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Samstag, 31. März 2007: Straßenrennen St.Johann/Herberstein - Großwilfersdorf - Kaibing

Distanz 40,5 km, 130 Höhenmeter, Start 14.30 Uhr, ideales Frühlingswetter, windig

Rennverlauf: Bereits nach etwa 13 km sind die Vorgaben der B-, C- und D-Fahrer aufgeholt, ich fahre eine erste Attacke, schleiche mich vom Feld weg, werde dann von Kleinhappl eingeholt, und beim Anstieg in Riegersdorf ist wieder das ganze Feld da. Zweiter Angriff kurz nach der Abfahrt, komme wieder weg, werde abermals eingeholt. Dritter Angriff auf der Rückfahrt kurz nach Hainersdorf, als Schwarzäugl und Taucher zu zweit vorne weg sind, Pöltl nachgefahren ist, schließe ich zu ihm auf. In der zweiten Sprintwertung werde ich Vierter, kurz danach ist wieder alles beisammen. Hohes Tempo bis ins Ziel, Adler gewinnt nach einem Angriff kurz vor dem Ziel knapp vor dem sprintenden Feld. Ich bin in der großen Gruppe dabei, habe mühelos mitgehalten.

Handler Josef

Überraschender Fünfter im Sprint: Josef Handler (Hartberg)

Ergebnisse: 1. Günther Adler (Union Schwarzl Laßnitzhöhe) 56:58 (Schnitt 42,65 km/h), - 2. Andreas Wünscher (ARBÖ Vychodil Graz), - 3. Michael Schwarzäugl (ARBÖ Voitsberg), - 4. Franz Bruchmann (TSV Hartberg), - 5. Josef Handler (TSV Hartberg), - 6. Markus Graf, ... 17. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen), alle gleiche Zeit

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Ostermontag, 9. April 2007: Rundstreckenrennen in Egelsdorf

Distanz: 9 Runden á 6,2 km = 55,8 km, 180 Höhenmeter, Start 9.45 Uhr, warmes Wetter, windig

Rennverlauf: diesmal dauert es etwas länger, bis wir A-Fahrer die Vorgabe aufgeholt haben, danach entwickelt sich ein unrhythmischer Rennverlauf. Das Tempo stagniert, immer wieder wird angegriffen, weggefahren, eingeholt. Gegen Ende der viertenRunde schleiche ich mich wieder unauffällig vom Feld weg, kann einen schönen Vorsprung von gut 20 Sekunden herausfahren, das reicht locker, um am Ende der 4. Runde die Sprintwertung zu gewinnen. Das bleibt aber die einzige Ausbeute in diesem Rennen, denn kurz danach werde ich eingeholt und bis zum Ende halte ich mich problemlos im 22 Mann starken Hauptfeld. Attacke von Wabnegg etwa 1 km vor dem Ziel, ein paar Mann ziehen mit, das Feld wird ordentlich in die Länge gestreckt, ein paar Löcher sind auch schon drinnen, hohes Tempo bis zum Ziel. Ich bin leider ziemlich weit hinten eingezwickt, rolle am Ende des Feldes ins Ziel.

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Peter Krebs

Ergebnisse: 1. Peter Krebs (ARBÖ Vychodil Graz) 1:20:53 (Schnitt 43,0 km/h), - 2. Michael Schwarzäugl (ARBÖ Voitsberg), - 3. Andreas Wünscher (ARBÖ Vychodil Graz), - 4. Franz Bruchmann (TSV Hartberg), - 5. Josef Handler (TSV Hartberg), - 6. Andreas Kalcher... - 21. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen), alle gleiche Zeit

Gesamtwertung nach 2 Rennen: 1. Michael Schwarzäugl 65 Punkte, 2. Andreas Wünscher 65, - 3. Franz Bruchmann 62, - 4. Josef Handler 60, - 5. Günther Adler 58, - 6. Markus Graf 57, ... - 18. Robert Bartonek 32 Punkte

Sprintwertung-gesamt: 1. Karl Neuhold (Union Schwarzl Laßnitzhöhe) 12 Punkte, - 3. Michael Schwarzäugl 10, - 3. Robert Bartonek 8 Punkte

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Sonntag, 15. April 2007: Straßenrennen "Rund um die Pötzmühle" in Hofing

Distanz: 5 Runden á 11 km = 55 km, 175 Höhenmeter, Start 10 Uhr, warmes, windiges Wetter

Rennverlauf: diesmal dauert es lange, bis wir A-Fahrer die Vorgabe aufgeholt haben, erst in der 4. Runde ist das Feld geschlossen. Daher gehen beide Sprintwertungen an die Spitze der C-Fahrer. Danach wildes Geplänkel, ehe sich in der 4. und vorletzten Runde vier Fahrer absetzen, die gut 40 Sekunden herausfahren: Krebs, Schwarzäugl, Pöltl und Schellnegger. Ich fahre wieder ein paar Angriffe, aber alleine ist nichts zu machen. In der letzten Runde fahre ich alleine zum vorne liegenden Wabnegg hin, aber auch zusammen können wir der Spitze kaum näherkommen. Und dann ist das Feld auch wieder da, erst auf den letzten 2 bis 3 km kommt Tempo und Leben in den lahmen Haufen. Aber natürlich kommen wir nicht mehr ran, im Sprint kann ich mich diesmal relativ weit vorne plazieren. Ich trauere noch der Entscheidung nach, die ich wieder einmal verpaßt habe, weil ich in dem Moment zu weit hinten gefahren bin, anstatt im Wind vorne sofort nachzusetzen.

Michi Schwarzäugl

Ergebnisse: 1. Peter Krebs (ARBÖ Radsport Vychodil Graz) 1:17:17 (Schnitt 42,63 km/h), - 2. Michael Schwarzäugl (ARBÖ Voitsberg), - 3. Friedrich Pöltl (TSV Hartberg), - 4. Peter Schellnegger (ARBÖ Weiz), alle gleiche Zeit, - 5. Franz Bruchmann (TSV Hartberg), 28 Sekunden zurück, - 6. Rudolf Binder (ARBÖ Weiz), - ...11. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen), gleiche Zeit

Gesamtwertung: 1. Michael Schwarzäugl (ARBÖ Voitsberg), 99 Punkte, - 2. Andreas Wünscher (ARBÖ Radsport-Vychodil Graz) 94, - 3. Franz Bruchmann (TSV Hartberg) 93, - 4. Josef Handler (TSV Hartberg) 84, - 5. Rudolf Binder (ARBÖ Weiz) 82, - 6. Andreas Kalcher (ARBÖ Weiz) 79, ... 13. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) 57

Sprintwertung: 1. Helmut Graf 15 Punkte, - 2. Michael Schwarzäugl 13, - 3. Hermann Schapek (ARBÖ Bruck/Mur) 12, ... 5. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) 8

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Sonntag, 22. April 2007: Radmarathon "Rund um den Wienerwald" in Mödling

Strecke: Mödling - Hinterbrühl - Gaaden - Heiligenkreuz - Alland - Hafnerberg - Altenmarkt - Kaumberg - Gerichtsberg - Klammhöhe - Laaben - Forsthof - Klausenleopoldsdorf - Alland - Heiligenkreuz - Gaaden - Hinterbrühl - Mödling,  99 km, 1280 Höhenmeter, Start 10 Uhr, warmes, stark windiges Wetter

Rennverlauf: bei über 450 Startern ist die Startposition enorm wichtig. Ich stehe leider nicht in der ersten Hälfte, und so muß ich auf den ersten Kilometern mit einem Höllentempo mich nach vorne kämpfen. Da das aber auch alle anderen versuchen, ist das gar nicht so leicht. Bis zum ersten Berg fahre ich einen Schnitt von über 50 km/h, muß die vielen Löcher zufahren, nur um dann zu sehen, daß ich erst in eine abgerissene Gruppe gelangt bin. Die Spitze sehe ich nie mehr. Am Allander Berg muß ich einsehen, daß das Rennen gelaufen ist, ich fahre in einer großen Gruppe über den Anstieg, in der Ferne sehe ich die Spitze. Doch bei dem Wind keine Chance. Am zweiten Anstieg, dem Heiligenkreuzer Berg, ist das Tempo weit gemäßigter, die Gruppe formiert sich neu. Die beiden nächsten Anstiege, Groißenbacher und Hafnerberg, bestimmen endgültig das Aussehen meiner Gruppe, beim Anstieg zum Gerichtsberg kommt von hinten noch Wabnegg heran, dann habe ich mich einigermaßen gefangen. Klammhöhe und Forsthof sind die beiden schwersten Anstiege, lang und steil, ich fahre an der Spitze der Gruppe, halte mich gut und habe noch Reserven. Im Finale dann wieder die beiden ersten Anstiege, diesmal von der anderen Seite, Heiligenkreuzer und Allander Berg. Die stellen kein Problem mehr dar. In meiner etwa 30köpfigen Gruppe, die das dritte größere Feld darstellt, geht es dann nur mehr um Platz 67. Meine Zeit von 2:47 Stunden ist dennoch um gut 2 Minuten schneller als im Vorjahr. Es ärgert mich, daß ich am Start so weit hinten gestanden bin und daher keine Chance hatte.

Ergebnisse, Gesamtwertung: 1. Christian Ebner (Skyplast Recycling Austria) 2:25:09, - 2. Thomas Schörghofer (Tri-Hallein/Siga-Bikes), - 3. Alexander Tuma (KTM Mountainbiker), - 4. Gerd Hagspiel (Team Radcult Wolfurt), - 5. Branko Grah (SLO), - 6. Josef Faustmann (RC Team Sport Nora Wien), alle gleiche Zeit, - ... 114. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) -18:02

Ergebnisse, Altersklasse 2: 1. Branko Grah (SLO) 2:25:10, - 2. Christian Pietsch (Bad Fischau), - 3. Paul Lindner (Treml Punsch), - 4. Roger Lenherr, alle gleiche Zeit,  - 5. Axel Strauss (KTM-Mountainbiker) -4:28,  - 6. Ewald Schön, gleiche Zeit, - ... 28. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) -18:01

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Sonntag, 29. April 2007: Marathon "Rund um den Neusiedler See" in Mörbisch/See, 130 km

Streckenskizze (Bildquelle: Veranstalter)

Strecke: Mörbisch - Klingenbach - Sopron - Balf - Pamhagen - Apetlon - Illmitz - Weiden - Neusiedl/See - Jois - Purbach - Donnerskirchen - Oggau - Rust - Mörbisch, 130 km, 335 Höhenmeter, Start 9 Uhr, bewölkt, sehr starker Wind

Teilnehmerfeld beim Start des Neusiedler-See-Marathons: so sieht es aus, wenn 1800 Rennfahrer starten

Rennverlauf: wegen des starken Windes ist der Anstieg gleich nach dem Start entschärft, da fahren wir bei starkem Gegenwind rauf. Dennoch ist das die entscheidende Stelle, die ersten 10 km des Rennens bis zur Grenze in Klingenbach. Ich bin auch in der dritten Gruppe nach dem Anstieg, aber mit nur geringem Rückstand, noch vor der Grenze fahren wir vor in die zweite Gruppe, in der Abfahrt bis Sopron kommen wir der Spitze deutlich näher, und kurz danach haben wir aufgeschlossen. Bei Rückenwind fahren wir hohes Tempo, als es bei Pamhagen wieder nach Österreich geht, haben wir einen Schnitt von knapp 43 km/h. Danach fällt die Entscheidung, orkanartiger Gegen- und Seitenwind dezimiert das Feld stark. Ich fahre ganz vorne, kämpfe mich immer wieder nach vorne, als es aber zum Ufer des Neusiedler Sees geht, wird es auf den schmalen Nebenstraßen sehr, sehr schwer. Immer wieder vorbeisprinten, im Bankett fahren, dauernd im Wind stehen, immer wieder die Löcher zufahren, und die Letzten fallen zurück, reißen ab. Lange Zeit geht es gut, wir sind dann kaum mehr 50 Mann, dann keine vierzig mehr. Doch irgendwo nach Frauenkirchen erwischt es mich, ich falle zurück, eine Unachtsamkeit nur, ein Konzentrationsfehler. Scheiße! Alleine kämpfe ich gegen den Wind, und in Neusiedl ist auch das Verfolgerfeld mit Wabnegg wieder da. Und als es nach Neusiedl dann Richtung Westen geht, kommt der Wind schräg von hinten. Das Ärgste ist überstanden. Umso mehr ärgert es mich, auf so saudumme Weise abgerissen zu sein. Der Rest ist nicht sonderlich schwer, ich habe keine Probleme, mich in dieser Gruppe zu behaupten. Die letzten 10 km fahren wir dann wieder mit Rückenwind, also dementsprechend schnell, das Finale wird mit gut 50 Sachen gefahren. Zieleinlauf wie jedes Jahr brandgefährlich, die Zielkurve, bergab hängend, fordert jedes Jahr Opfer, auch diesmal stürzen wieder ein paar besonders Eifrige, die glauben, sich mit vollem Geschäft ums Eck schmeißen zu müssen.

Der Frust über die verpaßte Chance ist groß, denn die Spitze war am Ende doch sehr klein. Und da hätte ich unbedingt dabeisein müssen.

Oben: Zieleinlauf: Markus Willinger siegt

Unten: Siegerinterview von Othmar Peer mit Markus Willinger

Ziel-Interview.jpg

Ergebnisse, Gesamtwertung: 1. Markus Willinger (RC IVP) 3:09:21, - 2. Kurt Pospichal (Bobby´s Sportshop), - 3. Franz Petz (Feistritz/Wechsel), - 4. Christian Lechner (2radchaoten.com), - 5. Gerrit Winter (ARBÖ Bischofshofen), - 6. Wolfgang Kotzmann (Cyclecircle Zell), alle gleiche Zeit, ... 88. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) -13:26

Ergebnisse, Altersklasse 40: 1. Christian Lechner (2radchaoten.com) 3:09:21, - 2. Branko Grah (KTM-Mountainbiker), - 3. Roger Lenherr (Bad Fischau), - 4. Helmut Czvitkovics (RC Team Sport Nora Wien), - 5. Gerhard Fesl (Radteam Lautner Heizung), alle gleiche Zeit, - 6. Karl Schöpf (Cyclecircle Zell) - 4:40, ... 14. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) -13:26

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Dienstag, 1. Mai: Einzelzeitfahren in Hofing

Strecke: Hofing - Kroisbach - Großsteinbach - Großhartmannsdorf, Wende Kreisverkehr - Großsteinbach - Kroisbach - Blaindorf, Distanz 16 km, 20 Höhenmeter, Start 9.30 Uhr, sonnig, leichter N-Wind

Rennverlauf: leicht welliges Gelände, der Wind kommt vor allem nach der Wende ungünstig von schräg vorne. Ich finde lange keinen Rhythmus, eigentlich nie. Es ist eine Quälerei, Übersetzung paßt eigentlich nie, die Frequenz ist auch ungemütlich, ich hole niemanden ein, mich holt niemand ein. Ich fahre sozusagen im Niemandsland, habe keinen Anhaltspunkt außer meinen kleinen Computer. Der Schnitt liegt knapp über 41 km/h, eigentlich für dieses Streckenprofil viel zu langsam. Nach etwa 23 Minuten bin ich im Ziel, diese Leistung ist bestenfalls guter Durchschnitt. Auf Sieger Michael Schwarzäugl verliere ich gute 2 Minuten, das ist für 16 km viel zu viel.

Ergebnisse: 1. Michael Schwarzäugl (ARBÖ Drahteisel Voitsberg) 21:11 (Schnitt 44,2 km/h), - 2. Peter Krebs (ARBÖ Radsport-Vychodil Graz)-0:04, - 3. Friedrich Pöltl (TSV Zweirad-Kappler Hartberg), gleiche Zeit, - 4. Bernhard Kohlhauser (ARBÖ Radsport-Vychodil Graz)-0:38, - 5. Johann Taucher (ARBÖ Sparkasse Kindberg) -1:03, - 6. Daniel Sorger -1:19, ... 11. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) -2:07

Pltl Friedrich

Fritz Pöltl (TSV Hartberg, fährt aber immer mit anderem Trikot!)  wird Dritter

Gesamtwertung: 1. Michael Schwarzäugl (ARBÖ Drahteisel Voitsberg) 125, - 2. Franz Bruchmann (TSV Zweirad-Kappler Hartberg) 111, - 3. Rudolf Binder (ARBÖ Sparkasse Weiz) 101, - 4. Peter Krebs (ARBÖ Radsport-Vychodil Graz) 97, - 5. Josef Handler (TSV Zweirad-Kappler Hartberg) 97, - 6. Andreas Wünshcer (ARBÖ Radsport-Vychodil Graz) 94, ... 12. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) 73

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Samstag, 5. Mai: Straßenrennen in Murska Sobota (SLO)

Strecke: Murska Sobota - Vescica - Polana - Markisavci - Murska Sobota, 8 Runden á 10 km = 80 km, 120 Höhenmeter, Start 17.30 Uhr, sonnig, mild, leichter N-Wind

Rennverlauf: Es wundert mich noch, daß ich anscheinend der einzige Österreicher am Start bin. Es wird sehr schnell gefahren, aktiv, unübersichtlich, viele Attacken, die aber allesamt nichts einbringen. Der Kurs ist flach, schmale Straßen, das Feld immer langgezogen. Da muß man eigentlich sehr weit vorne fahren, anfangs werde ich etwas vom Tempo überrumpelt, aber dann akklimatisiere ich mich doch sehr schnell, fahre immer unter den ersten 20 Positionen. Es gelingt mir, mich immer zurückzuhalten, nie im Wind zu stehen, Energien zu sparen. In der vorletzten Runde geht eine entscheidende Gruppe weg, etwa 10 Mann, aber im Feld gibt man sich damit nicht zufrieden, die Verfolgung wird aufgenommen, aber man ist sich nicht einig. Von den starken Mannschaften sind Fahrer vorne, daher kommen wir nicht mehr ran. Auf den letzten 15 km wird der Abstand aber konstant gehalten, bei etwa 20 Sekunden, und das ist doch lächerlich, daß sich da niemand findet, der dieses Loch konsequent zufährt. Professionell ist das bei Gott nicht. Zieleinlauf unübersichtlich, chaotisch. Ich halte mich zurück, will keinen Sturz riskieren.

Ergebnisse Altersklasse: 1. Branko Grah (SLO) 1:55:25 (Schnitt 41,2 km/h), - 2. Janez Zakotnik (SLO), - 3. Bojan Ropret (SLO), - 4. Dusan Vidmar (SLO), - 5. Milan Koic (SLO), - 6. Marjan Srnel (SLO), alle gleiche Zeit, - ... 17. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) -0:17

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Sonntag, 6. Mai 2007: Straßenrennen in Slatina Radenci (SLO), 60 km

Strecke: Slatina Radenci - Turjancin - Hrastja Mota - Poricjak (BW) - Radenci - Slatina Radenci, 6 Runden á 10 km = 60 km, 660 Höhenmeter, Start 9.25 Uhr, sonnig, warm, windstill

Das Feld nach der ersten Runde

Spitzenreiter im Anstieg

Rennverlauf: eine sehr schwere Strecke, der Anstieg nach Poricjak ist gut zweieinhalb Kilometer lang, 2 km geht es dann runter ins Ziel. In der ersten Runde bereits sind wir oben am Berg nur mehr zu fünft, ich muß aber voll ans Limit gehen. Zweite Runde ist dann nicht mehr schwer, allerdings sind wir da schon wieder gut 20 Mann. In der dritten Runde greift Branko Grah an, Marko Ozbolt setzt nach, die beiden sehen wir nicht mehr wieder. Dahinter splittert das Feld immer mehr auf, ich liege etwa zwischen 10. und 15. Position, aber die vierköpfige Gruppe, in der ich fahre, holt immer mehr Fahrer ein. In der letzten Runde setze ich alle Energien ein, fahre voll am Anschlag über den Berg, aber ich kann gerade mal mithalten. Dennoch, eine tadellose Leistung, die Form kommt schön langsam, es geht bergauf.

