rob1958's Webseite

Rennberichte 2010/ab

Juli 

 

Und hier noch ein paar Fotos vom letzten Rennen, vom Kriterium in Wiener Neustadt:

 

Ebermann vor Schäbinger, Sattler und mir

 

Samstag, 24. Juli 2010: Giro del Polesine um das Memorial Sandro Cappellini, 1. Etappe: Straßenrennen mit Start und Ziel in Rovigo (I), 74,5 km

Rennstrecke: Rovigo - Sarzano - Villadose - Cicese - Adria - Curicci - Papozze - Burchio - Isolella - Villanova Marchesana - Ponte - Crespino - Gavello - San Cassiano - Selva - Rena - Guarda Veneta - Pontecchio Polesine - Borsea - Rovigo, 74,5 km, 50 Höhenmeter, Start 14.50 Uhr

Wetter: strömender Regen, starker N- bis NW-Wind, 15° C

Rennverlauf: Leider hat es so stark geregnet, rundherum war alles zu, kein Ende des Regens in Sicht. Also mußte ich mich darauf einstellen, wieder mal ein Regenrennen zu bestreiten. Die Motivation war dementsprechend. Das Wichtigste war, keine Zeit heute zu verlieren. Die Strecke kannte ich ja noch aus dem Vorjahr, heuer sind wir haargenau dieselbe Route gefahren. Lange Gerade, breite Straßen, ich habe mich ziemlich ruhig verhalten, unauffällig, bin am Ende des Feldes mitgefahren.

Ich habe einfach darauf spekuliert, daß sich in den ersten beiden Dritteln des Rennens nichts tun wird. Ich kenne ja die Italiener. Die machen keinen Tritt zuviel, und schon gar nicht bei einem solchen Sauwetter. Genauso ist es auch gekommen. Kilometer um Kilometer sind wir schnell, zügig, gleichmäßig dahingefahren. Für mich als Brillenträger ist es bei einem solchen Wetter nicht einfach, wenn man den ganzen Dreck von den Hinterrädern genau ins Gesicht geschleudert kriegt. Wenn man andauernd die Brillen abwischen muß und dabei aber nur den Dreck verschmiert. Wenn der Sand in die Augen kommt, in den Mund, in die Ohren, wenn die Zähne knirschen.

Die Mannschaft aus Rovigo um den Kapitän Alfio Maracani war immer an der Spitze zu finden, Maracani selber ist auch ganz vorne gefahren. Aber solange der nicht ganz vorne aufgetaucht ist, wird sich wohl nichts tun, habe ich mir gedacht. Und genauso ist es auch gekommen. Ein paarmal haben andere Fahrer ihr Heil in der Flucht versucht, aber alle sind sofort wieder zurückgeholt worden. Also habe ich auf die Mannschaftsarbeit der Roviger vertraut und es mir am Ende des Feldes gemütlich gemacht.

Kurz vor dem Ziel bin ich dann nach vorne gefahren, nach ca. 55 km, das waren knappe 20 km vor dem Ziel. Nicht zu früh, denn kaum war ich vorne, haben die ersten Attacken begonnen. Und sofort konnte ich sehen, wer da welche Ambitionen hatte. Maracani hat immer seine Helfer nachgeschickt, die jede Attacke im Keim erstickt haben. Also würde alles auf einen Massensprint rauslaufen. Konnte mir nur recht sein.

Durch die vielen Attacken und den unruhigen Rennverlauf ist das Feld schnell dezimiert worden. Es war ein Kampf einzelner Fahrer gegen die Roviger Mannschaft, die sich natürlich, konsequent wie sie jedem immer sofort nachgefahren sind, durchgesetzt hat und die Gruppe kompakt ins Finale geführt hat.

34 Mann kommen dann wieder zurück nach Rovigo, auf der östlichen Umfahrungsstraße, der Strada Nationale, sind wir nach Norden gefahren, und von dort dann auf der Hauptstraße rein nach Rovigo, also wieder nach Süden. Eine breite, schnurgerade 4 km lange Zielgerade. Der absolute Traum eines jeden Sprinters.

Ich habe mich ganz vorne eingereiht und versucht, diese Position so lange wie möglich zu halten. Im Regen bin ich immer etwas ängstlicher als normal, und so bin ich dann bei der Entscheidung auch nicht mehr ganz vorne dabeigewesen. Naja, bin irgendwo in der Mitte der Gruppe über den Zielstreifen gerollt. Die Taktik war aufgegangen, ich hatte nicht eine Sekunde verloren, am morgigen zweiten Tag sind noch alle Chancen intakt.

Der Sieg ist an den hohen Favoriten gegangen, an Alfio Maracani vom VC Due Torre Rovigo. Der Typ ist ein begnadeter Sprinter, aber auch in allen anderen Disziplinen absolute Spitze. Und mit diesem Sieg hat er seine Anwartschaft auf den Gesamtsieg schon mal ganz dick unterstrichen. Aber das habe ich ja schon vorher am Rennverlauf erkennen können. Der Gesamtsieg führt hier nur über ihn.

Sieg für Maracani

Die zweite Gruppe kommt ins Ziel

Meine Haut war ziemlich schrumpelig, das ganze Zeug durchnäßt, aber es war wenigstens nicht saukalt, die Temperaturen waren erträglich.

Ergebnisse Kategorie Gentlemen: 1. Alfio Maracani (VC Due Torre Rovigo) 1:53:15 (Siegerschnitt 39,2 km/h), - 2. Paolo Giolitti (VC Cremona), - 3. Flavio Manavello (Amici della Bicicletta), - 4. Salvatore Caruso (GS Cicli Pinarello Torino), - 5. Sergio Nino (VC Valdoranzo), - 6. Riccardo Acuto (GS Cicli Pinarello Torino), - 7. Giovanni Natale (UDACE Bologna), - 8. Claudio Martina (VC Cremona), - 9. Franco Stroppiana (GS Cicli Barbiato), - 10. Marco Farina (GS Desenzano del Garda), - weiters: 21. Robert Bartonek (GS Tecnoimpianti Padova), alle gleiche Zeit

 

Sonntag, 25. Juli 2010: Giro del Polesine um das Memorial Sandro Cappellini, 2. Etappe: Straßenrennen mit Start und Ziel in Rovigo (I), 108 km

Rennstrecke: Rovigo - Bornio - Lendinara - Saguedo - Villa Fora - Colombano - Badia Polesine - Il Capitello - Salvaterra - Crocetta - Panizza - Ganda - Castelguglielmo - Bagnolo di Po - Runzi - Chiaviene - Zampine - Ospitaletto - Gambaro - Pincara - Fiesso Umbertiano - Case via Base - Capitello - Rezzo - La Crosara - Canaro - Piacentina - Gurzone - Occhiobello - Santa Maria Maddalena - Sabbioni - Garololo - Polesella - Borsao - Borsea - Rovigo, 108 km, 55 Höhenmeter, Start 8.40 Uhr

Wetter: bewölkt, teilweise sonnig, starker NW-Wind, kühl und frisch, 14° am Start, 18° im Ziel

Rennverlauf: Nachdem es kurz vor dem Start noch vom nächtlichen Gewitter aufgetrocknet hat, ist einem idealen Renntag nichts mehr im Wege gestanden. Heute also war die lange Etappe dran, die 108 km sind zwar flach, aber eintönig von der Landschaft her. Und wie üblich waren diese 108 km auch heftig umkämpft. Zumindest die 34 Spitzenreiter von gestern haben noch alle Chancen, und die zweite Gruppe war gestern auch nicht allzu weit hinten, gerade mal zweieinhalb Minuten, die sehen auch noch ein paar Möglichkeiten.

Gleich vom Start weg wurde heftig um die vorderen Positionen im Feld gekämpft, und auch gleich attackiert. Da lag eine Vorentscheidung irgendwie in der Luft, auch Maracani hat fest mitgemischt, und da bin ich auch nach ganz vorne gefahren und habe mich vorne eingereiht. Marchiori als Maracani-Helfer hat viel getan, ist sehr aktiv und offensiv gefahren, der hat was im Schilde geführt. Er war gestern nicht in der großen ersten Gruppe gewesen, hat also was gutzumachen. Und solange Maracani dabei ist, kann er ihm nichts wegnehmen. Also habe ich mir vorgenommen, die beiden nicht aus den Augen zu lassen. Der eine geht auf die Etappe los, der andere auf den Gesamtsieg. Wäre doch gelacht, wenn ich das nicht ausnützen könnte!

Ich habe die Entscheidung förmlich gerochen, und richtig, als Marchiori angetreten hat, ist Guidolin sofort nachgezogen, an seinem Hinterrad Maracani, der seinem Teamgefährten also doch nachgefahren ist, ich habe nicht gezögert, war der Dritte im Bunde, und als ich mich umdrehe, sehe ich Parpaiola an meinem Hinterrad. Der Typ fährt total ungleichmäßig, der kann ohne weiteres gewinnen und am nächsten Tag Letzter werden. Ich glaube, das halbe Feld hängt hinten an uns dran, aber egal, ich darf jetzt keinen Tritt auslassen, das Tempo liegt bei über 60 km/h, das ist eine ganz wilde Fetzerei. Eine kleine sekundenschnelle Unachtsamkeit, und man fliegt aus der Staffel raus - auf Nimmerwiedersehen! Das liebe ich am italienischen Radsport, wenn die zur Sache gehen, dann hundertprozentig, nicht so schwuchtelig wie bei uns daheim, wo immer nur alles angedeutet wird!

Bereits nach 6 km sind wir dem Feld davongefahren, die Gruppe ist inklusive mir 12 Mann stark, Maracani im Gelben Trikot ist dabei, und er hat nicht weniger als vier Helfer dabei, mit ihm sind also fünf Roviger Fahrer dabei, die halbe Gruppe beinahe! Kann sowas Zufall sein?

Das Loch hinter uns wird immer größer, und ich muß schon sagen, so wie wir fahren, ist das Ziel schon in ein paar Minuten erreicht, das Tempo schwankt zwischen 52 und 55 km/h! Alle reihen sich brav ein, jeder nimmt seinen Teil der Führungsarbeit, ich kann mich da nicht drücken, denn dann bin ich ganz schnell im Abseits. Natürlich nehme ich nicht so viel wie die anderen, ich schwenke meist nach 10 bis 12 Sekunden wieder weg. Denn natürlich sollen die Roviger den Löwenanteil der Führungsarbeit erledigen, schließlich sind die doch zu fünft. Der Vorsprung wird ständig größer. Ob  das schon die Entscheidung ist? Ich wage noch nicht daran zu denken, denn noch liegt die beinahe ganze Etappe vor uns. Und die ist lang, da kann sich noch viel tun.

Die Roviger sind gut organisiert, nicht nur im Rennen, sondern auch von außen. Pausenlos werden sie über den Vorsprung unterrichtet, und so kriege ich auch mit, wie wir immer mehr Zeit und Abstand zwischen uns das Feld bringen. In dieser Phase sieht es aus, als könnte uns nichts und niemand aufhalten. Nach 40 km haben wir 3 Minuten Vorsprung, das Tempo fällt keinen Deut ab, alle drücken sie immer wieder und wieder, als ob ihnen der Leibhaftige persönlich im Nacken säße. Meine Substanz reicht noch, ich schaffe es ganz geschickt, so wenig wie möglich zu führen, investiere kaum was, aber durch das hohe Tempo führt jeder nur ganz kurz, so komme ich immer wieder ganz schnell an die Reihe. Kaum Zeit zum Verschnaufen. Nach 50 km sind es 5 Minuten, nach 55 km dann schon 6 Minuten. Langsam schwinden meine Kräfte.

