:17:25 (Siegerschnitt 41,4 km/h), - 2. Klaus Moosbrugger (Mountainbiker Wattens) -1:12, - 3. Hubert Fussi (Team Kernbuam) -1:49, - 4. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -8:47, - 5. Richard Plattner (UNION Raiffeisen Radteam Tirol), gleiche Zeit, - 6. Ludwig Schrapp (BRD, SC Vöhringen) -10:21, - 7. Manfred Reiter (RC ARBÖ Bikepoint Innsbruck), - 8. Helmut Armellini (Raiffeisen Radteam Zillertal), alle gleiche Zeit - 9. Helmut Geditz (UNION Raiffeisen Radteam Tirol) -12:53, - 10. Manfred Krug (UNION Raiffeisen Radteam Tirol) -13:44

 

Samstag, 18. September: Almtal-Zeitfahren in Grünau/Almtal, 27,5 km

Rennstrecke: Grünau/Almtal (528 m) - Almsee, Wende (589 m)  - Grünau/Almtal,295 Höhenmeter, Start 13.34 Uhr

Wetter: bewölkt, starker SW-Wind, 15°

Grünau/Almtal

Rennverlauf: die Pechserie geht weiter! Und zwar diesmal schon beim Start. Als ich von der Startrampe mehr purzle als fahre, ramme ich mir das Ende des rechten Auflegers ganz brutal in den Schleimbeutel des rechten Knies. In der Folge behindern mich die Schmerzen spürbar.

Panoramablick über den Almsee

Die Startrampe

Streckenbesichtigung

 

Ich hole den ersten Fahrer ein

Andere Perspektive, Überholmanöver im Raum Wasenbach

Bereits nach 3 km hole ich den ersten Fahrer ein, etwa einen  Kilometer weiter die nächsten beiden. Es scheint ganz gut zu laufen, aber ich behalte mir etwas Reserve zurück. Und sehr bald merke ich auch, daß der Gegenwind sehr, sehr störend ist, daß ich nicht am Limit fahre. Irgendwas paßt nicht, und es ist nicht nur das Knie. Das schmerzt nur, und wenn ich mich ganz konzentriere, merke ich es kaum.

In voller Fahrt

Dann endlich die Wende, es geht jetzt zurück. Leicht bergab, der Wind kommt aber auch nicht direkt von hinten. Und durch die vielen Kurven fahre ich oft auch schräg gegen den Wind, in Summe ist es aber deutlich schneller als bei der Hinfahrt. Es ist eine typische Strecke, die man ganz genau kennen muß, unzählige Übergänge, viele Kuppen und Bodenwellen, manche kann man durchdrücken, bei anderen muß man schalten. Es hilft nichts, man muß diesen Kurs zumindest einmal im Renntempo absolviert haben, um ihn genau zu kennen.

Im Bereich Schwarzenbrunn

5 km vor dem Ziel

Durch den immer stärker werdenden Schmerz im Knie bin ich etwas verunsichert, habe auf der Hinfahrt etwas an Tempo rausgenommen, ganz bewußt, etwas auch unbewußt verloren, es war halt mit einem Wort überhaupt nicht optimal. Auf der Rückfahrt dann überhole ich gleich drei oder vier Fahrer, es sind Biker, am Ende dann noch mal zwei, aber die sind halt alle ein Maßstab. Ich blicke ein paarmal auf die Uhr, versuche die Fahrtzeit abzuschätzen, jedesmal komme ich auf eine Endzeit von 42 oder 43 Minuten, das ist doch erheblich langsamer als im Vorjahr, als ich eine hohe 40er-Zeit gefahren bin. Langsam kriege ich die Panik, aber die letzten 3 km sind dann doch wieder sehr schnell, der Wind steht sehr günstig, die Straße fällt da auch leicht ab, ich fahre streckenweise gut 58 bis 60 Sachen. Es geht am Alm entlang nach Grünau hinein. Ein scharfes rechtwinkliges Eck nach rechts, eine Linkskurve und unmittelbar dahinter nach rechts rein in ein Sägewerk. Zwischen meterhohen Holzstapeln hindurch flitze ich über den Zielstrich. Abruptes Abbremsen, denn knapp 100 Meter nur stehen als Auslauf zur Verfügung! Im Finale war der Puls langsam, aber stetig von 168 über 175 auf 184 angestiegen, da habe ich vorher wirklich viel vergeben. Schade! Durchschnittspuls des Zeitfahrens: 179, naja...

Zieleinlauf

Der Tagessieger Andreas Ortner fährt neuen Streckenrekord, der Bayer war zuvor am 25. August in Erpfendorf mit einem Tagesrekordschnitt von 49 km/h Master-Weltmeister im Zeitfahren geworden!

Ergebnisse Tageswertung: 1. Andreas Ortner (BRD, Corratec Quest) 35:05 (Siegerschnitt 47,0 km/h, neuer Streckenrekord!), - 2. Michael Fürweger (RC ARBÖ Radsport Grassinger Lambach) -0:57, - 3. Arnold Eibensteiner (RC elmer Reichör) -2:13, - 4. Christoph Hufnagl (RC Drahteselteam Salzkammergut) -2:13, - 5. Mario Maier (www.atterbike.at) -2:22,  - 6. Stefan Fürweger (RC ARBÖ Radsport Grassinger Lambach) -2:26, - 7.  Wolfgang Frehsner (Biketeam Ginner) -2:38, - 8. Helmut Mayr (RC ARBÖ Gourmetfein Wels) -2:58, - 9. Norbert Schmidsberger (RC CFK ovilava Wels) -3:22, - 10. Gerhard Moser (ÖAMTC RC Tirol) -3:52, - weiters: 27. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -5:55

Die ersten drei der Altersklasse 51+ (von links): Franz, Mayr, Bürgermeister, Schoißengaier

Ergebnisse Altersklasse 51+: 1. Helmut Mayr (RC ARBÖ Gourmetfein Wels) 38:03, - 2. Josef Schoißengaier (RC elmer Reichör) -1:20, - 3. Gerhard Franz (RC Naturfreunde MIBAG Sierning) -1:46, - 4. Helmut Schürhagl (RC Hrinkow Bikes Steyr) -1:59, - 5. Günter Garnweidner (RC Hrinkow Bikes Steyr) -2:53, - 6. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -2:57, - 7. Josef Pflügel (Union Ungenach) -4:42, - 8. Helmut Scharnreithner (RC ARBÖ Kiesl Linz) -4:49, - 9. Franz Schrögendorfer (TriRun Linz) -5:09, - 10. Wolfgang Rezek (RC ASVÖ RIH Sparkasse Die Erste Tulln) -5:38