Zieleinlauf

Ergebnisse Altersklasse: 1. Branko Grah (SLO) 1:42:25 (38,3 km/h), - 2. Marko Ozbolt (SLO) -1:15, - 3. Petar Glazar (SLO), gleiche Zeit, - 4. Bojan Ropret (SLO) -2:42, - 5. Marjan Srnel (SLO) -3:54, - 6. Mario Pranjic (SLO), - 7. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen), alle gleiche Zeit

Der Herzschlag beschleunigt sich

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Sonntag, 13. Mai 2007: Rundstreckenrennen in Tisina (SLO), 60 km

Strecke. Tisina - Vanca-vas - Rankovci - Lupsinci - Tisina, 10 Runden á 6 km = 60 km, 60 Höhenmeter, Start 10.15 Uhr, leicht bewölkt, kühl, leichter N-Wind, 16 Grad

Rennverlauf: völlig flacher Rundkurs, nicht unbedingt mein Ding. Vier lange Gerade, schmale Straßen, 80 Starter. Höllentempo von Anfang an, blindwütiger Schlagabtausch, anscheinend glauben wirklich alle, daß sie große Siegchancen haben. Dabei aber immer gleiches Schema: Soloangriff, maximal 100 Meter vor dem Feld, Beine hochnehmen, triumphierender Blick zurück, geschluckt. Dann geht der nächste. Wenn die alle gewinnen wollen, müssen sie aber sehr viel mehr tun. Die Favoriten verhalten sich auffällig ruhig, die großen Mannschaften schaffen es aber nicht, das Rennen zu beruhigen und unter Kontrolle zu bringen. Ich fahre unauffällig, aber die ständigen Beschleunigungen tun bald weh, sind aber unnötig, weil sie sowieso nichts bringen. In der 7. Runde fahre ich nach vorne, weiß nicht warum, aber im gleichen Moment attackiert Srnel, ich gehe sofort mit, und im Nu haben wir ein Riesenloch gerissen. Er deutet mir sofort, ich solle fahren, aber ich zögere, denn es ist gerade die Passage mit Gegenwind. Er flucht und schimpft, ich reagiere nicht. Eingangs der 8. Runde sind acht weitere Mann da, wenig später das gesamte Feld. Aber auch wenn ich mehr getan hätte, wären wir eingeholt worden, vielleicht ein paar hundert Meter später. Die 9. Runde ist wahnsinnig schwer, weil sie unheimlich schnell ist und ich mir sehr schwer tue nach der Flucht. Aber diese Aktion hat meine Motivation enorm angehoben, und daher war sie es wert. Finale, Schlußrunde: Tempo wird noch mehr gesteigert, eine wilde Jagd, da kommt niemand mehr weg, wir fahren ständig weit über 50 km/h. Das Feld ist so langgezogen, daß ich weiß, daß jetzt eine vordere Position unumgänglich ist. Ich versuche, mich so weit nach vorne zu orientieren, aber es ist jetzt bei diesem Tempo wahnsinnig schwer. Dann sind wir auch schon auf der Zielgeraden, , richtig gesprintet wird kaum mehr. Ich schiebe mich zwischen zwei Fahrern durch, dann geht mit einem Mal vor mir noch einmal eine Lücke auf, ich bedanke mich artig und bin durch.

Zielsprint

Ergebnis Altersklasse: 1. Marjan Srnel (SLO) 1:12:22 (Schnitt 45,9 km/h!), - 2. Milan Koic (SLO), - 3. Bojan Ropret (SLO), - 4. Mario Pranjic (SLO), - 5. Goran Jakovac (SLO), - 6. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen), alle gleiche Zeit

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Donnerstag, 17. Mai 2007: Radmarathon in Schwechat, 118 km

Strecke: Schwechat - Hof - Mannersdorf - Kaisersteinbruch - Parndorf - Donnerskirchen - Stotzing - Himberg - Schwechat, 118 km, 650 Höhenmeter, Start 9 Uhr, bedeckt, Regen, 14 Grad

Streckenskizze (Bildquelle: Veranstalter)

Rennverlauf: Sauwetter! Es hat geregnet, es regnet, die Straßen sind naß, die Brillen beschlagen, die Nässe kriecht über den Rücken in den Hintern, runter bis in die Socken zu den Zehen. Unangenehm! Am liebsten wäre ich daheimgeblieben, am liebsten würde ich im Auto sitzenbleiben und nicht starten, aber dann stehe ich doch mit all den anderen an der Startlinie und nehme schimpfend und fluchend die ersten Kilometer in Angriff. Es dauert auch nicht lange, bis es zum erstenmal scheppert. Neben dem Regen sind die Massenstürze das einzig Selektive an diesen ersten Kilometern. Die Typen fahren aber auch wie die größten Volltrotteln. Keine Technik, keine Logik, kein Gefühl. Da muß es ja krachen. Ich bin mal links, mal rechts, dann wieder in der Mitte, und immer komme ich ganz knapp an den Stürzen vorbei. Aber wie lange noch?

Nach etwas über einer Stunde hat die nervige Bremserei ein Ende. Am Hinterrad entweicht die Luft, und ich fahre bald auf der Felge. Langsam manövriere ich mich an den Straßenrand, lasse das ganze Feld passieren, drehe um und fahre auf kürzestem Weg wieder zurück nach Schwechat. Dabei kommen mir all die Abgerissenen entgegen und ich sehe, daß sehr viel mehr da hinten herumkurven als ich dachte. Langsam rumple ich im strömendem Regen wieder zurück zum Start. Was für ein netter Feiertagsausflug!

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Samstag, 19. Mai 2007: Straßenrennen um den Großen Preis von San Daniele del Friuli, 176 km

Strecke: San Daniele del Friuli - Villanova - Carpacco - Dignano - Spilimbergo - Gaio - Valeriano -Pinzano - Ragogna (BW) - San Daniele del Friuli, 5 Runden á 35,2 km = 176 km, 215 Höhenmeter pro Runde, Start 14 Uhr, leicht bewölkt, leichter NW-Wind, 25 Grad

Das Hauptfeld hier beim Anstieg in Ragogna kurz vor der Bergwertung

Rennverlauf: Erste Schlüsselstelle ist die Brücke über den Tagliamento in Dignano, die ist schmal, da werden die Positionen für den folgenden Anstieg nach Spilimbergo bezogen. Im großen Starterfeld werde ich mitgezogen. Vorne allerdings sind andere. Eine 7köpfige Gruppe setzt sich ab, und als es über San Pietro wieder hinaufgeht nach Ragogna, schließt das Feld wieder auf. Dort oben wird eine Bergwertung ausgefahren, aus dem Feld gewinnt Claudio Pangos. Ich muß hart kämpfen, bleibe aber dran. Nach er ersten Runde ist das Feld schon deutlich kleiner, ich bin ziemlich am Ende und kann mir nicht vorstellen, da noch weitere 4 Runden durchzuhalten. Aber irgendwie geht es. In der zweiten Runde wird wahnsinnig schnell nach Spilimbergo raufgefahren, ich reiße ab, kann aber bis Pinzano wieder mit einer größeren Gruppe ranfahren. Noch mal gutgegangen! Nach Ragogna setzen sich wieder drei Mann ab, werden aber gleich danach wieder gestellt. Ich esse und trinke viel und regelmäßig, aber dennoch fühle ich mich am Ende. Nach und nach schließen vorne weitere Fahrer zu den Spitzenreitern auf, bis gut 20 Mann vorne liegen. Erst dann wird das Tempo im Hauptfeld gemächlicher, ich bin heilfroh. Der Vorsprung wächst ständig, aber ich muß mich mehr und mehr schinden und plagen, um im Feld mitzuhalten. Die letzte Runde ist die Hölle. Immer wieder muß ich mich aufraffen, immer wieder drohe ich abzureißen. Aber endlich ist es dann geschafft. Niemand kann sich meine Erleichterung vorstellen.

Zielsprint in Pordenone

Ergebnisse, Elite: 1. Fulvio China (I) 4:08:12 (Schnitt 42,1 km/h), - 2. Valentino Pertole (I), - 3. Giovanni Lambrusco (I), - 4. Normanno Vertova (I), - 5. Enrico Borgnins (I), - 6. Franco Riva (I), alle gleiche Zeit, ... 79. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen), -22:14

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Sonntag, 20. Mai 2007: Raiffeisen-Voralpen-Radmarathon in Waidhofen/Ybbs, 118 km

Streckenskizze (Bildquelle: Veranstalter)

Strecke: Waidhofen/Ybbs - Gstadl - Ybbsitz - Zogelsgraben - Gaming - Pfaffenschlag - Lunz - Göstling - Hollenstein - Saurüssel - Weyer - Waidhofen/Ybbs, 118 km, 1050 Höhenmeter, Start 9.30 Uhr, Wetter: warm, sonnig, leichter NW-Wind, 25 Grad

 

Rennverlauf: Wacklige, saure Beine, ein müder Kopf und schmerzende Gliedmaßen können meinen Enthusiasmus nicht bremsen. Das schafft erst die Strecke. Von Anfang an bin ich mit dem Tempo überfordert, ich fahre teilweise voll am Anschlag, und als es dann den Zogelsgraben hinaufgeht, zieht sich das Feld in die Länge, es wird horrendes Tempo gefahren, dann reißen die ersten Löcher, ich kann nichts mehr zusetzen, reiße ab, quäle mich abgeschlagen über das letzte steile Stück rauf, in der Abfahrt kann ich zwar einiges aufholen, mit einer kleinen Gruppe fahre ich an eine größere ran. Draußen auf der Hauptstraße steigt es wieder, ich sehe vor mir die Spitzengruppe, Abstand eine gute Minute. Aber wir kommen nicht näher, sind einfach zu langsam, die Gruppe ist zu schwach. Da hilft es nicht mal, daß wir die Spitze vor uns sehen. Wenig später in Gaming ist auch das vorbei, wir sind alleine. Es geht den Grubberg rauf, steil und lang, ich fahre vorne mit, die Gruppe teilt sich, wird kleiner. Zwar kommen in der Abfahrt nach Lunz wieder ein paar Fahrer dazu, aber wir sind doch viel weniger geworden. Es folgt das lange Flachstück über Göstling bis Hollenstein, schnell gefahren wird leider nur sporadisch. Es folgt der flache und gleichmäßige Anstieg auf den "Saurüssel", die Abfahrt nach Weyer sowie der letzte Anstieg nach Gaflenz. Dort muß ich mich etwas plagen, alles in allem aber kann ich in dieser Gruppe leicht mithalten. Die Abfahrt nach Waidhofen wird schnell gefahren, dann Kreisverkehr, Tunnel, leicht bergan, Ziel. Ich kenne den Zieleinlauf jetzt schon vom Vorjahr her, bin auch knapp 7 Minuten schneller heuer.

Ergebnis: 1. Christian Ebner (Skyplast recycling Austria) 2:31:00 (Schnitt 43,9 km/h), - 2. Michael Meister (KTM-Mountainbiker), - 3. Werner Pinczker (RC Teka SWIAG), - 4. Hannes Gründlinger (RC Elk-Simplon, Continental-Team), - 5. Matthias Lumplecker (RC Lietz-Sport), - 6. Andreas Salcher (ÖAMTC Hrinkow Bikes), alle gleiche Zeit, - ... 65. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) 2:42:00

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Samstag, 26. Mai 2007: Tour de Pelso "Rund um den Plattensee" in Siofok (H), 204 km

Strecke: Siofok - Zamardi - Balatonföldvar - Balatonszarszo - Balatonszemes - Balatonlelle - Balationboglar - Fonyod - Balatonfenyves - Balatonkeresztur - Keszthely - Gyenesdias - Vonyarcvashegy - Balatongyörök - Balatonederics - Badacsony - Badacsonytomaj - Abrahamhegy - Balatonrendes - Revfülöp - Balatonszepezd - Zanka - Balatonakali - Fövenyes - Balatonudvari - Örvenes - Aszofö - Balatonfüred - Csopak - Alsoörs - Balatonalmadi - Balatonfüzfö - Balatonkenese - Balatonakarattya - Siofok, 204 km, 660 Höhenmeter, Start 9 Uhr, Wetter: sonnig, leichter W-Wind, heiß, 28 Grad

Rennverlauf: Da stand ich also am Start dieses Bewerbes zusammen mit gut 450 Fahrern an der Startlinie. Etwas mulmig war mir schon zumute, aber mit dem Startschuß war das gleich weg. Die Konzentration war da, ich orientierte mich an der Spitze, habe mich nac h vorne gearbeitet und dort unte den ersten 20 Positionen bin ich auch die ersten zwei Stunden gefahren. Es war gleichmäßig schnell, kaum Attacken, aber auch die vielen kleinen und kurzen Anstiege wurden sauschnell "geschluckt", das hat dann schon Wirkung gezeigt, denn ich bin da überall viel zu hart mit drübergewürgt. Aber ich habe mich sehr bemüht, immer im Feld zu bleiben, keinen Meter im Wind zu fahren und genügend zu essen und zu trinken. In Keszthely gab es eine Kontrolle, bei der wir durchgerauscht sind. Bis dahin hatte ich keine Probleme. Langsam ist das Feld immer kleiner geworden. Es war eigentlich ein Ausscheidungsrennen. Ich habe mich an den Profis vom Team Cornix orientiert und die nicht aus den Augen gelassen. Das waren Gergely Ivanics, Attila Arvai, Balint Szeghalmi, Andras Berkesi, Gergely Kiss und Zoltan Csomor. Diese sechs Fahrer habe ich nicht aus den Augen gelassen, unterscheiden konnte ich sie zwar nicht, aber wenn einer von ihnen geführt hat, habe ich ihn mit Argusaugen beobachtet. Es war immerhin ein Profiteam aus Monte Carlo, das hauptsächlich aus Ungarn besteht, die hatten neben ihrer unbestreitbaren Klasse auch die nötige Erfahrung, um einen so langen Bewerb zu bestreiten. Dann ist alles ganz schnell gegangen, Attacke, das Loch war da, ein paar sind nachgefahren, eine zweite, eine dritte kleine Gruppe mitgesprugen, und ohne zu zögern, bin ich da sofort mitgegangen. Wir waren vorne etwa 30 Mann an der Spitze und sind sofort gefahren, als ob es um unsern Leben ginge. Ich habe mich hinten unauffällig und ruhig verhalten, habe es geschafft, kilometerlang kein einziges Mal zu führen. Nach 180 km war unser Vorsprung ziemlich groß, wir waren auch kaum mehr 20 Mann, und die Attacken sind häufiger und auch heftiger geworden. Ich habe mich nach wie vor ans Hinterrad der Cornix-Fahrer geheftet, wußte aber auch, daß ich mich jetzt bald andersweitig orientieren müßte, da die sofort abstellen, wenn einer von ihnen wegspringt. Und daß ich mit dem mitfahre, das war eher unwahrscheinlich. Die Zeit verging wie im Flug, und ehe ich mich´s versah, war das Finale erreicht. Nach 190 km ein wuchtiger Antritt von Gabor Lengyel, doch sofort hatte er zwei Cornix-Fahrer an seinem Hinterrad hängen. Die drei sind weggekommen und auch bis ins Ziel durchgekommen. Im Zuge der Verfolgung hat sich unter heftigen Attacken eine zweite, ebenfalls dreiköpfige, Verfolgergruppe gebildet, ich war in der größeren Hauptgruppe dabei. 5 km vor dem Ziel habe ich mal durchgezählt, da waren wir nur mehr 9 Mann. Vorne lagen da nur 6 Fahrer, also ging es um den siebenten Rang. Trotz aller Raffinesse und Erfahrung hatte ich nicht die Beine, um die abzuhängen. Ich mußte auf den Sprint setzen, und das nach mehr als 200 km und knapp 5 Stunden Fahrtzeit. Ich habe mein Bestes gegeben, und wie ich im Ziel erfahren muße, war aus meiner Altersklasse keiner in meiner Gruppe oder an der Spitze vertreten, damit war ich ungefährdeter und unangefochtener Klassensieger. Endlich - der erste Saisonsieg, wenn es auch nur die Altersklasse 4 war!

 Kvetkez dia

 Sprint um den Sieg: rechts Gergely Ivanics (Sieger), links Gabor Lengyel (2.)

 

 Kvetkez dia

Mein erster Saisonsieg! Und das gleich bei einem Klassiker über 204 km!

Ergebnisse Gesamtwertung: 1. Gergely Ivanics (H, Team Cornix) 4:51:28 (Schnitt 41,5 km/h), - 2. Gabor Lengyel (H, Gepida-velo.hu), - 3. Attila Arvai (H, Team Cornix), alle gleiche Zeit, - 4. Balint Szeghalmi (H, Team Cornix) -1:08 Min., - 5. Andras Berkesi (H, Team Cornix), - 6. Sandor Koczka (H, Casino Alantis), alle gleiche Zeit, - ... 14. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) -4:14 Min.

Ergebnisse Altersklasse 4: 1. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) 4:55:42 (Schnitt 41,1 km/h), - 2. Tamasz Iszkadi (H, Csepeli Kerekpar) -2:29, - 3. Zoltan Ördögh (H, Budapest) -2:40 - 4. Vince Vörös (H, Iesti kerekpar) -3:06, - 5. Agoston Steinbach (H, FTC), gleiche Zeit, - 6. Attila Pawlik (H, MTW) -3:09 Minuten

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Sonntag, 27. Mai 2007: Radmarathon "Rund ums Leithagebirge" in Purbach

 

Strecke: Purbach - Donnerskirchen - Kaiserbuche - Hof - Mannersdorf - Sommerein - Kaisersteinbruch - Breitenbrunn - Purbach, 2 Runden = 81,5 km, 1000 Höhenmeter, Start 9 Uhr

 

Streckenskizze (Bildquelle: Veranstalter)

Rennverlauf: Gleich der erste Anstieg zur Kaiserbuche ist mir zum Verhängnis geworden. Schwere Beine, leer, wie Gummi, ich bin zurückgefallen, unmittelbar vor der Kuppe dann sogar richtig abgerissen, konnte mich nicht mehr drüberretten, in der Abfahrt war auch nichts mehr drin, in anfangs einer Dreiergruppe, dann waren wir zu fünft, schließlich ist nach Sommerein von hinten noch ein Feld von gut 25 Mann gekommen. Am Kaisersteinbruch war ich wieder etwas erholt, aber es war keine Chance da, noch mal vorne ranzufahren. Zweite Runde war genauso wie die erste, nur etwas langsamer. Große Not am ersten Anstieg, da habe ich mich diesmal in den hinteren Positionen der Gruppe drübergewurschtelt, Kaisersteinbruch war dann kein Problem mehr. Alles in allem war ich schon am Start fix und fertig vom gestrigen Marathonrennen gewesen, das war innerhalb von zwei Tagen einfach zu viel. Schade. Ausgezahlt hat es sich diesmal nicht, diesen Start hätte ich mir sparen können.