Es geht kreuz und quer hin und her, durch die häufigen Richtungswechsel, Abzweigungen und Kurven ändern wir auch andauernd die Windrichtung, das ist auch nicht einfach, sich alle paar Meter umzustellen. 60 km lang läuft alles wie am Schnürchen, dann ist der Wurm drin. Von einer Sekunde auf die andere. Anscheinend sind die anderen auch schon angeschlagen, und die glauben jetzt, daß der große Vorsprung wohl ausreichend ist, wollen sich jetzt eine Auszeit gönnen. Zunächst einer, dann drei, dann fünf, und mit einem Mal führt nur mehr der VC Rovigo.

Ich habe kapiert, stelle jegliche Arbeit ein und ziehe mich ans Ende der Gruppe zurück. Jetzt wird´s typisch italienisch. Lautstarke Debatten setzen ein, jeder schreit wild herum, fuchtelt mit den Händen, unterstreicht mit ordinären Flüchen. Da sind sie alle in ihrem Element. Und die steigern sich derart rein, daß ich schon glaube, daß sie sich jetzt jeden Moment an die Gurgel springen werden. Vor allem die vermeintlich Angeschlagenen haben unglaublich viel Luft zum Schreien. Wenn die nur die Hälfte davon zum Fahren verwenden würden, dann wäre unser Vorsprung noch ein paar Minuten größer! Ich muß schmunzeln. Im Grunde geht es nur darum, daß jetzt keiner mehr einsieht, für den VC Rovigo zu arbeiten.

Jetzt wird es gefährlich, denn unrhythmisch wird angetreten und schnell gefahren, danns teht die Gruppe wieder, dieses Herumgetue kostet zwei Mann den Anschluß, und das waren zwei Helfer von Maracani! Klar, die haben ordentlich gerackert, die sind mit ihren Kräften am Ende. Die Harmonie der Gruppe ist endgültig dahin. Ich kenne dieses Ritual ja zur Genüge, es steht jetzt nur mehr eine Frage im Raum: Früher oder später wird sich eine kleine Gruppe aus unserer Gruppe lösen und alleine das Tempo wieder aufnehmen. Werden die sich jedoch ins Ziel retten können? Noch gut 40 km, der Vorsprung ist auf vier, dann auf 3 Minuten geschmolzen.

Maracani schreit herum, der sieht also auch die Gefahr, die jetzt von hinten droht, denn die Verfolger wittern natürlich auch ihre Chance und kommen stetig näher. Hin und wieder reißt einer aus unserer Gruppe ab, und einige Male muß ich auch ganz gehörig hinhalten. Das ist beileibe keine Spazierfahrt für mich, obwohl ich nur mehr ganz selten führe. Ganz will ich mich von der Arbeit auch nicht drücken, denn zu schnell nur werden sie auf mich aufmerksam. Und das will ich unbedingt verhindern. Wenn dann der Kampf jeder gegen jeden ausbricht, dann möchte ich nämlich auch noch mitmischen!

Die Gruppe wird immer kleiner, der Vorsprung schmilzt, ich beginne zu ahnen, daß sich das nicht mehr ausgehen wird. Und wir haben genau 88 km in den Beinen, als ich mich einmal umdrehe und hinter mir die Verfolger sehe. Ganz weit hinten zwar, aber immerhin! Und ich weiß, daß die natürlich uns auch sehen - und zwar ständig! Irgendwie schade, wenn wir jetzt eingeholt werden sollten, viel zu viel habe ich investiert, seit mehr als 80 km sind wir an der Spitze und haben alles gegeben. Spo gut ich mich vorhin gefühlt habe, so dreckig geht es mir jetzt. Vor allem mental ist das ein Schlag, daß die Verfolger so schnell näherkommen. Laß dich nicht hängen, rede ich mir immer und immer wieder ein, deine ganz große Chance kommt in dem Moment, wo die Verfolger das Loch zufahren werden. Aber du hast nur mehr diese eine Chance!

Ein paar Kilometer kommen wir noch näher zum Ziel, dann sind die Verfolger da. 96 km ist das Rennen alt, es fehlen noch gerade 12 km bis ins Ziel! Das wird eine höllisch schwere Etappe noch, denn meine Kräfte sind auch nicht mehr frisch und vollzählig, ich bin schon einigermaßen angeschlagen, kann es aber gerade noch verbergen. Und jetzt gilt alle Konzentration dem Moment, in dem das Feld aufschließt - die allerletzte Chance!

Wie von der Tarantel gestochen springt Maracani weg, Parpaiola ist sofort an seinem Hinterrad, ich reagiere auch, komme aber nicht so schnell hin, und dann ist da plötzlich Guidolin dazwischen, dankbar schnappe ich dessen Hinterrad, und auf geht die wilde Jagd! Maracani zieht wie ein Weltmeister, der setzt ungeahnte Kräfte frei! Dann übernimmt Parpaiola, dann Guidolin, die wissen ganz genau, worum es geht, mit 53/14 und 15 fahren wir mit 54 km/h dem Ziel entgegen - ich wage keinen Blick zurück, habe gar nicht die Kraft, den Kopf zu drehen! Ich komme an die Reihe, fahre nur durch, habe riesige Mühe, dahinter wieder ans Hinterrad zu kommen, schaffe es gerade noch, der Puls geht auf 180 rauf, dann auf 182, 184, und schon bin ich wieder an der Reihe, jetzt schnalzt er auf 190 rauf, und ich weiß, daß ich jetzt jeden Moment ein großes Problem bekomme!

In einer scharfen Kurve riskiere ich einen schnellen, kurzen Blick zurück, und was ich da sehe, beruhigt mich einigermaßen: im Feld gibt man sich anscheinend damit zufrieden, den Rest der Spitze eingeholt zu haben. Wir haben schon einen schönen Vorsprung, an die 200 Meter etwa, und hinten fahren sie auch deutlich langsamer. Quälend langsam ziehen sich die Kilometer dahin, noch 10 km, noch 8 km, noch 7 km. Während ich noch verzweifelt nach Luft schnappe, nehmen Guidolin und Parpaiola die Beine hoch und lassen Maracani alleine schuften. Und der schafft es doch tatsächlich, solo eine halbe Minute herauszufahren!

Doch so schnell geben sie im Feld dahinter nicht auf, die attackieren jetzt auch, die Verfolgergruppe zersplittert, es bilden sich mehrere kleinere Gruppen, zwei Mann können sich absetzen, und da wir nur mehr mit 40 bis 41 km/h unterwegs sind, kommen die beiden auch näher, und 4 km vor dem Ziel sind sie da. Jetzt sind wir zu sechst. Noch 3 km, noch 2 km. Der Abstand wird minimal kleiner, aber es MUSS sich ausgehen!

Ich habe den Kopf andauernd hinten, kann förmlich riechen, wie sie heranfliegen, wie sie schnell näherkommen. Noch 1500 m, noch 1200 m, wir haben noch 20 Sekunden, dann noch 15 Sekunden. Das wird verdammt knapp! Plötzlich führt Maracani einen wilden Sprint, und wir müssen alle fünf alle Kraft zusammennehmen, um da sein Hinterrad zu halten! Schnell geht der Vorsprung wieder in die Höhe, hinten resignieren sie, nehmen die Beine hoch - das hätte ich nie gedacht!

Und mit der Gewißheit, daß unsere Gruppe den Tagessieger stellen wird, werde ich übermütig. Was habe ich schon zu verlieren? Den Sieg kann ich nur erreichen, wenn ich solo komme, also nichts wie weg von der Gruppe! Ein harter Antritt, keiner hat damit gerechnet, ich bin schon alleine, als ich bei der 1000-m-Marke vorbeiflitze. Wie schwer es plötzlich ist, nur 40 km/h zu fahren! Scheiße, der Vorsprung reicht nicht aus, sie kommen wieder, noch 600 m, noch 400 m, dann sind sie wieder da, fliegen vorbei, ich kann nicht mehr reagieren, werde durchgereicht, und rolle als Sechster über den Zielstreifen.

Sprint der Verfolger

Mein Glück aber ist, daß zwei von meiner Gruppe gestern nicht in der großen Spitzengruppe waren, dadurch werde ich in der Gesamtwertung Vierter! Der groe Sikeger aber ist Alfio Maracani, der beide Etappen gewinnt und natürlich auch die Gesamtwertung - und sein Sieg fällt viel klarer und deutlicher aus, als es die Tabelle widerspiegelt, nämlich zeitgleich mit dem Zweiten bis Vierten - in Wahrheit war er nie in Gefahr!

 

Die beiden großen Verlierer dieses zweiten Tages: Verza und Pagnin, die es nicht schaffen, in die ersten zehn zu kommen!

Vittorio Parpaiola

Die Torte, die der Sieger anschneidet

Ergebnisse Kategorie Gentlemen: 1. Alfio Maracani (VC Due Torre Rovigo) 2:28:45 (Siegerschnitt 42,7 km/h), - 2. Alessandro Marchiori (VC Due Torre Rovigo), - 3. Luciano Guidolin (GS Aliplast Zerotino), - 4. Vittorio Parpaiola (GS Cicli Morbiato), - 5. Luigi Pegoraro (GS Iperlando) , 6. Robert Bartonek (GS Tecnoimpianti Padova), alle gleiche Zeit, - 7. Spartaco Marchini (GS Pennelli Cinghiale) -1:25, - 8. Michele Rosa (GS Pennelli Cinghiale), - 9. Fabrizio Verza (GS Avesano Bike), - 10. Mauro Meggiolaro (GS Avesano Bike), alle gleiche Zeit

Gesamtwertung Giro del Polesine, Endstand: 1. Alfio Maracani (VC Due Torre Rovigo) 4:22:00 (Siegerschnitt 41,1 km/h), - 2. Luciano Guidolin (GS Aliplast Zerotino), - 3. Vittorio Parpaiola (GS Cicli Morbiato), - 4. Robert Bartonek (GS Tecnoimpianti Padova), alle gleiche Zeit, 5. Michele Rosa (GS Pennelli Cinghiale) -1:25, - 6. Fabrizio Verza (GS Avesano Bike), - 7. Alessandro Marchiori (VC Due Torre Rovigo) -2:24, - 8. Luigi Pegoraro (GS Iperlando), gleiche Zeit, - 9. Mauro Padovan (Bre-Fer Team) -2:35, - 10. Dario Selmin (GS Cicli Morbiato), gleiche Zeit

 

Samstag, 31. Juli 2010: Bergrennen in Kitzbühel auf das Kitzbüheler Horn, 7,3 km

Rennstrecke: Kitzbühel, Hauptplatz, neutralisiert bis zur Horn-Auffahrt, Högler-Brücke, dort offizieller Start, dann auf der Horn-Panoramastraße bis zum Alpenhaus auf 1670 m Seehöhe, 7,3 km, 870 Höhenmeter, Steigung max. 22 %, Startzeit 10.45 Uhr

Wetter: sonnig, heiß, leichter Wind, 21°

Ein Anblick, der immer wieder Herzklopfen verursacht

Erinnerungen werden wach an Millionen vergossener Schweißtropfen

Rennverlauf: Hell, I´m back! Nach vielen Jahren wieder einmal in Kitzbühel am Start! Und sofort ist das vertraute Flair wieder da, die gespannte Stimmung, die nervliche Anspannung, hier am Hauptplatz in Kitzbühel. Man trifft hier viele alte Bekannte, vor allem solche, die ich jahrelang nicht mehr gesehen habe, wie zum Beispiel den Mattersberger Ulli mit Frau, der Kreuzer Otto ist auch wieder da, all die alten Haudegen, mit denen ich mir schon vor Jahrzehnten so viele Kämpfe geliefert habe.