 

Sonntag, 19. September 2010: Bergzeitfahren Stadl/Mur - Flattnitz, 14,5 km

Rennstrecke: Stadl/Mur, Freizeitzentrum - Paal - Kaltwasser -  Flattnitz, Landesgrenze, 14,5 km, 435 Höhenmeter, Start 12.00 Uhr

Wetter: anfangs unten Rückenwind, später auf Gegenwind gedreht, ab demStausee wie immer Gegenwind, beim ersten Starter 7°, später dann 9°

Rennverlauf: Was soll ich sagen? 6 Starter in der Masterklasse 2, ich hinter Schebath Otto gleich als Zweiter dieser Altersklasse. Hinter mir dann - im Halbminutentakt - die Meute der Verfolger: Stenitzer, Taucher, Handler, Gössler. Meine Startzeit: High Noon, genau um Punkt 12 Uhr mittags. Wenn das kein gutes Omen ist!

Start: hinter mir Stenitzer

Nein, ist es keines... Sehr schnell habe ich Otto eingeholt, nach knapp 3 km fahre ich an ihm vorbei. Er tut sich schwer, ich fahre noch vor dem Steilstück an ihm vorbei. Kurz bevor die Straße zum Stausee hinauf ansteigt, kommt von hinten Taucher an mir vorbei, fährt ein moderates Tempo, ich fahre mit. Ein paar hundert Meter halt. Hinter mir hat sich aber auch schon Stenitzer herangearbeitet, der ist der mit Abstand bessere Zeitfahrer, aber der schwächere Bergfahrer. Man könnte auch andersrum sagen: ihm ist es zu steil und mir zu flach. Wird ein ausgeglichenes Match werden, er fährt etwa 20 bis 25 Sekunden hinter mir. Dann das Steilstück. Ich drücke jetzt etwas aufs Tempo, wenn ich ihn abhängen kann, dann nur hier. Auf den letzten 250 Metern forciere ich, hier mit 34/19, ich kurble hohe Frequenz, dann sprinte ich über die Kuppe, in die Abfahrt, sofort großes Blatt und mache mich ganz klein. Eine langgezogene Bergab-Linkskurve, und ich bin schon wieder auf gut 38 km/h.

Als ich mich nach etwa einem Kilometer umsehe, ist er etwas zurückgefallen. Aber jetzt wirds schwer. Ganz leichte Steigung, aber der Gegenwind bremst ungemein. Tempo zwischen 32 und 34. Handler und Gössler kommen nicht näher, naja, Handler schon, der ist sogar schneller als Gössler, ich habe eigentlich mit umgekehrtem Ergebnis gerechnet. Langsam kommt er näher. Ich forciere wieder, und so vergehen Kilometer um Kilometer. Der Abstand bleibt gleich.

Ein paarmal versuche ich einen Sprint über ein paar schnelle Umdrehungen, der Vorsprung wird minimal größer. 2 km vor dem Ziel fahre ich dann an Messner und Koller vorbei, gewinne wieder etwas an Fahrt, sprinte den Zielhügel hinauf, da kommt von hinten der Pernhofer Rupert heran, fährt vorbei, ich kann mühelos einsteigen, es sind ja gerade mal knappe 200 Meter, über die Kuppe, rechts auf den Parkplatz rein und über den Zielstrich. Mein Computer zeigt 33:54 Minuten an, nicht gerade eine Zeit, mit der ich prahlen kann. Aber das Knie hat ab dem Steilstück doch wieder zu schmerzen begonnen...

Bernhard Stenitzer (RC Raaba)

Warten brauche ich nicht lange. Zuerst kommt Stenitzer, Handler kommt gleich danach, der ist sicher viel schneller als ich, Taucher hat mich überholt und gewinnt die Kategorie, Handler Zweiter, aber um den dritten Platz rittern drei Mann, nämlich ich, Stenitzer und Gössler. Wir sind beinahe alle drei zeitgleich, und das Glück, das ich im Vorjahr hatte und meinen 5. Platz um ein paar Sekunden gerettet habe, schlägt heuer in Pech um, und um 13 bzw. 7 Sekunden verliere ich den 3. bzw. 4. Platz... sowas nennt man wahrscheinlich Gerechtigkeit...

Etwas enttäuscht bin ich schon, ohne die Verletzung von gestern wäre ich sicherer Dritter geworden, so aber... Frust macht sich breit, vergeht dann aber bald wieder. Der Handler Sepp fährt nach Hause und ich hole seinen Preis ab, daher seht ihr mich am Podestfoto. Wirklich hingehören tue ich dort nicht - naja.

Masterklasse 2 (von links): ich (5.), Taucher (1.), Stenitzer (3.)

Tagesbestzeit fährt der Junior Marco Peinhaupt vom ARBÖ Rapso Knittelfeld, der die Strecke in 28:34 bewältigt. Nur 139 Fahrer waren heuer am Start, gut 100 weniger als in den letzten Jahren. Grund war ein Zeitfahren in Kärnten, ausgeschrieben als Kärntner Landesmeisterschaft, das die ganzen Kärntner abgehalten hat, die Flattnitz zu fahren. Aber auch von steirischer Seite, vor allem was die Masterfahrer angeht, war die Beteiligung erschreckend gering. Wenns so weitergeht, gibts wahrscheinlich in ein, zwei Jahren keine Rennen mehr - weils keine Rennfahrer mehr gibt...

