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 RENNBERICHTE 2008

Samstag, 15. März 2008: Straßenrennen in Murska Sobota (SLO)

Strecke: Murska Sobota - Martjanci - Tesanovci - Dobrovnik - Mostje - Lendava - Lakos - Hotiza - Crensovci, Odranci - Beltinici - Rakican - Murska Sobota, 65 km, 40 Höhenmeter, Start 9.25 Uhr, Wetter: leicht bewölkt, sonnig, sehr starker NW-Wind (Sturm), 19°

Rennverlauf: Im dritten Rennen des Tages starten alle nicht Elite- und Juniorenfahrer auf einem Haufen, also alle Jüngeren, alle Älteren und vor allem der riesengroße Haufen der Unlizenzierten. Der Ansturm hielt sich aber in Grenzen: im Eliterennen (3 Runden, 195 km) stellten sich gerade mal  an die 40 Fahrer an die Startlinie, gewonnen hat dann Bogdan Mervar, die nächsten beiden Kategorien sind dann jeweils 2 Minuten dahinter gestartet. Ein sehr starker Wind hat so früh am Morgen schon geblasen, der sich dann bis Mittag zu einem wahren Sturm ausgewachsen hat. Sturm aus Nordwest, also in der zweiten Hälfte Gegenwind. Wenigstens ein kleiner Lichtblick. Also habe ich mir die letzten Kilometer der Rennstrecke besonders genau angesehen, man weiß ja nicht, vielleicht wird´s da doch unerwartet selektiv. Dem war aber von der Strecke her nicht so, lange, lange Gerade, frei im Wind, kein Haus, kein Baum, kein Strauch, nur ungehinderter Sturm. Da ich jedes Jahr immer ein oder zwei Rennen benötige, um den Rhythmus zu finden, hatte ich auch keinerlei Erwartungen, wollte nur im Hauptfeld ins Ziel kommen.

Vom Start weg also mit Rückenwind, jagt der Haufen mit hohem Tempo aus Murska Sobota hinaus, die Tempoarbeit haben die Masterfahrer übernommen, Bostjan Slak, Marjan Srnel, Janez Zakotnik, Bojan Ropret, die Besetzung war also allererste Sahne. Kurz vor Dobrovnik (16 km) sind wir an den Junioren dran, ich sehe die Autokolonne ein paar hundert Meter vor uns. Die Rennleitung fährt ein paarmal hin und her, dann geht bei den Junioren das Tempo hoch, wir werden gebremst. Bis die Junioren außer Sicht sind. Naja, so geht´s also auch. Nach Dobrovnik sind wir im Moor- und Schilfland des Dreiländerecks Ungarn/Kroatien/Slowenien. Bis Lendava jagen wir mit Rückenwind dahin, dort fahre ich mich in Position, schließlich geht es jetzt zurück, im Gegenwind, da brauche ich eine ganz vordere Position. Ortsausgang von Lendava, ein enger Kreisverkehr, wir jagen in Einserreihe rein, vorne die Master, dazwischen ein paar Hobbler, der große Haufen dahinter. Der Kreisverkehr erweist sich als sehr, sehr eng, und während ich noch voll konzentriert die Linie da durch suche, scheppert es hinter mir ganz gewaltig. Ich blicke mich nicht um, aber ich weiß, daß es da gleich ein paar erwischt hat. Bei der Ausfahrt blicke ich kurz zurück, ujnd richtig, da liegt der Haufen auf der Pfeife, eine strategisch ganz wichtige Szene: es geht unmittelbar danach in den Gegenwind rein, wir haben ein Loch, und als ich mich nach der Ortschaft umdrehe, sehe ich ein Loch von gut 200 Metern hinter mir. Wenig später kommen 5 Mann noch nach, aber das war´s dann. Unxd meine Aufmerksamkeit muß ich jetzt ganz auf den Rennverlauf vor mir richten. Hohes Tempo, schnelle Wechsel an der Spitze, durch die Kurven wechselt der Wind zwischen Gegen- und Kantewind. Und die technisch weniger Geübten stehen permanent im Weg herum und es dauert eben eine Zeitlang, bis die alle zurückgefallen sind. Nervenaufreibend. In Beltinci, knappe 10 km vor dem Ziel, zähle ich durch: 17 Mann, und hinten weit und breit nichts zu sehen!

Ich freunde mich langsam mit dem Gedanken an, hier doch um die Preisränge mitzufahren. Habe eigentlich nicht damit gerechnet. Aber ich habe im starken Gegenwind eine gute Position, lasse mich da nicht rausdrängen. Und weil es gar so gut gegangen ist, habe ich mich doch mit dem Gedanken herumgespielt, vielleicht anzugreifen. Oder zumindest bei einer Attacke mitzufahren. Was habe ich schon zu verlieren? Also! Aber dann kommt mir doch eine andere Idee. Weil der Wind gar so stark bläst, nehme ich mal an, daß im Finale keiner vorne im Wind fahren will, daß daher das Tempo ziemlich runtergehen wird. Und wenn ich dann so 1,5 bis 2 km vor dem Ziel angreife, werden sie alle blöd herumschauen, aber sicher nicht nachfahren. Ich fühle mich gut, also warte ich ab. Gut, daß ich mir die letzten Kilometer vorher angesehen habe. Wir sind auf den letzten 2 km, und wir sind auch schon in Murska Sobota, und wirklich, das Tempo geht runter, ich greife sofort an, sprinte aus der Gruppe raus, mit aller Kraft und Gewalt, mit 53/15, und sofort reißt das Loch. Am Schatten sehe ich, daß jemand mitfährt, aber ich achte jetzt nicht darauf, zuerst mal Boden gewinnen. Gut 300 Meter sprinte ich stehend von der Gruppe weg, dann setze ich mich hin, richtig, da hängt so ein Typ hinten drin. Ich blicke mich kurz um, es ist Marjan Srnel aus Laibach, verdammt, der stärkste Sprinter des Feldes!! Der ist halt auch nicht auf der Nudelsuppe dahergeschwommen, der kenntmich von so vielen harten Kämpfen der letzten Jahre, der weiß genau, daß er sich nicht überrumpeln lassen darf! Aber damit ist jetzt der Sieg außer Reichweite, ich bin etwas frustriert, nicht mehr voll bei derSache. Ich schwenke weg, er zögert, dann fährt er halbherzig vorbei. as soll das, es sind doch nur mehr ein paar Meter! Ich deute ihm, er soll fahren, nicht stehen und schauen, er versteht, reagiert aber nicht. Ich fahre an sein Hinterrad, er wird immer langsamer, blickt sich dauernd um. Noch 1000 Meter, bei etwa 800 Meter steht er auf und tritt unvermittelt an. Ich bin in Gedanken ganz woanders, weiß nicht wo, aber jedenfalls nicht hier. Reaktionslos fährt er weg. Scheiße! End vom Lied: Marjan gewinnt das Rennen, ich werde auf den letzten 200 Metern von ein paar Fahrern noch abgefangen - Rang 7! Aber die sechs Mann vor mir sind Master fahrer, und weil ich ja noch keine Lizenz habe, bin ich bei den Unlizenzierten gestartet, diese Klasse habe ich gewonnen!  Ernüchterung am Ende: es wird nicht so gewertet wie laut Ausschreibung vorgesehen, jeweils 3 Preise bei den Master und den Unlizenzeirten, sondern es wird noch mehr eingespart, es gibt nur absolut 5 Preise. Das heißt, ich gehe als Sieger leer aus - doppelte Scheiße!!!

Zieleinlauf

Ergebnisse: 1. Marjan Srnel 1:36:48 (Schnitt 40,1 km/h), - 2. Eugen Plesko, - 3. Janez Zakotnik, - 4. Bostjan Slak, - 5. Bojan Ropret, - 6. Dusan Vidmar, - 7. Robert Bartonek (RC Union Unterguggenberger Wörgl), - 8. Ales Hren, - 9. Milan Koic, - 10. Boris Norman, alle gleiche Zeit

Sonntag, 23. März: Marathon in Ptuj (SLO)

Strecke: Ptuj - Pacinje - Domava - Moskanjei - Gorisnica - Muretinci - Cirkulane - Zgorni Leskovec - Kozminci - Zetale - Donacka gora - Rogatec - Stoperce - Majsperk - Ptujska gora - Lovrenc - Kidricevo - Ptuj, 95 km, 1280 Höhenmeter, Start 12.15 Uhr, Wetter: regnerisch, bedeckt, tiefe Regenwolken, 14°, starker böiger SO- bis O-Wind

Rennverlauf: Na servus, jede Menge Prominenz bei diesem Marathon: Perutnina Ptuj, die Profimannschaft ist da, obwohl die zur selben Zeit die Mazedonien-Rundfahrt und die Chile-Rundfahrt bestreiten, weiters Adria-Mobil aus Novo Mesto,  Kolesarski Klub Sava Kranj, ASTRA Lubljana und noch ein paar weitere. Die Strecke ist sauschwer, zwei schwere, lange Anstiege, dazwischen jede Menge kleiner, ruppiger, wahnsinnig stieiler Zacken, alle 15 - 20 % steil, und dazu das regnerische Wetter, starker Wind, teilweise feuchte Straße. Und nicht viele Starter! Kaum 150 Mann, davon aber gut 50 Profis, stehen am Start, Gottseidank gibt es diesmal eine Alterswertung! Fahrer aus Slowenien, Kroatien, Ungarn und Italien sind am Start, ich bin der einzige Österreicher!

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Startaufstellung am Hauptplatz in Ptuj

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Der erste Ausreißer, ein paar Kilometer nach dem Start

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Zieleinlauf, vorne Milan Koic (2.)

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Podiumsgirls zum Anfassen - hübsch, die Sloweninnen

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Der Sieger Ales Hren, Krka Adria-Mobil Novo Mesto

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Auch fürs Auge ist was dabei

Bereits nach 2 km der erste Anstieg, das Feld zieht sich in die Länge, ich halte mit. In Pacinje der zweite steile Anstieg, wie der vorige gerade mal 300 Meter lang, aber eben 18 % steil. Ein Gedränge, die Ellbogen werden ausgefahren, der Wind bremst, ich verstecke mich so gut ich kann. Wieder geschafft. In Cirkulane der dritte Anstieg, der ist jetzt gut einen Kilometer lang, etwa 10 bis 12 % steil, und hier zerteilt sich der Haufen endgültig, etwa 30 Mann setzen sich ab, ich natürlich nicht dabei, aus der Altersklasse (hier ab 40 Jahren) aber auch niemand. Gut so. Nach 5 oder 6 weiteren ganz kurzen, aber sausteilen Anstiegen, die die Kraft aus den Beinen saugen, kommt der erste lange Anstieg nach Donacka gora, gut 8 km lang, es geht rauf bis 880 m Seehöhe. Hier zerfällt auch meine Gruppe, bisher etwa 30 Mann, in mehrere kleine Gruppen, über die Kuppe und in der kurzen Abfahrt kann ich vorne ranfahren und bin dann in einer zunächst 4-Mann-Gruppe, später wächst der Haufen auf knapp 20 Mann an, die wir alle von vorne einsammeln. Da ist ein Mörder-Zug drin, ein paar Profis reihen sich vorne ein. Nach Rogatec der zweite schwere Anstieg, wieder etwa 6 km lang, etwas flacher, max. 8 %, aber auch das tut weh genug. Wieder zerfällt die Gruppe, ich kämpfe schwer, fahre mein Tempo, falle anfangs zurück, kann dann am letzten Kilometer zur Kuppe aber einige wieder einholen, in der Abfahrt holen wir weitere Fahrer ein. In Majsperk sind wir wieder 12 Mann, in einer solch kleinen Gruppe muß ich auch fleißig führen. Bin schon ziemlich angeschlagen, drei weitere, diesmal aber flache Steigungen folgen, dann sind wir auf der Hauptstraße und es geht schnurgerade und - Gottseidank!!! - flach ins Ziel nach Ptuj. Ich verbeiße mich in die Hinterräder, so knapp vor dem Ziel will ich auch nicht mehr zurückfallen. Ich kann zwar mithalten, aber im Sprint bin ich ohne jede Chance. Zu sehr habe ich mich davor verausgaben müssen, auf den letzten 5 km gibt es noch zahllose Angriffe. Klar, in meiner Gruppe sind wir insgesamt 6 Mann aus der Altersklasse, und es geht hier um den Sieg!1 Aber ich bin zu schwach, ein paarmal werde ich wieder herangefahren, aber beim letzten Angriff, etwa 1,5 km vor der Ziellinie, resigniere ich, rolle aus und werde so "nur" Sechster. Es gewinnt der junge Rok Grilc vom Adria-Mobil-Team, der die Strecke in 2:39 Stunden zurücklegt und solo ankommt. Die weiteren Gruppen sind allesamt sehr klein, das ganze Starterfeld ist unglaublich aufgesplittert. Ich belege in der absoluten Tageswertung den 39. Rang - gar nicht mal so schlecht bei gut 50 Profis! Mein Rückstand beträgt auch "nur" 8:24 Minuten, in der Altersklasse aber bin ich zeitgleich mit dem Sieger Ales Hren.

Meine Gruppe beim Zieleinlauf, hier schon nach der 1000-m-Marke in Ptuj

Ergebnisse: 1. Ales Hren (SLO) 2:47:55 (Schnitt 36,3 km/h), - 2. Milan Koic (CRO), - 3. Bojan Ropret (SLO), - 4. Dusan Vidmar (SLO), -  5. Roman Kortinec (SLO). - 6. Robert Bartonek (RC Union Unterguggenberger Wörgl), alle gleiche Zeit, - 7. Ales Tajmaster (SLO) -2:15 Min. - 8. Rok Jerze (SLO), gleiche Zeit, - 9. Janez zakotnik (SLO) -3:48, - 10. Simon Stojko (SLO) - 5:12

Wie gesagt, fürs Auge
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 Sonntag, 30. März 2008: Marathon in Bjelovar (HRA)
Strecke: Bjelovar - Brezovac - Ivanska - Stefanje - Vagovina - Cazma - Cerina - Dubrava - Zvekovac - Mostari - Beslinec - Klostar Ivanic - Preces - Lupoglav - Prkraj - Lonjica - Sveti Helena - Sveti Ivan Zelina - Rakovec - Krkac - Vrbovec - Kcar - Gorni Tkalec - Veli Raven - Krizevci - Bukovje Krizevacko - Sveti Ivan Zabno - Farkasevac - Bojc - Riomelje - Gudovac - Bjelovar, 164 km, 675 Höhenmeter, Start 9 Uhr,Wetter: heiter, sonnig, leichter SO-Wind, 22°
 
Startphase, die ersten Kilometer werden aus Bjelovar raus neutralisiert zurückgelegt
 
Rennverlauf: Habe mir die Strecke vorher sowohl am Streckenplan als auch auf Google-Earth ganz genau angesehen, aber die war so abwechslungsreich, daß ich sie mir einfach nicht einprägen konnte: viele Kurven und Kreuzungen, genauso viele Richtungsänderungen, der Wind natürlich andauernd aus einer anderen Richtung, unzählige Anstiege, alle kurz und steil. Was die Straßen angeht: Respekt, alle in ausgezeichnetem Zustnd, relativ breit und tadellos, obwohl größtenteils Nebenstraßen im Hinterland. Die Besetzung: wie gehabt, ein paar Profiteams (Continental), eine Menge Elitefaher, dazu eine Unmenge Master und Junioren und natürlich die breite Masse der Unlizenzierten.
Ich bin gleich nach dem Start so schnell wie möglich an die Spitze gefahren, habe aber dennoch gut 15 km dafür gebraucht. Langgezogene und meist aber kurze Anstiege, alle über 10 % steil, haben das Feld in die Länge gezogen und sofort für eine Selektion gesorgt. Gleich in der ersten halben Stunde mußte ich ein paarmal ganz ordentlich hinhalten, das Tempo gleichmäßig hoch. Nach Klostar Ivanic ist es flach geworden, dafür sind wir eormes Tempo ebolzt. Natürlich gab es in der ganzen Zeit keinen einzigen Angriff (!), einersetis weil das Tempo viel zu hoch war, andererseits vermutlich wegen der Distanz. Bis Sveti Ivan Zelina, also ziemlich genau bis zur Halbzeit, war ich ganz vorne dabei, dann ist eine Gruppe eggefahren, mit Profis und Elitefahrern, danach ist es etwas gemütlicher geworden. Aber auch bergiger. Da war ein Anstieg zu fahren, der war wirklich nicht ohne, den habe ich unterschätzt, er war etwa 5 km lang, ganz flach, max. 3 %, aber da ist wieder eine zweite Gruppe vorne rausgefahren, eine ganz große mit ca. 30 Mann. In der Folge ist auf den Anstiegen immer wieder attackiert worden, und natürlich ist so die Gruppe schnell kleiner geworden. Ich habe nichts mehr geführt, war nur mehr darauf bedacht, die Beine zu schonen, die Kräfte zu schonen und dennoch vorne dran zu bleiben. Nach Veli Raven dan derzweite lange Anstieg, gut 3 km lang, 4 %, da war ich auf der Hut, mit gut 10 weiteren Fahrern haben wir uns aus dem nach wie vor großen Feld abgesetzt, und weil da wirklich ein ganz ordentlicher Zug drin war, sind wir gleich weitergefahren. Inzwischen ist auch die Gruppe vor uns kleiner geworden, wir haben andauernd ein paa abgeschlagene Fahrer engesammelt. Und in Sveti Ivan Zabno, keine 30 km vor dem Ziel, haben wir eine größere Gruppe eingeholt, und da waren dann auch mit Srnel, Ropret und Hren die stärksten Slowenn drin, und da war ich wieder auf Siegeskurs. In der Kategorie 40+ ist es da um den Sieg gegangen! Die letzten Kilometer waren schwer, technisch schwer wegen des ständig wechselnden Windes, Gegenind, Seitenwind schräg von vorne, die Windstaffeln mußten laufend umgebildet werden, das war nervig. Ich habe viel gegessen und getrunken, nichts geführt, bin bewußt nicht im Wind gefahren, um wenigsens eine kleine theoretische Chance zu wahren, vielleicht doch aufs Podest zu kommen, dafür war aber ein exellenter Sprint nötig. Und meine Konkurrenten lauter Sprinter!
Wir waren genau 28 Mann, davon 7 Fahrer meiner Altersklasse. Die waren im Pulk so verstreut, daß ich sie un
möglich alle im Auge behalten konnte. Habe mir daher vorgenommen, auf die gar nicht zu achten, sondern so weit vorne wie möglich ins Finale zu gehen und dann eben versuchen, so weit vorne zu sein, wie´s nur geht. Chaotischer und gefährlicher Zieleinlauf: nach der 1000-m-Fahne kacht es rechts hinter mir, gleich darauf vor mir, beide Male kann ich - toi, ti, toi - irgendwie aussteuern, der Haufen wird völig neu geordnet, ich bin relativ weit vorne, lasse mir diesen Vorteil natürlich nicht mehr nehmen und sprinte auf den letzten 300 Metern um mein Leben. Ein viel zu langer Sprint, zweimal muß ich ihn neu antreten, aber ich bin ihn optimal gefahren. Nach der langen Distanz war das sowieso nur mehr ein Kraftsprint, verzögert, zu früh angetreten (?!) und dann noch endlos verschleppt, ideal für mich. Kraft war das einzige, das ich noch etwas in den Beinen hatte, Srnel und Hren,die beiden stärksten Sprinter, sind erst relativ spät, auf den letzten 100 Metern, vorbeigekommen, und da habe ich dann auch gemerkt, daß ich bis 100 Meter vor dem Ziel sogar noch geführt habe! Letztlich war es Rang 3, der erste Podestplatz in dieser Saison, und das schon im dritten Rennen - so gut bin ich noch nie in die neue Saison gestartet! Und ich merke natürlich auch, daß ich stärker bin, das gibt zusätzliches Selbstvertrauen. Rang 3, nur um knappe 2 Meter am ersten Sieg vorbeigefahren, und das in einem Rennen über 164 km, einer wirklich "echten" Distanz!
Ergebnisse: 1. Marjan Srnel (SLO) 4:12:25 (Schntt 39,3 km/h), - 2. Ales Hren (SLO), - 3. Robert Bartonek (RC Union Unterguggenberger Wörgl), - 4. Attila Toth (H), - 5. Bela Kobor (H), - 6. Gergö Pos (H), alle gleiche Zeit, - 7. Bojan Ropret (SLO) -0:45, - 8. Marko Ozbolt (CRO) -1:25, - 9. Petar Glazar (CRO),  10. Zlatko Ivankovic (CRO), alle gleiche Zeit
 
 
 
 
Samstag, 5. April 200: Straßenrennen St.Johann/Herberstein - Großwilfersdorf - Kaibing
Strecke: St.Johann/Herberstein, Zentrum - Kaibing - Illensdorf - Blaindorf - Kroisbach - Großsteinbach - Großhartmannsdorf - Obgrün - Hainersdorf - Riegersdorf - Großwilfersdorf, Wendeschleife - Riegersdorf - Hainersdorf - Obgrün - Großhartmannsdorf - Großsteinbach - Kroisbach - Blaindorf - Illensdorf - Kaibing
Streckenlänge 40,0 km, Start: Ortsmitte St.Johann/H., 14.30 Uhr, Vorgabe: C/D 4:40 Min., B 2 Min.
Wetter: bedeckt, starker SO-Wind, 13 °
Rennverlauf: Vom Start weg sauschnell, zum einen durch den Wind (Rückenwind), zum anderen durch die Tatsache, daß im Winter ein paar Fahrer dazugekommen sind. Lauter starke natürlich, die in der A-Klasse starten. Lauter Vychodil-Fahrer, die gelb-blauen Trikots wuseln jetzt überall herum. Mehr A-Fahrer bedeutet höheres Tempo, mehr Qualität, mehr Klasse, schnelleres Zufahren der Vorgabe, bedeutet aber auch faden, langeiligen Rennverlauf, weil die Vychodil-Fahrer jetzt überbetont sind. Aber vielleicht gibt´s da bald auch Unstimmigkeiten, weil sich so viele Fahrer ganz einfach im Weg sein müssen. Und ich habe doch tatsächlich ein paar Stimmen gehört, die damit ganz und gar nicht einverstanden sind: noch mehr Klasse heißt schnellere, selektivere Rennen, mit einem Wort schwerere Rennen, und das wollen die schwächren Fahrer nicht. Leute, die Qualität ablehnen?? Soll´s auch geben, aber über die zerbreche ich mir nicht den Kopf. Erstes Rennen also in Österreich, in der Steiermark.
Das schnelle Wegfahren überfordert mich etwas, es ist kalt, und ich bin halt doch nicht optimal aufgewärmt. Macht nichts, rolle ich halt die ersten 10 Minuten nur mit. Bei so vielen Vychodil-Fahrern muß ich sowieso nicht führen. Das Tempo ist sehr, sehr hoch, erst nach 16 km holen wir die B-Fahrer und wenig später den Rest der C- und D-Fahrer ein. Aber dann wird weiter aufs Tempo gedrückt. Bei der Wende sagt mir mein Computer, daß wir mit Schnitt 48 km/h unterwegs sind! Und natürlich gibt´s bei einem solchen Höllentempo auch keine Attacken. Doch in der Rückfahrt gibt´s dann Gegewind, und das provoziert natürlich die Angriffe. Aber wer soll sich da zeigen? Dazu sind sie dann alle doch wieder entweder zu schwach oder wollen nicht. Und weil´s so wenig Angriffe gibt, bin ich dann total überrascht, als es doch einmal passiert: dummerweise bin ich gerade im letzten Drittel blöde eingesperrt, komme nicht frei, und dann ist der Moment auch schon wieder vorbei. Drei Vychodil-Fahrer, ud Schellnegger sprintet auch noch schnell hin, da waren´s fünf. Nur sporadisch flammt eine Verfolgung auf, doch die Vychodil-Fahrer unterbinden sie sofort. Und als der Vorsprung größer wird, ist im Feld auch die Motivation wieder weg. So geht es - konstant schnell, aber langweilig - in Richtung Ziel.
Für mich ist die Gesamtwertung dieser saisonlangen Serie kein Thema, weil ich einfach nicht alle Rennen fahre, zu oft fehlen werde.  Daher nehme ich sie als Training, als Aufbaurennen und zum Formtest. Aber abhängen will sich natürlich niemand gerne lassen. Ich auch nicht. Aber ich weiß, daß es sinnlos ist, da alleine gegen den Wind nachzufahren zu versuchen. Mit einer Handvoll Vychodil-Fahrer am Hinterrad habe ich wirklich keinen Bock drauf. Aber da ich als schwacher Sprinter bei 6 oder 7 Fahrern sowieso nur Sechster oder Siebenter werde, kann ich denselben Platz auch belegen, wenn ich kurz vor dem Verfolgerfeld ankomme.
Neue Taktik: der starke Gegenwind ist natürlich super, da wird keiner Tempo fahren wollen, und meine Chance als Nichtsprinter in einem solchen Sprint liegt nur darin, daß ich daraus einen reinen Kraftsprint mache, einen langen, langen Sprint. Also warte ich so lange, bis die Spitze weit genug weg ist, daß sie ungefährdet bleiben und bis es so knapp vor dem Ziel ist, daß sowieso keiner mehr ranfahren kann. Dann ist sicherlich die Aufmerksamkeit der Vychodil-Fahrer auch nicht mehr die allerbeste. Ich warte also auf die letzten 5 km, reihe mich ganz vorne ein, und als mein Vordermann wegschwenkt, trete ich an, nicht voll, aber stark genug, um ein wenig wegzukommen. Jetzt müssen sie nachfahren, das Feld zieht sich in die Länge. Natürlich sind sie gleich wieder dran, aber da gibt´s dann gleich den nächsten Antritt. Das Spiel wiederhole ich ein paarmal, dann ist der Haufen nicht nur ordentlich gestreckt mit ein paar kleneren und größeren Löchern drin, dann sind auch schon die ersten abgerissen. Auf der leicht steigenden Zielgeraden sprintet kaum mehr jemand, da rollen sie mehr oder weniger nur mehr rein. Und da ich weit genug vorne bin, kann ich wohl zufrieden sein. Ungefähr am zehnten Platz komme ich ins Ziel, aber davor waren halt 5 Mann.
Resümee dieses ersten Rennens: es waren zwar nur 40 km, aber man kann dennoch schon sagen, daß durch die vielen neuen Gesichter mehr Wind reingekommen ist. Und mehr Qualität ist immer gut, auch wenn´s für die Nicht-Vychodil-Fahrer jetzt deutlich schwerer werden wird. Schnitt 43 km/h ist der Beweis dafür. Aber ich tue mir leichter, wenn der ganze Bewerb etwas schwerer ist, ich kann diese Entwicklung also nur begrüßen. Ist ja auch Sinn und Zweck eines Rennens, oder???
Ergebnisse: 1. Michael Schwarzäugl (ARBÖ Vredestein Vychodil Graz), 54:58 (Schnitt 43,9 km/h), - 2. Daniel Wabnegg (ARBÖ Vredestein Vychodil Graz) -0:02, - 3. Alfred Platzer (ARBÖ Vredestein Vychodil Graz), - 4. Friedrich Pöltl (ARBÖ Sparkasse Kindberg), - 5. Peter Schellnegger (ARBÖ Sparkasse Intersport Weiz), alle gleiche Zeit, - 6. Peter Krebs (ARBÖ Vredestein Vychodil Graz) -1:29, - 7. Andreas Wünscher (ARBÖ Vredestein Vychodil Graz), - 8. Johann Taucher (ARBÖ Sparkasse Kindberg), - 9. Kleinhappl (ARBÖ Sparkasse Intersport Weiz), - 10. Josef Handler (TSV Zweirad-Kappler Hartberg), - 12. Robert Bartonek (RC Union Unterguggenberger Wörgl), alle gleiche Zeit
 
 
Sonntag, 6. April 2008: Marathon in Pecs (HUN)
Strecke: Pecs, Hauptplatz - Szederkeny - Szejk - Bòly - Borjad - Pocsa - Villany - Nagyharsany - Kistepolca - Alsoszentmarton - Matty - Dravaszabolcs - Harkány - Tùrony - Garé - Hegyszentmarton - Siklosbodony - Baksa - Görcszony - Pellérd - Pecs, Hauptplatz
Streckenlänge: 123 km, Start 8.15 Uhr, Wetter: anfangs Nieselregen, naße Straßen, saukalt, dann langsam aufgetrocknet, auf den letzten 12 km wieder Nieselregen, 12°, starker, stürmischer S- bis SO-Wind
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Start
Rennverlauf: Obwohl Ungarn ein Nachbarland ist, fahre ich hier nicht oft, eher sehr selten. Daher kenne ich weder Strecken, Fahrer und auch keine Örtlichkeiten. Alles Neuland sozusagen. Dieser Marathon hier wird zum erstenmal veranstaltet, ungefähr 300 Fahrer haben sich trotz des Sauwetters am Start eingefunden, davon ungefähr 40 in meiner Altersklasse 45+. Aber auch ein paar Elitefahrer sind dabei, und die drücken natürlich vomStart weg aufs Tempo. Und obwohl ich relativ weit vorne in der Startaufstellung war, bin ich in den ersten Minuten pausenlos am Überholen. Und immer sehe ich Gruppen vor mir. 53/14, Tempo zwischen 52 und 56 km/h, Kopf runter, glücklicherweise gibt es auf den ersten Kilometern kaum Kurven, nur lange Gerade. Die ersten 11 km fahre ich in knapp 14 Minuten! Sicher, es geht meist leicht bergab, aber der Wind steht ungünstig, bläst kräftig direkt von vorne. Dennoch dauert es beinahe 30 km, bis ich endlich an der Spitze bin. Ziemlich k.o., aber froh, es doch noch geschafft zu haben. Erst viel später merke ich, daß ich es nicht wirklich geschafft habe, denn vor uns, aber da schon außer Sichtweite, ist jene Gruppe (nur mit Elitefahrern), die für das irrwitzige Anfangstempo verantwortlich war.
Kaum war ich dran, hat es auch schon ganz gewaltig gescheppert. Auf der Hauptstraße waren an der Mittellinie so kleine Knöpfe angebracht, ungefähr 3 cm hoch, reflektierende, da ist einer draufgeknallt, es hat ihm den Lenker aus der Hand geschlagen, und schon hat er das halbe Feld abgeräumt. Ich konnte nicht mehr reagieren, es ist ja direkt vor mir passiert. Ich weiß nicht mehr, wie das zugegangen ist, aber Sekunden später war ich vor dem Sturz, an den Schuhen ungefähr einen halben Meter lange Gras- und Strohhalme. Muß wohl einen Haken durch die Wiese geschlagen haben. Jedenfalls wieder nachfahren. War einfach wirklich nicht mein Tag heute. Das metallische Krachen und Knirschen geht einem halt immer wieder durch Mark und Bein, dazu ein paar Schmerzensschreie.
Als ich mich halbwegs wieder erholt habe, ist auch schon der erste Anstieg in Sicht, kurz hinter Villany geht es für knappe 2 km den Berg hoch. Nicht steil, etwa 2 bis 4 % nur, aber weil schnell und hart gefahren wird, sorgt auch das für eine Selektion. Ich muß mich ganz gehörig plagen,habe schon die ärgsten Bedenken für den Rest des Rennens, komme noch gerade so am Schwanz des Feldes mit über die Kuppe. Das feuchtkalte Wetter ist nichts für mich, da komme ich nur schwer auf "Betriebstemperatur".  Was alle Marathons, die ich heuer gefahren bin, in Slowenien, Kroatien, einschließlich hier in Ungarn, unseren in Österreich voraushaben: da sind die Fahrer der einzelnen Altersklassen genau anhand ihrer andersfarbigen Startnummern zu identifizieren. Auf einen Blick weiß ich genau, wer in meiner Kategorie fährt und wer nicht. In Österreich muß ich die Leute schon kennen, denn ein Blick ins Gesicht sagt meist nicht viel aus, denn die sehen alle um Jahrzehnte älter aus als die dann eigentlich sind.
Was der Anstieg nicht besorgt hat, das schafft der kräftige Wind, der jetzt von der Seite in den Haufen reinfegt und ihn ordentlich zerzaust. Jetzt ist wieder Kraft gefragt, ich zwänge mich ganz vorne in die Staffel rein, lasse mich nicht abdrängen. Da braucht es ungleich mehr Rücksichtslosigkeit als in Österreich. Also Ellbogen raus. Da kann ich noch so stark ein, was hilft mir das, wenn ich mich in der Gruppe nicht behaupten kann?
Saudreckig ist dieses Land, wie im tiefsten Balken (´tschuldigung, wird sind ja hier am Balkan, mehr oder weniger halt!!), wir fahren hier auf kleinen Nebenstraßen, ich komme mir vor wie bei Paris-Roubaix, es sind Karren- und Forstwege, Güterwege und Zufahrten für die Bauern zu den Feldern. Und wegen des Regens ist alles voller Dreck, Schlamm, aufgeweichter, schlatziger Kuhscheiße, deren Teile ich später ganz oben am Helm wiederfinde, in den Augenbrauen, Nasenlöchern und zwichen den Zähnen (brr, grauslich, allein schon der Gedanke!!! Igitt!!). Kurz vor Tereny dann der zweite Anstieg, ein Ebenbild des ersten. Lang, flach, schmale Straße, dreckig, naß, rutschig, kaum Zuschauer. Ich fahre ganz vorne in den Berg rein, rette mich am Ende der Gruppe über die Kuppe. Heute ist nicht mein Tag, ich fühle mich schwach, außer Atem und kraftlos. Bergab fahren sie alle übervorsichtig, ich kann ein paar kleine Löcher leicht zufahren und bin wieder vorne in der Gruppe drin. 15 km vor dem Ziel dann der dritte und letzte Anstieg, der ist der steilste, stellenweise bis zu 10 %, wieder auf sehr schmaler Straße, die vielleicht gerade mal 2 Meter breit ist. Das sind wirklich Paris-Roubaix-Verhältnisse. Dann sind wir endlich in Pecs und wieder auf der Hauptstraße. Die letzten 5 km führen schnurgerade durch die Stadt zum Ziel, sind eine einzige Zielgerade. Das ist nicht mein Ding, ich fahre im letzten Drittel der Gruppe ins Ziel, zum Schluß waren wir noch gut 30 Mann, davon 8 aus meiner Altersklasse, es ist wieder um den Sieg gegangen, wie schon in den Rennen zuvor. Aber diesmal hatte ich nicht viel auszurichten, ein klassischer Sprint, und wie mir schien, ware alle Fahrer meiner Gruppe Sprintspezialisten.Ich bin Siebenter geworden. Was mir noch aufgefallen ist: wenn ich mich gut und stark gefühlt habe, ist niemand abgerissen, aber wenn es mir dreckig gegangen ist, dann sind sie imer reihenweise hinten rausgeflogen. Seltsam!
Die erste Gruppe mit den Elitefahrern war "nur" 16 Mann stark, ich bin also um Platz 17 der Tageswertung gefahren. Das naßkalte Wetter war aber nichts für mich, es ist mir von Anfang an nicht gut gegangen, alles ist nur mit Krampf und Quälerei gegangen, rund ist da gar nichts gelaufen. Aber naja, muß wohl solche Tage auch geben. Wundert mich, daß ich da so weit vorne mitgefahren bin.
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Finale
 
Ergebnisse:  1. Pal Zsolt  (Bike-Club Biondo) 3:12:25, - 2. Gergö Pos (Bike Club Biondo), - 3. Tamas Kelecseny (Pecs) , - 3. Zoltan Bacsek, (Budeapest) - 4. Tomas Koltay, - 5. Attila Pawlik (Mosonmadyarovar), - 6. Attila Toth (Budapest), - 7. Robert Bartonek (RC Union Unterguggenberger Wörgl), - 8. Attila Gal (Sormas), alle gleiche Zeit, - 9. Bela Kobor (Yankos Bike-Team), -3:25, - 10. Andras Bank (Szerpentin) -5:15
 
 
Sonntag, 13. April 2008: Straßenrennen in Lenart (SLO), 76 km
Strecke: Lenart, Sportzentrum - Radekova - Gradisce - Osek - Komarnica (BW) - Cerkvenjak - Kraljevci - Videm - Cakova - Grabonos - Spodnja Ivanjci - Ptujska Cesta (BW) - Orehovci - Cresnjevci - Gora Radgona - Lutvenci - Segovci - Apace - Zepovci - Ziberci - Drobtinci - Stogovci - Podgorje - Vratja vas - Gorja Cmurek - Zice - Lenart, Sportzentrum, 76 km, 565 Höhenmeter, Start 10.30 Uhr, Wetter: bedeckt, regnerisch, starker SO-Wind, 13°
Start mit Hindernissen
Rennverlauf: Endlich das erste richtige Masterrennen, laut Ausschreibung hätten die Elite mit den Junioren 2 Runden und wir mit den Unlizenzierten 1 Runde fahren sollen, dann aber kam alles anders. Eliterennen gab es gar keines, alle sind 1 Runde gefahren, um 10 Uhr die U-23, um 10.15 Uhr die Junioren, um 10.30 die Master und um 10.45 Uhr die Unlizenzierten. Schwere Strecke mit drei Anstiegen, ein selektives Rennen also. Und ich wollte mal meine Beine testen. Bereits nach 11 km die erste Bergwertung, es gab jedesmal 4,3,2 und 1 Punkt zu gewinnen. Der erste anstieg war etwa 3 km lang, unrhythmisch, bis zu 10 % steilen Abschnitten. Das Feld zog sich ziemlich in die Länge, von Anfang an wurde auch ziemlich unrhythmisch gefahren, und so kam oben eine 2-Mann-Spitze an, gefolgt von einer 4-Mann-Gruppe und dem Rest, mehr oder weniger aufgesplittert. Ich war dort oben in der 4. Gruppe und hatte etwa eine halbe Minute Rückstand. In der Abfahrt ist dann wieder alles zusammengelaufen, wir waren wieder eine große Gruppe - für einen Moment wenigstens. Dann sind drei Mann weggefahren, zögerlich ein paar hinterher, und ich bin auch gleich mitgesprungen, am Ende sind wir zu acht weggefahren, wir hatten etwa eine halbe Minute Vorsprung, dann haben die Trotteln angefangen, sich gegenseit anzugreifen. Mit der Tempoarbeit war´s sofort vorbei, und 2 km später war das Feld wieder geschlossen. Und dann gleich der nächste Anstieg, gleich zu Beginn haben sich 6 Mann abgesetzt und die habne sich in den bis zu 15 % steilen Anstiegen, wieder unrhythmisch, nicht mehr einholen lassen. Nach der Abfahrt nach Radkersburg runter waren wir wieder dran, die Spitze war da etwa 28 Mann stark.
Spitzengruppe am letzten Anstieg
Im folgenden längeren Flachstück ist dann Bojan Ropret rausgefahren, ich sofort hinterher. Bei einem solchen Kaliber darf man nicht zögern, der fährt sicher nicht zum Spaß weg. Anfangs haben wir auch ganz gut harmoniert, aber kaum haben sie im Feld gemerkt, daß es Ernst wird, haben sie sich eingereiht und waren wieder da. Zu zweit hatten wir keine Chance. Kaum eingeholt, hat gleich wieder wer attackiert, und sofort bin ich wieder mitgefahren. War ganz schön anstrengend, aber kaum hatten wir einen Vorsprung, hat der Typ zu arbeiten aufgehört und sich auf die faule Haut gelegt. Fazit: eine 8-Mann-Verfolgergruppe ist herangefahren, und zu zehnt sind wir bis zum letzten Anstieg gefahren, den kannte ich teilweise noch vom Wildon-Marathon her, lang und schwer. Anfangs relativ flach, ca. 6 %, später dann bis 9 % steil. Ich habe mich zurückgehalten, bin nur mitgefahren, habe aber nicht geführt, und am halben Anstieg war eine größere Gruppe da, und postwendend ist alles gleich zerfallen. Hohes Tempo, na klar, es war der letzte Berg und es warne nur mehr 17 km bis ins Ziel. Alles zerplatzt, alle fahren mehr oder weniger einzeln rum. Ich reiße freiwillig ab, verschnaufe etwas, fahre mein Tempo und versuche dann, den Abstand zu halten. Etwa eine halbe bis dreiviertel Minute. Es gelingt, und ganz langsam versuche ich zu forcieren. Um 1 km/h shcneller, dann um noch eines. Es ist nicht leicht, weil der Anstieg immer steiler wird. Ich komme näher, und inzwischen ist vorne alles auseinandergefallen, da fährt jeder nur mehr einzeln rum. Langsam komme ich näher, leider kann ich nicht so explosiv antreten, dazu fehlt mir im Moment noch die Form und die Explosivität am Berg. Aber auch so geht es. Ich bete, daß der Anstieg auch lange genug ist, daß ich wieder aufschließen kann. Es scheint, als würden die drei Mann vor mir auf mich warten. Jungs, das werdet ihr noch bitter bereuen! Egal, ich bin kurz vor der Kuppe dran, fahre gleich vorbei, beschleunige und sprinte dann über die Kuppe.
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Letzter Anstieg
Jetzt geht´s sowieso nur mehr bergab. Mit Marjan Srnel und Bojan Ropret sind leider die beiden vermutlich stärksten Sprinter des Feldes in meiner Gruppe. Dauernd wird angegriffen, meist kommen die Angreifer auch weg, aber sofort setzt der Rest der Gruppe nach. Totales Chaos, und an die Substanz geht diese Fahrweise ganz gewaltig. Ich orientiere mich an den beiden Sprintern. Die haben kein Interesse, wegzufahren, die werden im Gegenteil versuchen, alle Ausreißer sofort wieder zurückzuholen. Noch 5 km, und wieder ist alles beisammen. Gleich geht wieder einer weg, niemand reagiert, alle schauen sich an. Lahmes Pack! Die Jungs lassen sich förmlich bitten, ehe sie nachsetzen, und 3 km vor dem Ziel ist wieder alles beisammen, und sofort greift Dusan Vidmar an, der kommt auch weg, wieder schauen alle, dann fährt Ropret nach, damit ist für mich klar, daß der für Srnel den Spurt anziehen wird. Also konzentriere ich mich auf dessen Hinterrad. Kann ja nicht schaden. Ropret holt Vidmar auch tatsächlich wieder zurück, verlängert seinerseits gleich und hält jetzt das Tempo hoch. Kurz nach der 1000-m-Marke läßt er kurz locker, da tritt plötzlich hinter mir einer an, springt weg und sofort weiß ich, daß das die entscheidende Attacke war. Mit so geballter Kraft kann den keiner mehr holen, der ist weg. Und so ist es auch, wieder das schon allseits bekannte Sich-Anschauen (als ob jetzt auf einmal alle anders aussehen würden!), ich bleibe konsequent an Srnels Hinterrad, und richtig, Ropret geht wieder an die Spitze, hat Srnel im Schlepptau und natürlich auch mich. Ich liege an der dritten Stelle, als der endgültige Zielsprint eröffnet wird. Und ich kann auch eine ganz gerade Linie fahren, habe freie Fahrt zur Ziellinie. Leider fehlt´s mir in den Beinen, so ein übersichtlicher, gerader Sprint auf breiter Straße aus kleiner Gruppe ist nichts für mich.Dann noch eine kriminell gefährliche 90-Grad-Zielkurve, bergab mit Verkehrsinsel und hohen Bordsteinkanten, 300 Meter geradeaus ins Ziel. Dort komme ich als Vierter an, und wäre der Irre nicht weggefahren, wäre ich wahrscheinlich am Stockerl gestanden - eine Milchmädchenrechnung! Aber dafür das nächste Mal!!!
Die Podiumsplätze
Ergebnisse Kategorie Master: 1. Ales Tajmajster (ASTRA Lubljana) 2:02:12 (Schnitt 37,0 km/h), - 2. Marjan Srnel (SK Deteljice), 2 Sekunden zurück, - 3. Rok Blajkovic (Novo Mesto), - 4. Robert Bartonek (RC Union Unterguggenberger Wörgl), - 5. Milan Koic (SK Beograd), - 6. Bojan Ropret (SK Deteljice), alle gleiche Zeit,  - 7. Dusan Vidmar (CRO) -0:12, - 8. Eugen Plesko (CRO) -0:15, - 9. Gorazd Dengelij (Perutnina Ptuj) -1:48, - 10. Borut Kidric (Novo Mesto) gleiche
 

Samstag, 19. April 2008: Einzelzeitfahren in Ybbs-Persenbeug, 13,3 km

Strecke: Ybbs Persenbeug, Donau-Uferstraße Richtung Westen, Wende und wieder zurück, Streckenlänge 13,3 km, flach, Start 15.55 Uhr, Wetter: Regen, saukalt, sehr starker W-Wind, 8°

Rennverlauf: als ich etwa eine Stunde vor dem Start aufzuwärmen beginne, fängt es gerade zu nieseln an, dann immer stärker, schließlich regnet es ganz schön, dabei kühlt es ganz gewaltig ab und der ohnehin schon starke Wind nimmt weiter zu. Alles Scheiße. Ich fahre dann über die Donaubrücke rüber und nach Westen, aber der starke Verkehr läßt mich zwischen unglaublichen Wasserfontänen nur nach Luft schnappen. Als ich von der Rampe runter starte, komme ich nach etwa 150 Metern - kurzfristig - auf über 40 km/h, nämlich sogar bis uf 44 km/h, aber von da an fällt das Tempo stetig bis zur Wende ab, dort kommt ich dann nur mehr mit 37 km/h an. Gegen Wind fahre ich wie in eine Mauer. Ich plage und schinde mich, aber komme nicht vom Fleck. Gerade im Gegenwind ist die Position wichtig, also fahre ich ganz tief, achte genau darauf, daß de beiden Ellbogen ganz tief unten sind, aber es hilft nicht viel, weil ich einfach viel zu langsam bin. Meine Abneigung gegen das Zeitfahren wird immer größer. Um negative Gedanken zu vermeiden, fahre ich, so schnell ich kann, aber da ich das ohnehin schon tue, bringt das auch nicht viel. Naja, wenigstens werde ich nicht eingeholt. Aber auch nach vorne sehe ich nichts, da mache ich auf alle Fälle keine Zeit gut. Ich gebe mir etwa 9 Minuten bis zur Wende, aber nach dieser Fahrtzeit ist von der Wende noch weit und breit nichts zu sehen. Na Mahlzeit. Als ich nach 11:47 Minuten endlich bei der Wende ankomme, weiß ich natürlich, daß ich mit dieser Leistung kein Aufsehen erregen werde. Bei der Rückfahrt kommt es darauf an, gleich hohes Tempo zu fahren. Denn nach der langsamen ersten Hälfte fehlt meist das genaue Tempogefühl, und da verliert man dann. Also zwinge ich mich, noch schneller zu fahren. Das Tempo geht rauf, 40, 45, 48, 50 km/h. Aber nicht lange. Gleich fällt es wieder und ich muß mich wieder schinden und plagen, aber auf mehr als 46 km/h komme ich einfach nicht. Scheiß drauf, heute paßt aber auch wirklich gar nichts. Eine 17er-Zeit hatte ich mir fest vorgenommen, aber dann weiß ich, daß ich nicht mal ne 18er schaffe. Schließlich werden es 19:16 und ich bin maßlos enttäuscht und frustriert. Der Puls hat atürlch auch nicht gepaßt, bei der Hinfahrt war ich unmittelbar vor der Wende auf 172 gekommen, die Rückfahrt war gar nicht mal so anspruchsvoll, da lag er nur knapp über 160, erst a Schlußkilometer ist er dann bis 178 rauf,das war auch der höchste Wert im ganzen Rennen. Also da sieht man schon, daß noch sehr, sehr viel drin gewesen wäre. Also doch zu wenig uafgewärmt. Der einzige Trost: Rang 11 ujnter den 21 Startern ist ja ziemlich genau im Mittelfeld, für meine Zeitfahrfähigkeiten ja eigentlich recht gut, denn ich zähle mich selbst eher zum letzten Drittel. Ich schaffe gerade einen Schnitt von 40,8 km/h - nicht überwältigend, und der Rückstand von knapp 2 Minuten ist auch etwas zu hoch.

EZF2008 ( Weidum f. Homepage) 071.jpg

Podium beim Zeitfahren (von links): Johann Stocker (2.), Jens Mateyka (1.) und Herbert Habacher (3.)

Ergebnisse, Kategorie Master III (Siegerschnitt 44,8 km/h): 1. Jens Mateyka (RC Schnecke Wien) 17:25, - 2. Hans Stocker (Sportunion Haus) -0:23, - 3. Herbert Habacher (Union Stattersdorf) -0:33, - 4. Sebastian Pfisterer (ARBÖ Grassinger Lambach) -0:42, - 5. Herbert Ebermann (PSV Wien Giga-Sport) -0:59, - 6. Josef Schrattenecker (ARBÖ Grassinger Lambach) -1:00, - 7. Franz Rettenegger (Sportunion Haus) -1:00, - 8. Engelbert Dienstbier (ARBÖ Wienstrom) -1:06, - 9. Günter Gugler (ARBÖ Ginner Amstetten) -1:16, - 10. Raimund Wulz (RLM Grafenstein) -1:30,  - 11. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -1:51

 

 Sonntag, 20. April 2008: Kirschblütenrennen in Wels, 70,8 km

Strecke: Wels - Aichberg -Katzberg - Haiding - Buchkirchen - Hundsham - Schartner Berg -Scharten - Rexham - Mistelbacherberg - Mistelbach - Oberhochrenz - Merkermeierberg - Mitterlaab - Wels, 2 Runden á 35,4 km = 70,8 km, 850 Höhenmeter, Start 9.13 Uhr, Wetter: anfangs neblig, dann heiter, leichter N-Wind, am Start 4°, später dann 19°

Rennverlauf: Gleicham tart, der erste Anstieg, lauwarm und unscheinbar führt er rauf zur Bundesstraße, der wird mir zum Verhängnis. Mit vollem Tempo wird da drübergebolzt, irgendwer läßt ein paar Positionen vor mir ein Loch, und schon ist eine ganze Gruppe abgekuppelt. In der folgenden Abfahrt fahre ich mit bis zu 72 km/h, aber ich komme erst wieder mit letztem Dreck bei der Abzweigung nach Buchkirchen ans Feld ran. Natürlich völlig außer Atem, und so tue ich mir in den ruppigen Steigungen bis Buchkirchen schon sehr, sehr schwer, und nach Buchkirchen dann, als es auf den Schartner Berg raufgeht, bin ich sofort weg. Zunächst fahre ich in einer 3-Mann-Gruppe, dann sammeln wir von vorne ein paar Fahrer auf, und so kämpfen wir uns über den Berg, nach der engen und kurvigen Abfahrt folgt gleich der nächste Anstieg, auf den Mistelbacherberg. Anfangs ziemlich flach (großes Blatt und gut 30 km/h), ist der letzte Kilometer sehr, sehr giftig. Da bricht die Gruppe auseinander, und es dauert eine Weile, bis wir wieder alle beisammen sind. Von hinten ist da noch mein Teamkollege Hans Schweighofer mit ein paar Kollegen herangekommen, wir sind jetzt 11 Mann, und meist wird ein sehr sauberes Tempo gefahren, so zwischen 42 und 44 km/h. Als wir wieder in Wels sind und die Runde beendet haben, sind wir einen Schnitt von 37,5 km/h gefahren.

Die zweite Runde wird naturgemäß schwerer als die erste, denn schon am Schartner Berg bricht das ganze Gefüge der Gruppe auseinander, da wrd attackiert, nachgefahren, eingeholt, wieder weggefahren. Es ist natürlich kein Zug mehr in der Gruppe drin, jeder belauert jeden, das Tempo fällt. Am Schartner Berg fährt Wulz weg, ich setze nach, und spter dann, in der Abfahrt, schließen auch die anderen wieder nach und nach auf. Als wir den Mistelbacherberg in Angriff nehmen, zähle ich wieder 11 Mann. Etwa 1 km vor der Kuppe winkt uns der Rennleiter zur Seite, denn von hinten kommt das Hauptfeld dre Junioren vorbei. Die fahren schnell und zügig, Einserreihe, halten schon ziemlich hin, aber ein paar von unserer Gruppe glauben, sie müssen da mitfahren und springen einfach in die Gruppe rein. Natürlich bleiben sie nach ein paar Hundert Metern schon stecken und explodiren, und so wird die Gruppe abermals aufgebrochen, diesmal fahren alle einzeln rum. Schweighofer kann auf der Kuppe noch in die erste Gruppe rein, ich fahre unmittelbar dahinter. Der Rest ist weit verstreut. So sehr ich mich auch bemühe, der Abstand bleibt gleich, wird später sogar noch etwas größer. Wenig später muß vorne Schweighofer abreißen lassen, und so habe ich ihn schon bald eingeholt. Naja, jetzt könnten wir halt ein Paarzeitfahrtraining machen, ich fahre mit der Wut im Bauch und einer gehörigen Portion Frust im Magen, weil sich so ein stümperhaftes Verhalten irgenwie doch aufs Gemüt schlägt. So billig und unglaublich dumm abgehängt zu werden, da gehört schon was dazu. Wir sehen die Gruppe ein paar Hundert Meter zum Greifen nahe vor uns, aber wir kommen nicht, im Gegenteil, die Abstand wird größer. Am Merkermeerberg ist ohnehin schon alles vorbei, da war es bereits klar, daß wir "nur" um irgendeinen uninteressanten Rang in der Klassenwertung sprinten.

Meine Motivation ist im Keller, ich spüre überall nur diesen unglaublichen Frust. Mit einer sochen Einstellung ist natürlich für eine Leistung kein Platz mehr, daher versuche ich schon, die Plätze dafür einzuhalten. Als wir zu zweit ins Ziel rollren, kocht es in mir. Gut, das ändert aber auch nichts an der Tatsache, daß wir abgeschlagen sind.

Fotos oben und unten: Zielsprint beim Interspar in Wels, von rechts: Hofmann, Willinger, Stadelbauer, Pöltl, Krebs

Ergebnisse Master III, Siegerschnitt 40,0 km/h 1. Ullrich Gössler (ARBÖ Drahteisel Voitsberg) 1:46:15, - 2. Jens Mateyka (RC Schnecke), - 3. Franz Bruchmann (TSV Sparkasse Hartberg) , alle gleiche Zeit, - 4. Herbert Habacher (Union Stattersdorf) -1:58, - 5. Sebastian >Pfisterer (ARBÖ Grassingr Lambach) -7:15, - 6. Hans Stocker (Union Haus/Ennstal), - 7. Franz Rettenegger (Union Haus), - 8. Raimund Wulz (RM ASVÖ Kostell) -12:11, - 9. Josef Schrattenecker (ARBÖ Grassinger Lambach), gleiche Zeit, - 10. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -13:43, - 11. Hans Schweighofer, gleiche Zeit

Die drei Podiumsplazierten der Kategorie Master1 (von links) Markus Willinger (2.), Friedrich Hoffmann (Union Sarleinsbach) und Thomas Westermayer (ARBÖ Drahteise Voitsberg)

Kategorie Master I (von links): Werner Pinczker (2.), Josef Stadlbauer (Sieger) uind Fritz Pöltl (3.)