Das Streckenprofil

Leider ist das Rennen für mich zu Ende, bevor es noch - offiziell - begonnen hat. Ich mußte mich ganz hinten anstellen, weil sie mich vorne nicht mehr reingelassen haben, und die ersten Startreihen für die Elitefahrer reserviert waren. So ein Schwachsinn, aber dann einen fliegenden Start machen! Das Vorausfahrzeug ist dann mit 10 km/h dahingeschlichen, durch die engen Kitzbüheler Gassen runter zur Hauptstraße. So langsam kann man doch gar nicht fahren, jedenfalls die meisten nicht. Schon nach etwa 50 Meter knallt mir hinten rechts einer in das Hinterrad rein, der leichte Anprall genügt, daß er mich umwirft. Ich springe sofort wieder auf, fluche, fahre aber weiter, es ist eigentlich ja gar nichts passiert, außer daß ich am linken Knie wie verrückt blute. Gut, das ignoriert man natürlich bei der Adrenalinausschüttung während eines Rennens. Das böse Erwachen kommt ein paar Minuten später.

Rundherum fluchen alle, weil wir so langsam fahren. James Latimer etwa meint neben mir, er könne gar nicht so langsam fahren, das sei sehr gefährlich! Dann der offizielle Start bei der Höglern-Brücke, und sofort geht´s mit Puls 180 rein in die Steigung. Ich fahre die Übersetzungen, die ich hier schon vor 20 Jahren gefahren bin, habe mir die Zahnkränze 21, 23 und 25 montiert, fahre vorne jedoch im Gegensatz zu früher mit einem 34er-Blatt und einer Kompaktkurbel.

Die erste Steigung geht mit dem 21er-Kranz, bald darauf jedoch, als sich das 165-Mann-Feld ganz gehörig schon in die Länge gezogen hat, muß ich aufs 23er schalten. Ein paar Kurven, ich keuche ganz gehörig, dann geht´s in den Wald rein, und als ich wieder rauskomme, wird die Steigung flacher, fast eben rolle ich etwa hundert Meter hin zur Mautstelle. 2,5 km sind geschafft, in gut 9 Minuten. Das darf man natürlich nicht hochrechnen, denn dann käme man ja auf eine Endzeit von 27 Minuten.

Gleich hinter dem Mauthäuschen scheint die Straße in den Himmel raufzuwachsen. Instinktiv der Griff zum Schalthebel und, klick, nichts tut sich. Noch ein Versuch, ehe ich es kapiere: beim Sturz oder schon vorher beim Anprall des Fahrers hinter mir hat sich der Werfer so weit verbogen, daß ich den größten Kranz, den hier lebenswichtigen, nicht mehr reinbringe! Ich drücke und drücke den Hebel, aber beim Werfer rührt sich nichts. Und dann geht auch das 23er nicht mehr, die Kette geht zwar vom 21er rauf, springt aber sofort wieder runter. Ich muß mit dem Zeigefinger oder Mittelfinger der rechten Hand den Schalthebel (Campagnolo-Schaltung!) nach links gedrückt halten - na, dann macht das mal das ganze Horn rauf! Abgesehen davon, daß die Übersetzung sowieso um 2 bis 3 Zähne zu hart ist. Ich schwöre euch, wenn ich den Hundesohn hier an Ort und Stelle bei der Gurgel gehabt hätte, ich hätte - Anstrengung hin, Anstrengung her - so zugedrückt, daß er tot gewesen wäre!

Ich möchte euch eine weitere Schilderung ersparen, innerhalb kürzester Zeit habe ich nur mehr aus Schmerzen bestanden, es war wie ein Schwimmen in einem Meer aus Schmerzen, dazu ein Krampf in der rechten Hand vom dauernden Drücken am Schalthebel, und wenn der Druck mal ein klitzekleines Bißchen nachgelassen hat, ist die Kette zur Strafe sofort aufs 21 runtergesprungen - das war kein Fegefeuer mehr, das war die reinste und pure Hölle!

Der Schlußkilometer, unmittelbar vor dem Alpenhaus

Mehr tot als lebendig habe ich dann die quälend lange Querfahrt vor dem absoluten Steilstück erreicht. Die Steigung beträgt hier für mehrere hundert Meter 18 % und gipfelt dann in einer Kuppe von 22 %! Dort ist dann auch gleichzeitig die 1000-m-Marke. Ich sage euch, selten habe ich so gelitten, noch nie mußte ich derartige Schmerzen ertragen. Dazu gibt´s nur ein einziges Wort: unbeschreiblich. Die menschliche Sprache hat kein Wort dafür, und auch nicht für diese masochistische Dummheit, da nicht einfach umzudrehen und wieder runterzufahren!

Als ich diese Stelle passiert hatte, war der Rest wie eine Erholung. Es war eine Befreiung, ich habe die rechte Hand auf den Lenker gelegt, weg vom Bremsgriff mit dem Schalthebel, sofort ist die Kette runtergesprungen, aber ich habe wie befreit durchatmen können. Man hört vom Alpenhaus oben schon den Sprecher, jedes Wort, der hat die Zieleinläufe der einzelnen Fahrer durchgesagt, ich habe das alles Wort für Wort mitbekommen, obwohl ich nichts davon gesehen habe, dann die letzte Kurve, ein letzter Sprint rauf zum Alpenhaus, über den Zielstrich und dort spüre ich dann erstmals die Gänsehaut am Rücken, den eiskalten Schweiß, der mir aus allen Poren bricht, und ich sehe wahrscheinlich aus wie eine mumifizierte Leiche aus dem alten Ägypten. So ähnlich müssen sich die Grabräuber gefühlt haben, wenn sie die Pharaonengräber geschändet haben! - Auf den Tagessieger habe ich zweieinhalb Minuten pro Kilometer verloren!!!

Das Erstaunliche: ich bin nicht mal Letzter geworden! Aber all der Aufwand, alles das für nichts und für gar nichts! Rausgeschmissenes Geld, alles umsonst, nur weil so ein Arschgesicht nicht geradeaus fahren kann! Nie zuvor bin ich so langsam aufs Horn gefahren, nie zuvor mit so harter Übersetzung, nie zuvor mich so sinnlos geschunden!

Noch ein Wort zum Ergebnis: mit dem Sieg von Leopold haben nicht viele gerechnet, der war eine totale Überraschung, genauso wie die mannschaftliche Leistung des Teams Radland Tirol, die mit Totschnig, Konrad, Kirchmair und Wöhrer gleich vier Mann unter die zehn Tagesschnellsten bringen, mit Totschnig den 2. Platz in der Eliteklasse stellen (Silbermedaille) und in der U-23-Wertung die ersten vier Ränge belegen! Der zweite Gesamtrang von Felix Spensberger, dem bayrischen Junior, wundert da eigentlich nicht mehr, der fährt schon seit Jahresbeginn in dieser Form. Insgesamt 7 Fahrer scheiden aus, erreichen das Ziel nicht. Für ein 7-km-Bergrennen eine verdammt hohe Ausfallsquote! Mit 165 Startern aus 5 Nationen gab es ein erstaunlich großes
Starterfeld diesmal!

Toll auch die Leistung von Andrea Knapp, die erstmals aufs Horn gefahren ist, und in ihrem allerersten Lizenz-Jahr überhaupt gleich unter einer Stunde geblieben ist, in 55:57 wurde sie Achte bei den Frauen-Elite!

Die drei Tagesschnellsten, von links: Felix Spensberger, Gesamtzweiter und Juniorensieger, Hans-Jörg Leopold, Tagesschnellster und Sieger der Elite-Klasse, und Hans-Peter Obwaller, Dritter und Sieger der Amateurklasse

Ergebnis Tageswertung absolut: 1. Hans-Jörg Leopold (RC ARBÖ Graf St. Andrä) 30:14, - 2. Felix Spensberger (BRD, Corratec Quest) -0:12, - 3. Hans Peter Obwaller (Roadbike Holidays KTM) -0:41, - 4. Harald Totschnig (Tyrol Team Radland Tirol) -1:11, - 5. Patrick Konrad (Tyrol Team Radland Tirol) -1:20, - 6. Stefan Kirchmair (Tyrol Team Radland Tirol) -1:30, - 7. Roman Gredler (RC Union Raiffeisen Radteam Tirol) -1:41, - 8. Andreas Ortner (BRD, Corratec Quest) -1:48, - 9. Philip Götsch (Italien, Roadbike Holidays KTM) -2:09, - 10. David Wöhrer (Tyrol Team Radland Tirol) -2:16, weiters: 140. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -19:35

Ergebnis Kategorie Master 2-6: 1. Michael Plattner (Toni´s Pro-Shop Kirchberg/Tirol) 37:45, - 2. Ullrich Mattersberger (RC Sparkasse Figaro Lienz) -1:13, - 3. Johann Taucher (ARBÖ Kindberg) -1:58, - 4. Gerhard Härtl (BRD, RC Grünberg) -3:47, - 5. Janusz Gyula (Ungarn) -5:54, - 6. Peter Stankovic (Aufi & owi Sport-Wielander) -6:51, - 7. Gerald Leutgeb (SC Tiroler Radler Bozen) -7:33, - 8. Bernhard Luffer (BRD, RC Concordia ´86 München) -10:54, - 9. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -12:03, - 10. Otto Kreuzer (BRD, E-Racers Augsburg) -13:33

 

Donnerstag, 5. August 2010:  Straßenrennen um die Trofeo San Lorenzo e sportivi di Liettoli in Liettoli Campolongo Maggiore, 58,5 km

Rennstrecke: Liettoli Campolongo Maggiore - Sandon - Bosello - Fosso - Camponogara - Prozzolo - Campagna Lupia - Boligo - Boion - Cazzlo - Liettoli Campolongo Maggiore, 3 Runden á 19,5 km = 58,5 km, 10 Höhenmeter pro Runde = 30 Höhenmeter, Start 14.30 Uhr

Wetter: stark bewölkt, starker O-Wind, 26°

Rennverlauf: Liettoli ist ein klitzekleines, verschlafenes Örtchen im südlichsten Zipfel des Veneto, liegt sogar noch südlicher als Verona, Vicenza und sogar Padua, etwa 12 km von der Küste entfernt. Seehöhe 8 Meter. Eine völlig flache relativ lange (19,5 km) Runde war zu bewältigen, dreimal, insgesamt 45 Starter hatten sich eingefunden. Auffallend wenige, aber zur gleichen Zeit läuft ja der Giro del Friuli, wo die meisten engagiert sind. Aber die starke Besetzung war dennoch vorhanden, Maracani (VC Due Torri Rovigo) und Marchini (Penelli Cinghiale) waren samt Helfern angetreten, um den Sieg zu holen. Von Anfang an lief das ganze Rennen auf einen Zweikampf dieser beiden Siegfahrer hinaus. Und wie das eben nun mal so ist, wenn zwei italienische Sturschädel es sich in den Kopf gesetzt haben, zu gewinnen, dann haben alle anderen Sendepause.

Das Wahrzeichen von Liettoli, der Campanile

Gleich vom Start weg ist sehr schnell gefahren worden, nach ein paar Kilometern dann die ersten Attacken, halbherzig, von Unbekannten, die wie üblich sofort alle neutralisiert wurden, dann, zaghaft, die ersten prominenten Namen, aber die beiden großen Mannschaften haben aufgepaßt und sofort nachgesetzt.