Ergebnisse Masterklasse 2: 1. Johann Taucher (ARBÖ Kindberg) 30:52, - 2. Josef Handler (TSV Zweirad-Kappler Hartberg) -1:45, - 3. Bernhard Stenitzer (RC ARBÖ Steiner-TV Raaba) -2:48, - 4. Ulrich Gössler (RC ARBÖ Drahteisel Köflach) -2:54, - 5. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -3:01, - 6. Otto Schebath (ARBÖ Kindberg) -6:00

 

Samstag, 25. September: Styrian Time Trial, Bergzeitfahren St. Lorenzen/Knittelfeld - Glein/Rachau, 9,8 km

Rennstrecke: St. Lorenzen/Knittelfeld - Ugendorf - St. Margarethen/Knittelfeld - Glein/TRachau, 9,8 km, 180 Höhenmeter, max. 5 % Steigung, Start 14.55 Uhr

Wetter: strömender Regen, leichter SO-Wind, 11°

Rennverlauf: Nicht optimal aufgewärmt, gehe ich um 14.55 Uhr ins Rennen, der Fahrer vor mir ist nicht gekommen, wahrscheinlich wegen dem Sauwetter.  Und 3 Minuten vor mir ist Rudi Mitteregger ins Rennen gegangen. Während die meisten Fahrer mit Zeitfahrmaschinen antreten, fährt der ehemalige Rundfahrtsieger und Glocknerkönig auf einer normalen Straßenrennmaschine.

Die erstzen 4 flachen Kilometer bringe ich schnell und problemlos hinter mich, ich kann mit 50/14 en hohes Tempo fahren, in St. Margarethen, wo es links in das Rachautal weggeht, habe ich den 2 Minuten vor mir Gestarteten erstmals auf Sichtweite. Und schon einen Kilometer später fahre ich an ihm vorbei.

Die Steigung nimmt jetzt zu, liegt bei etwa 4 bis 4,5 %, nicht ohne für die Zeitfahrmaschine und leichtem Gegenwind. Ich fahre zunächst mit 50/15, dann 16. Und 4 km vor dem Ziel sehe ich erstmals Mitteregger vor mir. Ich kämpfe mich langsam, aber stetig an ihn heran. Eigentlich bin ich mir sicher, daß ich ihn noch vor dem Zielstrich erreiche. Noch 3 km, ich gebe alles, komme nicht so recht vom Fleck. Der Anstieg ist schwerer, als er aussieht. Noch 2 km, jetzt bin ich schnell nähergekommen. Ich kämpfe mich und rackere über die letzten Kuppen, dann geht´s nicht mehr, ich schalte auf s 17er.

Leider läuft mir genau jetzt das Visier des Zeitfahrhelms an, ich versuche es abzuwischen, paßt nicht, geht nicht, ich seh nichts mehr. Scheiße, ausgerechnet jetzt, das Visier ist voll angelaufen, ich seh gar nichts mehr, versuche, irgendwo durch eine Ritze durchzublinzeln. Noch 1000 Meter, ich bin etwa bei 300 m an ihm dran, sprinte sofort vorbei, mit dem letzten Dreck, das Ziel ist vor mir, der aufgeblasene Zielbogen. Mit dem letzten Dreck fahre ich durch, auf meinem Computer scheinen 18:46 Minuten auf. Die Zeit sagt mir nihts, ich kann sie nicht einordnen, weiß damit nichts anzufangen.

Der Sieg geht dann, wie erwartet, an Hans Taucher, der in 17:16 eine ungefährdete Bestzeit hinlegt. Meine Zeit lautet auch offiziell wirklich 18:46, ich bin also genau eineinhalb Minuten dahinter. Und dann stellt sich heraus, daß mich Rudi Mitteregger auf den zweiten Platz gehievt hat! Weil ich ihn doch noch eingeholt habe, an ihm vorbeigesprintet bin, das allerletzte noch rausgeholt habe, ist meine Zeit die zweitbeste! Ganz knapp habe ich 3 Mann geschlagen, darunter Herbert Hörmann, den Sieger von Stadl/Mur in der Vorwoche!

Die beiden schnellsten Zeiten des Tages gehen - auch erwartungsgemäß - an die beiden Profis. Markus Eibegger fährt 14:53, Stephan Rucker kommt auf 15:14.

Ergebnisse Klasse 4: 1. Johann Taucher (ARBÖ Kindberg) 17:16, - 2. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -1:30, - 3. Burkhard Plank (RC Pekomo Stadl/Mur) -1:31, - 4. Wilhelm Rath (RSC Südsteiermark Team Thalrath) -1:36, - 5. Herbert Hörmann (RC Pekomo Stadl/Mur) -1:37, - 6. Heinz Kornberger (RC Elektro-Merl Bruck/Mur) -2:55, - 7. Josef Schörkmeyer (RC Elektro-Merl Bruck/Mur) -3:18, - 8. Günter Meixner (RC Elektro-Merl Bruck/Mur) -3:52, - 9. Otto Schebath (ARBÖ Kindberg) -4:47, - 10. Johann Pojer (Team Ozespie) -5:11

 

Sonntag, 26. September 2010: "PIPPI"-Gedenkrennen: Einzelzeitfahren in Zillingdorf, 29,1 km

Rennstrecke: Zillingdorf, Sportplatz - Bergwerk - Steinbrunn - Zillingtal - Pöttsching - Lichtenwörth - Eggendorf - Zillíngsdorf, Sportplatz, 29,1 km, 365 Höhenmeter, Start 10.25 Uhr

Wetter: bedeckt, saukalt, stürmische, orkanartige Windböen aus N bis NW, 11°

Rennverlauf: wegen der schweren Strecke, den vielen Anstiegen, den schnellen Kurven in den Ortschaften (Kreuzungen bzw. Abzweigungen) sowie wegen dem starken Wind verzichten wir beide, der Hans und ich, auf Zeitfahrmaschine samt Scheibenrad. Das Scheibenrad kommt bei dem Sturm sowieso nicht in Frabe, und die Windrichtugn ist so dumm, daß gut 20 km der Wind von vorne bzw. schräg vorne kommt, nur knappe 8 km lang haben wir Rückenwind... Das Scheibenrad bremst, ist viel schwerer, die Zeitfahrm,aschine ebenso, ist auch in der Aeroposition viel schwerer zu steuern. Ich schraube mir einen leichten Lenkeraufsatz auf die Straßenmaschine drauf, und fertig...

Leider sind wegen des schlechten Wetters viele Genannte daheimgeblieben. Leider, weil sie dadurch etwas versäumt haben, leider, weil dadurch viele Lücken im Ablauf waren, ich hatte zum Beispiel die drei Fahrer vor mir nicht am Start, hatte ein 2-Minuten-Loch. Leider paßt mir die Sitzposition einfach gar nicht, es reicht halt nicht, auf eine Straßenmaschine einen Aufsatz draufzuschrauben, so wird das nie eine Zeitfahrmaschine!