Ergebnisse absolut: 1. Franz Petz (Feistritz/Wechsel) 2:06:13, - 2. Wolfgang Wurnitsch (KTM-Mountainbaiker), - 3. Martin Schrehof (Union Perchtoldsdorf), beide gleiche Zeit, - 4. Hannes Lackner (Gittis 2radshop) -0:19, - 5. Hannes Lederer (Gittis 2radshop), - 6. Thomas Högn (SV Raika Altlengbach-Laa bental), beide gleiche Zeit, - ... 40. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) -11:37

Ergebnisse Altersklasse 1: 1. Ulrich Leodolter (SV  Raika Altlengbach-Laabental) 2:11:44, - 2. Kurt Bicher , gleiche Zeit, - 3. Gerhard Fesl (Radteam Lautner-Heizung) -2:16, - 4. Gerald Schrefl (RC Neulengbach) -2:22, - 5. Dieter Bendel (Union Raiffeisen Hainfeld), gleiche Zeit, - 6. Klaus Bahr (LC Fadental) -5:40, ... 11. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) -6:07

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Samstag, 2. Juni 2007: Giro del Feltrino in Feltre (I), 112 km

Strecke: Feltre - Anzu- Carpén - Santa Maria - Vas - Scalón - Caorera - Marziai - Villapiana - Busche - Pont - Feltre - Cáupo - Serén del Grappa - Rasai (BW) - Feltre, 2 Runden = 112 km, 540 Höhenmeter, Start 14.45 Uhr

Wetter: sonnig, warm, leichter NW-Wind, 28 Grad

Szene vom Anstieg von Serén del Grappa nach Rasai

Rennverlauf: offensives, aggressives Rennen vom Startschuß weg, viele attacken, viele Spitzengruppe und Solo-Ausreißer, die aber immer gleich wieder neutralisiert werden. Völlig unübersichtlich, ich kenne die Fahrer auch nicht sehr gut bis gar nicht, kann aber natürlich nicht jedesmal reagieren, also verlasse ich mich auf meine gute Nase. Die Form stimmt, ich fühle mich stark und optimal in Form, also kann ich damit rechnen, vielleicht in die Top-10 zu fahren. Es geht der Piave entlang nach Süden, dann rüber auf das andere Ufer nach Vas und zurück Richtung Feltre. Die Strecke ist hier flach bis leicht wellig, kurvig, landschaftlich sehr schön. Rückfahrt relativ schwer, denn jetzt haben wir Gegenwind. Als es dann nach Westen rüber nach Feltre geht, werden die Attacken gefährlicher, denn wir haben starken Wind von schräg vorne. Ich muß auf der Hut sein, fahre ganz vorne, habe mich da in den ersten 10 Positionen festgefressen. Stadtdurchfahrt Feltre, wir fahren nur einen Häuserblock entfernt am Ziel vorbei in die kleine Schleife über Serén del Grappa, in Rasai wird nach einem 3-km-Anstieg eine Bergwertung ausgefahren. Der Anstieg ist gleichmäßig, steil am ersten Kilometer (etwa 12 %), dann flach (max. 5 %). Im Flachen löst sich eine etwa 12 Mann starke Gruppe, die vorher aktivsten Fahrer sind dabei, also nehme ich alle Energie zusammen und sprinte auf den letzten Metern vor der Bergwertung noch hin. Geschafft! Hinter mir das große Loch, jetzt geht es 4 km bergab ins Ziel nach Feltre. Zieldurchfahrt, zweite Runde. Es wird hart. Im Flachen müssen wir den Vorsprung ausbauen, von hinten kommt mächtig Druck aus dem Feld, die versuchen alles, um wieder ranzufahren, aber zu unrhythmisch. Immer wieder werden die Beine hochgenommen, das verschafft uns wieder ein paar Meter mehr an Vorsprung. Ein zähes Ringen, aber es macht sich bezahlt. Der Vorsprung wächst, und als wir über die Piave fahren in die Gegenwind-Passage, können wir die Verfolger dann sehr genau ausmachen, sie liegen etwa eineinhalb Minuten zurück. Es wird immer schwerer und härter. Aus dem Feld hat sich eine sechsköpfige Verfolgergruppe abgesetzt, und unsere Spitze ist inzwischen auf 7 Mann geschrumpft. Ich halte mich permanent an den Hinterrädern auf, fahre bei den Führungen nur schnell durch, dennoch ist der Leistungsabfall spürbar. Es ist eine verdammt harte Arbeit im Wind, mit 53/15 und 16 fährt man wie gegen eine Mauer. In meiner Gruppe fahren wir alle ziemlich am Anschlag, die langen Geraden rauf nach Busche sind höllisch. Hinten sehen wir die Verfolger näherkommen, der Wind scheint immer stärker zu werden, dann geht es links rüber nach Feltre. Hügeliges Gelände, die kurzen Anstiege tun verdammt weh. Ich beiße mich fest, dann sind wir in Feltre. Die letzte kleine Runde, noch 17 km. Ein Betreuerwagen fährt neben uns, die Spitzenmannschaft Pedale Feltrino, die mit gleich 3 Mann vertreten ist, bekommt den Vorsprung durchgegeben. "Vantaggio un´minuto e mezzo!", wie ich höre, also anderthalb Minuten. Das wird sicherlich nicht reichen, denke ich mir, denn der Anstieg ist zu schwer für einen so knappen Vorsprung. Und dann hängen wir schon drinnen in der Wand, der erste fliegt vorne weg, die zweite geht mit, wir stehen alleine da, ich kämpfe mit aller Energie, kann mich langsam wieder heranschieben, bin Vierter. Das Steilstück tut weh, ich muß durchziehen, nur jetzt nicht nachlassen, draufdrücken, dranbleiben, hämmert es in meinem Kopf. Ich bin ganz auf den Führenden konzentriert, am Ende des Steilen bin ich an ihm dran. Wir sind zu zweit, er hat einen kräftigen, harten Tritt, strotz vor Kraft, ich pfeife aus dem letzten Loch. Dann das lange flachere Stück bis zur Bergwertung, Der Junge drückt unheimlich aufs Tempo, wir fliegen die Steigung förmlich hoch. Die Steigung schwankt zwischen 3 und 5 %, wir fahren mit 33 bis 35 km/h, ich kann es kaum glauben und wage gar nicht den Blick zurück. Da schwenkt er vorne weg, deutet mit dem Ellbogen, daß ich übernehmen soll. Das würde ihm so passen, kommt doch gar nicht in Frage. Ich rufe ihm zu "Dai, dai, ancora continua!", anstandslos akzeptiert er und führt wieder. Ich wundere mich noch, daß ich überhaupt sprechen konnte, da sind wir schon über die Wertung geflogen. Schalten, es geht runter. Rasend schnell, lange Gerade, kaum Kurven. Mit knapp 80 Sachen jagen wir ins Ziel runter, der Typ kann unglaublich Tempo fahren. Wie macht der das bloß? Sicher, er ist kräftig, aber klein, etwa 1,65 m, kaum 70 kg, das gibt´s doch gar nicht. Egal, es gibt´s anscheinend doch, ist mir egal, solange er führt. Wir sind in Feltre unten, ein paar Kurven, ein paar Antritte, ich kann nicht mehr, es brennt in den Oberschenkeln, im Schultergürtel, in den Schläfen hämmert es. Er steht auf, tritt an, ist weg. Verrückt! Er hat mich abgehängt! Glatt abgehängt ein paar hundert Meter vor dem Ziel! Ich rolle unter dem Zielbanner durch, es ist geschafft. Mein erster Gedanke ist, daß ich hier den Sieg nie und nimmer verdient hätte.

Der Solosieger Enrico Dagai

Ergebnis: 1. Enrico Dagai (Pedale Feltrino) 2:47:25 (Schnitt 40,1 km/h), - 2. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) -0:04 zurück, - 3. Francesco Sassi (Pedale Feltrino) -0:17, - 4. Sergio Cannevaro (GS Valdobbiadene), - 5. Dario Canietta (Pedale Feltrino), alle gleiche Zeit, - 6. Simone Vido (Valsugana) -0:22

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Sonntag, 3. Juni: OrgTrans Charity in Egna (I), 100 km Charity-Event zugunsten der Organtransplantierten

Strecke: Egna (Neumarkt) - Auer - Branzoll - Leifers - Bozen - Terlan - Vilpian - Gargazon - Burgstall - Meran - Lana - Lans - Andrian - Frangart - Girlan - Eppan - Kaltern - Tramin - Kalterer See - Kaltern - Eppan - Montiggl, 100 km, 645 Höhenmeter, Start 9 Uhr, Wetter: sonnig, heiter, leichter N-Wind, 27 Grad

Rennverlauf: es handelt sich hier um kein Rennen, sondern um eine Wohltätigkeitsveranstaltung. Es ist eine Charity-Ausfahrt mit Prominenten und lokalen Profis und Spitzenamateuren. Seit 1991 war ich hier einige Male schon am Start. Diesmal stehe ich ganz vorne in der ersten Reihe, neben mir Francesco Moser, Maurizio Fondriest, Davide Cassani und Alessandro Bertolini. Auch Gianni Motta hat sich Zeit genommen und ist dabei. Wir grüßen uns, schütteln uns die Hände, klopfen uns auf die Schultern. Eine ganz besondere Atmosphäre. Da liegt eine gewisse knisternde Spannung in der Luft. Wir starten, rollen Schulter an Schulter aus Neumarkt raus, es geht nach Norden nach Bozen. Wir fahren locker, gemächlich, rollen mit etwa 36 km/h dahin. Unwahrscheinlich viele Zuschauer, die sind völlig aus dem Häuschen. Autogrammwünsche werden erfüllt, immer wieder bleiben die Prominenten stehen, schreiben ihren Namenszug auf T-Shirts, Autogrammkarten, Zeitungen, Bücher, Plakate usw. Seit gut 35 Jahren wird auf diese Weise vom Fond zur Unterstützung der Organtransplantierten, ins Leben gerufen von organtransplantierten Spitzensportlern, Geld gesammelt. Der Reinerlös dieser Veranstaltung kommt speziellen Projekten für Organtransplantierte im Tiroler Unterland zugute. Wir fahren von Bozen aus auf der Staatsstraße nach Meran rauf, der Verkehr steht still. Unglaublich, das schafft hier nicht mal der Giro d´Italia - der muß auf Nebenstraßen ausweichen. Über Lana und Andrian geht es durch kilometerlange Weingärten und Obstplantagen in romantischer Landschaft wieder nach Süden, dann biegen wir auf die Weinstraße ein. Jetzt kommt der selektive Teil der Strecke. Von Moser habe ich schon lange nichts mehr gesehen, Fondriest fährt lange an meiner Seite, dann ist auch er weg. Cassani fährt an der Spitze, macht Tempo, Simoni und Bertolini sind bei ihm, auch der Bozener Ex-Profi Cristian Zanolini ist vorne mit dabei. Ein besonderes Schmankerl ist auch das Antreten des deutschen Ex-Profis Rolf Gölz, der viele Jahre hier in Italien bei Del-Tongo-Colnago gefahren ist. Die Musik wird aber von den Amateuren gespielt, die jagen die Steigung nach Kaltern hoch, da kann nur Cassani mithalten. Die Zuschauer toben, brüllen, johlen und feuern uns frenetisch an. Dann geht es runter zum Kalterer See, rauf nach Tramin, wieder runter und zurück zum Kalterer See und am ostufer entlang auf einer kleinen Gasse durch die Obstgärten den steilen Anstieg nach Kaltern rauf. Runter nach Eppan, dann biegen wir rechts weg und sind in der Schlußsteigung zum Ziel nach Montiggl. Oben am Montiggler See ist das Ziel aufgebaut, den ganzen 3,5 km langen Anstieg säumen die Zuschauer und feuern uns an wie bei einer entscheidenden Dolomiten-Etappe beim Giro. Cassani ist in toller Form, obwohl schon über 40, er wird Dritter hinter zwei lokalen Amateuren. Ich nehm´s locker, spüre noch den gestrigen Giro del Feltrino in den Beinen und nehme die Chance zu einer Trainingsfahrt in so toller Umgebung dankbar an.

Danach geht es in den vier Festzelten am Montiggler See bis spät in die Nacht hoch her. Da werden Autogramme geschrieben, Spenden gesammelt, es gibt Tombolas und Versteigerungen und bei Lambrusco und gebratenem Lamm klingt dieser Tag aus. Aber da sitze ich schon längst im Auto, kurz nach Mitternacht bin ich wieder daheim - in Graz.

Zielanstieg

Zieleinlauf am Montiggler See

Ergebnisse: 1. Riccardo Villacordagno (Trento) 2:45:45, - 2. Riccardo Magnocavallo (SC Pergine), -0:15, - 3. Davide Cassani (Radschule Cassani) -1:15, - 4. Karl-Heinz Malfertheiner (SC Pergine) -1:50, - 5. Marco Ferrari (SC Pergine) -2:34, - ... 8. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) -4:41

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Samstag, 9. Juni 2007: Race across Styria, Altaussee - Bad Radkersburg, 275,7 km

Strecke: Altaussee - Bad Mitternbah - Klachau-Trautenfels-Stainach-Liezen-Rotenmann-Trieben 69 km, Wetter sonnig, schwül, zeitweise starker Regenguß, schnell wieder aufgetrocknet. Streckenlänge 275,5 km. Gefahren in vier Teilstücken mit kurzer Verpflichtungsrast. 325 Höhenmeter. Wetter: stark bewölkt, sehr schwül, dann bedeckt, kurzes Wärmegewitter, dann wieder trocken. Bis zu 29 Grad, leichter NW-Wind (meist Rückenwind)

RAS

Rennverlauf: Pünktlich um 6 30 Uhr früh warten wir auf die ersten Siebenschläfer im Startbereich. Ich bin aufgeregt, aber wirklich nur wegen der großen Distanz. Die Gesamstreckenlänge von 275,5 km wird in vier Etappen bewältigt, die nacheinander an einem Tag gefahren werden. In Altaussee geht es los, um 6.30 Uhr früh stehen hier weit mehr als 100 Starter und warten auf den Startschuß. Ich dachte mir, mit ein paar Ergebnissen in der Hobbyklasse kaum Eindruck schinden zu können, selbst wenn es sich dabei um Siege handeln sollte. Daher mußte ich mir ein paar Events heraussuchen, die was ganz Besonderes darstellen und über den üblichen Rahmen weit hinausgehen. Und dieses Race across Styria ist ein wohldosierter Eindruck von allerhöchster Qualität. Meine Taktik ist einfach und simpel: keinen Meter im Wind fahren, aber immer auf Tuchfühlung mit der Spitze. Es beginnt auch ganz gemütlich, die Abfahrt von der Klachau nach Trautenfels ist die einzige Schwierigkeit. Das Vorausauto gibt einen Schnitt von 35 bis 45 Sachen vor, erst das letzte Teilstück wird dann  völlig freigegeben. Beim ersten Teilstück geht es nicht darum, nicht abzureißen, das setze ich als selbstverständlich voraus, es geht darum, so wenig Kräfte wie möglich zu verbrauchen. Es wird ganz locker gefahren, eher gemächlich, was natürlich dazu verleitet, sich zu präsentieren, vorne zu fahren, anzugreifen. Mehrmals muß ich mich ermahnen, nicht einmal daran zu denken. Dieses erste Teilstück führt von Altaussee über 69 km nach Trieben, wo eine 50minütige Zwangsrast eingeplant ist. Lange Rede kurzer Sinn: nur die Abfahrt von der Klachau zieht das Feld in die Länge, den Rest verstecke ich mich im Mittelfeld, so gut es geht. In Trieben angekommen, bin ich keinen einzigen Meter im Wind gestanden!

Zweites Teilstück von Trieben über 58 km nach Leoben: wieder das gleiche Bild, ich bin im Hauptfeld so gut eingebaut, daß ich wirklich optimal mitrolle. Ein Problem ist natürlich auch die Pause, die den Rhythmus bricht, aber da das Tempo noch niedrig ist, die Anforderung gering, ist dieses Problem - jedenfalls im Moment noch - kein Thema. Von Trieben aus geht es 15 km lang auf den Schoberpaß hinauf, das Feld zieht sich in die Länge, die ersten reißen ab, ich fahre sehr konzentriert, alles geht gut. Ich war nie in Gefahr, abzureißen. Dann die lange, lange Abfahrt über Kalwang, Mautern und Kammern bis Traboch. Kurz nach St.Michael, in Hinterberg, wartet der Häuslberg. Ist kein Berg, wo oben alle aufs Klo müssen, sondern eine 1,2 km lange Steigung, die nicht ganz ungefährlich ist. Aber ich komme gut drüber, erreiche auch das zweite Etappenziel in Leoben ohne nennenswerte Probleme. Jetzt gibt es eine Pause von 1:25 Stunden, und das schießt sehr unangenehm in die Beine.

Drittes Teilstück von Leoben über 91,5 km nach Wildon: der Beginn ist sehr hart, die Beine schmerzen, kreisen auch nicht sehr rund. Ich fühle mich verspannt und mit einem Male angeschlagen, aber weil ich das schon erwartet habe, bin ich die letzten 15 Minuten vor dem Start auf der Rolle gefahren und so bringt auch das keine Probleme. Ich merke, daß die anderen Mühe haben, daß viele eigentlich schon angeschlagen sind, sich aber noch krampfhaft im Feld halten. Jetzt wäre eine scharfe Attacke das richtige Mittel, um das Feld völlig auseinanderzubrechen. Nach Bruck/Mur erreichen wir vertrautes Trainingsgelände. Ich fühle mich immer stärker, esse und trinke regelmäßig, jetzt schon in immer kürzeren Intervallen. Beim Fahren verändere ich auch immer öfter meine Sitzposition, fahre mal aufrecht, mal Unterlenker, sitze mal vorne, dann wieder weiter hinten im Sattel, dadurch vermeide ich Kreuzschmerzen, die bei den anderen schon Probleme bereiten, wenn ich mir die Burschen so anschaue. Die Distanz ist lang, wir durchqueren Graz, ich bin natürlich auch nicht mehr frisch, ich spüre die vielen Stunden im Sattel schon. Kurz vor Graz müssen wir durch einen Regenschauer, ein Wärmegewitter, das eine durchaus angenehme Abkühlung bringt. Die Konzentration darf nicht nachlassen, schon gar nicht auf glitschignaßer Straße. Schön langsam merke ich, wie die starken Fahrer sich nach und nach an der Spitze einfinden. Sie orientieren sich nach vorne und ich erkenne, daß auch die alle bisher im Windschatten gefahren sind. Ich darf keinen Gedanken an die Konkurrenz verschwenden, ich konzentriere mich auf meine eigene Leistung, auf meinen eigenen Körper, auf mich. Denn nur wenn der eigene Körper funktioniert, kann ich mithalten. Über Wienerstraße, Bahnhofsgürtel, Eggenberger Gürtel, Lazarettgürtel und Triester Straße kommen wir nach Seiersberg, dann nach Feldkirchen und weiter nach Kalsdorf, als dort plötzlich, kurz vor dem Etappenziel, eine Attacke lanciert wird, die das Feld auseinanderreißt. Aber schnell ist alles wieder beisammen, und einträchtig nebeneinander erreichen wir das Ziel am Badesee in Wildon. Damit haben wir jetzt 218 km absolviert.

Vierte und letzte Etappe von Wildon über 57 km nach Bad Radkersburg: Gleich nach dem Start der Anstieg nach Wildon, dann der Lebringer Hügel, es wird gleich hohes Tempo gefahren, jetzt wird es Ernst, und zwar gleich vom Start weg. Logisch, viel Zeit bleibt ja auch nicht mehr. Die einstündige Zwangsrast war saublöde, denn jetzt gehen mir die Beine gewaltig auf, ich bin in Lebring schon abgerissen - 4 km nach dem Start! Mit einer größeren Gruppe kann ich dann bis Leibnitz wieder aufschließen, aber das hat gewaltig viel Energie gekostet. Die Belastung macht sich negativ bemerkbar, ich bin mit einem Male ziemlich kaputt. Viel essen, Powergel, viel trinken, Magnesium und Elektrolyt, langsam erfange ich mich wieder. In Unterpurkla die entscheidende Attacke: 9 km vor dem Ziel tritt ein wuchtiger, athletischer Brocken an und gewinnt schnell an Boden, zwei, drei Mann setzen nach, dann eine kleinere Gruppe, ich fahre mit, es ist wie ein fürchterlicher Krampf, es schmerzt, die Lunge, die Beine, der Rücken, der Nacken, sogar in den Zähnen spüre ich den Pulsschlag. Ich halte hin, ganz gewaltig, jetzt lasse ich mich nicht mehr abhängen. Wieder eine Attacke, die anderen halten dagegen, dann sind wir kurz vor Radkersburg, in Altneudörfl versuche ich es selbst. Ich muß es versuchen, es ist der erste Angriff heute, ich bin bisher nur passiv gefahren. Meine einzige und letzte Chance, denn eben ist ein Angreifer gestellt worden, und jetzt versuche ich mein Glück. Aber ich habe Pech. Ich komme zwar weg, habe aber nicht mehr die Kraft, den Vorsprung zu halten. Die 10 Meter sind auch viel zu wenig, die anderen reagieren gleich, schließen auf. Damit ist der Sprint beschlossene Sache, und auch meine Niederlage. Ich jage als Fünfter über den Zielstrich beim Hauptplatz. Die Zieleinfahrt habe ich beinahe übersehen, dabei noch einen Platz vergeben. Scheiße! Na was habe ich denn gedacht, daß ich gewinne????

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Sonntag, 10. Juni 2007: Naturfreunde-Radmarathon in Eggenburg, 118 km

Strecke: Eggenburg - Eggenburg, 118 km, 1100 Höhenmeter, Start 10 Uhr, Wetter: sonnig, heiß, 30 Grad, mäßiger O-Wind

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Rennverlauf: Harakiri, nach dem gestrigen Marathonrennen heute gleich noch eines. Vom Start weg hatte ich schwere Beine, jeder Anstieg war eine Quälerei, und deren gab es hier unzählige. Die Motivation ist natürlich auch dementsprechend. Die große Hitze, dazu 208 Starter, all das macht´s nicht einfacher. Sehr hügeliges Gelände von Anfang an, ich fahre ganz vorne, es kommt mir sauschnell vor, und das ist es auch. Dann der erste Anstieg, nach etwa 25 km, sieht sehr harmlos aus, ich fahre da leider viel zu weit hinten, komme nicht mehr rechtzeitig nach vorne, werde abgehängt. Der Berg ist viel länger als angenommen, gut 3 km lang, anfangs steil, die Sonne brennt runter, und mit einem Male bin ich ganz müde und schwach. Ich quäle mich drüber, bin dann in der dreiköpfigen Gruppe, dann fahren wir auf eine größere Gruppe auf und auch von hinten kommen noch einige dazu. Dennoch, dieser Berg hat das Klassement gemacht, vorne eine Gruppe, dahinter eine ca. gleich große Verfolgergruppe, dann die dritte Gruppe, die größte, in der ich auch fahre. Und immer wieder die Anstiege, steil, kurz, aber immerhin lang genug, um sämtliche Energie aus den Beinen zu ziehen. Gut, ich bin noch völlig k.o. von gestern, aber mir kommt die Strecke immens schwer vor. Kaum ein flacher Meter, immer rauf und runter, immer am Anschlag, immer höchster Einsatz, immer hoher Puls. Ich erfange mich ja kaum mehr, vergesse aufs Trinken, und als ich dann wieder auf den Computer sehe, haben wir erst 40 km gefahren, etwa ein Drittel. Sowas baut mich überhaupt nicht auf, das nimmt im Gegenteil jede Moral. Es wird zäh, Krampf, Überwindung, Hinhalten, mit einem Wort: eine Quälerei. Langsam wird es besser, ich fahre wie in Trance. Spüre bald auch kaum irgendwelche Schmerzen, es geht besser. Dann kommt der Anstieg in Hardegg. Oder war es danach? Ich erinnere mich an zwei Anstiege, dazwischen liegt nur Hardegg. Es geht runter in die Ortschaft, dann gleich wieder rauf. Der ist noch steiler, ich fahre mit 39/23, bin voll am Anschlag, die Gruppe zerfällt, aber ich fahre ganz vorne mit. Komme über die Kuppe, der Berg war etwa 2 km lang, aber die Abgehängten sind dann auch bald wieder (fast) alle da. Ich bin außer Atem, halte mich aber in der Gruppe. Als wir kurz mit Rückenwind fahren, ist das wie reine Erholung. Ich merke, daß auch die anderen Fahrer in meiner Gruppe schon ziemlich geschafft sind. Die Hitze, die schwere Strecke und bei mir vo allem das Vortagsrennen über 275 km sind die Bremser. Aber jetzt geht es langsam dem Ende zu, die Kilometer fliegen dahin und der Ehrgeiz erwacht wieder. Jetzt ist ein Ende abzusehen, ich kämpfe mich über alle Steigungen drüber, lasse nicht abreißen, beiße mich fest, auch wenn es meist sehr schwer fällt. Dann der Zieleinlauf - endlich! Die Gruppe zieht sich in die Länge, ich bin sofort hinten, nach Eggenberg führt eine längere Abfahrt rein, dann eine scharfe Kurve, ein Anstieg, ich bin Letzter der Gruppe, wieder Abfahrt, Kurve, Steigung, Abzweigung, flach ins Ziel. Ich kann nicht mehr beschleunigen, rolle total geschafft und beinahe bewegungsunfähig über den Zielstrich. Sehr viel länger hätte dieser Bewerb nicht sein dürfen. Resümee: Schwamm drüber!