Spannende Positionskämpfe, hohes Tempo, spektakulärer Radsport

Nach der ersten Runde, die vom geschlossenen Feld passiert wurde, haben die Attacken aber nicht aufgehört, und somit war es klar, daß solange weiterattackiert werden würde, bis eine Gruppe weg war. Also mußte ich mich da wohl oder übel einmischen, ich habe mich vorne eingereiht, etwa an der 20. Position, und habe nur auf die Penelli-Cinghiale-Fahrer und die Roviger in ihren schwarzen Trikots geachtet. Waren die vorne dabei, war für mich alles klar. Und als dann auch Marchini nach vorne gefahren ist (Maracani fährt immer ganze vorne mit), habe ich keine Sekunde gezögert. Gleich bei der nächsten Attacke habe ich mich angehängt. Auf diese Weise geht das ganz, ganz leicht, man wird förmlich vom Feld weggezogen, und ohne einen Tritt im Wind zu machen, hatten wir gute 200 Meter Vorsprung, als ich mich das erste Mal umgedreht habe. Das Problem dabei ist nur, daß die Zusammensetzung der Gruppe meist ganz genau kontrolliert wird, und sollte nur ein einziger unliebsamer Konkurrent dabei sein, wird sofort abgestellt. Marchini und Maracani waren dabei, jeweils ein paar Helfer, das war schon eine sehr gute Konstellation.

Kurz vor Liettoli, Ende der ersten Runde. Das Feld langgezogen.

Reibungslose Wechsel vorne an der Spitze der Gruppe, ich habe dann mal durchgezählt, inklusive mir waren wir 14 Mann. Also etwa ein Drittel des Feldes. Da konnte ich mir sicher sein, daß von hinten niemand mehr nachkommen würde. Und so war es auch. Wir sind weiterhin hohes Tempo gefahren und somit ist der Vorsprung sehr schnell angewachsen, bereits nach Ende der zweiten Runde betrug er mehrere Minuten, hinten hat man auch auf den langen Geraden nichts mehr gesehen.

Gegen Ende der zweiten Runde beginnt die nächste Phase: Maracani versucht mit seinen Helfern, die Gruppe zu sprengen, dauernde Tempowechsel, Attacken, Unruhe stiften. Er hatte in gewisser Weise Erfolg, durch das unrhythmische Fahren sind ein paar Fahrer abgerissen, denn im starken Wind war jeder, der ein paar Meter nur verloren hat, chancenlos. Als die Gruppe auf 9 Mann geschrumpft war, verlegt sich auch Maracani wieder aufs Abwarten. Er hatte nur mehr einen einzigen Helfer dabei. Ist halt eine blöde G´schicht, wenn man seinen eigenen Attacken zum Opfer fällt!

Es geht in die letzte Runde, wir sind nur mehr 9 Mann, die beiden hohen Favoriten Marchini und Maracani sind nach wie vor dabei. Ein paar Kilometer fahren wir gleichmäßig schnell dahin, dann übernehmen die anderen das Kommando. Erst zögerlich, dann immer forscher und offensiver. Jetzt heißt es verdammt aufpassen, jede Attacke kann die entscheidende sein. Rovigo fährt defensiv, Penelli Cinghiale fährt nach vorne, Pegoraro kommt mit Marchini am Hinterrad und schiebt sich langsam an die Spitze. Das ist bei Gott kein Zufall, ich sehe es, und im selben Moment tritt Marchini vom Hinterrad aus an und schnellt wie der Bogen von der Sehne weg. Das war´s. Dagegen ist kein Kraut gewachsen, aber sofort kommt der Konter von Marchiori, dem Helfer von Maracani, der schiebt sich nach vorne, und als ser an mir vorbeifährt, klinke ich mich ein. Schaden kann so was ja nie.

Maracani ist etwas eingesperrt, ich sehe es aus den Augenwinkeln, er blickt zu uns rüber, will anscheinend reagieren, aber als er nicht kann, läßt er es wieder und beachtet uns nicht weiter. Ein schwerer Fehler. Aber es ist SEIN Fehler. Wenige Sekunden später sind wir an der Spitze der Gruppe, Marchiori tritt wuchtig an, ich an seinem Hinterrad sofort mit. Jetzt habe ich für nichts und niemanden mehr Augen, jetzt heißt´s aufpassen. In Sekundenbruchteilen entscheidet sich das Rennen. Alle Kraft und Energie in den einen Antritt, aber keine Sekunde zu früh, denn dann verpufft alles wirkungslos. Marchiori verlängert, als er Marchini eingeholt hat, drückt enorm aufs Tempo. Als ich mich an seinem Hinterrad wieder hinsetze, zeigt mein Tacho 56 km/h an!

7 km vor dem Ziel also 3 Mann Spitze, hoffentlich wird mir diese Distanz nicht zun lange. Schnell wechseln die beiden ab, und ich bin an der Reihe. Und jetzt wird es sich zeigen, ob wir an einem Strang ziehen. Zumindest beim ersten Mal muß ich eine lange und sauschnelle Führung fahren, sonst kommen sie auf dumme Gedanken und hängen mich ab bzw. lassen sich einholen. Erst in Boion, dieser langen Ortsdurchfahrt, wird das Tempo wieder etwas langsamer, aber unser Vorsprung ist nur gering. Marchiori ist etwas ratlos, denn Maracani, sein n, ist hinten, und unser Vorsprung wächst langsam. In dieser Phase MUSS ich einfach die Initiative ergreifen, denn Marchiori tut nichts, und Marchini alleine schafft es nicht. Und schließlich ist es auch in meinem Interesse, daß wir nicht mehr geholt werden. Damit heißt es jetzt also Karten auf den Tisch.

Wenig später hat es auch Marchiori geschnallt. Wir drei fahren um den Sieg! 3 km vor dem Ziel überqueren wir noch auf einer großen und breiten Brücke die Brenta, jetzt geht´s ans Eingemachte. Ich habe inzwischen meine Taktik geändert, denn der Vorsprung ist angewachsen, und ich habe mich an die dritte Stelle zurückgezogen und mache jedesmal, wenn die beiden mich anschauen, ein gequältes Gesicht und ringe sichtlich verzweifelt nach Luft. Auch nach Armstrong/Ullrich in Alpe d´Huez funktioniert der saublöde Trick noch immer in 99 von 100 Fällen!

Ich verweigere also jede Führungsarbeit, jetzt führt Marchiori bärenstark, aber wir sind uns natürlich nicht einig, die beiden beäugen mich mißtrauisch, aber irgendwie kann ich mich noch auf meine Taktik verlassen. Dennoch, es ist überhaupt kein Zug in unserem Trio drin, und so kommt die Verfolgergruppe wieder auf, der Vorsprung schmilzt. Noch 1 km, jetzt sind die Absperrgitter am Straßenrand, lange Gerade, die Spannung ist förmlich körperlich zu spüren. Ich bin mit meinen Kräften ziemlich am Ende, ich muß jetzt einfach spekulieren, abwarten, obwohl das an den Nerven zehrt. Es wird ein Sekundenspiel, da darf man gar nicht denken, da muß man sich ganz seinem Bauchgefühl überlassen. Noch 500 Meter, Marchiori nimmt und nimmt, drückt aufs Tempo, er kann noch immer, aber weshalb tut er das? Maracani kann nicht mehr eingreifen, die Gruppe kommt zwar näher, aber ich glaube, ich hoffe, daß es sich für uns ausgeht. Dann schwenkt er weg, die Verfolger kommen näher, jetzt führt Marchini, schwenkt aber auch gleich wieder weg, ich nehme auch nichts, drehe mich demonstrativ um, die Verfolger sind nur mehr wenige Meter hinter uns. Vor uns das Ziel, hinter uns der hechelnde Atem der Verfolger, wenn das nur gutgeht! Marchiori schwenkt entkräftet aus, noch 300 Meter, jetzt existiert nur mehr der Zielstreifen vor uns. Beide Italiener sind überaus starke Sprinter, mir haushoch überlegen, da habe ich nichts zu verlieren. Also wie im Bilderbuch, Marchini wartet auch noch ab, beäugt Marchiori, kann es anscheinend nicht glauben, daß der die Beine hochnimmt.

Dann geht alles verdammt schnell, aber vor meinem Auge wie in Zeitlupe: Marchiori gibt auf, Marchini tritt an, ignoriert aber in diesem Moment, daß ich an seinem Hinterrad klebe. Ich weiß, daß das der entscheidende Moment ist, diesen Antritt MUSS ich einfach überleben, dann habe ich´s geschafft. Ich als absoluter Nichtsprinter lasse mich von Marchini mitziehen, und als er etwa 120 Meter vor dem Zielstrich kaum spürbar nachläßt, mache ich den entscheidenden Tritt und setze mich neben ihn. Entsetzen in seinem Blick, den er zu mir rüberwirft. Ich habe keine Zeit und vor allem keine Luft mehr um zu schmunzeln, aber innerlich ist mir dazu zumute.

2 cm geben laut Zielfilm den Ausschlag. ICH KANN MEINEN ZWEITEN SAISONSIEG FEIERN! Leider geht das mit dem Feiern nicht, denn mit dem allerletzten Saft drücke ich mein Vorderrad über die Linie, keine Kraft mehr, um die Hand emporzureißen. Aber Sieg ist Sieg, dieser hier war zwar etwas überraschend für mich, aber doch zur rechten Zeit.

Ergebnisse Kategorie Gentlemen: 1. Robert Bartonek (GS Tecnoimpianti Padova) 1:22:38 (Siegerschnitt 43,2 km/h), - 2. Spartaco Marchini (GS Penelli Cinghiale), gleiche Zeit, - 3. Alessandro Marchiori (VC Due Torri Rovigo) -0:02, - 4. Alfio Maracani (VC Due Torri
Rovigo) -0:05, - 5. Fabio de Rensis (REFA), - 6. Luigi Pegoraro (GS Penelli Cinghiale), - 7. Marco Pederzani (Filipelli), - 8. Otello Fermi (Valceno Bike), - 9. Fabrizio Caroli (Hot Bike) alle gleiche Zeit, - 10. Tiziano Ferrari (Tende Fugazza Biella Asfalti) -2:45

 

Freitag, 6. August 2010: Bergrennen Ozbalt - Kapla, 15 km

Rennstrecke: Ozbalt - Vraber - Havciger - Kapla (830 m), 15 km, 524 Höhenmeter, Start 9 Uhr

Wetter: bewölkt, leichter NW-Wind, 19°

Rennverlauf: Dieses Rennenwäre ich normalerweise gar nicht gefahren, aber weil ich gestern nacht doch wieder heimgefahren bin (der Rundkurs in Porto Viro war kriminell gefährlich erschienen), ist es sich heute also noch ausgegangen. Dennoch, ein bißchen viel Autofahren an diesem Wochenende, viel geschlafen habe ich nicht.

Schönes, trockenes Wetter also am Vormittag im slowenischen Drautal, bei der Anreise sehe ich mir die letzten entscheidenden Kilometer des Anstieges an, die ersten kenne ich ja noch vom Zweiländer-Marathon her. Im Vorjahr war ja hier oben in Kapla Start und Ziel, da bin ich leider nicht mitgefahren.

Start in Ozbalt

Die slowenischen Kletterer sind saustark, und ich kann anfangs nur mithalten, weil das Gelände ziemlich flach ist. Mit maximal 3 % Steigung geht es die ersten 10 km in ein Tal in Richtung österreichische Grenze hinein. Schmale, schlechte Straße, ein sehr großes Te8ilnehmerfeld, da ist es wichtig, eine vordere Position zu behaupten. Anfangs war das ein Problem, aber nach etwa einem Kilomedter sind wir auf der schmalen Straße, da zieht sich das Feld sehr in die Länge und die Positionen sind ziemlich festgefahren.

Auf den ersten Kilometern nach dem Start

Der Slowene Hinko Gricnic setzt sich nach etwa 3 km ab, niemand reagiert, bzw. niemand KANN reagieren. Er fährt zunächst 50 m vor der Gruppe, dann 80 m, später schon 100 m. Ich muß hinhalten mit aller Kraft, und wenn wir nicht so gleichmäßig fahren würden, wäre ich schon abgerissen. Die lange Reihe reißt dann an mehreren Stellen, es bilden sich kleine und noch kleinere Gruppen und Grüppchen, jetzt wird es schwer. Ich fahre konsequent vorne mit, ich darf hier im flachen Teil nichts verlieren, aber irgendwie mulmig ist mir schon zumute, denn dann bin ich ja zu Beginn des steilen Schlußabschnittes schon angeschlagen!