Vor dem Start rede ich noch eine Weile mit Jürgen Steiner vom RC Rosalia, er startet 2 Minuten vor mir und meint, ich würde ihn bald einholen, weil er zuletzt nicht viel trainiert hätte. Sein Wort in Gottes Ohr, 2 Minuten sind kein Pappenstiel, und ich fahre dann Kilometer um Kilometer, anfangs kommt der Wind schräg von hinten, das Tempo ist hoch. Da ist nichts zu gewinnen, höchstens zu verlieren. Erst ab Steinbrunn ändert sich das. Jetzt geht es rüber nach Zillingtal, jetzt wird es hügelig. Und endlich sehe ich ihn dann vor mir! Nach ca. 23 Minuten fahre ich an ihm vorbei, etwa kurz vor Halbzeit.

Ein paar lästige, aber selektive Steigungen zwischen Steinbrunn und Pöttsching, dann der endlos lange, aber flache Pöttschinger Berg. Der liegt mir von der Steigung her, hier kann ich ein hohes Tempo gleichmäßig rauffahren, ich überhole an diesem Anstieg drei Fahrer, gleich dahinter in der flachen Abfahrt zwei weitere.

Die Gerade durch Lichtenwörth ist am schwersten, der Wind kommt schräg von vorne, bremst ungemein, das Rennen dauert auch schon lange, es ist hier sehr schwer, sich aufs Tempo zu konzentrieren, es hochzuhalten, die Trittfrequenz zu beachten, usw. Immer wieder störend dabei: ich kann den Aufsatz gar nicht verwenden, da liege ich ganz langgestreckt am Oberrohr, die Hände viel zu weit vorne, das geht gar nicht.

Dann endlich bin ich nach Lichtenwörth am Kreisverkehr auf der B 60, wo ein Polizist steht, mit einem Polizeiauto, dort bei jedem Fahrer alles rigoros absperrt, aber nach dem Weg gefragt, kann er nicht sagen, wo´s weiterhgeht. Er muß es aber wissen, also nehme ich an, er will nichts sagen. Komischer Kauz. Im Ziel regen sich dann einige Fahrer auf, daß sie dort fehlgeleitet worden sind, angezeichnet war die Stelle auch nur mit einem einzigen Pfeil anstelle der drei oder vier bei allen anderen Abzweigungen. Gut, ich rege mich nicht auf, mich hat´s ja nicht betroffen. Der Sinn einer Streckenbesichtigung ist ja genau der, daß man dann im Ernstfall, also im Rennen, weiß, wo´s langgeht!

Am Zillingtaler Berg, kurz, bevor ich Steiner einhole

Tagessieger Max Röhsler

Der Hans kämpft sich den Berg hoch, wird dann aber am Kreisverkehr wie viele andere auch fehlgeleitet, dreht dort eine "Ehrenrunde"!

Die letzten 5 km mit hohem Tempo um die 55 bis 58 Sachen, dann ein kriminell enger und verwinkelter Zieleinlauf, die letzten 700 Meter sind ja beinahe lebensgefährlich!

Im Ziel habe ich dann nicht das Gefühl, besonders schnell gewesen zu sein, ich schaffe es auch gerade mal so, unter 50 Minuten zu bleiben, weiß aber aus den Ergebnislisten der vergangenen Jahre, daß da eine relativ schwache Besetzung schon 44er und 45er Zeiten gefahren ist. Gut, der Wind war nicht leicht, hat das Rennen sicher sehr viel langsamer gemacht, aber...

Zunächst werde ich noch als Zweiter hinter Peter Kmetyko geführt, aber als der dann in die Klasse 55+ gereiht wird (bis 55 sollte man schon zählen können!), ist für mich der Weg zum Sieg frei - naja, gekriegt habe ich aber erst nichts dafür! Zwei Kritikpunkte: die Absicherung am Kreisverkehr (erwähnter Polizist!), und die Preisgestaltung (ziemlich undurchsichtig), zumal ja mehr als 10 Preise übriggeblieben sind! Insgesamt 48 Fahrer sind klassiert, doch deutlich weniger, als sich angemeldet hatten, aber immer noch sehr viele für ein "schwarzes" Rennen!

Vier dieser Laufräder werden mit dem Erlös des Rennens für den örtlichen Kindergarten gespendet

Interview mit dem Tagessieger

Ergebnisse Tageswertung: 1. Max Röhsler (RC Maroitalia Racing Team) 42:45 (Siegerschnitt 40,8 km/h), - 2. Georg Swoboda (x-sport.at) -1:14, - 3. Franz Prunner (RC Maroitalia Racing Team) -1:28, - 4. Markus Maler (Tri-Team Pöttsching) -2:54, - 5. Arnold Stockreiter (at.2-steel) -3:29, - 6. Johann Hofer (at.2-steel) -4:15, - 7. Karl Bauer (Tri-Team Pöttsching) -5:02, - 8. Peter Kmetyko (RC Sereno) -5:05, - 9. Christian Ferencsak (RC Bad Fischau) -5:48, - 10. Christian Stolber (Tri-Team Pöttsching) -6:00, - weiters: 11. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -6:45

Ergebnis Altersklasse 50+: 1. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) 49:30 (Siegerschnitt 35,27 km/h), - 2. Gerhard Kern (Tri-Team Pöttsching) -1:45, - 3. Karl Broschek (Bobby´s Sport Shop) -1:45, - 4. Franz Edlhofer -11:38, - 5. Christian Hans (TC Zillingdorf) -15:27, - 6. Günther Kratzer (RLM Wien) -21:24

 

Sonntag, 3. Oktober 2010: Kriterium "Rund um den Burgerking" in Graz-Seiersberg, zugleich Abschlußveranstaltung des Steirischen Master-Cups sowie des Burgerking-Nachwuchscups, zugleich Steirische und Kärntner Landesmeisterschaft, 21,6 km

Rennstrecke: Burgerking-Rundkurs, 18 Runden á 1,2 km = 21,6 km, jede 3. Runde Wertung, pro Runde 5 Höhenmeter = 90 Höhenmeter, Start 15.35 Uhr

Wetter: dicker Nebel, windstill, Nebelreißen und Nieselregen, 9°

Start beim Burgerking (von links): Gössler, Handler, Fladerer, Stenitzer, Mosler

Rennverlauf: So viel hatte ich mir für mein Heimrennen vorgenommen, nichts ist es geworden. Ich war in der Vorwoche krank gewesen, kaum genesen am Start, dazu das schlechte Wetter, schon am frühen Vormittag hat es zu nieseln begonnen, am Nachmittag bei meinem Start war die Straße klatschnaß, die Temperatur lag bei 9°! Und da soll man keinen Frust bekommen! Schon das Aufwärmen war eine Überwindung.