Und zu guter Letzt kommt auch noch meine Klasse an die Reihe, Master III: Von links: Jens Mateyka (RC Schnecke, 2.), Ullrich Gössler (ARBÖ Drahteisel Voitsberg, Sieger), - 3. Franz Bruchmann (TSV Zweirad Kappler)

 

Samstag, 26. April 2008: Straßenrennen in Schwanenstadt, 67,5 km

Strecke: Oberndorf - Ennsberg - Anzenthal - Leberstham - Winkl - Oberndorf, 6 Runden á 11,250 km = 67,5 km, pro Runde 110 Höhenmeter = 660 Höhenmeter, Start 9.40 Uhr, Wetter: anfangs bedeckt, windstill, 4°, ab der Hälfte dann 18°, bewölkt, sonnig, ganz leichter SW-Wind

Rennverlauf: In dern Masterklassen 1 bis 6 gehen insgesamt 40 Rennfahrer ins Rennen, und weil ich zu knapp zum Start gekommen bin (Scheiß-Vormittagsstart jetzt auch schon am Samstag!!), konnte ich mir die Runde nicht ansehen. Mußte mich also auf die Schilderungenvon der Vorwoche verlassen (leicht wellig, schmale Straße). Das war natürlich eine Untertreibung. In der ersten Runde konnte ich den Streckenverlauf kennenlernen, Kernstücke der Runde waren einerseits die beiden Anstiege gleich hintereinander, der erste flach und 1 km lang, der zweite sofort dahinter, 400 Meter lang und bis zu 15 % steil. Das wohl aber viel wichtigere Kriterium der Strecke war die folgende Abfahrt, 1,5 km lang und unglaublich schmal, teilweise auch noch mit Sand und Schotter auf der Fahrbahn, kurvig obendrein.

In der ersten Runde wuchte ich mich mit 53/20 über den ersten Anstieg, den zweiten packe ich mit 39/20, jedoch kostet mich das soviel Kraft, daß ich bereits nach 5 km völlig leer bin.Die Abfahrt überlebe ich nur mit Glück. Aber nach der 1.Runde bin ich noch im Feld dabei! Die zweite Runde beginnt gleich sauschnell, und ich komme schon etwas angeschlagen zum Berg. Immer wieder gibt es Attacken, die aber allesamt gekontert werden. Am Anstieg ist das Feld geschlossen. Im Steilstück falle ich etwas zurück, kann in der Mulde wieder aufschließen, den steilen Anstieg überlebe ich am Zahnfleisch. Dennoch werde ich mit einer kleinen Gruppe am Ende der Abfahrt abgehängt, bin aber nach nur 1 km wieder dran. Dazwischen immer wieder die Attacken. Schön, Mair, Pinczker, Stadlbauer, es sind immer die gleichen. Mit Puls 189 geht es über den Anstieg, diesmal geht es so halbwegs, und im schnellen flachen Schlußstück des Rundkurses bin ich im Feld.Vierte Runde, der Welser Mair greift an, kann sich etwas absetzen, nach 2 km möchte Pinczker aufschließen, doch den lassen sie nicht so einfach weg. Er wird wieder eingeholt (am Berg), ich reiße wieder ab, kann aber im zweiten Anstieg wieder ranfahren. Abfahrt, dann die letzten knapp 4 km flach bis ins Ziel, dann folgt die 5. und vorletzte Runde. Ich war ja mit dem festen Vorsatz gestartet, heute einmal ernsthaft meine Beine zu testen. Am Anstieg war ich einfach viel zu schwach (klar, ich bin ja auch noch zu schwer!), der Rest hat gepaßt. Aber wie sieht es im Ernstfall aus? Hohes Tempo, immer wieder Attacken, das Feld in Einserreihe langgezogen, als wir in die vorletzte Runde gehen. Und als der Führende vor mir wegschwenkt, trete ich ganz sachte und locker an, komme auhc gleich weg. Es war der perfekte Moment, ich drehe mich nicht um, erhöhe jetzt langsam das Tempo, fahre Oberlenker, scheinbar unbeteiligt wie ein Tourist. Der Vorsprung wächst.Ich komme auch immer näher an Mair heran, den Führenden. Aber ich habe nicht mehr die Zeit, ihn einzuholen. Denn schon ist der Berg wieder da. Ich fahre gleichmäßig hoch, das spart Luft und Kraft, ich fahre seit der 2. Runde hier mit 39/19 und 20 hoch. Mair hat vor dem Anstieg mit etwa 50 Sekunden geführt, ich war in der Mitte gefangen, dahinter das Feld. Mit gerade mal 10 Sekunden rette ich mich über den ersten Anstieg, dann ist Ewald Schön da, fährt gleich vorbei, am zweiten Anstieg wird auch er eingeholt. Nach einer halben Runde ist meine Soloflucht zu Ende, fürs Selbstvertrauen aber war das Balsam, und ich bin den Anstieg so locker gefahren, daß ich mich doch einigermaßen erholen konnte. Am Ende der Abfahrt reiße ich dennoch abermals ab, zusammen mit einer kleinen Gruppe von 3 Mann, aber wir fahren gleich wieder ins Feld rein. Jetzt wartet nur mehr die Schlußrunde. Der solo führende Mair (ARBÖ Wels) ist auch wieder eingeholt, wieder kommt das Feld geschlossen zum Anstieg. Und weil´s der letzte Anstieg ist, wird dann kurz vor der Kuppe wild attackiert, irgendeiner tritt an, der Rest hinterher, ein paar bleiben über, ich habe sofort ein Loch. Nur jetzt die Nerven behalten, ich fahre mein Tempo weiter, über die langgezogene Kuppe komme ich wieder näher ran, dann runter in die Mulde, und mkit Schwung den steilen Stich rauf, und oben an der Kuppe bin ich wieder dran. Aber jetzt wird auch in der Abfahrt angegriffen, da fahren einige mit ganz, ganz hohem Risiko. Langgezogenes Feld in der Abfahrt, und unten reißt es dann ach an einigen Stellen. Etwa 10 Mann sind vorne, dahinter ein paar kleinere versprengte Gruppen. Es dauert eine Weile, bis die alle wieder zusammenlaufen und an eine organisierte Verfolgung zu denken ist.

Spannendes und dramatisches Finale: Mal wird hohes Tempo gefahren, wir sind eingereiht und bolzen mit gut 55 km/h, kommen auch wieder näher ran, aber vorne sind sie ja auch nicht untätig. Noch 3 km, Abstand etwa 20 Sekunden. Dann stecken sie leider wieder auf, nehmen die Beine hoch, das Tempo ist raus, wir rollen nur mehr mit 35 km/h. Aber dasselbe passiert auch vorne in der Spitze, der Abstand bleibt. Wenig später hat sich wieder jemand gefunden, der fürs Tempo sorgt. Wir kommen immer näher ran, ncoh 10 Sekunden, noch 5 Sekunden, dann ist die 1000-m-Marke da, Kaiserlehner macht ein Zeitfahren, wir hängen alle hinten drauf, eigentlich ist es jetzt schon so ein halber Sprint. Noch 3 Sekunden, da treten sie vorne kurz nach der 1000-m-Marke an - das hat mir gerade noch gefehlt! Ich zögere nicht lange, fahre sowieso an der dritten Position, ich sprinte einfach mit aller Kraft das Loch zu, noch 500 Meter, ich komme von hinten ins Spitzenfeld rein, gleich an ein paar Fahrern vorbei, ich bin sehr schnell, aber leider mit zu großem Rückstand in diesen Sprint gegangen. So werde ich auch nur 22. von 29 Fahrern dieser ersten Gruppe, in meiner Kategorie ist das der - leider - undankbare vierte Rang!

Josef Stadlbauer, Seriensieger der Klasse Master 1 (SK VÖEST Linz)

Ergebnis: 1. Ullrich Gössler (ARBÖ Drahteisel Voitsberg) 1:41:16 (Schnitt 40 km/h), - 2. Günter Gugler (RC Ginner Amstetten), - 3. Sebastian Pfisterer (ARBÖ Grassinger Lambach), - 4. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl), - 5. Josef Schrattenecker (ARBÖ Grassinger Lambach), - 6. Franz Rettenegger (RC UNION Haus/Ennstal), alle gleiche Zeit

Fazit: vielleicht denken jetzt einige von euch, wieso hat sich der Vollkoffer die Attacke nicht für die Schlußrunde aufgehoben?? Einfache Antwort: weil ich dann nicht weggekommen wäre. Ich merke auch Woche für Woche, daß mir drei Jahre Lizenzrennen fehlen. Drei Jahre nur Hobbyrennen haben ein unglaubliches Defizit an Renn- und Tempohärte entstehen lassen, an dem Problem arbeite ich jetzt noch immer, mehr denn je zuvor. Es geht nur ein Schritt nach dem anderen. Ich denke, so schlecht bin ich gar nicht unterwegs, es war meine erste Solofahrt heuer, und das gleich über 5 km.

 

Sonntag, 27. April 2008: Einzelzeitfahren Oberpilsbach - Oberndorf,  21,5 km

 Strecke: Oberpilsbach - Jocheredt - Kirchholz - Billichsedt - Ottnang - Atzbech - Ritzling - Aich - Oberndorf, 21,5 km, 260 Höhenmeter, Wetter: sonnig, leicht bewölkt, sehr starker S- bis SW-Wind, Start 11.33 Uhr

Rennverlauf: Ich starte eine Minute hinter Stocker Hans (Union Haus) und 2 Minuten hinter Reinhold Eibensteiner, der aber noch Kat. IV ist. Hinter mir Adamek und Gschoszmann (Master II), die Startnummer ist also nicht so schlecht. Ich bin mit dem Rad zum Aufwärmen die Rennstrecke vom Ziel bis zum Start gefahren, komme gerade rechtzeitig zu meinem Start (habe noch 2 Minuten Zeit) und bin optimal aufgewärmt. Und sofort nach dem Start bin ich mit dem Puls sehr hoch oben, nach ein paar hundert Metern, obwohl ich nicht wild drauflossprinte, habe ich schon 168, die Position paßt, ich rücke mir langsam die aerodynamisch optimale Position zurecht, und dann ist der Puls auch schon auf über 170 oben. Leichter Rückenwind, die Straße steigt auch ganz, ganz leicht (max. 1 %), ich fahre zwischen 44 und 42 km/h, ziemlich konstant, dann kommt der erste Anstieg, es geht schnurgerade rauf, und oben auf der Kuppe sehe ich gerade, wie Stocker seinen Vordermann bereits eingeholt hat. Und er liegt nur 1:05 Minuten vor mir, das heißt, ich habe nur 5 Sekunden verloren! Das baut mich auf, ich weiß ja, daß er im Flachen für mich unschlagbar ist, auf bergigem Gelände aber bei weitem nicht so stark fährt. Und mit 260 Höhenmetern ist es heute ja beinahe ein Bergzeitfahren! Für mich ist er dennoch der Sieganwärter Nummer 1. Leider ist das Rennen für mich nach nur 5 km auch schon wieder zu Ende, denn auf den paar hundert Metern bis raus zur Kreuzung, wo es dann rechts weggeht, fahre ich mein Vorderrad platt. Ein Reifenschaden in einem Zeitfahren! Da braucht man nicht zu überlegen, ich habe kein Begleitauto, das war´s dann, aus und vorbei! Scheißdreck! Der Frust ist groß und verständlich, die Anspannung plötzlich weg, ich schimpfe vor mich hin. 3 km weiter hat einer aus einer kleineren Zuschauergruppe eine Luftpumpe dabei, ich pumpe auf und fahre dann langsam weiter, die Luft reicht fast bis ins Ziel. Aber ich habe beinahe eine Dreiviertelstunde gebraucht, biege 100 m vorher rechts ab zum Auto. Schwamm drüber.

Ein Blick auf die Ergebnisliste: Stocker gewinnt, und wenn ich das Rennen mit ihm halbwegs offen hätte halten können, wäre ich Zweiter oder Dritter geworden. Also einen Stockerlplatz verloren durch diesen SCHEISSDEFEKT!!! Da kann ich nicht zur Tagesordnung übergehen, da muß ich meinem Ärger und Frust Luft machen! Scheiß-Zeitfahren, Scheiß-Schlauchreifen, Scheiß-Straße, Scheißdreck!!!

Johann Stocker (Union Haus/Ennstal)

Ergebnisse, Master III: 1. Johann Stocker (RC UNION Haus/Ennstal) 30:49 (Schnitt 40,9 km/h), - 2. Sebastian Pfisterer (ARBÖ Grassinger Lambach) -0:21, - 3. Günter Gugler (RC Ginner Amstetten) -1:05, - 4. Josef Schrattenecker (ARBÖ Grassinger Lambach)  -1:28, - 5. Wolfgang Adamek (ARBÖ Grassinger Lambach) -2:59 - Nur 5 Fahrer in der Wertung!!!

 

Donnerstag, 1. Mai 2008: Kriterium in Ebreichsdorf, 30,5 km

Strecke:  Linke Bahnzeile - Gildenweg - Fischagasse- Postgasse - Linke Bahnzeile, 21 Runden á 1,450 km = 30,5 km, jede 3. Runde Wertung (5-3-2-1 Punkte), flach, Wetter: 17°, sehr starker N- bis NW-Wind (Rückenwind auf der Zielgeraden)

Rennverlauf: leider wurde wegen geringer Starteranzahl meine Masterklasse III mit den Klassen I und II zusammengelegt, anstatt wie vorgesehen mit der Klasse IV. Gut, die Distanz war dadurch etwas länger, aber mit den jüngeren Fahrern war das Rennen auch schneller und meine Taktik als Nichtsprinter war, irgendwann wegzufahren und solo ein paar Punkte zu ergattern. Das war natürlich in der Klasse 1/2 ungleich schwerer als in der Klasse 3/4. Und es ist genauso gekommen, wie ich mir das vorgestellt hatte, das Rennen an sich war saumäßig langsam, wir sind ja praktisch nur herumgestanden, auf der Gegengeraden im Gegenwind sind wir gerade mal 30 bis 32 km/h gefahren, auf der Zielgeraden auch nur in den Wertungsrunden schnell gefahren. Ich habe dann jedesmal versucht, im Gegenwind wegzufahren, ist immer gelungen, aber die Säcke sind mir immer nachgefahren, und zwar immer die beiden Kindberger aus der Klasse 2. Also nicht mal die eigenen Fahrer, sondern die einer anderen Kategorie! Als ich gemerkt habe, daß ich so auf keinen grünen Zweig komme, habe ich mich auf die Wertungsrunden verlegt und gleich nach der Wertung verlängert und bin weggefahren. Wieder das gleiche Lied: ich komme weg, dann fahren die beiden Kindberger nach und ziehen den Rest mit. Der nächste Versuch war dann, die ganze Wertungsrunde schnell zu machen, damit der kleine Haufen schon ziemlich lang auf die Zielgerade kommt, beim eigentlichen Sprint um die Punkte verschnaufen und dann verlängern.  Wieder dasselbe. Es war einfach zum Verzweifeln. Und ist nach der Wertung mal eine kleine Gruppe mit 3 bis 6 Mann weggewesen, ist der Rest nach ein paar hundert Metern wieder dagewesen. Keiner ist gefahren, die einzigen, die stark genug gewesen wären, die beiden Kindberger Weberhofer und Langegger, haben natürlich auf den Sprint gewartet, da waren sie ja auch die Stärksten. Fazit: wäre ich mit der Klasse 4 zusamen gefahren, dann wäre ich um den Sieg gefahren, so habe ich den 3. Platz in der letzten Wertung noch verloren. Gegen Hansl, der ebenfalls 1 Punkt hatte, bei der Schlußwertung aber ein paar Meter vor mir über die Ziellinie gerollt ist. Da hatte ich aber eine denkbar schlechte Position aus der Zielkurve raus, und da hat der Czenek Willi seine 3 Punkte geholt, mit denen er noch auf den 2. Platz vorgestoßen ist. Das heißt, diese letzte Wertung hat mir sowieso das Genick gebrochen, denn da war ich noch zusammen mit Hansl am zweiten Platz gelegen, dann ist Czenek vorbei und Hansl war im Sprint stärker, das machte dann den super aufbauenden 4. Rang! Auf den letzten 50 Metern also vom realistischen 2. auf den 4. Rang zurückgerutscht! Soll ich da zufrieden sein? Ich bin mindestens 20mal weggefahren, immer ist der ganze Haufen nachgekommen, immer waren es die Master-1/2-Fahrer, nie die 3er, die aufgeschlossen haben. Im Sprint waren sie allesamt stärker als ich, dabei ist mir der verhältnismäßig lange Rundkurs eigentlich entgegengekommen, die Kurven waren alle voll zu fahren, habe beim Aufwärmen gesehen, daß sie mit 43 km/h alle zu fahren waren. Vielleicht macht es jetzt doch Sinn, die Ginner-Jahreswertung zu fahren, denn nach den ersten beiden ennen (Zeitfahren Ybbs und heute) bin ich unter den Top-10 der Gesamtwertung.

Podium (von links): Willi Czenek (2.), Günther Nutz (1.) und Rudolf Hansl (3.)

Robert Bartonek (links) vor Günther Nutz, Karl Langegger, Peter Weberhofer und Christian Sattler (alle Master 2)

Ergebnis, Kategorie Master 3, 21 Runden, Schnitt 36,9 km/h: 1. Günther Nutz (ARBÖ RC Trumau) 8 Punkte, - 2. Wilhelm Czenek (RC ASVÖ Schnecke Wien) 3 Punkte, - 3. Rudolf Hansl (ARBÖ IMCOM 24 Vredestein) 1 Punkte, - 4. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) 1 Punkt, - 5. Rudolf Feitsch (ARBÖ RC Trumau), - 6. Heinz Heimhilcher (RC ASVÖ Schnecke Wien), beide 0 Punkte

Samstag, 3. Mai 2008: Straßenrennen in Tisina (SLO), 80 km

Strecke: Tisina - Gradisce - Murski Crnci - Satahovci - Krog - Tropovci - Tisina, 10 Runden á 8 km = 80 km, 0 Höhenmeter, völlig flach, Wetter: bewölkt, starker NW-Wind, 17°, Start 16 Uhr

Start der Masterklasse in Tisina

Rennverlauf: Bin hier ja schon im Vorjahr gefahren, kannte daher die Strecke, mußte dann aber feststellen, daß wir auf einem neuen Rundkurs gefahren sind, und der hatte eine immerhin 3,5 km lange Zielgerade (!), der Rest, naja, shcmale, kurvige Straße, schlechte Asphaltdecke, viele Schlaglöcher, sehr holprig, bei den Masterfahrern sind wir 10 Runden gefahren. Etwa 80 Fahrer am Start, viel zu viele für diese schmalen Straßen, daher war es wichtig, gleich vom Start weg ganz vorne zu fahren, um durch die zu erwartende Selektion (schmale, schlechte Straßen, starker Wind, großes Starterfeld) nicht draufzuzahlen. War nicht einfach, aber ich hab die ersten drei Runden so halbwegs überlebt, das Spitzenfeld war dann schon auf etwa knapp 30 Mann geschmolzen. Es gab, vor allem auf der schnurgeraden Hauptstraße, viele Attacken, aber da ist im Gegen- und Seitenwind niemand weggekommen, es waren auch keine starken Mannschaften am Start, es gab vielmehr eigentlich nur Einzelaktionen. Und auch die waren nach meinem Eindruck eher halbherzig. Geschlossen ist das Spitzenfeld in die Schlußrunde gegangen, und da waren dann aber doch schon ein paar ziemlich angeschlagene Fahrer dabei, und einer hat dann auch in dem klitzekleinen Nest Salahovci, 6 km  vor dem Ziel, einen Sturz verursacht, indem er blöderweise in ein tiefes Schlagloch gestürzt ist, die vordere Felge ist gebrochen, das laufrad eineknickt und er ist auch schon am Hosenboden gesessen. So weit, so gut, aber dann sind noch ein paar über ihn drübergeflogen, und zu guter Letzt konnte ich auch nicht mehr ausweichen (schmale Straße!) und knalle voll in den Haufen der Gestürzten rein. Ich höre noch das Krachen der Knochen, als ich auf die ohnehin schon verletzte linke Schulter knalle, nach einer ersten Schrecksekunde springe ich auf, schnappe mein Rad, sitze auf und fahre der Gruppe nach, die nur wenige Meter vor mir fährt. Ich brauche über einen Kilometer, bis raus auf die Hauptstraße, als ich wieder dran bin, dann allerdings sind wir nur mehr 22 Mann. Gottseidank stehen sie nur so rum, fahren nicht ordentlich, da ist einfach kein Zug drin. Ich komme von hinten ins Feld rein, vorne greift Ales Hren an, der slowenische Straßenmeister, der diesmal meine Taktik anwendet, er schleicht sich förmlich weg, sitzend, Oberlenker, unscheinbar und unschuldig halt. Ich verlängere sofort und hänge an ihm dran, ehe er es überhaupt merkt. So knapp vor dem Ziel möchte ich nicht mehr riskieren, daß da einer auf so lauwarme Art wegkommt. Als ich mich nach einer Weile umdrehe, sehe ich, daß wir gut 150 Meter Vorsprung haben. Hinten sind sie sich nicht einig. Das ist die Chance, ich drücke sofort aufs Tempo, Hren hängt sich an. Ich fahre mit gut 48 km/h gegen den Wind, wechsele, er übernimmt. So fahren wir bis etwa 2 km vor dem Ziel, dann wird er immer langsamer, sieht sich um, beobachtet mich. Anstatt weiterzufahren, die Gruppe liegt ja nur ein paar Sekunden hinter uns. Anscheinend hat er gehörigen Respekt vor mir. Die Schulter schmerzt, die Beine auch, aber in der Hitze des Gefechts achte ich nicht so drauf, bin jetzt voll vom Renngeschehen abgelenkt.

Die erste Spitzengruppe wird bald wieder eingeholt

 Blut rinnt mir vom Knie, aber ich forciere, so gut ich kann, wenn ich führe, schwenke dann weg, er übernimmt wieder. Der Mann ist bärenstark und mir in jeder Hinsicht klar und deutlich überlegen. Im Sprint sowieso, in Sachen Taktik und Kraft allemal. Also habe ich sowieso keine Chance auf den Sieg. Das aber erhöht nur meine Risikobereitschaft, und für einen Moment überlege ich sogar, ihn kampflos gewinnen zu lassen, um ihn im dem Glauben zu lassen, ich sei ein gottbegnadeter Sprinter. Für die weitere Saison kann das ja nur förderlich sein. Und aus diesen verständlichen Gründen will ich ihn natürlich so lange wie möglich in dem Glauben belassen. Dauert sowieso nur mehr 2 Minuten bis zum Zielsprint, dann heißt´s Karten auf den Tisch. Ich ziehe ihn bis zur 1000-m-Marke, schwenke dann weg und verbeisse mich in sein Hinterrad. Jetzt kann er machen, was er will, ich gehe nicht mehr weg von da. Bei 500 m drehe ich mich ein allerletztes Mal um, wir haben noch knappe 100 Meter Vorsprung. Bei etwa 250 Meter tritt er dann selbst den Sprint an - was denkt sich der Typ eigentlich dabei? Fährt die letzten 100 Meter von vorne und zieht dann noch den Sprint an??? Egal, ich gehe mit, ich spüre dann, wie er vertrocknet und immer länger wird, unmerklich langsamer, ich kann noch beschleunigen, gehe rechts an ihm vorbie, es geht ganz leicht, liege dann eine halbe Radlänge vor ihm, aber anstatt voll durchzuziehen, begnüge ich mich damit, aber es sind halt noch knappe 50 Meter bis zum Zielstrich - tja, der gottbegnadete Sprinter ist halt doch nicht so toll wie er geglaubt hat! Und auf den letzten Metern kommt er dann noch einmal, schiebt sich unmittelbar vor dem Zielstrich doch noch vorbei, um Zentimeter nur, aber er ist vorbei! Mir bleibt damit Rang 2 und die Erkenntnis, daß ich halt doch kein Sprinter bin.

Sieger Ales Hren mit Frau und Kind

Ergebnisse: 1. Ales Hren (Krka ADRIA Mobil) 1:57:25 (Schnitt 40,6 km/h), - 2. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl), gleiche Zeit, - 3. Bojan Ropret (SLO) -0:02, - 4. Ales Tajmajster (Llubljana), - 5. Milan Koic (CRO), - 6. Branko Derglav (SLO), - 7. Dusan Vidmar (SLO), - 8. Eugen Plesko (SLO),  9. Primoz Cerin  (SLO), - 10. Brane Ugrenovic (SLO), alle gleiche Zeit

Sonntag, 4. Mai 2008: Karawanken-Radmarathon in Kirschentheuer, 141 km

Strecke: Kirschentheuer - Weizelsdorf - Hundsdorf - Feistritz/Rosental - Suetschach - Maria Elend - St.Jakob - St.Peter - Srajach - Mühlbach - Dolintschach - Rosegg - Selpritsch - St.Stefan - St. Egyden - Rupertiberg - Oberdörfl - Ludmannsdorf - Edling - Fellersdorf - Köttmannsdorf - St.Gandolf - Göriach - Hollenburg - Kirschentheuer - Görtschach - Ferlach - Glainach - Seidolach - Gotschuchen - St.Margarethen/Rosental - Dullach - Linsendorf - Moos - Goritschach - Möchling - Saager - Stein/Jauntal - St.Veit/Jauntal - St. Primus - Lauchenholz - Gösselsdorf - Sittersdorf - Miklauzhof - Jerischach - Wildenstein - Abriach - Abtei - St.Margarethen/Rosental - Gotschuchen - Seldolach - Glainach - Ferlach - Görtschach - Kirschentheuer, 141 km, 1.115 Höhenmeter, Wetter: sonnig, sehr warm, starker NW-Wind, 22°, Start 10 Uhr

Streckenskizze (Bildquelle: Veranstalter)

Rennverlauf: Feld geschlossen bis Selpritsch, dann der erste schwere Anstieg des Tages, der Rupertiberg. Ich fahre relativ weit vorne, werde dennoch sofort abgehängt, gleich auf den ersten paar hundert Metern. Ich kämpfe mich dne stufenartigen Anstieg hoch, die Steilstufen werden immer steiler, schließlich fahre ich in einer 3-Mann-Gruppe, in der Abfahrt holen wir dann Fahrer um Fahrer ein, die vorne alle zurückgefallen sind. Größtenteils fahren wir hohes Tempo, vor uns sehen wir eine 4-Mann-Gruppe (Vorsprung etwa 35 bis 40 Skeunden), aber wir kommen nicht und nicht näher, und dann, als sie merken, daß sie nicht mehr rankommen, nehmen sie die Beine hoch. Das war´s dann wohl. Dabei fahren wir nicht mal langsam, immer über 40 km/h. Wir sammeln noch ein paar Fahrer von vorne auf, von hinten kommt eine Gruppe noch mal ran, und dann sind wir 11 Mann. So fahren wir die Runde zu Ende, es geht in die zweite, etwas größere Runde. Bis St.Margarethen rollen wir mehr oder weniger gleichmäßig dahin, und bei mir meldet sich der Schmerz in der gestern verletzten linken Schulter. Ein bösartiger Schmerz, der sich steigert bis zum stechenden, bohrenden Schmerz, der mir die Tränen in die Augen treibt. Ich bin bis jetzt immer nur am Hinterrad gefahren, kein einziges Mal im Wind gestanden, nicht geführt, zu stark ist der Schmerz. Dann gehts über die Brücke rüber, nach Linsendorf,  dann abermals über die große Brücke zurück, ich kriege von der Landschaft nichts mehr mit, zu stark ist der Schmerz. Manchmal sehe ich auf meinen Computer, auf den Kilometerzähler. Viel zu langsam verrinnen die Kilometer. Dann wird´s noch mal hügelig, bei St.Veit/Jauntal schinden wir uns auf schmalen, abgelegenen Straßen ein paar Höhenmeter hinauf. Und wenig später, in Lauchenholz, ist dann plötzlich noch eine größere Gruppe von hinten herangefahren, mit Krebs Brigitte, die zuvor am Rupertiberg zurückgefallen war. Jetzt sind zwei Frauen in meiner Gruppe, bei denen geht es um den Sieg.

Ab Gösselsdorf auf der breiten Hauptstraße wird dann auf einmal wieder attackiert, die Gruppe formeirt sich neu, ein paar Fahrer reißen ab, fahren wieder ran, andere vorne raus, werden wieder eingeholt, ich muß aufpassen, konzentrierter fahren. Nach Wildenstein ist alles beisammen, und das Tempo wird rausgenommen. Inzwischen sind die Schmerzen bei mir schon so arg, daß ich pausenlos laut schreien könnte. Und ich tue das nur deshalb nicht, weil ich da zuviel Luft brauchen würde. Aber die Schmerzgrenze steigt an. Ich weiß, daß ich über die Abtei nicht mehr mit dieser Gruppe rüberkomme. Ein Berg zuviel in diesem Streckenplan. Und die Abtei ist der schwerste aller heutigen Anstiege. Gut 3 km lang und ziemlich steil. Und wie sie da alle so langsam dahinrollen, mit 35 bis 37 km, da nehme ich mir ein Herz, attackiere und fahre weg. Es geht ja doch, ich fahre mit 46 km/h, ziemlich konstant, und sehr schnell bin ich weg, wenig später sogar außer Sicht. Dann erreiche ich den Fuß der Abtei. 3,2 km lang, 300 Höhenmeter, bis zu 12 % steil, vor allem im zweiten Teil. Sicher der schwerste Berg heute. Ich mache mich ganz klein, fahre, was ich noch in den Beinen habe. Nachher sind es gerade mal noch ungefähr 20 km bis ins Ziel. Alles heißt es jetzt, alles reinhauen, möglichst vor der Gruppe raufkommen. Ich fahre eineinhalb Kilometer, dann blicke ich mich um, sehe mit etwa 300 m Abstand eine Dreiergruppe, dazwischen ein einzelner Fahrer. Vom Rest ist nichts zu sehen. Gut so, ich fahre weiter, kämpfe mich mit 39/23 und 13 bis 14 km/h die Steigungen hoch. Unvorstellbar die Schmerzen in der Schulter, aber ich kann gleichmäßig fahren, das ist schon mal was wert. Ich sehe nicht mehr zurück, oben am Gipfel ist der einzelne Verfolger da, zusammen fahren wir weiter. Ein paa Gegensteigungen stören den Rhythmus und kosten Kraft und Energie, sie nerven vor allem sehr. Immer wieder muß ich aus dem Sattel, wuchte mich mit dem großen Blatt drüber. Dann die Abfahrt, keine Zeit zum Verschnaufen, volle Konzentration, mit 53/13 geht´s runter nach St.Margarethen. Und dann sind plötzlich alle wieder da, die ganze Gruppe. Geschafft - ich bin ja doch noch über die Abtei gekommen! Habe nichts verloren, bin noch dabei! Der Rest ist nur noch Formsache, nach 141 km sind wir wieder in Kirschentheuer im Ziel, die Strecke war (wieder einmal) etwas länger als die angegebenen 133 km. Mit der Distanz hatte ich keine Probleme.

  

Rudi Groß (links, ARBÖ Feld/See)  gewinnt die Alterswertung und belegte in der Tageswertung mit 4 Sekunden Rückstand auf Sieger Marco Haller (ÖAMTC Grafenstein) den 4. Rang., Raimund Wulz (ÖAMTC Grafenstein, rechts) wird Zweiter in der Klasse Senioren II.

Ergebnisse Kategorie Senioren II: 1. Rudolf Groß (ARBÖ Feld/See) 3:44:52, - 2. Raimund Wulz (ÖAMTC Grafenstein) -8:36, - 3. Robert Bartonek (RC UNION  Unterguggenberger Wörgl) -13:46, - 4. Norbert Schneider (KTM-Mountainbiker.at) -15:57, - 5. Ferdinand Kootz (BKL)  -29:57, - 6. Peter Fladerer (ARBÖ Feld/See), gleiche Zeit, - 7. Walter Weissenegger (Bad Sauerbrunn) -30:01, - 8. Johannes Klammer (ÖAMTC Salbrechter Feldkirchen) -40:29, - 9. Wilfried Hagedorn (RV Sturmvogel Münchern) -45:30, - 10. Gerhard Kattnig (1. KSRC) -46:35

Ein wirklich großes Talent habe ich auch gesehen,  Christina Perchtold aus Klagenfurt, ist als 15jährige die gesamte Distanz  an der Spitze mitgefahren, war zwischen Ludmannsdorf und Lauchenholz sogar allein Führende in der Frauenklasse, ehe dann Brigitte Krebs zurückkam und letztlich die Frauenwertung auch für sich entschied - wenn auch knapp. Sollte Christina noch ein paar Jahre beim aktiven Radsport bleiben, wird man sicher noch sehr viel von ihr hören. Ich war jedenfalls von ihrer Leistung sehr beeindruckt.

Samstag, 10. Mai 2008: Straßenrennen "Gran Premio di comercio" in Novo Mesto (SLO), 93 km

Strecke: Novo Mesto, Hauptplatz - Bircna vas - Ursna sela - Dolejnske Toplice - Vavta vas - Precna - Novo Mesto, 3 Runden à 31 km = 93 km, 3mal 365 Höhenmeter = 1.095 Höhenmeter, Start 14.10 Uhr, Wetter: leicht bewölkt, leichter NW-Wind, 19°

Rennverlauf: Zusammen mit an die 200 Master-Fahrer aller Kategorien starte ich am Hauptplatz in Novo Mesto auf Kopfsteinpflaster. Es ist der klassische Zieleinlauf hier, wie er in allen Straßenrennen und Rundfahrten (ehem. Jugoslawien-Rundfahrt, heutige Slowenien-Rundfahrt) gefahren wird. Ein klassischer Boden hier, das Herzland des slowenischen Radsports. Und der veranstaltende Verein, die Profitruppe Novo Mesto, nimmt natürlich auch in allen Kategorien teil. Die nach Kategorien getrennte Wertung beruhigt mich kaum, denn das große Starterfeld provoziert auf diesen schmalen, schlechten Straßen förmlich Stürze. Ich versuche, so schnell wie möglich nach dem Start an die Spitze zu gelangen, aber da schon nach 2 km der erste Anstieg bevorsteht, gelingt es nicht ganz. Das Feld zieht sich in die Länge, ich bin eingezwickt, fahre irgendwo im Mittelfeld über die Kuppe und bin schon abgerissen, ehe ich das noch registrieren kann. Nach einer kurzen Abfahrt beginnt der lange Anstieg auf den Ursna sela, zunächst ca 3 km mit dem großen Blatt, dann etwa 3 km mit 39/17 und 18. Und obwohl ich pausenlos überhole und vorbeifahre, bleibt das große Loch vor mir, eine größere Gruppe hat sich abgesetzt, und in der Abfahrt sammeln wir zwar zunächst noch ein paar abgerissene und versprengte Fahrer ein, aber meine Gruppe ist dennoch nie größer als 12 Mann. Nach Dolejsnke Toplice wartet der nächste Anstieg, gut 15 % steil, und auf den letzten 8 km des Rundkurses geht es dann ständig rauf und runter. Obwohl wir zeitweise ganz schön schnell fahren, liegen wir bei der Zieldurchfahrt 2:15 Minuten zurück. Ist irgendwie frustrierend.

Die zweite Runde ist mühsam. Ich kann mich überhaupt nicht konzentrieren heute, die Gedanken schweifen andauernd ab, die Motivation ist natürlich auch im Keller. Ich fahre in der Gruppe mit, aber ich kann nichts aktiv mithelfen, um das Tempo zu forcieren. Das Rennen wird jetzt natürlich unrhythmischer, der Dampf ist bei allen draußen. Aus meiner Kategorie sind 5 Mann vorne mit dabei, es geht also um den sechsten Platz in meiner Gruppe. Mir kommen die absonderlichsten Gedanken und Ideen, ich bin irgendwie müde und zerschlagen. Und genauso fahre ich auch. Ein paarmal führe ich, aber ich fahre eigentlich nur durch. Es ist einfach nicht mein Tag heute. Schade drum. Als es in die letzte Runde geht, liegen wir schon 6:30 Minuten hinter einer ca. 35köpfigen Gruppe.

Dritte und letzte Runde, und das wird die reine Qual. Die Anstiege sind mir zu steil und zu lang, das Rennen zu schnell, die Konkurrenz zu stark. Ich bin ständig überfordert, die Motivation sinkt immer weiter. Instinktiv aber fahre ich mit, lasse mich dann doch nicht abhängen. Das geht sehr lange gut, aber auf den letzten 8 km wird dann ständig attackiert und anchgefahren, und dieses unrhythmische Antreten ist Gift für mich. Ich bin abgekämpft, unkonzentriert, und so bin ich bald alleine, kämpfe mich die letzten 2 km alleine ins Ziel. Überraschenderweise kommen nach mir aber auch noch ein paar Fahrer meiner ursprünglichen Gruppe, und zu meinem ganz, ganz großen Erstaunen geht sich sogar noch ein 10. Kategorienplatz aus. Insgesamt belege ich zwar nur den 49. Rang, aber in meiner Klasse habe ich dann auch "nur" 12:24 Minuten Rückstand. Dabei hätte ich keine Sekunde schneller fahren können (subjektiver Eindruck!). Ich packe zusammen und fahre nach der Siegerehrung nach Hause. Schwamm drüber. Mehr als ein gutes Training war das diesmal nicht. Aber das ist ja auch schon was.

Ergebnisse: 1. Bojan Ropret (SLO) 2:27:17 (Schnitt 38,0 km/h), - 2. Marjan Srnel (SLO), gleiche Zeit, - 3. Brane Ugrenovic (SLO) -1:15, - 4. Milan Koic (CRO), gleiche Zeit, - 5. Ales Hren (SLO) -1:39, - 6. Dusan Vidmar (SLO) -10:18, - 7. Ales Tajmaster (SLO), - 8. Eugen Plesko (SLO), alle gleiche Zeit, - 9. Goran Bozic (SLO) -12:41, - 10. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -13:35

 

Sonntag, 11. Mai 2008: Einzelzeitfahren in Wiesen

Start: Wiesen (unter der Autobahn)/Rittham - Aurachkirchen - Sicking - Deutenham - Desselbrunn, Wende Ortsanfang - Deutenham - Sicking - Aurachkirchen, Umfahrung, 13,5 km, 85 Höhenmeter, Start 10.33 Uhr, Wetter: sonnig, leicht bewölkt, sehr starker SO-Wind, 21°

Rennverlauf: Das Rennen beginnt mit einer knapp 300 Meter langen Steigung, etwa 3 bis 4 %, ich fahre da mit 53/19 und 20, aber es ist hart, und sehr viel länger hätte dieser Anstieg nicht sein dürfen. Oben dann fahre ich durchs Ziel, von der falschen Seite natürlich, da habe ich einen Schnitt von knapp 29 km/h. Der Wind steht ganz verteufelt von vorne und von schräg vorne, er bläst verdammt stark, manchmal muß ich mich richtig dagegenlehnen, sonst wäre ich umgefallen bzw. hätte er mich quer über die Straße geblasen. Bin sowieso schon mal kein Zeitfahrer, aber unter diesen Bedingungen spielt auch die Technik und die Routine eine nicht mal so kleine Rolle. Ich konzentriere mich auf die Position, eine möglichst tiefe, denn beim starken Gegenwind, der eigentlich schon ein Sturm ist, is die Position schon mal sehr, sehr wichtig. Langsam steigt der Schnitt, ich fahre immer über 40 km/h, meist so zwischen 40 und 42 km/h, aber das geht an die Substanz. Dann ist die Wende erreicht, die Fahrer vor mir sind deutlich schneller, ich habe doch schon ganz klar auf die Zeit verloren. Ist schon ein Dämpfer, denn man rechnet ja immer, daß man schneller ist als der Rest. War ich aber nicht. Die Wende war ein nächster wichtiger Punkt. Jetzt kam der Wind schräg von hinten. Mir war klar, daß ich da deutlich schneller fahren konnte. Und da darf man sich dann halt nicht mit 44 oder 45 km/h zufriedengeben, denn vielleicht gehen 48 oder gar 50 km/h. Viel zu schnell vergibt man so weitere Sekunden. Nach einigen wenigen Minuten ist dann das Tempo auch gesunken, ich hatte Mühe, 40 km/h zu halten. Auf den letzten beiden Kilometern war sogar noch eine lange, ganz sanfte Steigung, aber das nahe Ziel hat meine letzten Kräfte mobilisiert, und ich war da zwischen 48 und 50 km/h schnell. Aber das hätte ich auf der ganzen Rückfahrt fahren müssen! Fazit: ICH BIN HALT KEIN ZEITFAHRER, habe Fehler gemacht, die man als Zeitfahrer einfach nicht machen darf. Dabei war das Material diesmal sogar besser als bisher, ich hatte vorne ein Lightweight-Laufrad montiert, hinten extra KEINE Scheibe, weil das bei dem Wind sicher kein Vorteil war. Und erstmals bin ich auch mit einem Aerohelm gefahren. Der 4. Platz war leider ganz klar und eindeutig, auf das Stockerl hat über eine Minute gefehlt! Dort hätte ich also beim besten Willen nichs verloren gehabt.

Podestplätze Kategorie 3

Ergebnisse Master III: 1. Sebastian Pfisterer (ARBÖ Grassinger Lambach) 18:04, - 2. Josef Schrattenecker (ARBÖ Grassinger Lambach) -0:26, - 3. Günter Gugler (Ginner Amstetten) -0:30, - 4. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -1:38, - 5. Wolfgang Adamek (ARBÖ Grassinger Lambach) -2:01, - 6. Peter Fladerer (ARBÖ Raiffeisen Feld/See) -2:22, - 7. Josef Praschk (Polizei SV Graz) -3:26

 

Montag (Pfingstmontag), 12. Mai 2008: Zweiländer-Straßenrennen in Krajnska Gora (SLO), 95,5 km

Strecke: Krajnska Gora - Podkoren - Ratece - Fusine Laghi - Fusine in Valromana - Villabassa - Tarvisio - Plezzut - Riofreddo - Cave di Predil - Passo di Predil (BW, 1156 m) - Strmec - Log pod Mangartom - Bovec - Kal - Malnik - Soca - Trenta - Pricerkvi - Vrsic-Sattel (BW, 1612 m) - Krajnska Gora - Podkoren - Ratece - Planica (950 m), Bergankunft, 95,5 km, 1.860 Höhenmeter, Start 10.00 Uhr, Wetter: heiter, warm, mäßiger N- bis NW-Wind, 20°

Rennverlauf: Statt dem gestrigen Kriterium in Novo Mesto bin ich ja das Zeitfahren in Wiesen (OÖ) gefahren, aber es wäre wohl gescheiter gewesen, sich daheim auszuschlafen. Nach der Hetzjagd kreuz und quer starte ich also jetzt in Krajnska Gora beim wohl bisher schwersten Rennen der Saison. 1860 Höhenmeter auf nicht mal 100 km warten. Und wieder ein riesengroßes Starterfeld von mehr als 300 Fahrer. Diesmal startet wieder alles auf einmal. Elite, Junioren, Master, alles zusammen. Wenigstens fahren wir anfangs auf schöner, relativ breiter Straße, und so kann ich mich auch auf den ersten Kilometern ganz nach vorne fahren. Im Gegensatz zu den vergangenen beiden Tagen bin ich heute - erstaunlich! - hochmotiviert, und die 60 Höhenmeter bis zur italienischen Grenze bringen mich diesmal ganz nach vorne. Danach geht es sehr, sehr kurvig runter nach Tarvis, ich muß verdammt konzentriert fahren, denn trotz der schönen Straße kracht und scheppert es andauernd, bis Tarvis zähle ich ganze 8 Stürze!! Ab Tarvis wird es besser, denn da geht es jetzt bergauf, der 13 km lange Anstieg auf den Passo di Predil an der italienisch-slowenischen Grenze. Zunächst kurz steil, dann ziemlich flach, zeitweise kann man da durchaus mit dem großen Blatt fahren, die letzten 3 km sind dann die schwersten. Das Feld zerteilt sich, zieht sich in die Länge, es bilden sich sofort die ersten Gruppen. Ich überstehe das erste Steilstück und fahre bis Riofreddo auf Sichtweite zur Spitze, liege also nach 4 km Anstieg nur etwa eine halbe Minute zurück. Ich fahre mein Tempo, schnell, aber ich achte darauf, mich nicht zu übernehmen. Am Lago di Predil fahre ich in einer kleinen Gruppe, dann wird es steiler. Ein Tunnel, und danach sind wir in der einsamen Bergwelt. Steile Straße, Steigung 10 bis 14 %, ich fahre mit 39/23 und relativ hoher Frequenz. Ich fühle mich gut, fahre der Gruppe davon, überhole ein paar einzelne Fahrer und erwische - zum Glück!! - unmittelbar vor der Kuppe beim Grenzübergang eine 6köpfige Gruppe, mit der ich dann in die Abfahrt gehe. Ein Streckenposten signalisiert uns 6 Minuten Rückstand auf die Spitzenreiter.. Jetzt warten 15 km Abfahrt, dann beginnt der 30 km lange Aufstieg auf den Vrsic-Paß, der schwerste Anstieg, bis zu 16 % steil und teilweise auf Kopfsteinpflaster.

Tunnel am Passo di Predil

Panoramablick vom Passo di Predil runter auf den Lago di Predil und die Julischen Alpen

Die ersten 20 km des Anstiegs verlaufen ganz, ganz moderat, großes Blatt, es wird jetzt wärmer, ich fühle mich gut und wohl. Ein paarmal kann ich der Gruppe davonfahren - unbeabsichtigt! - und als es dann etwas steiler wird, im Hochtal der Soca kurz vor Trenta, setze ich mich endgültig ab und fahre alleine. Es dauert nicht lange, und ich sehe hinter mir nichts mehr. Leider aber vor mir auch nichts. So fahre ich einen schönen Rhythmus, hohe Frequenz, bis die engen Kehren beginnen und das Kopfsteinpflaster, es sind jetzt noch 800 Höhenmeter bis zum Gipfel. Die Kurvenorgie motiviert mich zusätzlich, ich überhole dann und wann einen Fahrer, die alle so stehen scheinen. Sind wahrscheinlich alle diejenigen, die sich im Aufstieg übernommen haben und dann explodiert sind. Hochrotes Gesicht, mühsamer, eckiger Tritt, sie können alle nicht einsteigen. Etwa eineinhalb Kilometer vor dem Gipfel dann noch ein Tunnel, ich fahre eine Gruppe auf, in der ich dann bis zur Paßhöhe bleibe. Ich habe gut und gern 15 Fahrer hier herauf überholt, habe aber dennoch keine Ahnung, wie ich zur Spitzengruppe liege. Ein paar vereinzelte Zuschauer oben auf der Paßhöhe, meist Touristen oder Autofahrer, die sich ärgern, daß sie wegen einem Radrennen zur Seite gewunken werden. Lauter grimmige Blicke, die wahrscheinlich töten würden, wenn sie könnten. Na Mahlzeit. Balkan halt...

 Am Fluss Soca entlang

Aufstieg auf den Vrsic-Paß

Die letzten 1000 m zur Paßhöhe fahre ich voll, denn ich fühle mich immer noch stark, aber das Gefühl ist schlagartig weg, sobald ich die Gruppe abgehängt habe. Mit etwa einer halben Minute Vorsprung gehe ich in die Abfahrt. Anfangs sehr kurvig, viel bremsen, enge Kehren auf schmaler Straße, steil bergab, 10 km mit 800 Höhenmeter runter nach Krajnska Gora. Sobald ich die engen Kehren hinter mir habe, fahre ich mit 53/13 und trete nach jeder Kurve voll an. Das macht beinahe Spaß, da kommt sogar etwas Freude auf. Kurz vor Krajnska Gora hole ich noch eine 4-Mann-Gruppe ein, es geht durch die Start-Straße, sechsienhalb Kilometer bis Ratece, flach und ganz leicht bergan, dann links weg und 3 km rauf nach Planica, bekannt von den Skispringen und Skifliegen. 100 Höhenmeter, gleichmäßig auf schmaler, aber sehr guter Fahrbahn. Ich hänge meine Gruppe ab, konsequent, bin um einiges schneller als die, die ziemlich zerschlagen und müde wirken. Trotz meines Hochgefühls sehe ich vor mir niemanden, ich fahre alleine den ganzen Anstieg rauf bis ins Ziel. Niemand mehr eingeholt. Ergebnis: Gewaltiger Abstand zur absoluten Spitze, aber ein kleiner und geringer nur in meiner Kategorie, mit etwas besserer Übersicht hätte ich sogar ein paar Plätze weiter vorne landen können.

Profil Auffahrt Vrsic-Paß

Ergebnisse, Kategorie 40+: 1. Claudio Pangos (I) 2:33:29 (Schnitt 36,2 km/h), - 2. Claudio Perico (I) -0:29, - 3. Ales Hren (SLO) -0:33, - 4. Marjan Srnel (

SLO) -2:42, - 5. Brane Ugrenovic (SLO), gleiche Zeit, - 6. Gorazd Dengelij (SLO) -3:17, - 7. Rok Blajkovic (SLO), gleiche Zeit, - 8. Robert Bartonek (RC UNION Untergggenberger Wörgl) -4:39, - 9. Milan Koic (CRO) -6:05, - 10. Germano Favero (I) -7:12

 

Sonntag, 18. Mai 2008: Österreichische Straßen-Staatsmeisterschaft in Unterdanegg, 72,2 km

Strecke: Unterdanegg - Oberdanegg - Unterdanegg, 12 Runden á 6,015 km = 72,2 km, 12mal 140 Höhenmeter = 1.680 Höhenmeter, Start 10.00 Uhr, Wetter: bedeckt, schwül, starker SW-Wind, 21°

Rennverlauf: Auf den ersten Blick ein sehr schwerer Rundkurs, aber eben nur auf den ersten Blick: die Anstiege sind allesamt nicht steil, schießen aber dennoch in die Beine. Es gibt keinen flachen Meter auf diesem Rundkurs, die Berge folgen schnell aufeinander. Für meine verletzte linke Schulter ist das Gift. Der erste anstieg gleich nach dem Start ist der steilste des ganzen Kurses, etwa 8 %, danach folgt ein sehr langes ganz flaches Mittelstück, großes Blatt, ehe wieder eine etwa 200 m lange steilere Passage folgt. Danach Abzweigung rehcts in die hauptstraße, es geht den Berg runtret, ehe es ganz scharf rechts weg geht, dort beginnt der zweite Anstieg, einen knappen halben Kilometer lang. 53/19 oder 21. Anfangs glaube ich tatsächlich noch, daß mich die Schulter nicht allzusehr handikapt, aber als ich dann zu Beginn der vierten Runde abreißen lassen muß, ausgerechnet im flachen Mittelteil der Anstiegs, könnte ich einersetis laut fluchen und andererseits vor Schmerzen schreien. Dabei bin ich vorher sogar noch zweimal aktiv ganz vorne gefahren, in der Abfahrt, einmal bin ich dem Stocker Hans nachgefahren, einmal habe ich es selbst alleine probiert. In beiden Fällen hat das Feld sofort reagiert und aufgeschlossen. Mit Groß und Taucher in der älteren Klasse und mit Mateyka, Wulz, Pfisterer, Stocker und Gugler in meiner Kategorie sind die Favoriten klar. Die ersten drei Runden überstehe ich auch problemlos, in den Anstiegen fahre ich den langen nach dem Start mit 39/17 und 19, den anderen kurz vor dem Ziel mit 53/19 und 21. Ein paarmal wird attackiert, aber im großen und ganzen ist es ein ruhiges, fast schon fades Ausscheidungsrennen. Wer zurückfällt, hat verloren.

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Da liege ich (noch) an der dritten Stelle, nach der Abfahrt

Die Schulter schmerzt, und das sieht man auch.

In der vierten Runde fahre ich den ersten Anstieg ganz, ganz vorne mit, und kurioserweise wird mir genau das zum Verhängnis. Kurz vor dem flachen Mittelstück eine Attacke von Groß, Taucher und Mateyka steigen nach, ziehen ein paar weitere Fahrer mit, der Rest sprintet sofort hinterher, und ich bin wieder einmal übriggeblieben. Der Schmerz in der linken Schulter ist beinahe übermächtig geworden, und ich mußte wohl oder übel abreißen lassen müssen. Ich bin dann mit zwei anderen gefahren, in der Abfahrt sind wir sogar noch einen kleinen Deut schneller, sind aber natürlich nicht mehr entscheidend nähergekommen. Da war mir auch klar, daß diese Meisterschaft für mich vorüber war. Irgendwie schade, denn der Kurs war durchaus selektiv. Die ersten drei Runden sind wir mit 38,9 km/h Gesamtschnitt gefahren.

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Verfolgergruppe (von links)  Adamek, ich, Popovic, Fladerer, Nutz

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Adamek vor Popovic und mir in Oberdanegg

Nach und nach haben wir dann einige Fahrer von vorne eingeholt, am Ende waren wir 6 Mann, nachdem wieder ein paar zurückgefallen sind. Am Ende ist meine Gruppe 7 Minuten hinter dem Feld gelegen, und diese 7 Minuten haben wir in 9 Runden kassiert. Also knappe 40 Sekunden pro Runde. Und ehrlich, um diese 40 Sekunden hätte ich durchaus schneller fahren können. Von daher war das alles sowas von unnötig, was man auch daran sieht, daß vorne dann alle beisammen geblieben sind. Die fast 2 km lange Abfahrt war auch teuflisch. Starker Wind und sehr flach, wenn man da nur runtergerollt ist, hat man keine 40 km/h geschafft, aber wenn man da aktiv und ganz bewußt richtig schnell runtergebrettert ist, kam man schon auch auf 60 km/h. Es gab also auf diesem Kurs keinen flachen Meter und auch keinen Platz zum Verschnaufen und Luftholen, und genau das war es, was diese Meisterschaft schwer gemacht hat. Durch die kurze Rundenlänge ist auch andauernd der nächste Anstieg gekommen.

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Zieleinfahrt: ich führe, dahinter E.Gaubitzer, Popovic, Nutz

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Zieleinlauf: ich vorne, dahinter E.Gaubitzer, Popovic, Nutz

Die Anstiege bin ich dann ab der Hälfte alle mit dem großen Blatt gefahren, den ersten halt mit 53/21 oder 22. Da habe ich wirklich richtig quer geschaltet. Am Ende bin ich noch 15. geworden. Mannschaftlich gesehen war es ein sehr, sehr gutes Ergebnis, denn in der ältesten Klassse, Master VI, sind Rothauer und Unterguggenberger Zweiter und Dritter geworden, Schweighofer ist in meiner Klasse hervorragender Fünfter geworden, ich bin auf Platz 15 gelandet. Ein tolle Mannschaftsbilanz, da kann ich den drei anderen Kollegen wirklich nur gratulieren. Einwandfrei, ganz toll gefahren!!!