Nach ein paar Tempoverschärfungen, die mich jedesmal ein paar Positionen zurückwerfen, hat sich eine kleinere Verfolgergruppe gebildet, an der ich hinten an letzter Position dranhänge. Mit dem letzten Dreck. Dann haben wir zwei Drittel der Distanz geschafft, die Schlußsteigung rauf nach Kapla beginnt. Gricnic hat einen klaren Vorsprung, wir liegen etwa eine halbe Minute dahinter. 7 Mann sind wir, die wir Jagd auf ihn machen. Naja, bei mir geht´s eher ums Überleben.

Gricnic erhöht das Tempo (geht das überhaupt noch?) und vergrößert seinen Vorsprung. Damit nimmt er natürlich den Verfolgern, nämlich uns, Wind aus den Segeln, das demotiviert ziemlich. Aber auch bei uns wird aufs Tempo gedrückt, die Gruppe platzt nach wenigen Metern in der 12%igen Steigung auseinander. Skoberne, der einen verdammt starken Eindriuck macht, Majhen, Csar aus Maribor und ich, wir legen einen kleinen Abstand zwischen und und den Rest der Gruppe. Ich erfange mich etwas, fahre hier mit 34/21 einen sehr guten Rhythmus, der mich etwas nach vorne bringt. Es tut weh, klar, aber ich kann das Tempo und den Rhythmus halten. Langsam schiebt sich diese 4-Mann-Gruppe wieder zusammen.

Wir kommen immer höher, es sind ruppige, unrhythmische Steigungen, dann sind wir oben. Noch 1000 Meter, ich fahre mit dem allerletzten Rest Energie an der dritten Stelle der Gruppe, als hinter mir Majhen plötzlich zu röcheln beginnt und reißen lassen muß. Jetzt heißt es dranbleiben, jetzt geht es um die Positionen, jetzt geht es um das Podest! Vorne tritt Skoberne an, Csar geht mit kleiner Verzögerung mit, hat aber schon ein Loch, ich ein noch viel größeres. Dann muß Skobedrne vorne seinen Sprint abbrechen, setzt sich nieder, Csar ist dran, etwa 200 Meter später ich auch, wir passieren - wieder zu dritt - die 500-m-Marke, dann geht es links weg auf eine noch viel schmälere Straße, eigentlich einen Feldweg, und die Steigung nimmt abrupt zu. Gut 14 % sind es hier auf einer Geraden zwischen den Bauernhäusern, das ist jetzt ein purer Überlebenskampf. Skoberne hat wieder ein kleines Loch, ich kann nicht mehr, schiebe mich an Csar vorbei, kann ihn aber nicht abhängen, noch eine Kurve, und gleich darauf noch eine, ich höre die Leute brüllen, den Sprecher mit sich überschlagender Stimme ins Mikro schreien, ich sprinte ins Ziel, schneide nach links rüber, um Csar keinen Platz mehr zu geben, aber er kommt sowieso nicht mehr. Ich bin Dritter, er Vierter. Kriege keine Luft, der Schweiß brennt in den Augen.

Ergebnisse Kategorie Master 2 (50+): 1. Hinko Gricnik (SLO) 35:55, - 2. Brane Skoberne (SLO)  36:43, -. 3.  Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) 36:52, - 4. Ljubo Csar (SLO), gleiche Zeit, - 5. Matej Majhen (SLO) 37:15, - 6. Bogomir Hojnik (SLO) 37:42, - 7. Alojs Glazer (SLO) 37:55, - 8. Mirko Brezno (SLO) 37:57, - 9. Janez Grabec 38:05 (SLO), - 10. Mirko Doslic (SLO) 38:07

 

Samstag, 7.August 2010: Wegscheid-Classic, Bergrennen Hopfgarten - Berggasthof Wegscheid, 16 km

Rennstrecke: Hopfgarten - Kelchsau - Berggasthof Wegscheid, 16 km, 580 Höhenmeter, Start 14.05 Uhr

Wetter: strömender Regen, leichter W-Wind, 14°

Berggasthof Wegscheid auf 1144 m Seehöhe

Das Streckenprofil des Wegscheid-Classic

Die Treppenfüchse haben ein tolles Rennen organisiert, für das Wetter kann der Veranstalter natürlich nichts!

Rennverlauf: Bin erst 12 Minuten vor dem Start angekommen! Die Hektik kann man sich lebhaft vorstellen, dazu strömender Regen bei saukalter Witterung! Nachdemn in den letzten Jahren stets so um die 50 Starter das Rennen aufgenommen haben, sind diesmal 130 Fahrer nach Hopfgarten gekommen! Da merkt man gleich, was ein besserer Termin alles ausmacht (bisher hat sich das Rennen stets mit dem Kitzbüheler-Horn-Rennen überschnitten und mit ein paar anderen Bikerennen in Tirol).

Ohne einen Meter aufzuwärmen stelle ich mich zum Start, und schon mit dem Startschuß wird auch die erste Attacke gefahren. Wir schnellen förmlich von der Sehne, mit über 45 km/h geht es auf leicht ansteigender Straße gut eineinhalb Kilometer in wilder Jagd dahin. Ich reiße sofort ab, kämpfe mich dann aber mit letztem Einsatz wieder zurück, und als vorne irgendwer die Beine hochnimmt, bin ich wieder dran.

Aber zu welchem Preis! Dicke, schwere Beine, keine Luft im ganzen Körper, ich kriege die Beine nicht mehr rum, japse verzweifelt nach Luft, bin so schwer angeschlagen, daß ich mich bis ins Ziel nicht mehr erhole. Noch dreimal wird attackiert, es kommt zwar keiner weg, aber ich reiße jedesmal ab. Bis Kelchsau kämpfe ich mich immer wieder zurück, dort aber, bei der 600 m langen Steigung, die mit einem Prämiensprint beendet wird, reiße ich endgültig ab. Ich bin sowas von total kaputt, einfach unvorstellbar.

Irgendwie rolle ich in einer abgerissenen Gruppe bis zur Mautstelle, dann geht´s rein in die eigentliche Steigung, knappe 6 km bis zum Berggasthof Wegscheid rauf. Die Gruppe reißt auseinander, ich fahre mit drei anderen mit, einer fällt bald darauf zurück, der andere hängt mich wenig später ab. Ich kriege keine schnellen Tritte zusammen, und kaum ist das Tempo eine Spur höher, setzt bei mir die Schnappatmung ein! Daß es nur möglich ist, durch einen Kaltstart derart einzugehen! Ich fluche andauernd, kann mich aber dennoch nicht fangen. Aber genau das ist ja das charakteristische Zeichen, wenn man nicht aufgewärmt überdreht. Zu allem Überdruß ist das Ziel nicht wie in all den Jahren 500 Meter vor dem Berggasthof im flachen Streckenabschnitt, sondern diesmal fahren wir den steilen Anstieg bis vor den Berggasthof, auf den letzten 200 m müssen wir eine Steigung von 15% bewältigen. Da fahren noch zwei oder drei Fahrer an mir vorbei, ich kann nicht mehr reagieren.

Oben im Ziel bin ich voller Frust, nach einem ersten und einem zweiten Platz werde ich heute Achter! Und auf meine bisherige Bestzeit verliere ich dreieinhalb Minuten! Mit 37:31 bin ich gar über 5 Minuten hinter dem Sieger! Das ist nicht mal durch den halben Kilometer der längeren Strecke zu erklären.

Und das Verrückte: nachdem ich im Ziel durchgeschnauft habe, könnte ich ein zweites Mal rauffahren und wäre sicherlich ein paar Minuten schneller!!!

Ergebnisse Senioren 2: 1. Martin Egger (Team  Tirolerhof) 32:16, - 2. Werner Toth (RC ÖAMTC Tirol) -2:27, - 3. Helmut Gediz -3:18, - 4. Paul Fuchs (Treppenfüchse Biketeam Hopfgarten) -4:10, - 5. Peter Gramshammer -4:14, - 6. Harald Kolp (Radtreff Region 31 Tirol) -4:56, - 7. Josef Lutzmann -4:58, - 8. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -5:15, - 9. Peter Rieser -5:57, - 10. Josef Fuchs (Treppenfüchse Biketeam Hopfgarten) -11:24

 

Sonntag, 8. August 2010: Hans-Jöchl-Gedenkrennen, Einzelzeitfahren auf der WM-Strecke in Erpfendorf, 20 km, zugleich Tiroler Landesmeisterschaft

Rennstrecke: Erpfendorf, Sportplatz - Wohlmuthing - Loferberg, Wende - Wohlmuthing - Erpfendorf, Sportplatz, 20 km, 35 Höhenmeter, Start 10.48 Uhr

Wetter: leichter S-Wind, bewölkt, warm, trocken, 21°

Rennverlauf: Ich bin diesmal nur hier am Start, weil es sich um eine Tiroler Landesmeisterschaft handelt und in den letzten Jahren nur sehr, sehr wenige Starter dabei waren, im Vorjahr nur 5 Master in allen Altersklassen! Und davon waren 3 Deutsche! Doch in den letzten Jahren hat sich dieses Rennen immer mit den Deutschlandsberger Radsporttagen überschnitten, diesmal findet es eine Woche früher statt, und schon sind weit über 100 Rennfahrer am Start! Zum 6. Mal läuft als Rennen als Gedenkrennen für den 2005 verstorbenen Hans Jöchl.

Ich bin diesmal rechtzeitig (!) am Start, ausgeruht, optimal aufgewärmt (gut eine Stunde), und da der Wind meist von vorne (Rückfahrt) oder hinten (Hinfahrt) kommt, montiere ich diesmal hinten ein Scheibenrad. Ich bin voll motiviert, obwohl alleine in meiner Altersklasse Master 2 gleich 11 Fahrer gemeldet sind, die dann auch alle die Startnummer abholen. Also habe ich 10 Konkurrenten! In Gedanken gehe ich die direkten Konkurrenten um die Landesmeistermedaillen durch: Rupert Polak vom Veranstalterverein, der hat mich bei der Staatsmeisterschaft in Oberwart geschlagen, war dort einzig am Berg klar schwächer, im Flachen aber deutlich stärker, in Summe hat er mich ganz klar geschlagen (um über eine halbe Minute). Und da es heute ganz flach ist, nehme ich an, daß er mich deutlich schlagen wird. Dann haben wir als Dritten noch den Leutgeb Gerald, meinen ehemaligen Teamkollegen, der nach einer langwierigen Krankheit wieder ins Renngeschehen einsteigt aber noch lange nicht seine alte Stärke wiedergefunden hat. Ich rechne eigentlich schon damit, ihn zu schlagen, wenn auch knapp. Und dann ist da noch Klaus Moosbrugger vom Team Mountainbiker Wattens, ein Jahr jünger als ich. Den kenne ich nicht, nicht mal vom Namen her. Kann nichts anfangen mit ihn. In Summe als vier Fahrer für drei Medaillen, anders gesagt muß ich einen davon schlagen, um wenigstens Bronze zu holen. Startreihenfolge der Tiroler Fahjrer: 77 Leutrgeb, 78 Bartonek, 80 Polak, 85 Moosbrugger, das Rennen kann beginnen!

DSC01540.JPG

Da bin ich in voller Fahrt

Beimn Aufwärmen war ich auf der Bundesstraße Erpfendorf-St. Johann, und obwohl ich da gemerkt habe, daß ich im Rennen auf der ersten Hälfte Rückenwind haben werde, war ich dann doch überrascht, wie stark dieser Rückenwind war. Bin vom Start weg zwischen 45 und 48 km/h gefahren, nach einer Weile, nach etwa 5 km, meinte ich den Gerald vor mir zu sehen, als ich nähergekommen, hat sich abver herausgestellt, daß das ein anderer war, der gar nicht zum Rennen gehört hat. Das weiße Trikot hatte mich getäuscht.