Ergebnis absolut: 1. Jiri Mikulasek (Eyklo Mikulasek) 3:03:46 (38,96 km/h) - 2. Jürgen Wiesauer (Team Sport-Nora Wien), - 3. Klaus Mayer, alle gleiche Zeit, - 4. Mario Zwurtschek (Team Sport-Nora Wien) -0:04, - 5. Johannes Polak (Kosmopiloten Zwettl) -0:06, - 6. Andreas Schüller (KTM-Mountainbiker) -0:11, ... 64. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) -18:58

Ergebnis Altersklasse 40+: 1. Erwin Gabler 3:08:27 (Schnitt 38,0 km/h), - 2. Christian Pietsch (Raika Bad Fischau) -0:11, - 3. Thomas Hackner (HSV Amstetten) -5:19, - 4. Christian Lechner (2radchaoten.com Zwettl) -6:07, - 5. Gerhard Fesl (Radteam Lautner Heizung) -6:10, - 6. Alexander Fuchs -6:12, ... 19. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) -14:17

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Samstag, 16. Juni: Straßenrennen Franja Barcaffe in Llubljana, 148 km

Strecke: Lubljana - Vrhnika - Logatec - Godovic - Idrija - Cerkno - Kladjr - Sovodenj - Skoja Loka - Vodice - Tacen - Lubljana, 148 km, Start 9 Uhr, 1180 Höhenmeter, eter: sonnig, heiß, leichter NO-Wind, 29 Grad

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Rennverlauf: nach dem neutralisierten Start habe ich lange gebraucht, bis ich mich an die Spitze vorgearbeitet habe. Hohes Tempo, sehr viele Starter, die alle sauschnell fahren. Flacher Beginn auf den ersten 25 km. Bei dem Riesenstarterfeld nach vorne zu kommen, scheint ein Ding der Unmöglichkeit, dennoch ist es unumgänglich. Ich fahre mit ca. 55 Sachen, überhole pausenlos und sehe die Spitze doch nie. Denn auch die anderen fahren nach vorne, und das dauert daher. Wichtig ist nur, daß in der Zwischenzeit nicht vorne eine Partie weggeht, aber das kann ich nicht mehr beeinflussen.

Damit ihr einmal eine Vorstellung davon bekommt, wie ein Haufen von 3000 Rennfahrern aussieht, seht ihr hier einen kleinen Teil davon.

Bis zum ersten Anstieg muß ich vorne dran sein, daher ist Eile geboten. Ich bin schon ganz schön angeschlagen, als ich nach 25 km endlich vorne dran bin, und da beginnt auch schon der erste Anstieg. Knapp 25 km lang geht es jetzt bergauf, meist flach, max 6 %, durchschnittl. 4 %, diese Steigung liegt mir, ich blühe förmlich auf. Das Tempo ist verdammt hoch, da müssen wirklich sehr gute Leute dabei sein. Aber bei der Menge hat es wenig Sinn, sich auf einzelne zu konzentrieren, ich versuche, den Kontakt zur Spitze zu halten, meine Position zu verteidigen. Das gelingt ganz gut, ich verliere nicht viel, komme mit den Ersten über die Kuppe. Essen und trinken nicht vergessen, ermahne ich mich. In der Abfahrt nach Idrija verliere ich viel mehr, das ist nicht mein Ding. Wieder beginnt die Aufholjagd. Nur diesmal is es viel schwerer, weil ich wenig bis gar keine Unterstützung finde. Vorne wird Tempo gebolzt, da bleibt uns hinten auch nichts anderes übrig. Unsere Gruppe wird kleiner, wir verlieren ein paar Fahrer, und dann ist da schon der gut 10 km lange Anstieg nach Kladje, 550 Höhenmeter, durchschnittlich 6 % Steigung. Liegt mir wieder sehr gut, ich schaffe es hier, zusammen mit drei Slowenen ganz nach vorne zu fahren. Der Abstand war ja nicht mehr sehr groß gewesen, nicht mal eine Minute. Jetzt bin ich ganz vorne in der Spitzengruppe, die auch sehr rasch kleiner wird. Der Rhythmuswechsel ist auch nicht ohne, von der Aufholjagd zuvor zum etwas langsameren und unrhythmischeren Fahren jetzt. Zweimal muß ich abreißen lassen, kämpfe mich aber jedesmal wieder ran. Oben in Kladje bin ich nach wie vor in der ersten Gruppe, hänge aber halb abgerissen hinten dran, in der Abfahrt bin ich dann leider weg. Ein paar Kurven reichen da schon aus, und dann passiert vor mir auch noch ein Sturz, der mich endgültig abkuppelt. Und wenn dann eins zum anderen kommt, spüre ich schlagartig auch die Aufholjagden, den Substanzverlust, ich muß erst mal etwas zurückschalten und passiv fahren. Meine Gruppe wird bald wieder größer, von hinten schließen Fahrer auf, nach vorne aber wird der Abstand leider größer. Es dauert eine geraume Zeit, bis sich die Gruppe organisiert, und erstaunlicherweise sind dann doch ein paar Fahrer dabei, die unbedingt vorne noch ranfahren wollen. Aber die Spitze läßt sich jetzt natürlich nicht mehr die Butter vom Brot nehmen, und den Vorteil nutzen sie aus. Es wird sehr hohes Tempo gefahren, sowohl vorne als auch meine Gruppe zerfällt etwas, es bilden sich mehrere kleinere Gruppen. Ich habe mich wieder etwas gefangen und kann dann auch wieder akiver fahren. Aber auf den letzten 20 km ist da nicht mehr viel zu ändern, wir kommen nicht mehr vorne hin. Im nachhinein ist es sehr schade, denn die beiden entscheidenden Stellen, nämlich die Anstiege, habe ich ausgezeichnet geschafft, abgehängt wurde ich in der Abfahrt. Die Strecke generell hat mir ganz gut gefallen, nur ein paar tausend Starter weniger wäre vielleicht mehr. Naja, das liegt halt nicht in meinem Bereich. Aber diese überdimensionalen Starterfelder mag ich gar nicht, 200 Mann sind für mich schon das Äußerste.

Ergebnis absolut: 1. Mitja Oker (SLO, Franco Gomme) 3:07:03 (Schnitt 44,8 km/h), - 2. Akles Udovic (SLO, Bambi), - 3. Ferrara Fortunato (I, Team Cicli Granzon), - 4. Michele Pittocolo (I, Andax Ciro Catena), - 5. Alessandro del Mistro (I, Granciclismo Salvador), - 6. Gregor Tekavec (SLO, KD Energija Velenje), alle gleiche Zeit, ... 69. Robert Bartonek (ÖST, SC Tiroler Radler Bozen) -11:34

Ergebnis Altersklasse F (45-49 Jahre): 1. Marjan Srnel (SLO, SKD Deteljica) 3:16:59, - 2. Primoz Cerin (SLO, Maxisport), - 3. Ennio Salvador (I, Granciclismo Salvador), alle gleiche Zeit, - 4. Robert Bartonek (ÖST, SC Tiroler Radler Bozen) -1:38, - 5. Bojan Stih (CRO, NLB) -6:03, - 6. Slavko Petric (SRB, Koloklub Sprikla Krsko) -8:40

Die Siegerin der Frauenklasse

Podestplätze in der Klasse F (von links): Ex-Profi Primoz Cerin, Marjan Srnel, Ex-Profi Ennio Salvador (I)

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Sonntag, 17. Juni 2007: Einzelzeitfahren in Bruck/Mur, 19,3 km

Strecke: Bruck/Mur - St.Kathrein - Bruck/Mur, 18,3 km, 150 Höhenmeter, Start 10 Uhr, Wetter: sonnig, starker NW-Wind, 24 Grad

Rennverlauf: Die erste Hälfte der Strecke bis zur Wende führt bergauf. Lange, aber flache Steigungen kennzeichnen diese erste Hälfte, am Ortsende St.Kathrein, nach der Umfahrung, befindet sich der Wendepunkt, dann geht es leicht bergab zurück ins Ziel. Manfred Pirz vom ARBÖ Selzthal, der vor mir startet, habe ich bald auf Sichtweite, und bei der Wende habe ich ihn dann endgültig eingeholt udn fahre vorbei. Die erste Hälfte war sehr gut, trotz der ständigen Steigung bin ich sehr gut im Rhythmus, fahre mit 53/15,16 und 17, habe zwei Fahrer eingeholt, aber dann reißt der Faden. Die Rückfahrt bergab bricht meinen Rhythmus, und ich merke sofort, daß da nur mehr Krampf und Quälerei ist. Das hohe Tempo is zu hoch, ich kann es nicht genau abschätzen und verschenke dadurch permanent Sekunden, die sich summieren. Bei der Wende kann ich die Abstände zu den Fahrern unmittelbar vor mir und nach mir sehr gut sehen, und was ich da sehe, beruhigt mich, denn ich bin sehr schnell. Bei der Rückfahrt aber verliere ich viel, Zeit und Plätze, es ist eigentlich ein kleiner Einbruch. Es fehlt die Konsequenz, beinhart mit der härtesten Übersetzung die Frequenz zu fahren, aber ich lasse mich durch das hohe Tempo täuschen, der Puls geht auch runter, und da sollten schon alle Alarmglocken läuten. Aber ein Blick aufs Tempo beruhigt, ich fahre ja schon 48 km/h, 50 oder gar 55 km/h, die anderen fahren an der Stelle aber 55 bis 60 Sachen. Ein klassischer Fall, daß Belastung nicht gleich Tempo ist und hohes Tempo nicht gleichbedeutend mit hoher Belastung ist. Sollte mit meiner Routine eigentlich nicht passieren. Schwamm drüber. Die erste Hälfte war hui, die zweite dann pfui. Unterm Strich sosolala, aber nicht wirklich befriedigend. Natürlich hatdas Vortagsrennen da auch mitgespielt, mit 150 schweren Kilometern in den Beinen fährt man halt auch nicht mehr so locker vom Hocker.

Ergebnis: 1. Arnold Stockreiter (ARBÖ HN-Radcenter St.Marein/Mürztal) 26:18 (Schnitt 45,2 km/h), - 2. Christian Luiki (Luiki-Betonwerke) -0:05, - 3. Peter Endthaler (RC Hochschwab) -0:38, - 4. Rudolf Doppelreiter (Alpin X) -0:42, - 5. Johann Hofer (ARBÖ HN-Radcenter St.Marein/Mürztal), gleiche Zeit, - 6. Karl Schneider (RC ARBÖ Raaba) -0:59, ... 11. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) -2:03

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Sonntag, 24. Juni 2007: Straßenrennen in Egelsdorf, 83,7 km

Strecke: Egelsdorf - Prebensdorf - Großpesendorf - Galgenried - Pischelsdorf - Gersdorf - Kroisbach - Großsteinbach - Großhartmannsdorf - Obgrün - Hainersdorf - Riegersdorf - Kalsdorf - Neudorf - Dörfl - Nestelbach - Gnies - Sinabelkirchen - Egelsdorf, 2 Runden = 83,7 km, 350 Höhenmeter, Start 9 Uhr

Rennverlauf: Hohes Tempo der A-Fahrer vom Start weg, beim Anstieg zum Galgenried, der gut einen Kilometer lang ist, mußte ich schon sehr hart kämpfen, um dranzubleiben. Mit Puls 184 ist es mir gerade noch gelungen, wir sind da mit 36 bis 38 km/h raufgefahren. Danach habe ich diese Schwäche aber schnell überwunden (wahrscheinlich zu wenig aufgewärmt) und bald schon hatten wir die B- und C-Fahrer auf Sicht, über die beiden Anstiege in Neudorf haben wir sie dann endgültig gestellt. In Ilz Feld geschlossen, die 9:20-Minuten-Vorgabe war aufgeholt und sofort haben die Attacken begonnen, hauptsächlich von den A-Fahrern. Unübersichtlich, unrhythmisch, ich war doch etwas angeschlagen und habe darauf gar nicht geachtet, wollte mich etwas erholen und habe mich im hinteren Drittel aufgehalten. Kurz nur, aber als ich dann wieder nach vor gefahren bin, kurz vor Sinabelkirchen, war es bereits zu spät. Eine kleine Gruppe von A- und B-Fahrern ist vorne weggefahren, die sind gebolzt, was das Zeug hergegeben hat. In Sinabelkirchen ist mit mächtigem Antritt noch Adler von hinten gekommen und solo nach vor gefahren, kurz vor dem Anstieg Galgenried ist er rangekommen. Im Feld kam von da an keine Reaktion mehr, die Gruppe wurde einfach abgehakt. Naja, wer hätte da auch nachfahren sollen? Nach Gersdorf haben wir die letzten paar C-Fahrer eingeholt, die vorne rumgefahren sind, mit denen sind wir dann ins Ziel gefahren. Ich bin da nicht mehr mitgesprintet, war auch etwas frustriert über den Rennverlauf. Ein einziges Mal nur für wenige Minuten war ich nicht an der Spitze, und genau da ist die entscheidende Gruppe weggefahren. Soll ich das persönlich nehmen? Das wäre ja fast ein Kompliment. Knappe 3 Minuten haben die A-Fahrer am Ende rausgefahren. Aber immer, wenn ich vom Rennverlauf enttäuscht bin, sage ich mir folgenden Satz: Wenigstens war es ein gutes Training.

Ergebnisse: 1. Michael Schwarzäugl  (ARBÖ Drahteisel Voitsberg) 2:02:15 (Schnitt 40,8 km/), - 2. Peter Krebs (ARBÖ Radsport-Vychodil Graz), gleiche Zeit, - 3. Friedrich Pöltl (TSV Zweirad-Kappler Hartberg) -0:07, - 4. Kleinhappl (ARBÖ Radsport-Vychodil Graz), gleiche Zeit, - 5. Günther Adler (RC Union Schwarzl-Freizeitzentrum Laßnitzhöhe) -0:11, - 6. Rudolf Binder (ARBÖ Sparkasse Weiz) -2:38, ...12. Robert Bartonek (ÖAMTC SC Tiroler Radler Bozen), gleiche Zeit

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Samstag, 30. Juni 2007: Paarzeitfahren in Mariazell

Strecke: Rasing - Gußwerk - Greith, Wende - Gußwerk - Rasing, 25,5 km, 101 Höhenmeter, Start ab 14 Uhr, sonnig, warm starker N- bis NW-Wind, 24°

Rennverlauf: wir sind als letztes Paar gestartet, nachdem Gerald beim Aufwärmen noch einen Platten hatte. Und das knapp vor dem Start, Hektik pur also. Der Start selbst war ein Horrorszenario, Gerald sprintet weg, ich rutsche vom Pedal, mich haut´s beinahe auf die Pfeife, ich muß nachfahren. Er merkt das gar nicht, fährt auf und davon, und mich zerreißt es dahinter fast. Es braucht ein paar hundert Meter, bis ich dran bin, der Puls ist sofort auf mehr als 170 oben. Ich komme zwar noch an sein Hinterrad, und Gottseidank führt er auch eine ganze Zeitlang, aber ich pfeife aus dem letzten Loch. Als er wegschwenkt, trifft mich beinahe der Schlag. Ich wundere mich noch, wieso wir so schnell fahren bei dem Wind. Vorher haben wir noch gemeint, daß bei dem starken Wind kaum ein Tempo über 40 km/h möglich sein würde, und jetzt fahren wir 46 bis 48 Sachen und der Wind kommt NICHT von hinten. Langsam erfange ich mich, wir wechseln zwar, aber ich bin der klar Schwächere, wenn ich führe, fällt sofort das Tempo um 1 bis 2 km/h runter, und ich kann auch nicht so lange führen wie er. Ich schinde und quäle mich fürchterlich, um überhaupt mitzuhalten. Dann haben wir endlich die Wende erreicht. Dem vor uns gestarteten Paar sind wir minimal nähergekommen. Wenigstens ein klitzekleines Erfolgserlebnis. Auf der Rückfahrt erfange ich mich immer mehr. Ich kann jetzt auch Tempo fahren und länger führen, und mit einem Mal kippt das Verhältnis - jetzt bin ich der Stärkere. Ich merke, wie er röchelt und sich plagt, ich kann beschleunigen, und ich tue es auch, sobald ich führe. Wenigstens um 1 bis 2 km/h, denn wenn ich noch mehr zulege, reißt er ab. Wir holen das Paar vor uns fast ein, als es rausgeht auf die Bundesstraße, haben wir sie im Blickfeld vor uns. Jetzt aber steigt die Straße die restlichen 3 km bis ins Ziel leicht an. Das sind die härtesten 3 km dieses Zeitfahrens. Jetzt kriecht langsam der Schmerz die Beine hoch. Ich führe seit der Kreuzung, führe die vollen 3 km bis ins Ziel und merke, daß er allergrößte Schwierigkeiten hat, mein Hinterrad zu halten. Direkt am Zielstrich haben wir das andere Paar eingeholt.

In unserer Altersklasse gibt es ein sehr knappes Ergebnis, die ersten sechs Paar sind nur durch 31 Sekunden getrennt, unser achter Platz dagegen ist klar und eindeutig: nach vorne fehlen uns 48 Sekunden, nach hinten haben wir einen Polster von 30 Sekunden.