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Die Meistermedaillen der Kategorie 3 (von links): Jens Mateyka, Herbert Habacher, Rudi Groß

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Start der Klassen Master 5 und 6, vorne Hans Unterguggenberger, etwas dahinter Siegfried Rothauer

Die Verfolgergruppe der Klassen 5 und 6 mit Unterguggenberger und Rothauer (hinten rechts)

Ergebnisse: 1. Herbert Habacher (ARBÖ Kollar Cycling Team Stattersdorf) 1:50:11 (Schnitt 39,2 km/h), - 2. Jens Mateyka (RC Schnecke Wien), - 3. Rudolf Groß (ARBÖ Raiffeisen Feld/See), alle gleiche Zeit, - 4. Herbert Ebermann (PSV Giga-Sport Wien) -2:16, - 5. Johann Schweighofer (RC UNION Unterguggenberger Wörgl), - 6. Ulrich Gössler (ARBÖ Drahteisel Voitsberg), - 7. Sebastian Pfisterer (ARBÖ Grasasinger Lambach), - 8. Raimund Wulz (Leistungsmodell Radsport-Kostel Grafenstein), - 9. Franz Bruchmann (TSV Hartberg), - 10. Josef Schrattenecker (ARBÖ Grassinger Lambach), alle gleiche Zeit, - ... 15. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -9:27

Donnerstag, 22. Mai 2008: Brauerei-Schwechat-Radmarathon in Schwechat, 123 km

Strecke: Schwechat - Zwöfaxing - Pellendorf - Umfahrung Himberg - Gramatneusiedl - Reisenberg - Seibersdorf - Hof - Mannersdorf - Sommerein - Kaisersteinbruch - Breitenbrunn - Purbach - Donnerskirchen - Kaiserbuche - Hof - Au - Stotzing - Loretto - Leithaprodersdorf - Wampersdorf - Unterwaltersdorf - Moosbrunn - Umfahrung Himberg - Pellendorf - Zwölfaxing - Schwechat, Start 9.50 Uhr,  655 Höhenmeter, Wetter: leicht bewölkt, sonnig, starker Sturm aus NW, 17°

Streckenskizze (Bildquelle: Veranstalter)

Rennverlauf: Ich stehe natürlich - wieder einmal - nicht ganz vorne, so etwa an der 170. bis 200. Stelle, denke mir aber nichts dabei, denn die ersten Kilometer sind flach, die Distanz zu den Ersten ganz vorne am Startstrich beträgt nicht mal 100 Meter. Doch sehr schnell werde ich eines Besseren belehrt. Der Haufen zieht sich in die Länge, und obwohl ich vom Start weg mit hohem Tempo (immer über 50 km/h) fahre, falle ich immer weiter zurück, ich überhole zwar pausenlos, doch die Spitze legt immer mehr Abstand zwischen sich und mich. Erst als von hinten eine kleine Gruppe von drei Fahrern kommt, die konsequent nachfährt, hänge ich mich an und zusammen holen wir langsam und mühsam auf. Doch es dauert bis zur 12. Minute, ehe wir die Spitzengruppe erreicht haben. Und da haben wir schon 10 km zurückgelegt! Diese erste Gruppe war relativ klein, etwa 35 bis 40 Mann stark, und da ist ganz enorm aufs Tempo gedrückt worden. Egal, ich war dabei, habe mich dann langsam nach vorne gearbeitet, eine kleine Autobahnüberfahrt war schon ein ziemliches Problem, immer wieder sind einige wenige Fahrer zurückgefallen. Und dann, nach 18 Minuten und 15 km, plötzlich ein Schlag von rechts auf mein Hinterrad, und sofort fliegen die Splitter, ich kann nicht mehr schalten und rolle langsam aus. Was war passiert? Irgendein finsteres Arschgesicht ist mir voll direkt auf den hinteren Werfer geknallt, der Karbonkäfig (Campagnolo Record) ist gebrochen und hat den unteren Teil des Werfers beinahe rechtwinklig abgeknickt und damit natürlich gegen die Speichen gedrückt (Mavic  Ksyrium), zwei davon sind mir in Form von vielen Splittern um die Ohren geflogen. Solcherart mit einem unfahrbahren Achter ausgestattet, konnte ich nicht mal ordentlich fahren, nachdem ich die hintere Bremse aufgemacht hatte.

Das Ersatzprogramm, der Schwechater Marathon, nach gerade mal 15 km zu Ende. Wie im Vorjahr nicht im Ziel. SCHEISSRENNEN!!!  Unfaßbar, was da für Gestalten mitmachen, nur weil ein bißchen Wind bläst, können diese Typen keine drei Meter geradeaus fahren, sind sich wahrscheinlich gar keiner Schuld bewußt und wissen noch nicht mal, welchen Schaden sie da angerichtet haben. Wenn ich das nur als Beispiel mal aufliste: 2 Ksyrium-Speichen á 12.- €, ein Record-Werfer á 80.- €, und weil ich die Speichen nicht selber wechseln kann, sondern das machen lassen muß, kann ich gleich noch mal 10.- bis 20.- € für die Arbeitszeit rechnen. Da sind wir jetzt schon bei gut 120.- €, dazu kommen dann noch in diesem Fall 45.- € Nenngeld, das ich für die 15 km bezahlt habe, dazu kommen noch die 30.- € Benzingeld, die ich bezahlt habe, um mir diesen Schaden abholen zu dürfen, und schon sind wir - nur den materiellen Wert gerechnet - bei 200.- €. Nicht gerechnet natürlich der Verlust eines Renntages, die 15 km haben mir formmäßig gar nichts gebracht, diesen Marathon hätte ich wirklich sehr dringend nötig gehabt, um diese 120 Rennkilometer bin ich umgefallen. Vom Ergebnis ganz zu  schweigen, ein zweiter Rang in meiner Altersklasse 3 war realistisch. Ein Podestplatz war auf alle Fälle drinnen gewesen. VIELEN DANK ARSCHGESICHT!!!

Ergebnisse absout: 1. Hannes Lederer (ASC Donnerskirchen) 2:58:53 (Schnitt 39,58 km/h), - 2.  Hannes Lackner (ASC Donnerskirchen), - 3. Marian Valasek (Slowakei), - 4. Thomas Puhmer (Team Sport-Nora), - 5. Mario Luiki, - 6. Günther Baringer (Team Sport-Nora), - 7. Stefan Herr (ARBÖ Wienstrom KSV), - 8. Gabriel Maresch (Team Sport Nora), - 9. Karol Lipovsky (Slowakei), - 10. Mario Zwurtschek (Team Sport-Nora), alle gleiche  Zeit, - Altersklasse Männer 3: 1. Karol Lipovsky (Slowakei) 2:58:53 (Schnitt 39,58 km/h), - 2. Rudolf Hansl (ARBÖ Imcom 24 Vredestein) -14:11, - 3. Wolfgang Bruna -16:30, - 4. Joschi Beck -21:28, - 5. Franz Steiner (ARBÖ Straßwalchen) -22:11, - 6. Rudolf Gradinger -23:26, - 7. Wolfgang Kraml (ARBÖ Bad Vöslau) -23:59, - 8. Horst Kopsche (Enzersdorf) -31:09, - 9. Albert Schaffrath (Biker St.Veit) gleiche Zeit, - 10. Heinz Rössler (ARBÖ Wienstrom KSV) -33:40

Samstag, 24. Mai 2008: Kriterium in Loretto, 17 km

Strecke: Hauptplatz - Am Anger - Hauptplatz, 20 Runden á 0,850 km = 17 km, Start 12.45 Uhr, Wetter: sonnig, heiß, leichter NW-Wind, 23°

Rennverlauf: Wir starten bei großer Hitze und so, wie es in der Ausschreibung steht, mit der Masterklasse 4 zusammen (ist ja nicht so selbstverständlich, daß die Ausschreibung eingehalten wird!) Und trotzdem ich vorher auf dem Rundkurs gut 25 km absolviert habe, teilweise auch sehr schnell, um die Kurven bei hoher Geschwindigkeit zu testen, bleibt mir am Anfang wie immer die Luft weg. Die ersten Runden überstehen heißt hier die Devise, dann beginnt es durchaus zu laufen. Aber leider warten die anderen nicht so lange, zwei Mann setzen sich gleich mal ab, nämlich der Straßenmeister Habacher und der Zeitfahrer Del Pozo, Hansl setzt nach und zieht dann aber das gesamte Feld so langsam hinter sich nach. Die ersten beiden bleiben unangetastet, die fahren das gesamte Rennen von vorne an der Spitze. Die Distanz ist leider recht kurz, die 17 km brauche ich an sich schon für die Akklimatisation - ich bin eben kein Kriteriumspezialist, bei mir geht da alles sehr viel langsamer. Aber wie bei einem alten Diesel, wenn ich mal auf Touren gekommen bin, dann gnade Gott der Konkurrenz. In den letzten fünf Runden fahre ich eine Attacke nach der anderen. Sehr schnell habe ich nämlich herausgefunden, daß die Zielgerade ideal dafür ist. Denn vorher war die Steigung zu fahren, da sind die meisten blau, weil sie sich viel zu hart über diese  6 Höhenmeter wuchten. Dann stecken sie und nichts geht mehr.

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Hier greife ich im Finale wieder mal an, komme zwar ein paarmal weg, aber eben nur ein paar Meter und auch das nur für ein paar Sekunden.

Ich schalte kaum, kurble beinahe alles mit 53/17, greife aber an jeder Stelle des Rundkurses an. Sowohl bergab als auch bergauf oder im Flachen. Ich merke zwar, daß ich ihnen allen ziemlich weh tue damit, aber das ist auch schon alles. Für mehr fehlt die Form, die Kraft und wohl auch die Motivation. Die Schulter schmerzt, das allerletzte Quentchen Konsequenz fehlt daher. Das Finale ist spannend, ich komme - einfach unglaublich, aber wahr - in der Schlußrunde weg, fahre alleine mit geringem  Vorsprung die Steigung rauf, werfe mich mit dem Mute der Verzweiflung um die Zielkurve, aber auf der endlos langen Kuppe zum Ziel hin fährt Gössler noch an mir vorbei. Das war auch die entscheidende Szene meines ganzen Rennens, denn ich werde dadurch Vierter und hole meinen einzigen Punkt. Hätte mich Gössler da nicht niedergesprintet, hätte ich zwei Punkte geholt und wäre vor Hansl Vierter geworden.Naja, wenn das kleine Wörtchen wenn nicht wäre. Mit dem 5. Platz muß ich zufrieden sein, ist ja schließlich mehr, als ich erwarten durfte.

Die Podiumsplazierten der Klasse 3 (von links): Erich del Pozo (2.), Herbert Habacher (1.) und Ulrich Gössler (3.)

Ergebnisse: 1. Herbert Habacher (ARBÖ Kollar Cycling Stattersdorf) 21 Punkte, 21:41 Min., Schnitt 40,5 km/h, - 2. Erich Del Pozo (ARBÖ Kollar Cycling Stattersdorf) 19 Punkte, - 3. Ulrich Gössler (ARBÖ Drahteisel Voitsberg) 8, - 4. Rudolf Hansl (ARBÖ Imcom 24 Vredestein) 2 Punkte, - 5. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) 1, - 6. Günther Nutz (ARBÖ RC Trumau) 1, - 7. Wilhelm Czenek (RC Schnecke Wien), - 8. Peter Karner (ARBÖ St.Pölten), - 9. Rudolf Feitsch (ARBÖ RC Trumau), - 10. Heinz Heimhilcher (RC Schnecke ien), alle 0 Punkte

Sonntag, 25. Mai 2008: Kriterium in Oberwaltersdorf, 22,5 km

Strecke: Fischeraustraße - Flurgasse - Fischeraustraße, 32 Runden á 0,750 km = 22,5 km, Start 10.40 Uhr, Wetter: stark bewölkt, windstill, 20°

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Start der Masterklasse 1, 2 und 3

Rennverlauf: Schon wieder der Scheißdreck mit den Verschiebungen! Der Rennleiter entscheidet eigenmächtig im stillen Kämmerlein, daß die Klasse 3 nicht wie vorgesehen nach den Klassen 1 und 2 mit der Klasse 4 zusammen startet, sondern schon mit den 1/2-Fahrern. Dadurch haben wir auch wieder die längere Distanz, aber der Rennverlauf wird ja ganz anders ablaufen als wie mit der Klasse 4. Die 1/2-Fahrer sind die schnelleren, die holen sich die Punkte, von den 3er-Mastern punktet ja kaum einer. Gottseidank war ich vorher schon etwa 18 km aufwärmen, aber leider halt gleichmäßig langsam. Dann bin ich an die Rennstrecke gefahren, zur Absperrung, und wollte mit den Start der Klassen 1 und 2 ansehen, als mir plötzlich jemand aufgeregt zugerufen hat, ich solle mich doch endlich an den Start stellen! Also rolle ich die paar Meter hin zur Startlinie und starte, leider mit etwas kalten Muskeln. Und dieser Kurs ist um ein Vielfaches schwerer als der gestrige in Loretto, vor allem für einen solchen Anti-Kriteriumsfahre wie mich, weil es hier vier rechtwinklige Kurven gibt, die sauschnell genommen werden. Der Kriteriumsspezialist fährt ja förmlich blind um das Eck, hat vor seinem Gesicht nur den Rücken des Vordermannes. Also ich hätte da nach einer Runde schon viermal die Hose voll.

Die vorletzte Kurve

Sehr schnell zieht sich das Feld in die Länge, und im Zuge der ersten Wertung reißt gleich eine kleine Gruppe ab. Gottseidank kann ich so halbwegs mithalten, muß die ersten Runden aber verdammt schnell fahren, und davon erhole ich mich eigentlich bis ins Ziel nicht mehr. Ich lasse mich zwar nicht abhängen, habe aber keine Chance, etwa um Punkte mitzusprinten. In der zweiten Hälfte, als ich dann schon warmgefahren bin, häufen sich die Probleme. Immer wieder werde ich abgehängt, vor allem in den Wertungsrunden , denn die sprinten bis zur Linie, ich reiße hinten dann immer ein Riesenloch auf. Das alles mit schmerzender Schulter. Ich versuche sowieso, beinahe alles sitzend zu fahren. Gesterrn in Loretto ist es mir nicht gelungen, aber heute bin ich kein EINZIGES MAL aufgestanden!!!

Nutz vor Lackner (Führender des Ginner-Cups der Klasse 2) und mir

Der Kriteriumsspezialist fährt die Kurven ja sozusagen blind, nur den Rücken des Vordermannes vorm Gesicht. Ich hätte auf diese Weise in jeder Runde viermal die Hosen voll. Es ist wirklich ein Problem, wenn man zuviel denkt. In den letzten Runden ist es ganz kraß. Oft reiße ich gleich ein paarmal pro Runde ab, aber immer wieder kämpfe ich mich an die Gruppe ran. Die nehmen zwischen den Wertungen immer an Tempo raus, und deswegen bin ich auch immer wieder rangefahren. Ich merke halt wieder die alte Weisheit: im Kriterium rächt es sich tödlich, wenn man nicht optimal aufgewärmt ist!

Zielkurve

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Zielkurve, hier Lackner (Ginner-Cup-Führender Kategorie 2) vor mir, dahinter Habacher, Ginner-Cup-Führender Kategorie 3

Auf dem Foto oben sieht man schön, wenn man die Jungs der Reihe nach betrachtet, daß ich eine etwas seltsame Haltung habe. Die ist bedingt durch die starken Schulterschmerzen, die eine so verkrampfte Haltung bewirken. Dazu kommt, daß die Kurve vorher nur etwa 50 Meter entfernt war, ich also noch meist ein Loch von dieser Kurve hatte, und aus der Zielkurve raus wurde immer mit aller Gewalt angetreten. Da habe ich dann meist eine halbe Runde gebracht, um wieder aufzuschließen. Scheißkurs!

Anfahrt zur Zielkurve, Steiner vor Del Pozo und Nutz, ich wie üblich ganz hinten

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Zielgerade, und seltsamerweise sind da sogar noch ein paar Fahrer hinter mir.

Naja, es gibt aber auch was Positives zu berichten: durch die beiden Kriterien gestern und heute bin ich in der Ginner-Cup-Gesamtwertung an die dritte Stelle vorgerückt, also erstmals auf einem Podestplatz! Wenn man jedoch ein  Streichresultat mitrechnet, fallen bei mir 12 Punkte aus der Wertung, die beiden vor mir und die beiden nach mir verlieren aber KEINE Punkte, ich bin also der einzige, der dafür bestraft wird, alle Rennen gefahren zu sein! Durch das Streichesultat würde ich ja wieder an die 4. Stelle hinter Mateyka zurückfallen. Mateyka und Ebermann sind sicherlich meine beiden schärfsten Rivalen um einen Podestplatz. Aber es sind ja erst 5 von 11 Rennen gefahren, warten wir mal den Rest ab, danach sieht vielleicht alles schon wieder ganz, ganz anders aus.

Podium beim Kriterium in Oberwaltersdorf der Kategorie Master 3 (von links): Günther Nutz (2.), Herbert Habacher (1.) und Erich del Pozo (3.)

 Szene aus dem Rennen der Masterklasse 5 und 6: Teamkollege Hans Unterguggenberger in der Zielkurve.

Hans Unterguggenberger auf Rang 3 in der Klasse 6

Ergebnisse: 1. Herbert Habacher (ARBÖ Kollar Cycling Stattersdorf) 6 Punkte, 27:14, Schnitt 39,6 km/h, - 2. Günther Nutz (ARBÖ RC Trumau) 3, - 3. Erich del Pozo (ARBÖ Kollar Cycling Team), - 4. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl), - 5. Peter Karner (ARBÖ St.Pölten), - 6. Rudolf Feitsch (ARBÖ RC Trumau), - 7. Heinz Heimhilcher (RC Schnecke Wien), alle 0 Punkte

Zwischenstand im Ginner-Cup nach 5 von 11 Bewerben: 1. Herbert Habacher 114 Punkte, - 2. Günther Nutz 89, - 3. Robert Bartonek 75, - 4. Jens Mateyka 68, - 5. Herbert Ebermann 52, - 6. Heinz Heimhilcher 52, - 7. Johann Stocker 51, - 8. Sebastian Pfisterer 50, - 9. Peter Karner 50, - 10. Rudolf Hansl 48

 Samstag, 31. Mai 2008: Bergzeitfahren Schönberg/Kamp - Manhartsberg, 5,5 km

 Strecke: Schönberg/Kamp - Manhartsberg, 5,5 km, 225 Höhenmeter, Steigung max. 9 %, Wetter: sehr heiß, starker S-Wind, heiter, 31°, Start 14.35 Uhr

Rennverlauf: Das Rennen zählt sowohl zum Ginner-Cup als auch zur NÖ-Masters-Tour, die dann morgen mit dem Straßenrennen fortgesetzt wird. Eine deutlich stärkere Besetzung als etwa noch in der Vorwoche zeugt davon. Ich versuche diesmal, weil starker Rückenwind herrscht, die gesamte Strecke mit dem großen Blatt zu bewältigen. Und mit 53/23, 22 und 21 geht das auch. Der Rhythmus paßt, nur die Hitze macht mir einen Strich durch die Rechnung. Auch hätte ich mich besser aufwärmen sollen, denn optimal war das noch lange nichts. Schon nach etwa 1 km habe ich die beiden vor mir Gestarteten eingeholt, Heinz Heimhilcher und Willi Czenek. Und unmittelbar danach fährt Ewald Ebner an mir vorbei. Aber es macht mir gar nicht mal viel Mühe, an seinem Hinterrad mitzuhalten. Doch langsam schwinden meine Kräfte, und genau an der Kuppe ins Flache muß ich abreißen lassen. Über die letzten "Wellen" wuchte ich mich mit 53/21 dem Ziel ganz oben auf der Bergkuppe entgegen.

Weil ich nicht optimal aufgewärmt war und es mir auch viel zu heiß ist, wurde ich abermals relativ klar geschlagen. Gewonnen hat mein enger Konkurrent, der Wiener Feuerwehrmann Jens Mateyka, seines Zeichens frischgebackener Österreichischer Feuerwehr-Meister 2008., dahinter Herbert Habacher, Staatsmeister und Gesamtführender, sowie Peter Hofmann. Günther Nutz, mein zweiter scharfer Rivale, bleibt Gottseidank auf dem 9. Rang! Fazit: ich habe gegenüber allen meinen Konkurrenten im Ginner-Cup an Boden und Punkten verloren! Nur 7 Sekunden schneller und ich wäre Neunter! Die Tagesbestzeiten in diesem Bergzeitfahren kommen von Thomas Mairhofer (SK VÖEST VA-Tech Linz) mit 11:44 und von Ewald Schön (RSC Krems) mit 11:59.

Ein paar Daten zu diesem Zeitfahren: Distanz 5,5 km, Fahrtzeit 14:59, Maximalpuls 169, Durchschnittspuls 161, Max. Wattzahl: 491, durchschnittl. Wattzahl: 409

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Das Podium (von links): Herbert Habacher (2.), Jens Mateyka (1.) und Peter Hoffmnn (3.)

Ergebnisse: 1. Jens Mateyka (RC Schnecke Wien) 13:21, - 2. Herbert Habacher (ARBÖ Kollar Caycling Team) -0:04, - 3. Peter Hoffmann (2radchaoten.com) -0:08, - 4. Erich del Pozo (ARBÖ Kollar Cycling Team) -0:16, - 5. Herbert Ebermann (PSV Giga Sport Wien), - 6. Josef Schrattenecker (ARBÖ Grassinger Lambach) -0:27, - 7. Ewald Ebner (RC RIH ASVÖ Die Erste Tulln) -0:32, - - 8. Günther Gugler (ARBÖ Ginner-Amstetten) -1:10, - 9. Günther Nutz (ARBÖ RC Trumau) -1:31, - 10. Rudolf Hansl (ARBÖ incom.24 Vredestein Wien) -1:33, - 11. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -1:38

Sonntag, 1. Juni 2008: Kamptal-Straßenrennen in Langenlois, 71,6 km bzw. 48,6 km

Strecke: Langenlois - Schiltern - Reisert - Mollands - See - Zöbing - Langenlois, 3 Runden á 23,5 km + 2,6 km Zielanstieg = 73,1 km, Steigung bis zu 11 %, 327 Höhenmeter pro Runde + 141 Höhenmeter Zielanstieg = 1.130 Höhenmeter, Wetter: heiter, sehr heiß, starker NW-Wind, 33°, Start 10.14 Uhr

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Start in Langenlois am Hauptplatz

Rennverlauf: Das Rennen beginnt gleich mit dem 2,6-km-Anstieg auf den Schilterner Berg, nicht steil, aber etwa 500 Meter vor dem Ziel ist eine 100 m lange Passage mit 10 %, und als etwa am halben Anstieg Mateyka attackiert und Habacher im Trikot des Ginner-Cups-Gesamtführenden nachsetzt, falle ich ans Ende der Gruppe zurück, und oben muß ich dann abreißen lassen. Unter Aufbietung aller Kräfte komme ich wieder ran, aber vorne fahren sie schnell und ich bin am Anschlag. Das hügelige Gelände ist bei dieser Hitze sauschwer zu fahren, und beim zweiten Anstieg bei der Schilterner Burg, der mit 11 % noch etwas steiler ist, reiße ich endgültig ab. Ihc kämpfe mich den Berg hoch, ein paar Meter hinter der Gruppe, und oben auf der Kuppe sehe ich, daß Stocker Hans nur etwa 100 m hinter mir fährt. Trotzdem braucht es lange, beinahe rüber bis Reisert, bis er endlich zu mir aufgeschlossen hat. Anfangs noch 300 m hinter den Führenden, dann nur mehr 250 m, dann gar nur mehr 200 m, arbeiten wir uns quälend langsam Meter um Meter wieder heran. Er ist ein guter Zeitfahrer, und die lange Abfahrt ist sehr, sehr flach, da muß man mit harter Übersetzung voll reinhauen, denn vorne fahren sie immerhin mit gut 60 km/h den Berg runter.

Gleich am ersten Anstieg zurückgefallen, kämpfe ich mich aber wieder ran

Erst in Langenlois sind wir dran an der Spitzengruppe, auf der Pflastersteigung im Ort, ein paar Hundert Meter, ehe der zweite Zielanstieg beginnt. Na Mahlzeit, denke ich mir noch, das wird wohl ein kurzes Vergnügen werden. Die Schulter schmerzt wieder, aber ich kämpfe diesmal konsequent vom ersten Meter der Steigung weg um jeden Zentimeter, fahre immer möglichst weit vorne, und als sich der Pulk in die Länge zieht, kämpfe ich mich immer wieder nach vor. Wir fahren langsamer als in der vorigen Runde, wir bleiben im großen und ganzen zusammen, nur Stocker ist wieder abgerissen.

Oben auf der Kuppe probiert es Habacher wieder, er greift an und setzt sich ab. Es ist ein sehr guter Moment, alle sind etwas angeschlagen und schauen sich an, nach einer Weile fährt Mateyka nach. Und hinten reagiert immer noch niemand. Ich trete die Flucht nach vorne an und fahre nach. Es geht ganz leicht, niemand reagiert, wahrscheinlich hat auch niemand damit gerechnet. Sehr schnell bin ich an Mateyka dran, und in Schiltern haben wir Habacher gestellt. Drei-Mann-Spitze in der zweiten Runde kurz vor Reisert, Mateyka, Habacher und ich. Ich habe den Löwenanteil der Aufholjagd geleistet, und am Anstieg zur Burg, auf dem Pflaster, muß ich abreissen lassen. Nur mit äußerster Kraftanstrengung wuchte ich mich über diese Kuppe, und dann sind da schon die Verfolger. Aber da ist die Luft draußen, da ist kein richtiger Zug mehr drin. Egal, ich habe auch so alle Hände voll zu tun, mitzuhalten. In der Abfahrt sehen wir die beiden Spitzenreiter schon nicht mehr.

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Anstieg auf den Schiltener Berg

Dann läuten die Alarmglocken, in Zöbing kurz vor dem Ziel. Ich spüre beginnende Krämpfe im linken Unterschenkel, obwohl ich beinahe schon einen Liter getrunken habe. Schnell noch eine Portion Powergel hinterher, und wirklich, die Krampfanfälligkeit vergeht wieder. Und dann sind wir wieder am Schilterner Berg, zum drittenmal. Langgezogenes Feld, jetzt wird wieder hohes Tempo gefahren. Ich habe mit Schweighofer zwar einen Klubkollegen in dieser Gruppe dabei, einen sehr starken noch dazu, aber wir können uns gegenseitig gar nicht helfen, weil erstens jeder mit selbst beschäftigt ist und zweitens ich viel zu große Schmerzen habe, um mich überhaupt mit jemandem verständigen zu können. Ich könnte ganz laut schreien vor Schmerzen.

Im Steilstück 500 m vor dem Zielstrich reiße ich ab. Und diesmal alleine, da ist dann alles vorbei. Keine Illusionen mehr. Im hügeligen Gelände bis zur zweiten Steigung kann ich kaum 30 km/h fahren, so geschafft bin ich.  Alleine quäle ich mich auch über den zweiten Berg, alleine die Abfahrt runter nach Zöbing. Der Gesamtschnitt fällt wieder etwas, ist ja auch klar und logisch, daß ich alleine langsamer bin als die Gruppe vor mir, die ich auch gar nicht mehr sehe. Dann bemühe ich mich, wieder etwas zügiger zu fahren, denn ich möchte unbedingt vor den nächsten Fahrern bleiben. Das wäre ja noch das Allerschlimmste, wenn dann im Zielanstieg womöglich noch alle jene vorbeifahren würden, die ich schon in der ersten Runde abgehängt habe.

Finale. Langenlois, die längere flache Pflastersteigung im Ort rüttelt mich ordentlich durch, ich werde wieder etwas munterer und wacher. Kurve am Hauptplatz, Kellergasse, scharfes Eck nach rechts und ich bin in der Steigung drin. Zielanstieg. Zunächst flach, aber ich muß hier schon mit dem kleinen Blatt fahren. Und ehe ich mich´s versehe, fahre ich mit 39/21, einer Übersetzung, mit der ich bisher nur das Steilstück vor dem Ziel gefahren bin. Wieder spüre ich Krämpfe, die Trinkflasche ist längst schon leer, bis auf dne letzten Tropfen ausgesaugt. Hinter mir sehe ich die nächste Gruppe herankommen, die sehen mich natürlich auch und sind wieder gierig geworden. Aber da bin ich schon beinahe bei der 500-m-Marke, dann das Stielstück, ich bleibe im Sattel, dann sofort schalten, und alle Kräfte in diese letzten 400 m bis zum Zielstrich. Ich schaffe es, es kommt keiner mehr vorbei! Die Erleichterung kann sich niemand vorstellen, als ich durchs Ziel fahre. Der Stein, der mir vom Herzen fällt, ist ein Fels von der Größe der Eiger-Nordwand.

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4 Minuten habe ich in der letzten Runde durch meine Alleinfahrt verloren, Johann Schweighofer kämpft dagegen vorne mit.

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Die ersten drei (von links): Jens Mateyka,Herbert Habacher, Josef Schrattenecker

Ergebnis: 1. Herbert Habacher (ARBÖ Koller Cycling Team Stattersdorf) 2:04:02, - 2. Jens Mateyka (RC Schnecke Ginner Wien)-0:01, - 3. Josef Schrattenecker (ARBÖ Grassinger Lambach) -5:14, - 4. Erich del Pozo (ARBÖ Koller Cycling Team Stattersdorf) -5:36, - 5. Johann Schweighofer (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -5:40, - 6. Günter Gugler (ARBÖ Ginner Amstetten) -5:47, - 7. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -9:43, - 8. Hans Stocker (RC Sportunion Haus/Ennstal) -9:55, - 9. Wolfgang Adamek (ARBÖ Grassinger Lambach) -13:31, - 10. Rudolf Hansl (ARBÖ incom.24 Adamek Vredestein Wien) -13:56

Zwischenstand im Ginner-Cup nach 7 von 11 Bewerben:

Master 3: 1. Herbert Habacher 169 Punkte, - 2. Jens Mateyka 123, - 3. Günther Nutz 106, - 4. Robert Bartonek 105, - 5. Josef Schrattenecker 85, - 6. Rudolf Hansl 76, - 7. Erich del Pozo 76, - 19. Johann Schweighofer 43

Master 6: 1. Norbert Hager 163, - 2. Rudolf Horak 134, - 3. Horst Ziering 131, - 8. Hans Unterguggenberger 100, - 14. Siegfried Rothauer 56

 

Sonntag, 8. Juni 2008: Österreichische Kriteriumsmeisterschaft in St.Pölten/Stattersdorf, Johann-Gauppmann-Gedenkrennen, 20 km bz. 14,3 km

Strecke: Stattersdorf, Schiffmannstraße - Fialastraße - Weinhoferstraße - Alter Schulweg - Schiffmannstraße, 21 Runden á 0,950 km = 20 km, Start: 11.40 Uhr, Wetter: Regen, windstill, 18°

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Feld langgezogen, angeführt von Wulz vor Pfisterer und E.Gaubitzer, ich am Ende

Rennverlauf: Als wir, die Kategorien 3 und 4, am Start versammelt stehen und es nur mehr wenige Sekunden dauert, bis das Rennen gestartet wird, beginnt es zu regnen, immer stärker zu regnen. Der Himmel ist rundherum pechschwarz. Die erste Runde wird eine Art Eiertanz, die Kurven sind rutschig und glitschig. Alle fahren vorsichtig, das Tempo ist entsprechend niedrig. Ich habe keine Probleme, mitzufahren- Aber schon in der 3. Runde wartet die erste Wertung, und diese erste Wertungsrunde wird dann schon kräftig Tempo gebolzt. Natürlich ist alles entsprechend schneller, auch die Kurvengeschwindigkeit. Die ersten Löcher, die ersten Fahrer reißen ab, hinter mir Alarmstufe rot. Aber gleich nach dem Zielstrich werden die Beine hochgenommen, und ich bin wieder in der Gruppe drin, reihe mich gleich vorne ein. Die vorletzte Kurve, dieser langgezogene Bogen nach links, ist die gefährlichste Kurve. Die unterschätzt nämlich jeder, dort rutschen in jeder Runde ein paar auf ihren Slicks herum. Und dann die Zielkurve selbst. Die geht so einigermaßen, zumindest am Anfang, dort ragt ein dickes Blätterdach weit in die Straße rein, der ganze Kurvenradius ist in den ersten Runden staubtrocken! Die gesamte Runde ist etwas holprig, der Straßenbelag ist halt nicht der allerbeste.

Hier bin ich vor Willi Czenek (RC Schnecke)

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Regenschlacht

Bis zur Halbzeit habe ich keine Probleme, aber auch keine Chance, auch nur in die Nähe der Punkteränge zu kommen. Mein Teamkollege Johann Schweighofer fährt mutig ganz vorne mit, ich bin da etwas vorsichtiger. Lange Zeit passiert nichts, weder ein Sturz noch irgendeine andere haarige Situation. Der Regen nimmt ständig zu. Wir sind naß bis auf die Haut, und überall knirscht der Sand: zwischen meinen Zähnen, in den Augen, den Ohren, unter den Fingernägeln, die Füße schmatzen in den aufgeweichten Schuhen. Gegen Ende habe ich mich dann an den Rhythmus gewöhnt, und als ich beschließe, eine Attacke zu wagen, greift im selben Moment E.Gaubitzer auf der linken Seite an (Master 4) zusammen schießen wir aus der Gruppe, ich bin sofort an seinem Hinterrad, umso besser, wenn er mich zieht. Und auch die Kurven sind alleine sehr viel schneller zu fahren als in der ganzen Gruppe, wo sich alle im Weg stehen. Wir sind zwar weggekommen, doch die Freude währt nur kurz, ein paar hundert Meter gerade. Dann sind die Verfolger wieder da.

Rudi Groß (ARBÖ Feld/See) führt, hier vor Ebermann (rechts), Del Pozo und Schweighofer (UNION Unterguggenberger), ich dahinter mit etwas Rückstand

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Popovic führt, rechts Wulz, verdeckt Schweighofer, ich rechts dahinter

Doch noch ist nicht aller Tage Abend. Als es Del Pozo versucht, bin ich wieder zur Stelle. Der ausgezeichnete Zeitfahrer ist auf diesem Kurs mit seinen beiden langen Geraden nicht chancenlos, wie mir scheint, diesmal bleiben wir eineinhalb Runden vorne. Doch da wir nicht entscheidend wegkommen, die Verfolger immer 20 bis 50 Meter hinter uns sind, ist auch dieser Versuch unter "lehrreich" abzulegen. Das Finale wird zunehmend hektischer. Wieder eine Wertungsrunde, ich reiße ab. Hansl, der die ganze Zeit mit Respektabstand hinter der Gruppe gefahren ist, kann plötzlich aufschließen, und ich falle raus. In der ersten Kurve nach dem Ziel versteuert sich Groß Rudi dann, fährt ins Grüne raus. Ist ganz gut für mich, denn als er alleine nachfährt, kann ich mich anhängen und er zieht mich binnen einer Zielgeraden wieder ins Feld rein. Doch nach den beiden nächsten Kurven bin ich wieder weg, auf der langen Zielgeraden kann ich gerade noch aufschließen, um in der nächsten Kurve wieder rauszufallen. So geht das Runde für Runde.

Eine der wenigen Szenen, in denen ich mal ganz vorne dabei bin

Da die Distanz mit 20 km ziemlich kurz ist, dauert dieses Rennen auch nicht sehr lange. Und in den letzten 5 Runden reicht es mir. Wozu sich quälen, wenn ich alleine ein paar Meter hinter der Gruppe den Abstand konstant halten kann? Vorne stürzt Teamkollege Schweighofer, kann aber schnell wieder unverletzt aufspringen und weiterfahren. Und in der Schlußrunde ist es abermals Groß Rudi, der sich auf den Asphalt legt und dann sogar hinter mir ins Ziel rollt. Ich belege denselben Platz, den ich vermutlich erreicht hätte, wenn ich im Feld gefahren wäre, 100 Meter weiter vorne. So aber, alleine, war es doch sehr viel ungefährlicher. Die Stürze in den letzten Runden zeigen mir, daß ich gut daran tat, alleine zu fahren. Als Brillenträger bin ich im Regen sowieso gehandikapt, als Nichtsprinter ist das auch nicht mein Terrain, und für eine Soloattacke war es einfach nicht das Wetter. Also keine Chance auf Punkte, daher kann ich genausogut alleine fahren.

Kompaktes Feld im strömenden Regen, Ebermann vorne (Mitte), rechts Schweighofer, dahinter Wulz, links Groß, dahinter ich

Zweimal habe ich es probiert, zweimal hat es nicht geklappt. Und als der Regen dann immer stärker geworden ist, wollte ich nur mehr heil irgendwie ins Ziel kommen, um ein paar Punkte für den Ginner-Cup zu holen und für die NÖ-Master-Tour im Bewerb zu bleiben. Nach dem Zieleinlauf hört der Regen auf, die Sonne kommt raus und die Fahrbahn trocknet wieder auf. Die nächsten Kategorien fahren auf trockener Straße, als ob es nie ein Regenwetter gegeben hätte.

Zielkurve. Fritz Gaubitzer (Krems) vor mir

Gratulation an meine Teamkollegen Johann Schweighofer, der Zweiter in meiner Klasse wird und damit Vizemeister, an Sigi Rothauer, der die Klasse 6 gewinnt und Österreichischer Kriteriumsmeister 2008 ist sowie an Hans Unterguggenberger, der Rang 3 und damit die Bronzemedaille in derselben Klasse holt - damit 3 Österr. Meistermedaillen (Gold, Silber, Bronze) im Kriterium 2008!!! Und in der NÖ-Masters-Tour, der Gesamtwertung der beiden Langenloiser Rennen vom vorigen Wochenende mit der heutigen Kriteriumsmeisterschaft, belege ich, genauso wie Hans Unterguggenberger in der Klasse 6, den 3. Rang und hole damit einen weiteren Stockerlplatz!

Fritz Gaubitzer führt das Feld an, dahinter schließe ich gerade mit einer kleinen Gruppe wieder mal auf.

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Vorne Zielsprint mit Schweighofer (rechs außen), ich weit dahinter

Ergebnisse Master 3: 1. Herbert Habacher (ARBÖ Kollar Cycling Stattersdorf), Schnitt 41,7 km/h, - 2. Johann Schweighofer (RC UNION Unterguggenberger Wörgl), - 3. Herbert Ebermann (PSV Wien Giga-Sport), - 4. Erich del Pozo (ARBÖ Kollar Cycling Stattersdorf), - 5. Reimund Wulz (RLM Kostel-Grafenstein), - 6. Willi Czenek (RC Schnecke), - 7. Rudolf Hansl (ARBÖ imcom-24 Vredestein), - 8. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl), - 9. Rudolf Groß (ARBÖ Raiffeisen Feld/See), - 10. Heinz Heimhilcher (RC Schnecke)

Endstand NÖ-Masters-Tour, Kategorie Master 3: 1. Herbert Habacher (ARBÖ Kollar Cycling Stattersdorf) 57 Punkte, - 2. Erich del Pozo (ARBÖ Kollar Cycling Stattersdorf) 36, - 3. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) 12, - 4. Rudolf Hansl (ARBÖ imcom-24 Vredestein) 10, - 5. Heinz Heimhilcher (RC Schnecke) 6

Zwischenstand im Ginner-Cup: 1. Herbert Habacher (ARBÖ Kollar Cycling Stattersdorf) 195 Punkte, - 2. Jens Mateyka (RC Schnecke) 123, - 3. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) 117, - 4. Günther Nutz (RC ARBÖ Trumau) 106, - 5. Erich del Pozo (ARBÖ Kollar Cycling Stattersdorf) 92, - 6. Herbert Ebermann (PSV Wien Giga-Sport) 91, - 7. Rudolf Hansl (ARBÖ imcom-24 Vredestein) 89, - ... 13. Johann Schweighofer (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) 64 Punkte

 Samstag, 14. Juni 2008: Österreichische Meisterschaft im Zeitfahren in Trieben, 24 km

Strecke: Trieben - Trieben, 24 km, Start 18.00 Uhr, Wetter: bedeckt, regnerisch, kühl, starker NW-Wind, 17°

Rennverlauf: Ich konnte mich leider nicht optimal aufwärmen, da ganz Trieben abgesperrt war, ich nicht mal mit dem Rad auf die Rennstrecke durfte. Also ist es sowieso nur auf der Walze gegangen. Und so bin ich dann auch mit Puls 162 oben auf der Startrampe gestanden, die verdammt hoch war (ich hatte beinahe Schwindelgefühle!). Todesmutig habe ich mich dann runtergestürzt, bin mkir dabei vorgekommen wie ein Wasserspringer am 10-m-Turm, dann antreten, beschleunigen, langsam runterschalten, hinsetzen, in die optimale aerodynamische Position langsam reinrutschen und dan heißt es halt treten, treten, treten! Anfangs mit Gegenwind, war ich schnell aus Trieben draußen. Mit der neuen Rennmaschine war das schon ein Gedicht! Leider hat der Czenek Willi den Schwanz eingezogen, der wäre nämlich vor mir gestartet, ich hatte also ein 2-Minuten-Loch vor mir und habe natürlich niemanden gesehen! Und während ich mich noch aufs Treten konzentriere, werde ich durch einen lauten Knall aus dieser Konzentration gerissen, und einen Sekundenbruchteil später rumple ich schon vorne auf der Felge dahin!

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Da bin ich nach etwa 50 m in der ersten Kurve

Was war passiert? Nach genau 2,6 km (laut km-Zähler) und nach genau 4:03 Minuten (laut Stoppuhr) war ich in einer Passage, in der unzählige Risse schräg über die Farbahn gelaufen sind, manche länger, manche kürzer, manche tiefer, manche größer, manche kleiner, aber alle mit messerscharfen Kanten. Und eine dieser Kanten hat mir Schlauch und Mantel förmlich aufgeschlitzt. Wie weiland die TITANIC untergegangen ist, nachdem sie vom Eisberg aufgeschlitzt wurde, so war ich jetzt auf dem "Trockenen". Und natürlich unglaublich angefressen. Den rust habe ich dann rausgelassen, indem ich stehengeblieben bin und die eitabstände zu den nachkommenden Fahrern gestoppt habe. Als einer der nächsten kam dann der Steirer Hans Stocker, der ist ein sehr guter Zeitfahrer, und nach 2,6 km war ich auf die Sekunde zeitgleich mit ihm! Ich weiß natürlich nicht, wie sein Rennen weitergegangen ist, er ist jedenfalls im Endeffekt nicht am Stockerl gelandet, aber auch nicht allzuweit dahinter. Naja, wer weiß, ein Top-10-Platz wäre vielleicht dringewesen bei mir. Schade drum.

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Mein ehemaliger Teamkollegevom SC Tiroler Radler Bozen, Gerald Leutgeb aus Krems, Master II

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Kritik am Veranstalter: einerseits die Strecke, der Fahrbahnbelag war nicht der allerbeste, es gab auch einige Reifenschäden, sogar eine kleine Baustelle war auf der Strecke, alles Dinge, die auf einer Meisterschaftsstrecke eigentlich nichts verloren haben. Der Veranstalter hatte auch einen 30-Sekunden-Start geplant gehabt, hat gar nciht gewußt, daß bei Meisterschaften 60-Sekunden-Intervalle VORGESCHRIEBEN sind. Die Statuten sollte man halt schon kennen, wenn man ein Rennen veranstaltet! Sonst aber darf ich mit Lob nicht geizen, das Rennen war hervorragend organisiert, Ergebnisdienst war schnell, daß die Veranstaltung so lange gedauert hat, lag im Startintervall. Den ganzen Tag über war im Verkehrsfunk auf "Antenne Steiermark" zu hören, daß Trieben gesperrt ist!

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Das Podium in der Masterklasse 3 (von links): Sebastian Pfisterer (2.), Jens Mateyka, der neue Meister, Erich del Pozo

Ergebnisse Kategorie Master 3: 1. Jens Mateyka (RC Schnecke Wien) 33:37 (Schnitt 42,66 km/h), - 2. Sebastian Pfisterer (ARBÖ Grassinger Lambach) -1:01, - 3. Erich del Pozo (ARBÖ Kollar Cycling Stattersdorf) -1:04, - 4. Franz Rettenegger (RC UNION Haus/Ennstal) -1:17, - 5. Herbert Habacher (ARBÖ KOllar Cycling Stattersdorf) -1:18, - 6. Rudolf Groß (ARBÖ Feld/See) -1:34, - 7. Johann Stocker (RC UNION Haus/Ennstal) -2:00, - 8. Herbert Ebermann (PSV Wien GIGA-Sport) -2:33, - 9. Josef Schrattenecker (ARBÖ Grassinger Lambach) -2:38, - 10. Günter Gugler (RC Ginner Amstetten) -2:55

Sonntag, 15. Juni 2008: Einzelzeitfahren in Lavamünd, 2. Bewerb zum Lavanttaler Assetline-Zeitfahrcup, 13 km

Strecke: Lavamünd - Kraftwerk Schwabegg - Abzw. Zeil, Wende - Kraftwerk Schwabegg -  Lavamünd, 13 km, 85 Höhenmeter, Start 10.25 Uhr, Wetter: bewölkt, starker NW-Wind, 19°

Rennverlauf: nach dem Frust gestern bin ich heute mit der Wut im Bauch gestartet, ich war optimal aufgewärmt, konnte mich auf der Rennstrecke warmfahren, bin nach zweimaligem Abfahren der Strecke noch in die andere Richtung rausgefahren, runter zur slowenischen Staatsgrenze, habe also ungefähr 40 km aufgewärmt. Hier gab es den gestern vorgesehenen 30-Sekunden-Start. Vor mir die Startnummer 55, Harald Wernhart. Ich starte, beschleunige, nehme die aerodynamische Position ein, fahre den ersten halben Kilometer mit 53/17, dann 16. Gegenwind, starker Gegenwind, leicht steigendes Gelände. Manchmal, wenn es für ein paar Meter in eine Senke leicht bergab geht, schaffe ich die 40 km/h, sonst krabble ich zwischen 35 und 37 km/h herum. Die Nummer 55 habe ich nach ca. 3,5 km eingeholt, bin gleich vorbeigefahren, dann war da schon der ca. 1 km lange Anstieg zur Wende, etwa 3-4 %, bin ich mit 53/18 hochgefahren, stehend, aber in flüssigem Rhythmus. Auf dem Weg nach oben zwei weitere Fahrer eingeholt, dann die Abfahrt, da ist bei 75 km/h der Rahmen geflattert, ich mußte den Lenker außen packen, innen am Aufleger war es gar nicht möglich. Die Rückfahrt (Rückenwind bzw. schräg von hinten) hat ausgezeichnet gepaßt, da war ich optimal unterwegs. Die Position war okay, sehr tief, das Tempo sehr hoch, immer zwischen 45 und 52 km/h. Und am letzten Kilometer bin ich auch noch an die Krebs Gitti rangekommen, hätte ich eingeholt, wenn es noch einen guten halben Kilometer weiter gegangen wäre.

Das Ergebnis war eindeutig, ich war Zweiter, das habe ich mir vorher schon vorgenommen gehabt, gewonnen hat der Forobosko Wolfgang, der wäre nicht zu schlagen gewesen, er hat mir eine gute halbe Minute abgenommen. Und ich hatte auch eine gute halbe Minute Vorsprung auf den Dritten. Wozu also habe ich mich so geplagt???

 

Links Wolfgang Forobosko, rechtes Bild Podiumsplätze Klasse 6 (von links). Robert Bartonek, Horst Kurmann, Wolfgang Forobosko

Ergebnisse Kategorie Männer 6: 1. Wolfgang Forobosko (ÖAMTC Raiffeisen Althofen) 18:33 (Schnitt 40,1 km/h), - 2. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -0:36, - 3. Horst Kurmann (ÖAMTC Raiffeisen Althofen) -1:18, - 4. Peter Fladerer (ARBÖ Raiffeisen Feld/See) -1:19, - 5. Ferdinand Kootz (BSG Kärntner Landesbedienstete) -1:34, - 6. Herbert Fediuk -1:41 - 7. Josef Praschk (Polizei SV Graz), gleiche Zeit, - 8. Karl Kraus -1:56, - 9. Walter Plesiutschnig -2:07, - 10. Helmuth Sokoll -2:10

Sonntag, 22. Juni 2008: Mostland-Straßenrennen in Allersdorf bei Amstetten

Strecke: Allersdorfer Höhe - Schaffenfeld - Schönbichl - Schindau - Allersdorf, Wetter: heiter, heiß, NO-Wind, 32°, Start 12.10 Uhr

Rennverlauf: Große Hitze, hohes Tempo von Anfang an. Die erste Runde ist schon eine Tortur, ich kämpfe mich üüber den Zielanstieg hoch, mit 39/20 komme ich gerade so hoch, ist aber viel zu hart. Das kleine Loch fahre ich zwar problemlos wieder zu, aber daß ich da gleich in der ersten Runde schon an die Substanz gehen muß, ist gar kein gutes Zeichen. Zweite Runde. Auf der Geraden zwischen Schaffenfeld und Schönbichl kommt es zu einem Sturz, weil wahrscheinlich ein paar angeschlagene Fahrer aneinandergeraten sind. Ein paar liegen am Asphalt, ein paar andere kurven in der Wiese herum, da gehöre ich auczh dazu. Ich liege nicht am Boden, ziehe aber nach dem Intermezzo einen halben Heustadel hinter mir her, aber was noch viel schlimmer ist: einer der Ausllöser des Sturzes ist mir hinten in den Werfer geknallt und hat den verbogen. Das merke ich natürlich erst, als wir wieder den Zielanstieg erreicht haben - ich kann nicht mehr ganz hochschalten, muß mich jetzt mit 39/17 hochquälen, ich kriege überhaupt nur mehr 14,15,16 und 17er rein - eine Katastrophe! Ich reiße ab, kann aber in der Abfahrt wieder aufschließen - jetzt bin ich aber wirklich beinahe schon k.o.

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Das Feld der Kategorien 3/4 kurz nach dem Start

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Johann Schweighofer rechts außen

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Zielsprint, Jens Mateyka (links) gegen Herbert Habacher

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 Die ersten drei (von links): Engelbert Dienstbier (3.), Herbert Habacher (1.) im Ginner-Leadertrikot, Jens Mateyka (2)

 

Samstag, 28. Juni 2008: Paarzeitfahren in Mariazell, 30,5 km

Strecke: Mariazell - Rasing - Gußwerk - Greith, Wende - Gußwerk - Rasing - Mariazell, 30,5 km, 181 Höhenmeter, Wetter: sonnig, leicht bewölkt, 26°, starker NW-Wind, Start 14.28 Uhr

Rennverlauf: Zusammen mit meinem ehemaligen Teamkollegen vom SC Tiroler Radler Bozen, Gerald Leutgeb aus Krems, bin ich mit der Nummer 28 gestartet. Die Abfahrt von Mariazell nach Rasing war schon einmal ein Graus, denn bei meinem Zeitfahrrad funktionieren die Bremsen kaum, der Gummi ist eher ein Beschleuniger als ein Bremser. Beide Bremsen voll durchgezogen bin ich runter"gerutscht", die hintere Bremse habe ich sicherheitshalber schon mal zugemacht, erst unten in Rasing hab ich sie dann aufgemacht. Was sind das für seltsame Bremsen? (==> Shimano 105). Naja, bergab haben wir vielleicht 15 Sekunden verloren, war weiter nicht schlimm, denn am Ende war das Ergebnis ganz eindeutig.

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Abfahrt von Mariazell nach Rasing

Sehr schnell haben wir dann das vor uns gestartete Paar eingeholt, Lechner/Lechner aus Bruck/Mur, und bis ins Ziel haben wir ihnen insgesamt sechseinhalb Minuten abgenommen. Bei der Wende in Greith dann dasselbe Bild wieder: ich muß eine ganz, ganz weite Schleife fahren, weil ich zu schnell bin, kaum abbremsen kann. Der dortige Streckenposten hüpft mir permanent mit immer ängstlicher werdendem Gesichtsausdruck direkt vor dem Vorderrad herum. Die Wende kostet uns abermals etwa 10 bis 15 Sekunden.

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Zielanstieg nach Mariazell

Leidre harmoneren wir diesmal nicht besonders gut. Gerald fährt zeitweise am Anschlag, und immer dann rollt es mir ganz, ganz locker. Bei der Rückfahrt kommt dann das dicke Ende beim 1,2 km langen Anstieg nach Mariazell. Und sofort ruft er mir auch nach, ich nehme Tempo raus, den gesamten Anstieg fahre ich vorne, mit 53/19 und 20 im Gegenwind, er ist knapp an der Explosion und am absoluten Limit. Als es oben dann von der Bundesstraße rechts weggeht, auf die letzten 200 Meter, forciere ich noch einmal, dort reißt er dann beinahe ab, irgendwie schaffen wir es ins Ziel, nicht mal mit so einer schwachen Zeit. Unsere Altersklasse bei den Unlizenzierten hätten wir gewonnen, aber in der Lizenzklasse reicht es halt nur zu Rang 7.

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Die drei Podestpaare

Ergebnisse Lizenzklasse über 70 Jahre: 1. Günther Adler/Hermann Harter (RCU Laßnitzhöhe/ARBÖ Volksbank Deutschlandsberg) 39:51, - 2. Peter Krebs/Robert Rothschedl (ARV Radsport Vychodil Vredestein Graz) -0:05 - 3. Wolfgang Frehsner/Helmut Käfer (Bike Team Ginner) -1:11, - 4. Günther Baringer/Karl Schöpf (Team Sport-Nora Wien/SV Raibau) -1:29, - 5. Richard Nudl/Christian Kohlhauser (RC HN-Radcenter St.Lorenzen/ARBÖ Bruck/Mur) -2:12, - 6. Otto Harmtodt/Peter Muntean (ARBÖ Steiner-TV Raaba) -2:30, - 7. Robert Bartonek/Gerald Leutgeb (RC UNION Unterguggenberger Wörgl/SC Tiroler Radler Bozen) -4:51

 

Sonntag, 29. Juni 2008: Kärntner FESTINA-Seen-Radmarathon in Keutschach, 108,5 km

Strecke: Keutschach - Plescherken - Schiefling - Augsdorf - Selpritsch - Lind - Wernberg - Landskron - Annenheim - Sattendorf - St.Urban - Bodensdorf - Steindorf - Ossiach - Gratschach - Landskron - Wernberg - Lind - Selpritsch - Velden - Dellach - Maria Wörth - Sekirn - Maiernigg - Goritschitzen - Viktring - Keutschach, 108,5 km, 425 Höhenmeter, Wetter: sonnig, heiß, leichter N-Wind, 31°, Start 8.30 Uhr

Rennverlauf: Endlich! Der erste Saisonsieg! Und was für einer! Allein die Umstände waren schon reiner Irrsinn! In der festen Meinung, daß der Start der langen Strecke, für die ich angemeldet war und die ich in all den Jahren immer gefahren bin, um 9 Uhr sei, bin ich daheim halt gemütlich losgefahren, ohne jede Eile, habe mir Zeit gelassen, zuletzt dann aber doch etwas aufs Tempo drücken müssen, damit ich um 8.10 Uhr in Keutschach war. Nur war da der Marathon schon längst gestartet! Da war dann also Hektik pur angesagt - knappe 20 Minuten hatte ich Spielraum, um einen Parkplatz zu suchen (der natürlich vom Zielgelände entsprechend weit entfernt war!), die Nummer zu holen, langwieirige Erklärungen abzugeben, weshalb ich eine Nummer der langen Strecke für die kurze Strecke verwende, wieder zum Auto zurücklaufen, Rad herrichten, umziehen, Startnummer montieren, Essen und Trinkflasche herrichten, Auto absperren, zum Start fahren, dort bin ich um 8.32 Uhr angekommen, die ersten 200 waren bereits auf der Strecke, ich bin mit den 120 kg-Brocken gestarte, die sich einen gemütlichen Tag gemacht haben (Picknick!) So weit, so gut.