DSC01539.JPG

Gerald Leutgeb, nicht gerade in aerodynamischer Position

DSC01545.JPG

Günther Iby, der Zweite

Bei der Wende am Loferberg dann eine erste Zeitkontrolle: ich bin etwa 3 oder 4 Sekunden schneller als Leutgeb, Polak in etwa zeitgleich, Moosbrugger zu weit hinter mir gestartet, den kann ich nicht stoppen. Da ahne ich zum ersten Mal, daß es auch schiefgehen könnte: wenn Moosbrugger klar schneller ist, wir anderen drei alle in etwa gleichschnell, so entscheiden jetzt wohl Sekunden oder gar Sekundenbruchteile über die Medaillen. Mir war klar, daß die Rückfahrt im Gegenwind der entscheidende Streckenabschnitt sein würde. Und da vor allem die vielen Wellen und Kuppen, über die ich voll drüberfahren würde, hatte ich mir vorgenommen. Die Hinfahrt mit 52/13 und 14 gefahren, den Anstieg auf den Loferberg mit 52/17 (war schon etwas hart!), die Rückfahrt zunächst mit 52/13, dann mit 14 und 15, der Wind hat gewechselt (in der Stärke, nicht in der Richtung!)

DSC01547.JPG

Klaus Moosbrugger

Beim Moosbrugger habe ich dann auf einen Protest verzichtet, ich wäre mir blöde vorgekommen. Aber er ist in einem Profitrikot gestartet (Brescialat), und das ist laut Statuten verboten! Aber er war im Endeffekt so klar schneller als ich, das wäre höchst unfair gewesen. Aber dumm war es von ihm allemal!

Bei der Rückfahrt also ist es mir noch zweimal passiert, daß ich den Gerald eingeholt glaubte, aber dann war es jedesmal ein anderer. Kurzum: ich habe ihn nicht eingeholt, aber 7 km vor dem Ziel hatte ich 10 Sekunden Vorsprung! Und von Polak habe ich hinter mir nichts gesehen. Auf den letzten 2 km bin ich voll gefahren, habe dann auch noch einen eingeholt, aber den Muckenhuber, dabei habe ich mich wohl übernommen, denn die letzten 400 Meter waren fürchterlich, ich bin gestanden, nichts ist mehr weitergegangen, statt 40 bis 42 km/h bin ich da nur mehr 36 gefahren! Aber nach bangen Minuten war das Ergebnis da: Leutgeb geschlagen, Polak geschlagen, nur Moosbrugger war schneller als ich!

DSC01542.JPG

Rupert Polak, ein harter Konkurrent, schließlich nur 1 Sekunde hinter mir!

DSC01538.JPG

Der Münchener Zeitfahrspezialist Josef Weber, Sieger der Masterklasse 2

Ergebnisse Master 2: 1. Josef Weber (BRD RC Weiß-Blau München) 27:09, - 2. Günther Iby (RC ARBÖ Ginner Amstetten) -0:54, - 3. Klaus Moosbrugger (Mopuntainbiker Wattens) -1:34, - 4. Oliver Kratz (BRD, RRV Quest Inntal) -1:46, - 5. Johann Stocker (RC Sport-Union Haus/Ennstal) -1:53, - 6. Gerhard Poschner (BRD, RSV Freilassing) -2:52, - 7. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -3:00, - 8. Rupert Polak (RC UNION St.Johann/Tirol) -3:01, - 9. Gerald Leutgeb (SC Tiroler Radler Bozen) -3:11, - 10. Josef Ottino -3:48

Für die Tiroler Landesmeisterschaft werden dann überraschend die Klassen 4 bis 6 und 1 bis 3 zusammengelegt, es gibt also nur zwei Landesmeister bei den Masterfahrern! Erfreut bin ich darüber nicht, aber dann sehe ich, daß bei den Master 3 gar kein Tiroler gestartet war, und bei den Masster 1 auch nur ein einziger schneller war als ich. Aus unerfindlichen Gründen wurde Moosbrugger in der Landesmeisterschaft nicht berücksichtigt, und so hat dort Gerold Sprachmann gewonnen, vor mir und Polak - und damit habe ich um 1 Sekunde die Silbermedaille erkämpft! Das war nach dem Marathon heuer schon meine zweite Medaille, und eine Landesmeisterschaft steht noch aus, nämlich am Berg, Anfang September in Inzing.

DSC01622.JPG

Masterklasse 2 (von links): Iby, Weber, Moosbrugger

DSC01627.JPG

Landesmeisterschaft Master 1-3 (von links): Bartonek, Sprachmann, Polak

 

Freitag, 13. August 2010: Bergzeitfahren Latschach - Baumgartner Höhe, zugleich Kärntner Landesmeisterschaft, 4,4 km

Rennstrecke: Latschach, Taverna "Paco" - Richtung Burgruine Finkenstein, Abzweigung zur Baumgartner Höhe, 4,4 km, 308 Höhenmeter, Steigung durchschnittlich 7,5 %, maximal 9 %, Start 18.45 Uhr, Startintervall 30 Sekunden

Wetter: strömender Regen, 14°

Rennverlauf: Nachdem schon das Aufwärmen problematisch und sicherlich nicht optimal war, beginne ich auch viel zu schnell. Anfangs noch mit dem großen Kettenblatt, muß ich schnell aber auf das kleine Blatt runterschalten. Mit 34/15, 16 und hoher Frequenz geht es bei mäßiger Steigung von ca. 3 bis 6 % durch den Wald. Der Puls steigt sehr schnell an und droht zu entgleisen, ein typisches Zeichen von zuwenig Aufwärmen.

Ich muß mich etwas zurücknehmen, darf nicht überdrehen. Durch das sauschlechte Wetter und die späte Startzeit ist es hier im Wald beinahe schon finster. Ich hechle und röchle, halgte aber bewußt dieses Tempo von etwa 15 bis 17 km/h. Nach 1,2 km überhole ich bereits den ersten Fahrer, der ist gar 4 Nummern vor mir gestartet! Die Startreihenfolge sit wild durcheinandergewürfelt, die 8 Starter vor mir sind alle Hobbyfahrer. Ob  ich die einhole oder nicht, ist einerlei, aber immerhin gut für die Moral.

Und dann sehe ich die drei unmittelbar vor mir Gestarteten, alle drei zusammen in einer Gruppe. Dreier-Mannschaftsfahren! Direkt bei der Abzweigung zur Baumgartner Höhe, genau 1 km vor dem Zielstrich, habe ich sie eingeholt und fahre gleich vorbei. Ich bin am Limit, von der Anstrengung zu Beginn habe ich mich bis jetzt nicht mehr erholt. Der letzte Kilometer, eine Spur steiler als der Rest, aber ich kann hier nichts mehr rausholen. Mit 34/19 kurble ich  beinahe ins Leere, müßte härter fahren, aber das ist leider nicht mehr drinnen - wenn es doch nur trocken wäre!

Insgesamt 55 Lizenzfahrer waren am Start, die Tagesbestzeit fährt erwartungsgemäß der Elitefahrer Hans-Jörg Leopold vom ARBÖ Graf -  St. Andrä in 9:09 Minuten, und gleich 9 der 14 Elitefahrer bleiben unter der 10-Minuten-Grenze! In meiner Altersklasse Master 2 schaut´s traurig aus: gar nur drei Starter! Es gewinnt Werner Toth vor Heimo Vogt ujnd mir, und wenn es trocken gewesen wäre, dann wäre der Sieg drinnen gewesen! So aber habe ich ihn knapp verpaßt, und da wir alle drei ganz knapp beisammen waren, bin ich leider "nurt" Dritter geworden.

Ergebnisse Master 2: 1. Werner Toth (RC ÖAMTC Tirol) 12:05, - 2. Heimo Vogt (ÖAMTC Raiffeisen Althofen) -0:10, - 3. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -0:19

Weil dieses Rennen auch gleichzeitig die Kärntner Landesmeisterschaft ist, werden für diese Wertung die Masterklassen 2 und 3 zusammengelegt. Einsame Bestzeit in dieser Ranglisgte fährt Rudi Groß in 10:36, dann folgen Toth, Vogt und ich, dahinter dann die restlichen Master-3-Fahrer, nämlich Priessnig, Stankovic, Kootz, Kurmann und Fladerer.

 

Samstag, 14. August 2010: Weltradsportwoche, Kriterium "Rund ums Rathaus" in Deutschlandsberg, 10 km

Rennstrecke: Glashüttenstraße - Poststraße - Henriettenstraße - Obere Schmiedstraße - Rathausgasse - Glashüttenstraße, 10 Runden á 1 km = 10 km, Start 13.50 Uhr

Wetter: bewölkt, warm, aber schwül, 22°

Startaufstellung der Klassen 3 und 4, vorne links Buben, Koppe, Pinczker, Lackner

Dimitri Buben, rechts dahinter Pinczker und Lackner

Der Neuseeländer Raymond Dunstan, dahinter Franz Huber

Der Weißrusse Vladimir Beliauski

Rennverlauf: Weil die Masterklassen 3 und 4 zusammengelegt werden (es gibt hier in Deutschlandsberg eine engere, kleinere Altersklasseneinteilung als die offiziellen ÖRV-Altersklassen), habe ich ein Starterfeld von 38 Mann, viel zu viel für diesen schmalen, engen Kurs, bei dem man kaum wo überholen kann! Zu allem Überdruß werde ich als allerletzter Starter in das abgesperrte Geviert reingelassen, kann mich also nur mehr ganz hinten dazustellen. Und es kommt, wie es kommen mußte. Volles Tempo vom ersten Meter weg, ich kann  nur hinhalten und bin sofort am Limt. Rein in die enge Zielkurve, hier ist sogar noch Kopfsteinpflaster, dann der Antritt, ich muß unzählige Löcher zufahren, die in der ersten Runde hier bereits aufgegangen sind, und das geht nur auf der leicht ansteigenden Glashüttenstraße, der langen Geraden nach dem Ziel. Positionen gutmachen, nach vorne fahren? Nein, ich muß heilfroh sein, daß ich überhaupt noch dabei bin.

Wolfgang Lackner vor Werner Pinczker und Jörg Koppe in der Zielkurve

Bereits in der zweiten Runde teilt sich das Feld, vorne fahren 12 Mann, dahinter der Rest. Mein Puls liegt bei über 190, immer wieder habe ich solche Scheißer vor mir, die sich durch die Kurven zittern und dort einen Riesenrückstand ausfassen, den ich danach zufahren kann. Dann bin ich auch schon abgerissen, von hinten aber kommt der Handler, mit dem fahre ich noch einmal in die Gruppe rein. Postwendend reißt in der nächsten Kurve mein Vordermann ab und ich bin schon wieder weg.

Der Sowjetrusse Yuri Demanov vor Wolfgang Lackner und Dimitri Buben in der Zielkurve

Was soll ich sagen? Nach 4 Runden (= 4 km) ist das Rennen für mich gelaufen! Ich fahre in einer 3-Mann-Gruppe mit zwei Russen, die sich nicht entscheiden können: sollen sie vorne ranfahren oder sich ein holen lassen? Hinter mir fährt eine größere Gruppe mit Hansl, aber in den folgenden Runden werden die Abstände immer größer, und die Rennleitung beginnt in den letzten drei Runden bereits, zurückgefallen Fahrer aus dem Rennen zu nehmen, um Überrunden zu vermeiden. Um auf Nummer sicher zu gehen, kann ich mich in der Schluißrunde von meinen beiden Russen lösen, die sowieso zur Klasse 3 gehören, und alleine ins Ziel fahren - aber mehr als Platz 13 ist diesmal nicht drinnen! Damit verpasse ich einen Punkt für die Gesamtwertung nur um einen einzigen Platz, aber dafür hätte ich in der Gruppe vor mir sein müssen!