Ergebnisse Tagesbestzeit Klasse Lizenzfahrer -70 Jahre: 1. Richard Nudl/Wolfgang Rieglthalner (ARBÖ HN Radcenter St.Lorenzen) 32:02 (Schnitt 44,9 km/h)

Klasse Lizenzfahrer über 70 Jahre: 1. Gerhard Eigner/Martin Fischer (Team Pinto-Feuerlöscher Krems/Wachau) 34:02 (Schnitt 43,1 km/h), - 2. Hans Kern/Christian Mayer (ÖAMTC RC Schnecke Wien) -0:02, - 3. Ferry Bruckner/Thomas Puhmer (RC Team Sport-Nora Wien) -0:18, - 4. Karl Schneider/Georg Steiner (RC ARBÖ ASKÖ Raaba) -0:27, - 5. Johann Hauk/Jürgen Hauk (RC Deutschlandsberg) -0:30, - 6. Johann Hofer/Arnold Stockreiter (ARBÖ HN Radcenter St.Lorenzen) -0:31, ... 8. Robert Bartonek/Gerald Leutgeb (ÖAMTC SC Tiroler Radler Bozen) -1:40

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Gerald und ich starten zum Paarzeitfahren

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Sonntag, 1. Juli 2007: Kärntner Seen-Rundfahrt in Keutschach, 160,6 km

Streckenskizze (Bildquelle: Veranstalter)

 

 

Strecke: Keutschach - Schiefling - Wernberg - Landskron - Afritz - Feld am See - Radenthein - Bad Kleinkirchheim - Gnesau - Himmelberg - Feldkirchen - Ossiach - Landskron - Wernberg - Velden - Maria Wörth - Viktring - Keutschach, 160,6 km, 1080 Höhenmeter, Start 8 Uhr, Wetter: sonnig, leichter NW-Wind, 28°

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Start zur Seen-Rundfahrt in Keutschach

Rennverlauf: vom Start weg wird diesmal unerwartet hohes Tempo gefahren, schnell sind die schwachen Fahrer abgerissen. Das restliche Feld kämpft sich über alle Hügel und Wellen bis zum Wernberg, der ist immer die erste Bewährungsprobe und auch der erste Formtest. Hohes Tempo, 39/19, ich fahre mit Puls 184 im Feld über die Kuppe. Rasende Abfahrt, breite Straße, schnurgerade. Das Feld sortiert sich in der Abfahrt neu, von hinten kommt bei dem Tempo keiner mehr ran. Nächste Selektion: die Steigung rauf nach Afritz und Feld am See. Ich habe hier mehr Probleme als in den letzten Jahren, bleibe aber dran. Ist es die Hitze, das gestrige Zeitfahren? Keine Zeit, darüber nachzudenken, ich muß mich darauf konzentrieren, dranzubleiben. Und gleichzeitig aber auch schon Substanz für den großen Anstieg nach Kleinkirchheim zu sparen. Dann sind wir in Radenthein. Die Steigung beginnt, das Feld zieht sich in die Länge, und schon nach ein paar Metern reißen die ersten Löcher. Vor mir, vor allem aber hinter mir. Ich fahre mein Tempo, bin auch gleich abgerissen. Die Positionen werden bezogen, die Steigung liegt hier etwa bei 8 oder 9 Prozent. Es dauert eine Weile, bis ich den Rhythmus gefunden habe, dann leide ich unter der Hitze. Es tut ziemlich weh, das Tempo zu halten, aber ich darf hier nicht lockerlassen. Jede Sekunde, die ich hier verliere, muß ich in der Abfahrt doppelt aufholen. Ich falle weiter zurück, kämpfe mich aber in einer kleinen Gruppe bis nach Kleinkirchheim rauf. Leider ist da halt nicht dieser unbedingt Erfolgszug drinnen, die haben allesamt schon resigniert und fahen daher nicht mit letztem Einsatz, sondern "nur" zügig. In der langen Abfahrt bis Himmelberg runter wird die Gruppe dennoch immer größer, anfangs kommen von hinten noch ein paar Fahrer nach, dann holen wir von vorne immer mehr ein. Der Wernberg ist dann nicht mehr so steil von dieser westlichen Seite, es geht runter zum Wörthersee-Südufer. Dort macht sich dann die Distanz bemerkbar, ich muß mehr und mehr kämpfen, um dranzubleiben. Attacken werden gefahren, und um nicht ganz einschlafen, fahre ich auch zwei-, dreimal vorne weg, doch sie lassen mich verhungern, ich werde wieder eingeholt. Aber ich bin jetzt sozusagen wieder aufgewacht, bin aufmerksam und konzentriert. Ich sammle meine Kräfte für den letzten Anstieg nach Keutschach rauf. Einige probieren es da, aber ich lasse niemanden wegfahren, setze sofort nach und bin dann als einer der Ersten meiner Gruppe im Ziel.

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Zieleinlauf

In meiner 24köpfigen Gruppe belege ich den fünften Rang, auf den Tagessieger Alfred Koschat verliere ich gut 20 Minuten - das ist natürlich zu viel.

Ergebnisse Tageswertung: 1. Alfred Koschat (SIONE Bikes/Team sportart.at) 4:00:25 (Schnitt 40,0 km/h), - 2. Christian Pirker (Leistungsmodell Grafenstein/Radsport Kostel), - 3. Gebhard Pertl (ARBÖ Feld am See/Gegendtal), - 4. Markus Gubert (ARBÖ Feld am See/Gegendtal) alle gleiche Zeit, - 5. Roland Maier (HRC Wolfsberg) -0:28, - 6. Werner Schellander (RC Hermagor) -1:30, .... 53. Robert Bartonek (ÖAMTC S C Tiroler Radler Bozen) -21:42

Ergebnisse Altersklase Senioren 1: 1. Gebhard Pertl (ARBÖ Feld am See/Gegendtal) 4:00:25, - 2. Roland Meier (HRC Wolfsberg) -0:28, - 3. Werner Schellander (RC Hermagor) -1:30, - 4. Otto Harmtodt (ARBÖ ASKÖ Raaba) -8:21, - 5. Thomas Geiger (ARBÖ ASKÖ Raaba), - 6. Norbert Kostel (Leistungsmodell Grafenstein/Radsport Kostel), alle gleiche Zeit, ... 18. Robert Bartonek (ÖAMTC SC Tiroler Radler Bozen) -21:42

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Sonntag, 8. Juli 207: Bergrennen Aibl/Eibiswald - St.Lorenzen, 7,3 km

Strecke: Tankstelle Eybl bei Eibiswald - St.Lorenzen, Distanz: 7,3 km, 572 Höhenmeter, Steigung max. 16 %, Start 10 Uhr, Wetter sonnig, heiß, schwül, starker N-Wind, 29°

Rennverlauf: gleich das erste Steilstück ist entscheidend, das ist einen guten Kilometer lang, ich fahre hier mit 39/24, und das ist beinahe zu hart. Wie immer verliere ich am Anfang, weil sie alle wie verrückt in den Berg reinbolzen. Ich fahre von Anfang an mein Tempo und meinen Rhythmus und bald schon habe ich meine Position bezogen, irgendwo im letzten Drittel des Starterfeldes. Dann beginnt die Aufholjagd. Das heißt, die anderen werden langsamer, der Schwung ist weg, jetzt geht´s an Eingemachte. Ich hole Position um Position auf, das große Feld ist inzwischen längst in Einzelkämpfer und ganz kleine Grüppchen zerfallen. Vor mir sehe ich Hans Hauk, der im Vorjahr unmittelbar hinter mir Vierter geworden war. Heuer aber ist der verdammt gut drauf, er war zuletzt sowohl beim Zeitfahren in Bruck/Mur als auch beim Paarzeitfahren in Mariazell vor mir plaziert gewesen. Also heißt es auf den aufpassen. Ich komme näher an ihn ran, aber noch ehe ich ihn eingeholt habe, ist das Steilstück vorüber. Jetzt wird das Überholen schwer, denn das Tempo wird wieder höher, und die Abstände sind ja jetzt auch schon viel größer. Er fährt in einer Gruppe, ich alleine. Es geht in den Wald rein, und da verliere ich ihn aus den Augen. Immer wieder konzentriere ich mich auf den Puls, auf die Fahrtzeit, das augenblickliche Tempo und versuche, so gleichmäßig wie möglich zu fahren, so wenig an Tempo wie nur irgend möglich zu verlieren. Die Pulswerte bewegen sich jetzt im Bereich von 175 Schlägen aufwärts. Das ist schon sehr gut, beinahe optimal. Der Durchschnittspuls steigt langsam an, von 166 auf 167 und dann auf 168. In den flacheren Passagen muß ich sofort das Tempo erhöhen, um mit dem Puls nicht abzufallen. Ich überhole noch ein paar Fahrer, dann ist das Schlimmste geschafft, ich habe die 1000-m-Marke erreicht, es wird deutlich flacher, kurz nach der 500-m-Marke schalte ich aufs große Blatt und sprinte auf der immer flacher werdenden Straße ins Ziel, die letzten Meter sind beinahe eben. Ich bin eine gute dreiviertel Minute schneller als im Vorjahr.

Ergebnisse Tageswertung: 1. Marko Osonkar (SLO) 23:16 (Schnitt 18,9 km/h), - 2. Mario Vracic (SLO) -0:32, - 3. Jürgen Hauk (RC Deutschlandsberg) -0:36, - 4. Georg Preidler -0:43, - 5. Markus Wilfing -1:19, - 6. Klaus Keil -2:14, ... 20. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) -5:43

Ergebnisse Altersklasse: 1. Johann Hauk (RC Deutschlandsberg) 26:58 (Schnitt 15,9 kmh), - 2. Siegfried Wulz -0:12, - 3. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) -2:01, - 4. Bernhard Pommer -3:28 - 5. Christian Krottmaier -4:35, - 6. Kurt Berglez -4:45

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Freitag, 13. Juli 2007: Nachtkriterium in Pordenone, 40 km

Strecke: Stadtrundkurs, viereckig, flach, breite Straße, schnelle Kurven, 20 Runden á 2 km = 40 km, Start 20.45 Uhr, Wetter: schwül, warm, windstill, 28°

Der Star des Rennens, Raimondas Rumsas, bereitet sich vor

Rennverlauf: Vom Start weg ein sehr schnelles Rennen, es handelte sich hier um das Rahmenprogramm zum morgigen Marathon. Viele Elitefahrer und auch Ex-Profis waren am Start, die haben das Rennen schnell gemacht. Es war so schnell, daß es kaum Attacken gab, hinten sind pro Runde einige Fahrer abgerissen.  Ich hatte alle Hände voll zu tun, um dieses Anfangstempo mitzugehen. Die Lunge beinahe am bersten, die Adern an den Schläfen geschwollen, in den Beinen und Armen hat es gezwickt, gebrannt und geknistert. Ich mußte zahllose Löcher zufahren, die vor mir aufgingen, aber am Ende war ich vorne dran, die anderen abgerissen. Ein - wenn auch nur kleines - Erfolgserlebnis. Das hat mich aber derart beflügelt, daß ich bis zum Ende durchgehalten habe. Das war auch früher schon immer so gewesen, als ich noch Elitefahrer war, auch da war die Anfangsphase eines Kriteriums der Knackpunkt für mich. Überstand ich sie, war das Rennen gelaufen, dann war alles möglich. Und jetzt war es nicht anders. Im Finale konnte ich sogar einmal angreifen, mit einer fünfköpfigen Gruppe wegfahren, doch wir wurden eine Runde später wieder gestellt. Naja, wäre ja auch viel zu schön gewesen. Wir wurden wieder eingeholt, das Feld war da noch gut 50 Mann stark, in der letzten Runde gab es dann in der Zielkurve noch den befürchteten Massensturz, dem ich knapp ausweichen konnte. Eigentlich bin ich gar nicht ausgewichen, sondern hatte nur das Glück, gerade auf der anderen Straßenseite zu fahren. Es gab keine Altersklassenwertung, nur ein einziges Ergebnis, egal wie alt die einzelnen Fahrer waren - sie waren alle viel jünger als ich.

Ergebnis: 1. Francesco Simonetti (VC Pordenone) 51:22 (Schnitt 44,2 km/h) - 2. Ennio Salvador (Granciclismo Salvador), - 3. Alessandro del Mistro (Granciclismo Salvador), - 4. Roberto Pagnin (Franco Gomme), - 5. Giancarlo Peruzzi (Franco Gomme), - 6. Renzo Famea (AC Fontanafredda), ... 29. Robert Bartonek (ÖAMTC SC Tiroler Radler Bozen), alle gleiche Zeit

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Samstag, 14. Juli 2007: Giro del Pordenonese in Pordenone, 198 km

Strecke: Pordenone - Cordenons - San Quirino - San Martino - San Leonardo - Ponte del Giulio - Vivaro - Arbea - Sequals - Meduns - Cavasso - Maniago - Montereale Valcellina - Malnisio - Glera - Aviano - Budoia - Polcenigo - Sacile - Camolli - Casut - San Trinitá - Maron - Visinale - Pasiano - Azzano Decimo - Villotta - San Vito al Tagliamento - Villanova - Fiume Veneto - Cimpello - Corva - Vallenoncello - Porcia - Pordenone, 198 km, 525 Höhenmeter, Start 9 Uhr, Wetter: heiter, heiß, leichter N-Wind, 30°

Start

Carla Pinarello, live auf Channel 3

Rennverlauf: wie schon am Vortag rasend schneller Beginn, horrendes Tempo, riesiges Starterfeld. Ich mußte mich erst mal an die Spitze durchkämpfen, dazu hatte ich Zeit bis zu den ersten Steigungen. Vom Start weg ging es eigentlich immer leicht bergauf, die erste "richtige" Steigung stand in Sequals bevor. Wieder hohes Tempo, ich blieb dran, dann waren wir oben auf einer Art Höhenstraße, die am Rande der Gebirgszüge entlang nach Südwesten ging. Maniago, Aviano, Polcenigo, Sacile. Zweieinhalb Stunden Höllentempo, der Schnitt betrug da um die 48 km/h, aber ich war noch dran. Die "Gruppe Rosso" machte enorm Tempo, das ist die Kategorie der ehemaligen Profis und Elitefahrer in einem "Gran Fondo", einem italienischen Marathon. Langsam beruhigte sich das Geschehen und ich erstarkte sichtlich wieder. Mit jedem Kilometer fühlte ich mich stärker und wohler, das hohe Tempo machte mir nichts mehr aus. Das Feld wurde auch immer kleiner, ich fuhr immer weiter nach vorne, dort war das ganze Renngeschehen viel leichter zu verkraften, dort spielten die großen Mannschaften ihre Taktik aus und ich konnte direkt als Nutznießer davon fungieren. Welche Mannschaft auch anführte, ich klinkte mich hinten in ihren "Zug" rein und profitierte von ihrer Arbeit. Bald wurde ich aber mit erbosten Rufen rausgedrängt, wenig später aber hing ich wieder hinten dran. Jetzt machten sich dann die Strapazen bemerkbar, die Ermüdung schritt rasch voran, und nach San Vito konnte sich eine vierköpfige Gruppe leicht absetzen. Sofort reagierte man im Feld, aber die Vierergruppe hielt dagegen und es entspann sich ein beinharter Kampf, der kilometerlang auf des Messers Schneide tobte. Die vier Ausreißer hatten den längeren Atem. Nach Porcia nahm man im Feld die Beine hoch, man akzeptierte anscheinend die Niederlage. Ich rollte im Feld ins Ziel und war heilfroh, daß ich dieses lange Rennen so gut überstanden hatte.

Anstieg Montereale Valcellina

Ergebnis: 1. Fabio Rosanelli (VC Pordenone) 4:39:29 (Schnitt 43,3 km/h) - 2. Manfredo Camusso (VC Pordenone) -0:45, - 3. Claudio Manzano (Vittorio Veneto), - 4. Umberto Vedero (VC Belluno), alle gleiche Zeit, - 5. Roberto Pagnin (Franco Gomme) 2:22, ... 21. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen), gleiche Zeit

Podium - Siegerehrung

Siegerin Frauenklasse, Rosita Galbarello

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Sonntag, 22. Juli: Bergrennen Wildbach - Freiland, 8 km

Strecke. Wildbach (383 m) - Freiland (857 m), 474 Höhenmeter, Steigung max. 11 %, Start 10 Uhr, Wetter: sonnig, heiter, heiß und schwül, 35°

Rennverlauf: anfangs ruhig und träge, dann ein paar wilde Attacken von den beiden Slowenen, sie kommen weg, zwei Mann fahren nach, dann schließen alle wieder auf. Als die Steigung nach 3 km beginnt, ist das Feld geschlossen. Eine wilde Attacke eines der beiden Slowenen reißt das Feld sofort auseinander, ich setze nach, fahre sowieso schon ganz vorne, wir sind nur mehr 6 Mann, und sofort attackiert der andere Slowene, wir sind nur mehr zu dritt. Das war auch schon das einzige Erfolgserlebnis, das ich an diesem Tag hatte, denn urplötzlich setzt mein Motor aus und stirbt ab. Im wahrsten Sinn des Wortes. Die Beine blockieren, die Lunge blockiert, die röchle und hechle heftig und furchtbar, aber es hilft nichts, ich explodiere - von einem Moment auf den anderen. Und das nach einem knappen halben Kilometer Steigung, also 4,5 km vor dem Ziel. Schöne Aussichten. Ich wutzle mich weiter den Berg rauf, mehr schlecht als recht, rechts und links sprinten Fahrer vorbei. Ich kann absolut nichts dagegensetzen, für mich ist das Rennen vorbei. Ich kann mich an keinem einzigen Hinterrad festbeißen, wirklich jeder hängt mich locker ab. Moral und Motivation sind natürlich am Nullpunkt. Ich spüre, daß die Beine völlig leer sind, die Lunge völlig leer ist, der Kopf sowieso. Wie kann das nur sein??? Es bildet sich schließlich von hinten dazukommend eine kleine Gruppe, dann hängt mich die auch noch ab. Am letzten Kilometer kann ich gar nichts zusetzen, im Gegenteil, ich werde immer langsamer. Es ist ein schrecklicher Tod, einer auf Raten sozusagen. Knapp vor den Allerletzten rette ich mich über den Zielstrich. Wäre es noch einen Kilometer länger nach oben gegangen, wäre ich wirklich Letzter geworden. Furchtbarer Gedanke! So hilft nur eines: so schnell als möglich vergessen und aus dem Gedächtnis streichen!

Ergebnis: 1. Marko Osonkar (SLO) 22:26 (Schnitt 22,0 km/h), - 2. Peter Herz (RSG Lebring) -1:39, - 3. Jernej Osonkar (SLO) -1:42, - 4. Thomas Geiger (RC ASKÖ ARBÖ Raaba) -1:48, - 5. Mike Stacherl (Graz) -2:03, - 6. Manfred Kurz (TSV Zweirad-Kappler Hartberg) -2:42,... 13. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) -4:21

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Samstag, 28. Juli 2007: Bergrennen Salzburg - Trattberg um den Trattberger Stier, 82 km

Strecke: Salzburg - Glasenbach - Schwaitl-Alm - Wiestal-Stausee - Gaissau - Krispl - Adnet - Hallein - Gamp - Kuchl - Golling - Scheffau - Pichl - Weitenau - Grubachwirt - Wegscheid - Enzianhütte auf der Trattberg-Alm, 82 km, 1960 Höhenmeter, Wetter: leichter N-Wind, heiter, heiß, 33°

Streckenskizze (Bildquelle: Veranstalter)

Rennverlauf: bei sich ankündigender Hitze starten wir in Salzburg und sofort geht es die 11%ige Schwaitl-Alm hinauf, erste große Selektion. Ich kämpfe mich nach vorne, so gut ich kann, es gibt hier kaum Taktik, es geht um jeden Meter. Nur nicht abreißen, ich bleibe dran, aber es bildet sich schon eine erste Spitzengruppe mit dem großen Favoriten Paul Lindner. Der spielt sich aber, macht noch nicht Ernst, aber vier Mann sind weg. Dahinter ebenfalls eine 4-Mann-Gruppe mit mir, in der Abfahrt schließen wir auf, wir sind jetzt 8 Mann an der Spitze, der Rest ist bereits abgeschlagen. Die nächste Steigung führt nach Krispl hinauf. Die ist aber ungleich länger, jetzt wird es verdammt hart. Lindner tritt an, kommt sofort weg, langsam arbeiten sich zwei Mann an ihn heran. Dahinter totales Chaos, wir versuchen aufzuschließen, sind aber zu langsam. Der Abstand wird größer, jetzt heißt es, Schaden begrenzen. Es läuft bei mir einfach nicht richtig, der Tritt ist bei weitem nicht so rund, wie er sein sollte. Ich quäle und schinde mich, von Leichtigkeit und Spritzigkeit keine Spur. Aber langsam pendelt sich der Abstand ein, ich kann ihn konstant halten. Oben in Krispl liege ich dennoch gut eineinhalb Minuten zurück, bin aber völlig außer Atem an der siebenten Stelle. Nur einer liegt noch hinter mir, der ist oben aber gleich an meinem Hinterrad, dann beginnt die Abfahrt und die Aufholjagd. Schnell sind wir wieder zu viert, und gemeinsam blasen wir zum Angriff auf die vier Spitzenreiter. Es folgt ein 13 km langes Flachstück von Hallein bis Golling, die einzige Chance, wieder heranzufahren. Bis zum Berg müssen wir dran sein, sonst schaffen wir es nicht mehr. Mit dementsprechendem Einsatz sind wir bei der Sache. Wir kommen näher ran, aber quälend langsam. Ich sehe schon, daß es sich nicht mehr ausgehen wird. Es ist irgendwie frustrierend. Um meinen Frust noch zur Spitze zu treiben, knallt mir bei km 49, zu Beginn der Steigung nach Scheffau hinauf, der Hinterreifen weg. Scheiß Reifen!!! Glücklicherweise fährt der Materialwagen direkt hinter unserer Gruppe, weil wir nur etwa eine halbe Minute hinter der Spitze liegen, und so kann ich ziemlich schnell das Laufrad wechseln, verliere aber dennoch den Anschluß. Also wieder in den Sattel und neuerliche Aufholjagd - aber diesmal ist es bereits die Schlußsteigung, und ich muß jetzt mehr mit Hirn fahren, um meine Chancen nicht vorzeitig zu vertun. Also Kräfte sparen, verhalten fahren und dennoch Abstand halten. Langsam komme ich näher heran, fühle aber meine Kräfte schwinden. Ich kenne die Strecke ja nicht, aber zweitausend Höhenmeter auf 80 km sind schließlich kein Pappenstiel. Ich halte das Tempo, komme ganz langsam näher. Die Schlußsteigung zum Ziel auf der Trattberger Alm ist g´schmackige 35 km lang. Die Abzweigung nach Pichl ist erreicht, jetzt wird der Anstieg steiler. Der Rhythmuswechsle ist hart, ich drücke und halte das Tempo. Der Puls steigt weiter an, ich fahre jetzt mit 184. Viel kann ich mir nicht mehr leisten, ich muß aufpassen. Quälend lange dauert es, aber dann bin ich endlich am Siebenten dran. Jetzt heißt es durchatmen und die Nerven behalten. Langsam vorbei, er hängt sich an. War ja zu erwarten. Provozieren kann er mich damit nicht, denn das Ziel ist noch weit und ich habe Geduld. Mir macht es nichts aus, ihn erst 10 km später abzuhängen. Es muß ja nicht sofort sein. Wichtig ist nur, gleichmäßig schnell weiterzufahren. Vor Wegscheid ist mit 15 % das steilste Stück zu fahren. Gleich zu Beginn dieses Steilstücks setze ich mich von ihm ab, lasse ihn zurück. Vorne habe ich bereits den Sechsten im Visier. Den hole ich noch kurz vor Wegscheid ein. Dann geht es die letzten Kehren zum Ziel hinauf, 13 % beträgt die Steigung hier. Ich hole den Fünften beinahe ein, dann breche ich ein. Ich habe mich wohl doch übernommen. Also so schnell wie möglich ins Ziel, nur nicht völlig einbrechen. Ich schalte etwas zurück und der Fünfte fährt mir davon und auch der Siebente ist wieder an meinem Hinterrad. Im Finale habe ich die schwächeren Karten, beide hängen mich ab - mir bleibt Rang 7 und immerhin der Sieg in der Altersklasse.