Ich mache mich also so klein wie möglich, 53/14 rein und losgeknattert! Minute um Minute, Kilometer um Kilometer, und immer sehe ich vor mir eine endlose Reihe Radfahrer, an der ich vorbeifahre. Wie war das mit dem Physik-Unterricht in der Schule? Energie kann nicht vernichtet werden?  Relative Geschwindigkeit? Ich überhole und überhole, erreiche aber die Spitze nicht. Wird der Abstand größer oder kleiner? Bei der ersten längeren Abfahrt, runter nach Augsdorf, bin ich an der Spitze dran - nach 18 Minuten! Ich bin ziemlich außer Atem, brauche noch mal 10 Minuten, um ich in dem Haufen von knapp 200 Fahrern durchzwurschteln und in die Top-30 zu setzen. Ist das vielleicht ein Tag heute! Die Sonne kommt raus, es wird wärmer und heißer, meine Trinkflasche beginnt sich zu leeren.

Anstieg Wernberg. Ich fahre schon ganz vorne, in den Top-10, es wird ein horrendes Tempo angeschlagen, die Tachonadel fällt den ganzen Anstieg hoch kein einziges Mal unter die 30 km/h! Dann eine atemberaubend schnelle Abfahrt in die Ortschaft Wernberg runter, wir sind gut 100 Mann, die unten gechlossen ankommen. Nach Landskron umrunden wir den Ossiacher See, immer mit einem Tempo von 42 bis 45 km/h - für einen Marathon ungewöhnlich schnell! Ich fühle mich nicht besonders, genaugenommen fühle ich mich von Kilometer zu kilometer schlechter und mieser. Keine Form, vom Tempo überfordert, die kaum nennenswerten Steigungen saugen die letzte Energie aus den Beinen, die Hitze, die Distanz und überhaupt...

Ich muß mich ganz gewaltig motivieren, um weiterzufahren und hinzuhalten, Kilometer um Kilometer. Dann sind wir wieder am Wernberg, bei der Rückfahrt fahren wir die leichtere Seite, aber bei Tempo 32 ist die auch noch sehr selektiv. Der Haufen zieht sich in die Länge, ich gebe alles, was noch in mir ist, bleibe dran.

Dann sind wir am Wörthersee-Südufer, ich erfange mich wieder etwas, als mit einem Male vier Mann wegfahren. Ich kriege das gar nicht mit, erst als sie schon ganz weit vorne sind, als im Feld dann die Verfolgung beginnt. Jetzt wird wieder hohes Tempo gefahren, ich muß mich wieder konzentrieren. Die Spitze vorne zerfällt, und bei der kleinen Steigung in maria Wörth holen wir die Fahrer einzeln wieder zurück. Ich habe mich vorsichtshalber glech ganz vorne positioniert, um nur ja nicht aus der Gruppe rauszufallen, ich bleibe dran und komme ganz gut über diese STeigung (die ist eigentlich so harmlos, daß sie das Wort "Steigung" ja gar nicht verdient - es sind viellicht, wenn´s hochkommt, 20 bis 30 Höhenmeter!) Dann erwacht langsam wieder der Wettkampfinstinkt in mir, ich reihe mich vorne ein, ich fühle mich auch wieder besser, und zwar mit jedem Kilometer. Seltsam, ich fühle mich auf einmal wieder frisch und agil, kann mich hervorragend konzentrieren.

Ein Mann bleibt vorne, den holen wir nicht und nicht zurück, der liegt auch in Viktring noch deutlich vorne. Egal, die anderen sind geschluckt, und jetzt geht es die Steigug rauf nach Keutschach. Jetzt ist doppelte Konzentration gefragt. Erste STeilstufe, eine wilde Fetzerei beginnt, dasFeld zieht sich in die Länge und zerreißt auch sofort in mehrere kleine Gruppen. Ich lasse sofort abreißen, nur ja nicht um jeden Preis da mithalten wollen. Und siehe da, kaum sind sie über die Kuppe, bleiben sie sowieso wieder alle stecken, und etwa 50 Meter später bin ich wieder dran. Noch sind wir etwa 70 bis 80 Mann, ich fahre sofort ganz nach vor, komme gerade recht zur nächsten Steigung, und wieder geht´s mit vollemn Tempo drüber. Volles Tempo heißt bei mir in diesem Fall 53/21 und hohe Frequenz. Und daß ich diese hohe Frequenz sitzend treten kann, zeig mir, daß ich wirklich völlig frisch bin. Ich schaffe es auch, keinen enzigen Meter preiszugeben. Das nächste Flachstück wird weiter schnell gefahren, wir sind kaum mehr 50  Mann. Jetzt steht der letzte Anstieg vor keutschach bevor, der längste. Aber auch der wird so schnell gefahren, daß wieder das halew Feld zurückfällt, ich bleibe dran, sogar ganz vorne.

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Der Solosieger: Andreas Ploner aus Bruneck

Immer wieder reißen Löcher in der Einserreihe, Gottseidank hinter mir, dann sind wir auf der letzten Kuppe, jetzt geht es runter in die Mulde, auf der Keutschacher Umfahrungsstraße, im Höllentempo, als ich kurz mal auf meinen Tacho schaue, sehe ich dort 72 km/h (!),aber es kommt niemand mehr weg. Ist auch gut so, ich habe völlig die Übersicht verloren, wer da aus meiner Altersklasse vor mir oder hinter mir fährt. Ich orientiere mich ganz nach den vorderen Positionen. Jetzt geht es wieder rauf, hin zur Ortseinfahrt, und dort wartet eine etwa 300 Meter lange Steilpassage mit gut 10 bis 11 %. Dort quälen sie sich alle mit dem großen Blatt drüber, ich fahre mit dem kleinen rauf, mit 39/16, verliere natürlich vele Positionen, aber oben dann macht´s Klick und das große Blatt kommt rein und wirklich, ich habe noch genug Luft und Saft in den Beinen, um wirklich zu beschleunigen. Die anderen scheinen hier auf der Stelle zu treten, ich hole mir alle die verlorenen Positionen wieder zurück. Und mehr noch, ich fahre als Erster meiner Altersklasse über den Zieltrich! Ein wirklich unerwarteter, aber umso willkommener Sieg!

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Der Sprint des Feldes auf der kurzen Distanz: Christian Lechner ist vorne

Ich bin da am oberen Foto noch irgendwo hinter der Kurve, bin aber sehr knapp am Ersten dran, am Christian Lechner, einem ehemaligen A-Fahrer, den ich schon seit 20 Jahren kenne. Der fährt seit einiger Zeit wieder Marathons, und nicht mal so schlecht, sprinten kann er wie eh und je!

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Siegerehrung Altersklasse Senioren II (von links): Erich Kanzian (Gundersheim, Kärnten), Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl), Johann Nadrag (Villacher Bier)

Ergebnisse absolut (108,5 km): 1. Andreas Ploner (Italien, Bruneck) 2:30:12 (Schnitt 41,3 km/h), - 2. Christian Lechner (2rad Chaoten) -1:38, - 2. Bernhard Wöhrer (ASKÖ ARBÖ RC Linz), - 3. Bruno Marinz (ARBÖ Feld/See), - 4. Paul Cudrich (RTR 31 Tirol), - 5. Arnold Stockenreiter (ÖAMTC Hermagor), - 6. Martin Kaswurm (RC aufi & owi), - 7. Diego Contini (Italien, Gorizia Bike 2000), - 8. Mario Luiki (Wien), - 9. Johannes Leeeder (Elichhausen), - 10. Wolfgang Lücht (ARBÖ Sparkasse Neunkirchen), - alle gleiche Zeit, ... weiter: 37. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl), alle gleiche Zeit

Ergebnisse Alterklasse Senioren II: 1. Robert Bartonek (RC UNION UNterguggenberger Wörgl) 2:31:50, - 2. Erich Kanzian (Pro Bike Lienz), - 3. Johann Nadrag (Villacher Bier), - 4. Wolfgang Schabus (ARBÖ Raiffeisen Feld/See), alle gleiche Zeit, - 5. Johannes Klammer (RC Geros Leeb-Balkone Klagenfurt) -1:03, - 6. Gerfried Ilgoutz (RLM Kostels Radshop Grafenstein) -1:11, - 7. Gerhard Franz (Naturfreunde Sierning), - 8. Josef Beck (Radteam Lautner Heizung), - 9. Marjan Skuser (Slowenien), alle gleiche Zeit, - 10. Franci Luztrek (Slowenien) -1:38

 

Samstag, 5. Juli 2008: Straßenrennen in Lindegg, zugleich Weizer Straßenmeisterschaft, 68,4 km

Strecke: Lindegg - Loimeth - Jobst - Lindegg, 9 Runden á 7,6 km = 68,4 km, Start 14 Uhr, Vorgabe C/D-Fahrer 7:21 Minuten, B-Fahrer 3:09 Minuten

Wetter: leicht bewölkt, heiß, mäßiger NW-Wind, 28°

Rennverlauf: Zusammen mit 11 A-Fahrern nehme ich bei heißem Wetter das Rennen auf, der schwierige, weil sehr hügelige Rundkurs wird heuer 9mal absolviert. Die erste Runde ist schon mal ziemlich schwer, ich tue mir schwer mit dem Tempo, aber danach habe ich mich daran gewöhnt und die vielen Geländeübergänge gehen auch besser. Der wohl steilste Anstieg, gleich nach dem Start, ist aber auch der leichteste, weil kürzeste. Die gerade mal gut 200 Meter schafft man beinahe schon mit dem Schwung. Viel schwerer ist da schon der Anstieg in Jobst, nicht ganz so stiel, aber eine heimtückische Kuppe, die sehr, sehr lang ist, und dann der lange, immer wieder abgesetzte Zielanstieg nach Lindegg, der eigentlich genaugenommen auch nur aus einer dreiviertelkilometerlangen Kuppe besteht. Naja, tut halt weh, wenn man schnell drüberfährt. Und genau das ist dann auch passiert.

In der dritten Runde holen wir die ersten Fahrer ein, kurz vor Loimeth fährt dann Krebs Peter weg schließt alleine zu den noch vorne fahrenden B-Fahrern auf,  in der vierten Runde werden die restlichen Vorgaben aufgeholt und abermals setzt sich ein Vychodil-Fahrer ab, und in der fünften Runde versucht es zunächst Wabnegg beim Zielanstieg, und kurz vor der Ziellinie lasse ich dort dann die Beine hängen. Warum? Keine Ahnung, ich war mit den Gedanken wohl nicht sonderlich auf das Rennen konzentriert. Die vielen Vychodil-Fahrer, wo immer ich hingeschaut habe, habe ich einen gesehen, tun sich natürlich relativ leicht, ihre Leute nach und nach vorne wegfahren zu lassen, um so am Ende eine Vychodil-Spitze im Vychodil-Rennen zu bilden. Wäre vielleicht ein neuer Name für das Rennen: Vychodil-Straßenpreis.

Ich fahre die restlichen vier Runden alleine, und bin da schneller als alle hinter mir liegenden Fahrer, denn der Abstand wird gleichmäßig größer. Dabei fahre ich nicht mal voll. Ich denke nämlich schon an das Bergrennen morgen, und da das Ergebnis jetzt ohnehin schon feststeht, wozu soll ich da noch wie ein Vieh hinhalten? Außerdem fühle ich mich auch nicht besonders gut, ich habe den obligaten Sommer-Hänger. Hoffentlich geht er über Nacht wieder vorbei - naja, ist wohl Wunschdenken. Hat sich aber in den letzten Rennen schon abgezeichnet, die Ergebnisse haben nur etwas getäuscht. Ist ja auch nicht logisch, wenn man zum Beispiel ein Rennen gewinnt, zu jammern, daß die Form flöten geht. (z.B. vorige Woche in Keutschach!) Aber ich spür´s, die Leichtigkeit ist weg, alles geht schwer, ich muß mich plagen, kann natürlich mit Routine einiges ausgleichen, aber nicht alles. Naja, habe ja auch schon Erfahrung damit, ist ja beinahe jedes Jahr dasselbe.

Ergebnisse: 1. Peter Krebs 1:40:30 (Siegerschnitt 40,7 km/h), - 2. Daniel Wabnegg -0:24, - 3. Michael Schwarzäugl -0:25, - 4. Alfred Platzer -0:50, - 5. Robert Rothschedl (alle Vredestein Radsport-Vychodil Graz) -0:51, - 6. Friedrich Pöltl (ARBÖ Kindberg), gleiche Zeit, - 7. Daniel Auer -2:43, - 8. Rudolf Binder (ÖAMTC Zweirad-Neffe FC Donald St.Ruprecht/Raab) -5:02, - 9. Zippl -5:35, - 10. Andreas Wünscher (Vredestein Radsport-Vychodil Graz) -5:39, - weiters: 16. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -9:26

 

Sonntag, 6. Juli 2008: Bergrennen Eibiswald/Aibl - St.Lorenzen, 7,2 km

Stecke: Aibl/Eibiswald - St.Lorenzen, 7,2 km, Start 10 Uhr

Wetter: sehr heiß, sonnig, windstill, 31°

Rennverlauf: In den beiden letzten Jahren war ich hier jeweils Dritter, die Erwartungen sind dementsprechend. Zur gleichen Zeit (meine Klasse startet um 14 Uhr) findet aber auch das Bergrennen Wildbach-Freiland statt (nur ein paar Kilometer weiter), daher hoffe ich auf eine etwas schwächere Besetzung. Am Start bin ich um eine Hoffnung ärmer: die Besetzung ist besser als je, vor allem mehr Slowenen sind am Start. Und da die alle klein und dünn sind, nehme ich mal an, daß sie am Berg nicht die Schwächsten sind. Schon beim Aufwärmen merke ich, daß heute nicht mein Tag ist. Die Beine sind schwer (von gestern???) und ich streiche mal in Gedanken schon meinen ursprünglichen Plan, nach dem Rennen gleich weiter nach Wildbach zum nächsten Start zu fahren. Die Atmung haut auch nicht hin, ich kriege kaum Luft (die Hitze???).

Gleich nach dem Start wartet das steilste Stück, knapp 2 km lang, und da wird eigentlich schon das Klassement gemacht, im großen und ganzen. Hier, wo ich immer mit 39/24 gefahren bin, brauche ich heute 39/25, und das ist noch viel zu hart, ich kriege die Beine kaum rum. Immer weiter falle ich zurück, Fahrer um Fahrer überholen mich, teilweise fetzen die richtig vorbei. Ich keuche und röchle wie ein Lungenkranker, und werde doch immer langsamer. Erst nach dem Steilstück kann ich mich einigermaßen fangen, ich mache ein paar Plätze gut. Dennoch, ich liege so weit hinten, daß die paar Ränge das Kraut auch nicht mehr fett machen. Die Abstände nach vorne werden rasch immer größer, und bald sind meine Optionen auch klar: das bestmögliche Ergebnis wäre, den einen Typen einzuholen, der ein paar hundert Meter vor mir fährt, und zwar genau gleich schnell wie ich. Die Beine sind wirklich leer, ich brauche die gesamte Strecke immer einen oder gar zwei Zähne mehr als in den beiden vorigen Jahren.

Ein furchtbarer Krammpf, das ganze Rennen. Ich quäle mich (im wahrsten Sinn des Wortes) die restlichen Kilometer hoch, hole den Typen ein, fahre an ihm vorbei, er fällt langsam zurück. Ich erreiche die 1000-m-Marke, und dort, wo es in den vergangenen beiden Jahren jeweils etwas flacher geworden ist, wird es diesmal steiler. Die letzten 400 Meter sind flach, und da sprintet auf einmal der Abgehängt wieder vorbei. Ich kann nicht mehr reagieren, rolle hinter ihm ins Ziel. Ist einer aus den jüngeren Kategorien, Gottseidank. Das Ergebnis ist ernüchternd: ich bin ZWEI MINUTEN langsamer als im Vorjahr!!! Von der Plazierung will ich gar nicht reden, da breite ich lieber den Mantel des Schweigens drüber.

Die Tagesbestzeit fährt Marko Osonkar (SLO) mit 22:45 Minuten. Von den 52 Gestarteten sind 32 schneller als ich! In der nächstälteren Klasse, in der ich ab dem nächsten Jahr starte, hätte ich mit meiner Zeit den 3. Rang belegt! Jammern hilft nichts, die Fahrtzeit war indiskutabel, da hilft kein Rumgerede. Die Form ist einfach weg, und daran führt kein Weg vorbei.

Ergebnisse Herren III: 1. Erwin Dietrich 23:29, - 2. Florian Ber -0:56, - 3. Brane Skoberne (SLO) -3:20, - 4. Karl Kraßnitzer -3:49, - 5. Martin Gallaun -4:55, - 6. Siegfried Wulz -5:39, - 7. Peter Neuhold -5:59 - 8. Christian Krottmaier -6:01, - 9. Hinko Gricnik (SLO) -6:52, - 10. Peter Majhen -7:08, - 11. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -7:56

 

Samstag, 12. Juli 2008: Ausscheidungsrennen in Melk

Strecke: Wachau-Ring in Melk, 1 Runde = 960 Meter, 5 Höhenmeter pro Runde, Start 14.21 Uhr

Wetter: heiß, leicht bewölkt, W-Wind, 29°

Rennverlauf: Schon wieder geht alles drunter und drüber, ich bin nicht mit den Klassen 3/4 im zweiten Start um 14.55 Uhr, sondern wir starten um 14.21 Uhr, und zwar gleich die Klassen 1-4 zusammen. Der Modus: die ersten 5 Runden werden ohne Wertung abgespult, dann wird der jeweils Letzte rausgenommen. Die Runde taugt mir, nicht allzu kurz, und vor allem kein einziges Eck, alle Kurven sind voll zu fahren. Und gleich nach den 5 Runden zieht das Tempo an, die lei8chte Steigung zum Ziel rauf wird voll gefahren, aber ich bin ziemlich sicher mitten im Haufen drin, keine Gefahr, auszuscheiden. Es erwischt Michael Köbe vom ARBÖ-Koller-Cyclingteam. In der nächsten Runde ist dann Harald Fahrafellner dran, dann ist Heinz Heimhilcher an der Reihe, dann folgt Karl Tomitz. Ich fahre die Sprints zum Ziel rauf immer so weit vorne wie möglich, und vor allem außen, rechts oder links, meist links. Juan Santos ist der nächste dann hat Anton Bollwein Defekt und verschafft uns eine Runde Atempause. Aber dann geht´s Schlag auf Schlag: zunächst ist Erwin Zierler (ARBÖ Kollar Cyclingteam) ausgeschieden, und dann der folgenschwere Fehler von mir, ich bleibe in der Mitte des Pulks während der Zielanfahrt, werde dort eingezwickt, kann recht sund links nicht mehr raus, vorne ist sowieso alles blockiert, und ich muß sogar BREMSEN (!!), um nicht das Hinterrad meines Vordermannes zu touchieren! Leider kommt es, wie es kommen muß, ich bin der Letzte, ich scheide aus. Macht immerhin Platz 5.

Szene aus dem Ausscheidungsrennen, ich vorne links außen, neben mir Juan Santos

Es war das erste Ausscheidungsrennen, das ich gefahren bin. Ist ja eigentlich auch ein Bahnbewerb, und dort bin ich nie gefahren. Mir fehlt also die Routine und das Handling für diesen Bewerb völlig. Den allergrößten Fehler, den man machen kann, habe ich gemacht: mich in der Mitte der Gruppe einsperren zu lassen! Wichtigstes Gebot: IMMER AUSSEN FAHREN! Nur da ist man frei, hat eine freie Sprintlinie vor sich. Habe fürs nächste Mal gelernt. Bin also 13 Runden gefahren (= 12,5 km, 65 Höhenmeter).

Die drei Erstplazierten beim Ausscheidungsrennen der Klasse Master 3 (von links): Günther Nutz (2.), Sieger Herbert Habacher, Engelbert Dienstbier (3.)

In der Ginner-Cup-Gesamtwertung habe ich etwas an Boden verloren. Der Vorsprung auf Günther Nutz beträgt nur mehr 5 Punkte, und das letzte Rennen ist das Kriterium in Trumau. Knapp wird es auf alle Fälle werden, denn das ist sein Heimrennen und der bessere Sprinter ist er sowieso. Gratulation aber an meine beiden Klubkollegen Hans und Siegfried, die - wieder einmal - am Wachauring einen Doppelsieg in der Klasse Master 6 gelandet haben! Und der Hans braucht in Trumau nur ins Ziel kommen und hat im Ginner-Cup einen Stockerlplatz sicher!

Ergebnisse Master 3: 1. Herbert Habacher (ARBÖ Kollar Cyclingteam Stattersdorf), - 2. Günther Nutz (RC ARBÖ Trumau), - 3. Engelbert Dienstbier (ARBÖ KSV Wienstrom), - 4. Rudolf Hansl (ARBÖ Imcom 24 Vredestein Wien), - 5. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl), - 6. Heinz Heimhilcher (RC Ginner Schnecke Wien)

Zwischenstand Ginner-Cup Master 3: 1. Herbert Habacher (ARBÖ Kollar Cyclingteam Stattersdorf) 243 Punkte, - 2. Jens Mateyka (RC Schnecke) 144, - 3. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) 128, - 4. Günther Nutz (RCARBÖ Trumau) 123, - 5. Herbert Ebermann (PSV Giga-Sport Wien) 107, - 6. Erich del Pozo (ARBÖ Kollarteam Stattersdorf) 105, - 7. Rudolf Hansl (ARBÖ Imcom 24 Vredestein Wen) 101

 

Sonntag, 20. Juli 2008: Wachau-Radmarathon in Mautern, zugleich Österreichische Marathon-Meisterschaft, 161,5 km

Strecke: Mautern - Loiben - Dürnstein - Weißenkirchen - Seiberer - Groß-Heinrichschlag - Els - Gillaus - Albrechtsberg - Scheutz - Lichtenau - Allentsgschwendt - Grainbrunn - Lugendorf - Grafenschlag - Gottfritz - Dietmanns - Spielberg - Traunstein - Stein - Dorfstadt - Lichteck - Saggraben - Bärenkopf - Gutenbrunn - Ulrichschlag - Dörfles - Laimbach - Grünbach - Pöggstall - Streitwiesen - Weiten - Eitenthal - Leiben - Weitenegg - Emmersdorf - Schönbühel - Aggsbach - Maria Langegg - Geyersberg - Schenkenbrunn - Bergern - Oberbergern - Mautern, 161,5 km, 2375 Höhenmeter, Start 9.05 Uhr

Streckenskizze (Bildquelle: Veranstalter)

Wetter: bedeckt, tiefe, dunkle Regenwolken, starker N- bis NW-Wind, 22° C

Rennverlauf: Großes Starterfeld von ca. 360 Startern, anfangs das übliche große Gedränge, eng auf eng, da ist mit Händen und Füßen geschoben, gezogen, gedrückt und gestoßen worden. Alles, was ich so heiß liebe. Mein Plan, ganz vorne den Seiberer zu erreichen, ist natürlich nicht aufgegangen, ich bin ständig abgedrängt worden und immer weiter zurückgefallen. Als wir Weißenkirchen erreicht haben, war ich nicht mehr unter den ersten 100, aber auch nicht abgerissen. Der Seiberer, der schwerste Berg und auch der längste, hat ganz moderat begonnen. Sanfte Steigung, aber hohes Tempo, und da habe ich gleich wieder massenweise Positionen verloren. Erst nach ca. 2 km Steigung habe ich meinen Platz halbwegs halten können, danach waren auch schon die ersten Löcher da, die immer größer und zahlreicher geworden sind. Nach und nach bin nach vorne gefahren, habe einzelne Fahrer und kleine Gruppen überholt, darunter auch die Frauen, die bis dahin alle noch vor mir waren, Monika Schachl, die österreichische Straßenmeisterin, die anderen Elk-Fahrerinnen, und bald schon war ich in einer kleinen Gruppe mit Rudi Hansl, diese Gruppe ist dann auf den letzten 3 km etwas zerfallen, am Ende aber wieder zusammengekommen, weil ich das Tempo forciert habe. Über die Kuppe bin ich gleich nach vorne gefahren, so gut es gegangen ist, und nach wenigen Kilometern waren wir 5 Mann, gleich darauf 9, dann 11 Mann.

 

Am Start in Mautern

Es hat ja keine Abfahrt gegeben, es ist hügelig und wellig weitergegangen, bis Albrechtsberg Bis dahin ist enorm Tempo gefahren worden, in meiner Gruppe waren auch zwei Frauen, u.a. Karin Ruso. Die ständigen Anstiege haben ziemlich Kraft und Substanz gekostet. Dennoch ist die Gruppe zusammengeblieben, obwohl schnell gefahren wurde, niemand hat sich vor der Führung gedrückt, einige haben halt kürzer genommen.

Noch ein Wort zu den Übersetzungen: den Seiberer bin ich mit 39/19 ganz am Anfang gefahren, dann meist mit 21, nur die ganz steilen Passagen mit 23.

   

Anstieg zum Seiberer

Danach ist es hügelig weitergegangen, und es hat nicht lange gedauert, bis wir eine große Gruppe vor uns gesehen haben, mindestens 60 Mann. Das war die erste große Gruppe, davor sind nur die 9 Spitzenreiter mit den Elk-Fahrern Rohregger, Trampusch und Eibegger gefahren. Kaum in Sichtweite, ist das Tempo noch mehr angezogen worden, aber auf dem hügeligen Gelände war es noch ein sehr weiter und langer Weg, da näherzukommen. Und immer wieder dazwischen giftige Steigungen, kurz, aber sehr steil, mußte da immer mit 39/21 und 23 fahren. Die Gruppe hat sich da immer in die Länge gezogen, ist aber beisammen geblieben. Von hinten ist auch niemand mehr gekommen, vorne sind wir der großen Gruppe ganz langsam nähergerückt.

 

Die vielen Anstiege sind kräfteraubend und vor allem steil.

Ein paar Steigungen waren noch bis zu Halbzeit, die sich gewaschen haben, selektiv, steil, keine Frage. Und die sind enorm an die Substanz gegangen. Ich habe dauernd gegessen und getrunken, um nur ja keine Schwäche zu riskieren. Der ebenfalls sehr starke Wind, der übrigens überall angegriffen hat, war auch sehr störend. Ich konnte fahren wo auch immer, rechts, links, am Hinterrad, ich bin prinzipiell immer im Wind gestanden. Auch ein Faktor, der Kraft geraubt hat. Dann ist die Phase gekommen, wo die Gruppe in den Anstiegen auseinandergebrochen ist. Das war jetzt schwierig, weil ich mich da immer besonders nach vorne orientieren mußte, weil die schnelleren Kletterer an jedem Anstieg andere waren. Ich habe mich immer meist ganz hinten aufgehalten, habe kaum geführt, bin immer nur am Hinterrad gerollt, habe einen mitleiderweckenden Eindruck gemacht, damit nur ja niemand auf die Idee kommt, mich zur Führung aufzufordern.

  

Das ist eigentlich sehr lange gutgegangen, erstaunlich lange. Ich habe mich über alle Berge und Steigungen drübergerettet, teilweise bin ich sogar ganz vorne gefahren, einige Anstiege sind mir gelegen, die waren flach und gleichmäßig (ca 6-8 %), andere waren unverschämt steil, wie etwa der Saggraben und der Bärenkopf (13-15 %), die beiden bin ich mit 39/25 gefahren, die anderen mit 21 und 23. Wichtig war auch, alle Steigungen immer sofort mit dem kleinen Blatt zu fahren, nicht das große Blatt drüberwuchten und drücken.

Je länger dre Bewerb gedauert hat, desto mehr ist mir die Anstrengung an die Substanz gegangen. Trotz Essen und Trinken sind die Reserven irgendwann aufgebraucht gewesen. Die ersten Anzeichen gab es bei der langen Abfahrt runter zur Donau. Da wurde hohes Tempo gefahren, meist über 50 km/h, manchmal aber auch ganz langsam, und diese Tempo- und Rhythmuswechsel sind mir an die Nieren gegangen. Dazu kam, daß ein paarmal die Gruppe zerfallen ist, niemand nachgefahren ist, und ich wieder das Loch zufahren mußte. Ist ja normalerweise kein Problem, aber wenn ich ohnehin schon aus dem letzten Loch pfeife, vielleicht nicht das Gescheiteste.

  

Kurz bevor wir die Donau erreicht haben, war die Gruppe wieder mal geteilt, die Karin Ruso war bei mir hinten und ganz nervös, weil die anderen vorne gefahren ist. Unterstützung hatte sie keine, also hat sie selber genommen. War aber ziemlich vergeblich, denn vorne sind 6 Mann eingereiht gefahren, hinten sie alleine. Da hat sie mir fast leid getan, war ja aussichtslos. Hat sie auch Überwindung gekostet, sich umzudrehen und uns aufzufordern, auf einmal ordentlich zu fahren. Reagiert hat aber keiner. Eine Zeitlang war das an der Kippe, dann habe ich gespürt, daß jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, und hab dann ziemlich energisch das etwa 150-m-Loch zugefahren. Leidre meine letzte aktive Aktion in diesem Rennen.

Dann war die Donau erreicht, die Brücke rüber auf die Süduferstraße war ein Problem. Ich habe nämlich nicht gewußt, daß wir hier noch, in der schönen Wachau, den Glockner überwinden sollen. Ein fürchterlicher Anstieg von hochalpinen Ausmaßen. Erst als wir drüben waren, habe ich gemerkt, daß das eigentlich nur eine bessere Autobahnüberfahrt war. Aber jetzt war der Verfall nicht mehr aufzuhalten. Kurz vor Schönbühel war da ein kleiner Hügel, eigentlich nicht viel mehr eine Bodenwelle, aber da sind mir dann die Beine völlig verkrampft, alles bestand nur mehr aus Krämpfen, und ich bin da mit 39/25 diese 2%ige Steigung hochgewurschtelt. Natürlich abgerissen, und dann alleine weitergefahren. Kurz vor Aggsbach war dann die nächste große Gruppe da, mit den Frauen, mit Brigitte Krebs, der Staatsmeisterin Monika Schachl und den restlichen Elk-Fahrerinnen, und mit Peter Schwab war auch ein alter Bekannter dabei. Als es links nach Maria Langegg raufgegangen ist, bin ich sofort wieder aus der Gruppe rausgeflogen. Wieder 39/25 diesmal 3 km lang, da sind noch ein paar vereinzelte Fahrer vorbeigeschossen, ich bin mit dem letzten Rest Überlebenswillen raufgekeucht. Irgendwann war ich dann endlich oben,bei der letzten Verpflegungsstelle, und dort habe ich mir zum erstenmal was genommen, nämlich eine Flasche Gatorade. Verschluß auf, wollte die Flasche schon gierig ansetzen, da bin ich um die nächste Kurve und statt der vermeintlichen Abfahrt in der nächsten Wand drinnengehängt. Also wieder 39/25, und im Schrittempo, mit 6 bis 7 km/h, auch diesen Hochgebirgspaß rauf. Irgendwann dann Abzweigung, links weg, aber statt runter ging es neuerlich ein ganz schönes Stück berghoch. Zum Trinken bin ich nie gekommen, stehenbleiben konnte ich nicht, denn ich habe gewußt, dann wäre ich nie mehr aufgestiegen. Und als ich am letzten Berg dann obenwar, ist mir die Flasche aus den zittrigen Fingern geflutscht und irgendwo runtergekullert.

Aber irgendwann war ich dann auch unten, endlich im Flachen, di letzten 5 km ins Ziel. Etwa 1,2 km vor dem Zielstrich jagt auf einmal ein Fahrer vorbei, als ob er was gestohlen hätte, geduckt, in perfekter Aeroposition, 53/14, und mit den gut 25 km/h, die ich gefahren bin,  war das nur ein Zischer, dann ist er schon am Horizont verschwunden gewesen. Erst ein paar hundert Meter später habe ich gemerkt, daß da jemand vorbeigefahren ist. Bei etwa 500 m drehe ich mich um, und sehe hinter mir eine ganze Gruppe heransprinten. In der verzweifelten Hoffnung, vielleicht doch noch ein paar Millimeter vorher den Zielstrich zu erreichen, nehme ich alle Quentchen Energie zusammen und beschleunige auf unfaßbare 30 km/h, doch ein paar Meter vor der Linie rauscht natürlich der gesamte Haufen vorbei. Und in diesem Sog zieht es mich mit über den Zielstrich. Geschafft, endlich!! die Tortur hat ein Ende!

Ergebnisse Tageswertung: 1. Thomas Rohregger 4:03:45, - 2. Gerhard Trampusch, gleiche Zeit, - 3. Markus Eibegger (alle RC Elk-Haus Simplon) -4:56, - 4. Arno Kaspret (RC Elk-Haus) -5:19, - 5. Ewald Robeischl (KTM-Mountainbiker.at) - 11:25, - 6. Georg Bohunovsky (KTM-Mountainbiker.at) -17:54, - 7. Josef Stadlbauer (Team Simplon Raiffeisen), - 8. Willi Vorderderfler (ÖAMTC Hrinkow-Bikes Steyr), - 9. Paul Lindner (Bikepalast/Teerag-asdag Porr), alle gleiche Zeit, - 10. Wolfgang Lackner (PSV Giga-Sport Wien) -27:03, - weiters: 148. Robert Bartonek (RC Union Unterguggenberger Wörgl) -1:08:50

Ergebnisse Klassenwertung Master 3/4: 1. Rudi Groß (RC ARBÖ Raiffeisen Feld/See) 4:30:52, - 2. Rudof Atzenhofer (RC Lietz-Sport) -8:47, - 3. Herbert Ebermann (PSV Giga-Sport Wien) -11:39, - 4. Heinz Arnitz (RC Sport-Union Haus/Ennstal) -15:06, -  5. Gerhart Schäbinger (ARBÖ Kollar Cyclingteam Stattersdorf) -15:12, - 6. Norbert Schneider (KTM-Mountainbiker.at) -26:13, - 7. Rudolf Hansl (ARBÖ imcom.24 Vredestein Wien) - -26:16, - 8. Gerhard Graßmugg (Team Raiffeisen) -27:33, - 9. Franz Hergolitsch (Velo Club Simmering) -27:34, - 10. Anton Samhaber (TSV Walding) -27:38, - weiters: 18. Robert Bartonek RC UNION Unterguggenbberger Wörgl) -41:43

Samstag, 26. Juli 2008: Trattberger Stier in Salzburg/Glasenbach, 83,9 km

Strecke: Salzburg/Glasenbach, Park & Ride Parkplatz - Glasenbach - Schwaitl-Alm - Ramsau - Pechau - Hinterwinkl - Wiestal-Stausee - Gaissau - Krispl - Hallein - Gamp - Seeleiten - Stockach - Weißenbach - Torren (Tauern-Radweg) - Golling - Scheffau - Oberscheffau - Lammeröfen - Voglau - Seebach - Wegscheid - Trattberger Alm, Enzianhütte, 83,9 km, 1.890 Höhenmeter, Start 8 Uhr

Wetter: sonnig, heiß, NW-Wind, 27° C

Streckenskizze (Bildquelle: Veranstalter)

Rennverlauf: Start wie bei einem Bergrennen, es geht vom offiziellen Start in Glasenbach weg gleich sehr steil bergauf, die Schwaitlalm ist ca. 2,5 km lang, davon sind die ersten 2 km mit gut 14-16 % Steigungen versehen und so selektiv, daß hier die erste Entscheidung bereits fällt. Ich reiße gleich mal ab, quäle mich dann mit 39/25 hoch, erwische etwa bei Halbdistanz des Anstiegs eine Gruppe, die oben dann an die vordere Gruppe ranfährt. Als wir wenig später nach einer kurzen und sehr flachen Abfahrt auf der Wiestal-Landesstraße sind, ist unsere Gruppe ca. 30 Mann stark. Damit sind wir die größte Gruppe im Rennen, sozusagen das Hauptfeld. Vorne ist eine kleinere Gruppe mit den Favoriten, mit dem Vorjahrssieger Paul Lindner. Aber auch in meiner Gruppe wird ordentlich Tempo gemacht. Besonders von der Abzweigung nach Gaissau weg steigt die Straße ständig und deutlich an, immer so zwischen 2 und 6 %, und da wird ordentlich aufs Tempo gedrückt. Wir holen noch ein paar Fahrer ein, die von vorne zurückgefallen sind, dann wartet schon die nächste Selektion, der 3 km lange Anstieg nach Krispl.

Start in Glasenbach bei Salzburg, vorne mit der Nummer 1 der Vorjahrssieger Paul Lindner

Mit 39/23 fahre ich diesen Anstieg, ich fahre ganz vorne in meiner Gruppe und kann mich sehr lange halten, zwar am Anschlag, aber ich kann sogar die Position halten, an der Spitze der Gruppe, immer unter den ersten 5 bis 7 Fahrern. Sicher, es wird gleichmäßig gefahren, aber doch ziemlich schnell. Länger hätte der Anstieg nicht sein dürfen, die Gruppe ist oben in Krispl ziemlich zerbrochen, wir sind knapp 10 Mann, der Rest ist etwas abgeschlagen. In der sauschnellen Abfahrt runter nach Hallein kommt aber wieder alles zusammen, oder vielmehr fast alles, ein paar fehlen natürlich.

Jetzt kommt die Sonne raus, es wird immer wärmer, und das Tempo immer höher. Kurz hinter Hallein biegen wir auf den Tauern-Radweg ab, und der ist auch wieder sehr, sehr selektiv. Schmal, unübersichtlich, dauernd rauf und runter, da sind ganz schlimme Brocken drin, STeigungen bis zu 12 % und 400 Metern Länge. In Golling geht es wieder auf die Hauptstraße raus, und rauf, die Steigung Lammeröfen bis Voglau bietet den ersten Vorgeschmack auf den Zielanstieg. Ich muß da ganz schön hinhalten, ich trinke fleißig, merke aber doch, daß die Reserven langsam aber sicher zur Neige gehen. Immer wieder lassen ein paar Fahrer Löcher, die ich zufahren muß, und wenn ich das auch gleich mache, es kostet Substanz.

Paul Lindner Abzweigung Voglau

In Voglau geht es von der Hauptstraße weg, und jetzt sind wir im richtigen Zielanstieg. Das sieht man, indem es sofort mit 12-14 % den Berg hochgeht, inzwischen brennt die Sonne ganz schön kräftig runter. Ich probiere gar nicht, mit dem allerletzten Dreck mitzuhalten, ich reiße gleich ab. Aber nicht nur ich, die ganze Gruppe fällt hier innerhalb von eineinhalb Kilometern völlig auseinander. Die letzten 25 km hinauf zur Trattberger Alm habne begonnen. Die entscheidenden 25 km. Ich reiße also ab, bin alleine, ein paar wenige sind vor mir auch schon abgerissen. Zwischenstand des Rennens bei dre Kontrollstelle in Voglau: die Gruppe mit Paul Lindner führt, sieben Mann stark, knapp dahinter ein einzelner Verfolger, die nächste größere Verfolgergruppe liegt hier bereits 5 Minuten zurück, das sind 16 Mann, dann folgen 3 Mann mit 6 Minuten, zwei Mann mit 7 Minuten, einer mit 8 Minuten, dann meine Gruppe, 18 Mann, mit 9 Minuten Rückstand. Es geht in meiner Gruppe also um den 31. Platz der Tageswertung.

Rehrl und Lindner kämpfen sich die Trattberger Alm hinauf

Nach dem ersten Steilstück wird es flacher, beinahe eben, und so geht es Kilometer um Kilometer dahin. Ich weiß ja, was im Finale noch kommt, ich fahre also nicht voll, sondern eben nur zügig, habe dann aber bald zwei Fahrer vor mir auf Sichtweite, doch nstatt die irgendwann mal einzuholen, überhole ich insgesamt drei andere, alleine jeweils, an die beiden komme ich zwar näher heran, hole sie aber nicht ein. Dann geht es wieder steil den Berg hoch, die Gedanken schweifen ab, konzentrieren sich darauf, selbst möglichst gleichmäßig zu fahren. Irgendwann erreichen wir den Grubachwirt, wieder ein paar Kilometer geschafft, es geht wieder flacher dahin, manchmal sogar leicht bergab. Ist zwar eine willkommene Abwechslung in der Anstrengung, aber es bricht halt auch völlig den Rhythmus, soferne in dem Stadium überhaupt noch einer vorhanden ist. Ich trinke viel, zwar immer nur kleine Schlucke, aber eben andauernd, um nur ja in der Leistung nicht abzufallen. Und da ist das flache Gelände prädestiniert dafür. Ich fahre da viel mit dem großen Blatt, meist 53/19 und 21, achte auf das Tempo, trinke, versuche, ein paar Fahrer einzuholen, denn auf den langen Geraden sehe ich immer wieder welche weit vor mir. Aber da kommt man halt auch nicht so schnell näher. Die fahren ja auch, was sie können.

Zielankunft des Siegers Paul Lindner

Dann ist es endlich so weit, ich komme näher an die beiden heran, die ich seit Voglau verfolge, ein kurzes Steilstück rauf nach Wegscheid, so an die 14 %, dort ist die letzte Verpflegungsstelle, ich nehme, was man mir entgegenhält, ist aber leider nur ein Pappbecher, der ziemlich leer ist. Hätte ich mir ja denken können. Ich leere mir den dürftigen Inhalt über den Kopf, das erfrischt wenigstens für ein paar Sekunden. Dann geht es bergab, rechts weg, rein in dichten Wald, und schon steigt die Straße wieder, 5 bis 8 %, relativ flach, aber mir kommt das schon ziemlich steil vor. Also wieder 39/21, gleich darauf 23, ich kurble, was das Zeug hält, habe hier meine beste Zeit, ich fahre ziemlich schnell an die beiden ran und auch gleich vorbei. Einer der beiden hängt sich an, ist aber einen Kilometer später schon wieder abgerissen. Bei der Gelegenheit sind auch gleich ein paar einzelne verstreute Fahrer fällig, die verloren herumkrebsen. Dann aber ist es Zeit fürs Finale. Es sind nur mehr 7 km, dann 6 km, dann 5 km, das Gelände wird freier, wir sind aus dem Wald wieder draußen, dann geht´s an der Mautstelle vorbei, es sind noch 4,2 km. Klingt nicht viel, aber die haben´s in sich: durchgehend 15 bis 16 %! Ich schaffe mit meinem Rhythmus gerade mal einen knappen halben Kilometer, dann merke ich, daß meine Reserven erschöpft sind. Ich werde immer langsamer, das Tempo fällt auf 10 km/h, dann auf 8, auf 7, schließlich krabble ich mit 5 und 6 km/h im Zickzack nach oben. Die Beine sind leer, die Kraft ist weg, Luft auch keine da, obwohl ich den Mund aufreiße, als ob es ums Überleben ginge. Langsam ändern sich die Dinge wieder von hinten nähern sich ein paar Verfolger. Und wie die mit sicherem, schnellem Tritt vorbeiziehen, sehe ich, daß ich der Langsame bin, daß cih richtiggehend stecke und verende.

Die ersten drei (von links): Gmachl, Lindner, Poschner

Diese letzten 4 km sind eine wahre Höllenqual. Der Puls steigt und steigt, obwohl ich immer langsamer werde. Waren es vorher so zwischen 160 und 165 Schläge, bin ich sehr bald auf über 170, dann auf über 180, manchmal mit ein paar Zuckungen auf 190 bis 194. Ich erfange mich nicht mehr. Für 100 Meter brauche ich eine Minute, einen Kilometer später, bei gleicher Steigung, schon ein paar Minuten. Ich fahre, bzw. krieche wie in Trance dem Gipfel entgegen. Dann endlich ein Zuschauer, der erste, ich presse sofort die wichtigste Frage raus: Wie weit ist es noch?? Hätte ich mir aber sparen können, denn die Antwort bringt mich zum Fluchen: Nicht mehr weit! Naja, selber schuld, wenn man so blöde Fragne stellt. Hätte ich mir die Luft gespart! Ich bleibe stehen, trinke meine Flasche leer, will weiterfahren, muß aber zunächst mal knapp 50 Meter den Berg runterfahren, dann wenden, und mit Schwung wieder rauf. Nach ein paar Minuten bin ich wieder dort, wo ich vorher schon war. SCHEISSE! Alle, die ich zuvor überholt habe, sind längst schon vorbeigefahren.Dann sehe ich zwei Radfahrer, mit MTB´s, die in einer Kehre stehen und mich blöde anglotzen. Also neuerlich die Frage aller Fragen: Wie weit ist es noch?? Die interessante Antwort: Noch 2 Kehren, die hier und die nächste! Naja, also noch eine genaugenommen. Daß davor und danach aber jeweils eine über einen Kilometer lange Gerade warten, das sagen die beiden Vögel nicht!  Der Pulsschlag geht ins Herzflimmern über, ich bin scheinbar schon endlos unterwegs, sicher schon einige Stunden. Der kalte Schweiß ist mir längst ausgebrochen. Wieder eine Fußgängerin, die den Berg runter geht, zügig, dabie viel schneller ist als ich mit dem Rad! Peinlich, sowas! Wieder die Frage, diesmal die Antwort: Noch 2 bis 3 Minuten! Die hat vielleicht eine Ahnung. 10 Minuten später habe ich gerade mal 250 Meter geschafft, ich überlege hunderttausende Male, ob ich nicht umdrehen soll, denBerg wieder runterfahren, aber ich habe meine Gewand im offiziellen Vorausauto, das schon seit Stunden oben wartet. Die Richtung ist also klar: weiter den Berg hoch! Irgendwann ist es geschafft, ich fahre über einen kleinen, dünnen, vergilbten Zielstrich, später ertappe ich mich dabei, wie ich eine gute halbe Stunde oben mitten auf der Straße stehe, etwa 15 Meter hinter dem Ziel, und wie entrückt ins Narrenkastel starre. Leere Gedankenblasen. Wirklich interessant, wie sehr sich ein Mensch quälen kann. Ob Tiere sowas freiwillig tun? Allein beim 25-km-Zielanstieg habe ich auf Lindner 33 Minuten eingebü0t, das meiste davon, sicherlich an die 25 Minuten, auf den letzten 4 km!!! Naja, wenn ihr euch die Ergebnisse anseht, dann fallen einem sofort die gigantischen Zeitabstände auf.

P.S.: Ich mußte danach die Strecke nach Salzburg ja auch noch zurückfahren!

Das ist der Grund, weshalb die Veranstaltung "Trattberger Stier" heißt!!!

Ergebnisse Tageswertung: 1. Paul Lindner (Bikepalast.com/Teerag-asdag-Porr) 2:41:52, - 2. Walter Lehki (RC Laufrad Steyr) -3:29, - 3. Thomas Ramsauer (BSG Bosch-Hallein) -3:53, - 4. Hubert Irrnberger (Palfinger-Palfit) -8:26, - 5. Roland Hütter (RC Wals Siezenheim) -8:36, - 6. Christoph Pichler (RC Wals Siezenheim) -9:00, - 7. Sandro Cramer (BRD, RSV Frucade Rosenheim) -9:26, - 8. Achim Heinze (BRD, ASV Inntal) -10:37, - 9. Raimund Reindl (RC Trumerseen) -12:10, - 10. Lukas Larese (RC Treml-Punsch) -12:42, - weiters: 55. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -42:56

Ergebnisse Altersklasse 45+: 1. Paul Lindner (Bikepalast.com/Teerag-asdag Porr) 2:41:52, - 2. Franz Gmachl (SC Bergheim/Salzburg) -14:19, - 3. Gerhard Poschner (BRD, RSV Freilassing) -21:15, - 4. Edgar Pichler (RC Wals Siezenheim) -24:54, - 5. Erwin Wimmer (Radsport Wagner Salzburg) -26:09, - 6. Johann Schuhegger (BRD, Radsport Petting) -28:16, - 7. Alois Sunkler (Schönau) -34:55, - 8. Leopold Steffl (Hofsport Salzburg) -39:17, - 9. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -42:56, - 10. Peter Schwab (Aktiv-Fit Bergheim/Salzburg) -44:10

Samstag, 2. August 2008: Lavanttaler Assetline-Zeitfahrcup, Einzelbergzeitfahren Framrach - Griffener Berg, 7,5 km 

Strecke: Framrach - Kleiner Griffen - Griffener Berg, Paßhöhe, 7,5 km, Start 15.42 Uhr, Wetter: bedeckt, heiß, schwül, leichter NW-Wind, 27°

 

 Rennverlauf: Ich starte gegen Ende des Starterfeldes, habe mir die Strecke mal vorher mit dem Auto angesehen, bin auch beim Auifwärmen mit dem Rad raufgefahren. Der Anstieg ist relativ flach und gleichmäßig, einzig die letzten 350 Meter sind steil, sind die steilsten des ganzen Rennens überhaupt. Die Steigung davor aber, auch díe Steigung über den "Kleinen Griffener", ist genau richtig für mich, wie auf den Leib geschneidert. Also nehme ich mir vor, die ersten beiden Kilometer eher zurückhaltend anzugehen, den einen Kilometer auf den Kleinen Griffener schon am Anschlag zu fahren, die Abfahrt zur Erholung nutzen und dann die letzten 4 km wieder voll zu fahren. Theorie halt.

Der erste Teil gelingt ganz gut, nicht voll fahren ist bekanntlicherweise ja keine Kunst, das kann halt auch jeder Briefträger. Die vor mir Gestarteten nehmen mir hier Zeit ab, aber das habe ich vorher ja schon gewußt. Über die Kuppe des Kleinen Griffner Berges wuchte ich mich mit 39/19 drüber, das ist mir fast zu schwer, 39/20 wäre besser, aber das habe ich eben nicht dabei. Egal, jetzt kommt die Abfahrt, 53/13, Schwung holen, Tempo machen, dann runterdonnern. Die zweite Hälfte bin ich schon zu schnell, kann da nicht mehr mittreten, lasse es rollen und erhole mich - wenn auch nur ein paar Sekunden. Unten in der Mulde beginnt dann für mich das Rennen eigentlich. Langsam wieder hochschalten, dann kleines Blatt, 39/17, nach etwa einem Kilometer der Steigung kommt ein kürzeres steileres Stück, ich fahre dort mit 39/19 und merke auch gleich, daß die Übergänge mich Schwung = Tempo kosten.

Kaum über diese Kante, fahre ich wieder mit 39/17 und hoher Frequenz. Das ist jetzt die goldrichtige Steigung für mich, die Frequenz ist wirklich hoch, aber ich kann sie sehr gut treten, lasse nicht nach und merke sehr schnell, daß es ausgezeichnet rollt. Hier hole ich die Nummer 95 ein, fahre vorbei, lasse ihn hinter mir. Der hinter mir Gestartete, der mir schon ziemlich nahe gekommen war, fällt hier wieder zurück. Dann ist es relativ einfach: bis zur 500-m-Marke muß ich diese Frequenz halten, koste es, was es wolle. In denke an nichts, nur daran, diese hohe Frequenz zu fahren. Meter um Meter. Das Tempo liegt hier knapp unter 20 km/h, die Steigung bei etwa 6 %.

Dann die letzten 500 Meter. Die Steigung nimmt zu, ich fahre mit 39/19, aber das ist eigentlich auch zu hart. Viel weiter möchte ich aber nicht raufschalten, weil ich mir einbilde, da mit dem letzten Dreck auf Teufel komm raus raufzusprinten. Theorie halt, die Praxis sieht anders aus. Ich merke sofort, daß ich das nicht durchziehen kann, setze mich wieder hin, fahre sitzend mit 39/19, sprinte dann die letzten 100 m, bin kaputt, völlig kaputt, aber mit einer sehr guten Zeit im Ziel.

Ergebnisse, KategorieMänner VI: 1. Johann Hauk (RC Union Volksbank Deutschlandsberg) 19:27 (Schnitt 23,1 km/h), - 2. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -0:09, - 3. Wolfgang Forobosko (ÖAMTC Raiffeisen Althofen) -0:11, - 4. Herbert Fediuk -1:35, - 5. Horst Kurmann (ÖAMTC Raiffeisen Althofen) -2:04, - 6. Ferdinand Kootz (BSG Landesbedienstete) -2:14, - 7. Helmuth Sokoll -2:17, - 8, Peter Fladerer (ARBÖ Raiffeisen Feld/See)-2:36, - 9. Karl Kraus -2:43, - 10. Hans Passegger -2:58

Ergebnisse Zwischenstand Assetline-Zeitfahrcup vor dem letzten Rennen: 1. Forobosko 140 Punkte, - 2. Kootz 105, - 3. Fediuk 100, - 4. Bartonek 90, - 5. Kurmann 72

Sonntag, 3. August 2008: Straßenrennen in Egelsdorf, 81 km

Strecke: Egelsdorf - Egelsdorf-Nord - Prebensdorf - Großpesendorf - Pischelsdorf - Gersdorf - Kroisbach - Großsteinbach - Großhartmannsdorf - Obgrün - Hainersdorf - Riegersdorf - Kalsdorf - Neudorf - Ilz - Nestelbach - Gnies - Sinabelkirchen - Egelsdorf, 2 Runden á 40,5 km = 81 km, Start 9 Uhr

Rennverlauf: Gleich vom Start machen die A-Fahrer Tempo, wir sind insgesamt 15 Fahrer, die Jagd auf die B- und C-Fahrer machen. Da wird ordentlich abgelöst, mustergültig geführt, technisch sauberte Doppelkante gefahren, es ist wirklich eine Freude, in so einer Gruppe zu fahren. Schon kurz nach dem Start die erste Steigung, es geht gleich nach dem Kreisverkehr in Großpesendorf auf das Galgenried hinauf. Lange, relativ flache Steigung, max. 4 bis 5 %, dementsprechend gefährlich ist das aber, denn da wird hart gefahren und vor allem schnell. Da darf man einfach kein Loch lassen. Mit gut 40 km/h wird in die Steigung reingeblasen, wesentlich langsamer wird es eigentlich nicht. Sofort ist die Einserreihe da, vorne wird natürlich schnell weitergefahren, jetzt heißt´s wirklich aufpassen.  Es geht aus dem Wald raus, da kommt noch die hundsgemeine, weil sehr lange Kuppe, und richtig, der Wünscher Andy läßt das Loch, ich warte ein paar Sekunden, ob er´s wieder zufahren kann, aber er fängt ganz laut zu schreien und zu schimpfen an, und als er kurz Luft holt, sage ich ihm, er solle lieber wieder das Loch zufahren. Verzweifelte, aber einleuchtende Antwort: "Wie denn???" Ich muß ihn mit der Hand sachte beiseiteschieben und fahre das ungefähr 20 Meter große Loch zu. Währenddessen höre ich ihn immer lauter hinter mir schreien, bis ich dann irgendwann hinter der Kuppe nichts mehr höre. Ist er endgültig weg oder hat er keine Luft mehr? Die Antwort kommt kurz nach Pischelsdorf, als er wieder da ist. Naja,der Rest der Runde vergeht damit, daß wir die mit Vorgabe gestarteten Fahrer nach und nach einholen. Immer dabei hohes Tempo, wir fahren die erste Runde in gut 50 Minuten.

Entscheidender Anstieg in der zweiten Runde am Galgenried. Die Vychodil-Fahrer reihen sich nach dem Kreisverkehr in Großpesendorf vorne ein, und ich ahne schon, was dann kommt, kann aber trotzdem nichts dagegen machen. Volle Attacke am Anstieg, die Gruppe bricht natürlich sofort auseinander, die Vychodil-Fahrer sind vorne, dazu Kleinhappl, Ertl, Handler und Adler, der Rest ist hinten bei mir. Das Loch geht schnell auf, wird größer, dann sprintet mit dem letzten Rest von Verzweiflung noch der Taucher Hans vorbei, fährt aber nur mehr in das Loch hinein, kommt nicht mehr vorne ran. Fällt wieder zurück. Und das war´s auch schon, das Rennen ist hiermit gelaufen. Vorne sind sie sich einig und fahren hohes Tempo, während hinten von den restlichen Vychodil-Fahrern Krebs, Kohlhauser und Wünscher abgestellt wird. Anfangs will Taucher das nicht wahrhaben, führt kilometerlang, aber da er keinerlei Unterstützung bekommt, läßt er es wieder sein und reiht sich brav hinten ein.