Ein kleines Häufchen Unentwegter hat sich bei diesem miesen Wetter am Start eingefunden, außer mir waren noch Groß, Gössler, Fladerer, Wulz, Handler, Mosler und Stenitzer, Forobosko, Stocker, Schebath und der Slowene Car an den Start gegangen. Groß, Gössler und Forobosko waren meine Favoriten, obwohl Letzterer sein erstes Kriterium bestritt, aber ich weiß, wie sprintstark er ist. Zu unterschätzen waren die alle nicht.

Aus der Anfangsphase des Rennens (von links): Stocker, Handler, ich, Wulz, Gössler und ganze vorne Stenitzer in der Zielkurve

Als wir gestartet sind, ist es mir noch saudreckig gegangen, aber sehr schnell habe ich ins Rennen reingefunden. Die Zielkurve, bergauf und eine Rechts-Links-Kombination mit einer praktisch nicht vorhandenen Zielgeraden ist mir sehr, sehr entgegengekommen. Gut, das habe ich schon vorher gewußt, entsprechend war meine Taktik etwas anders als in den Jahren zuvor. Habe ich damals andauernd attackiert, um die Gegner mürbe zu fahren und dann alleine wegzukommen, habe ich mich diesmal auf einen "Sprint" eingelassen, wohl wissend, daß die Position vor der Zielkurve ausschlaggebend war. Dennoch, die ersten beiden Wertungen war für mich außer Reichweite. Ich hatte da nicht den Funken einer Chance, aber das war mir  nur recht, denn ich wuß0te, ich mußte mindestens eine Wertung gewinnen, wenn ich da um den Sieg mitreden wollte. Leider hat der Groß Rudi Punkt um Punkt geholt und sehr schnell war klar, daß er, der zwar nicht sprinten kann, aber eine Mörderübersetzung durchdrückt, sich mit purer Rohrkraft die Punkte holt. Das schiere Gegenteil davon war der Gössler Ulli, der immer von viel zu weit hinten zum Sprint angesetzt hat und daher gegen den Rudi keine Chance hatte, aber regelmäßig seine Punkte geholt hat. Diese beiden waren für mich an diesem Tag nicht zu schlagen, der Kampf um Platz 3 aber war offen.

Nach Start/Ziel (von vorne): Stenitzer vor mir, Groß, Stocker, Gössler, Wulz und Car

Ein Blick ans Ende der Gruppe: Fladerer vor Stocker, Stenitzer und Mosler

Und darin lag auch meine Chance. Kurz vor der dritten Wertung bin ich dann wirklich weggekommen, alleine, ich hab´s gar nicht mehr geglaubt, aber die Säcke waren einen Moment unachtsam, ich hab eine Attacke verlängert, die dann irgendwie im Sand verlaufen war, und schon war ich weg. Den Vorsprung konnte ich relativ leicht halten, die Zielkurve war kein Problem, ich hab mich nicht mal mehr angestrengt, bin locker über den Zielstrich gerollt und hab mir die 5 Punkte abgeholt.

Nach halber Runde (von vorne): Stenitzer vor mir, Gössler und Stocker, dahinter ein kleines Loch, dann Gössler und Car

Meine Taktik war dann vor jeder Wertung dieselbe: hohes Tempo in der Runde davor, das Feld in die Länge ziehen, auf eine Attacke warten (die kam dann meist von Groß, selten von Gössler, meist war Forobosko als Schmarotzer hinten drauf) und da hab ich mich angehängt, hab mich nach der Abfahrt vorgedrängt und bin die Zielkurve von vorne gefahren. In den Wertungen 4 und 5 war ich auf diese Weise jeweils Vierter, hatte also vor der letzten Wertung insgesamt 7 Punkte und lag damit an der 3. Stelle.

Nach Start/Zielgerader, hier führe ich vor Stocker, Forobosko, Stenitzer und Fladerer

Das Schwierige beim Kriterium ist ja, immer über den aktuellen Punktestand im Bilde zu sein. Da heißt´s Kopfrechnen! An der Spitze lagen Groß mit 20 Punkten und Gössler mit 14, dann war ich mit 7 Punkten und hinter mir Forobosko mit 6 Punkten. Die weitere Reihung: Wulz 3, Stocker 2 und Car 1 Punkt. Alle anderen warteten noch bei 0 Punkten. Die Taktik war somit für die Schlußwertung klar: wollte ich einen Podestplatz, mußte ich nochmals punkten!

Stenitzer führt vor Groß und mir

Die vorzeitigen Attacken haben allesamt nichts eingebracht, geschlossen sind wir in die Schlußrunde, und da hat der Fladerer Peter urplötzlich angegriffen und ist weggefahren, der hatte zu dem Zeitpunkt noch null Punkte, hätte mir also nicht mehr gefährlich werden können. Das dachten sich wahrscheinlich auch alle anderen, denn niemand hat reagieret, alle haben sich gegenseitig angeschaut. Wenn das eine Aufforderung zum Nachfahren gewesen sein sollte, ist ihr niemand nachgekommen. Von Sekunde zu Sekunde ist der Vorsprung gewachsen. Ich bin natürlich auch nicht nachgefahren, mir war es nur recht, wenn ein Ungefährlicher die 5 Punkte wegnimmt. Für mich war ja der zweite Platz außer Reichweite, dazu fehlten mir 7 Punkte. Leider war aber auch für den Gössler Ulli der Sieg nicht mehr möglich, die ersten beiden Plätze waren also unumstößlich einbetoniert. Also kein Anreiz, keine Motivation mehr für diese beiden. Das war schlimm für mich, denn Forobosko, Wulz und Stocker hätten mit einem Sieg bzw. sogar einem vierten Rang (Forobosko) noch die Chance gehabt, mich abzufangen. Ich habe also noch voll fahren müssen!