Ergebnisse absolut: 1. Paul Lindner (Treml/Punsch) 2:39:23 (Schnitt 31,1 km/h), - 2. Stefan Kogler (Rad-angerer.at) -1:50, - 3. Franz Pötzelsberger (Radteam Land Salzburg) -7:04, - 4. Raimund Reindl (RC Trumerseen) -7:21, - 5. Thomas Ramsauer (BSG Bosch Hallein) -9:36, - 6. Alois Pimmingstorfer (ceATec) -10:12, ... 7. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) -12:28

Ergebnisse Altersklasse 45+: 1. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) 2:51:51 (Schnitt 28,7 km/h) - 2. Gerhard Poschner (BRD, RSV Freilassing) -4:08, - 3. Alois Eder (RC Hallein) -19:24, - 4. Anton Gruber (RC Obus Salzburg) -21:45, - 5. Anton Siller (RC Obus Salzburg) -23:57, - 6. Helmut Gruber (Teisendorf) -25:23

Die drei Tagesschnellsten (von links): Franz Pötzelsberger (3., Radteam Land Salzburg), Sieger Paul Lindner (Treml/Punsch), Stefan Kogler (2., Rad-angerer.at)

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Samstag, 4. August 2007: Rundstreckenrennen in Hof/Café Strohdachl, 47 km

Strecke: Hof/Kirchberg - Lormannsberg - Harrachberg - Reithberg - Hof/Kirchberg, 5 Runden á 9,4 km = 47 km, pro Runde 240 Höhenmeter = 1200 Höhenmeter, Start 16 Uhr, Wetter: sonnig, heiß, NO-Wind, 33°

Rennverlauf: Ich starte mit den A-Fahrern auf diesem schwersten Rennen des Jahres in der Salli-Serie, 1200 Höhenmeter auf gerade mal 47 km sind schließlich kein Pappenstiel. Unmittelbar nach dem Start geht es den 1,2 km langen Lormannsberg rauf, dann folgen oben noch ein paar mehr oder weniger langgezogene Steigungen, ehe es 1 km steil bergab nach Hof geht. Kaum unten, beginnt schon die nächste Runde, es geht wieder die Lormannsberg hinaut. 5 Minuten Vorgabe für die C-Fahrer, 2:15 für die B-Fahrer. Ich schaffe es, die erste Runde mitzuhalten. Und auch die zweite Runde ist eigentlich schon geschafft, ich hänge am Gipfel des Lormannsberges noch hinten an der Reihe der A-Fahrer dran, aber im hügeligen Teil reiße ich dann ab. Ein dummer Konzentrationsfehler eigentlich, ich kriege das Loch einfach nicht mehr zu. Also muß ich alleine weiterfahren. Ein paar abgerissene C-Fahrer sammle ich ein, fahre gleich vorbei, hänge sie ab. Aber an die Hauptgruppe komme ich in all den verbleibenden drei Runden nicht mehr ran. Dazu bin ich einfach zu früh von den A-Fahrern abgerissen. Scheiße! Ich fahre 37 km alleine, natürlich verliere ich da viel Zeit. Pulswerte am Lormannsberg: in der ersten Runde 181, in der zweiten Runde 182. Es reicht nur für den 15. Rang - knappe 9 Minuten Rückstand! Ich bin frustriert, das Ende in der zweiten Runde war so unnötig, ich war ja schon über den Berg. Nicht konsequent genug gefahren, nicht konzentriert genug. Nicht Profi genug. Das war eine unverzeihliche Nachlässigkeit.

Ergebnisse: 1. Michael Schwarzäugl (ARBÖ Drahteisel Voitsberg) 1:22:47 (Schnitt 34,0 km/h), - 2. Peter Krebs (ARBÖ Radsport Vychodil Graz) -0:03, - 3. Dieter Wabnegg (RC Team Sport-Nora Wien) -0:23, - 4. Günther Adler (RC Union Freizeitzentrum Schwarzl Laßnitzhöhe) , gleiche Zeit, - 5. Franz Bruchmann (TSV Zweirad-Kappler Hartberg) -1:43, - 6. Robert Ertl (TSV Zweirad-Kappler Hartberg), gleiche Zeit, ... 15. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) -9:10

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 Sonntag, 5. August 2007: Selzthaler Dachstein-Tauern-Straßenrennen, 87 km

Strecke: Selzthal - Lassing - Döllach - Aigen/Ennstal - Irdning - Niederöblarn - Öblarn - Mitterberg - Gröbming - Moosheim - Stein - Öblarn - Niederöblarn - Irdning, Aigen/Ennstal - Lassing - Selzthal, 87 km, 605 Höhenmeter, Start 9 Uhr, Wetter: sonnig, heiter, mäßiger NW-Wind, 31°

Streckenskizze (Bildquelle: Veranstalter)

Rennverlauf: Bereits 5 km nach dem Start der erste Anstieg, es geht hinauf nach Lassing, ungefähr einen knappen Kilometer lang mit 8-9 %. Und hier fällt auch gleich die Entscheidung, den eine 7köpfige Gruppe setzt sich ab. Anfangs gerate ich ins Hintertreffen, kann mich dann aber noch in die dritte Gruppe vorkämpfen, in der Abfahrt schließen wir zur zweiten Gruppe auf. Leider wird dann nicht konsequent weitergefahren, sodaß von hinten weitere Fahrer aufschließen können. Die Spitze gerät somit außer Sichtweite. Im Grunde ein langweiliger Rennverlauf, denn es geht jetzt flach weiter bis zur Halbdistanz, wo der 3 km lange steile Anstieg auf den Mitterberg wartet. Der zweite Scharfrichter dieses Rennens, und hier kann ich mit 39/23 und flüssigem Tritt nicht nur ganz vorne mitfahren, sondern durch das hohe Tempo, das wir hier am Anstieg fahren, zerreißt das Verfolgerfeld komplett. Aber auch die Spitze bleibt hier nicht geschlossen, auch sie fällt auseinander. Die Folge: mehrere kleinere Gruppen und Einzelfahrer, die sich in der Abfahrt zwar wieder einigermaßen zusammenfinden, aber jetzt ist das Rennen wieder offen, denn wir fahren hohes Tempo, von hinten kommt dann ab Gröbming niemand mehr heran, im Gegenteil, wir sammeln die versprengten und abgerissenen Fahrer der Spitzengruppe Mann um Mann ein. Ich habe keinerlei Probleme, fühle mich stark, halte problemlos mit. Der Anstieg nach Lassing ist nicht wirklich selektiv, er ist flach und kurz, aber dennoch verlieren wir hier wieder einige Fahrer. Der letzte Anstum auf die Spitze setzt ein, aber der Vorsprung der verbliebenen drei Fahrer ist mit achteinhalb Minuten doch viel zu groß, als daß wir da noch entscheidend mitreden könnten. Es geht somit nur mehr um Platz 4. Eine Attacke nach der Abfahrt etwa 3 km vor dem Ziel bringt nichts ein, und im Zielsprint der verbliebenen 12 Mann werde ich Fünfter und somit Achter des Rennens. Ein Erfolgserlebnis.

Start Sportzentrum Selzthal

Ergebnis: 1. Rudi Läpple 2:13:52 (Schnitt 39,2 km/h), - 2. Harald Bergmann, gleiche Zeit, - 3. Christian Harlander -0:02, - 4. Daniel Rapitz -8:27, - 5. Reinhard Schnugg (ARBÖ Radteam Landleben) -8:30, - 6. David Komatz, gleiche Zeit, ... 8. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen), gleiche Zeit

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Sonntag, 12. August 2007: Lachtal-Straßenrennen in Fohnsdorf, 122 km

Strecke: Fohnsdorf - Dietersdorf - Pöls - Oberzeiring - Lachtal - Gellsee - Oberwölz - Hinterburg - Katsch/Mur - Frojach - Niederwölz - Lind - Unzmarkt - St.Georgen/Judenburg - St.Peter/Judenburg - Rotenthurm - Judenburg - Weißkirchen - Möbersdorf - Großlobming - Apfelberg - Knittelfeld - Spielberg - Flatschach - Rattenberg - Fohnsdorf, 122 km, 1385 Höhenmeter, Start 9 Uhr, Wetter: heiter, sonnig, sehr starker NW-Wind, 29°

Rennverlauf: wegen des starken Windes bleibt das Feld bis Oberzeiring dicht gedrängt zusammen. das Tempo liegt nurbei 32 bis 35 km/h. Am Anstieg zum Lachtal erste große Selektion, das Feld wird gesprengt, vorne machen Kaspret, Nudl und Ametsreiter das Tempo, ein paar können mithalten, der Rest bildet kleine Gruppen. Ich muß sehr bald schon abreißen lassen, kann dann den Abstand aber konstant halten. In der zweiten Hälfte des Aufstiegs rollt es deutlich besser, ich hole Fahrer um Fahrer ein, sehe plötzlich wieder die Spitzengruppe vor mir. Am lahctal fahre ich mit 39/21 den Berg hoch.  Kaspret im weißen österreichischen Marathon-Meister-Trikot sehe ich schon von weitem. Das gibt Auftrieb, ich hole noch zwei weitere Fahrer praktisch auf der Kuppe ein, in der Abfahrt kommen dann von hinten noch zwei weitere Fahrer, wir sammeln noch drei Mann von vorne ein, sind also unten in Oberwölz eine größere Gruppe. Es geht gleich wieder auf den nächsten Berg rauf. Der ist ungleich steiler, ich quäle mich den ersten Kilometer mit 39/22, danach wird es Gottseidank etwas flacher, ich fahre mit 39/19 und 21. Die Gruppe ist mir zu langsam, ich schüttele sie ab, ich komme der Spitze näher. Wieder zwei, drei Mann, die vorne abgerissen sind, an denen ich vorbeifahre. Etwa kurz nach der Hälfte des Aufstieges habe ich die Spitzengruppe erreicht, liege nur mehr etwa 100 Meter hinter Nudl. Mit einem Male kann ich das hohe Tempo nicht mehr fahren, muß eine Ruhephase einlegen, und da explodiere ich förmlich. Ich stehe, stecke, bin festgefahren, komme einfach nicht mehr vom Fleck. Es ist furchtbar. Ich habe mich unvernünftigerweise völlig übernommen, nur um vorne ranzufahren. Völliger Blödsinn, denn jetzt muß ich dafür bezahlen. Ich wanke nur mehr nach oben, meine ehemalige Gruppe holt mich wieder Fahrer für Fahrer ein. Es war nur ein ganz kurzer Moment vorne an der Spitze, aber es wäre ein entscheidender gewesen, denn es war am zweiten und letzten Berg. So aber kann ich gerade noch die ehemalige Gruppe halten, in der Abfahrt erfange ich mich zwar etwas, aber das ist nur von kurzer Dauer. In der Folge fahren wir teilweise horrend hohes Tempo, im Flachen oft über 50 km/h, aber wir kommen einfach nicht mehr vorne ran. Sicher, es herrscht starker Rückenwind, aber das hohe Tempo, vor allem auch das hohe Tempo über die vielen kleinen Steigungen, macht mir sehr zu schaffen und kostet die letzten Körner. Mit der letzten Kraft und der ganzen Routine beiße ich mich förmlich am Ende der Gruppe fest, ab km 80 bin ich mit meinen Kräften eigentlich am Ende. Und ich komme in dieser Gruppe noch bis km 120, ehe ich dann - 2 km vor dem Ziel!!! - doch noch abreißen lassen muß. Verdammte Scheiße! Ich schimpfe, ich fluche, ich verwünsche mich, dohc es hilft nichts, ich muß die Gruppe ziehen lassen. Und damit auch den dritten Rang, einen Stockerlplatz, in meiner Altersklasse! Eine sehr schwere Strecke, viele Höhenmeter, ungemein selektiv. Ich kann mich mit einem guten 5. Rang in meiner Kategorie etwas trösten, aber der dritte Rang war doch sehr realistisch, den habe ich 2 km vor dem Ziel verschenkt, als ich zurückgefallen bin. Ich könnte mich hinten reinbeißen!!! Kaspret und Ametsreiter, die beide den Rest um sechseinhalb Minuten abgehängt haben, werden wegen eines Abschneiders disqualifziert. Mal was Neues.

Ergebnis absolut: 1. Achim Mörtl (Team Grenzenlos) 3:17:37 (Schnitt 37,5 km/h) - 2. Richard Nudl (ARBÖ HN Radcenter St.Lorenzen), - 3. Leopold Matouschek, - 4. Bernd Tauderer (CML Fincon), - 5. Walter Krassnitzer, - 6. Horst Pfeifenberger (Radsport Sampl), alle gleiche Zeit, ... 24. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) -16:03

Ergebnis Senioren 1: 1. Leopold Matouschek 3:17:37, - 2. Horst Pfeifenberger (Radsport Sampl), gleiche Zeit, - 3. Josef Gugl (St.Marein/Kärnten) -15:37, - 4. Erwin Riedl, gleiche Zeit, - 5. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) -16:03, - 6. Wolfgang Kraus (RC Melktechnik) -23:20

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Dienstag, 14. August 2007: FIS-GBC-Welt-Senioren-Radsportwoche, Straßenrennen Groß St.Florian - Eibiswald, 69 km

Strecke. Groß St.Florian - Frauental - Bad Gams - Stainz - Mettersdorf - Kraubath - Gussendorf - Groß St.Florian - Frauen - Deutschlandsberg, Umfahrung - Hohlbach - St.Martin - Gasselsdorf - St.Ulrich - Bischofegg - Eibiswald, 69 km, 500 Höhenmeter, Start 10.35 Uhr, Wetter: heiter, heiß, starker NW-Wind, 32°

Rennverlauf: es beginnt haarsträubend langsam, wir bummeln durch die Landschaft. Das soll ein internationales Rennen sein? Bis Bad Gams (ca 12 km) sind 34 km/h die höchste Geschwindigkeit!! Unglaublich! Da schäme ich mich ja fast, hier mitzufahren! Über die folgenden Anstiege, Bad Gams, Vockenberg, wird zwar etwas schneller gefahren, da ist das Rennen auch beinahe selektiv, aber dann in Stainz wird schon wieder gebummelt. So geht das bis Kraubath, und auch diesen Anstieg fahren sie nur halbherzig. Da reißt kein einziger ab. Es geht wieder zurück nach Frauental und Deutschlandsberg, dort folgt die nächste Steigung rauf zum Kreisverkehr, Abzweigung links, und dort greife ich zum ersten Mal an. Noch sind alle vom Anstieg mitgenommen, das Feld ist etwas zerfleddert, nicht organisiert, und diesen Moment nutze ich, sofort gewinne ich 200,  250 Meter Vorsprung. Dann kommen zwei Fahrer nach, Prodner und ein Ausländer, aber beide sind zu schwach. Prodner kommt nicht über die Anstiege, der Ausländer macht auch einen eher verzweifelten Eindruck. Ich stelle die Arbeit ein und lasse mich zurückfallen, in Gasselsdorf ist alles wieder beisammen. Jetzt konzentrieren sich alle auf die beiden "Kamelbuckel" in St.Ulrich, zwei lange und sehr steile Anstiege, die unmittelbar hintereinander folgen, jeder ungefähr einen Kilometer lang - der Scharfrichter dieses Rennens. Herz greift kurz vorher an, erobert aber nur die führende Position, der Rest hängt an seinem Hinterrad. Wir kämpfen uns den Berg hoch, die Ausländer reißen ein Loch, vorne sind etwa 8 Mann, der Rest ziemlich aufgesplittert in Einerreihe dahinter. Dann ist die Kuppe da, steile Abfahrt, drüben am Gegenhang geht es gleich wieder mit 17 % Steigung hoch. Die Beine schmerzen enorm,jetzt heißt es durchdrücken, dranbleiben, ich fahre an ein paar Fahrern vorbei, oben auf der Kuppe habe ich ein kleines Loch, vor mir ist die erste Gruppe, ich sprinte ran, das sind die Führenden, mit letzter Kraft, ich ziehe noch Muntean von Raaba mit, egal, das spielt jetzt keine Rolle, ich muß rankommen, ob er mitfährt oder nicht, ist mir jetzt egal. Er fährt mit. Wir sind dran, im selben Moment teilt sich die Gruppe und wir sind wieder in der zweiten Partie. Die Beine sind jetzt aber leer, ich kann nicht mehr reagieren, rolle nur mehr mit, rein in die Abfahrt. Unten im Flachen formiert sich die Gruppe, Raaba ist mit zwei Mann vertreten, aber die tun rein gar nichts, schauen sich nur gegenseitig an. Worauf warten die? Der Sekundenzeiger läuft, der Abstand wird größer, der Weg zum Ziel kleiner. Noch 4 km. Worauf, bitte schön, warten die alle??? Typisch Hobbyfahrer, keine Routine, keine Ahnung vom Wichtigsten. Die meisten haben technisch nicht mal das nötige Rüstzeug, um eine Windstaffel zu bilden. Furchtbar! Wir kommen quälend langsam näher, dann ist schon die Ortseinfahrt da, der Zielanstieg rauf zum Hauptplatz. Wir schaffen es nicht mehr ganz, ich resigniere, rolle ins Ziel. Der übliche Satz als Resümee: wenigstens war´s ein gutes Training! Rang 17 ist die Ausbeute.

Ergebnisse: 1. Eduards Kupca (Lettland) 1:49:46 (Schnitt 37,6 km/h), - 2. Ladislav Vlcek (Tschechien), -0:01, - 3. Axel Irmann (ARBÖ Rapso Knittelfeld) -0:02, - 4. Gerhard Pfeifer (ARBÖ Elektro-Merl Bruck/Mur), - 5. Heinz Heidenfelder (ÖST), - 6. Igor Vasko (Weißrußland), alle gleiche Zeit, - ... 17. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) -0:49

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Mittwoch, 15. August 2007: FIS-GBC-Welt-Senioren-Radsportwoche in Deutschlandsberg, Paarzeitfahren Frauental - Deutschlandsberg, 14 km

Strecke: Frauental - Niedergams - Bad Gams, Wende - Niedergams - Deutschlandsberg, Koralmhalle, 14 km, 90 Höhenmeter, Start ab 9 Uhr, Wetter: heiß, sonnig, 30°, starker SO-Wind

Rennverlauf: Es ist diesmal mit Gerald besser gelaufen als vor eineinhalb Monaten in Mariazell. Rein gefühlsmäßig waren wir von der Leistung her viel näher beisammen als damals. Die Wechsel haben funktioniert, keiner ist mit seiner Leistung gegen den anderen deutlich abgefallen. Ich habe die für mich heikle Startphase sehr gut überstanden, spätestens nach meiner ersten Führung war ich gut im Rhythmus. Er hat vielleicht für meinen Geschmack etwas zu lange geführt, aber wenn man am Anschlag fährt, dann nimmt man das gerne hin, anstatt vorbeizufahren und wieder selbst zu führen. Vom Puls her hätte ich noch Reserven gehabt, war eigentlich nie an meiner Schwelle. Im Finale, bei der Rückfahrt, ist er in den engen Kurven wie Abzweigungen, Kreuzungen, Kreisverkehren immer etwas abgefallen, das hat den Rhythmus natürlich empfindlich gestört, abgesehen davon, daß er mehr Kraft investieren mußte, um wieder das Loch zuzufahren, ich habe ein paar Tritte ausgelassen, was für das Tempo natürlich auch nicht gut war. Auf diese Wiese haben wir schon eine gute halbe Minute verloren. Dennoch, am Ende war die Plazierung (24.) ernüchternd. Ein Plazt im Mittelfeld, dabei waren wir in den letzten Jahren immer Top-10 gewesen. Auf einen solchen Platz hat aber eine gute Minute gefehlt. Das gestrige Rennen habe ich nicht mehr gespürt, das hat mich gar nicht gebremst. Ein wenig Enttäuschung ist der bittere Nachgeschmack dieses Bewerbes, der immer so gerne als "Jux- und Gaudirennen" hingestellt wird.