Bis ins Ziel fahren die Spitzenreiter 3 Minuten Vorsprung heraus. Dahinter wird gleichmäßig gefahren, und nach einer relativ langen Phase, in der ich ziemlich müde und matschig in der Birne war (aus Langeweile stumpft man ja schnell ab!) habe ich mich dann im Finale endlich wieder frisch und muter gezeigt und ein paarmal probiert, mich wegzuschleichen. Das ist auch gelungen, aber sofort war der ganze Haufen wieder am Hinterrad. Auf diesen letzten 6 bis 8 km habe ich es gut fünfmal probiert, aber immer wieder waren die anderen zur Stelle. Ist ja auch logisch, mit der Zeit wird es immer schwerer, mit derselben Masche zum Erfolg zu kommen. Der Krebs Peter fährt mir immer nach, also setze ich mich an sein Hinterrad, und als er aus seiner Führung wegschwenkt, fahre ich weg. Sitzend, Oberlenker, ganz unscheinbar und unauffällig, komme auch wieder weg, aber nach ein paar Schrecksekunden reagieren sie hinter mir und schließen wieder auf. Der Zielsprint wird dann auch relativ spät angezogen (logisch, er geht auch leicht bergauf), und da habe ich keine guten Karten mehr. War ja auch zu erwarten. Schade, gute Form, aber dumm gelaufen.

Der Michi Schwarzäugl gewinnt in Egelsdorf

Ergebnisse: 1. Michael SChwarzäugl (ARBÖ Vredestein Radsport Vychodil Graz) 1:59:39 (Schnitt 40,5 km/h), - 2. Robert Rothschedl (ARBÖ Vredestein Radsport-Vychodil Graz), - 3. Kleinhappl (ARBÖ Sparkasse Intersport Weiz), - 4. Alfred Platzer (ARBÖ Vredestein Radsport-Vychodil Graz), alle gleiche Zeit, - 5. Daniel Wabnegg (ARBÖ Vredestein Radsport-Vychodil Graz) -1:05, - 6. Robert Ertl (TSV Zweirad-Kappler Hartberg), - 7. Günther Adler (RC Union Schwarzl-Freizeitzentrum Laßnitzhöhe), - 8. Josef Handler (TSV Zweirad-Kappler Hartberg), alle gleiche Zeit, - 9. Peter Krebs (ARBÖ Vredestein Radsport-Vychodil Graz) -4:06, - 10. Rudolf Binder (ÖAMTC Zweirad-Neffe FC Donald St.Ruprecht/Raab), ... weiters: 16. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl), alle gleiche Zeit

 

Samstag, 9. August 2008: Wegscheid - Classic, Bergrennen Hopfgarten- Berggasthof Wegscheid, 15,5 km

Strecke: Hopfgarten - Kelchsau - Berggasthof Wegscheid, 15,5 km, 500 Höhenmeter, Start ab 14 Uhr, Wetter: Regen, windstill, 15°

Rennverlauf: Sauwetter, eine halbe Stunde vor dem Start beginnt es leicht zu regnen, mit dem Startschuß regnet es stark. In allerletzter Sekunde verkündet der Sprecher noch eine Durchfahrtsprämie (Bargeld!) in Kelchsau nach 8 km, und ohne mit dre Wimper zu zucken, entschließe ich mich, diese Prämie zu versuchen. Am Start fahre ich gleich weg, und bei dem Sauwetter reagiert vorerst niemand. Die STeigung ist relativ flach, beträgt anfangs so zwischen 1 und 2 %, ich fahre alles mit 53/17 und 18, komme zwar schnell weg, aber der Vorsprung steckt dann irgendwie bei 200 bis 250 Meter. Ein paar Minuten fahre ich so dahin, beinahe am Anschlag, dann stellt sich die Frage, ob ich überhaupt weiterfahren soll, denn der Vorsprung bleibt exakt derselbe. Solange er nicht schmilzt, nehme ich mir vor, weiterzufahren, zumal die Wertung immer näher rückt. In Kelchsau dann eine 650 Meter lange Steigung, etwa 5 bis 6 %, ich knalle da mit aller Energie, die ich habe, mit 53/21 drüber, der Hügel zieht und zieht sich dahin wie ein endloser Kaugummi, endlich bin ich oben, höre den Atem der Verfolger beinahe im Nacken, habe noch etwa 5 Meter Vorsprung, aber die Prämie gewonnen! Macht 30.- € in bar! Ich muß mir wilde Blicke gefallen lassen, als die Gruppe vorbeidonnert, aber ich reihe mich sofort hinten ein, muß dennoch völlig außer Atem wenig später abreißen lassen. Aus meiner Altersklasse war - Gottseidank - keiner dabei. Dann haben wir auch schon nach 10 km die Mautstelle erreicht, jetzt geht es links weg, die STeigung nimmt zu, die Straße wird schmäler. Jetzt liegt die Steigung bei 3 bis 8 %, immer wieder kleine und kurze Kuppen und Weidegitter, Holzbrücken (auf einer bin ich ausgerutscht, konnte einen Sturz aber gerade noch vermeiden!).

So geht es höher und höher auf die Alm hinauf, es regnet, ist kalt, kleine leichte Nebelfetzen ziehen vorüber. Die Gruppe zieht sich in die Länge, reißt überall, Einzelfahrer und kleine Gruppen kämpfen sich den Berg hoch. Ich sehe weit und breit keine direkte Konkurrenz, fahre locker und ungefährdet ins Ziel und gewinne meine Altersklasse, ohne mich sonderlich anzustrengen. Ich weiß, war nicht meine überragende Form, sondern die fehlende Konkurrenz, aber immerhin, Sieg ist Sieg. Es ist der zweite Saisonsieg, wieder ein etwas unerwarteter. Die Preise sind ordentlich, das lasse ich mir gefallen. Zwar Warenpreise und kein Bargeld, aber für ein schwarzes Rennen ganz, ganz außerordentlich.

Zielankunft des Siegers Andreas Traxl beim Berggasthof Wegscheid

Als ich nach dem Rennen mit dem Rad wieder nach Hopfgarten runterfahre, hat die Straße auf den letzten 5 km schon aufgetrocknet, und dann bricht auch die Sonne durch. APRILWETTER IM AUGUST!!! Am gleichen Tag fand nur wenige Kilometer entfernt das Bergrennen aufs Kitzbüheler Horn statt, dort hat es auch geregnet und durch Kälte und Nebel das Rennen selektiver gemacht.

Der Tagesschnellste Andreas Traxl (RC Mooserwirt Ridley)

Ergebnisse tageswertung: 1. Andreas Traxl (RC Mooserwirt Ridley) 31:22, - 2. Manuel Hechenblaikner (RC Mooerwirt Ridley) -0:26, - 3. Alois Kronthaler (Steinbach Bike) -0:58, - 4. Manfred Kimmel (RC Union Raiffeisen Tirol) -0:59, - 5. Gernot Strauss -1:05, - 6. Manfred Holzer (RC Raiffeisen Radteam Zillertal) -1:05, - 7. Nikolaus Neunteufel (Toni´s Pro-Shop Kirchberg/T.) -1:26, - 8. Markus Luchner -1:27, - 9. Peter Gruber (RC Raiffeisen Radteam Zillertal) -1:30, - 10. Thomas Schrettl (RC Union Raiffeisen Tirol) -2:01, - weiters: 17. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -3:25

Ergebnisse: 1. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) 34:47, - 2. Peter Rieser -0:19, - 3. Alois Bachler (beide Rad-UNION St.Johann/Tirol) -2:38, - 4. Christian Sewald (Radunion Unterland) -8:32

Sonntag, 10. August 2008: Kühtai-Bergkaiser, Bergrennen Innsbruck - Kühtai, 37,2 km

Strecke: Innsbruck, Landestheater (567 m), neutralisiert über Kranebitten - Zirl bis Kematen, dann fliegender Start Kematen - Sellrain - Gries/Sellrain - St. Sigmund/Sellrain - Haggen - Kühtai (2017 m), 37,2 km, 1450 Höhenmeter, Start 10.05 Uhr, Wetter: sonnig, heiter, sehr warm, leichter NO-Wind, 26°

Strecke

Rennverlauf: Leider gibt es bei diesem an sich sehr schönen Rennen (bezieht sich auf Strecke, Profil und Landschaft) auch einige negative Dinge auszusprechen, aber der Reihe nach: in den letzten Jahren wurde hier immer mit Chip gefahren, der auch in der heurigen Ausschreibung angekündigt war (Chip-Miete!). Gegeben hat´s dann aber keinen Chip, dafür eine Startnummer mit einem Strich-Code, der im Ziel mit einem Lesegerät abgescannt wurde. Viel zu große Fehlerquelle, wie sich herausstellen sollte. Zweiter Punkt: die 15 km lange Strecke von Innsbruck-Zentrum bis Kematen wurde neutralisiert zurückgelegt, dagegen ist ja nichts zu sagen, aber in der Fahrtzeit bereits mitberücksichtigt. Im Vorjahr ist der Rennleiter, den Namen möchte ich hier unter einem Mantel des Schweigens verdecken, mit 45 km/h diese Strecke rausgedonnert, daß mehr als die Hälfte des Starterfeldes abgerissen ist, diesmal sind wir mit 25 km/h "geschlichen"  daß wir da heuer um gut 15 Minuten langsamer waren, ist ja kein Wunder! Wieso das in der Fahrtzeit mitgerechnet wurde, war allen ein Rätsel.

 

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Neutralisierte Fahrt nach Kematen

Jetzt aber zum eigentlichen Rennverlaurf: nach dem schon erwähnten neutralisierten, langsamen ersten Stück (15 km) bis Kematen wurde das Rennen freigegeben, und sofort hat sich eine größere Gruppe abgesetzt, die zügig und gleichmäßig gefahren ist. Ich hatte eine sehr gute Position, die ich natürlich nicht hergegeben habe, dadurch hatte ich auch auf den ersten Kilometern keine Probleme. Es war ein Ausscheidungsrennen, immer wieder sind einzelne Fahrer zurückgefallen. Bis Sellrain ist es gut gegagen, danach mußte ich auch gehörig hinhalten, um die Gruppe halten zu können. Ganz vorne ist immer wieder versucht worden, die Gruppe zu sprengen, aber das ist erst relativ spät gelungen. Aber dafür dann gleich ordentlich. Wie eine überreife Frucht ist diese Spitzengruppe auseinandergeplatzt, und natürlich ich mit. In Gries war ich bereits in einer 4-Mann-Gruppe, die zeitweilig auch auf 6 Mann angewachsen ist, dann waren wir wieder nur mehr drei, und so sind wir bis St.Sigmund gefahren. Bis dorthin war ich mit meiner Leistung zufrieden, ich bin meist mit 39/21 oder 53/19 und 21 gefahren und hatte in St.Sigmund nur 3 Minuten Rückstand auf die Spitze, und das 8 km vor dem Ziel!

 

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Erste Spitzengruppe

Aber dann das Kernstück des Rennens, die steile Wand zwischen St.Sigmund und Haggen, gut einen Kilometer lang, in meiner Einbildung sogar mindestens 5 km lang, mit mind. 16 % Steigung. Bin dort mit 39/26 raufgekeucht, und mit einem Mal bin ich gesteckt. jeder Tritt ist mir schwergefallen, war eine Qual, rund ist gar nichts mehr gegangen, ich habe die Gruppe ziehen lassne müssen. Und von da an sind von hinten Fahrer um Fahrer vorbeigeröchelt, ich konnte keinen einzigen halten. Es war ein unglaubliches Martyrium, jeder einzelne Meter war hart erkämpft. Und im Eifer des Gefechts habe ich auch viel zu spät gemerkt, daß ich extreme Rückenschmerzen hatte, die beinahe jede Bewegung unmöglich gemacht haben. Wie schon vor ein paar Jahren, als sich dieses Leiden durch ganze zwei Saisonen gezogen hat, konnte ich auch diesmal überhaupt keinen Druck aufs Pedal bringen. Wie ein todkranker Gelähmter bin ich da herumgekrabbelt, wollte absteigen, wollte wieder runterfahren, habe mir unzählige Male ausgemalt, wie toll es sein muß, einfach umzudrehen und den ganzen langen Berg wieder runterzurollen. Aber stattdessen ging es weiter den Berg hoch.

 

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Hans-Peter Obwaller

 

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Spitze (von links) Hillenbrand, Ortner, Obwaller

Irgendwann war auch dieses Steilstück überwunden, aber jetzt ging es Schlag auf Schlag. Keinerlei Flachstücke mehr, immer nur Steigung, immer mehr als 10 %, und immer mehr habe ich an Boden verloren, denn von meinen Rückenschmerzen konnte ich mich nicht und nicht erfangen. Dazu kam die Hitze, die Sonne hat runtergeknallt, und wie das eben in so einem Fall ist, da paßt dann einfach gar nichts mehr zusammen, da hapert´s überall. Ich habe unglaublich gekeucht, der Puls war auch auf über 180 oben, die Beine leer. Und so nebenbei habe ich Platz um Platz verloren und eingebüßt. Dann das nächste Steilstück, auch nicht viel flacher als 16 %, irgendwie bin ich da auch noch drübergekommen, dann die beiden Galerien, die zweite lange war auch so ein Martyrium, aber wenigstens hat mir da drinnen nicht die Sonne die Birne weichgekocht. Dann raus aus der Galerie, die langgezogene Kuppe, ziemlich flach, aber ich war dennoch unfähig, hier mit dem großen Blatt zu fahren. Statt dessen bin ich mit 39/23 und die letzten 150 Meter mit 39/21 ins Ziel gekrochen.Jede Tag hat irgendwann einmal ein Ende, auch der schlimmste.

 

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Der italienische Sieger Hillenbrand im Ziel

Als ich das Zieltransparent vor mir gesehen habe, sind die Schmerzen abgefallen, ich bin unter dem Zielbanner durch, es war wie eine Fahrt ins Paradies. Stehenbleiben, absteigen, und schon waren die Rückenschmerzen wieder da. Als ob mir jemand mit einem glühenden Eisen das Rückgrat rauszieht. Wünsche ich niemandem, auch dem ärgsten Feind nicht.

 

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Die drei Tagesschnellsten (von links) Obwaller, Hillenbrand, Ortner

Ergebnisse Tageswertung: 1. Manuele Hillebrand (Italien, Team Südtirol) 1:33:27, - 2. Andreas Ortner (BRD, Martin´s Bikeshop) -0:12, - 3. Hans-Peter Obwaller (Team Mooserwirt Ridley) -0:27, - 4. Roland STauder (Italien, Corratec World Team) -0:37, - 5. Andreas Traxl (RC Mooserwirt Ridley) -0.51, - 6. Richard Obendorfer (RC Region Hall/Tirol) -1:01, - 7. Thomas Kapfhammer (BRD, Team Spiuk) -1:54, - 8. Christian Brockhoff (BRD, Die Schwalben München) -2:00, - 9. Wolfgang Hofmann (BRD,E-Racers Augsburg) -2:07, - 10. Thomas Lechermann (BRD, RSC Kehlheim) -2:08, weiters: 148. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -23:18

Ergebnisse Master I - IV: 1. Christian Brockhoff (BRD, Die Schwalben München) 1:35:27, - 2. Wolfgang Hofmann (BRD, E-Racers Augsburg) -0:07, - 3. Erich Schafferer (KTM-Mountainbiker.at) -2:19, - 4. Robert Koch (BRD, TSV Gaimersheim) -4:19, - 5. Fritz Pöltl (ARBÖ Sparkasse Kindberg) -8:21, - 6. Bernhard Empl (KTM-Mountainbiker.at) -10.19, - 7. Gerd Glatthaar (BRD, RC Concordia München) -12:55, - 8. Alois Stern (RC Toni´s Pro-Shop Kirchberg/T.) -15:45, - 9. Hans Schimpelsberger (RC ARBÖ Steyr) -16:38, - 10. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -21:18

 

Freitag, 15. August 2008: Burgenländische Radsporttage, Radtrophy Bad Tatzmannsdorf, Rundstreckenrennen in Bad Tatzmannsdorf, 19,2 km

Strecke: Rundkurs rund um Bad Tatzmannsdorf, 3 Runden á 6,4 km = 19,2 km, pro Runde = 90 Höhenmeter = 270 Höhenmeter, Start 16.45 Uhr, Wetter: bedeckt, leichter NW-Wind, 19°

BGLDRADTAGE

Rennverlauf: Leider sehr wenige Starter, in allen Masterklassen zusammen nur 8 Fahrer (!!), und dabei wurde noch jede Klasse extra gewertet! Nichts gegen die Gelegenheit, leicht zu einem Stockerplatz zu kommen, aber auf diese Weise macht man den Radsport kaputt, weil lächerlich! Jeder Starter ist automatisch ein Sieger oder Zweitplazierter, was sollen sich denn da die Zuschauer denken! Der Rundkurs war alles andere als leicht, dieses Rennen hätte sich mit Sicherheit mehr verdient als eine solche Kulisse, So gut wie keine Zuschauer, keine Starter, dazu noch BARPREISE! Also was soll man denn noch alles machen, um Starter anzulocken! Die Ausrede, daß zur gleichen Zeit die Deutschlandsberger Woche stattfindet (heute Ausscheidungsrennen) ist wirklich eine Ausrede, denn dort waren die restlichen Österreicher leider auch NICHT am Start gewesen.

Start in Bad Tatzmannsdorf

Meine direkten Konkurrenten sind die beiden anderen Master-3-Fahrer Bruchmann und Lingl, der Simmeringer. Nach etwa 500 Metern scharfe Rechtskurve in eine kleine, schmale Zufahrtsstraße, und es geht schon bergauf, eine lange Gerade hinauf, Rechtskurve und über eine etwas steilere Kuppe. Das kleine Feld zieht sich in die Länge, die beiden Master-6-Fahrer Ziering und Lackner reißen ab - noch ist nicht mal 1 km gefahren! Lange Kuppe, wieder flach, kurze flache Abfahrt, wieder scharfes Eck nach links in das entscheidende Stück dieser Runde, den gut 500 m langen schnurgeraden Anstieg mit gut 9 %. Hier wurschteln wir uns mehr oder weniger keuchend hoch, ich mit 53/21, war ganz hart an der Grenze, eigentlich schon zu hart. Dann wieder das gleiche Bild, Kuppe, kaum Abfahrt, gleich drauf rechts weg, wieder so eine Bodenwelle, die dritte, aber die war kurz, mit 53/21 haben da alle drübergedrückt. Dann eine etwas längere Fahrt in mehreren leichten Wellen am Waldrand entlang, Einmündung auf die Hauptstraße, rechts runter, und eine knapp 1 km lange Abfahrt auf dieser breiteren Straße, steil, schnell, unten 180-Grad-Kurve und Ortseinfahrt, und dann geht es in mehreren hundsgemeinen Wellen und leichten Anstiegen (mit max. 2 %) durchs Kurgelände zurück zum Ziel. Die Zielgerade steigt auch ganz leicht, und schon nach der ersten Runde ist das Feld hier aufgesplittert.

Zieldurchfahrt nach der 1. Runde, hinter mir Taucher und Bruchmann

Zweite Runde, und schon nach dem ersten Anstieg sind wir nur mehr zu fünft. Bruchmann greift an, der Rest fährt nach, dann probiert es Handler, wieder fahren alle nach, noch einmal Bruchmann, der meist hinten drinhängt und dann überraschend antritt. Reicht aus, daß er wegkommt, aber die anderen reagieren ziemlich schnell. Im langen Anstieg dann der einzige Antritt in diesem Rennen von Taucher, der sich absetzt, einer, dann noch einer schließen auf, und ich muß da auch reagieren, sprinte nach und fahre das Loch zu, aber ich mache das viel zu schnell, sodaß ich mich übernehme undwenig später, kurz vor der Kuppe, steckenbleibe. Hinter mir Lechner, der Sammy, ehemaliger Konkurrent aus alten A-Fahrer-Zeiten vor gut 20 Jahren. Damals haben sie ihn auch "Kugelblitz" genannt, und dementsprechend fährt er auch bergab. Er macht das Loch wieder zu, ich hänge etwas lose dahinter. Erst unmittelbar vor der langen Abfahrt bin ich wieder dran, dann geht es in die Schlußrunde - zu fünft. Inzwischen hat aber Handler angegriffen, sich abgesetzt und kann sich knapp vor unserer Gruppe behaupten.

Zieldurchfahrt 2. Runde, hier führe ich vor Taucher und Bruchmann

Letzte Runde: vorne Handler, dahinter der Rest, Tempo merklich höher, Einserreihe, dann wilder sprint über die Kuppe. Wie immer reiße ich bei solchen Aktionen ab, bin aber nach der Kuppe gleich wieder dran. Dann greift Bruchmann an, setzt sich ab, Taucher fährt sofort nach, Lechner ebenfalls, ich zögerlich, bin erst unmittelbar Beginn der "großen" Steigung dran. Und sofort wird abermals angegriffen, wieder ist das Loch da, jetzt bin ich am Anschlag, fahre noch einmal nach, Lechner reißt ab, vorne Bruchmann und Taucher, mit kleinem Abstand ich, mit etwas größerem Abstand Lechner. Kuppe, vorne fahren sie jetzt mit der letztne Kraft, dementsprechend schnell wird das Loch vor mir größer. Scheiße! Ich schreibe den Sieg ab, Bruchmann liegt schon zu weit vorne. Lechner höre ich hinter mir förmlich röcheln, er kommt auch nicht näher, ich trete auf der Stelle. Passage zur Abfahrt hin: die beiden vor mir vergrößeren noch mal den Vorsprung, dan fetzt auf einmal der "Kugelblitz" vorbei und ist binnen weniger Sekunden an den beiden dran. Übrig bleibe wieder einmal ich. Abfahrt, ich kann unten die Kurve besser fahren, weil ich alleine bin, vorne sind sie sich zu dritt doch etwas im Weg. Dann die letzten zwei Kilometer, die drei werden immer langsamer, ich komme wieder näher. erkenne das und sprinte mit dem letzten Dreck ran. Etwa 500 Meter vor dem Ziel erreiche ich die Gruppe, wir sind wieder zu viert, vorne fährt Handler alleine dem Sieg entgegen. Ich setze mich sofort an Bruchmanns Hinterrad, verwerfe die Idee, sofort anzutreten und vorbeizufahren. Das hätte ich machen sollen, ich hatte ja nichts mehr zu verlieren. So tritt Bruchmann einen langen Sprint an, just als ich an seinem Hinterrad bin, natürlich bin ich sofort wieder weg, in die entstandene Lücke sprint der Lechner rein, fährt im Windschatten mit und sprintet Bruchmann nieder. Zu guter Letzt fährt Zentimeter vor der Linie auch noch Taucher an mir vorbei. Also Rang 2 für mich, das schlechtere Ergebnis.

Handler gewinnt

Zieleinlauf: Bruchmann vor Taucher und mir

Taucher vor mir im Ziel

Ergebnisse Master gesamt: 1. Josef Handler (TSV Zweirad-Kappler Hartberg) 32:07 (Schnitt 35,9 km/h), - 2. Christian Lechner (2RadChaoten.com NÖ) -0:30, - 3. Franz Bruchmann (TSV Zweirad-Kappler Hartberg), gleiche Zeit, - 4. Johann Taucher (ARBÖ Sparkasse Kindberg) -0:33, - 5. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl), gleiche Zeit, - 6. Horst Ziering (RC UNION Interunfall Wilhelmsburg) -2:06, - 7. Gerald Lingl (Velo Club Simmering) -2:37, - 8. Herbert Lackner (RC Union Sparkasse Renner Langenlois) -2:40

Ergebnisse Kategorie Master III: 1. Franz Bruchmann (TSV Zweirad-Kappler Hartberg) 32:37 (Schnitt 35,3 km/h), - 2. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -0:03, - 3. Gerald Lingl (Velo Club Simmering) -2:07

Siegerehrung Kategorie Master III (von links): Robert Bartonek (2.), Franz Bruchmann (Sieger), Gerald Lingl (3.)

 

Samstag, 16. August 2008: Burgenländische Radsporttage, Innenstadtkriterium in Oberwart, 21,8 km

Strecke: Hauptplatz - Schulgasse - Badgasse - Evang. Kirchengasse - Hauptplatz, 20 Runden á1040 m = 21,8 km, pro Runde 5 Höhenmeter = 55 Höhenmeter, Start 16.30 Uhr, Wetter: warm, 25°, Straße nach kurzem Regenschauer aufgetrocknet

BGLDRADTAGE

Start der Masterklasse - die paar Hanseln fahren ein eigenes Rennen, unglaublich!

Erster Sprint, "Kugelblitz Sammy" gewinnt vor Bollwein, ich mit Bruchmann abgerissen dahinter

Rennverlauf: Wieder so eine schwache Besetzung wie am Vortag. Was es diesmal erschwert, ist der Umstand, daß es nur eine einzige Masterwertung gibt, ich fahre also gegen Master-1-Fahrer! Egal,so viele sind es sowieso nicht. Der Kurs ist okay, lang genug, die Kurven sind alle gut und schnell zu fahren, einzig die Zielkurve ist wegen zweier aufgeklebter Zebrastreifen und auch sonstiger Straßenmarkierungen anfangs rutschig, später dann "nur" mehr holprig. Das Rehnnenbeginnt moderayt, einzig die Wertungsrunden sind schnell, und da auch nur die Zielgerade. In jedem Sprint falle ich hinten aus der Gruppe, muß danach wieder aufschließen, das passiert in der Schulgasse, die bergab führt. Im Sprint bin ich ohne Chance, kann nicht einen einzigen Punkt ergattern. Mit Christopher Imrek istauch ein Junior dabei, der natürlich extra gewertet wird, aber auch ein stärkerer Sprinter ist als ich. Nach zwei Wertungen hat Franz Bruchmann Reifenschaden und scheidet aus. Ausgerechnet er, der einzige, der augenscheinlich noch größere Probleme in den Wertungsrunden hatte als ich. In den letzten 10 Runden,als ich mich einigermaßen an denRhythmusgewöhnthabe, versuche ich ein paar Ausreißversuche, die typischen, sitzend, Oberlenker, ich komme zwar jedesmal weg, aber sofort sind die Verfolger wieder da.

Nach der Wertung, von links: Handler, Bollwein, Gössler, ich, Lechner

Die selbe Kurve, ein paar Runden später (von links): Bruchmann, Gössler und ich

Gössler vor dem Junior Imrek, Handler und mir

Von links: Bruchmann, Gössler und ich

 

Von vorne: Handler, Bollwein, Lechner, ich und Bruchmann

Hier führe ich vor Bruchmann (bzw. fahren wir beide  nach, weil wir abgerissen sind!)

Ich vor Bruchmann

Von links: Bollwein, Gössler, Handler und ich

Lechner führt vor Gössler, Bollwein und mir

Lechner gewinnt wieder eine Wertun, ich werde Fünfter, mein bestes Ergebnis

Der Junior Imrek führt

Esist zum Verzweifeln. Insgeheim rechne ich sowieso nicht mehr mit einem Erfolg, daher sind die Angriffe wahrscheinlich auch viel zu lax gefahren. Naja, ich fahre hinter der Gruppe ins Ziel und belege mit null Punkten den 5. Rang. Ein erwartetes Ergebnis. Gottseidank gibt es fünf Barpreise. Christian Lechner, ehemals "Sammy, der Kugelblitz", gewinnt alle fünf Wertungen und wird souveräner und überlegener Sieger  dieses Kriteriums. Und auch ein verdienter.

Siegerehrung (von links): Bollwein, Lechner, Gössler und Handler (ich fehle am Foto leider, weil ich mich gerade umgezogen habe!)

Ergebnis: 1. Christian Lechner(2Radchaoten.com NÖ) 35 Punkte (Schnitt 38,6 km/h), -2. Anton Bollwein (Kollar Cycling Team Stattersdorf) 12, - 3. Ulrich Gössler (ARBÖ Drahteisel & Co. Volksbank Köflach) 8, - 4. Josef Handler (TSV Zweirad Kappler Hartberg) 8, - 5. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) 0 Punkte

 

Sonntag, 17. August 2008: FIS-RSC-Welt-Radsportwoche in Deutschlandsberg, Paarzeitfahren Frauental - Deutschlandsberg, 14,5 km

Strecke: Frauental, Unterführung - Porzellanfabrik - Niedergams - Furth - Bad Gams, Wende - Furth - Niedergams - Hochwald - Deutschlandsberg, Koralmhalle, 14,5 km, 85 Hm, Wetter: sonnig, starker NW-Wind, 27°, Start 10.12 Uhr

Rennbericht: Wie üblich bestreite ich dieses Paarzeifahren zusammen mit meinem ehemaligen Klubkollegen Gerald Leutgeb, wir sind ja schon seit Jahren eingespielt. Doch diesmalpaßt überhauptnbichtszusammen, bereitsnach knapp2 km bekomme icheinen Krampf im rechten Unterschenkel (Wade), der sich überhaupt nicht angekündigt hat. Wir fahren gerade den sanften Anstieg Richtung Wende in Bad Gams hoch, gegen den Wind, ich führe, wir fahren so etwa 38-40 km/h. Mit einem Mal stecktdie Bewegung, ich kriege den Fuß nicht mehr rum, das Tempo sackt augenblicklich auf 32 km/h ab. Geraldfährtsofort vorbei, ich kann ihm gerade noch zurufen, daß ich einen Krampf habe, er fährt daraufhin gleichmäßige 34-35 km/hbis rauf zur Wende, ich hinten dran, und i8ch kann mich doch glattwieder einigermaßenb erholen. Ich glaube, daß es dann wieder geht, und bergab nehme ich zum erstenmal wieder, mit 56 km/h, jetzt auch mit leichtem Rückenwind. Esgeht wirklich so einigermaßen, aber  ich will nicht übertreiben, wechsele schnell wieder.

'Dann aber bekomme ich Seitenstechen, ganzfürchterlichsogar. Ich kriegekeineLuftmehr, wir fahren auf der Bundesstraße, biegen gleich rechts ab Richtung Wildbach, dann gleich links auf die schmale Straße Richtung Ziel. Kurz vor dem kleinen Anstieg im Wald schwenke ich noch weg,in der darauffolgenden scharfen Linkskurve aber fahre ich geradeaus in die Wiese, weil ich geglaubt habe, daß in der Kurve Schotter und Kies auf dem Asphalt liegen, aber das hat nur so ausgesehen, tatsächlich war es ein ganz griffiger, extrem rauher Asphaltbelag. Glücklicherweise bin ich sehr schnell wieder auf der Fahrbahn, aber all diese Pannen und Hindernisse haben uns doch sehr gebremst, und in diesem Moment kommt das nächste Paar von hinten rangeflogen, Stocker/Rettenegger. Es sind noch etwa 1,5 km bis ins Ziel, wir fahren jetzt diese letzten anderthalb Kilometer zu viert. Der Rhythmus paßt, ich komme sehr gut mit, aber die Zeit ist natürlich indiskutabel. Wir fahren 20:03 Minuten, sauschwach. Wievielunsere Pannengekostethaben, ist schwer zu sagen, aberso um die dreiviertel Minuten sicherlich. Das würdebedeuten, daß wir eine Zeit um 19:10 bis 19:20 gefahren wären, das wäre der 7. oder 8. Platz gewesen. Schade und Scheißdreck!!

Der spaßige Zieleinlauf unserer "Vierermannschaft",vorne Stocker (rechts) und Rettenegger, dahinter Leutgeb und ich

Ergebnisse Tageswertung: 1. Thomas Mairhofer/Martin Meindl (Österreich) 17:51, - 2. Juri Demanov/Vladimir Zyryanov (Rußland) -0:12, - 3. Günter Adler/Hermann Harter (Österreich) -0:18, - 4. Karl-Heinz Gollmayr/Friedrich Pöltl (BRD/Österreich) -0:30, - 5. Thomas Koneczny/Oliver Müller (Österreich) -0:37, - 6. Dimitri Buben/Sergej Lanowski (Weißrußland/Rußland) -0:37,-7. Richard Nudl/Valentin Haselbacher (Österreich) -0:49, - 8. Alexander Hofer/Otto Harmtodt (Österreich) -0:50, - 9. Paul Humiston/Dirk Cowley (USA)-1:01, - 10. Ivan Doroshuk/Mikola Kovalovsky (Ukraine) -1:10, weiters: 45. Robert Bartonek/Gerald Leutgeb (Österreich) -2:12

Podestplätze der Klasse II (von links): Nudl/Haselbacher (2.), Demanov/Zyryanov (Rußland, 1.) und Humiston/Cowley (USA, 3.)

Ergebnisse Großer & Kleiner Chef II: 1. Juri Demanov/Vladimir Zyryanov (Rußland) 18:03, - 2. Richard Nudl/Valentin Haselbacher (Österreich) -0:37, - 3. Paul Humiston/Dirk Cowley (USA) -0:49, - 4. Nikolai Baklanov/Viktor Labaty (Weißrußland) -0:58, - 5. Johann Stocker/Franz Rettenegger (Österreich) -0:59, - 6. Vinzenz Hörtnagl/Othmar Peer (Österreich) -1:01, - 7. Oleg Saschenkov/Igor Moscalev (Rußland) -1:09, - 8. Guy Green/Roy Clark (Australien) -1:24, - 9. Günter Adler/Hermann Macher (Österreich) -1:30, - 10. Peter Muntean/Wilhelm Rath(Österreich) -1:45, - weiters: 15. Robert Bartonek/Gerald Leutgeb (Österreich) -2:00

 

Dienstag, 19. August 2008: FIS-RSC-Welt-Radsportwoche in Deutschlandsberg, Straßenrennen Groß St.Florian - Eibiswald, 67,5 km

Strecke: Groß St.Florian - Lebing - Frauental - Niedergams - Furth - Bad Gams - Vochera - Stainz - Stallhof - Herbersdorf - Mettersdorf - Kraubath - Gussendorf - Groß St.Florian - Lebing - Frauental - Deutschlandsberg, Umfahrung - Hohlbach - Aigen - St.Martin/Sulmtal - Dietmannsdorf - Gasselsdorf - St.Ulrich - Bischofegg - Hörmsdorf - Eibiswald, Hauptplatz, 67,5 km, 575 Höhenmeter, Start 11 Uhr, Wetter: sonnig, leichter NW-Wind, 29°, anfangs windstill

Start in Groß St.Florian

Rennverlauf: Vom Start weg ungewöhnlich schnell, erst in der Steigung Richtung Bad Gams ist etwas Ruhe eingekehrt, aber am eigentlichen Anstieg dann, zunächst am Mitteregg, dann am Vocheraberg, ist wieder sehr zügig gefahren worden. Richtige Probleme hatte ich da aber nicht, obwohl es mir nicht sehr gut gegangen ist. Ich mußte mich wirklich zwingen, mußte hinhalten, habe doch etwas gelitten. Und dann war natürlich sofort die Befürchtung da, bei der nächsten Gelegenheit abgehängt zu werden. Aber mit jeder Minute, die vergangen ist, mit jedem Kilometer, hat sich die Leistung konsolidiert und gesteigert. Der steile Anstieg in Kraubath (39/21) war dann wieder ein kleiner Schreckmoment, aber ich bin auf der Kuppe wieder rangefahren, war sowieso nur gerade mal knappe 5 Meter hinten. Damit war der erste Teil eigentlich auch schon vorüber.

Einen sehr starken Eindruck hat Dirk Cowley auf mich gemacht. Behängt mit allerlei Metall (ein paar lange Halsketten, auch am Handgelenk hat einiges geglänzt und geklimpert!) ist der Junge immer in idealer Position gefahren, war bei jeder Attacke dabei, hat sogar selbst dreimal angegriffen (allerdings halbherzig und nicht mit Ambition), ist auffallend hart gefahren, konnte aber sitzend jederzeit beschleunigen. Durchaus ein Zeichen von guter Form. Jedenfalls ist der Typ wirklich sofort aufgefallen. Hatte Übersicht, konnte den Rennverlauf exakt einschätzen. An ihm habe ich mich orientiert, das spart doch einiges an Energie und Substanz.

Bei der Steigung in Deutschlandsberg, am Spital vorbei, hat es dann ganz anders ausgesehen: ich bin ganz vorne mitgefahren, unter den ersten fünf, am Hinterrad von Cowley, hatte keine Probleme, obwohl es ziemlich hart war, denn das Tempo war wieder sehr hoch. Die langen Bergabpassagen danach haben zwei Mann zur Flucht genutzt: Ljubo Csar (Slowenien) und Karol Lipovsky (Slowakei), die beiden sind weggeschlichen, hinten hat niemand reagiert, der Vorsprung ist immer größer gewachsen. War irgendwann groß genug, damit das seriöse Sieganwärter waren.

Die entscheidende STelle, vor der alle geschnauft haben: die beiuden "Kamelbuckel" vor St.Ulrich. Natürlich habe ich auch gewußt, daß das die entscheidende Stelle ist, darauf habe ich mich konzentriert. Erster Anstieg, lang und steil, ich bin mit 39/21 reingeknallt, dann gleich aufs 23er, aber das Feld ist auseinandergeplatzt, ich war sofort hinten. Nur keine Panik, ich bin mein Tempo weitergefahren, hohe Frequenz, der Abstand hat sich bald schon eingependelt. Ganz vorne habe ich Cowley und Bruchmann gesehen, der eine ganz hart tretend, der andere mit hoher Frequenz. Vor mir eine Gruppe mit Hansl, die ist aber immer langsamer geworden, und oben an der Kuppe war ich dran. Lange Kuppe, dann steile und kerzengerade Abfahrt, ich bin an der Spitze der Gruppe. Und sofort geht es wieder rauf, nach St.Ulrich, wieder sausteil. Und sofort wieder mit 39/23, ich fahre hohes Tempo, kann das auch halten, fahre ganz vorn vorne, niemand kommt vorbei. Vor mir die Überreste der zersplitterten dritten Gruppe, die ich aufsammle. Dann die Abfahrt, ich bin mit vier Fahrern zusammen, der Gaubitzer Fritz ist auch dabei. Ich nehme mal eine Zeitlang nichts, doch wir kommen nicht so recht voran. Vor mir sehe ich die zweite Gruppe. Dann sind wir auch schon draußen auf der Bundesstraße, jetzt sind es nur mehr 5 km. Ich spanne mich wieder vor, gegen den Wind. Langsam kommen wir näher, aber so recht geht da nichts weiter.

Ich warte etwas ab, dann versuche ich es alleine. Ein schneller, kräftiger Antritt, ich bin alleine, mit 53/14, wieder gegen den Wind, fahre ich mit ca. 48 km/h, wie ein Zeitfahren, an die zweite Gruppe ran. Komme genau bei der 1-km-Marke hin, fahre sofort an die Spitze. Obwohl ich ziemlich leer bin, fahre ich diesen Bergauf-Zieleinlauf von vorne, mit der letzten Energie, mit der letzten Kraft, geht es um die langgezogene, steil

e Rechtskurve zum Hauptplatz hinauf. Erst oben, auf den letzten 150 Metern, kommen noch drei Mann vorbei. Das ist der 9. Rang. Und die Gruppe mit Cowley, die die beiden Spitzenreiter noch eingeholt hat, war auch gerade eine halbe Minute vor mir.

Resümee: Die Form stimmt, mit der kann man jetzt im Rennen durchaus was bewegen und anstellen. Endlich!

Ergebnis: 1. Dirk Cowley (USA) 1:45:38 (Schnitt 38,6 km/h), - 2. Ljubo Csar (Slowenien), 4 Sek. zurück, - 3. Karol Liopovsky (Slowakei), - 4. Franz Bruchmann (ARBÖ Zweirad-Kapptler Hartberg), beide gleiche Zeit, - 5. Sebastian Pfisterer (ARBÖ Grassinger Lambach) -0:14, - 6. Ulrich Gössler (ARBÖ DRahteisel Volksbank Voitsberg), -0:30, - 7. Aleksandr Kondratenja (Weißrußland), - 8. Viktor Sisemov (Rußland), alle gleiche Zeit, - 9. Robert Bartonek (RC UNION UNterguggenberger Wörgl) -0:37, - 10. Franz Rettenegger (UNION Haus/Ennstal) -0:53

Freitag, 22. August 2008: FIS-RSC-Welt-Radsportwoche in Deutschlandsberg, Handikap-Straßenrennen in Bad Gams, 62,8 km

Strecke: BadGams - Vochera - Stainz - Stallhof - Herbersdorf - Mettersdorf - Kraubath - Gussendorf - Groß St.Florian - Lebing - Frauental - Niedergams - Furth - Bad Gams, 2 Runden = 62,8 km, 550 Hm, Start 13.05 Uhr, Wetter: schwül, bewölkt, NW-Wind, 31°

Rennverlauf: Gleich nachdem Start wartet der erste Anstieg, der wird mit einem Höllentempo gefahren, ich muß ordentlich hinhalten, bin oben noch am Ende des Feldes knapp dran, mein Computer zeigt Maximalgeschwindigkeit 39 km/h! Die nächsten beiden Anstiegebis rüber nach Stainz stellen kein Problem mehr dar, das Tempo ist auch nicht mehr so hoch, es hat den Anschein, als hätten sie resigniert. Wiur fahren zügig, aber nichtmit vollem Einsatz. Unten in Stainz merke ich, daß ich hinten wenig Luft habe. Im ersten Moment glaube ich noch, daß ich vergessen habe, aufzupumpen, aber die Luft wird sehr schnell weniger,und genau 9 km nach dem Start fahre ich auf der Felge. Keine Chance mehr, wenigstens die erste Runde zu Ende zu fahren, ich schwenke weg und drehe um. Die 9 km zurücksind der kürzesteWeg. Schade und doppelte Scheiße!!! Ich hätte diese Rennkilometer so dringend gebraucht!

Ergebnisse Handikap Master 4/5: 1. Dirk Cowley (USA) 1:32:11 (Schnitt 40,9 km/h), - 2. Sebastian Pfisterer (ARBÖ Radsport-Grassinger Lambach) -0:01, - 3. Roland Schöneburg (BRD), - 4. Franz Bruchmann (ARBÖ Zweirad-Kappler Hartberg),alle gleiche Zeit, - 5. Stefan Schmolke (BRD) -0:06, - 6. Nigel Kimber (AUS) -0:09, - 7. Yuri Demanov (RUS) -0:36, - 8. Viktor Labaty (BLR) -0:48, - 9. Peter Grasser (ARBÖ HN-Radcenter), gleiche Zeit, - 10. Sergey Udalov (RUS) -0:59

 

 

Samstag, 23. August 2008: FIS-RSC-Welt-Radsportwochein Deutschlandsberg, Einzelzeitfahren in Stainz, 19,8 km

Strecke: Stainz- Stallhof - Herbersdorf - Mettersdorf - Wieseldorf, Wende - Mettersdorf - Herbersdorf - Stallhof - Stainz, 19,8 km, Start 10,55 Uhr, 50 Hm, Wetter: bewölkt, leichter  NW-Wind, kühl, 23°

Rennverlauf: Vormir startet BruchmannFranz, der ist wohl der schwächere Zeitfahrer, so hoffe ich wenigstens. Hinter mir der Pole Sobczynski, der ist bisherin jedem Rennen Letzter geworden, dürfte also keine Gefahr sein. Auf  den ersten 3 km kann ich den Startabstand auf Bruchmann auch halten, aber dann verliere ich etwas. Und ich kann mich auch nicht mehr so optimal konzentrieren, die Gedanken flattern immer weg, sind immer ganz woanders. Mit Gewalt versuche ich mich wiederaufden Bewerbzu konzentrieren, dann gehteswieder, aber es bleibt alles nur Stückwerk. Die zweite Hälfte ist deutlich schwächer als die erste. Zumeinendie ungewohnte Haltung, schließlich habe ich das Zeitfahren in der letzen Zeit gar nicht trainiert.

Etwa 3 km vor demZiel merke ich dann plötzlich, daß ich sehr schnell zu Bruchmann aufschließe, der zwar wie gewohnt weiterfährt, aber außergewöhnlich langsam. Und als ich an ihm vorbeifahre, merke ich auch, daß eraufder Felge fährt. Schade für ihn. Ich fahre in 27:08 noch auf den 9. Platz in diesem Zeitfahren, verpasse den 8. Rang und damit den letzten Preisrang um 17 Sekunden. Irgendwie schade, aber eigentlich ist der 9. Rang sowieso viel besser als erwartet.

Ergebnis Tageswertung: 1. Stefan Rabitsch (ÖST) 23,05, - 2. Thomas Mairhofer (ÖST) -0:18, - 3. Helmut Pitzl (ÖST) --0:23, - 4. Pavel Krizan (Slowakei), gleiche Zeit), - 5. Andrej Gucek (SLO) -0:25, - 6. Milos Brecelj (SLO), gleicheZeit, - 7. Lucjan Premrn (SLO) -0:43, - 8. Dimitri Buben (BLR) -0:48, - 9. Michael Schwarzäugl (ÖST) -0:55, - 10. Dieter Friedrich (ÖST), gleiche Zeit, - weiters: 141. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -4:03

Ergebnis Kategorie Master 5: 1. Sebastian Pfisterer (ARBÖ Radsport-Grassinger Lambach) 24:49, - 2. Franz Rettenegger (RC Union Haus/Ennstal) -0:15, - 3. Johann Stocker (RC Union Haus/Ennstal) -0:29, - 4. Dirk Cowley (USA) -0:37, - 5. Karol Lipovsky (Slowakei) -1:17, - 6. Rudolf Hansl (ARBÖ imcom-24 Vredestein Wien) -1:29, - 7. Günter Guger (ARBÖ Amstetten) -1:32, - 8. Roland Schöneburg (BRD) -2:01, - 9. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -2:18, - 10. Viktor Sisemov (RUS) -2:59

 

Sonntag, 24. August 2008: FIS-RSC-Welt-Radsportwoche, Nationen-Radmarathon in Deutschlandsberg, 93,5 km

Strecke: Deutschlandsberg - Hollenegg - St. Martin - Gleinstätten - St. Andrä - Preding - Mettersdorf - Graschuh - Groß St- Florian - Frauental - Bad Gams - Vochera - Stainz - Graschuh - Groß St-Florian - Frauental- Deutschlandsberg, 93 km, Start 8.15 Uhr, Wetter: anfangs strömender Regen, 14°, windstill, später aufgelockert, leichter NW-Wind, 17°

Hier zwei Fotos vom Start, ich bin ganz klein hinten links zu erkennen.

Rennverlauf: Während ich noch im strömenden Regen am Start stehe und mir so das Starterfeld anschaue, denke ich mir zum ersten Mal, daß ich da vielleicht gar gewinnen könnte. Schwache Besetzung, wenig Starter, keine 40 Mann sind es, die sich da bei diesem Sauwetter eingefunden haben. Und gleich nach dem Start beim Anstieg am Spital vorbei rauf nach Hollenegg fahre ich mal volles Tempo,um zu testen, wer da Ambitionen hat. Ehrlich, viele sind es nicht. Eigentlich nur Ausländer. Schnell findet sich eine kleine Gruppe zusammen, keine 20 Mann sind das, kaum Österreicher, eigentlich nur Ausländer. Das kann ja heiter werden. Ich fahre meist ganz vorne, wegen dem vielen Wasser ist das auch besser, wegen der Sicht und der Sicherheit ja auch. Schnell fallen mir die drei Russen auf, die immer beisammenpícken. Der Kondratenja, Sysanov und Demanov, die bilden praktisch eine Dreiermannschaft, weichen sich nicht von der Seite. Sysanovund Demanov fahren jedem Ausreißer nach, schließen jede Lücke sofort. Also fahren sie für den Kondratenja, ist ja auch nicht unwichtig, das mal so nebenbei mitzubekommen.

BeimAnstieg nach St.Andrä fällt eine wichtige Entscheidung. Die drei Russen vorne, ein Österreicher dahinter, irgendein Hobbyfahrer, der ein Loch läßt, sich verzweifelt abmüht, das wieder zuzufahren, aber an seinem eigenen Unvermögen scheitert. Ich warte bis ganz oben an derKuppe, dann fahre ich das Loch selber zu, mehr noch, ich fahre gleich an den drei Russen vorbei, die in diesem Moment gar nicht damit rechnen, und rase mit vollem Tempo den Berg runter Richtung Waldschacher See. Sofort bin ich alleine, ich blicke mich um, niemand folgt. Nur am See entlang schläft auch mein Tempo etwas ein, und bei der kurzen leichten Steigung rauf zum Kreisverkehr in Preding ist die Verfolgergruppe wieder da. 3 km lang war ich alleine Führung gelegen. Aber das hat mich auf den Geschmack gebracht, jetzt will ich es wissen, und meine Taktik nimmt auch langsam Formen an.

Kurz danach folgt mein zweiter Angriff, diesmal warte ich den richtigen Moment ab, wir fahren in Einserreihe, und als ich in die Führung komme, trete ich an. Wieder reagiert keiner, und wieder bin ich sofort alleine in Führung. Ist schon auch ein Sauwetter. Esregnet immer noch stark, es ist kalt und ich bin naß bis auf die Haut. Ich fahre etwa einen Kilometer lang, dann merke ich, daß jemand hinter mir ist. Ichdrehemich um, ein alter Deutscher hat aufgeschlossen, fährt vorbei, stellt sich in den Wind und führt brav. Wir wechseln uns ab, er fährt sehr stark, und mir kommen erstmals Zweifel. Soll ich den mitschleppen, wenn der wirklich so stark ist? Durch die Unsicherheit läßt auch gleich die Leistung nach, ich muß mich zusammenreißen, um positiv zu denken. Bei km 33 sind wir  weggefahren, und wir liegen klar und mit deutlichem Vorsprung vorne, als wir in Graschuh die kurze Steigung erreichen. Ich denke gar nicht daran, hier etwas zu erzwingen, und so denke ich mir auch nichts dabei9, als er wegschwenkt und ich die Führung übernehme. Ich fahre den Anstieg halt schnell hoch, mit 53/19 und oben auf der Kuppe dann mit 21, ziehe voll durch, um hier nicht unnötig Zeit liegenzulassen. Die Taktik lautet, daß ich jetzt Zeit rausfahren soll, um bis Frauental zu entscheiden, ob ich weiterfahre oder auf etwaige Verfolger warten soll.

Als ich mich oben auf der Kuppe umdrehe, bin ich alleine. Wo ist der Typ hingekommen? Habe ich das alles geträumt? Ich rolle etwas verunsichert und unschlüssig bergab, aber hinter mir taucht niemand auf. Ich muß mich schnell entscheiden, denn ich will ja auch nicht die ganze gewonnene Zeit gleich wieder vertun. Soll ich auf ihn warten oder nicht? Wahrscheinlich war ihm mein Tempo zu hoch und er ist abgerissen. Aber wenn er auf diesem kleinen Anstieg abgerissen ist, dann ist er mir auf den folgenden Steigungen rund um Deutschlandsberg und Stainz wirklich keine Hilfe mehr. Wozu also warten? Also alleine weiterfahren. Km 41, das heißt, es warten noch 52 km auf mich - und das alleine! Ob ich mir da nicht etwas zu viel zumute? Doch ich entscheide das im Bruchteil einer Sekunde, fahre mit 53/14 und 15, mit hoher Frequenz runter Richtung Groß St.Florian.

Ich bemühe mich, so gleichmäßig wie möglich zu fahren, so schnell wie möglich, ich schaffe immerhin in der Abfahrt weit mehr als 40 km/h, im Flachen dann auch noch 37 bis 39 km/h - aber ob das reicht? Von Verfolgern ist weit und breit nichts zu sehen, aber das heißt ja nichts. Ich muß mal bis Frauental kommen, dann wartet die letzte Runde, die letzten 30 km,und bis dorthin brauche ich einen deutlichen Vorsprung von mindestens 3 bis 4 Minuten.Schließlich sind das da hinten ja keine Nasenbohrer. Konzentration auf die Tretbewegung, die Atmung, die Reserven. Ich versuche immer die Ideallinie zu fahren, um so viel Weg als möglich einzusparen. Ich erreiche Frauental, rase wie irr durch das kleine Örtchen mit den vielen scharfen Kurven, dann bin ich wieder alleine, diesmal auf der leicht ansteigenden Straße nach Bad Gams. Lange Gerade, ich habe Angst davor, mich umzudrehen und die Verfolger hinter mir zu sehen. Aber da ist niemand. Also weitermachen. Rüber bis Vochera, eigentlich bis Stainz, müßte ich kommen, dann ist das Schwerste geschafft. Ich fahre mir die Seele aus dem Leib, gebe alles, was ich habe, jetzt brauche ich keine Rücksicht mehr zu nehmen und Reserven zurückzubehalten. Ein Anstieg nach dem anderen, exakt geschaltet, jeder Tritt ist da schon tausendfach erprobt, auf jedem Meter dieses Kurses weiß ich über die ideale Übersetzung, und das macht sich bezahlt. Ich führe immer noch, und das Ziel rückt immer näher.

Es hat zu regnen aufgehört, jetzt trocknet es langsam auf. Und ab und zu blinzelt auch sogar die Sonne durch. Meine Kräfte schwinden nicht, im Gegenteil, die wachsen und werden immer mehr. Ich werfe jetzt meine allerletzten Kräftein die Waagschale, stürme den Anstieg in Graschuh rauf, überhole dort die ersten Fahrer, die die Schlußlichter bilden. Die sind jetzt zum ersten Mal diesen Anstieg gefahren, ich jage vorbei, die scheinen am Straßenrand zu stehen. Auch das gibt zusätzliche Motivation. Dann wieder runter nach Groß St.Florian, hinter mir ist noch immer niemand zu sehen. Das scheint ein gutes Zeichenzu sein. Nur ein paar Kilometer noch. Die lange Gerade raus bis Frauental, ich werde immer langsamer, kämpfe vehement darum, hier meine 40 km/h zufahren. Ich schaffe es nicht immer, die Tachonadel fällt hier immer öfter darunter. Ein ganz hartes Stück Arbeit ist das. Nur keine Panik aufkommen lassen, immer gleichmäßig treten , aufs Tempo achten, immer zwischen 38 und 40 km/h. Immer öfter habe ich den Kopf hinten, aber da ist niemand zu sehen. Niemand kommt von hinten, keine Gefahr - vorerst nicht. Wo bleiben die Verfolger? Dann bin ich in Frauental, schneide jede Kurve an, hole jede Sekunde, die ich kann, spare Zentimeter um Zentimeter, unter der Unterführung hindurch, raus auf die Hauptstraße, beim nächsten Kreisverkehr rechts weg, dann links rein in die schmale Verbindungsstraße durch den Wald, die kleine Steigung, die scharfe Linkskurve, dann rein nach Deutschlandsberg, raus auf die Zielgerade. Langsam freunde ich mich mit dem Gedanken an, daß ich hier gewinne. Diesen Zieleinlauf, diesen Schlußkilometer, möchte ich wirklich genießen, möchte mich feiern lassen. Doch wo sind die Zuschauer? Niemand zu sehen. Ist das wohl der richtige Zieleinaluf, habe ich mich etwa verfahren? Nein, das Vorausauto ist vor mir, fährt unter dem Zieltransparent durch. Schade, da gewinne ich hier diesen Ölspur-Nationen-Marathon, und niemand sieht´s!!!