Siegerehrung vor der Koralmhalle (von links): Marco Grossegger, Dimitri Buben und Jörg Koppe

Dieses Rennen sollte sich als das schnellste des gesamten Tages herausstellen, so gesehen hat es heute ein Gemetzel gegeben, das ich erst einmal überlebt habe, von jetzt an kann es nur mehr aufwärts gehen!

Ergebnisse Kategorie Master 4: 1. Dimitri Buben (Weißrußland) 15:52 (Schnitt 37,8 km/h), - 2. Marco Grossegger (BRD), - 3. Jörg Koppe (BRD), - 4. Andrej Mozzhukkhin (Ukraine), alle gleiche Zeit, - 5. Anthony Chandler (AUS) -0:30, - 6. Gerhard Mosler (ARBÖ TV-Steiner Raaba), - 7. Raymond Dunstan (Neuseeland), - 8. Josef Handler (TSV Zweirad-Kappler Hartberg) - 9. Peter Kosteletzky (BRD), - 10. Aleksandr Kandratsenja (Weißrußland), - alle gleiche Zeit, - weiters: 13. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -0:47

 

Dienstag, 17. August 2010: Weltradsportwoche: Straßenrennen Groß St. Florian - Eibiswald, Giro Gianni Motta, 68 km

Rennstrecke: Groß St. Florian - Lebing - Frauental - Niedergams - Furth - Bad Gams - Vochera/Weinberg - Stainz - Stallhof - Mettersdorf - Kraubath - Gussendorf - Petzelsdorf- Groß St. Florian - Lebing - Frauental - Deutschlandsberg - Hollenegg/Fuchswirt - Hohlbach - St. Martin/Sulmtal - Dietmannsdorf - Gasselsdorf - St. Ullrich/Greith - Bischofegg - Pitschgau - Hörmsdorf - Eibiswald, Hauptplatz, 68 km, 575 Höhenmeter, Start 11.20 Uhr

Wetter: sonnig, heiß, leicht bewölkt, starker NW-Wind, 29°

Das Streckenprofil, es warten 575 Höhenmeter

Rennverlauf: Eine ungewöhnlich schnelle erste Runde setzt mir zu, oder ist es nur meine Krankheit, die mir so zu schaffen macht? Gleich am Start reißt der Australier Anthony Chandler aus, und obwohl wir vor allem bis Bad Gams rauf sehr, sehr schnell fahren, immer über 40 km/h, vergrößert sich sein Vorsprung sehr schnell. Wieder merkt man, daß heuer die Besetzung qualitativ so stark ist wie selten zuvor. In Bad Gams wartet dann der erste Anstieg, ich komme ganz gut drüber, muß dann in der Abfahrt allerdings einige Positionen nach vorne fahren, um am zweiten Anstieg, dem Vocheraberg, auch wieder gut drüberzukommen. Ich muß dort schon gehörig hinhalten, aber es geht gut. Abfahrt nach Stainz. Sehr hohes Tempo dann auf den folgenden Kilometern, zeitweise fahren wir über 50 km/h, jetzt wird auch wieder andauernd attackiert, aber niemand kommt weg.

Vorne Gössler, schräg dahinter ich

Nächster kritischer Punkt: Anstieg nach Kraubath, der ist, wie jedes Jahr, sehr heiß umkämpft. Schon Kilometer vorher setzt ein wahrer Sprinterlauf ein, um sich eine der vorderen Positionen zu erkämpfen. Und weil sich das von Sekunde zu Sekunde wieder ändert, ist ein brutal hohes Tempo garantiert. Und ich fahre nicht, wie beabsichtigt, in der ersten Reihe in den Berg rein, sondern bin irgendwo in der Mitte des Feldes eingesperrt. Ich muß auch hier wieder gehörig hinhalten, aber es gut gut, ich komme drüber, bleibe dran.

Dann ist erst mal eine Ruhephase angesagt, wir rollen nach Frauental. Vor der Ortschaft wird das Tempo erhöht, vorne wird attackiert, das Feld reißt, aber bei der Ortsausfahrt sind wir wieder dran, Feld komplett und geschlossen. Und im selben Moment, wir fahren gerade in der Unterführung, greift Dimitri Buben an, verlängert und fährt vorne weg. Es war der goldrichtige Moment, denn niemand reagiert, niemand kann reagieren! Nur sehr wenig später, beim "Spitalshügel" in Deutschlandsberg, liegt der gesamte Anstieg zwischen uns. Als der Anstieg für uns beginnt, hat Buben ihn bereits oben auf der Kuppe überwunden. Als Weltklasse-Zeitfahrer läßt er sich jetzt nicht mehr die Butter vom Brot nehmen, vergrößert ständig seinen Vorspurng, und sehr bald schon ist er außer Sichtweite.

Das Feld rollt dahinter geschlosen mit hohem Tempo, aber einträchtig, hinterher. Es geht bergab nach St. Martin, viele Attacken werden dann wieder gefahren, aber es fruchtet nichts. Sogar ich selber bin übermütig geworden, greife an, kann auch wegkommen, werde aber sofort wieder eingefangen.

Die Spannung erreicht ihren Höhepunkt, als wir die Schlüsselstelle des Rennens erreichen, die beiden "Kamelbuckel" bei St. Ullrich. Gleich  Anstieg muß ich die Segel streichen. Während alle mit verrückt hohem Tempo reinstechen, muß ich reißen lassen, fahre gleich darauf an Hansl vorbei, bin alleine. Nicht die geringste Chance, da mit dem Feld mitzufahren.

Gewaltig, daß die ganze Gruppe vor mir beisammen bleibt. Da reißt ja kaum wer ab, gut 25 Mann sprinten förmlich gemeinsam die Wand hoch! Der Puls geht schlagartig hoch, aber ab 170 ist Ende, als wenn man mit einem Schalter das Licht ausknipst - ein sehr treffender Vergleich. Ich quäle mich dann über die Kuppe, auf der anderen Seite runter, hinter mir formiert sich eine Verfolgergruppe, als der zweite Anstieg beginnt, der nach St. Ullrich raufführt, sind sie da, jagen vorbei, ich häng mich an, komme langsam in Schwung, und oben auf der Kuppe hänge ich die Säcke ab, aber es ist zu spät, ich muß auch sofort wieder zurückstecken, der Puls ist zu hoch, ich rette mich in die Abfahrt.

Unten im Flachen sind sie wieder da, aber wie! Hängen nur einfach da, wie naße Säcke, nehmen keinen Meter. Vor uns ein paar klitzekleine Gruppen, alle paar hundert Meter stecken sie da, aber wir kommen keinen Meter näher. Noch 5 km, dann noch 3 km. unveränderte Situation. Ich nehme mir ein Herz, noch 1000 m, Ortseinfahrt Eibiswald. Ich hole tief Luft, um die Kurve rum, noch 500 Meter, die Steigung beginnt, alle fahren sie vorbei. Scheiße. Ich wuchte mich rauf, schleppe mich über den Zielstrich. Kaum stehe ich, schlägt die Hitze über mir zusammen.

Im Ziel erfahre ich dann auch den Rennverlauf an der Spitze: Buben hat Chandler eingeholt und stehengelassen, ist solo zum Sieg gefahren.

Ergebnisse Kategorie Master 4: 1. Dimitri Buben (Weißrußland) 1:45:30 (Siegerschnitt 38,7 km/h), - 2. Anthony Chandler (Australien) -2:25, - 3. Vladimir Beliauski (Weißrußland) -2:41, - 4. Andrej Mozzhukhin (Ukraine) -2:48, - 5. Marco Grossegger (BRD), gleiche Zeit, - 6. Raymond Dunstan (Neuseeland) -2:51, - 7. John Platero (USA), - 8. Ulrich Gössler (ARBÖ Drahteisel Volksbank Köflach), - 9. Karol Lipovsky (Slowakei), - 10. Alexandr Kandratsenja (Weißrußland), alle gleiche Zeit, - weiters: 21. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -5:30

 

Mittwoch, 18. August 2010: Weltradsportwoche: Sprintbewerb in Deutschlandsberg/Siemensstraße, 0,3 km

Rennstrecke: Deutschlandsberg, Siemnensstraße, 300 Meter, Start 9.54 Uhr

Wetter: bewölkt, leichter NW-Wind (Gegenwind), 25°

Rennverlauf: bin gegen den Grazer Gerhard Pöltl ausgelost, aber der kommt nicht. Mit meiner Startnummer fahre ich auf der linken Bahn, der langsameren. Als ob ich mit dem Bewerb an sich nicht schon genug gestraft bin. Das ist alles ein solcher Blödsinn, also das kann ich gar nicht beschreiben. Das Paar vor mir ist überhaupt nicht erschienen, in der Gesamtwertung fallen also wieder ein paar raus. Aber was ist das für eine Gesamtwertung, wenn ich mich nach vorne arbeite nur mit der Tatsache, daß ich an den Start gehe?

Egal, weil ich alleine fahre, kann ich auf der rechten Bahn fahren, auf der schnelleren (da sind angeblich weniger Rillen und Löcher * wer hat die abgezählt???). Egal, ich starte, beschleunige, schalte, bin im Ziel und bremse. Und damit ist mein Lauf auch schon vollkommen beschrieben. Die Zeit ist natürlich wieder unter jeder Kritik. Im Vorjahr bin ich 31,29 gefahren, heuer nur 33,81, also zweieinhalb Sekunden langsamer. Aber das waren alle anderen auch, wahrscheinlich der Gegenwind.

Ergebnisse Master 4: 1. Jörg Koppe (BRD) 26,56, - 2. Marco Grossegger (BRD)O 26,67, - 3. Gerhard Mosler (ARBÖ TV-Steiner Raaba) 26,89, - 4. Dimitri Buben (Weißrußland) 27,25, - 5. John Platero (USA) 27,80, - 6. Peter Kosteletzky (BRD) 28,08, - 7. Rudolf Hansl (ARBÖ imcom.24 Vredestein Wien) 28,14 , - 8. Vladimir Beliauski (Weißrußland) 28,70, - 9. Jaroslav Bendl (Tschechien) 28,75, - 10. Oleksandr Momot (Ukraine) 28,79, - weiters: 18. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) 33,81

 

Donnerstag, 19. August 2010: Weltradsportwoche: Bergrennen Hollenegg - Burg Deutschlandsberg

Rennstrecke: Hollenegg, Ghf Fuchs - Burg Deutschlandsberg, 3 km, 135 Höhenmeter, Steigung max. 14 %,  Start 13.25 Uhr

Wetter: bedeckt, schwül, leichter NW-Wind, 28°

Rennverlauf: eigentlich wie üblich, schnelles Tempo bei der Anfahrt, der erste flache Kilometer wird sauschnell gefahren, alle drängen sich umm die vorderen Positionen. Ich schaffe es, an der fünften oder sechsten Stelle in die Abfahrt zu gehen. Die ist auch sauschnell, schließlich werden hier bereits die Positionen beim Zieleinlauf vergeben.

Als fünfter unten um die Ecke und rein in die Steigung, so weit vorne war ich noch nie plaziert. Aber ich weiß, daß ich durch die Krankheit einfach nicht in der Lage bin, den Kilometer hochprozentiger Steigung voll durchzuziehen. Aber ich versuche es einfach, wer weiß?...