Ergebnisse (Altersklasse 1): 1. Alexander Hofer/Thomas Koneczny (ARBÖ ASKÖ Raaba/Sport 2000) 17:45 (Schnitt 46,7 km/h), - 2. Dieter Friedrich/Robert Rothschädel (ARBÖ Drahteisel Voitsberg) -0:04, - 3. Josef Stadelbauer/Werner Pinczker (ARBÖ SK VÖEST Linz) -0:13, - 4. Martin Meindl/Thomas Mairhofer (ARBÖ SK VÖEST Linz) -0:15, - 5. Dimitri Buben/Sergey Lanovskiy (Weißrußland) -0:37, - 6. Hermann Harter/Günther Adler (RC Union Deutschlandsberg/RC Union Schwarzl-Freizeitzentrum Laßnitzhöhe) -0:47, ... 24. Robert Bartonek/Gerald Leutgeb (SC Tiroler Radler Bozen) -2:13

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Donnerstag, 16. August 2007: FIS-GBC-Welt-Senioren-Radsportwoche in Deutschlandsberg, Handikap-Straßenrennen in Deutschlandsberg, 67 km

Strecke: Deutschlandsberg - Niedergams - Bad Gams - Vockenberg - Stainz - Stallhof - Mettersdorf - Kraubath - Gussendorf - Groß St.Florian - Frauental - Deutschlandsberg, 2 Runden = 67 km, 380 Höhenmeter, Start 13 Uhr, Wetter: heiter, heiß, starker NW-Wind, 34°

Rennverlauf: Tropische Hitze lähmt anscheinend alle, es ist ein furchtbares Bummelrennen. So etwas ist nichts für mich. Bis Bad Gams bummeln wir wieder im Spaziertempo dahin, über den Anstieg wird dann etwas zügiger gefahren, auch über den nächsten. Ich kann mir gar nicht vorstellen, daß wir auf diese Weise den 1:10-Minuten-Startvorsprung der Klasse 4 aufholen können. Wir sehen auch nichts vor uns, aber Tempo wird trotzdem keines gefahren. Dann, ganz langsam, kommen wir näher, nach Stainz sehen wir die ersten Fahrer, aber auch beim Anstieg in Kraubath kommen wir nicht ran, verkürzen den Abstand aber ziemlich. Für diese lächerlichen 70 Sekunden brauchen wir gute 20 Kilometer, um sie aufzuholen! Unglaublich! Zeitweise wird dann wieder ganz zügig gefahren, 42 bis 45 km/h, aber gleich darauf wieder abgestellt, die Beine hochgenommen, und dahingebummelt. Als das Feld dann geschlossen ist, ist es noch viel schlimmer, denn dann wird überhaupt nichts mehr gefahren. Nein, solche Rennen sind wirklich nichts für mich. Ich leide aber auch unter der furchtbaren tropischen Hitze, mir wird davon ganz schlecht. Die eine Trinkflasche, die ich mithabe, scheint auch nicht zu reichen - wenn diese Idioten auch so langsam fahren, daß das Rennen beinahe 2 Stunden dauert! Jeder Schülerfahrer ist doch da viel schneller!! Vor dem Start wurde durchgesagt, daß in Groß St.Florian in der zweiten Runde, also etwa 10 km vor dem Ziel, durch einen Begräbniszug vielleicht eine Unterbrechung bevorstünde. Das ist vielleicht eine Planung! Kurz vor Groß St.Florian war meine Trinkflasche beinahe leer, ich hatte nur mehr zwei kleine Schlucke drinnen, wollte sie mir schon reinziehen, da viel mir dieses Begräbnis wieder ein. Wenn es wirklich eine Unterbrechung gäbe, dann muß man doch mit 10 bis 15 Minuten rechnen. Und dann brauche ich danach unbedingt noch diese beiden Schlucke. Also jetzt darauf verzichten, warten bis Groß St.Florian. Auf was man bei diesem Rennen alles achten muß! Der Begräbniszug war dann aber doch schon vorüber (kein Wunder, weil wir so gebummelt sind), ich ließ die beiden Tropfen Flüssigkeit in meinen Mund rutschen - geholfen hat es nicht wirklich, ich war fix und fertig, als es in die steigende Zielgerade in der Bösenbacherstraße gegangen ist. Auf den letzten 500 Metern gab es gut 30 Höhenmeter, also 6 % Steigung. Auf dem Foto unten bin ich ganz hinten in der Mitte (roter Helm) zu erkennen. Ein jämmerliches Rennen, da lobe ich mir doch meine Masterrennen!

Ergebnis: 1. Joseph Eduard Janssen (Belgien) 1:49:41 (Schnitt 36,2 km/h), - 2. Alfons van Dijek (Belgien) -0:01, - 3. Heinz Kerber (BRD), - 4. Matthieu Mercken (Belgien), - 5. Eduards Kupca (Lettland), - 6. Alexander Arefiev (Rußland), alle gleiche Zeit, ... 24. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) -0:22

 

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Sonntag, 19. August 2007: FIS-GBC-Welt-Senioren-Radsportwoche, Ölspur-Nationen-Marathon in Deutschlandsberg, 91,5 km

Strecke: Deutschlandsberg - Fuchswirt - Hohlbach - St.Martin - Dietmannsdorf - Graschach - Gleinstätten - Pistorf - St.Andrä - Preding - Wieselsdorf - Mettersdorf - Herbersdorf - Stallhof - Graschuh - Lasselsdorf - Groß St.Florian - Lebing - Frauental - Niedergams - Bad Gams - Vochera - Stainz - Stallhof - Graschuh - Lasselsdorf - Groß St.Florian - Lebing - Frauental - Deutschlandsberg, 91,5 km, 490 Höhenmeter, Start 8.15 Uhr, Wetter: anfangs bedeckt und kühl, dann leichter NW-Wind, aufgelockert, sonnig, 25°

Rennverlauf: gleich am Start fühle ich mich schon sehr, sehr wohl, stark, spritzig, ich könnte Bäume ausreißen. Gleich die erste Steigung nach dem Start fahre ich an vorderster Front mit hoch, schnell, das Feld zieht sich in die Länge, Einserreihe, und oben ist eine größere Gruppe bereits weg. Ich zähle 32 Mann, die dann beim Kreisverkehr oben nach links wegbiegen. In der nun folgenden langen Abfahrt mache ich immer wieder Tempo, drücke drauf, fahre mit 55 bis 58 km/h an der Spitze, führe auch sehr viel, weil ich einfach nicht will, daß das Tempo einschläft und vielleicht noch mehr Fahrer herankommen. Es wird auch sehr zügig und schnell gefahren, es sind kaum Leerphasen drin. Und wenn doch, fahre ich sofort an die Spitze und vorne weg, da fahren sie mir gleich nach und das Tempo zieht wieder an. Ist natürlich kräfteraubend, aber heute habe ich soviel Energie, daß ich mir das leisten kann. Der langgezogene Anstieg von St.Andrä rauf anch Höfern (zwar nur 30 Hm, aber beinahe einen Kilometer lang), bringt auch keine Probleme, dann folgt eine steile Abfahrt zum Waldschacher See runter. Hier haben wir einen Schnitt von 42,6 km/h, also schon ganz schön schnell. Danach sind wir doch deutlich genug vom Rest der Verfolger weg, außer Sicht natürlich, der Sieger kommt jetzt sicher aus der großen Spitzengruppe. Dritter Anstieg in Graschuh, 35 Höhenmeter auf einem knappen halben Kilometer, auch hier wird wieder voll drübergefetzt, und nachher sind wir nur mehr 26 Mann. In der Abfahrt lassen sie einige Male den Schlendrian raushängen, sofort fahre ich vorne weg. Sie fahrne mir wieder nach, das Tempo zieht an, niemand kommt mehr ran. Nach Groß St.Florian dann der entscheidende Moment. Ein Fahrer, Franz Hackl, fährt vorne weg, und da schrillen sofort alle Alarmglocken bei mir. Einerseits, weil der mir heute schon mehrmals positiv aufgefallen ist, und andererseits, weil er im Vorjahr nach einer Soloflucht Zweiter geworden ist. Ich zögere nicht, fahre gleich zu ihm hin, und Robert Lammer (Aflenz) ist an meinem Hinterrad. Also drei Mann Spitze, das Feld reagiert nicht. Vorsichtig drücke ich aufs Tempo, nicht allzu offensichtlich, sitzend, erhöhe ich langsam die Frequenz, 39 km/h, 40, 41, 42, die beiden anderen reihen sich hinter mir. Als ich wegschwenke und mich umblicke, sehe ich das Feld weiterhin reaktionslos gut 200 Meter hinter uns. Die Chance lasse ich mir nicht mehr nehmen, ich gehe sofort wieder in die Führung, jetzt mit 45 km/h. Lammer dreht sich mehrmals um, kann es nicht glauben, daß wir so leicht wegkommen, aber nach kurzem Moment sind wir uns alle drei einig, daß wir diese Chance nutzen. Nach der Ortsdurchfahrt Frauental ist das Feld außer Sichtweite. Jetzt kommen die langen Geraden leicht bergan nach Bad Gams. Wenn sie uns da sehen, dann sieht es schlecht aus, dann lassen sie nicht so schnell locker. Ich forciere weiterhin, bin klar der Stärkste von uns dreien, ich führe am längsten, drücke immer wieder aufs Tempo, der Puls steigt, ist vom Beginn dieser Flucht weg immer über 165. Der Durchschnittspuls lag anfangs bei 138, auch der steigt natürlich. Dann der nächste Anstieg nach Bad Gams, ich führe bis zur Kuppe rauf, fahre voll, gebe alles, und das wird mir dann zum Verhängnis. Im Eifer des Gefechts habe ich mich übernommen, bergab führt Hackl, hat ein kleines Loch, Lammer ist leicht abgerissen hinter mir Dritter, ich warte auf ihn, weil ich weiß, daß wir es zu zweit niemals schaffen werden. Und natürlich auch, weil ich damit spekuliere, daß er mich wieder an Hackl heranfährt. Nächste Steigung am Vocheraberg, den ich immer mit 53/21 hochfahre, diesmal knallen wir mit 30 km/h drüber, ich fahre 53/19. Oben auf der Kuppe sehe ich dann die Bescherung, Hackl ist vorne weg, ich knapp dahinter, aber Lammer ist abgerissen. Wieder warte ich auf ihn, aber dadurch ist Hackl noch weiter weg, denn der wartet nicht, der wirft sich förmlich die Kurven hinunter nach Stainz. Unten in Stallhof liegt er noch knapp vorne, Lammer ist wieder an mir dran, ich sage ihm, daß wir unbedingt aufschließen müssen, denn wie es aussieht, versucht es Hackl alleine. Wir versuchen, schaffen es aber nicht. Dann der letzte Anstieg, in Graschuh. Wir überholen viele andere, die jetzt erst in der ersten Runde sind, also knappe 50 Minuten hinter uns liegen. Dadurch wird es unübersichtlicher, und nach dem Berg ist das Rennen gelaufen. Hackl ist außer Sicht, wir haben verloren. Lammer führt kaum, meist muß ich mich in den Wind stellen, und ich schaffe halt nur mehr 40 bis höchstens 42 km/h. Kurz vor Groß St.Florian sind die Verfolger wieder da. Große Enttäuschung, alles war umsonst, der ganze Aufwand, die Energieleistung für die Katz´. Das nagt schwer an mir, ich habe zu tun, um jetzt überhaupt dranzubleiben, sie fahren mit 50 bis 55 Sachen durch Groß St.Florian. Nach der Ortschaft aber fällt das Tempo langsam runter bis 40 km/h, die Beine werden hochgenommen. Ich probiere noch ein einziges Mal, das Tempo anzukurbeln, damit auch der letzte Spitzenreiter noch geschnappt wird, aber es hilft nichts. Esn wird sogar noch eine kilometerlange Bummelpartie, erst als wir nach Frauental auf die schmale Straße durch den Wald einbiegen, steigt das Tempo wieder, aber Hackl hat es da bereits geschafft, ist nicht mehr einzuholen. Daß es ihn auf die Pfeife haut, ist ja auch nicht anzunehmen. Dann das Finale, hohes Tempo, ich reihe mich ganz vorne ein, an dritter Stelle, dann an vierter. Einserreihe, das Tempo steigt bis auf 56 km/h, dann auf 58.  Keiner kommt mehr vorbei. Unterführung, Rechtskurve, dann links und wieder rechts raus auf die Hauptstraße. Es zieht in den Oberschenkeln, aber ich bleibe dran, halte die Position. Erster Kreisverkehr, zweiter Kreisverkehr, das Tempo steigt, noch 500 Meter, ich bin Dritter, dann sogar Zweiter. Noch 200 Meter, rechts außen fliegt einer vorbei, ich sprinte links am Mann vor mir vorbei, flitze als Zweiter vom Feld ins Ziel - das ist der dritte Platz!

Ergebnis: 1. Franz Hackl (Österreich) 2:11:55 (Schnitt 41,4 km/h), - 2. Oleg Sashenkov (Rußland), -0:29, - 3. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen), - 4. Damjan Cibej (Slowenien), - 5. Leon Vibholm (Dänemark), - 6. Gunnar Krüger (BRD), alle gleiche Zeit

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Dienstag, 21. August 2007: UCI-Weltpokalrennen, Straßenrennen in St.Johann/Tirol um den Großen Preis der Tiroler Wasserkraft, 115,5 km

Strecke: St.Johann/Tirol - Huberhöhe - Gasteig - Griesenau - Schwendt - Kössen - Loferberg - Wohlmuting - Erpfendorf - Kirchdorf/Tirol - St. Johann/Tirol, 3 Runden = 115,5 km,  190 Höhenmeter pro Runde = 570 Höhenmeter, 126 Starter aus 17 Nationen, Wetter: sonnig, leichter N-Wind, 26°

MAP St. Johann

 

Detail HuberhheMAP St. Johann

 