Es dauert knappe 3 Minuten, ehe der nächste Fahrer durchs Ziel fährt - ein klarer und souveräner Sieg! Und verdient obendrein, denn als ich meine Solofahrt gestartet hatte, lag der Schnitt bei 37,5 km/h, und jetzt im Ziel, nach meiner 52-km-Solofahrt, lag er bei 39,8 km/h! Das war kein Zufallssieg, der war klar und verdient.

Ergebnisse: 1. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) 2:23:50 (Schnitt 39,8 km/h), - 2. Walter Möhl (BRD) -2:46, - 3. Viktor Labaty (Weißrußland) -3:14, - 4. Aleksandr Kondratenja (Weißrußland), gleiche Zeit, - 5. Wladimir Zyryanov (Rußland) -3:56, - 6. Serguey Udalov (Rußland), - 7.Viktor Sisemov (Rußland), alle gleiche Zeit, - 8. Yuri Demanov (Rußland) -4:17, - 9. Karol Lipovsky (Slowakei) -4:39, - 10. Nikolai Baklanau (Weißrußland) -4:55

 

Samstag, 30. August 2008: Straßenrennen in Pordenone/Loc. La Torre, 51,8 km

Strecke: Pordenone/Loc. La Torre - La Comina - Cordenons - Sclavons - Pordenone/La Torre, 7 Runden á 7,4 km = 51,8 km, 15 Höhenmeter pro Runde = 105 Höhenmeter, Wetter: sonnig, heiß, starker SO-Wind, 28°, Start 16.45 Uhr

Rennverlauf: Endlich wieder in meinem geliebten Italien! Schade nur, daß es  heuer so lange gedauert hat, bis ich endlich wieder mal hier fahre! Den 7,4-km-Kurs in Pordenone kenne ich gut von vielen Rennen her, das ist schon eine klassische Strecke. Und gleich nach dem Start mit der langen leicht steigenden Geraden (max. 2 %) auch das Kernstück der Strecke, im folgenden Flachstück pfeift der Wind von der Seite rein und zerazaust das große Starterfeld gehörig. Wichtig, daß man da im Anstieg immer ganz vorne fährt, denn wenn man da mal nach hinten durchgereicht wird, kommt man nicht mehr nach vorne. Die leicht fallende Passage nach Cordenons rein wird mit 60 bis 65 km/h gefahren.

Die ersten drei Runden sind ziemlich umkämpft, aber da ich immer ganz vorne mitfahre, fällt mir gar nicht auf, daß wir immer weniger und weniger werden. Nach drei Runden sindwirnämlich nur mehr 14 Mann. Und ich stopfe ziemlich viele Löcher, immer wieder wird attackiert, es wird einfach unglaublich offensiv und aggressiv gefahren. Ist eigentlich für die italienischen Rennen typisch, nur wenn man so lange hier nicht mehr gefahren ist wie ich, fällt einmal das doppelt schmerzlich auf. Ich kenne zwar die meisten Fahrer, die guten und starken sowieso, über deren aktuelle Form aber kann ich nur rätseln bzw. staunen. Doch alle Angriffe sind eigentlich nur Scharmützel und nichts im Vergleich zu dem, was da an Feuerwerken in den beiden letzten Runden abgebrannt wird. Ich habe mich schnell anden Rhythmus gewöhnt und habe noch genug Kraft, Energie und Luft, um da aktiv mitzufahren. Ist auch unbedingt nötig, denn eine Runde passiv fahren, und man ist völlig weg vom Fenster. Eine 3-Mann-Gruppe geht mit etwa 10 Sekunden Vorsprung in die Schlußrunde, doch schon im Anstieg werden die Karten neu gemischt, und das rasend schnell.

Zunächstwerden die drei eingeholt, dann setzen sich vier andere ab, einzeln fahren drei Mann nach, der letzte zieht das Feld mit allen Favoriten wieder mit, postwendend fahren wieder zwei Mann weg, die fetzen so richtig, haben sofort 100 Meter, bleiben dann aber stecken und müssen zusehen, wie sich eine Fünfergruppe absetzt. Und das alles auf nur einem Kilometer! Ich habe richtig lange gewartet, Geduld bewiesen und bin jetzt am Drücker. In der Quer-Passage fahre ich zu den fünfen hin, alleine, 4 km vor dem Ziel also 6 Mann vorne. Als Nichtsprinter habe ich keine Chance, wenn ich solange warte, bis wieder alles beisammen ist, also verlängere ich sofort, fahre gleich weg, habe 50 Meter Vorsprung, als es in die Abfahrt nach Cordenons geht. Aber ich fahrenur mithalber Kraft, denn ich weiß, daß ich alleine das niemals bis ins Ziel bringen kann. Richtig, sie kommen wieder, alle fünf, aber auch die Verfolger sind schon bedrohlich nahegerückt. Ich sehe noch, wie sie in Einserreihe aufschließen, noch 3 km, aber sie kommen nicht so richtig ran. Leichter Seitenwind, ich fahre 48 km/h, wo nehme ich nur diese Kraft her? Egal, jetzt muß ich langsam aber sicher draufdrücken. Einer kommt, ein zweiter auch. Das sehe ich an derenSchatten. Sie kommen ran, hängen an meinem Hinterrad und keuchen und röcheln ganz fürchterlich. Noch 2 km. Fieberhafte Gedanken. Soll ich oder soll ich nicht, ein besorgter Blick zurück, die restlichen drei Mann hängen dazwischen, etwa 100 Meter hinter mir, etwa 200 Meter vor dem restlichen Verfolgerfeld, wissen anscheinend auch nicht, was sie tun sollen. Also wenn es weiter nichts ist, diese Entscheidung kann ich ihnen abnehmen. Wenn sie nicht weiterwissen, sind sie keine Gefahr  für mich. Ich erhöhe das Tempo, fahre kurzfristig 50 km/h, dann 51, das halte ich ein paar Meter,dann fliegt die 1000-m-Marke vorbei. Immernoch von vorne. Wer sind die beiden überhaupt hinter mir? Keine Ahnung, ich habe sie nicht gesehen, ich spüre sie nur. Das Tempo fällt auf 48 km/h, dann auf 46, Luftholen für den Zielsprint, alles sticht und brennt ganz fürchterlich, als ob ich in hellen Flammen stehen würde.

So ist also das Gefühl, wenn man lichterloh brennt. Ein herrliches Gefühl, wenn man weiß, daß man gerade dabei ist, die friulanische und venetische Elite in Grund und Boden zu fahren. Noch 500 Meter, keine Reaktion von hinten, ein letzter Blick zurück, 150 Meter Vorsprung auf drei Mann, die gerade von den Verfolgern eingeholt werden. Die Zeit fürs Finale istgekommen, Hintern hoch und denSprint angezogen. Bei 300 Meter setze ich mich wiederhin, die Beine brennen, ich kriege siekaummehr rum, muß mich zwingen dazu, die Lungebrennt, die Schläfen hämmern, der Schädel schmerzt ganz fürchterlich, die Schulter spüre ich nicht mehr, fühlt sich eher so wie Gummi an. Noch 200 Meter. Immernoch bin ich in Führung, Ich warte auf den Angriff, aber es kommt nichts. Ich weiß nicht, soll ich rechts oder links rüberziehen? Im Sprint geradeaus Mann gegen Mann kann ich sie doch beide nicht halten, also nach rechts oder nach links? Der Wind bläst von rechts rein, also lasse ich mich links rübertragen, ganz langsam, der Schatten hinter mir verschwindet. Noch 100 Meter, ich komme immer weiter nach links, führe immer noch, auch als ich über den Zielstrich rase. Sieg!!! Und die Säcke haben sich nicht mal gewehrt! Unfaßbar! Ich habe den Sprint, der eigentlich gar keiner war, von vorne gefahren,und die haben nicht mal mein Hinterrad halten können!

Und Minuten später, als ich verschnauft und durchgeatmet habe, kann ich es noch immer nicht fassen! Auf diese Weise habeich noch nie ein Rennen gewonnen! Einfach an die Spitze gesetzt und immer schneller geworden, beschleunigt, bis alle weggebröselt sind. Naja, so einfach war es beileibe nicht, der entscheidende Grund war sicherlich der goldrichtig gewählte Zeitpunkt. Sekunden nur früher oder später hätte ich sicher keinen Erfolg gehabt. Mein Gott, wie einfach ist das doch, wenn man den richtigen Zeitpunkt erwischt!

Ergebnisse: 1. Robert Bartonek (GS Tecnoimpianti Padova) 1:12:02 (Schnitt 42,8 kim/h), - 2. Patrizio Bonaldo (Sant´Ambrogio), - 3. Silvano Trentin (Cicli Zuliani), alle gleiche Zeit, - 4. Giovanni dalla Costa (KM Sport) -0:11, - 5. Renzo Begamin (Pontepriula), - 6. Maurizio Cervellin (Evolution), - 7. Rolando Barbieri (Sant´Ambrogio), - 8. Silvio Coré (Metalser), - 9. Alfio Maracani (Frenocar), - 10. Enzo Serpelloni (Alliance Butty Multiservice), alle gleiche Zeit

 

Sonntag, 31. August 2008: Straßenrennen um den Großen Alpe-Adria-Preis in Adorgnano di Tricesimo, 68,4 km

Strecke: Adorgnano - Tricesimo - Fraelacco - Loneriacco - Molinis - Nimis - Qualso - Vergnacco - Adorgnano, 4 Runden á 17,1 km = 68,4 km, 135 Höhenmeter pro Runde = 540 Höhenmeter, Start 10.15 Uhr, Wetter: leicht bewölkt, sehr heiß, starker NW-Wind, 32°

Rennverlauf: Ein riesengroßes Feld steht diesmal am Start, weitmehr als 100 Fahrer. Die Strecke ist nicht leicht, hügelig, viele Richtungswechsel, der Wind dreht damit auch dauernd, gutes Positionfahren im Feld ist damit gefragt. Die erste Runde ist mehr ein Abtasten, es wird zügig gefahren, eigentlich sehr schnell, aber ich bin im Feld gut versteckt, muß kaum Energie investieren. Die zweite Runde läuft beinahe identisch, einige mehr oder weniger harmlose Angriffe, die aber alle gleich wieder neutralisiert werden. Man spürt förmlich die Spannung, der Nervenkitzel, die Luft flimmert und ist wie elektrisch aufgeladen. Leider bin ich aber auch viel zu weit hinten im Feld, ich kann gar nicht reagieren bei Attacken, muß weiter nach vorne, schaffe es aber nicht. Riccardo Tarlaio, der Ex-Profi, ist ein sehr guter Maßstab für mich, ich bin meist in seiner Nähe. Aber dann wieder ist er blitzschnell ganz vorne an der Spitze, greift an, fährt nach, und  da komme ich dann nicht mehr. Gottseidank wird aucher immer wieder zurückgeholt. 

Mit der Zeit hinterläßt die Distanz ihre Spuren, das heiße Wetter, das hohe Tempo, das abwechslungsreiche Rennen und die starke Konzentration. Oha, da heißt es aufpassen, ich trinke und esse etwas, es geht mir gleich wieder besser. Die zweite Runde zeigt, wie schwer das Rennen ist, das Hauptfeld ist nur mehr halb so groß. Zu Beginn der dritten Runde setzt sich dann eine achtköpfige Gruppe ab und bleibt vorne, baut ihren Vorsprung sogar aus. War das schon die Entscheidung? Tarlaio ist bei mir im Feld, wird aber unruhig, drängt immer vehementer nach vorne. Ich muß aufpassen, denn der Junge hat einen so vehementen Antritt, daß ich da unbedingt schon am Hinterrad  sein muß, wenn ich auch nur den Hauch einer Chance haben will. Immer wieder sind es jedoch andere, die einzeln oder zu zweit oder zu dritt aufzuschließen versuchen. Es wird irgendwie unübersichtlich, es sind viele Gruppen und Einzelfahrer vor dem Feld unterwegs. Tarlaio zögert, sein Antritt kommt nicht, obwohl er sich immer wieder nach vorne orientiert. Das ist nervenaufreibend, ich weiß nicht, wann er sich zum Handeln entschließt. Und ich bilde mir ein, daß er irgendwann angreifen wird, und darauf warte ich. In Italien lernt man, sich in Geduld zu üben.

Es ist ein Moment, den niemand als solcher wahrnimmt. Ende der zweiten Runde ist 1,5 km vor dem Zielstrich eine Autobahnüberführung zu bewältigen, die ziemlich steil ist und auch lang. Gut 4 % Steigung auf mindestens 300 Metern, und das tut ganz gehörig weh. Wenn man da erst mit aller Kraft angreift... Und genau da kommt sein Antritt. Ich kenne ihn jetzt schon seit Jahren, instinktiv war ich an seinem Hinterrad, und sofort sind wir alleine vor dem Feld. Ich habe keine Zeit, auf irgendwas oder irgendwen zu achten, ich bin vollauf damit beschäftigt, sein Hinterrad zu halten. Der Sprint ist unglaublich lang, er läßt nicht nach, obwohl wir schon längst weggekommen sind. Naja, das ist halt seine Art, sich jeder Mitausreißer zu entledigen. Aber wie gesagt, ich kenne ihn, und ich habe gewußt, warum ich auf ihn gewartet habe. Er ist die Lokomotive, die einzige in diesem Starterfeld, die ich unbedingt brauche, um ganz nach vorne zu kommen. Alleine hätte ich das nie und nimmer geschafft. Ob ich es allerdings schaffe, solange an ihm dranzuhängen, ist eine ganz andere Frage.

Jedes Prozent STeigung tut verdammt weh, auch wenn es nur 10 Meter lang ist. In Fraelacco befindet sich das Kernstück der Runde, ein dreistufiger Anstieg mit einem guten Kilometer Länge. In den beiden bisherigen Runden hatte ich da immer kleine Probleme, habe da immer ein paar Positionen eingebüßt. Wir fliegen an einer 3-Mann-Gruppe vorbei, gleich darauf an einer weiteren, dazwischen waren noch zwei einzelne Fahrer, die ich registriert habe. Tarlaio fährt wie eine Maschine, Kein Blick zurück, kein Tritt zuviel, aber auch keiner zuwenig. Jede Kurve wird optimal angeschnitten, das Tempo konstant und irre hoch. Als ich mal kurz auf den Computer runtersehe, zeigt er 51 km/h an. Irgendwie schaffe ich es über den Anstieg, dann die Abfahrt, auch da bin ich haarscharf dran, abzureißen. Dahinter folgt der nächste Anstieg, ich bin amLimit, will aber einfach nicht abreißen lassen, dann wäre aller Aufwand umsonst gewesen, und ich weiß auch, daß ich mich jetzt nach dieser Anstrengung auch im Feld kaum würde halten können. Also dranbleiben, koste es, was es wolle. Er fährt und fährt und fährt, ich brauche keinen Meter zu führen, könnte es ja auch gar nicht. Wieder ein kleiner Anstieg, dann eine Rückenwindpassage, das Tempo steigert er auf wahnwitzige 56 km/h. Wie kann ein Mensch so lange so schnell fahren? Egal, ich bleibe dran und  kann es damit ja auch. Wir haben eine größere Gruppe erreicht, er kümmert sich nicht darum, fährt auf der linken Seite einfach vorbei. Die Versuchung ist unglaublich groß, an dieser Gruppe hängenzubleiben. Aber ich weiß, daß das erst die Verfolgergruppe ist, und wenn ich jetzt hier hängenbleibe, kann ich das Ergebnis vergessen. Wir sind wieder alleine, die Gruppe hat er hinter sich gelassen, vorne sehe ich jetzt endlich die Spitzengruppe. Acht Mann sind es, die sich immer wieder umdrehen. Jawohl, er kommt. Der große Favorit, der von Anfang an nicht in dieser Gruppe dabei war, stellt jetzt die richtigen Verhältnisse wieder her. Als er aufschließt, ist das wie eine Selbstverständlichkeit. Nur ist diesmal etwas anders: er ist nicht alleine gekommen, er hat mich mitgezogen.

Zeit zum Verschnaufen. Nein, doch nicht, sofort beginnen jetzt auch hier die Attacken. Wir sind in Qualso, Ortsdurchfahrt, der Anstieg, dann die lange Abfahrt. Wieder Tempo 64, und das bei gerade mal 3 Prozent Gefälle. Rechts ums Eck, die Autobahnüberfahrt, in der Abfahrt dann die 1000-m-Marke. Ich bin wieder dran, ich staune über mich selber. Die letzte Runde.

Wir sind jetzt 10 Mann vorne, aber diese zehn Mann werden nicht ankommen, garantiert nicht. Tarlaio dreht sich um und wirklich, der Irre lächelt. Oder ist es ein schmerzverzerrtes Gesicht? Kann ich mir bei ihm nicht vorstellen. Die letzte Runde ist purer Kampf, viel Motivation, noch viel mehr Emotion und ganz viel Konzentration. Jeder Kurbeltritt kann die Entscheidung bedeuten, jeder belauert sich, aber doch investieren alle zehn sehr viel Substanz. Doch die Geplänkel bringen nichtsein. Die beiden einzigen, die sich auffallend zurückhalten, sind Tarlaio und ich. Er hat eine Taktik, ich kann einfach nicht mehr, bin am Ende. Andauernd blickt er sich um, sucht mich, hat er denn Angst vor mir? Da muß ich beinahe lächeln, wenn er wüßte, wie ich mich fühle! Aber gut so, je weniger mitmirrechnen, umso besser für mich. Die entscheidende Situation dann 8 km vor dem Ziel in Fraelacco beim Anstieg: Alfio Maracani, ein starker Sprinter und ausgezeichneter Straßenfahrer, hat sich abgesetzt und fährt etwa 40 Meter vor der Gruppe, ich fasse mir ein Herz und sprinte zu ihm hin. Eigentlich wollte ich nur eine kurze Führung fahren, damit nachher niemand sagen kann, ich hätte mich vor der Arbeit gedrückt. Erstaunlich leicht und schnell bin ich anihmdran, ein kurzer Blick zurück, wir bleiben zu zweit, die anderen acht scheinen nicht zu reagieren. Alfio blickt erstaunt zu mir rüber, als ich an ihm vorbeifahre und mich in Führung setze. Bergauf mache ich lieber selber das Tempo, anstatt seines mitzugehen. Er hängt sich sofort an mich dran und bleibt hinten. Auch gut. So kann ich wenigstens gleichmäßig fahren. Und instinktiv weiß ich, daß er damit einen sehr schweren Fehler begangen hat. Er hätte mich sofort angreifen sollen, und er wäre mich losgewesen. So aber...

Wir wechseln uns ständigab, keiner nimmt länger als 100 Meter, hohes Tempo, aber als er dann noch eins draufsetzen will, bremse ich ihn. Ich fahre neben ihn und sage ihm "piano, piano!" Ob er mich versteht? Ist in dieser Situation ja nicht einfach, aber wenn wir zu schnell zuviel Vorsprung rausfahren, machen sie sich hinten an die Verfolgung und dann ist es um uns geschehen. Es gilt, die feine Balance zufinden zwischen Vorwärtsdrang und schaumgebremstem Einsatz, es ist ein Tanz auf der Rasierklinge. Vorsprung ja, aber gerade soviel, daß sie hinten nicht beunruhigt sind und so spät wie nur möglich die Verfolgung aufnehmen. Jeder Meter, den wir länger in Führung sind und näher dem Ziel kommen, ist ein Erfolg für uns. Esscheint zu gelingen. Kilometer um Kilometer fahren wir an der Spitze, ich blicke mich andauernd um, um den Abstand immer zu kontrollieren. Ich fahre nicht voll, vielleicht mit 80 Prozent, wir fahren so 42 bis 44 km/h, der Abstand pendelt zwischen 150 und 200 Metern. Die Kuppe in Qualso schaffen wir, und jetzt beginnt das große  Zittern, noch 4 km. Die Abfahrt, das lange leicht fallende Flachstück bis Vergnacco, noch 3 km, wir haben immer noch gut 150 Meter. Ja, jedesmal eine andere Taktik, das kann aufgehen. Wenn man es immer auf die gleiche Art versucht, istman schnell bekannt und wird eingeordnet und dann funktioniert das nicht mehr. Auf den Sprint kann ich mich nicht verlassen, da bin ich zu schwach. Die Gruppe muß so klein wie nur möglich sein. Immer fürchte ich, daß Tarlaio mit einem seiner gefürchteten Antritte die ganze Gruppe wieder ranzieht. Aber was habe ich eigentlich zu verlieren? Der Vorsprung ist groß genug, daß ich so oder so in den ersten 10 landen werde. Ein Preisrang ist mir also sicher. Und ohne Risiko kein Sieg. Noch 2 km. Dann ist die Abzweigung da, es geht rechts weg, sofort steigt die Straßeanzuur Überführung. Ich nehme alle Kraft zusammen, forciere so gut ich kann. Es ist kein Antritt eines Sprinters, eher eine Tempoverschärfung, wie sie die Verfolger auf der Bahn zustandebringen. Maracani ist überrascht, bleibt aber dran. Ich blicke mich um. Ein einziger Konkurrent, und das ist einer der stärksten Sprinter. Der Vorsprung auf die Verfolger ist gut 200 Meter groß, das muß doch einfach reichen!

Abfahrt, die Mulde runter, die 1000-m-Marke. Wieder muß ich etwas Untypisches machen. ich suche nicht seinen Windschatten, nein, ich habe nichts zu verlieren und bleibe vorne, fahre diesen Sprint, der eigentlich gar keiner ist, von vorne. Noch  1000 Meter. In der Abfahrt sind wir mit 54 km/h gefahren, ich versuche, das Tempo so lange wie möglich zu halten. Als Maracani hinter mir zu röcheln beginnt, muß ich insgeheim lächeln. Ja, Junge, das ist jetzt bereits das Finale! Keine Ahnung, ob ich das durchziehen kann odernicht, ich muß es einfach versuchen. Ich wechsle ein paarmal die Straßenseite, vielleicht kann ich ihn abschütteln, wenn er unaufmerksam ist. Ist er leider nicht. Bei 200 Meter sprintet er an mir vorbei, voller Kraft und Energie. Ich habe keine Chance, da noch zu reagieren. Bin leer, völlig leer, und in dem Moment merke ich es doppelt. Schade, aber ein zweiter Platz ist auch ein gewaltiger Erfolg. Wütend fliegt Zentimeter nach der Ziellinie Tarlaio an mir vorbei. Da wird der Unterschied in der Endschnelligkeit ganz klar deutlich. Der Junge hätte gewonnen, wenn ich nicht vorher attackiert hätte!

Ergebnisse: 1. Alfio Maracani (Frenocar) 1:39:42 (Schnitt 40,8 km/h), - 2. Robert Bartonek (GS Tecnoimpianti Padova), - 3. Riccardo Tarlaio (GS De Luca Renault Portogruaro), - 4. Alessio Fangazio  (Amici del Pedale di Lessone), alle gleiche Zeit, - 5. Elio Moras (GC Meschio) -0:02, - 6. Aldo Allegranza (New Team Villadossola), - 7. Enzo Serpelloni (Alliance Butty Multiservice), - 8. Dennis Pellizzer (GS De Luca Renault Portogruaro), alle gleiche Zeit, - 9. Francesco Lorenzon (GS Spinacé Zaghis) -0:04, - 10. Patrizio Bonaldo (GS Sant´Ambrogio), gleiche Zeit

Samstag, 6. September 2008: Bergrennen Hartberg - Masenberg, zugleich Steirische Bergmeisterschaft, 28,1 km

Strecke: Hartberg - Seibersdorf- Obersafen - Untersafen - Eggendorf - Point - Hartberg - Ringkogel - Masenberg, 28,1 km, 1000 Höhenmeter, Start 14.05 Uhr, Wetter: sonnig, warm, sehr starker SO-Wind, 26°

Streckenführung

Höhengrafik

 Rennbericht: Heuer müssen wir erstmals eine 14-km-Schleife fahren, ehe es den 14 km langen Masenberg via Ringkogel hinaufgeht. Leider habe ich mir in den vergangenen Tagen eine Verkühlung eingefangen, ich bin überhaupt nicht gesund. Und das ausgerechnet jetzt, wo morgen das Finale im Ginner-Cup in Trumau ansteht! Meine Idee war es, heute nur so mit halber Kraft mitzufahren, um die Krankheit so schnell wie möglich rauszuschwitzen. Was sich der kleine Robert da wieder ausgedacht hat! Die Startschleife beginnt mit hohem Tempo, bei sehr starkem Wind (eigentlich ist das schon ein Sturm) gibt es auf den ersten Hügeln sofort Action, ein paar Mann setzen sich ab, Bruchmann ist vorne, Pfisterer fährt nach, dann kommt auch noch Hauk, ich zögere nicht, ich muß auch mithalten. Nach kurzer Zeit ist wieder alles beisammen, und auch den Rest der Runde immer wieder das gleiche Bild: sehr abwechslungsreicher Rennverlauf, immer wieder wird attackiert, nachgefahren, aber niemand kommt entscheidend weg.

Start am Hauptplatz in Hartberg

Wir sind dann irgendwann wieder in Hartberg, geändert hat sich nichts, einige wenige Fahrer fehlen, aber sonst ist alles beisammen. Mir ist ganz komisch, ich spüre die Krankheit, schließlich hatte ich heute morgen noch leichtes Fieber. Soll jetzt keine Ausrede sein, aber mir war nicht ganz geheuer zumute. Trotzdem fahre ich ganz vorne in der ersten Reihe in den Berg rein, falle sofort zurück. Bin am Ende der Gruppe. Ich weiß um meinen Zustand, wehre mich nicht, ich will nur so unbeschadet wie möglich ins Ziel hochklettern. Noch vor dem 21 % steilen Anstieg falle ich zurück und bin alleine. Viele sind nicht mehr hinter mir.

Das weitere Rennen ist eigentlich sehrfade und langweilig. Ich fahre mit 90 bis 95 % den Berg hoch, weniger geht nicht, weil ich sonst umfalle und hinter mir auch den Schebath Otto auf Distanz halten will, vorne sehe ich anfangs noch die Gruppe mit Hauk, aber ab der Halbdistanz sehe ich die Gruppe auch nicht mehr. Vorne nichts zu sehen, hinten auch nicht, so fahre ich den gesamten Berg bis ins Ziel hoch, auch den letzten verdammt steilen Kilometer, den ich mich mit 39/25 raufquäle. Das Ergebnis ist dementsprechend, ich werde Fünfter, das warich auch schon zu Beginn des Anstiegs. Abschließendes Resümee: 5. Platz ist nicht schlecht, aber bei der schwachen Besetzung doch nicht zufriedenstellend. Erschreckend dieses Niveau, wo sind all die Rennfahrer hingekommen? Sieht so aus, als hätte eine österreichweite Epidemie sie alle hingerafft. Diese Starterzahlen sind eine Schande für den österreichischen Radsport, mehr fällt mir dazu wirklich nicht ein. Und die Verkühlung ist auch nicht besser geworden, ich habe zwar geschwitzt wie ein Schwein, aber besser geworden ist dadurch überhaupt nichts. Im Gegenteil, in der Nacht habe ich wieder Fieber bekommen. Der Schuß ist also nach hinten losgegangen. Schade. 

Ergebnis Master III: 1. Sebastian Pfisterer (ARBÖ Grassinger Lambach) 1:10:05, - 2. und steirischer Landesmeister Franz Bruchmann (RSV Zweirad-Kappler Sparkasse Hartberg) -3:22, - 3. Johann Hauk (RC Volksbank Deutschlandsberg) - 3:47, - 4.Ulrich Gössler (ARBÖ Drahteisel Volksbank Voitsberg) -4:48, - 5. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -8:18, - 6. Otto Schebath (ARBÖ Sparkasse Kindberg) -9:28

 

Sonntag, 7. September 2008: Kriterium in Trumau

Strecke: Rundkurs in Trumau, 18 Runden á 1,1 km = 19,8 km, Start 12.45 Uhr, Wetter: windstill, sonnig, warm, 19°

Rennverlauf: Scheiß-Krankheit! Fieber in der Nacht, verkühlt, verschleimt, und eines der wichtigsten Rennen steht bevor! Sicherheitshalber habe ich mein Frühstück auf einen Liter Noni-Saft beschränkt und auf die Hoffnung, daß er noch rechtzeitig greift (habe gestern einen halben Liter getrunken!) Warum ist dieses dumme Kriterium in diesem nichtssagenden Nest so wichtig?? Es ist das letzte Rennen zum Ginner-Cup, und in der Gesamtwerrtung geht es für mich noch um alles. Platz 3 oder 4, das wird sich heute entscheiden. Warum so wichtig? Weil in diesem Cup fast nur Kriterien gefahren werden, und ich als absoluter Nicht-Kriteriumsfahrer da überhaupt keine Chance gesehen habe - anfangs. Und da es jetzt um einen Stockerlplatz in der Gesamtwertung geht, ist das wie ein Sieg für mich. Zur Ausgangsposition: Habacher als Sieger steht einwandfrei und klar fest, Mateyka als Zweiter ist beinahe ebenso klar, dahinter aber fällt zwischen Nutz und mir die Entscheidung, wer noch aufs Podest klettern darf. Ich habe 5 Punkte Vorsprung auf Nutz. Gewinnt er, ist für mich das Rennen verloren, wird er Zweiter oder Dritter, muß ich einen Platz dahinter sein, schafft er es nicht unter die ersten drei, habe ich einen Spielraum von vier Plätzen, die ich auf ihn verlieren darf. Alsoeigentlich stehen meine Chancen nicht so schlecht, wäre da nicht diese saublöde Verkühlung, die gerade zum völlig falschen Zeitpunkt aufgetaucht ist.

Ich stehe fieberfrei, aber mit Gänsehaut (ist kein gutes Zeichen) am Start, lasse mir natürlich nichts anmerken, aber die Nase und die Bronchien sind ziemlich verschleimt. Habacher ist dabei und natürlich der haushohe Favorit, Mateyka ist gar nicht gekommen, wie überhaupt - wieder einmal - die Starterzahl sehr zu wünschen übrig läßt. Wenn gut zehn Starter mehr hier wären, dann hätte ich sogar noch Chancen auf den zweiten Gesamtrang, aber so... Nutz ist natürlich dabei, ist guter Dinge, strahlt Optimismus aus und lacht dauernd - oder ist das etwa Galgenhumor?... Er startet für den Trumauer Verein, das Rennen findet in Trumau statt, also...

Der Startschuß erfolgt, und sofort legt Habacher wie aus der Pistole geschossen los, geht aus dem Sattel und greift an, und genauso selbstverständlich sind Gerhard Schäbinger und Helmut Nutz an seinem Hinterrad. Der eine sein Teamkollege aus der Kategorie IV, der andere mein großer Konkurrent. Da darf ich natürlich auch nicht fehlen,und als Letzter springe ich noch - mit Verzögerung sozusagen - dazu, geschafft! Fürs erste habe ich die Startattacke abgewehrt, aber mein Puls ist verdammt hoch, bewegt sich ständig über 180. Erstmal zur Ruhe kommen, ich hänge nur hinten drauf, vor mir Habacher und Nutz, manchmal stellt sich Schäbinger in den Wind, ich als Vierter bin sozusagen nur das fünfte Rad am Wagen. Schnell sind die ersten drei Runden absolviert, die erste Wertung steht bevor, ich komme gar nicht zum Sprint, werde Vierter. Naja, wenigstens einen Punkt gerettet. Aber ich habe auch gesehen, daß Habacher um diesen ersten Sprintsieg wirklich alles getan hat, also will er denSieg. Wenigstens was. Da kann Nutz höchstens Zweiter werden, und wenn ich es schaffe, in dieser Gruppe dranzubleiben, bin ich Dritter (Schäbinger zählt ja zur Kategorie 4), damit wäre mein dritter Gesamtrang gerettet. Aber wenn wir wieder eingeholt werden? Dann werden die Karten neu gemischt. Oder wenn am Ende gar Nutz gewinnt? Dann gute Nacht... Nutz ist Zweiter dieser ersten Wertung geworden, war knapp an Habacher dran, wenn er in seinem Heimrennen über sich hinauswächst? Ich sollte mir nicht so viele Gedanken machen. Stattdessen werde ich größenwahnsinnig, denn ich glaube, Angriff ist die beste Verteidigung. Nach dieser ersten Wertung verlängere ich sofort und greife zur Abwechslung mal selbst an. Die überraschten Gesichter der anderen kann ich leider nicht genießen, denn ich lege viel Energie in diesen Angriff, lasse mich nur langsam wieder einholen. Dumm, jetzt wissen sie, daß ich mich nicht so einfach wegwischen lasse. Hätte ich nicht vielleicht alles auf einen einzigen Antritt setzen sollen, irgendwann kurz vor dem Finale??

Zweite Wertung, gleiches Bild, Habacher gewinnt vor Nutz und Schäbinger und mir, ich attackiere wieder unmittelbar danach. Aus Gewohnheit. Wieder holen sie mich ein. Ich habe mich jetzt eigentlich ganz gut an diesen Rhythmus gewöhnt, der Kurs liegt mir irgendwie, ich kann mich mit ihm durchaus anfreunden. Wohl nur, weil wir nur zu viert fahren. Wenn ich in einer großen Gruppe wäre, sähe das sehr viel anders aus... Immer wieder greife ich an, sobald das Tempo einen Hauch nach unten fällt. Wenn ich mich schon so plagen muß, sollen die anderen auch was davon haben. Sie dürfen nicht zur Ruhe kommen, das ist das Wichtigste. Vom Fieber spüre ich nichts, nur der viele Schleim, der mir aus den Nasenlöchern trieft, ist irgendwie störend und lästig. Ich spucke, kotze und rotze mich um den Kurs.Vierte Wertung, ich greife schon in der Runde davor an, halte einen kleinen Vorsprung und gewinne diese Wertung. Und wie ich´s mir gedacht habe, Habacher sprintet Nutz nieder, Der Zwischenstand somit: Habacher 13 Punkte, Nutz 8, ich 7. Wird noch ein spannendes Finale!

Fünfte Wertung, kurz davor haben wir das restliche Feld überrundet, Habacher hat plötzlich angetreten ist alleine weggefahren, ich habe alle Kraft und Energie zusammengenommen und bin zu ihm hin, was ihn wieder einmal überrascht hat. Mich hat die Aussicht beflügelt, Nutz jetzt endlich mal zu überholen. Zu zweit sind wir dann auf die Gruppe aufgefahren, aber  leider ist dann das Tempo eingeschlafen, wodurch Nutz und Schäbinger wieder aufschließen konnten. Schade um diese Chance, als es zum fünften Mal um die Punkte gegangen ist, haben Habacher, Nutz und ich uns wieder vom Rest etwas abgesetzt, und da hat Habacher in der Zielkurve Nutz innen vorbeigelassen, ich bin Dritter geworden, aber er hat nicht mit meiner Wut und meinem Frust gerechnet.

Die letzte Wertung wird entscheiden, auf diesen letzten Sprint kommt es an: bin ich vor Nutz, bin ich in diesem Kriterium Zweiter, sonst Dritter. Für die Zuschauer ist das sicher sehr spannend, ich persönlich könnte darauf verzichten. Ich mache keinen Fehler, dennoch reicht es nicht. Nutz ist einfach der stärkere Sprinter, und auch er weiß, worauf es ankommt. Habacher vor Nutz und mir, so lautet die Reihung auch beim letztenSprint.Damit ist das Rennen gelaufen, sowohl das Kriterium als auch die Gesamtwertung des Ginner-Cups. Beim Kriterium bin ich Dritter, stehe somit am Podest, in der Ginner-Cupwertung habe ich Nutz mit 2 Punkten Differenz denkbar knapp auf Distanz gehalten, aber in der Hitze des Gefechts habe ich ganz übersehen, daß ja mit Mateyka der Gesamtzweite gefehlt hat. Und in der Gesamtwertung hätte ich den beinahe noch geschnappt, ganz sicher aber, wenn ich im Kriterium Zweiter geworden wäre! So knapp ist das Ergebnis also gewesen, bzw. haben mir im Kriterium nur drei Starter mehr gefehlt, dann hätte es mehr Punkte gegebnen, und ich wäre auch mit meinem dritten Rang noch Gesamtzweiter geworden! Selten habe ich so über fehlende Starter geflucht wie diesmal! Wo sind die Säcke nur alle hingekommen??? Wieso hat es da nur so wenige gegeben? Haben die alle das Radfahren verlernt???

Preisverteilung des Kriteriums (von links): Nutz, Habacher, Bartonek

Ergebnisse Kriterium: 1. Herbert Habacher (ARBÖ Kollar Cyclingteam Stattersdorf) 27 Punkte, 31:30 (Schnitt 37,7 km/h),- 2. Helmut Nutz (RC Trumau) 14, - 3. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) 12, - 4. Gerald Lingl(Veloclub Simmering) 2, - 5. Rudolf Feitsch (RC Trumau) 0, - 6. Heinz Heimhilcher (RC Wiener Allianz Schnecke Wien) 0 Punkte

Gesamtwertung Ginner-Cup (von links): Habacher (1.), Bartonek (3.), Nutz (4.)

Ergebnisse, Endstand Gesamtwertung Ginner-Cup: 1. Herbert Habacher (ARBÖ Kollar CyclingteamStattersdorf) 2565 Punkte, - 2. Jens Mateyka (RC Wiener Allianz Schnecke Wien) 144, - 3. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) 142, - 4. Helmut Nutz (RC Trumau) 140, - 5. Herbert Ebermann (PSV Giga-Sport Wien) 107, - 6. Erich del Pozo (ARBÖ Kollar Cyclingteam Stattersdorf) 105, - 7. Heinz Heimhilcher (RC Wiener Allianz Schnecke Wien) 102, - 8. Rudolf Hansl (ARBÖ Vredestein imcom.24 Wien) 101, - 9. Josef Schrattenecker (ARBÖ Radsport Grassinger Lambach) 97, - 10. Peter Karner (ARBÖ Erd St.Pölten) 84, - 11. Johann Schweighofer (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) 78

 

Freitag, 12. September 2008: Schöckel Classic, Bergzeitfahren St.Radegund - Schöckel, 4 km

 

Strecke: St.Radegund, Kurhaus - Ghs. Schöckelbartl - Schöckelkreuz, 4 km, 400 Höhenmeter, Steigung max. 16 %, Start 18.33 Uhr, Wetter: bedeckt, starker Regen, windstill, 15°

Rennverlauf: Wieder so ein Wochenende mit wichtigen Rennen: heute Bergzeitfahren, morgen Zeitfahren in Kärnten, da geht es auch um die Gesamtwertung, und am Sonntag Tirol-Marathon. Die Trainingswoche war nicht sonderlich gut gelaufen, ich war noch verkühlt gewesen und wollte nicht übertreiben.Das Bergzeitfahren war auch ziemlich schwach besetzt, daher hatte ich mir vorgenommen, nur mit halber Kraft zu fahren. Viel mehr als der dritte Platz ist nicht drin gewesen. Bin gleichmäßig gefahren, eine ziemlich schwache Zeit, zugegeben, aber die Motivation hat ja auch völlig gefehlt. Einerseits durch das Sauwetter, andererseits durch diese schwache Besetzung. Wieder einmal sind kaum Fahrer am Start gewesen.

Preisverteilung Klasse 2 (von links): Krebs, Leutgeb, Bartonek

Ergebnisse Tageswertung: 1. Alfred Platzer (ARBÖ Radsport Vychodil Vredestein Graz) 14:55, - 2. Michael Schwarzäugl (ARBÖ Radsport Vychodil Vredestein Graz) -0:45, - 3. Klaus Keil -1:02, - 4. Gerald Leutgeb (SC Tiroler Radler Bozen) -1:13, - 5. Peter Krebs (ARBÖ Radsport Vychodil Vredestein Graz)  -1:30.- 6. Bernhard Wagner (SV St.Radegund) -2:40, - 7. Michael Schaffer (RTT Passail) -2:58, - 8. Hannes Bierbauer (Markt Hartmannsdorf) -3:03, - 9. Bernhard Kohlhauser (ARBÖ Radsport Vychodil Vredestein Graz) -3:07, - 10. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -4:42

Ergebnisse Altersklasse 2: 1. Gerald Leutgeb (SC Tiroler Radler Bozen) 16:08, - 2. Peter Krebs (ARBÖ Radsport Vychodil Vredestein Graz) -0:17, - 3. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -3:29

 

Samstag, 13. September 2008: Einzelzeitfahren um den Lavanttaler Assetline-Zeitfahrcup um den Großen Preis der Gemeinde St. Georgen in St. Georgen, 11,5 km

Strecke: St.Georgen - Matschenbloch - Niederhof - Schwarzenbach - Ettendorf, Wende - Schwarzenbach - Niederhof - Matschenbloch - St.Georgen, 11,5 km, Start 14.42 Uhr, 85 Höhenmeter, Wetter: bedeckt, kühl, starker SO-Wind, 15°

Rennverlauf: Die Strecke war nicht leicht, sehr wellig, dauerndes Auf und Ab, kaum ein flacher Meter, dazu kalter, starker Wind. Also selektiv. Ausgangslage: ich liege an der vierten Stelle der Gesamtwertung, brauche unbedingt einen Stockerlplatz und muß Fediuk so weit wie möglich distanzieren. Ich fühle mich schon etwas besser heute, spüre das gestrige Bergzeitfahren kaum. Ich starte schnell, fahre mit 100 Prozent über die gesamte Distanz. Auf dem langen Anstieg zur Wende hin, etwa 5 bis 6 %,überhole ich einen Fahrer, bei der Rückfahrt nochmal gleich zwei. Das war´s dann aber auch schon, an Wolfgang Forobosko komme ich erwartungsgemäß nicht heran. Ichbleibe aber an der2. Stelle, undFediuk hat heute keinen guten Tag, der verliert 2 Minuten auf mich und wird nur Neunter.Damit habe ich mein Ziel erreicht, mehr noch, ich kannn sogar noch Kootz abfangen, der eineinhalb Minuten auf mich verliert und Siebenter wird. In der Gesamtwerrtung heißt das damit Platz2, und das mit einem Rennen weniger!

Auch diese Gesamtwertung, dieser Assetline-Zeitfahrcup, an dem ich zum erstenmal heuer teilgenommen habe, war mir im Endeffekt sehr wichtig, weil ich ja gar kein Zeitfahrer bin. Da ist es schon eine Auszeichnung, wenn man in einer solchen Disziplin in einer Serie von vier Rennen, von denen ich gar nur drei bestritten habe, Gesamtzweiter wird!

Ergebnisse Tageswertung: 1. Günther Adler (RC Union Schwarzl-Freizeitzentrum Laßnitzhöhe) 15:47, - 2. Hermann Harter (RC Union Volksbank Deutschlandsberg) -0:05, - 3. Markus Gubert (RC Raiffeisen Feld/See) -0:14, - 4.Josef Hatz -0:16, - 5. Daniel Wabnegg (RC Radsport Vychodil Vredestein Graz) -0:19,- 6. Harald Winkler (RC Raiffeisen Feld/See) -0:29, - 7. Richard Nudl (HN-Radcenter St.Lorenzen/Mürztal) -0:31, - 8. Harald Kaltenbacher (RC RaiffeisenFeld/See) -0:33, - 9. Wolfgang Frass (RC Raiffeisen Feld7See) -0:35, - 10. Roland Karrer (Triathlon-Team Wolfsberg) -0:37, - weiters. 30. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -1:47

Ergebnisse Tageswertung Kategorie Männer 6: 1. Wolfgang Forobosko (ÖAMTC Raiffeisen Althofen) 16:55, - 2. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -0:39, - 3. Peter Fladerer (RC Raiffeisen Feld/See) -1:02, - 4. HelmuthSokoll (HRC Wigo-Haus Wolfsberg) -1:52, - 5. Karl Kraus (HRC Wigo-Haus Wolfsberg) -2:07, - 6. Josef Praschk (Polizei SV Graz) -2:09, - 7. Ferdinand Kootz (BSG Kärntner Landesregierung) -2:22, - 8. Hans Passegger (HRC Wigo-Haus Wolfsberg) -2:27, - 9. Herbert Fediuk (HRC Wigo-Haus Wolfsberg) -2:36, - 10. Michael Nössler (HRC Wigo-Haus Wolfsberg) -3:21

Ergebnisse Assetline-Zeitfahrcup Gesamtwertung Kategorie Männer 6, Endstand: 1. Wolfgang Forobosko (ÖAMTC Râiffeisen Althofen) 190 Punkte,- 2. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) 135, - 3. Ferdinand Kootz (BSG Kärntner Landesregierung) 130, - 4. Herbert Fediuk (HRC Wigo-Haus Wolfsberg) 119, - 5. Karl Kraus (HRC Wigo-Haus Wolfsberg) 101, - 6. Helmuth Sokoll (HRC Wigo-Haus Wolfsberg) 99, - 7. Peter Fladerer (RC RaiffeisenFeld/See) 98, - 8. Josef Praschk (Polizei SV Graz) 92, - 9. Horst Kurmann (ÖAMTC Raiffeisen Althofen) 72, - 10. Hans Passegger (HRC Wigo-Haus Wolfsberg) 71

 

Sonntag, 14. September 2008: Internationaler Tirol-Radmarathon in Schwaz, 97 km

Strecke Schwaz - Ried - Buch - Maurach - Rotholz - Straß/Zillertal - St.Bertraud - Brixlegg - Rattenberg - Radfeld - Kundl - Breitenbach/Inn - Kleinsöll - Angerberg - Mariastein - Schönau - Moos - Breitenbach - Reintaler See - Kramsach - Asten - Münster - Jenbach - Stans - Vomp - Terfens - Weer - Pill - Schwaz, 98 km, 590 Höhenmeter, Start 11.05 Uhr, Wetter: bedeckt, starker, strömender Regen, 6° (saukalt, Scheißwetter!!)

Streckenskizze (Bildquelle: Veranstalter)

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Start in der Schwazer Altstadt

Rennverlauf: Gemischte Gefühle: einerseits war ich hergekommen mit dem ganz klaren Ziel, hier zu gewinnen, die Altersklasse zu gewinnen. Andererseits war der Schlechtwettereinbruch in ganz Österreich nicht gerade motivierend. Das Wetter war überhaupt furchtbar, strömender Regen, an sich schon nicht meine Sache, dazu aber noch gerade mal 6 Grad Celsius, auf den Bergen Schneefall. Aber wenn man schon so viele Jahre im Rennsport tätig ist wie ich, dann kennt man auch solche Situationen und weiß, wie man sich dagegen schützt. Aber sicher: eine Abneigung gegen ein Rennen bei solchem Wetter bleibt natürlich. Das Wichtigste ist, sich gegen die Kälte zu schützen. Der Körper darf nicht auskühlen. Bei dem Wetter kann man mit einer Fahrtzeit von knapp 3 Stunden rechnen. Kurze Rennhose, Unterhemd, Langarmtrikot, darüber Kurzarmtrikot und Ärmlinge, dann ein großer Plastiksack, bei dem ich oben eine große Öffnung für den Kopf rausgeschnitten habe und seitlich zwei kleinere Löcher, wo ich die Arme durchgesteckt habe (hat ganz spaßig ausgesehen, in etwa so wie das Michelin-Männchen), darüber dann noch eine wasserdichte Regenjacke, unter dem Helm eine Kappe, zu guter Letzt noch Beinlinge und Überschuhe, unter denSocken habe ich auch zwei kleinere Plastiksäcke angezogen.

Dann der Start. Nicht aufgewärmt fahre ich los, und schon nach wenigen hundert Metern, wir sind nicht mal noch richtig aus Schwaz draußen, liegen die ersten am Asphalt. Das ist wie ein Warnschuß (für die anderen, denn ich weiß ja, daß es im Naßen rutschig ist und man mit einer Bremsverzögerung rechnen muß!), eswird etwas vorsichtiger gefahren. Dichtgedrängt fährt der ganze Haufen durch die Ortschaften Richtung Osten. Haufen ist leider etwas übertrieben, denn mehr als 93 Mann sind es gar nicht, die sich da bei dem Sauwetter an den Start gestellt haben. Zwischendurch gibt es auch mal ein paar schnellere Passagen mit mehr als 40 km/h, aber im Großen und Ganzen wird gleichmäßig und konstantes Tempo gefahren, so zwischen 37 und 40 km/h. Die erste Hälfte ist schnell geschafft, schnell haben wir Kundl erreicht, hier wird der Inn überquert und es ist jetzt ganz wichtig, sich eine ganz vordere Position zu suchen, denn drüben auf der anderen Inn-Seite geht es sofort den Anstieg nach Kleinsöll hoch. Den kenne ich von der Tirol-Rundfahrt her. Ein pestiger Anstieg, lang, unrhythmisch, schwer. Und es gelingt mir auch nicht, mich ganz vorne einzureihen, denn das Tempo ist hoch, wir fahren in Einserreihe mit mehr als 50 Sachen über den Inn, und als der Anstieg beginnt, hänge ich ganz hinten dran.

Aber ich merke schnell, daß es einfach ganz toll rollt, das Feld zieht sich in die Länge, dannreißt es an ein paar Stellen, ich bin natürlich abgerissen, fahre aber mein konstantes Tempo, mit hoher Frequenz, wollte zunächst mit 39/23 die erste Steilpassage hoch, bin dann aber mit 39/21 gefahren, das ist auch ganz schön gegangen. Und schon sind sie vorne steckengeblieben, die erste Gruppe ist nicht so richtig weggekommen, hinten sind die Gruppen immer kleiner geworden, ich bin alleine von einer Gruppe zur nächsten nach vor gefahren. Diue Streckenkenntnis hat mir hier sicher geholfen, und die Nerven habe ich auch nicht weggeworfen. Zwischen Kleinsöll und Angerberg, auf den vielen Kuppen, die alle sehr weh tun, weil man dort viel zu hart fährt, bin ich mit leichter Übersetzung erstaunlich leicht und schnell an die erste Gruppe rangefahren. Bei dem Wetter waren natürlich alle Fahrer vermummt und mit Regenpelerinen und -jacken geschützt, da war es schwer, die Fahrer auch zu erkennen. Wir waren etwa 15 Mann, und eigentlich war es auch schon die Abfahrt nach Mariastein, als ich in die erste Gruppe reingefahren bin. In der Abfahrt gibt es ja kaum Ecken und Kurven, vor denen man total abbremsen muß, also habe ich mich dort wie eine Rennsau runtergelassen und war auch schon dran. Und bei meinen Abfahrtskünsten war das natürlich ein wahrer Motivationsschub.

Leider, wie so oft, kommt die Ernüchterung auf dem Fuß: unten in Mariastein, am Ende der Abfahrt, war eine scharfe Kurve nach links in eine schmälere Straße rein, und sofort ist es wieder den Berg hochgegangen, diesmal aber etwas steiler, da waren Passagen mit 14 bis 16 % Steigung dabei, ich mußte da schon mit 39/23 fahren. Doch unten in Mariastein, als wir in Einserreihe in die schmälere Straße nach links reingebogen sind (beinahe Schrittempo!), da ist mir von hinten einer reingekracht, der entweder schon so angeschlagen war, daß er diese Stelle gar nicht mehr bewußt mitgekriegt hat, oder er hat zu spät gebremst, jedenfalls hat er mir das Hinterrad weggezogen, und ich bin im Bruchteil einer Sekunde auch schon dagelegen, leider über das Bankett in die Wiese gerutscht. Bin natürlich sofort aufgesprungen, passiert war mir nichts, aber im ersten Zorn wollte ich dem Sack eine Kopfnuß verpassen, habe mich dann aber eines Besseren besonnen. Mußte leider erst das Rad suchen und wieder auf die Straße holen, dadurch ist auch die zweite Gruppe an mir vorbeigefahren. Kurz vor der dritten Gruppe bin ich dann wieder ins Rennen eingestiegen, wollte natürlich sofort den Anschluß erzwingen, bin mit 39/21 den steilen Berg rauf, aber das war einfach wirklich zu steil. Bis ich das eingesehen habe und doch raufgeschaltet habe, war es zu spät. Ich bin richtiggehend gesteckt, die Beine waren steinhart, und da hat mir dann das 23er auch nicht mehr viel geholfen. Über die Kuppe war die Luft weg, da ist die dritte Gruppe vorbeigefahren. Scheiße! In der langgezogenen undsehr flachen Abfahrt habe ich auf Biegen und Brechen mich an diese Gruppe rangekämpft, da waren hauptsächlich Italiener drin.

Über die Steigungzu den Reintaler Seen bin ich noch ganz gut drübergekommen, danach haben die Italiener immer wieder Löcher gelassen, die ich dummerweise alle zugefahren habe. Mußte ich ja auch wohl, sonst wäre ich weggewesen. Die Fahrer sind in dieser Gruppe langsam aber sicher mürbe geworden, unaufmerksam, angeschlagen. InJenbach war noch ein sausteiles kurzes Stück mit knapp 20 % zu fahren, da ist die Gruppe total auseinandergeplatzt. Gottseidank war ich vorne, bin dann ein paar Kilometer alleine weitergefahren, ehe wieder ein paar aufgeschlossen haben. Langsam aber sicher ist mir natürlich auch kalt geworden, die Motivation war angesichts dieser dritten Gruppe auch ziemlich weg.Und da aus meiner Altersklasse sowieso niemand hier dabei war, ist dann am Ende die Motivation völlig geschwunden, als ich mich noch einmal plagen hätte sollen. Da bin ich abgerissen und hatte auch keinen Bock mehr, mich wieder ranzukämpfen. Ich habe einfach die Beine hochgenommen und bin die letzten 10 km alleine ins Ziel gerollt. Schwamm drüber. Nur 68 Fahrer haben das Ziel erreicht. Platz 3 mit 10 Minuten Rückstand hat mir gezeigt, daß ich durchaus um den Sieg mitfahren hätte können - ohne Sturz allerdings!