Abfahrt (von vorne): Stocker, Forobosko, Stenitzer, Car und Fladerer

Die letzte Gerade vor der Zielsteigung (von vorne): Car vor mir, Groß, Gössler, Stocker, Forobosko und Fladerer

Wilde Jagd um die Punkte, hinten sind Mosler und Schebath abgerissen, vorne rechts ist die Zielsteigung zu erkennen

500 Meter vor dem Ziel war Fladerer scheinbar uneinholbar noch in Führung, dann hat in der Abfahrt runter in die Miulde der Gössler angegriffen, das Tempo war jetzt sehr, sehr hoch, von rechts hinten ist der Stocker Hans vorbeigeschossen, eine kurze Rangelei direkt vor mir mit Gössler, der sofort laut aufgeschrien hat, der Stocker hat zurückgezuckt. Beide waren einen Moment verunsichert, haben auch angesichts der rutschigen Kurve unten gebremst, ich bin direkt in der Kurve zwischen den beiden hindurch an die zweite Stelle gefahren, und mit dem Schwung an den Fladerer rangefahren. Unmittelbar vor der Zielkurve war ich dran, und weil ich um soviel schneller war als er, konnte ich diese erste Bergaufkurve auch ganz anders anfahren, ganz innen, das wäre die ideale Kurvenlinie gewesen, und ich bin an ihm vorbei.

Vor der Schlußwertung (von vorne): Wulz vor mir, außen Forobosko, innen Stenitzer

Nur geht diese Kurve dann halt ansatzlos in eine Linkskurve rauf zur Kuppe und zum Zielstrich über, und da hat es mich ganz rechts rausgetragen, ich war ja viel zu schnell - aber wer bremst denn schon 100 Meter vor der entscheidenden Ziellinie? Ich jedenfalls nicht, ich mußte, um einen Sturz zu vermeiden, ganz brutal nach links rüberziehen, und da war der Fladerer Peter, der keinen Zentimeter nachgegeben hat. Mir blieb nichts anderes übrig, als ihm übers Vorderrad zu fahren, er hat wutentbrannt laut aufgeschrien, und es tat mir ja wirklich leid in dem Moment, sein nicht jugendfreies Schimpfwort kann ich heute noch in den Ohren hören. Die Ereignisse haben sich jetzt überschlagen, denn ich hatte leider nicht den Spielraum, auf den ich gehofft hatte, denn direkt an meinem Hinterrad waren Gössler, Forobosko und Stocker, die durch diesen meinen Fahrfehler vorbeigezogen sind, der Fladerer hat mit der Wut im Bauch die Schlußwertung sogar noch gewonnen (Hut ab, tolle Leistung!), mir blieb leider nur der undankbare fünfte Rang, damit bin ich auf meinen Punkten sitzengeblieben. Und Forobosko hat gegen Gössler den Sprint um Platz 2 gewonnen, leider für mich, denn das waren die entscheidenden Punkte, mit denen er mich noch vom Stockerl schmeissen konnte!

Den dritten Platz hatte ich vor Augen gehabt, und er wäre auch ganz realistisch dringewesen, aber durch einen eigenen Fahrfehler hab ich ihn vergeben. Naja, ich war zwar im Vorjahr Österreichischer Vizemneister im Kriterium, aber ich bin ja als Nichtsprinter doch kein Kriteriumfahrer, daher kann ich einen solchen Fehler aus Routinemangel noch akzeptieren, aber es ist halt bitter, wenn sowas dann einen Podestplatz kostet!!!

Im Vorjahr die kaputte Schuhplatte, die mir einen Podestplatz gekostet hat, und ähnliche Mißgeschicke auch in den Jahren davor. Es wird langsam Zeit, daß ich dieses Scheißkriterium mal gewinne, sonst kriege ich noch einen Seiersberg-Komplex oder was ähnliches! Der Vollständigkeit halber: der Handler ist durch Defekt gleich am Anfang ausgeschieden, der Schebath Otto zweimal überrundet worden.

Ergebnis Kategorie Master 2/3: 1. Rudolf Groß (ARBÖ Raiffeisen Feld/See) 20 Punkte (Siegerschnitt 36,4 km/h), - 2. Ulrich Gössler (ARBÖ Volksbank Drahteisel Köflach) 16, - 3. Wolfgang Forobosko (ÖAMTC Raiffeisen Althofen) 9, - 4. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) 7, - 5. Peter Fladerer (ARBÖ Raiffeisen Feld/See) 5, - 6. Johann Stocker (RC UNION Haus/Ennstal) 3, - 7. Raimund Wulz (ÖAMTC RLM Kostel´s Radshop Grafenstein) 3, - 8. Ljubo Car (Slowenien, KK Rogla) 1, - 9. Gerhard Mosler, - 10. Bernhard Stenitzer (beide ARBÖ Raaba) beide 0 Punkte

 

Samstag, 9. Oktober 20109: Manfred-Meixner-Gedenkrennen, Bergzeitfahren Oberaich/Utschtal - Buschenschank Kohler, 3,6 km

Rennstrecke: Oberaich, Utschtal - Bergstraße zum Buschenschank Kohler, 3,6 km, Steigung bis max. 11 %, 330 Höhenmeter, Start 14.35 Uhr

Wetter: heiter, sonnig, leichter NW-Wind, 15°

Rennverlauf: Bereits zum 23. Mal veranstalten Ex-Profi Richard Nudl und sein Teamkollege Erwin Prodner dieses schon traditionelle Bergzeitfahren zum Buschenschank Kohler in Oberaich. Aber der Eindruck, den ich im Laufe dieser Saison gewonnen habe, hat sich hier eindrucksvoll bestätigt: es gibt in Österreich keine Rennfahrer mehr! Keine Ahnung, wohin die alle verschwunden sind! In den vergangenen Jahren waren hier weit über 100 Starter dabei, heute waren es gerade einmal 53. Das Wetter kann es nicht gewesen sein, das alle daheim festgehalten hat, denn es war ein wirklich herrlicher Spätherbsttag. Der Termin ist es auch nicht gewesen, denn in der Vergangenheit war dieses Rennen meist sogar eine oder gar zwei Wochen später am Terminkalender gestanden.