Raus aus dem Sattel, ein wirklich schnelle Tritte, vorbei an einigen Konkurrenten, ich bin ganz vorne, an der vierten Stelle, es geht doch! Doch die Freude währt nur kurz, macht dann gleich Resignation Platz. Ich explodiere nach knapp 250 Metern, und jetzt knallen siue alle vorbei, einer nach dem anderen. Mit 34/23 wuchte ich mich über die steilste Stelle bei etwa 750 Meter. Danach ist der Ofen endgültig aus.

Ich keuche und röchle wie ein sterbender Schwan, auf den letzten 500 m sehe ich dann plötzliuch wieder Hansl vor mir, der ist auch gerade gestorben. Ich komme zwar näher, aber nicht ganz heran. Ich weiß, ich müßte aufstehen, noch 200 m, sprinten, aber ich schaff´s nicht. Der Puls explodiert, geht von 180 auf 190 und noch höher, mir wird ganz heiß ums Herz, noch ein paar Meter, kein Sprint, gar nichts, ich rolle ins Ziel rein. Endlich oben. Scheißberg. Und ich verwünsche mich, warum auch miuß ich gerade jetzt krank sein? Und ich bin frustriert, daß sich die Krankheit bei einem so kurzen Rennen so stark auswirkt!

Ergebnisse Kategorie Master 4: 1. Andrej Mozzhukhin (Ukraine) 6:44 (Siegerschnitt 26,7 km/h), - 2. Dimitri Buben (Weißrußland) 6:50, - 3. Anthony Chandler (Australien) 7:03, - 4. Heimo Vogt (ASVÖ Raiffeisen Althofen) 7:09, - 5. Marco Grossegger (BRD) 7:13, - 6. Ulrich Gössler (ARBÖ Drahteisel Volksbank Köflach), - 7. Gerald Leutgeb (SC Tiroler Radler Bozen), - 8. Sebastian Pfisterer (ARBÖ Radsport Grassinger Lambach), alle gleiche Zeit, - 9. Raymond Dunstan (Neuseeland) 7:24, - 10. Wjatscheslav Goryachev (Rußland) 7:32, - weiters: 17. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) 8:03

 

Freitag, 20. August 2010: Weltradsportwoche: Straßenrennen "Giro Gianni Motta" in Bad Gams, 62,8 km

Rennstrecke: Bad Gams - Vochera - Stainz - Stallhof - Mettersdorf - Kraubath - Gussendorf - Petzelsdorf - Groß St. Florian - Lebing - Frauental - Niedergams - Furth - Bad Gams, 2 Runden = 62,8 km, 525 Höhenmeter, Start 10.20 Uhr

Wetter: bewölkt, dann aber zunehmend sonnig, heiß und schwül, starker N-Wind, 29°

Rennverlauf: Habe Befürchtungen, daß gleich sofort wahnsinnig hohes Tempo gefahren wird, aber nein, es wird zwar schnell, aber gleichmäßig gefahren, bis rüber nach Stainz. Kein Problem. Es geht mir heute auch schon etwas besser. Nächster vorentscheidender Punkt: Anstieg in Kraubath, ich reihe mich ganz vorne ein, aber 2 km vor dem Anstieg wird es höllisch schnell, alle wollen vorne fahren! Und so bin ich dann auch nur in der Mitte des Feldes, fahre mit, hohe Frequenz, aber das letzte Stück, die Kuppe, da muß ich, mit dem Puls wieder absolut am Limit, klein beigeben. Ohne Rücksicht auf Verluste wuchte ich mich drüber, muß ein Loch von ca. 5 Metern zufahren. Kein Problem.

Es fällt wieder auf, daß Buben, der Gesamtführende, wie in all den Jahren zuvor auch, bei diesem Rennen anscheinend keinerlei Ambitionen hegt, der fährt irgendwo am Schwanz des Feldes mit, reagiert auf keine Ausreißversuche. Es wird sehr aggressiv gefahren, immer wieder geht eine Gruppe weg, manchmal auch ein Fahrer alleine. Da die Masterklasse 5 ja auch mit uns gestartet ist, ist natürlich in einem entsprechend großen Feld immer für Bewegung und Action gesorgt.

Zweite Runde, am ersten Berg komme ich problemlos drüber, obwohl die letzten 200 Meter voll raufgesprintet wird. Ich werde zwar lang, bin aber sehr weit vorne positioniert und komme drüber, Loch zugefahren. Wilde Jagd in der Abfahrt, nächster Anstieg: ich fahre, wie üblich, hier mit 50/19 oder 21 hoch, Buben an meinem Hinterrad. Ich gebe mich damit zufrieden, im Feld über die Kuppe zu fahren. Schnelle Abfahrt, langgezogenes Feld, erst in Stainz läuft wieder alles zusammen.

Zweiter Anstieg Kraubath, diesmal wird Ernst gemacht, noch etwas schneller drübergefahren, das Feld bricht in zwei Gruppen auf. Aber schon in der Abfahrt ist wieder alles beim alten. Und damit wartet alle sauf den Zielsprint. Ich bin froh, diesmal ist ein besseres Ergebnis drin, jetzt lasse ich mich auch nicht mehr abhängen. Ab Frauental fahre ich nach vorne, jetzt wird aber sauschnell gefahren, alle Ausreißer werden hier eingeholt, mit Tempo über 40 km/h geht es dem Ziel entgegen.

Ich kämpfe mich vor in die allererste Reihe, dort möchte ich mich nicht mehr verdrängen lassen. Bei der Zielkurve entscheidet sich das Rennen, wer dort vorne ist, der ist auch im Ziel ganz vorne. Aber auch alle anderen möchten ganz vorne sein, entsprechend hoch wird jetzt das Tempo.

Aber leider bin ich ganz rechts außen, und hier ist die Straße auf den letzten 2 km ziemlich schlecht, Schlaglöcher, Risse, Spalten in der Asphaltdecke, und zu allem Überdruß kommt uns dann etwa 1,5 km vor dem Ziel, auch noch ein Lkw entgegen, der keinerlei Anstalten macht, auszuweichen oder auch nur langsamer zu werden (wie auch alle anderen Autofahrer in all den Rennen zuvor). Das Feld drängt und zwängt sich auf der rechten Seite zusammen, ich werde förmlich aus meiner Position rauskatapultiert und finde mich am Ende der Gruppe wieder. Das Tempo ist jetzt so hoch und ich bin schon so kaputt, daß ich keine Chance mehr habe, auch nur eine einzige Position gutzumachen. Scheiße! Wenns nicht hinhaut, dann geht´s wenigstens gleich ganz gehörig daneben!

Ich rolle hinter dem Feld ins Ziel - diesmal zwar im Hauptfeld dabei, aber doch nicht zufrieden!

Ergebnisse Kategorie Master 4: 1. Vladimir Beliauski (Weißrußland) 1:33:38 (Siegerschnitt 40,2 km/h), - 2. Dimitri Buben (Weißrußland) -0:06, - 3. Andrej Mozzhukhin (Ukraine), - 4. Ulrich Gössler (ARBÖ Drahteisel Volksbank Köflach), - 5. John Platero (USA), - 6.  Sebastian Pfisterer (ARBÖ Radsport Grassinger Lambach), - 7. Aleksandr Kandratsenja (Weißrußland), - 8. Josef Handler (RC TSV Zweirad-Kappler Hartberg), - 9. Anthony Chandler (Australien), - 10. Raymond Dustan (Neuseeland), alle gleiche Zeit, - weiters: 16. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -0:15

 

Samstag, 21. August 2010: Weltradsportwoche: Einzelzeitfahren in Stainz, 19,4 km

Rennstrecke: Stainz - Stallhof - Mettersdorf - Wieselsdorf, Wende - Mettersdorf - Stallhof - Stainz, 19,4 km, 40 Höhenmeter, Start 9.26 Uhr

Rennverlauf: Bin halbwegs gut aufgewärmt, und daher spüre ich auch, daß heute gar nichts geht. Keine guten Beine, dazu die Atemprobleme bei den höheren Pulswerten, das alles macht in einer so technischen Disziplin wie einem Einzelzeitfahren enorm unsicher. Und Unsicherheit produziert Fehler.

Eine halbe Minute vor mir startet Handler, eine Minute vor mir Schebath. Und hinter mir tummeln sich die Stars: Grossegger, Brecelj, Dunstan, Momot, Mozzhukhin, Hansl, Kern und Buben. Das wird ja heiter werden! Ich versuche, betont gleichmäßig zu fahren, nicht gleich am Start in den roten Bereich zu kommen, ich beginne also betont langsam und zurückhaltend, und verliere auch prompt auf den ersten Metern schon gegen Handler, Schebath sehe ich gar nie. Dann kommen Grossegger und Brecelj im Doppelpack an mir vorbeigerauscht, Grossegger fährt im Windschatten des Slowenen, Abstand vielleicht 2 cm! Die beiden entfernen sich wieder, dann kommt Dunstan an mir vorbei, ich kann die alle nicht halten. Endlich ist die Wende da.

Rückfahrt. Es geht mir immer schlechter, ich kann zwar das Tempo halten, aber das ist bei weitem nicht ideal, aber kaum mache ich mich kleiner und aerodynamischer, geht der Puls rauf, kaum fahre ich etwas schneller, geht der Puls rauf. Und hoher Puls heißt Atembeschwerden. Zum Aus-der-Haut-Fahren ist das! Auf der Rückfahrt kommt dann 2 km vor dem Ziel auch noch Buben vorbei, der tritt leicht und locker, fährt eine höhere Frequenz als ich, aber ich würge und mühe mich auch ganz furchtbar unbd elendiglich damit ab.

In 27:59 fahre ich ins Ziel. Sofort weiß ich, daß das nichts Besonderes war, ich habe Schebath nicht eingeholt, Handler nicht mehr zu Gesicht bekommen, habe also nach vorne hin verloren, und von hinten bin ich eingeholt worden!

Zum Vergleich: der Hans fährt heute genau eine Minute schneller (zuletzt war ich 30 bis 40 Sekunden schneller als er auf vergleichbarer Distanz), das aufs heutige Rennen umgerechnet, hätte einen 9. Platz bedeutet! Aber so muß ich mich mit Rang 23 zufriedengeben, und, ach so: das war heute die WM-Generalprobe!

Ergebnisse Kategorie Master 4: 1. Dimitri Buben (Weißrußland) 23:46 (Siegerschnitt 48,0 km/h), - 2. Milos Brecelj (Slowenien) -0:21, - 3. Raymond Dunstan (Neuseeland) -0:44, - 4. Josef Weber (BRD) -1:03, - 5. Johann Stocker (RC UNION Haus/Ennstal) -1:36, - 6. Sebastian Pfisterer (ARBÖ Radsport-Grassinger Lambach) -2:00, - 7. Gerhard Mosler (ARBÖ TV-Steiner Raaba) -2:26, - 8. Bernhard Stenitzer (ARBÖ TV-Steiner Raaba) -2:30, - 9. Andrej Mozzhukhin (Ukraine) -2:59, - 10. Wjatscheslav Goryachev (Rußland) -3:00, - weiters: 23. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -4:12

Mit dem heutigen Zeitfahren wurde auch die Gesamtwertung der heurigen Welt-Seniorenradsportwoche abgeschlossen, der morgige Marathon zählt da ja nicht mehr dazu.

Ergebnisse Kategorie Master 4: 1. Dimitri Buben (Weißrußland) 78 Punkte - 2. Andrej Mozzhukhin (Ukraine) 47, - 3. Marco Grossegger (BRD) 40, - 4. Raymond Dunstan (Neuseeland) 32, - 5. Gerhard Mosler (ARBÖ TV-Steiner Raaba) 27, - 6. John Platero (USA) 26, - 7. Peter Kosteletzky (BRD) 13, - 8. Wjatscheslav Goryachev (Rußland) 8, - 9. Rudolf Hansl (ARBÖ imcom.24-vredestein Wien) 6, - 10. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) 0 Punkte

 

Eigene Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!