Ergebnisse Tageswertung: 1. Andreas Christandl (Brenteam Trento, Italien) 2:31:39, - 2. Thomas Leitner (Union Raiffeisen Radteam Tirol) -0:03, - 3. Hubert Ellinger (Rad-Union Unterland/Angerberg) -4:02, - 4. Vaclav Vajc (sportblazek.cz), - 5. Alois Kronthaler (RC Steinbach Bikes), - 6. Florian Eberharter (Aschau), - 7. Jiri Musil (sportblazek.cz), - 8. Thomas Berger (Union MTB-Team SuddenDeath), - 9. Klaus Steiner (Radtreff Regner 31), - 10. Ken Berger (ÖAMTC Tirol), alle gleiche Zeit, - weiters: 42. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -16:55

Ergebnisse Altersklasse 4: 1. Aldo Fürst (ÖAMTC RV SimplonHard) 2:38:42 (Schnitt 37,1 km/h), - 2. Reimund Frischmann (Ötzi-Team RV Umhausen), gleiche Zeit, - 3. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -9:52, - 4. Christian Redtenbacher (GRV Windischgarsten) -12:47, - 5. Siegfried Rohrmoser (RC Union Raqiffeisen Radteam Tirol) -24:18, - 6. Hermann Paris (RC Café Freizeitzentrum Axams) -25:00,- 7. Eberhard Seyffer (RC Bikepoint Innsbruck) -36:07

 

Samstag, 20. September 2008: Straßenrennen um den Grand Prix Naturpark Goricko in Grad, 130 km

Strecke: Grad, Hauptplatz - Glazarjev (BW) - Kuzma - Silberberg (BW) - Sulinci - Kordesini (BW) - Gornji Petrovci - Peskovci - Trnjavci - Matacinev rob - Crnkin - Svecin (BW) - Murska Salovci - Filpini/Dolenci (BW) - Hodos - Krplivnik - Bükk-hegy (BW) - Domanjsevci - Balascini (BW) - Berkovci - Grabas - Bencatni - Cordeli - Dzekisv breg (BW) - Gregoricovi - Kamenek (BW) - Mackovci - Moscanci - Vaneca - Puconci - Brezovci - Lemerje - Spodnji Strukovci - Skakovci - Cankova - Breg - Gornji Gaber - Gerlinci (BW) - Fiksinci - Rogasovci - Nuskova - Serdica - Sotina - Samidras (BW) - Kuzma - Ferkova gasa - Dolnji Slaveci - Motovilc - Domajnci - Novi Beznovci - Vadarci - Kruplivnik (BW) - Beli Kriz - Grad - Schloß (BW), Ziel, 130 km, 1180 Höhenmeter, Start 13.25 Uhr, Wetter: bedeckt, tiefe dunkle Regenwolken, trockene Straße, starker NW-Wind, 16°

Rennverlauf: Dieses Rennen findet zum ersten Mal statt, soll zu einem ständigen Bewerb werden und findet im Dreiländereck Steiermark/Burgenland/Slowenien statt, nördlich von Murska Sobota im Hügelland. Eine lange Distanz und schwere Strecke, insgesamt 13 Bergwertungen und 1180 Höhenmeter bilden ein Streckenprofil wie etwa bei der Flandern-Rundfahrt. In meiner Klasse starten etwa 80 Fahrer, alle Kategorien legen dieselbe Strecke zurück, die Startintervalle zwischen den einzelnen Klassen betragen nur 5 Minuten. Die Elitefahrer (Profis) machen den Anfang, gefolgt von den Amateuren, den Junioren, dann beginnen die Master-Kategorien 1 (30-39), 2 (40-49), 3 (50-59) und 4 (ab 60). Ich habe mir die Strecke auf der Karte ganz genau angesehen und so gut als möglich eingeprägt. Eigentlich rechne ich mit meiner guten Form schon mit einem Platz unter den ersten 10, vielleicht sogar unter den ersten 5. Die Streckenlänge von 130 km kommt mir entgegen, und an den Steigungen soll es auch nicht scheitern. An jeder der 13 Steigungen wird eine Bergwertung ausgefahren, die mit 5,3,2 und 1 Punkt bewertet wird. Der Punktebeste gewinnt den Bergpreis, der mit 200.- Euro in jeder Kategorie dotiert ist. Wie überhaupt hier nur BARPREISE vergeben werden, ein weiterer Ansporn.

Schloß Grad, das größte Schloß inSlowenien, liegt außerhalb des Ortes auf einer kleinen Anhöhe

Bereits nach 4 km steht die erste Bergwertung an, da wird wie wahnsinnig drübergeknallt, und da setzen sich 7 Fahrer ab. Obwohl ich da den an sich flachen Anstieg (nicht steiler als 4 %) voll fahre, reiße ich ab. Erst nach der Abfahrt in Kuzma bin ich wieder ins Feld reingefahren, und da muß ich erkennen, daß wir nur die Verfolger sind. Gleich beim nächsten Anstieg, dem Silberberg, geht  es auf 404 m hinauf zum höchsten Punkt des Rennens. Hier kann ich mich mit einer etwa 20 Mann starken Gruppe absetzen, und jetzt sind wir die richtige Verfolgergruppe. Gefahren wird hier im Dreiländereck Österreich/Ungarn/Slowenien auf schmalen, teilweise auch schlechtenStraßen, das Gelände ist sehr, sehr hügelig, und es sind ausnahmslos steile Anstiege. Nicht lange, aber steil. Und weil es auf jedem Anstieg Bergpunkte gibt, wird da immer gesprintet, auch wenn es für uns keine Punkte mehr gibt, weil dieSpitzengruppe die Punkte alle mitgenommen hat. Aber die Jungs hier fahren anscheinend aus Prinzip voll. So verlieren wir natürlich auch auf jedem Anstieg Fahrer, ein paar davon können in der Abfahrt wieder aufschließen, aber wir werden immer weniger. Und damit kann ich mich in dieser Gruppe natürlich auch immer schlechter verstecken, stehe immer öfter im Wind, muß immer mehr arbeiten. Das ist gar nicht in meinem Sinne, und so tue ich auch nur das Allernötigste. Die vielen Anstiege gehen unheimlich auf dieSubstanz, und ich weiß, daß ich mich schleunigst erholen sollte, aber in dieser kleinen Gruppe ist das sehr schwer. Durch die vielen Anstiege muß ich auch permanent vorne fahren, denn sonst wäre ich schon längst in den Anstiegen abgerissen.

So sind wir dann in Hodos, da sind bereits 42 km gefahren, nur mehr 12 Mann, die übriggeblieben sind. Die Spitzengruppe sehen wir nicht mehr, und ich habe auch keinerlei Informationen über den Vorsprung. Es ist sehr gefährlich in den Anstiegen, weil da andauernd attackiert wird und man sehr schnell ins Hintertreffen gerät. Ich fahre immer ganz vorne, bemühe mich auch, möglichst gleichmäßig ale Löcher wieder zuzufahren, aber das geht in die Knochen. Ich versuche mir auch, ein Bild von meiner unmittelbaren Konkurrenz zu machen, ich kenne die Jungs ja allesamt nicht, ich kann sie nicht einschätzen. Soviel habeich jedenfalls schon gemerkt, daß da saugute Fahrer dabei sind.Ein paar Hügel weiter merke ich schön langsam, daß ich bergauf in Bedrängnis komme, nicht mehr so frisch bin wie noch am Start. Es ist eigentlich ein Rennen, ähnlich der Flandern-Rundfahrt. Unzählige kleine, aber steile Anstiege, die in Summe entscheidend sind. Ich möchte nur in dieser Gruppe bleiben, ich bin ja genügsam, nur einfach dranbleiben, nicht abreißen lassen. Aber das sagt sich leicht, tatsächlich wird da schon wie im Finale gekämpft. Dann haben wir endlich fürs erste die Berge hinter uns, es geht von Mackovci nachSüden in Richtung Murska Sobota und dann nach Westen in Richtung österreichischer Staatsgrenze. Ungefähr 25 km lang ist das Flachstück, ehe es dann wieder in die Berge geht.

Und auf diesem Flachstück fällt eine Vorentscheidung. Hier reihen sich die Fahrer meiner Gruppe ordentlich ein, fahren maximales Tempo, kurz nur, schwenken dann weg und sofort übernimmt der nächste. Ein lupenreiner belgischer Kreisel wird da gefahren, und das Tempo ist so hoch, daß ich genau weiß, wenn ich da rausfliege, kann ich das Kreuz machen. Also heißt es wieder hinhalten. Und der Einsatz zeigt Erfolg, denn am Ende dieser flachen Passage, als es wieder nach Norden in Richtung Burgenland geht, da sehen wir die Spitze auf einmal vor uns, dann braucht es noch eine letzte Kraftanstrengung, und wir sind dran. Spitze gestellt, jetzt haben wir eine 19-Mann-Spitze. Die Karten werden neu gemischt. Und obwohl diese 7 Mann der ehemaligen Spitze seit dem Start vorne gefahren sind, fügen sie sich nahtlos in meine Gruppe ein.

Jetzt gehtes langsam ans Eingemachte. Entlang der steirischen Grenze nach Norden wartet der Anstieg in  Gerlinci auf uns, da bricht die große Gruppe auseinander, zu unterschiedlich ist doch der Zustand der einzelnen Fahrer. Ich bin irgendwo in der Mitte (oder doch am Ende?) abgehängt, muß auf Teufel komm raus mit sehr hohem Risiko in der Abfahrt versuchen, den Anschluß doch noch zu finden. Ich brauche fast 10 km, bis ich wieder in der Gruppe drin bin, die ist dann aber auch schon deutlich kleiner geworden. Dann ist das Burgenland erreicht, und neben dem Grenzübergang Tauka wird die nächste Bergwertung ausgefahren, wieder gerate ich in allerhöchste Bedrängnis, muß reißen lassen, kann dann aber den Rückstand doch einigermaßen konstant halten und bin nach der Bergwertung schnell wieder dran. Das ist noch mal gutgegangen, war aber schon sehr knapp! In Kuzma geht es dann wieder nach Süden, leicht bergab, ich kann mich wieder erfangen. 120 km sind zurückgelegt, jetzt wird das Finale eröffnet. Noch 10 km und zwei Bergwertungen. Und als es mir dann am dreckigsten geht, kommt mir die verwegene Idee, warum ich denn nicht gleich was riskiere und auf Sieg fahre??  Was habe ich schon zu verlieren? Das höchste der Gefühle wäre ein zehnter Platz, mehr ist doch gar nicht mehr drin, zum Schluß geht es einen knappen Kilometer zum Ziel hoch.

Ganz genau habe ich mir vor dem Start die Streckenskizze eingeprägt, das Streckenprofil und die wichtigsten Abschnitte. Ich habe dunkel in Erinnerung, daß dieser vorletzte Anstieg anfangs relativ steil, dann wellig und am Ende wieder steil sein soll. Hoffentlich stimmt das auch, denke ich mir, denn ich nehme mir vor, gleich zu Beginn des Anstieges mit aller Kraft anzugreifen. Gesagt, getan, ich erreiche den Anstieg, die Steigung beträgt hier etwa 12 % auf einer Länge von ca. 350 Metern. Von hinten fliege ich an allen vorbei, wuchte mich da mit der Wahnsinnsübersetzung von 53/21 hoch und hoffe nur, daß es nach der Kuppe wirklich flach wird. Sonst wird es peinlich. Sofort ist die Luft draußen, ich kann mich gerade noch bis zu dieser Kante am Rad halten, dann falle ich förmlich um die Kurve, muß mich hinsetzen, Gottseidank ist es wirklich flach, etwa 1 % geht´s hier hinauf, gleich darauf wird es ganz eben, dann kommen nur mehr ein paar kleine Wellen am nächsten Kilometer, den ich dazu benütze, um mich halbwegs zu erholen. Ich blicke mich gar nicht um, wenn die Verfolger da sind, sehe ich es sowieso am Schatten. Und schneller könnte ich jetzt um keine einzige Sekunde fahren. Natürlich hatte ich das Überraschungsmoment auf meiner Seite, und so gelingt es mir, in dieser Passage den Vorsprung ziemlich konstant zu halten.

Dann nimmt die STeigung wiederzu (für ein paar hundert Meter) undich binoben aufder Kuppe, fahre überdie Bergwertung (so nebenbei hole ich mir meine ersten Punkte heute), dann geht es etwa 3 km lang gleichmäßig sanft bergab bis Grad. Da gibt es keine Zeit mehr zu taktieren, da heißt es, alles in die Pedale zu werfen, was ich noch in den Beinen habe. Gottseidank ist das Ziel schon so nahe, denn lange kann ich nicht mehr durchhalten. Bis Grad kann ich den Vorsprung halten. Vor der Ortschaft dann der hundsgemeine letzte Anstieg, es geht rechts weg und in zwei Serpentinen führt die Straße hier mit etwa 6 % Steigung rauf zum Schloß. Nicht auszudenken, wenn ich da auf den allerletzten Metern noch eingeholt werden würde! Ich blicke mich um, sehe niemand hinter mir, dann geht es mit dem großen Blatt auf den letzten Kilometer, erste Serpentine, raus aus dem Sattel und die allerletzte Kraftanstrengung dieses Tages. Mit jedem Meter wächst meine Zuversicht und natürlich auch die Chance auf den Sieg. Ich kriege gar keine Luft mehr, aber egal, die zweite Serpentine, eine lange Gerade, eine sanfte Kurve, dann ist es geschafft, es geht links weg, die Straße wird flach, bretteleben, es geht jetzt  noch 300 Meter rein zum Parkplatz vor dem Schloß. Irgendwie schaffe ich es noch, mir das Trikot glattzustreifen, die Arme in den Himmel zu recken, als ich über den Zielstrich fahre. Und im ersten Moment bin ich nur stolz, einfach nur stolz über diesen Sieg.

Ergebnisse Kategorie Master 50+: 1. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) 3:25:11 (Schnitt 39 km/h), - 2. Borislav Skubic (Vojska PPSV Kranj), -0:35, - 3. Stefan Zlebic (KD Sencur),- 4. Mirko Tus (KK Celje), beide gleiche Zeit, - 5. Marjan Skusek (Trim Klub Krka) -0:49, - 6. Darko Reven (Bambi) -0:55, - 7. Slavko Colnaric (Novice Extreme), gleiche Zeit, - 8. Drago Drobnik (SV Vojaska Zdravstvena Sluzba), -1:01, - 9. Markos Ventin (AK Koper)-1:05, - 10. Ljubos Csar (Rogla Konjice) -1:15

Ergebnisse Bergpreis: 1. Ljubo Csar (Rogla Konjice) 27 Punkte, - 2. Franci Arcon (KK Medvode) 20, - 3. Stefan Zlebic (KD Sencur) 14, - 4. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) 12, - 5. Milan Cotar (SKD Modras Podgorje) 12, - 6. Drago Drobnik (SV Vojaska Zdravstvena Sluzba) 10, - 7. Markos Ventin (AK Koper) 10, - 8. Borislav Skubic (Vojska PPSV Kranj) 9, - 10. Mirko Tus (KK Celje) 7

  

Sonntag, 21. September 2008: Bergzeitfahren Stadl/Mur - Flattnitz, 14,5 km

Strecke: Stadl/Mur, Freizeitgelände/Badesee - Paal - Kaltwasser - Flattnitz, Parkplatz bei der Landesgrenze, 14,5 km, Wetter: bedeckt, dicke Wolkendecke, anfangs leichter Rückenwind, auf den letzten 5 km dann leichter W-Wind (Seitenwind), 14°

Rennverlauf: Einen Tag nach meinem Sieg stehe ich also am Start zu diesem Zeitfahren, das ich in den letzten Jahren schon regelmäßig bestritten habe. Vor gut zehn Jahren bin ich bei meinem allerersten Antreten mit 31:54 meine persönliche Bestzeit gefahren. Im Vorjahr habe ich mit 32:03 die Hobbyklasse gewonnen. Um die Strapazen des gestrigen Tages möglichst auszumerzen, wärme ich lange und ausgiebig auf, bei den kalten Temperaturen ist das sowieso wichtig. Über eine Stunde lang dauert dieses Warmfahren, dann bin ich optimal vorbereitet auf der Startrampe. Sofort fahre ich ein hohes Tempo, kann im leichten Rückenwind mit gut 40 km/h die ersten Kilometer bewältigen.

Nach etwa knapp der Hälfte der Distanz ist das steilste Stück erreicht, eine etwa knapp 500 m lange Passage mit 9 %, die hinauf zum Stausee führt. Zu Beginn der Steigung werde ich von Franz Winter eingeholt, mit dem fahre ich dann beinahe den gesamten Anstieg mit. Es geht, sobald ich einen Anhaltspunkt knapp vor mir habe, erst ganz oben muß ich reißen lassen, dann aber gleich ordentlich. Jetzt geht es auf den letzten Kilometern relativ flach bis ins Ziel, hier wird alles mit dem großen Blatt gefahren. Es dauert nicht lange, und ich werde von Groß Rudi eingeholt, der fährt hier oben im Flachen einen unglaublichen Zug, ich hänge mich sofort ans Hinterrad, und auch dieses kann ich ein paar Minuten lang halten, ehe ich wieder reißen lassen muß. Aber dann bin ich schon sehr knapp vor dem Ziel, am letzten Kilometer.

Ich bekomme wieder sehr drastisch vor Augen geführt, weshalb ich kein guter Zeitfahrer bin. Alleine kann ich keinen gleichmäßigen Zug fahren, ich schaffe zwar manchmal 35 bis 36 km/h, aber dann fällt das Tempo gleich wieder auf 31 zurücik. Am Hinterrad vom Rudi fahre ich 38 bis 39 km/h. Aber es gibt auch Positives zu berichten, und das ist die Fahrtzeit von 31:59, das ist meine zweitbeste Zeit, die ich hier jemals gefahren bin, sogar noch um 4 Sekunden schneller als bei meinem Sieg im Vorjahr. Ernüchternd aber ist die Plazierung, denn nich belege damit nur den enttäuschenden 12. Rang. Die Zeit war ja nicht schlecht, wenn man das schwere Straßenrennen vom Vortag bedenkt. Naja, da merkt man halt wieder einmal den Unterschied zwischen Hobbyfahrern und den Lizenzfahrern. Die entsprechende Hobyklasse hätte ich nämlich - wieder - ganz überlegen gewonnen. Ich tröste mich damit, daß der vierte Rang nur 37 Sekunden entfernt war!

Ergebnisse Tageswertung: 1. Friedrich Dieter (ARBÖ Drahteisel Voitsberg) 27:38, - 2. Markus Gubert (RaiffeisenFeld/See) -0:09, - 3. Alfred Platzer (Radsport Vychodil Vredestein Graz) -0:16, - 4. Roland Meier (HRC Wigo-Haus Wolfsberg) -0:49, - 5. Friedrich Pöltl (ARBÖ Sparkasse Kindberg) -0:54, - 6. Rudolf Groß (RaiffeisenFeld/See) -0:59, - 7. Michael Schwarzäugl (Radsport Vychodil Vredestein Graz) -1:11, - 8. Franz Winter (ARBÖ Bischofshofen) -1:49, - 9. Peter Krebs (Radsport Vychodil Vredestein Graz) -1:58, - 10. Harald Winkler (Raiffeisen Feld/See ) -2:00, - weiters: 48. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -4:21

Ergebnisse Altersklasse Rennrad Senioren 2: 1. Rudolf Groß (RC Raiffeisen Feld/See) 28:37, - 2. Franz Winter (ARBÖ Bischofshofen) -0:50, - 3. Johann Taucher (ARBÖ Sparkasse Kindberg) -1:07, - 4. Wolfgang Schabus (RC Raiffeisen Feld/See) -2:45, - 5. Heimo Vogt (ÖAMTC  Raiffeisen Althofen) -2:49, - 6. Franz Bruchmann (TSV Zweirad-Kappler Hartberg) -2:53, - 7. Raimund Wulz (RLM Kostel Grafenstein) -3:00, - 8. Johann Hauk (RC Volkjsbank Deutschlandsberg), gleiche Zeit, - 9. Wolfgang Forobosko (ÖAMTC Raiffeisen Althofen) -3:01, - 10. Stephan Haider (Polizei SV Graz) -3:02, - weiters: 12. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -3:22

                                                                                                                                                                                                                                               Tagesbestzeit für Dieter Friedrich

Samstag, 27. September 2008: Bergzeitfahren um den Großen Sport-Gruber-Preis St. Lorenzen/Knittelfeld - Rachau, 8,6 km

Rennstrecke: St. Lorenzen - Gottsbach - St.Benedikten - Ritzendorf - Ugendorf - St.Margarethen/Knittelfeld - Rachau, 8,6 km, auf den letzten 3,6 km 110 Höhenmeter = durchschnittl. 3 % Steigung, Start 14.35 Uhr, Wetter: bedeckt, kalt, mäßiger N-Wind, 15°

Rennverlauf: Optimal aufgewärmt nehme ich die Strecke bei kühlem, windigem Wetter in Angriff. Eine Minute vor mir ist Axel Irmann gestartet, ein ziemlich guter Zeitfahrer. Zumindest habe ich ihn aus seiner aktiven Zeit als solchen in Erinnerung. Es geht diesmal sehr viel besser als in deer Vorwoche, allerdings ist der Streckenverlauf auch ein ganz anderer, die ersten fünf KIilometer sind völlig flach, die letzten dreieinhalb Kilometer gleichmäßig deutlich flacher als in der Vorwoche. Ich habe einen ganz guten Rhythmus im Flachen, wenngleich etwas zu ungleichmäüßig. In der Steigung dann aber läuft es hervorragend. Ich werde nicht eingeholt, komme dem vor mir gestarteten Irmann aber immer näher.

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Die letzten dreieinhalb Kilometer fahre ich mit 53/19, flüssig und zügig, bin nahe an meinem Limit. Die Strecke habe ich mir ganz genau eingeprägt, ich bin sie vorher einmal mit dem Auto und zweimal mit dem Rad zum Aufwärmen abgefahren. Der Schlußkilometer gelingt mir ganz besonders gut, ich bin vom Puls her perfekt ausbelastet, fahre alles über 186, es ist irgendwie schade, daß das Rennen jetzt zu Ende ist. Es war dennoch nicht ganz leicht, denn ich bin hier zum ersten Mal gestartet, hatte als Anhaltspunkte nur die Fahrtzeiten vom vergangenen Jahr, und heute war ich um gut eineinhalb Minuten schneller. Aber wie war das Wetter und der Wind damals?

Bei der Preisverteilung kommt es dann zu einem Eklat, als sich herausstellt, daß beinahe alle Zeiten falsch gestoppt wurden. Leider kann ich selbst da nicht mitreden, denn meine Zeit ist als eine von ganz wenigen korrekt gestoppt worden. Irmann liegt beispielsweise offiziell knapp 2 Minuten hinter mir, aber da hätte ich ihn ja überholen müssen. Ein anderer wieder wettert, daß er genau eine Minute zu langsam gewertet wurde.

Die knappe Tagesbestzeit von Eibegger scheint in Ordnung zu gehen, wenngleich sein Vorsprung mit 2 Sekunden denkbar knapp ausgefallen ist. Ich warte jedenfalls die endlose Protestlawine gar nicht erst ab und mache mich von dannen, sobald ich meinen Preis für den dritten Rang in Empfang genommen habe.

Ergebnisse Tageswertung: 1. Markus Eibegger (RC Elk-Haus Simplon) 13:16, - 2. Helmut Pitzl (RC Hochschwab Aflenz) -0:02, - 3. Jochen Summer (RC Elk-Haus Simplon) -0:17, - 4. Leo Matouschek (RC ARBÖ Rapso Knittelfeld) -0:34, - 5. Christian Gruber (HN Radcenter St.Lorenzen/Mürztal) -0:58, - 6. Christian Waldhör (St. Michael) -1:10, - 7. Daniel Wabnegg (RC Radsport Vychodil Vredestein Graz) -1:15, - 8. Arnold Stockreiter (HN Radcenter St.Lorenzen/Mürztal), gleiche Zeit, - 9. Werner Feichtner (SV Weißkirchen) -1:16, - 10. Thomas Gutmann (ARBÖ Deutschlandsberg) -1:24, - weiters: 23. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl)  -2:08

Ergebnisse Kategorie Männer Altersklasse 3: 1. Herbert Hörmann (RC Pekomo Stadl/Mur) 14:59, - 2. Gerhard Pfeiffer (RC ARBÖ Elektro-Merl Bruck/Mur) -0:10, - 3. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -0:25, - 4. Josef Lackner (RC Autohaus Vogl & Co. Knittelfeld) -0:44, - 5. Wolfram Verdianz (RC Pekomo Stadl/Mur) -0:56, - 6. Josef Gugl (St.Marein)  -1.02, - 7. Herbert Griesser (RC Pekomo Stadl/Mur) -1:31, - 8. Johann Tanner (RC Pekomo Stadl/Mur -1:37, - 9. Günter Meixner (RC ARBÖ Elektro-Merl Bruck/Mur) -1:40, - 10. Axel Irmann (RC Autohaus Vogl & Co. Knittelfeld) -1:44

 

Sonntag, 28. September 2008: Siegfried Felber-Gedenkrennen: Bergrennen Birkfeld - Sommeralm, zugleich Österreichische Bergmeisterschaft, 21,5 km

Strecke: Birkfeld (623 m) - Haslau (642 m) - Gasen (837 m)  - Bucklige Lärche - Sommeralm/Stoakogel-Hütte (1405 m), 825 Hölhenmeter, 21,5 km, Wetter: am Start 3°, neblig, im Ziel 8°, sonnig, windstill, Start ab 9 Uhr

Rennverlauf: War ein sehr schwieriges Rennen, weil das Wetter mir ziemlich zugesetzt hat, vor allem beim Aufwärmen, 3° und ziemlich neblig, ein kalter le8ichter Wind hat geblasen, ich bin Dreiviertelstunden lang aufwärmen gefahren, aber das war answcheinend dann dochg noch zu wenig, denn ich bin nsofort abgerissen. Wir sind am Hauptplatz gestartet und dann einen knappen Kilometer raufgefahren bis zur Tennishalle, da war ich schon abgerissen, hatte etwa 50 Meter Rückstand. Aber das war nichts, worüber ich mir Sorgen gemacht habe, denn oben auf der langen Kuppe bin ich wieder ans Feld rangefahren. Die folgende 2 km lange Abfahrt war saukalt, wir sind auf der breiten, schönen Straße mit gut 80 km/h runtergerast, und da entsteht ein ganz schöner Fahrtwind, das alles bei gerade mal Plusgraden. In Haslau gab es dann gleich den nächsten Anstieg, kurzm, flach und kein Problem. Das Feld blieb beisammen, ich bin ganz vorne gefahren. Durch den Gasengraben rein bis Gasen (auf den 13 km waren 250 Höhenmeter zu bewältigen) hat sich das Feld zwar in die Länge gezogen und ein paar schwächere Fahrer sind auch abgerissen, aber vorne blieb die Gruppe beisammen. Einige wenige Male bin ich vorne aktiv mitgefahren, aber es ist natürlich niemand weggekommen, und so sind wir geschlossen nach Gasen gekommen.

Dort begann das Rennen so richtig. Die letzten 9 km führten steil bergauf, sehr steil sogar, und waren einer Bergmeisterschaft durchaus angemessen. Sofort gab es eingangs der Bergpassage eine wilde Fetzerei, ich bin gleich abgerissen, in der Folge konnte ich lange Zeit den Abstand voh etwa max. 150 Meter auf das Feld vor mir halten. Nach etwa eineinhalb Kilometern ist die Gruppe vor mir immer mehr zerfallen, es haben sich kleine Gruppen gebildet, dazwischen immer wieder Einzelkämpfer. Ich bin mit 39/25 diese steilsten Passagen gefahren. Es hat sich eine Gruppe gebildet mit mir, Forobosko und Stocker, ich habe da wirklich alles gegeben, um an den beiden dranzubleiben.  Leider sind wir nicht gleichmäßig gefahren, sondern im Gegenteil sehr ruppig, Immer war einer vorne, einer hinten, der sich dann wieder aufgerappelt hat, und so war es ein andauerndes Hin und Her. Wir haben einige Fahrer eingeholt, die von vorne zurückgefallen waren, und sie sogleich stehengelassen.

Gut 1,5 km vor der Buckligen Lärche, in einem der steilsten Streckenabschnitte, hat sich plötzlich Stocker etwas absetzen können. Ich habe mich bemüht, das Tempo zu forcieren, bin aber nicht mehr rangekommen. Er ist da etwa 209 m vor mir gefahren, dann waren es 25 m. Forobosko war da hinter mir und konnte mir auch nicht sehr beistehen. Als es flacher wurde, haben wir zunächst den Gaubitzer Bertl eingeholt, und Forobosko hat wieder zu mir aufschließen können. Es wurde immer flacher, eigentlich ganz eben, und bei der Buckligen Lärche sind wir dann nach rechts abgebogen, und wieder ist es steil raufgegangen. Vorne hat Stocker ein npaar Fahrer eingeholt, und auch der Gruppe davor mit Haider und Wulz sind wir nähergekommen. Dann der flache Schlußkilometer.Mit dem großen Blatt sind wir einen harten Spurt gefahren, der Forobosko Wolfgang und ich, als etwa 250 Metger vor dem Ziel ein Pkw aus dem Bankett mitten auf die Straße reingefahren ist, und das noch dazu ganz langsam, da habe ich gebremst, es war mir zu gefährlich, zumal die Rennstrecke mit Verkehrshüten abgetrennt war und der Vollidiot in unserer Fahrspur unterwegs war.

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Blick von der Sommeralm runter auf die Stoakogel-Hütte und den Schlußkilometer

Naja, das war ein etwas unbefriedigender Abschluß dieses schönen Rennens, abedr am Ergebnis hat es nur unwesentlich geändert.

Nach dem Bergzeitfahren in Stadl/Mur gewinnt Rudi Groß auch eine Woche später die Österreichische Bergmeisterschaft auf der Sommeralm

Ergebnis Kategorie Master III: 1. Rudolf Groß (ARBÖ Raiffeisen Feld/See) 50:13, - 2. Sebastian Pfisterer (ARBÖ Radsport Grassinger Lambach) -1:23, - 3. Bernhard Empl (KTM-Mountainbiker.at) -1:54, - 4. Franz Bruchmann (TSV Zweirad-Kappler Hartberg) -2:09, - 5. Ewald Ebner (RC RIH Tulln) -2:30, - 6. Heimo Vogt (ÖAMTC Raiffeisen Althofen) -2:37, - 7. Johann Hauk (RC Volksbank Deutschlandsbergh) -3:01, - 8. Herbert Habacher (RC ARBÖ Kollar Cycling-Team Stattersdorf) -3:18, - 9. Raimund Wulz (RLM Kostel Grafenstein) -3:36, - 10. Ulrich Gössler (ARBÖ Drahteisel Voitsberg) -3:52, - weiters: 14. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -4:35

 

Samstag, 4. Oktober 2008: Kolsassberg-Klassik, Bergrennen Kolsass - Kolsassberg, zugleich Tiroler Bergmeisterschaft, 5,7 km

Strecke: Kolsass - Kolsassberg, 5,7 km, 590 Höhenmeter, Steigung max. 16 %, Start 14 Uhr,Wetter: saukalt, 5° am Start, 2° im Ziel, dicker Nebel, strömender Regen

Da bin ich am Start (links), zusammen mit meinem Klubobmann Hans Unterguggenberger, der seine Klasse gewinnt und Tiroler Bergmeister wird.

Startaufstellung: Gut 150 Fahrer nehmen das Rennen am Dorfplatz in Kolsass in Angriff

Rennverlauf: Diesmal ist so gut wie alles schiefgegangen. Zu spät von daheim weggefahren, zu lange für die weite Anfahrt gebraucht, zu schlechtes Wetter (totaler Wintereinbruch in Österreich, vor allem in Westösterreich!), über den Paß Thurn lagen schon 15 cm Neuschnee, Schneefahrbahn auf der Straße, dicker Nebel, unten in Kitzbühel dann 7°, dicker Nebel und starker Regen. Dann bin ich noch dazu viel zu spät angekommen, kannte die Strecke nicht, habe sie mir auch nicht mehr ansehen können, mußte erst das Rad zusammenbauen, die Übersetzung draufstecken, mich umziehen, Startnummer besorgen, warmfahren, und das alles in 20 Minuten. Naja, in zwei Jahrzehnten Rennsport sieht und lernt man so einiges, und irgendwann ist so eine Serie auch nichts Besonderes mehr, man atmet tief durch und macht es halt, Handgriff um Handgriff, und siehe da, irgendwie geht es ja doch  auch. Und pünktlich um 14 Uhr, als das große Feld gestartet ist, war ich auch dabei, und sogar gleich vorne in der ersten Reihe. Ich wiußte nur, daß die Strecke steil ist, habe deshalb die 24er- und 25er-Zahnkränze montiert. Und was man auf den ersten hundert Metern sehen konnte, war die Straße ziemlich schmal. Bei den weit über 100 Startern bedeutete das einen sehr schnellen Start, notgedrungen, denn sonst wird man hinten eingezwickt und verliert zusätzlich Boden und Zeit.

Hier kurz nach Halbzeit, der Nebel hat aufgerissen, es ist aber saukalt

Am Start bin ich zwar ganz vorne gestanden, aber geholfen hat mir das auch nicht viel. Völlig kalte Muskeln, steif und verspannt von der langen Autofahrt, nervös von der Hektik der unmittelbaren Startvorbereitungen, bin ich da auf den ersten 200 Metern durch das Feld nach hinten geschossen wie ein Felsbrocken, wenn er ins Wasser geworfen wird. Pausenlos sind sie rechts und links an mir vorbeigefahren. Für die Moral ist es ja auch nicht gerade positiv, wenn man andauernd überholt wird, nirgends mithalten kann. Vorne hat sich gleich nach dem Start eine 4-Mann-Gruppe gebildet, ist aber in der flachen Passage nach etwa einem Kilometer wieder gestellt worxden. Zwei Prämiensprints sind auch eingebaut worden, daher war das Rennen vorne verdammt schnell, konstant schnell, und dementsprechend schnell ist das Feld auch in die Länge gezogen worden und dann gerissen, schnell waren viele kleine Gruppen und Einzelkämpfer auf der Strecke unterwegs. Ich war zum ersten Mal bei diesem Rennen am Start, daher war ich auch angenehm überrascht, weklch unglaublichen Zuschauermengen da die Strecke gesäumt haben. Und das bis ganz nach oben,  natürlich bei den beiden Sprintwertungen, die diesen Namen ja gar nicht verdienen, waren es ja doch eigentlich Bergwertungen. Da wurde Stimmung gemacht, mit Hörnern, Kuhglocken, es gab bei beiden Wertungen auch Sprecher, die die Stimmung noch zusätzlich angeheizt haben. Ich muß schon sagen, dieses Rennen hat in dieser Form das Zeug zu einem echten Klassiker. Ein Bergrennen als Klassiker, das wär mal was anderes. Und wenn man dann noch das Sauwetter bedenkt...! Ein dickes Lob an meinen ehemaligen Konkurrenten aus der Elite-Zeit, Thomas Kreidl, der dieses Rennen mit seinem Probike-Team veranstaltet.

Zieleinlauf am Kolsassberg

Etwas weiter oben hat dann der Nebel aufgerissen, der Regen hat nicht aufgehört, und es ist natürlich auch kälter geworden, je höher wir geklettert sind. Das Rennen war ein einziges Desaster. Ich bin immer weiter zurückgefallen, erst als das Feld so langgezogen war, daß wir alle mehr oder weniger alleine gefahren sind, habe ich meine Position etwas konsolidieren können, und erst auf den letzten beiden Kilometern habe ich einige Plätze gutgemacht. Es war halt ein dummer Umstand, daß mir das alles ausgerechnet bei diesem Rennen passiert ist, bei der Tiroler Meisterschaft. Es war meine einzige Tiroler Meisterschaft in diesem Jahr, das Zeitfahren Mitte August habe ich ja - übrigens auch wegen Schlecchtwetter - ausgelassen! Hat mir nachträglich auch etwas leid getan, aber jetzt hier im Bergrennen ist auch alles von Anfang an schief gelaufen - keinen guten Tag im Heiligen Land erwischt!

Blick ins Tal

Gottseidank war ich irgwendwann dann oben, auf den letzten Metern ist es endlich etwas flacher geworden, ich bin noch schnell an ein paar Fahrern vorbeigehuscht. Man hat ja von hinten nicht gesehen, wer das ist, wer, zu welcher Kategorie wer gehört hat, daher bin ich sicherheitshalber an allen vorbeigefahren, an denen ich konnte. Und wie sich nachher herausgestellt hat, bin ich Dritter geworden, sowohl im Rennen als auch in der Tiroler Meisterschaft, in einem Aufwaschen zwei dritte Plätze also! Und auch der Preisverteilung danach kann ich an dieser Stelle nur großes Lob aussprechen, da war Stimmung, da waren viele Leute, was ja auch nicht selbstverständlich ist. Es war halt ein wirklich würdiges Saisonabschlußrennen, eine würdige Tiroler Meisterschaft, eine tolle Kulisse, sowohl im Rennen als auch bei der Preisverteilung. Leider ist es für mich alles andere als Saisonabschluß - meine Saison dauert noch knappe eineinhalb Monate länger!

Preisverteilung, Klasse Master 3/4, von links: Veranstalter Thomas Kreidl, Michael Plattner (2.) , Bernhard Empl (1.), Robert Bartonek (3.)

Vielleicht noch ein kurzes Wort zum Ergebnis:  Wenn ich optimal vorbereitet gestartet wäre, dann wäre ich sicherlich gut 3 Minuten schneller gewesen - naja, das Ergebnis wäre doch dasselbe gewesen, mehr als der dritte Platz in meiner Kategorie wäre nicht drin gewesen, muß ich ehrlich sagen, aber die viereinhalb Minuten Rückstand sind doch viel zu viel. Der Sieg von Empl geht in Ordnung, war er doch schon eine Woche zuvor bei der Österreichischen Bergmeisterschaft im steirischen Birkfeld einer dere Stärksten gewesen. Und den Plattner Michi kenne ich auch schon viele Jahre lang und habe mich immer mit ihm herumgeschlagen, mal war er vorne, mal ich. Ich meine, ich hätte sehr viel knapper an den beiden dran sein müssen, aber wenn man völlig verspannt und kalt da rauffährt, noch dazu bei einem solchemn Wetter, noch dazu ohne jede Streckenkenntnis, das  muß mir erst mal wer nachmachen!

Preisverteilung Tiroler Landesmeisterschaft Klasse Master 3/4, von links: Harald Baumann, Michael Plattner (2.), Bernhard Empl (Landesmeister), Robert Bartonek (3.)

Der Tiroler Bergmeister Bernhard Empl (KTM-Mountainbiker.at.)  im Interview

Ergebnisse Tageswertung: 1. Markus Moser (RC Union Raiffeisen Radteam Tirol) 20:48, - 2. David Wöhrer (ARBÖ OSL Tom Tailor Wörgl) -0:24, - 3. Christian Brockhoff (RC Die Schwalben München) -0:39, - 4. Christian Hemetsberger (Naturfreunde Raiffeisen Mondsee) -1:01, - 5. Andreas Traxl (RC Mooserwirt Ridley Bikes) -1:12, - 6. Thomas Schweiger (RSG Werdenfels) -.1:16, - 7. Markus Hechenblaikner (RC Mooserwirt Ridley Bikes) -1:23, - 8. Christian Wildauer (RC Union Raiffeisen Radteam Tirol) -1:47, - 9. Bernhard Haller (RC ARBÖ Bike-Point Innsbruck) -1:52, - 10. Richard Oberndorfer (RC ARBÖ Raiffeisen Region Hall) -2:01, - weiters: 90. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -8:33

Ergebnisse Kategorie Master III/IV: 1. Bernhard Empl (KTM-Mountainbiker.at) 24:42, - 2. Michael Plattner (Toni´s Pro-Shop Kirchberg/Tirol) -0:19, - 3. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) -4:39, Gleiches Ergebnis in der Tiroler Landesmeisterschaft

 

Sonntag, 5. Oktober 2008: Kriterium "Rund um den Burger King" in Graz-Seiersberg, 21,6 km

Rennstrecke: Rundkurs beim "Burger-King" in Graz-Seiersberg, 18 Runden á 1,2 km = 21,6 km, 90 Höhenmeter (5 Hm pro Runde), Start 13.45 Uhr, Wetter: sonnig, mild, leichter NW-Wind, 18°

Rennverlauf: Wegen der gestrigen späten und langen Heimfahrt aus Tirol bin ich erst heute früh daheim angekommen, aber wegen des späten Starts habe ich Gottseidank doch noch ein paar Stunden Schlaf bekommen. Herrliches Radsportwetter hat mich in Seiersberg empfangen, Sonnenschein, milde Temperaturen, ein toller Kurs mit der wohl technisch schwersten Zielkurve Österreichs, bergauf, eng, eine Rechts-Links-Kombination mit langer Kuppe. Im Vorjahr war ich hier im Hobbyrennen Dritter, diesmal wird es natürlich ungleich schwerer, denn damals war es ein Rundstreckenrennen mit Endwertung, heute ein Kriterium mit sechs Sprintwertungen, und sowas liegt mir natürlich nicht sehr. Also habe ich nur die eine Chance, ich muß die Punkte holen im Alleingang, solo, muß halt die anderen mürbe fahren, immer wieder angreifen, speziell in den erfolgsträchtigsten Momenten, also immer dann, wenn niemand damit rechnet oder niemand reagieren kann.

Groß Rudi führt eineinhalb Runden lang, und das mit ganz schönem Tempo, dahinter langgezogen die ganze Gruppe der Master 3/4-Fahjrer. Ich werde die erste Wertung auslassen, da überhaupt nicht reagieren, sollen sich andere um die Punkte herumstreiten, ich werde unmittelbar danach angreifen. Und das immer wieder, so lange, bis ich wegkomme. Gesagt, getan. Die erste Wertung, es wird um die Punkte gesprintet, ich bin natürlich nicht vorne dabei, obwohl ich schon merke, daß mir diese Bergauf-Zielkurve liegt, aber ich greife gleich nach der Wertung an, in der schnellen Bergab-Linkskurve, komme auch sofort weg, werde aber nach einer Runde wieder eingeholt. Ich verschnaufe nur kurz, dann versuche ich es sofort wieder. Zwischen den Wertungen wird zwar gleichmäßig, aber nicht sonderlich schnell gefahrenm, also bin ich sofort wieder weg, diesmal beschleuniuge ich noch, fahre um die 45 km/h, halte den Vorsprung, baue ihn sogar noch aus, erreiche die Wertungsrunde, kann mich ins Ziel retten: zweite Wertung gewonnen, macht 5 Punkte am Konto!

Dann lehne ich mich sozusagen etwas zurück, versuche aber nach wie vor, immer wieder für Unruhe zu sorgen. Ich darf sie alle nicht zur Ruhe kommen lassen, wenn ich nochmals so eine Solofahrt zur Wertungsrunde hin fahren will. Und das muß ich wohl, denn mit 5 Punkten komme ich nie und nimmer aufs Stockerl. Aber sehr schnell merke ich, daß ich jetzt nicht mehr so leicht wegkomme. Das heißt, ich komme zwar weg, aber sofort wird konsequent nachgefahren. Eine längere Solofahrt kann ich mir abschminken, das ist jetzt nicht mehr drin. Eine ganze Runde wird schon ein Problem, also immer weiter angreifen, immer wieder, immer wieder Unruhe, immer wieder Tempo hochhalten. In den Wertungsrunden komme ich zu keinen Punkten mehr, einmal habe ich aber das Glück, daß ich einen Angriff bis zur Wertung verlängern kann, leider holen sie mich noch auf der Geraden davor ein, der Gössler sprintet vorbei, ich lasse mich dann nach der Zielkurve über die Kuppe zum Zielstrich hin ganz nach rechts raustragen, weil ich spüre, daß da rechts hinter mir einer lauert, aber auf dem letzten Meter huscht er doch noch innen vorbei, es war der Taucher Hans. Dritter Platz, macht jetzt insgesamt 7 Punkte.

In den beiden letzten Wertungen kann ich  mir keine Punkte mehr holen, aber dazwischen versuche ich es immer wieder, unzählige Male greife ich an, werde aber jedesmal leider wieder gestellt. Dennoch merke ich, daß die Aufmerksamkeit der Gruppe langsam sinkt, daß sich eine gewisse Müdigkeit breit macht, aber leider ist das Rennen für mich zu kurz. Die doppelte oder dreifache Distanz bräuchte ich, dann käme ich mit meiner Taktik zum Erfolg, aber so ist das Rennen so kurz, daß sich da kaum einer so richtig leer fährt. Schade, aber bei einem Kriterium sind meine Möglichkeiten halt ziemlich begrenzt.

Ich beende das Rennen mit 7 Punkten, daß ich da nicht am Stockerl stehe, weiß ich. Die Rechnungen ergeben, daß ich knapp Fünfter geworden bin. Der Groß Rudi meint nachher noch, er sei ganz selten ein Rennen gefahren, bei dem ein einziger andauernd attackiert hat. Na, davon kann ich mir was kaufen! Glück gehabt, es gibt nämlich nur fünf Preise. Für  mich ist es das letzte Rennen in dieser Saison in Österreich gewesen, schade, es ist ein wehmütiger Abschied, wie immer, wenn ich eine sehr gute Form habe.

Ergebnisse Kategorie Master 3/4: 1. Ulrich Gössler (RC ARBÖ Drahteisel Volksbank Köflach) 22 Punkte (Schnitt 38,3 km/h), - 2. Johann Taucher (RC Sparkasse Kindberg) 12, - 3. Johann Stocker (RC Union Haus/Ennstal) 10, - 4. Rudolf Groß (ARBÖ Raiffeisen Feld/See) 9, - 5. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl)  7, - 6. Ljubos Csar (Slowenien, NK Maribor) 6, - 7. Stephan Haider (Polizei SV Graz), - 8. Franz Bruchmann (TSV Zweirad-Kappler Hartberg), - 9. Johann Hauk (ARBÖ Volksbank Deutschlandsberg), - 10. Franz Rettenegger (RC UNION Haus/Ennstal), alle 0 Punkte       

Der Sieger, Uli Gössler

 

Samstag, 11. Oktober 2008: Memorial Vittorio Malagnini: Rundstreckenrennen um den Gran Premio "Artigiani di Via Bosco" in Pontepossero di Sorga, 55,6 km

 Rennstrecke: Pontepossero di Sorga - Di la Tione - Sorga - Pontepossero di Sorga, 11 Runden á 5,05 km = 55,6 km, 55 Höhenmeter (5 Hm pro Runde), Start 13.45 Uhr, Wetter: leicht bewölkt, starker NO-Wind, 19°

Rennverlauf: Dieses Rennen, etwa 15 km unterhalb von Verona, ist der Auftakt zu einem ganz schweren Wochenende, denn bereits am Abend steht das nächste Rennen bevor. Doch zurück zu diesem hier in Pontepossero. Laut Ausschreibunhg hätten wir ja eigentlich 5 Runden auf einem 11-km-Kurs fahren sollen, statt dessen warten dann 11 Runden auf einem 5,5-km-Kurs auf uns. Schon bei den Startvorbereitungen entdecke ich plötzlich Dario Grisenti und Stefano Lucianer vom Grisenti-Team aus dem Trentino. Die beiden sind super eingespielt und im Sprint eine Macht, an der nur sehr schwer vorbeizukommen ist. Ich nehme mir vor, die beiden nicht aus den Augen zu lassen und mich immer in ihrer Nähe aufzuhalten. Im Bild unten Dario Grisenti

Bereits die erste Runde bringt einen Vorgeschmack auf das, was noch folgen wird: horrendes Tempo, unzählige Angriffe, ständig bilden sich neue Gruppen, immer wird nachgefahren, es ist hektisch, chaotisch und unübersichtlich. So vergeht Runde um Runde. Es kostet mich viel an Energie, Kraft und Substanz, so lange mitzuhalten, speziell in der Seitenwindpassage vor Sorga ist es unheimlich schwer, da eine Position zu behaupten. Ich muß da ganz vorne fahren, um nur ja keinen Millimeter Boden preiszugeben. Erst sehr spät erfange ich mich so halbwegs, da schreiben wir  bereits die 8. Runde. Als ich nach vorne fahre, merke ich, daß ich in einer Gruppe von nur mehr 14 Fahrern bin! Eigentlich müßte ich zufrieden sein, in dieser elitären Gruppe überhaupt dabeizusein, aber ich möchte jetzt, wo ich mich stetig besser fühle, doch mehr erreichen. Die 10. und vorletzte Runde, das Finale wird eingeläutet.

Es ist ein sehr nervenaufreibendes Fahren, denn es wird andauernd attackiert, und niemand kann immer nachfahren. Grisenti und Lucianer sind beide noch dabei, ich kann aber nicht das Hinterrad halten, denn die mischen immer abwechselnd ganz vorne mit, fahren sehr aktiv  und offensiv. Jede  Attacke kann die entscheidende sein, und ich kann es sehr gut verstehen, daß man da, um das abzukürzen, selbst angreift. Nur leider fehlt den meisten der Mumm, eine solche Attacke auch konsequent durchzuziehen. Ich warte halt ab, und wenn ich ganze Feld nachziehe, auch egal, dann geht das ganze Theater wieder von vorne los. Gut sechsmal fahre ich so in der neunten Runde Löcher zu. Ein Fehler? Meine Kräfte schwinden.

Urplötzlich fällt diese Entscheidung, eigentlich nur eine Vorentscheidung, aber der Zufall will es, daß ich genau in diesem Moment an der richtigen Stelle positioniert bin. Maracani und Diresi fahren weg, Spineri springt mit, und ohne zu überlegen, eine Entscheidung im Bruchteil einer Sekunde, ich auch. Sofort ist die wilde Jagd entfesselt. Tiefgebückt, Hinterrad an Hinterrad, kommen wir weg. Der Tacho zeigt mir 53 km/h, der Wind von der Seite bläst voll rein, wir fahren dichtgedrängt, nur Zentimeter auseinander. Als mein Vordermann wegschwenkt, schwenke ich mit. Ein böser Blick ist die Folge, aber als es das zweite Mal passiert, ernte ich wüste Flüche und eine eindeutige Handbewegung (Stinkefinger!) - Italiener halt! Es tut mir leid, Jungs, aber es geht halt einfach nicht. Ich habe nicht die Kraft, um auch nur eine einzige Führung zu fahren. Wir gehen in die elfte und letzte Runde. Die Gruppe läuft sehr schnell, und sehr gut. Verdammt gut. Aber weil ich keinen Meter führe, ist böse Stimmung. Noch 5 Kilometer bis ins Ziel. Im Bild rechts unten die 14köpfige Spitzengruppe im "Anflug" auf Sorga.

Ich nehme alle Kräfte zusammen und kämpfe mich Kilometer um Kilometerr näher zum Ziel, immer an vierter Stelle, da bin ich konsequent. Nur nicht abreißen! Das ist meine einzige Sorge, denn wir fahren jetztn kaum unter 50 km/h, nur diue wenigen Kurven drücken den Schnitt etwas. Dann sind wir in Soprga, 2 km vor dem Ziel. Die Kurve dort, 90 Grad, wird mir beinahe zum Verhängnis. Aus der Kurve raus, aus dem Sattel raus, Antritt mit aller Gewalt, mit 53/14, der Puls zeigt 194 an, 56 km/h, das Herz pocht, die Schläfen, der Kiefer, alles schmerzt. Ich bin wieder dran. Diresi wird wohl für Maracani den Sprint anfahren, und damit bleibt ihm nur Spineri als einziger Gegner. Und da sehe ich auch eine Chance auf den dritten Platz, auf das Podium.

Der Zielsprint: es kommt genauso, wie ich es vorhergesehen habe. Diresi macht den Anfahrer für Maracani, setzt sich knapp nach der 500-m-Marke an die Spitze, hat Maracani am Hinterrad, dann Spineri und ich. Wir jagen durch die Zielkurve, cdie nach links zeigt, die nur 150 m vor dem Zielbalken liegt. Aus der Kurve raus b eschleunigt Dioresi noch einbmal und schwenkt dann weg, natürlich nach links, nur dort ist ja Platz. Und es ist wieder eine glückliche Fügung, nein, natürlich ist es Können, Routine und weise Voraussicht, daß auch ich genau links draußen fahre, und so bin ich sofort an seinem Hinterrad. Vorne zieht Maracani voll durch, aber er gewinnt ohne Gegenwehr, Spineri wird ihm nicht mehr gefährlich, und dahinter schnappe ich mir Diresi wenige Zentimeter vor der Linie - Rang 3, ein Platz am Podium!

 

Ergebnis Kategorie Gentlemen: 1. Alfio Maracani (ASD Frenocar) 1:18:03 (Schnitt 42,8 km/h), - 2. Roberto Spineri (Cazzago Calzarmi), - 3. Robert Bartonek (GS Tecnoimpianti Padova), - 4. Roberto Diresi (ASD Frenocar), alle gleiche Zeit, - 5. Dario Grisenti (GS Promelit Grisenti) -0:09, - 6. Geraldino di Illiano (ASD Frenocar), - 7. Roberto Visenti (VC Due Torri Rovigo), - 8. Ottavio Franchi (GS Aliplast Zerotino), - 9. Dario Selmin (ASD Frenocar), - 10. Rocchetta Francho (GS Mantova), alle gleiche Zeit

 

Samstag, 11. Oktober: Rundstreckenrennen um die Trofeo Banca Credito Cooperativo Santa Maria Assunta im Autodromo Adria International Raceway, 40,5 km

Rennstrecke: Autodromo Adria International Raceway, 15 Runden á 2,7 km = 40,5 km, 75 Höhenmeter (5 Hm pro Runde), Start 18.30 Uhr, Wetter: windstill, 14°

Rennverlauf: Wieder mal was Neues, ein Radrennen auf einer Autorennstrecke! Zwar hatte ich sowas heuer schon mal am Wachau-Ring in Melk, aber dort war es ein Ausscheidungsrennen und wir sind am Tag gefahren, hier ist es ein Rundstreckenrennen, und wir fahren bei Flutlicht auf Endwertung. Eingebettet in sanften Hümgeln liegt der Adria-Ring hinter Smergoncino, etwa 7 km vor der adriatischen Küstenlinie, hier im Autodrom gibt es alles, was man sich nur wünschen kann: eine 16 Meter breite Fahrbahn, ein superglatter Asphalt, enge und weite Kurven, lange Gerade, eine sanfte Steigung zum Ziel hin, die man aber kaum spürt, wenn man nicht mit über 40 km/h fährt, Tribünen, Lautsprecher, eine Über-Kopf-Zielanzeigetafel. Aufwärmen muß ich mich am riesigen Parkplatz, da die Fahrer erst zur Startaufstellung auf die Rennstrecke gelassen werden. Egal, ich fahre halt dort ein paar Sprints und einige Intervalle, viel mehr geht nicht mehr, denn ich bin erst ganz knapp, 25 Minuten vor dem Start, hier angekommen.

Diesen Anblick haben wir 40,5 km lang vor uns - ein Lamborghini als Vorausauto - wo gibt´s denn das sonst noch? Da könnten sich vor allem die österreichischen Veranstalter mal ein Vorbild nehmen!

Dann ist es soweit. 48 Fahrer der Kategorien Gentlemen und Veterani nehmen das Rennen auf. Die erste Runde fahren wir etwas verhalten, dann aber geht es ordentlich zur Sache. Hohes Tempo, kaum Attacken, denn die sind bei diesem Tempo gar nicht mehr möglich. Ich habe sauschwere und saure Beine, muß schnellstens versuchen, die Milchsäure aus den Muskeln zu kriegen, ich hänge hinten am Schwanz des Felders dran, wehrlos und hilflos. Man merkt, daß hier bahnerprobte Fahrer zu Werke gehen. Das horrende Tempo macht jegliche Taktik zunichte. Es geht nur mehr ums Überleben. Hinhalten und hoffen, daß man das noch ein paar Minuten kann, daß dann so bald als möglich das Tempo runtergeht. Statt dessen wird es immer schneller. Aber etwas Gutes hat das auch: bei dem Tempo kann man nur mehr gleichmäßig fahren. 

 

Für die leider nicht sehr zahlreich vertretenen Zuschauer gibt es eine Sport- und Tourenwagen-Schau mit jeder Menge Boxengirls.

Langsam erhole ich mich so weit, daß ich darangehen kann, mich nach vorne zu arbeiten. Mühsam langsam geht das vonstatten, denn das Tempo ist so hoch, daß beinahe immer in Einserreihe gefahren wird, die Positionen oft rundenlang nicht wechseln. Wie soll man da nach vorne kommen? Das geht nur, indem man alleine im Wind fährt. Kaum bin ichn im ersten Drittel, teilt sich in der 5. Runde - oder war es die 6.? - das Feld. Der Abstand ist nicht groß, aber rundenlang versuchen sie hinten im zweiten Pulk, wieder Anschluß zu finden. Es gelingt nicht. Klar, das Tempo ist einfach zu hoch.

Ich hänge also am Ende des ersten Pulks und hoffe, daß diese Tourtur bald vorüber sein möge, doch diese Hoffnung erfüllt sich leider nicht., Jetzt wird vorne attackiert, immer einzeln, immer werden die Ausreißer zurückgeholt. In der 12. Runde gelingt dann ein solcher Ausreißversuch, einer kommt alleine weg und fährt vorne ein einsames Rennen, vefmutlich um gerade mal 1 km/h schneller als wir dahinter in der Gruppe.