Die Leistungen aber waren an diesem schönen Tag außerordentlich. Die Tagersbrestzeizt des 35jährigen Peter Leitold von 10:41 ist beachtlich, der Streckenrekord des Grazer Profis Werner Faltheiner steht sein Jahren auf 9:50, und einzig Maurizio Vandelli war es in seiner Glanzzeit ebenfalls gelungen, hier unter 10 Minuten zu fahren.

Die Straße zum Buschenschank hinauf ist mittlerweile auch schon in die Jahre gekommen, ist kaum mehr befahrbar, denn auf den ersten Blick kann man gar nicht sagen, ob es sich hier um eine Asphaltstraße oder Naturstraße handelt. Man fällt von einem Schlagloch ins nächste. Und der Richi hat selbst diesmal gemeint, wenn die Straße nicht bald saniert wird (man munkelt, daß es im nächsten Jahr soweit sein wird), dann wird er sich wohl eine andere Strecke für sein Rennen suchen müssen.

Optimal aufgewärmt bin ich pünktlich um 14.35 Uhr mit der Startnummrer 35 am
Start gestanden. Der erste Kilometer ist ziemlich flach, ich bin mit 50/15 und 16 gefahren, dann wird die Straße ganz schmal und eng, führt am Waldrand entlang steil bergauf, ich habe auf 34/18 runtergeschaltet. Dort habe ich zum ersten Mal auch die Nummer 34 gesehen, der vor mir gestartet ist. Nach diesem guten halben Kilometer Steigung wird es für etwa 200 m ziemlich flach, es geht kurz durch den Wald, dann folgt im freien Gelände der nächste Anstieg, kurz und steil, und hier greift auch der Wind wieder voll an.

Ich komme meinem Vordermann immer näher, aber dann habe ich plötzlich zwei Fahrer vor mir. Es geht wieder in den Wald hinein, es folgt das schwerste und steilste Stück dieses Rennens, hier hat es jetzt gut 11 % und wegen der schlechten Straße ist es hier ganz schwer zu fahren. Holprige, unruhige Fahrbahn, ganz eng und schmal, es ist nicht mal einfach, da an einem langsameren Fahrer vorbeizufahren, denn die Straße ist nur etwa 2 Meter breit. Ich fahre zunäcvhst an der Nummer 33 vorbei, dann folgt die Nummer 32, danach wird es wieder flacher, es geht aus dem Wald hinaus zur 1000-m-Marke.

Ich versuche, jetzt noch einmal aufs Tempo zu drücken, aber es gelingt mir nicht. In den hohen Pulsbereichen kann ich gar nicht fahren, ich kriege einfach keine Luft. Ich begnüge mich dann damit, an der Nummer 34 vorbeizufahren, danach noch an der Nummer 31. Die letzte lange Gerade, die Zielgerade, ist erreicht, ich schalte runter, sprinte noch einmal mit aller Energie mit 34/17, rechts der sanfte Berghang mit vielen Zuschauern, vor mir der riesige aufblasbare Zielbogen, rechs und links die Bande mit Transparenten, das Flair ist wie bei einem ganz großen Rennen, und irgendwo rechts über mir sitzt der Richi in der Wiese und kommentiert übers Mikro den Zieleinlauf, und das macht er schon seit Jahren ganz gekonnt. Aber das alles täuscht darüber hinweg, daß ich nicht wirklich schnell bin. Und als ich mit 13:21 ins Ziel komme, weiß ich sofort, daß das niemals fürs Stockerl reichen wird.

Die Krankheit der vergangenen  Woche soll keine Ausrede sein, aber der daraus resultierende Trainingsausfall hat mich definitiv gehandikapt. Eine knappe Viertelstunde lang am Limit zu fahren, das ist nicht drin. Aber so wie voriges Wochenende das Kriterium, wo immer nur ein paar Momente volle Leistung gefahren wird, das ist damals gegangen. Und kaum steigt der Puls in den roten Bereich an, also über 160, bin ich sofort am Limit. Ein Zeitfahren, egal, ob bergauf oder flach, ist in diesem Zustand für mich das absolut Falsche.

Ergebnis Tageswertung absolut: 1. Peter Leitold 10:41, - 2. Helmut Wickl 10:54, - 3. Wolfgang Weisl 11:01, - 4. Bernhard Neff 11:03, - 5. Martin Spitzer 11:34, - 6. Christian Waldhör 11:36, - 7. Heimo Wedenhin 11:48, - 8. Otto Pabst 11:52, - 9. Daniel Schemmel 12:29, - 10. Josef Neff 12:30, - weiters: 24. Robert Bartonek 13:21

Ergebnis Altersklasse Männer 3: 1. Otto Pabst (HN Radcenter) 11:52, - 2. Werner Toth (RC ÖAMTC Tirol) 12:30, - 3. Josef Gugl (ARBÖ Elektro-Meisl Bruck/Mur) 12:35, - 4. Gerhard Pfeiffer (ARBÖ Elektro-Meisl Bruck/Mur) 12:36, - 5. Manfred Pirz (ARBÖ Selzthal) 13:04, - 6. Herbert Hörmann (RC Pekomo Stadl/Mur) 13:08, - 7. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) 13:21, - 8. Helmut Marchl (ARBÖ Elektro-Meisl Bruck/Mur) 14:00, - 9. Heribert Haring (HN-Radcenter) 14:31, - 10. Günther Meixner (ARBÖ Elektro-Meisl Bruck/Mur) 15:12

 

Sonntag, 10. Oktober 2010: Gran Premio Bizikel in Ptuj "in memoriam Jure Robic" (Slowenien), 105 km

Rennstrecke: Nova vas - Placar - Janezovci - Dolic - Svetinci - Levanjci - Spodnja Velovlek - Pacinje - Podvinci - Ptuj - Nova vas, 5 Runden á 21 km = 105 km, pro Runde 150 Höhenmeter = 750 Höhenmeter, Start 9.30 Uhr

Wetter: sonnig, heiter, windstill, 17°

Rennverlauf: Dadurch, daß hier ja auch die Unlizenzierten mit Tagespaß mitfahren können, gibt es immer ungewöhnlich große Starterfelder. Anscheinend hat sich diese Idee jetzt schon ganz gut durchgesetzt, nur erhöhte Aufmerksamkeit ist gefordert, denn die meisten können keine 10 Meter geradeaus fahren. Daher kommt es in den großen Gruppen immer wieder zu Stürzen infolge Unachtsamkeit und wegen diverser Fahrfehler. Ungewöhnlich auch, daß wir hier alle drei Masterklassen zusammen starten, 40+, meine 50+ und die 60+ fahren ein einziges Rennen und werden dann separat gewertet. Für mich ein großer Vorteil, erstens komme ich dadurch in den Genuß eines langen Rennens, das liegt mir, und zweitens kann ich in einer Gruppe mit den stärkeren Fahrern der jüngeren Klasse sein, auch das liegt mir. Und da ich mich vom Start weg auch ganz gut fühle, spekuliere ich gleich mit einem Top-10-Ergebnis.

Angesichts des Umstandes, daß gleich vom Start weg der erste Anstieg bevorsteht, fahre ich ganz vorne, aber es passiert nichts, alle fahren langsam und gemächlich drüber, wie bei einem Radwandertag. Eine längere Abfahrt folgt, dann der zweite Anstieg, auch da tut sich absolut nichts. Der ist deutlich länger und etwas steiler, aber auch nicht über 5 %, erst die Kuppe hat auf etwa 60 Metern Länge etwa 8 %. Nichts Aufregendes also, aber wenn da voll drübergesprintet wird, reicht es auch, um abzureißen. Die Abfahrt ist auch harmlos, flach, nur leichte Kurven, und obwohl wir auf schmalen Nebenstraßen unterwegs sind, gibt es kein Problem, denn das Feld von etwa 120 Fahrern zieht sich in die Länge, und nach den ersten beiden Anstiegen ist auch nur mehr knapp die Hälfte vorne dabei. Der Rest der Runde ist flach, erst auf den letzten 3 km wird es wieder etwas wellig. Ich benutze diese erste Runde, um mich optimal aufzuwärmen, dann arbeite ich mich wieder nach vor, und als es in Ptuj rechts weg in die Berge geht und wir nach etwa einem Kilometer wieder Start/Ziel passieren, habe ich mich ganz vorne eingereiht.

Aber wieder ist nichts passiert, und ich muß langsam einsehen, daß hier eine ganz schwache Konkurrenz unterwegs ist. Worauf warten die alle denn? Ich beherrsche mich und lasse mich von der allgemeinen Müdigkeit (Herbstmüdigkeit?) anstecken, werde nicht aktiv, bleibe unauffällig im Feld und warte vorerst mal ab. Obwohl das Rennen gleichmäßig langsam ist, wird unsere Spitzengruppe immer kleiner. Nach den beiden Anstiegen ist wieder eine ganz Menge Fahrer zurückgefallen, wir rollen gleichmäßig den Berg runter und in der Ebene wieder zurück nach Ptuj, dann beginnt die dritte Runde.

Ich fahre wieder ganz vorne in den ersten Berg rein, kann gleichmäßig ohne Probleme den ganzen Anstieg vorne mitfahren, und auch den zweiten längeren schaffe ich ohne viel Aufhebens. Nach der Abfahrt haben wir gerade mal 36,8 km/h Schnitt! Ich habe gut daran getan, mich nicht zu exponieren und unauffällig zurückzuhalten, denn mehr und mehr bekomme ich den Eindruck, daß hier doch ein paar ganz Starke  dabei sind, die sich nur nicht wehtun wollen und die Distanz einfach rumkriegen wollen. Keine einzige ernsthafte Attacke auf den ersten 50 Kilometern!

Gegen Ende der dritten Runde überstürzen sich die Ereignisse aber dann doch noch. Keiner hat mehr damit gerechnet, angetreten wird im Flachen, an einer völlig unauffälligen Stelle, und sofort setzen sich acht Mann ab. Ich selber bin auch überrascht worden, kann nur zusehen, wie die wegfahren. Aber damit ist der Kampf jetzt einmal eröffnet worden, und im Anstieg der vierten Runde geht es dann doch noch ordentlich zur Sache. Jetzt heißt es dranbleiben, ganz vorne, ja nicht abreißen lassen, eine vordere Position ist da ganz, ganz wichtig. Der erste Anstieg ist beinahe geschafft, als wir die acht Ausreißer wieder stellen, die sofort durchgereicht werden. Auch daran sieht man, wie schnell jetzt gefahren wird.

Am zweiten Anstieg kann ich nur mit allergrößter Mühe mithalten, mit einem Gewaltsprint auf der etwas steileren Kuppe kann ich gerade noch ans Ende der ersten Gruppe ranspringen, bin in der Abfahrt wieder dabei. Unten in der Ebene dann eine erste Bestandsaufnahme. Wir fahren wieder gleichmäßig langsam, aber der Haufen ist ziemlich zerzaust, ich zähle mal durch, wir sind noch 31 Mann, davon ganze drei Mann aus meiner Kategorie. Die einzelnen Klassen kann man schön auseinanderhalten, weil sie andersfarbige Startnummern am Rücken haben. Zusätzlich wird hier - man glaubt es kaum - mit Transpondern an der Gabel gefahren!

Gegen Ende der vorletzten Runde geht es dann plötzlich mit meinen Kräften steil bergab. Jetzt rächt es sich, daß ich vorige Woche krank war, daß ich seit gut einem Monat keine langen Distanzen mehr trainiert habe, und alle Rennen auch ganz kurz gewesen sind. Obwohl ich kein einziges Mal bisher im Wind gestanden bin, sind meine Energien und Reserven weg. Es geht in die letzte Runde, wieder fahre ich ganz vorne in den ersten Anstieg rein, diesmal aber geht es ums Überleben. Gegen Ende spüre ich rechts und links die Krämpfe kommen, ich zwinge mich, keinen schnellen Tritt zu machen, denn ich weiß, dann ist der Krampf sofort da. Am Ende der Gruppe fahre ich in die Mulde runter, am anderen Ende geht es am zweiten Berg wieder hoch. Das ist jetzt der längere, ich fahre an zweiter Stelle in die Steigung rein, mehr kann ich nicht tun. Leider steht dann die ganze Gruppe mal kurz, das ist tödlich für mich, denn ich weiß, dann wird explosiv angetreten und den Berg raufgefetzt. Noch ein paar Schluck Magnesiumwasser, ich halte das Tempo gleichmäßig, die einzige Chance, die ich habe, ich bin auch gleich ganz vorne, fahre abver weiter.

 


Gratis Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!