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 Impressionen vom Radrennen im Autodrom

Durch das ständige Kontern der Attacken wird schnell und ruppig unrhythmisch gefahren. Leider ist es zu finster, um die Anzeigen auf meinem Computer zu erkennen, aber ich fühle auch so, daß ich permanent am Limit fahre. Jetzt wird es unübersichtlich, ich mache ein paar Positionen gut, die Jagd auf den Solofahrer voraus kommt nicht so richtig in Fahrt, immer wieder fällt das Tempo etwas ab, vorne fährt er gleichmäßig wie ein Uhrwerk. Ob das ein Schweizer ist???

Das Rennen geht unspektakuär zu Ende. Der Solofahrer vergrößert langsam aber stetig seinen Vorspurng und gewinnt ungefährdet und sicher. In der Schlußrunde (ich bin aber so angeschossen, daß ich gar nicht mitbekommen habe, daß wir schon in der letzten Runde sind!) rutsche ich förmlich in eine Gruppe rein, die sich noch lösen kann, vor uns fahren auch ein paar Einzelfahrer herum. Es ist unübersichtlich und völlig undurchsichtig, denn die beiden Kategorien sind durch die Startnummern nicht auseinanderzuhalten. Ich fahre durchs Ziel und als ich sehe, daß die anderen ausrollen, atme ich tief durch: ein herrliches Gefühl, wenn der Schmerz nachläßt!!!

Áls sich meine Atmung halbwegs beruhigt hat, und die Ergebnisse per Lautsprecher durchgegeben werden, trifft mich beinahe der Schlag: ich bin als Achter ins Ziel gefahren, und weil die Typen vor mir alle Veteranen waren, habe ich die Gentlemen-Klasse gewonnen! Daß ich auf meine alten Tage so was noch erleben darf: da gewinne ich ein Rennen und merke es gar nicht! Bei der Preisverteilung kann ich dann nur anerkennend nicken: neben Pokal, Blumenstrauß und Sachpreis drückt man mir auch ein Kuvert in die Hand, in dem sich 600.-. € in bar befinden! Dieses Rennen muß ich mir merken: der ASD Adria Bike hat mit dieser Veranstaltung, übrigens zum ersten Mal durchgeführt, wirklich eine tolle Arbeit geleistet! Unglaubliche Preise, ein tolles Ambiente und das Flair auf einer Autorennstrecke ist sowieso ein ganz eigenes, dazu die Atmosphäre eines Nachtrennens, kurz: die Premiere war ein Hit und ich möchte im nächsten Jahr unbedingt wiederkommen!

Ergebnisse Kategorie Gentlemen: 1. Robert Bartonek (GS Tecnoimpianti Padova) 49:55 (Schnitt 48,6 km/h), - 2. Carlo Maccapani (VC Due Torri Rovigo), gleiche Zeit, - 3. Adriano Mosca (Club Estense) -0:05, - 4. Renzo Bergamin (GS Ponte Priula), - 5. Patrizio Bonaldo (Sant´Ambrogio), alle gleiche Zeit, - 6. Enzo Serpelloni (Alliance Butty Multiservice) -0:12, - 7. Mauro Meggiolaro (AvesaniBike), - 8. Luigi Pegoraro (GS Pennelli Cinghiale), alle gleiche Zeit, - 9. Adriano Feltrin (ASD Caerano Diadora Treviso) -1:19, - 10. Antonio Cogo (ASD Dueville Vicenza) -1:22

 

Sonntag, 12. Oktober 2008: Straßenrennen um den Grand Prix Comune di Stra, 93,6 km

Rennstrecke: Stra - San Pietro di Stra - Paluello  - Fiesso d´Artico - Stra, 9 Runden á 10,4 km = 93,6 km, 45 Höhenmeter (5 Hm pro Runde), Start 9.30 Uhrt, Wetter: dunstig, neblig (anfangs), dann leicht bewölkt, mild, starker W-Wind, 19°

Rennverlauf: Vom Start weg verspüre ich die beiden gestrigen Rennen in den Beinen, und zwar ganz schlimm. Ich fühle mich unendlich müde, träge und unfähig, schnelle Tritte zu fabrizieren. In dem Zustand wird es ganz schwer, die Distanz durchzustehen. Zumal weit über 130 Fahrer an diesem Klassiker im Veneto teilnehmen. Das Wetter ist anfangs noch frisch, kühl, ein Hochnebel liegt über der Landschaft wie ein Leichentuch. Als später dann die Sonne durchkommt, wird es gleich ziemlich warm, es bläst schon am Start ein starker Westwind, der dann immer mehr zunimmt.

Die erste Runde wird fürchterlich, ich kann mich nur schwer im Feld halten, verliere immer an Positionen. Alles tut weh, ich möchte mich nur ausstrecken, hinlegen und schlafen. In der zweiten Runde, kurz nach der Zieldurchfahrt, tritt völlig überraschend Riccardo Tarlao an, fährt einer entflohenen Dreiergruppe nach, die er in Kürze auch erreicht. Da niemand sonst reagiert, fahre ich alleine nach, komme auch vom Feld weg, aber nicht mehr an Tarlao heran, denn der hat die Spitze erreicht, die daraufhin etwas schneller wird, und damit sind sie für mich außer Reichweite. Dummerweise hänge ich somit alleine zwischen Spitze und Feld, lasse mich wieder zurückfallen. Kurz darauf wird auch die Spitze wieder gestellt. Doch diese Alleinfahrt hat meine Sinne wieder angekurbelt, ich fühle mich munter und frischer als vorher. Doch was soll ich von Tarlao halten, der bereits so früh angegriffen hat?

Runde um Runde vergeht, eine schwerer als die andere. Schwer vor allem im Kopf, denn ich fühle mich unendlich müde und völlig desorientiert. Einige Male lande ich ganz am Ende des Felders und brauche beinahe die gesamte folgende Runde, um wieder nach vorne bis zur Mitte zu kommen. Das läßt mich eigentlich schon das Schlimmste befürchten. Irgendwie aber habe ich es im Gefühl, daß ich das Feld bis ins Ziel halten kann. Und tatsächlich, als es in die Schlußrunde geht, bin ich immer noch dabei.

 Ich fahre  mich in Position, zwänge mich ganz vorne rein, aber es ist jetzt halt schon ein ziemliches Gedränge da, schließlich sind wir immer noch gut hundert Fahrer, die sich jetzt vorne um die ersten Positionen drängen. Die letzte Ortsdurchfahrt, wir sind bereits auf der Hauptstraße, ist gutgegangen, den Kreisverkehr haben wir bewältigt, jetzt saind es noch knappe 3 km bis ins Ziel nach Stra. Im Gegensatz zum vergangenern Jahr, als ich hier ebenfalls gestartet bin, befindet sich das Ziel diesmal nicht wie damals in San Pietro, sondern am Hauptplatz in Stra. Ein Kaisersprint, geradeaus auf der Hauptstraße ins Ziel, im Vorjahr war ja die Kurve zur Brücke über die Brenta der Grund für den Massensturz beim Zielsprint gewesen. Es wird jetzt zunehmen hektisch. Ich weiß eigentlich gar nicht, was ich hier vorne tue, bin ich doch kein Sprinter. Und jetzt kommt sowieso keiner mehr weg, der Massensprint ist also bereits fix, und das ist nun mal nicht mein Ding. Also könnte ich genausogut irgendwo mitten im Feld drinnen fahren und mich aus dem gefährlichen Gerangel raushalten.Der letzte Kilometer. Vorbei am Schloß Pisani gruppiert sich die Spitze neu, ich falle zurück, bin eingekeilt, eigentlich Scheiße. Innerlich habe ich das Rennen abgeschrieben. Jetzt ist die Zeit der Sprinter, da habe ich nichts mehr verloren.

Schloß Pisani am Stadtrand von Stra, unten sieht man die Straße, direkt vor dem Schloß befindet sich die 1000-m-Marke.

Naja, ich sprinte halt mit oder vielmehr, ich tue so, als ob. Aber die Schwächen der ersten zwei Drittel des Rennens täuschen. Ich bin voll da, sowohl mental als auch physisch. Ich fahre jetzt mit 53/14, das Feld rast jetzt schon mit gut 56 km/h dahin, ich arbeite mich wieder nach vorne. Die langgezogene Rechtskurve am Schloß vorbei, immer am Brenta-Kanal entlang, dann die Gerade hin zur Kurve , wo wir jede Runde links über die Brücke gefahren sind, jetzt ist dort abgesperrt, wir fliegen unter einem aufgeblasenen Werbebogen durch, hin auf die Zielgerade. Der Sprint ist eröffnet, ich bin verdammt weit vorne, diese Chance sollte ich unbedingt nutzen, rechts und links fliegen jeweils eine Staffel an mir vorbei, ich werde im Sog mitgezogen, die Anfahrer schwenken weg und ich finde mich an der Spitze des gesamten Feldes wieder!

Eigentlich wollte ich mich ja im Sprint an Tarlao orientieren. Gut, ich weiß, der ist der stärkste Sprinter in Norditalien, mit dem kann ich mich nun doch nicht messen, aber ich wollte ihn eben als Orientierungshilfe im Finale benutzen, weil er halt auch in den letzten beiden Runden ziemlich zurückhängend gefahren ist und ich nur darauf gewartet habe, daß er nach vorne kommt. Aber diesen Moment habe ich dann leider übersehen, denn als ich am Schloß vorbei etwas eingekeilt wurde und zurückgefallen bin, ist er mit einem Schlag ganz vorne weggefahren, hat ein paar Meter Luft gehabt und ist als Führender auf die Zielgerade gegangen! Da war ich gut 25 Positionen dahinter, chancenlos, an sein Hinterrad zu kommen. Aber dann, als ich zwischen den beidn Staffeln nach vorne gesogen wurde, da habe ich nicht mehr auf ihn geachtet, da habe ich dann etwa 300 Meter vor der Linie nur die Lücke gesehen, die sich mit einem Mal unmittelbar vor mir aufgetan hat, und sofort habe ich da draufgehalten, den Spurt angezogen, 53/13, und habe sofort gewußt, daß ich da ganz, ganz weit vorne bin! Aber daß ich Sechster wurde, das hätte ich mir nun wirklich nicht zu träumen gewagt! Fairerweise muß man sagen, daß ich nicht Sechster geoworden bin, weil ich so stark gesprintet bin, sondern weil ich durch diese Lücke bin und die anderen irgendwie verhungert sind. In einem solchen Sprint entscheidet das Glück wirklich viel.

Der slowenische Sprintsieger Bojan Ropret, GS Barbariga-Franco Gomme

Ergebnisse Kategorie Gentlemen: 1. Bojan Ropret (Slowenien, GS Barbariga) 2:11:45 (Schnitt 42,6 km/h), - 2. Riccardo Tarlao (GS De Luca Renault Portogruaro), - 3. Luciano Guidolin (GS Aliplast Zerotino), - 4. Alessandro Marchiori (VC Due Torri Rovigo), - 5. Claudio Bonaldo (Cazzago Calzarmi), - 6. Robert Bartonek (GS Tecnoimpianti Padova), - 7. Virginio Visentin (Team Zero Wind), - 8. Renato Guidolin (Pedale Roventi), - 9. Marjan Srnel (Slowenien, GS Barbariga), - 10. Paolo Berotton (Gi-Bi Omano), alle gleiche Zeit

  

Samstag, 18. Oktober: Rundstreckenrennen um die Trofeo Memorial Enrico Rossi in Busco di Ponte di Piave, 55,6 km

Rennstrecke: Busco di Ponte di Piave - Levada - Abbazia - Busco di Ponte di Piave, 10 Runden á 5,560 km = 55,6 km, Start 14.15 Uhr, Wetter: sonnig, dunstig, starker NW-Wind, 23°

Rennverlauf: Bei angenehmem Wetter, aber leider etwas Hochnebel (die Sonne kommt nicht so richtig durch, dennoch ist es unglaublich warm) stehe ich mit insgesamt 112 Fahrern am Start. Es ist schon immer wieder beeindruckend, welch riesigen Starterfelder da in JEDER Kategorie sich zusammenfinden! Der Rundkurs an sich, fünfeinhalb Kilometer lang, ist völlig anspruchslos, topfeben, einzig die Zielkurve ist etwa 900 Meter vor dem Strich, die Zielgerade selbst vielleicht etwas schmal geraten.

Daß es diesmal ganz anders zur Sache geht, merke ich gleich nach dem Start. Wäre ja auch etwas vermessen gewesen, zu glauben, daß die guten Ergebnisse der Vorwoche unbemerkt geblieben wären. Im Gegenteil, jetzt wollen sie es gar nicht mehr drauf ankommen lassen, mich bis zum Zielstrich mitzuschleppen, jetzt soll ich vorher schon weichgeklopft werden. Das Rezept ist einfach: Attacke auf Attacke, keiner fährt nach, alle schauen sie mich an. Nach dem Motto: Jetzt mach mal, du Angeber! Unde ich muß machen, denn sonst ist die Gruppe weg. Die Runde besteht im Grunde aus zwei endlos langen Geraden, die erste Gerade auf ganz schmaler Straße. Da ist das riesengroße Starterfeld schon etwas behäbig, zieht sich ziemlich lang, ich bin ungewöhnlich weit hinten, vorne laufen die Attacken. Das macht das ganze Rennenn unrhythmisch, die Spitzen jedenfalls gehen schon auf gut 58 km/h

Drei, vier Runden lang fahre ich immer nach, dann merke ich, daß sie es wirklich nur auf mich abgesehen haben. Da auch die beiden Grisenti-Fahrer Grisenti und Lucianer wieder dabei sind, beschließe ich dann aber, die gegen den Rest auszuspielen und markiere den toten Mann. Ich lasse mich ins Feld zurückfallen und verschwinde damit von der Bildlfäche. Und richtig, sofort geht es munter weiter, diesmal De Luca und Frenocar gegen Promelit-Grisenti. Die Italiener sind ja so leicht zu durchschauen! Deshalb gefallen mir diese Rennen hier in Norditalien ja so, da kann man immer so schön auf ganz wichtig machen und mitspielen. So jedenfalls kann ich mich etwas fangen. Die Entscheidung naht mit Riesenschritten. Durch die unzähligen Attacken ist natürlich auch das gesamte Feld mürbe geworden. Ich sollte das Opfer sein, aber die meisten fallen ihrer eigenen Taktik zum Opfer. Eine Gruppe mit Maracani geht weg und baut einen kleinen Vorsprung auf, dahinter bildet sich nach einigen Scharmützeln eine kleine Verfolgergruppe mit Grisenti und Tarlao, die ich leider übersehen habe. Gut, ist nicht mein Tag heute.

Die letzte Runde. Die Abstände sind nicht groß, ein paar Meter nur liegen zwischen den einzelnen Gruppen, aber weil alle mit Höchsttempo fahren, jenseits der 50 km/h, ist kaum an Boden gutzumachen. Ich habe eigentlich schon abgeschlossen, werde heute halt mal abgehängt. Doch noch einmal wendet sich das Blatt, als hinter mir eine starke Gruppe auftaucht, sich formiert, sich einreiht und der Enthusiasmus springt auf meine Gruppe über. Volles Tempo, die Abstände schrumpfen, vorne schließt die Gruppe mit Grisenti und Tarlao zu Maracani auf. Die vorletzte Gerade, gute 2 km lang, dann die Zielkurve, 900 Meter vor dem Zielstreifen. Das Unglaubliche ist geschehen, alle drei Gruppen sind wieder beisammen, und ich spiele wieder mit im Kampf um den Sieg. Weil ich in der Verfolgung nichts bgetan hatßbe, binj ich noch frishc genug, um dier letzute Chancde wahtrzunehmen. Im Moment der Vereinigung der Gruppen trete ich mit aller Kraft an, um so viele Plätze als möglich gutzumachen, die Zielanfahrt hat ganz vorne schon begonnen. Schließlich sind wir auf der Zielgeraden. Es wird aber noch einmal hektisch, und ein urplötzliches Krachen und Splittern schreckt  mich aus der Konzentration, und aus den Augenwinkeln sehe ich einen ganzen Haufen Fahrer auf dem Asphalt liegen, ein paar andere krachen in den Speichensalat voll rein. Dadurch ist hinter einmal eine Lücke, da kommt keiner mehr heran. Doch dann wird der Weg zu kurz und die Beine zu schwer. Ich bleibe irgendwie stecken unmd rolle als 19. ins Ziel. Aber immerhin zeitgleich mit dem Sieger.

Es gibt ein etwas verwirrendes Ergebnis, so sind etwa Maracani, Grisenti und Tarlao mit den Rängen 7, 8 und 12 unerwartet weit hinten, während etwa Tittoto, der mehrfache Italienmeister am Berg, mit Rang 5 so weit vorne aufscheint wie noch nie zuvor. Eine Folge dieses verrückten Sprints nach dem Massensturz auf den letzten 900 Metern?

Ergebnisse Gentlemen: 1. Alberto Busatto (GS De Luca Renault Portogruaro) 1:16:08 (Schnitt 43,421 km/h), - 2. Vittorio Parpaiola (Cicli Morbiato), - 3. Francesco Barbirato (Gran Fondo Pinarello), - 4. Giancarlo Mazzocato (Cicli Sgnaolin), - 5. Silvano Tittoto (GS Frenocar Cicli Bilato), - 6. Paolo Roppa (GS De Luca Renault Portogruaro), - 7. Alfio Maracani (GS Frenocar Cicli Bilato), - 8. Dario Grisenti (GS Promelit Grisenti), - 9. Rolando Barbieri (San Giovanni di Livenza), - 10. Stefano Mometti (San Giovanni di Livenza), - weiters: 12. Riccardo Tarlao (GS De Luca Renault Portogruaro), - 19. Robert Bartonek (GS Tecnoimpianti Padova), alle gleiche Zeit

 

Sonntag, 19. Oktober 2008: Bergzeitfahren Montecchio Maggiore - San Urbano um die Coppa Santa Eurosia und die Trofeo Calpeda Pompe, zugleich Regional-Bergmeisterschaft Vicenza, 4,6 km

Rennstrecke: Montecchio Maggiore - SS Trinita - Covolo Alto - San Urbano, 4,6 km, 210 Höhenmeter, Steigung max. 10 %, Start 13.41 Uhr, Wetter: heiter, mild, starker NW-Wind, 21°

Rennverlauf: Wieder ein herrlicher Herbsttag, sehr warm, obwohl die Nacht kühl und frisch war. Aber jetzt wolkenloser Himmel über dem Veneto. Diese Strecke hier liegt mir, ich war hier immer noch ganz vorne, darf mir also heute  berechtigte Hoffnungen auf einen Podiumsplatz machen. Mit meist guten, niedrigen 11er-Zeiten, einmal sogar mit einer 10er-Zeit, war ich hier in den letzten zehn Jahren immer unter den ersten fünf. Die Strecke kenne ich gut, dennoch nehme ich mir ausführlich Zeit, mich einzufahren und aufzuwärmen. Die Strecke fahre ich einmal mit dem Auto ab, zweimal mit dem Rad, dann kenne ich hier wieder jede Kurve, jeden Stein. Mit der Startnummer 12 gehe ich dann schon sehr bald ins Rennen.

Der erste Kilometer ist ziemlich flach, ich fahre mit dem großen Blatt auf der schmalen Straße, die völlig für den Verkehr gesperrt ist. Dann das erste Steilstück, einen guten Kilometer lang, hinauf zur Kuppe bei der Kirche SS Trinita, dann geht es in einer kurzen Abfahrt wieder 15 Höhenmeter runter. Dieses erste Steilstück fahre ich mit 39/19 und ärgere mich nachträglich noch, weil mir das viel zu hart war und ich mich dennoch damit raufgequält habe. Ideal wäre 39/21 gewesen, aber weil ich auch bisher immer dort mit 39/19 gefahren bin, habe ich es diesmal auch so gemacht. Ich wuchte mich also zur Kirche rauf, dann die Abvfahrt runter, edhe der zweite Anstieg kommt, etwa 600 Meter lang und wieder ca. 8 % steil. Der ist so kurz, daß man da mit einer viel zu harten Übersetzung drüberspurten muß. Etwa in der Mitte des Anstieges hole ich einen Fahre ein, fliege an ihm vorbei und habe ihm oben auf der Kuppe schon mehr als hundert Meter abgenommen. Jetzt folgt eine etwa 500 m lange Abfahrt, in der man sich etwas erholen und auch Schwung holen kann, denn es geht auf eine kleine Kuppe hinauf zur 1000-m-Marke, wir sind damit schon am Ortsanfang von San Urbano.

Jetzt kommt das technisch schwierigste Stück, der letzte halbe Kilometer. Durch die Ortschaft geht es bergab, dann in einem scharfen, engen Winkel rechts weg und mit ca. 14 % auch steil nach unten, die Gasse ist jetzt kaum zwei Meter breit. Ein enger Bogen nach links, es geht, an einer niedrigen Steinmauer entlang, wieder nach oben, wieder zurück rauf auf die Hauptstraße und 100 Meter steigend bis zum Zielstrich. Hier kann man noch viel verlieren oder auch gewinnen. Die Abfahrt fahre ich perfekt, schnell, rasant, mit einer perfekten Kurvenlinie, die genaue Streckenkenntnis zahlt sich da aus. Ich komme mit einer Zeit von 10:20 ins Ziel und verfehlte damit meine persönliche Bestzeit nur um eine lächerliche Sekunde!

Und um noch viel weniger, nämlich um gerade mal 0,4 Sekunden, verpasse ich Platz 2, den sich Enzo Bergamasco holt. Den kenne ich nicht, aber ein Blick auf die Ergebnislisten des heurigen Jahres belehrt mich eines besseren: der Typ ist absolut top! Daß Silvano Tittoto hier gewonnen hat, ist absolut keine Überraschung, ist er doch der mehrfache Italienmeister am Berg.

Ergebnisse Tageswertung: 1. Andrea Fontalto (Ram. conc. Citroen GS Gambellare) 9:15, - 2. Diego Mascella (Team Alpebike Membrane Respira) -0:19, - 3. Silvano Tittoto (GS Frenocar Cicli Bilato) -0:28, - 4. Paolo Massignan (D-Team Essegi 2), - 5. Andrea Zanini (GS Pennelli Cinghiale), beide -0:38, - 6. Fabrizio Lovato (Marzotto Edilvencata C. Cornale) -0:39, - 7. Maurizio Bonin (VP Parolin) -0:39, - 8. Enrico Stragliotto (VP Parolin) -0:40,  9. Romeo Moretti (Krom) -0:43, - 10. Andrea Turcato (Unione Ciclista Carré) -0:45, weiters: 17. Robert Bartonekj (GS Tecnoimpianti Padova) -1:05

Ergebnisse Kategorie Gentlemen: 1. Silvano Tittoto (GS Frenocar Cicli Bilato) 9:43, - 2. Enzo Bergamasco (Bike Benato FRW Term Primolan) -0:36, - 3. Robert Bartonek (GS Tedcnoimpianti Padova) -0:37, - 4. Dario Cortessi (Team Boario) -0:59, - 5. Jeannot Zecchinati (Colli Berici Tecnostampi) -1:19, - 6. Loris Lombardi (Emporio Bici Max Team) -1:20, - 7. Antonio Cogo (UC Due Ville)  -1:32, - 8. Mariano Bedin (Colli Berici Tecnostampi) -1:33, - 9. Gelindo dalla Nogare (Team Zero Wind) -1:33  10. Angelo Formiga (Collli Berici Tecnostampi) -1:37

 

Samstag, 25. Oktober 2008: Memorial Aldo Sartori: Straßenrennen um den Gran Premio di Cittá di Caorle in Sansonessa, 93,6 km

Rennstrecke: Sansonessa - Porto Santa Margherita - Brian - San Giorgio di Livenza - La Salute di Livenza - Ottava Presa - Sansonessa, 3 Runden á 31,2 km = 93,6 km, 45 Höhenmeter (15 Hm pro Runde), Start 14.15 Uhr, Wetter: sonnig, sehr starker SO-Wind, 22°

Sansonessa di Caorle besteht aus weitläufigen, großräumigen, neu konzipierten Wohnanlagen.

Rennverlauf: Wieder ein wunderschöner Herbsttag, warm, mild, Sonnenschein, leider aber ein störend starker Wind, eigentlich schon so was wie ein Sturm bilden den Rahmen diesers absoluten Herbstklassikers, dem sich alleine in meiner Klasse 293 Starter stellen (!). Da ist alles dabei, was Rang und Namen hat. Nach ein paar Jahren Abvstinenz wird dieser Klassiker heueer wieder ausgetragen, die Strecke ist schon Tradition. Und wieder ein langes Rennen, was mir sicherlich entgegenkommt. Was wieder störend kommt: beinahe komme ich zu spät zum Start, habe wieder einmal nur knappe 20 Minuten, um die Startnummer zu holen, das Rad herzurichten, mich umzuziehen und warmzufahren.

Bereits die ersten Kilometer werden sehr schnell gefahren, und ich habe zu tun, um mich da nach vorne zu arbeiten. Langgezogen ist das Feld, einerseits durch das hohe Tempo von ca. 56 bis 58 km/h (wir fahren die ersten 8 km mit Rückenwind), andererseits durch den starken Wind. Man kommt einfach nicht mehr nach vorne, denn dazu müßte man im Wind fahren, was bei dem langgezogenen Feld unmöglich ist. Daher heißt es jetzt aufpassen und hoffen, daß nicht irgendwo vorne in der Reihe ein Loch reißt. Die zweite Gerade, 10 km lang, ist verteufelt schwer, denn jetzt bläst der Wind von schräg hinten. Die dritte Gerade, 4 km lang, ist noch schwerer, denn wir fahren jetzt ziemlich genau gegen den Wind. Viele Attacken und Bewegungen im Feld sorgen laufend für Unruhe und Hektik.

Livenza morta (Brian) by mizaweb.

Landschaft bei Brian

 

 

Immer, wenn es wirklich brenzlig wird, ist vorne Riccardo Tarlao beteiligt. Wenn der weiter hinten hängt, in den Tiefen des Feldes verborgen, besteht kaum Gefahr. Aber meist ist der Junge vorne und sorgt für Radau, und dann kann man sich hinten die Seele aus dem Leib strampeln und wird dennoch abgehängt. Die erste Runde geht gerade noch gut. Aber das Feld ist sehr viel kleiner geworden, und auf den letzten 9 km zurück nach Caorle wird schräg gegen den Wind gefahren, die Wirkung ist verheerend. Sofort bilden sich unzählige kleine Staffeln und Gruppen, dazwischen immer wieder Einzelfahrer, die aber auf verlorenem Posten stehen. Alleine schafft man gerade mal - bei vollem Einsatz - 30 bis 32 km/h, in der Gruppe doch 40 bis 44 km/h.

In der zweiten Runde ist es dann soweit. Unzählige Male hat Tarlao seine Attacke vorbereitet, jetzt ist es dann sehr schnell geschehen. Mit einem Mal, ganz unspektakulär, ist eine etwa 12köpfige Gruppe vorne weg, dahinter wird ganz kurz versucht, nachzufahren, aber niemand will sich investieren, und ohne Aufwand geht es halt nicht, verlorenes Terrain wieder zurückzuholen. Im Gegenteil, dazu muß man schneller fahren als die vordere Gruppe. Und weil die schon am Limit sind, ist es eigentlich nicht möglich, nochmal aufzuschließen. Und nachdem die erste Gruppe weg ist, geht das Gemetzel munter weiter. Jetzt wird das restliche Feld durch viele - leider sinnlose - Attacken aufgerieben, immer wieder bilden sich kleine Gruppen, die Situation ist, wie üblich, ziemlich unübersichtlich. Es kostet enorm viel Kraft, da gegen den Wind ein Loch zuzufahren, was aber völlig sinnlos ist, denn sofort geht das nächste auf. Irgendwann fährt man keines mehr zu, dann ist man abgehängt. Ende der Geschichte.

Zwei Runden sind absolviert, wir haben mit einer ganz großen Gruppe etwa eineinhalb Minuten Rückstand auf die Spitze, auf der Rückenwind-Geraden versuchen sie noch einmal, vorne heranzufahren. Aber sie geben sich damit zufrieden, 55 km/h zu fahren, aber ich weiß, daß sie vorne 60 fahren, also wird der Abstand eigentlich größer statt kleiner. Spätestens, als es dann nach Norden geht, schräg mit dem Wind, merken sie die Aussichtslosigkeit ihres Unterfangens. Es ist einfach keine Kontinuität gegeben, was hilft es, wenn da einer in einem Wutanfall 300 Meter mit 60 km/h fährt, der nächste ist dann so blau, daß er einen Kilometer braucht, um am weggeschwenkten Fahrer überhaupt vorbeizukommen. Es ist einfach viel zu unrhythmisch, im Grunde aber ist von den starken Fahrern dieser Gruppe keiner daran interessiert, den Haufen nochmal vorne ranzuführen. Also bleibt nur der Kleinkrieg. Mann gegen Mann, auf diese Art wird die Gruppe auch schnell kleiner. Mir geht es jetzt nicht mehr darum, vorne aufzuschließen, denn diese Chance ist endgültig vertan. Jetzt kann ich nur mehr den Schaden begrenzen, das heißt, versuchen, in einer der vorderen Gruppen unterzukommen.

Das aber bedeutet, entweder aktiv am Gemetzel teilzunehmen, oder passiv im Hintergrund warten, da kann es sich aber sehr leicht ergeben, daß eine Gruppe ohne mich geht. Was auch ein paarmal passiert. Kleine Gruppen, drei bis fünf Mann, die sich da einzeln nach vorne absetzen. Aber kaum geht es darum, ein kontinuierlich hohes Tempo gegen den Wind zu fahren, zeigen sich schnell die Grenzen der einzelnen Fahrer auf. Auf diese Weise kommt natürlich niemand entscheidend weg, aber der Vorsprung der Spitzengruppe vergrößert sich ständig.

Ein paarmal schalte ich mich dann im Finale auch noch ein, aber es ist jedesmal vergebens. Ich fahre ein Loch zu, mit dem letzten Dreck, pfeife aus dem letzten Loch, dann nehmen sie alle die Beine hoch und das Theater beginnt von neuem. Da ist viel Glück dabei, und 5 km vor dem Ziel ergreife ich endgültig die Initiative, fahre einfach drauflos, mache mich klein und windschlüpfrig, 53/15, hohes Trempo, viel Kraft, und ohne auf irgendwen zu achten, fahre ich. Es bildet sich eine kleine 5-Mann-Gruppe, wir kommen auch näher an die Gruppen vor uns heran, aber ganz holen wir sie nicht mehr ein. Dann sind wir auch schon im Ziel. Auf den allerletzten Kilometern ist die anfangs doch noch große Gruppe in viele kleinere Grüppchen zersplittert, und bei dem Wind und dem großen Energieaufwand merkt man dann auch die Distanz. Einen knappen Hunderter Ende Oktober fährt man halt auch nicht alle Tage. War vielleicht nicht das große Rennen, das ich mir insgeheim doch erhofft hatte, aber man kann ja nicht alle Tage vorne mitfahren. Und so schlecht war die Leistung auch wieder nicht, daß deshalb die Welt untergehen würde. Ehe man übermütig wird, bekommt man halt immer wieder eine auf den Deckel, damit man immer schön klein und demütig bleibt.

Ergebnisse Kategorie Gentlemen: 1. Luciano Guidolin (GS Aliplast Zerotino) 2:11:21 (Schnitt 41,55 km/h), - 2. Dario Selmin (GS Frencoar Cicli Bilato), - 3. Fabbrizio Verza (Team Adige), - 4. Riccardo Tarlao (GS De Luca Renault Portogruaro), - 5. Alberto Busato (GS De Luca Renault Portogruaro), - 6. Dario Grisenti (GS Promelit Grisenti), - 7. Roberto Taesi (Club Zaina Bicicletta), alle gleiche Zeit, - 8. Bojan Ropret (GS Barbariga Franco-Gomme) -1:02, - 9. Stefano Mometti  (San Giovanni di Livenza), - 10. Guido Lanaro (Carving Club Schio), - 11. Marjan Srnel (GS Barbariga Franco-Gomme), alle gleiche Zeit, - weiters: 21. Robert Bartonek (GS Tecnoimpianti Padova) -3:31

 

Sonntag, 26. Oktober 2008: Dreiländer-Straßenrennen in Lenti (Ungarn), zugleich Ungarisches Saison-Abschlußrennen, 90 km

 

Rennstrecke: Buso di Rovigo - Canale - Buso di Rovigo, 10 Runden á 4,8 km = 48 km, Start 12.05 Uhr, Wetter: stark bewölkt, frisch, mäßiger N-Wind, 14°

Rennverlauf: Es ist empfindlich kälter geworden, hat aber immer noch 14° - mit Österreich kein Vergleich. Wir starten etwas verspätet, kurz nach 12 Uhr, der Stadtrundkurs ist 4,8 km lang und wir müssen zehn Runden absolvieren.

Der Kurs ist nicht sonderlich eckig, aber ein paar Kurven sind dabei, die wirklich nicht ohne sind. Bei einem großen Starterfeld kann es da durchaus Probleme geben. Wir sind 65 Starter, und auch das sind schon viele. Gut, der Haufen zieht sich in die Länge, es reißen sofort die ersten Löcher und dadurch bilden sich gleich in den ersten zwei Runden einige Gruppen. Vorne bleibt eine etwa 30 Mann starke Gruppe beisammen. Anfangs habe ich durchaus Probleme, das hohe Tempo mitzugehen, aber ich gewöhne mich schnell daran.

Runde um Runde wird das Feld kleiner. Keiner schafft es, sich auf Dauer vorne abzusetzen. Es gibt zwar pausenlos Angriffe, aber die bringen alle nichts ein. Das Feld ist viel zu schnell unterwegs, als daß da jemand richtig wegkommen könnte. Ein paar Sekunden lang halten sich die Ausreißer vorne, ehe sie wieder gestellt werden. Es kostet einige Substanz, die vielen Antritte mitzufahren. Mit der Zeit wird es aber gleichmäßiger, die Angriffe weniger. Ich tue mir leichter, mitzuhalten.

So geht es bis zur 8. Runde. Der Rennverlauf ist bis dahin schon etwas einschläfernd, weil gleichmäßig und fade. Dann, plötzlich, ein Antritt, ein Angriff, und nichts ist mehr so wie vorher. Ich hatte mich auch von der allgemeinen Faulheit anstecken lassen und war dadurch auch überrascht worden, abgesehen davon war ich ja gar nicht in der Position gewesen, um zu reagieren. (Ich habe von hinten alles nur mitansehen können.) Einer hat angegriffen, zwei, drei andere ziehen nach, nach einer kurzen Schrecksekunde ein vierter, dann ein fünfter. Aber irgendwas ist anders als sonst. Sie nehmen die Beine nicht mehr hoch, nein, sie ziehen voll durch. Und das heißt vor allem eines: hier geht es um die Entscheidung!

Die 6-Mann-Gruppe ist erst mal weg, dahinter formieren sich umständlich die Verfolger, dann gibt es welche, die nicht so umständlich sind und gleich nachfahren, das gleiche Bild wie vorher: einer sprintet weg, zwei, drei andere hängen sich an, und dann reagiert man auch im restlichen Feld, und ich bin inzwischen auch schon an der Spitze des Feldes und mische mit. Als der nächste an mir vorbeisprintet, hänge ich mich an und bin sofort vor dem Feld. Eine längere intensive Phase beginnt, wir hängen voll am Anschlag drin, hohes Tempo, 55 km/h, 53/13 oder 14. Langsam bildet sich eine Verfolgergruppe, da kann sich keiner von der Führungsarbeit drücken. Das Tempo ist auch so hoch, daß man da sofort weg ist, wenn man ein kleines Loch hat. Ich schaffe es gerade noch bis zu dem Zeitpunkt, da sich die Gruppe zusammengefunden hat. Als es in die 9. und vorletzte Runder geht, haben wir einen sicheren Vorsprung. Vor uns die Spitzengruppe, 6 Mann, die aber auch voll draufdrücken. Sie liegen etwa knappe 100 Meter vor uns.

Die ganze vorletzte Runde vergeht damit, daß wir uns Millimeter um Millimeter näher an die Spitze ranschieben. Ich frage mich immer öfter, ob das noch einen Sinn hat, denn wenn wir so weiterfahren, brauchen wir noch etwa 200 Runden, bis wir dran sind. Doch dann geht es doch schneller. Gong zur Schlußrunde, wir liegen etwa 5 Sekunden zurück, und da ist es klar, daß wir noch mal rankommen. Die Frage ist nur, wie, ob wir da gleichmäßig hinfahren oder es vorher eine Fetzerei gibt, unsere Gruppe zerfällt, und während ich das noch denke, passiert es auch schon. Attacke, Konter, nachfahren, und wir sind wieder mitten im ärgsten Streß.

Zwei Mann sprinten hin, velängern gleich, vorne schauen sie sich an, der letzte der Gruppe springt noch vorne hin, jetzt wird es unübersichtlich und hektisch. Die letzten drei Kilometer, noch einmal wird forciert. Ich habe nach wie vor ein kleines Loch zur Spitze, kann es aber nicht zufahren. Ich habe keine Luft mehr, hinter mir hängen noch drei Mann dran, die alle keine Anstalten machen. Also wieder altbewährte Methode, in einer Kurve trete ich an, beschleunige, setze mich aber gleich wieder hin, hinten hat einer sofort reagiert, ich schwenke weg, mache ihm Platz, hänge michn sofort an sein Hinterrad. Und wirklich, er fährt und zieht auch brav, und sofort sind wir vorne dran, doch in dem Moment wird dort wieder attackiert, die Gruppe zerfällt abermals. Wir passieren die 1000-m-Marke.

Großes Finale. Jeder gegen jeden. Offener Schlagabtausch. Das ist nichts für mich, ich habe keine Substanz mehr, ich hänge hinten drauf und hoffe, daß mein Vordermann das Richtige macht. Der fährt ein Loch zu, ein zweites aber nicht mehr. Ich erkenne sofort, daß das jetzt das entscheidende ist, ich erkenne es im Bruchteil einer Sekunde, aber ich kann nicht handeln. Nichts mehr in den Beinen. Und das ist auch wirklich die Entscheidung. Drei Mann sind vorne weg, dahinter nochmal drei, dann meine Gruppe, wir sind auch zu dritt. Abstand etwa 20 Meter von Gruppe zu Gruppe. Noch 400 Meter, ich sehe und weiß, daß es sich nicht mehr ausgeht, die Motivation fällt, doch dann raffe ich mich doch noch einmal auf, sprinte ins Ziel, mit voller Konsequenz, ein paar Meter vor dem Strich zwängt sich gerade mal noch ein Mann vorbei. Das ist der achte Platz.

Die 48 km haben wir in 61 Minuten abgespult, das ist ein Schnitt von 46,9 km/h! Nicht ohne für ein Rennen im November! Ich habe auch an mir Defizite festgestellt, vor allem im obersten Pulsbereich ist die Form doch nicht mehr so gut wie noch vor einiger Zeit. Oder war das nur eine etwas schwächere Tagesform? Egal, das nächste Rennen am nächsten Wochenende, das letzte in dieser Saison, wird es sicherlich zeigen.

Ergebnisse Kategorie Gentlemen: 1. Sergio Angelo Busi (Cicli Bertasi) 1:01:15 (Schnitt 46,9 km/h), - 2. Renzo Bergamin (GS Cicli Pontepriula), - 3. Giancarlo Perniceni (Team Moretti Bergamo), alle gleiche Zeit, -. 4. Enzo Serpelloni (Alliance Butty Multiservice) -.0:12, - 5. Alfio Maracani (GS Frenocar Cicli Bilato), - 6. Patrizio Bonaldo (Sant´Ambrogio Vinicola Balan), alle gleiche Zeit, - 7. Vigino Visentin (Team Zero Wind) -0:15, -. 8.
Robert Bartonek (GS Tecnoimpianti Padova), - 9. Renato Guidolin (Pedali Roventa), alle gleiche Zeiutm, - 10. Nicola Medici (Blu Bike) -0:19

 Die Spitzengruppe in der Schlußrunde

   

 Samstag, 8. November 2008:  Straßenrennen um die Trofeo Festa  Padana in Pramaggiore, 72,5 km

Rennstrecke: Pramaggiore - San Bissagio - Pramaggiore, 10 Runden á 7,250 km = 72,5 km, Start 13.45 Uhr, Wetter: Hochnebel, mild, wolkenlos, starker N-Wind, 19°

Rennverlauf: Das voraussichtlich letzte Rennen der Saison, das Wetter ist noch immer sehr, sehr mild und warm, bei wolkenlosem Himmel zeigt das Thermometer immer noch 19° an. Starker N-Wind macht das Rennen schwer. Wir, 131 Fahrer,  fahren zehn Runden auf einem 7-km-Rundkurs mit Start und Ziel in Pramaggiore, der Rundkurs ist topfeben.

Bereits die erste Runde ist voller Action, viele Angriffe, viele Konter, aber alles bringt nichts ein, nach der ersten Runde Feld geschlossen. In den nächsten Runden ändert sich an diesem Bild nichts, und langsam kristallisiert sich - wieder einmal, welche Überraschung - Riccardo Tarlao als das Zentrum der Angriffe heraus. Wann immer er an die Spitze geht, wird´s hektisch. Ein paarmal kommt er in einer kleinen Gruppe weg, aber man spürt, daß die Zeit noch nicht reif ist, ert wird immer wieder zurückgeholt.

Zwischendurch tue ich mir immens schwer, aber als ich mich dann zusammennehme und richtig konzentriere, geht es wieder. Das Rennen ist schnell, man kommt einfach nicht zur Ruhe, es passiert andauernd was, und das heißt auch, man muß stets konzentriert und aufmerksam fahren, denn jede Attacke kann die entscheidende sein. Genau das macht diese italienischen Rennen ja so schwer.

Als dann die Konzentration etwas nachläßt, in der 8. Runde, kommt Tarlao prompt in einer kleinen Gruppe weg. Und diesmal ist er nicht mehr so einfach einzuholen, denn im Feld ist man sich nicht einig. So vergrößert die Spitze ständig ihren Vorsprung, und bald schon - eigentlich von Anfang an - wird klar, daß die den Sieg unter sich ausmachen.

Die kleine Spitzengruppe vergrößert ihren Vorsprung ständig, die beiden letzten Runden reichen aus, um sie uneinholbar vorne wegfahren zu lassen. Und im Feld wird auch nur mehr attackiert, um aus der Gruppe wegzukommen, nicht mehr, um vorne aufzuschließen. Nachdem in den beiden letzten Runden auch aus dem Feld noch viele Attacken gekommen sind - die aber allesamt wieder zunichte gemacht wurden - gibt es da einen Massensprint, in dem ich mich an der 14. Stelle plaziere. Nicht schlecht für einen Nichtsprinter wie mich. Aber leider hatte ich während des Rennens nicht die Möglichkeiten, die ich gesucht habe. Für Einzelaktionen war es viel zu schnell, in der Gruppe hatte ich kein Glück. Irgendwie schade, daß die Saison jetzt zu Ende ist und ich mit einer so guten Form in die Winterpause gehen muß.

Ergebnisse Kategorie Gentlemen: 1. Riccardio Tarlao (GS De Luca Renault Portogruaro) 1:44:22 (Schnitt 41,3 km/h), - 2. Luciano Guidolin (GS Aliplast Zerotino), - 3. Renzo Carlesso (Gran Fondo Pinarello), alle gleiche Zeit, - 4. Alberto Busato (GS De Luca Renault Portogruaro) -0:21, - 5. Loris Borin (San Giovanni di Livenza), gleiche Zeit, - 6. Ettore Quarello (GS Ponte Priula) -0:25, - 7. Roberto Taesi (Club Zaina Biciclette), - 8. Roldano Barbieri (San Giovanni di Livenza), - 9. Renato Guidolin (Pedali Roventi), - 10. Stefano Mometti (San Giovanni di Livenza), - weiters: 14. Robert Bartonek (GS Tecnoimpianti Padova), alle gleiche Zeit

 

Rennstrecke: Lenti - Mumor - Lentiszombathly - Iklodbördoce - Csömöder -. Szecsisziget - Tormaföplde - Csörnyeföld - Dobri - Letenye - Kroatische Grenze - Hodosan - Juraj u Trnju - Turcisce - Domasinec - Dekanovec - Podturen - Peklenica - Mursko Sredice - Slowenische Grenze - Gornji Lakos - Lendava - Dolga vas - Ungarische Grenze - Redics - Lenti, 90 km, 215 Höhenmeter, Start 10.25 Uhr, Wetter: sonnig, mild, leichter NW-Wind, 17°

Startgelände

Nachdem ich im Vorjahr bei diesem Rennen am Stockerl gestanden bin, möchte ich diesmal den Sieg - angesichts meiner nach wie vor guten Form hoffentlich keine Träumerei! So muß ich leider vor Ort dann erst feststellen, daß wir heuer auf ganz anderer Strecke fahren, ich also den selektiven Kurs des Vorjahrs heuer nicht mehr vorfinden werde. Die aktuelle Strecke ist dem Dreiländer-Marathon nachempfunden, den der rührige Radsportklub aus dieser Ecke Ungarns auch jährlich veranstaltet, aber das wiederum hilft mir nichts, weil ich diesen Kurs nicht kenne. Schnell die Karte hervorgeholt und nachgeschaut, muß ich feststellen, daß es wahrscheinlich ein ganz flaches Rennen sein wird. Der einzige Trost: die relativ lange Distanz.

Das Feld nach dem Start auf den ersten Kilometern

Am Start stehen dann auch hauptsächlich Ungarn, dazu aber auch Slowenen und Kroaten, ein Deutscher (wird wohl hier irgendwo Urlaub machen) und ein Österreicher (nämlich ich). Ein gemächlicher Beginn soll wohl in trügerischer Hoffnung wiegen, daß das alles ein Spaziergang wird. Ich weiß es besser, und als nach knapp 5 km die erste Attacke folgt, bin ich sofort hellhörig und setze nach. Und richtig, die Spitze läßt nicht locker, ich natürlich auch nicht, ich brauche ganze 4 km, um mich so nach und nach an die Gruppe heranzukämpfen. Nach mir schaffen noch ein paar Fahrer - alle einzeln - den Anschluß, und dann sind wir 14 Fahrer, die mit hohem Tempo, sich gleichmäßig abwechselnd, nach Süden fahren, der slowenischen und kroatischen Grenze entlang.

Die erste Spitzengruppe 

Von hinten kommt niemand mehr, unser Vorsprung ist so groß, daß wir hinter uns niemand mehr sehen. Nur nicht übermütig werden, noch ist nichts gewonnen! Entscheidend dürfte jetzt wohl sein,  sich so gut wie möglich zu schonen. Ich versuche halt, mit allen möglichen Tricks mich um eine Führungsarbeit zu drücken, was mir sehr oft gelingt. Ich glaube, von allen 14 Fahrern habe ich am wenigsten geführt. Und immer wieder habe ich meine Führung ausgelassen.

Die 14köpfige Spitzengruppe nach der kroatischen Staatsgrenze

Nach 40 km erreichen wir die kroatische Grenze, danach wird weiterhin zaghaft angegriffen, aber immer wieder neutralisiert. Nach einer Weile fällt mir auf, daß wir weniger geworden sind. Ich zähle durch und komme auf 12 Mann, also sind zwei Fahrer irgendwann zurückgefallen. Oder habe ich mich vorher verzählt? Auf kroatischem Boden fahren wir bald auf schmalen Nebenstraßen, und mit einem Mal gibt es eine wuchtige Attacke, die ich völlig verschlafen habe, ein Mann setzt sich ab, es gibt dahinter drei Verfolger und dann neun Mann inklusive mir. Der Abstand zwischen den einzelnen Gruppen beträgt etwa 100 Meter. Keine Ahnung, weshalb wir 9 den einzelnen vorne nicht einholen, wir fahren 42 bis 44 km/h, und das bei starkem Seitenwind. Wer ist der Typ da vorne?

Ein paar Kilometer geht es so dahin, dann holen die Verfolger den Solofahrer ein, uncd sofort kommen wir auch wieder an die Vierergruppe näher ran. Komisch, aber weil sie jetzt zu viert sind, holen wir sie ein. Was soll ich davon halten? Wenig später, kurz vor der slowenischen Grenze, ist wieder die Gruppe geschlossen. Wozu das alles also?

Ich sehe mir den Typ näher an, und ein paarmal reagiert er auch, als angegriffen wird, er ist derjenige, der sofort das Loch zufährt. Und dann wieder völlig unmotiviert selbst attackiert. Dann hat er sogar mal einen nahezu perfekten Moment erwischt, fährt weg, nimmt dann aber die Beine hoch. Ich weiß nicht, was ich von ihm halten soll. Ist das alles nur Geplänkel oder ist er der typische Randalierer, der nur für Unruhe und Chaos sorgt, aber nichts zeigt, wenn es darauf ankommt?

Die slowenische Grenze ist erreicht, wir sind nach wie vor 12 Mann, und unmittelbar danach greift mein Randalierer abermals an, reißt wuchtig ein großes Loch, bleibt dann aber stecken. Aber er beschäftigt den Haufen wenigstens und macht ihn mürbe. Danke, daß er mir so viel Arbeit abnimmt. Und konsequent geht es in dieser Tonart weiter. Immer wieder tritt er an, nimmt dann aber die Beine hoch. Komischer Typ. Kurz vor Lendava treten drei Mann an, und er springt sofort dazu. Ich habe diese Aktion völlig verschlafen, alle anderen auch. Die vier setzen sich etwas ab, es kommt eine Verfolgung zustande. Es dauert eine Zeit, ab er dann fahren wir einen technisch sauberen Kreisel, das Tempo steigt bis 45 km/h, langsam kommen wir wieder näher. Als dann plötzlich vorne einer zurückfällt, den wir wenig später aufsammeln. Wer es ist? Richtig, der Randalierer. Damit ist für mich der Fall klar. Keine 15 km mehr bis ins Ziel, in einer solchen Situation nimmt man doch nicht die Beine hoch, wenn man schon einen Vorsprung hat. Für mich ist er damit ein Blender. 

Kurz vor der ungarischen Grenze sind auch die restlichen drei Mann wieder gestellt. In all dieser Zeit habe ich mich völlig unauffällig verhalten, habe nie aktiv vorne an der Spitze mitgemischt. Dann muß ich mir jetzt endlich Gedanken machen, wie ich das Finale fahre. Entweder in der Gruppe bleiben und den Sprint fahren, vielleicht komme ich da unter die ersten zehn, oder aber schnellstens aktiv werden. Es ist nicht mehr weit bis ins Ziel. Langsam fahre ich auf die linke Straßenseite rüber, werde dann minimal schneller als die Gruppe, bin dann vorne, das Loch wird größer, Oberlnker, ich blicke nicht zurück, sehe oder drehe mich nicht um, das würde alles ja nach Absicht aussehen. Ich muß ganz sanft und vorsichtig sein, denn ich habe nur diesen einen Versuch. Noch 6 km.

Eine endlos lange Gerade, bis ins Ziel gibt es jetzt keine Kurve mehr. Ich sehe es am Schatten und ich spüre es förmlich, daß ich alleine bin. Nur nicht nachlassen. Es ist schwer genug, in dieser Haltung schnell zu fahren, ich fahre so an die 40 km/h. Es ist wie ein Tanz auf einer Rasierklinge. Bin ich zu langsam, holen sie mich wieder, bin ich zu schnell, starten sie sofort die Verfolgung und holen mich. So oder so, die Chancen stehen nicht sehr gut. Deshalb ist jeder Meter wichtig, den ich alleine unterwegs bin. Nur nicht zurückschauen. Noch 4 km. Meine Chancen steigen, denn sie haben mich noch immer nicht geholt. Langsam drücke ich jetzt aufs Tempo. 39 km/h, dann 40. Die Meter scheinen endlos zu sein, die Sekunden verrinnen quälend langsam. Noch 3 km. Lenti liegt vor mir, die ersten Häuser sind erreicht. Verstohlen blicke ich mich um, sie fahren etwa 100 Meter hinter mir, wütende Aufforderungen, wahrscheinlich schiebt jeder die Last des Nachfahrens auf den anderen. Das ist jetzt der Moment, der auch für mich spricht. Die Zielnähe. Da zögern sie alle, ihre Energien jetzt schon in die Waagschale zu werfen. Jeder Meter näher zum Ziel ist jetzt Goldes wert. Noch 1,5 km. Viel kann ich nicht mehr zusetzen, ich fahre jetzt schon 43 km/h, bin aber immer noch minimal schneller als die Verfolger.

Es strapaziert die Nerven sehr, ich überlege ja auch andauernd, soll ich schneller fahren, kann ich überhaupt schneller fahren? Noch 1 km, jetzt ist es egal, jetzt heißt es voll reinhalten, aber ich weiß auch, in dem Moment, in dem ich aufstehe, bricht hinten der Sturm los. Der bricht aber jetzt sowieso los - ich stehe auf und sprinte los, noch 900 Meter. Jetzt brauche ich mich auch nicht umzusehen, jetzt geht es nur mehr Richtung Zielstrich, und der liegt vor mir, nicht hinter mir. Die Augen saugen sich förmlich an dieser imaginären Linie fest, die lange, lange Zielgerade wird von Zuschauern gesäumt. Diese letzten Meter sind die härtesten des ganzen Rennens, obwohl es topfeben und schnurgeradeaus geht. Die Beine brennen, die Arme, der Nacken, die Luft wird knapp, ich mache mich klein, spurte wie verrückt dem Zieltransparent entgegen, ich spüre den Atem der Verfolger, es wird knapp, das weiß ich, aber noch ist keiner an mir vorbei. Noch 200 Meter. Ein letztes Mal stehe ich auf, kann aber nicht mehr beschleunigen. Selten bin ich so ausgepreßt und ausgelutscht gewesen wie jetzt. Ich fühle mich wie eine uralte, leere Hülle, ohne jede Substanz. Wahrscheinlich sehe ich auch in diesem Augenblick dementsprechend aus. Seltsam, was da für Gedanken durch das Hirn wandern. Dann zieht auch schon das Zieltransparent über mir hinweg. Ich lasse es ausrollen. Zentimeter hinter der Linie schießen sie rechts und links an mir vorbei, wie wütende Hummeln, ich spüre die Aggression förmlich physisch. Ist natürlich auch der Frust, daß sie sich so knapp vor dem Ziel noch derart überrumpeln haben lassen.

Selten habe ich mich über einen Sieg so gefreut wie diesmal. Die letzten Kilometer waren die Hölle, und das macht diesen Sieg so wertvoll.

Ergebnisse Kategorie Master 45-55: 1. Robert Bartonek (RC UNION Unterguggenberger Wörgl) 2:12:13 (Schnitt 40,6 km/h), - 2. Zoltan Vigh (Postas SE) -0:02, - 3. Gergely Somogyi (Giant Gyömrö), - 4. - Daniel Fekete (Atlantis Casino), - 5. Tamas Iszkadi (Csepel), - 6. Zoltan Müllner (FTC), - 7. Andras Valko (Pnivo Betonexpresz), - 8. Gabor Fejes (Komune org.), .- 9. Barnabas Vizer (Postas SE), - 10. Petr Szabo (Postas SE), alle gleiche Zeiut

 

 

 

 

Samstag, 1. November 2008: Memorial Pietro Favalli: Rundstreckenrennen in Buso di Rovigo, 48 km


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