Profil

Rennverlauf: 126 Fahrer aus 17 Nationen nehmen um 13.25 Uhr den Kampf um den Weltpokal-Sieg auf. Über meine Gefühle am Start habe ich schon im Tagebuch geschrieben, hier geht es ausschließlich um den Rennbericht. Erste Hürde: nach knapp 2 km die genau 2,3 km lange Auffahrt auf die Huberhöhe mit den berühmten fünf Stufen, ich nenne sie insgeheim immer die "5 Stufen in die Hölle". Durch das große Starterfeld bedingt gibt es im Vorfeld immer einunglaubliches Gerangel um die vorderen Positionen. Jeder möchte an der Spitze in die Steigung reinfahren. Effekt: rasend hohes Tempo sowohl vom Start weg als auch die Steigung rauf. Immer wieder nehme ich mir vor, rücksichtslos nach vorne zu fahren und dann ganz vorne die erste Stufe in Angriff zu nehmen. Kaum jemals ist mir das geglückt. Auch diesmal nicht. So sehr ich mich bemühe, der Puls liegt auf über 170, ich bin bei den Letzten. Mit knapp 50 Sachen jagen wir in die Steigung rein, werden aber kaum langsamer, die erste Stufe schmerzt schon höllisch. Im folgenden Flachstück geht das Tempo gleich rauf, das Feld ist in die Länge gezogen. Um wirklich jeden Preis muß ich hier Plätze gutmachen, vorbeifahren, nach vorne. Aber wie bei diesem Tempo? Und schon ist die zweite Stufe da, etwas kürzer, aber steiler. Das gleiche Bild, der Puls steigt wieder auf 175, Flachstück, Atem holen, und schon die dritte Stufe, die steilste. Jetzt tut es verdammt weh in den Oberschenkeln, es brennt fürchterlich, aber ich darf nicht nachgeben, wieder Flachstück, die vierte Stufe, die geht am leichtesten, dann das längste Flachstück, es geht sogar ein paar Meter hinunter (oder bilde ich mir das nur ein?), dann die fünfte und mit 400 Metern längste Stufe. Da gibt es im Feld schon unglaubliche Löcher, mit genauso unglaublichen 31 km/h jagen wir über die Kuppe. Puls 184. Übersetzung: ich bin den gesamten Anstieg, egal ob Steigung oder Flachstück, mit 53/21 gefahren. In der folgenden Abfahrt werden die kleinen Löcher vor mir wieder zugefahren, wir schließen wieder auf, noch mal gutgegangen. Aber das Feld ist etwas kleiner geworden. In rasender Talfahrt jagen wir hinunter nach Griesenau, und dort beginnt auch schon die lange leicht steigende Anfahrt nach Schwendt, an den Weidezäunen entlang geht es hinauf in die Ortschaft, dann die scharfe Rechtskurve, gleich darauf die scharfe Linkskurve, die Steigung beträgt hier bis zu 12 %, dieses Steilstück ist 600 Meter lang, nächste Kurve, die ersten Häuser sind da und jetzt kommt die wohl gefürchteste Sektion, nämlich die beinahe einen Kilometer lange Kuppe durch die Ortschaft. Großes Blatt, 38 bis 42 km/h., Puls 182.  Da darf man keinen Meter Luft haben, muß förmlich am Hinterrad kleben. Nach der Kuppe beginnt sofort die steile und lange Abfahrt nach Kössen hinunter, hier macht man kein Loch mehr zu. Kurve, Antritt, Ortsausfahrt am Limit, Schwung holen für den Loferberg, keine Atempause. Eine sehr gefährliche Passage, wenn man schon leicht angeschlagen ist. Erster Anstieg, dann wieder flach, Rechtskurve, Steigung, hier wuchte ich mich mit 53/21 drüber, aber das tut auch wieder verdammt weh. Oben im Wald die lange Kuppe, der Puls geht hier schon in der ersten Runde bis 186 hoch. Es folgt die lange, lange Fahrt raus nach Erpfendorf, meist bergab, nur wenige Kurven, lange Geraden, hier kann man sich etwas verschnaufen. Aber Achtung: immer wieder wird hier erfolgreich attackiert. Wenn die allgemeine Aufmerksamkeit sinkt, sich eine gewisse Müdigkeit einschleicht, dann sind Angriffe erfolgversprechend. In Erpfendorf geht es dann rechts weg in die schmale Gemeindestraße nach Kirchdorf. Horrend hohes Tempo, im Normalfall nur knapp unter 50, durch Kirchdorf, dann geht es schon wieder in Richtung Huberhöhe, man sucht sich die Positionen für den Anstieg, daher wieder - oder weiter - hohes Tempo. Um die Kurve und rein in die Steigung, die zweite Runde beginnt. Wer immer behauptet, daß dieser Kurs leicht sei, für eine Weltmeisterschaft zu leicht sei, den möchte ich gerne mal einladen, wenigstens eine Runde im Auto hier mitzufahren. Insgesamt fünfeinhalb Kilometer pro Runde geht es bergauf, und hier 45 Schnitt zu fahren, ist alles andere als leicht. Meine Taktik ist es, immer im Feld zu bleiben, im ersten Drittel, nicht im Wind zu stehen, keine Löcher zufahren zu müssen, und immer bei den richtigen Angriffen dabeizusein. Das sagt sich so leicht, die erste Runde ist meist ohne Attacke, aber schon in der zweiten beginnen die unrhythmischen Tempoverzögerungen und -verschärfungen. Das kostet unheimlich viel Substanz. Ich habe die erste Runde perfekt absolviert, bin in der zweiten an der Huberhöhe schon deutlich besser plaziert, ich kann mich hier im Mittelfeld behaupten, im letzten Flachstück fahre ich sogar ein paar Positionen nach vorne und bin dann auf der Kuppe knapp am ersten Drittel dran. So weit so gut. Das gibt etwas Spielraum in der Abfahrt bis Griesenau, hier kann ich mich erholen, dann fahre ich wieder nach vorne, um für den Anstieg in Schwendt gewappnet zu sein. Auch der gelingt besser als in der Startrunde. Ich spüre meine Form bis in die letzte Faser des Körpers, bis in die letzte Zelle. Das baut mich auf, das motiviert, das läßt mich die Strapazen wegstecken. Auch die Abfahrt nach Kössen und der folgende Loferberg werden problemlos absolviert, im Flachstück raus nach Erpfendorf wird unrhythmisch gefahren, weil attackiert, aber das ist nur Geplänkel, bringt niemandem etwas ein. Bei der Abzweigung nach Kirchdorf ist das Feld geschlossen, ich arbeite mich wieder nach vorne, bis in die Top-20-Positionen. Dann die letzte Runde. Nur jetzt keinen Fehler mehr machen, Huberhöhe ist höllisch schwer diesmal, denn hier greifen ein paar Fahrer an, holen etwa 100 Meter Vorsprung raus. Im Feld reagiert man, kurz nach der Kuppe ist der Pulk wieder geschlossen. Abfahrt sauschnell, unten in Griesenau werden dann kurz mal die Beine hochgenommen, diese Chance nutze ich, um mich wieder ganz vorne einzureihen. Ich esse und trinke etwas, mein zweites PowerGel verschwindet im Magen. Ein paar Schlucke verbleiben mir in der Trinkflasche, auch das paßt perfekt. Noch 23 Kilometer. Feld geschlossen, die Spannung steigt, das Rennen ist noch völlig offen. In der steigenden Anfahrt nach Schwendt dann die entscheidende Attacke: der Belgier Alain Renard, hier schon einmal Weltmeister, greift an, reißt mühelos ein gewaltiges Loch, ein Pole und ein Deutscher setzen nach, das Feld verschärft etwas das Tempo, aber ergebnislos. Ich habe alle Mühe, dranzubleiben, mein Puls geht hier bis 192 hoch. Ich bin erstmals in diesem Rennen absolut am Limit. Ich halte zwar eine vordere Position so um Rang 30, aber was nutzt das, wenn wir abgehängt sind? Dann sticht plötzlich Dimitri Buben (Weißrußland) vorbei, zieht einen großen Pulk mit, und oben auf der Kuppe sind die Ausreißer gestellt. Ich bin weiter dran, aber mein ungebrochenes Selbstvertrauen erhält erste Risse. Wie gut müssen die alle doch sein, wenn sie so wieder ranfahren können? Dagegen bin ich doch nur ein Furz im Wind. In der Abfahrt erhole ich mich etwas, nehme noch einmal alle Kräfte und Energien für den Loferberg zusammen, und der ist auch wie erwartet sehr hart, ich spüre doch schon die Distanz. Aber ich schaffe ihn, und in der Abfahrt orientiere ich mich nach vorne. Das Tempo wird jetzt wieder etwas rausgenommen, es ist die Ruhe vor dem Sturm. Im Flachen sackt das Tempo gar bis auf 34 km/h ab, wenn auch nur ganz kurz. Aber das nutzen zwei Mann, um anzugreifen. Wir sind hier 15 Kilometer vor dem Ziel, zwei Mann jagen vorne raus, und ich nutze den Schwung und mein Tempo, mit dem ich nach vorne fahren wollte, aus, und springe nach. Was für ein Entschluß! Im Bruchteil einer Sekunde geboren und sofort umgesetzt - Gott, wie das schmerzt! Ein Blick auf den Tacho, ich fahre mit 56 km/h an die beiden ran, der Puls ist wieder - oder noch immer? - auf über 165 oben. Dann bin ich dran, ein Blick zurück, wir haben etwa 100 Meter Vorsprung, das Feld fächert sich breit über die gesamte Straßenbreite aus. Sieht nicht nach hohem Tempo aus, jetzt geht es um jede Sekunde, die wir hier herausfahren. Die beiden scheinen das auch zu wissen, denn sie drücken unbarmherzig aufs Tempo, mir wird fast schlecht. Ich spüre, wie sich mein Magen im Zeitlupentempo umstülpt, das Innerste nach außen kehrt. Nur nicht abreißen, sage ich mir immer wieder. Was sind da schon die Schmerzen, die kann man aushalten, nur nicht nachlassen! Den anderen schmerzt es mindestens genauso, und jetzt müssen sie das Loch erst mal zufahren, das wird nämlich immer größer. Wieder wage ich einen Blick zurück, es sind gut 300 Meter, im Moment ein sicheres Polster. Noch 13 Kilometer, ob sich das ausgehen kann? Wenn ich nicht daran glauben würde, dann wäre ich jetzt wohl hinten im Feld. Ich gehe in Führung, das Tempo liegt jetzt konstant bei etwa 46 km/h, wir wechseln uns gleichmäßig ab, und ich nehme mir mal die beiden genauer unter die Lupe. Die Nummern 112 und 22 sind es, ein Italiener, den ich nicht kenne, der aber einen starken Eindruck macht, und ein Australier. Der schwächelt bereits etwas, ich blicke ihm ins Gesicht, er scheint bereits tot zu sein. Sieht nicht gut aus. Während ich die beiden abschätze, merke ich auch, wie Sand ins Getriebe kommt. Die Wechsel klappen nicht mehr, das Tempo schwankt. Der Italiener scheint bärenstark, er ist wohl der Stärkste von uns dreien. Wir jagen dahin, mein Puls liegt jetzt schon konstant bei 172 bis 175, Tempo unverändert. Dann läßt der Australier zum erstenmal seine Führung aus. Noch etwas mehr als 10 Kilometer. Verdammt, das ist viel zu früh. Wieder der Blick zurück, hinten fahren sie Einserreihe. Die Jagd hat begonnen, das Blatt wendet sich jetzt. Und ich stelle mir unzählige Male, eigentlich pausenlos, die Gretchenfrage: wird es reichen??? Abzweigung nach Kirchdorf, rein in die schmale Straße, ich drücke erstmals selbst aufs Tempo. Hier sind wir, wenigstens ein paar hundert Meter lang, zu dritt im Vorteil gegenüber dem großen Feld, die sich gegenseitig im Weg stehen. Aber ich muß gleich wieder wegschwenken, kann das Tempo nicht mehr hochhalten, der Australier kommt überhaupt nicht mehr vorbei, ich fordere ihn ein paarmal zur Führung auf, er reagiert nicht. Jetzt blickt sich auch der Italiener um, überlegt, ist sich anscheinend nicht klar, daß wir hier nicht taktieren können. Aber klar, der hat leicht lachen, jeder Zweite hinten im Feld ist ein Italiener. Langsam kriecht die Wut in mir hoch. Wieso fahren die beiden Säcke nicht endlich? Das Feld rückt näher, langsam, Meter um Meter. Die wilde Jagd durch Kirchdorf. Zwei enge Kurven, viele Zuschauer, wieder ein Vorteil für uns. Aber es ist die letzte Passage dieser Art. Es geht raus aus Kirchdorf, die leichte Kuppe drückt unser Tempo auf 42 km/h runter, ich kann mir vorstellen, wie sie hinten mit gut 55 Sachen drüberfliegen. Nein, logisch haben wir nicht den Funken einer Chance. Ich fühle mich urplötzlich saustark, ohne zu überlegen fahre ich am Italiener vorbei, drücke aufs Tempo, forciere, schalte, mit 53/15 und 49 Sachen geht es Richtung Ziel. Der Australier reißt ab, der Italiener wird lang und länger. Ich weiß, daß es nicht richtig ist, was ich tue, aber es ist die einzige Chance. Alle beide abhängen. Verrückt, wenigstens der Italiener könnte mir noch nützlich sein. Aber der hat jetzt auch zu kämpfen. Noch 5 km, das Feld ist beinahe wieder heran. Der Australier gibt auf, läßt sich zurückfallen, wird geschluckt. Der Italiener kommt noch einmal. Jetzt nicht nachdenken, nicht überlegen, treten, Kopf runter, alle Kraft in die Pedale. Zur Analyse ist nachher noch Zeit genug. Jetzt führt der Italiener gar wieder. Geschehen doch noch Wunder? Ich wage keinen Blick zurück, das kostet nur Moral. Nein, stur nach vorne, noch sind sie nicht da, wieder in Führung. Der Wind scheint immer stärker zu werden, die Straße scheint anzusteigen, ich scheine immer schwächer zu werden, nein, ich werde wirklich schwächer. Wegschwenken, der Italiener soll fahren. Der tut es auch, schwenkt aber auch gleich wieder weg, ich drehe mich um, spüre, daß da jemand hinter mir ist, zwei Mann fahren vorbei, sie nehmen alle meine Hoffnungen mit. Ein Italiener und ein Belgier. Mein Italiener nimmt die Beine hoch und macht keinen Tritt mehr. Noch 3 km bis ins Ziel. Die Gedanken überschlagen sich. Die beiden neuen Spitzenreiter haben etwa 3 Meter Vorsprung, ich ziehe rüber, sprinte ans Hinterrad, komme nicht hin, es geht nicht mehr. Die Beine versagen ihren Dienst. Von hinten kommt nichts mehr, es waren nur die beiden. Ich bin alleine mit ihnen, wir sind zu dritt. So schnell ändert sich die Lage, aber ich bin jetzt doch noch in den Medaillenrängen. Noch. Wie lange noch?? Ich spüre den Atem der Verfolger im Rücken, wage keinen Blick zurück, das Loch zu den beiden wird ganz langsam größer. Ich weiß, es ist gelaufen. Das Selbstvertrauen ist weg. Ich kann nicht mehr. Ich verfluche diesen Tag, ich verfluche den Australier, der gleich wieder abgerissen ist und so gut wie gar nichts gebracht hat, ich verfluche den Italiener, der nicht gegen seinen eigenen Teamkollegen fährt, ich verfluche mich, ich verfluche das Rennen. Vor lauter Fluchen ist das Feld dann plötzlich da. Siehste, das hast du von deinen Flüchen, sage ich mir. Selber schuld. Sowas ist bei Gott keine Motivation. Ich höre die Rufe, das Schreien, Bremsen quietschen, angespannte Nerven, zum Zerreißen gespannt, Agression, pure Kraft, Schweiß. Ich schieße durch das Feld, unfähig, auch nur einen einzigen Tritt mitzuhalten. So schnell wie sie da waren, so schnell sind sie auch vorbei. Noch tausend Meter. Wie grausam das Schicksal doch manchmal sein kann. Etwa 700 Meter vor dem Ziel steht mein Auto auf einem Parkplatz, ohne zu zögern fahre ich rechts ran. In Zeitlupe steige ich ab, öffne die Autotür. Der Saisonhöhepunkt ist vorbei. Die Konkurrenten sind auf der Zielgeraden. Die beiden Ausreißer, mit denen ich mitfahren wollte, aber nicht mehr konnte, schaffen es, bringen 13 Sekunden ins Ziel. Ein beruhigendes Polster. Auf der Zielgeraden fliegen sie mit 70 km/h über den dicken Zielstrich. Der Belgier gewinnt. Kenny de Mertelaire, ein Ex-Profi, der unzählige Sprints gewonnen hat, ein paar auch gege seinen Landsmann Freddy Maertens in der Vuelta. Der Italiener Daniele Rattapani und der Australier Nigel Kimber können das Feld ebenfalls nicht halten und verlieren ein paar Sekunden bis ins Ziel. Ich scheint nicht in der Endwertung auf. Hatte ich doch bis zuletzt geglaubt, hier gewinnen zu können. Und mit einem Male war dieser Traum zerplatzt. Eine Seifenblase, immer sehr instabil und ein Spielball der Lüfte. Aber was wäre man ohne Hoffnungen und Träume? Was wäre man, wenn man nicht versucht, seine Träume zu leben? Peter Luttenberger hat seine Homepage mit "Ride your dreams" überschrieben. Er spricht mir damit aus dem Herzen.

Das Feld war zuletzt noch 69 Mann stark.

Anstieg zur Huberhöhe, 1. Runde, 5 km nach dem Start

Ergebnis: 1. Kenny de Mertelaire (Belgien) 2:39:58 (Schnitt 43,51 km/h), - 2. Daniele Parenti (I) -0:02, - 3. Roberto Celli (I) -0:13, - 4. Enrico Busch (BRD), - 5. Frank Nijssen (NL), - 6. Luigi Pegoraro (I), alle gleiche Zeit.

Der neue Weltmeister Kenny de Maertelaire, Belgien (Mitte), links Daniele Parenti (2.), rechts Roberto Lelli (3.), beide Italien

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Samstag, 25. August 2007: Bergrennen um den Großen Preis des Hotels Bellevue und des Bike Parks/Sportni Center Pohorje, 52 km

Strecke: Maribor - Kamnica - Blanke - Selnica - Ruse - Bistrica - Pekre - Razvanje - Hoce - Zgornja Hoce - Pivola - Slivinsko Pohorje - Petek - Hotel Bellevue/Bike Park Pohorje, 52 km, Schlußanstieg 17 km von 265 m auf 1044 m Seehöhe, Start 17 Uhr, 1100 Höhenmeter, Wetter: sonnig, leichter NW-Wind, 28°

Szene aus dem Eliterennen

 

Rennverlauf: Die erste Schleife über Selnica und Ruse wurde zügig gefahren, nicht übermäßig schnell. da hatte ich keinerlei Schwierigkeiten, mitzuhalten. Erst kurz vor Razvanje ist das Gelände hügeliger geworden, da wurde auch schon mal attackiert, schnell über die Steigungen gefahren, das Feld hat sich aufgesplittert. Ich bin etwas zurückgefallen, habe aber Kontakt zur Spitze gehalten. In Hoce war der Schlußanstieg erreicht. Ihc war wieder vorne an der Spitze dran, wir waren eine Gruppe von etwa 50 Fahrern, jetzt ist das Gelände langsam bergiger und steiler geworden. Das Tempo war schon schnell und hoch, in Zgornja Hoce die erste ernstzunehmende Attacke, zwei Slowenen setzen sich leicht ab. Ich war nicht beunruhigt, bin mein Tempo weitergefahren, die beiden waren bald wieder gestellt. Und von da an ist das Tempo auch sehr gleichmäßig geblieben, das ist mir sicherlich entgegengekommen. Keine Attacken mehr, es war ein Ausscheidungsrennen. Und nach Pivola, der nächsten kleinen Ortschaft, ist es dann wirklich ernsthaft zur Sache gegangen: Steigung von ungefähr 8 %, wilde Attacken, die Führungsgruppe zerplatzt völlig, ich reiße gleich ab und fahre konstant und gleichmäßig mein Tempo, nach etwa 2 Kilometern komme ich wieder näher an die Gruppe vor mir heran. Ein paar enge Kehren im Wald, die Straße wurde immer schmäler, die Steigung unrhythmisch. Da gab es Passagen mit 10 bis 12 %, gleich darauf war es wieder einen guten Kilometer völlig flach. Der Puls war zeitweise auf über 180 oben, ich war beinahe am Limit. Nach einer etwa eineinhalb Kilometer langen Geraden, die ziemlich flach verlaufen ist, hat die Steigung wieder zugenommen, hier sind die Gruppen endgültig zerfallen. Mehr oder weniger Einzelfahrer, die auf sich allein gestellt waren, haben sich ab hier nach oben gekämpft. Die letzten 3 km waren die schwersten. Schmale Straße, enge und sehr steile Kurven, alles im Wald, die steilsten Passagen waren hier sicherlich gute 14 % steil, aber immer nur sehr kurz, danach gleich wieder viel flacher. Das hat natürlich Substanz gekostet, obwohl ich ziemlich leicht übersetzt gefahren bin, mußte ich ständig zwischen 39/17, 19, 21 und sogar 23 hin und her schalten. Durch das große Starterfeld waren die Abstände zwischen den einzelnen Fahrern minimal, ich habe ein ziemlich starkes Finale gehabt, konnte hier noch gut 15 Plätze gutmachen und war oben am Hotel Bellevue, dem Ziel, knapp in die Top-10 gerutscht. Einige Zeit habe ich sicherlich dadurch vergeben, daß ich die Strecke nicht gekannt habe, aber im großen und ganzen war ich mit dem Ergebnis sicherlich zufrieden. Mehr war unter den Umständen nicht drinnen, ein Stockerlplatz völlig außer Reichweite.

Podestplätze in der Profiklasse (von links): Kristjan Koren (Sava Kranj, 3.), Tadej Valjavec (Sieger, Team LPR), Borut Bozic (2., Team LPR)

Borut Bozic (Team LPR)

Szene aus dem Masterrennen, rechts Sieger Bojan Ropret

Ergebnisse: 1. Bojan Ropret (SLO) 1:49:55 (Schnitt 27,9 km/h), - 2. Dusan Vodlan (SLO) -1:25, - 3. Lucjan Premrjan (SLO) -2:36, - 4. Bostjan Slak (SLO) -2:50, - 5. Ljubo Csar (SLO) -3:14, - 6. Milan Skratek (SLO) -7:39, ... 8. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) -9:17

Podiumsgirls

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Sonntag, 26. August: Obersteirische Radsporttage, Straßenrennen in Trieben, 49,5 km

Strecke: Trieben - Au - Gaishorn - Trieben - Dietmannsdorf - Trieben, 3 Runden á 16,5 km = 49,5 km, 160 Höhenmeter pro Runde = 480 Höhenmeter, Start 12.40 Uhr, Wetter: sonnig, heiß, starker NW-Wind, 30°

Rennverlauf: wahnsinnig schnelle erste Runde, ich bin insgesamt gleich viermal abgerissen. Vom Start weg wurde ich vom horrenden Tempo überrascht, bis Au sind wir kaum je unter 48 km/h gefahren, in der Unterführung rüber nach Au bin ich das erste Mal abgerissen, habe mich wieder rangekämpft, dann die lange flache Steigung rauf nach Gaishorn hat es mich gleich wieder erwischt, ein drittes Mal dann draußen auf der Bundesstraße zurück in Richtung Trieben. Ich war schon nach 10 km fix und fertig, aber die Jungs sind gefahren wie die Feuerwehr, unkontrolliert, wild, überschäumend, haben andauernd einzeln attackiert, was nichts anderes bewirkt hat, als daß das Tempo horrend angestiegen ist. Auf der Passage von Trieben rüber nach Dietmannsdorf war das Feld schon sehr, sehr langgezogen, ich irgendwo am Ende, beinahe wieder abgerissen, nur mit äußerster Kraftanstrengung konnte ich mich am Ende der Gruppe halten, die sind da alle in Einserreihe mit gut 46 km/h gefahren. Dann der 800 m lange Anstieg nach Dietmannsdorf, der immer steiler wird, ich bin gleich von unten weg mit 39/18 gefahren, das war natürlich wieder zu leicht, ich bin abgerissen, konnte dann zwar bis zur Kuppe den Abstand halten, mußte in der Abfahrt aber ganz gehörig hinhalten, bin zwar nähergekommen, aber nicht ganz ran. Erst draußen auf der Bundesstraße, am letzten Kilometer, bin ich mit einer allerletzten Kraftanstrengung etwa 150 Meter vor dem Zielstrich wieder rangefahren. Bei der Zieldurchfahrt war ich mausetot. Das kann ja heiter werden, dachte ich mir, ans Aufgeben dachte ich aber nie. Nur daran, daß jetzt noch zwei Runden zu fahren waren. Wie sollte ich das bloß überleben!! Zweite Runde: bis Au habe ich mich einigermaßen konsolidieren können, habe mich erfangen. Dann der lange Anstieg nach Gaishorn, die Gruppe teilt sich, vorne 4 Mann, ich nehme Schwung und sprinte nach, nach 200 Metern bin ich dran, Mosler (ARBÖ ASKÖ Raaba) fährt auch noch ran, dahinter klafft bereits ein schönes Loch. Drunten auf der Bundesstraße schließt dann aber leider auch der Rest auf. Nächste entscheidende Passage: von Trieben rüber zur Steigung nach Dietmannsdorf, ich reiße wieder ab, kämpfe mich unmittelbar vor der Steigung wieder ran. Wie schon in der Runde davor fahre ich auch diesmal wieder mit 39/18 die Steigung hoch, ich bleibe dran, halte furchtbar hin, bin aber gleich zu Beginn der Abfahrt wieder in der Gruppe drin. Dann geht es in die letzte Runde, ich fahre an zweiter Position bis Au rüber, nichts tut sich. Das Tempo liegt bei mäßigen 42 km/h, es ist die Ruhe vor dem Sturm. Die Steigung nach Gaishorn rauf geht problemlos vorüber, ich fahre vorne mit, bin auf der Hut, aber es kommt keine Attacke. Das Tempo ist auch viel zu schnell. Rückfahrt nach Trieben im Gegenwind, wir fahren trotzdem mit 40 bis 43 km/h, das brennt ganz furchtbar in den Oberschenkeln. Die schmale Passage rüber nach Dietmannsdorf fahre ich an dritter Position, hinter mir zieht sich die Gruppe in die Länge, wir sind noch 15 Mann, Einserreihe, jeder fährt am Limit.Dann die letzte Steigung, sofort sprinten alle wie verrückt hoch, ich reiße sofort ab. Mosler und Atzenhofer sind außer mir die beiden einzigen aus meiner Altersklasse, die in der Spitzengruppe fahren. Ein Stockerlplatz ist mir also sicher. Mosler fährt vor mir, der ist zwar auch schon abgerissen, aber ich noch weiter. Vorne setzt sich eine kleine Gruppe ab, dahinter ist alles zerrissen. Ich fahre mit hundert Prozent die Steigung hoch, oben sofort schalten, und runter geht´s in die Abfahrt, raus auf die Bundesstraße. Von hinten kommen noch drei Mann, zusammen geht es leichter. Hohes Tempo, mit 70 km/h schließen wir noch vor der Bundesstraße zu Mosler auf. Atzenhofer fährt vorne in der ersten Gruppe, etwa 100 Meter voraus. Keine Chance mehr, da ranzukommen. Vorsichtig fahre ich an Mosler vorbei, doch der weiß ganz genau, worum es geht und schwenkt sofort an mein Hinterrad. Zaghaft bringe ich noch zwei oder drei Mann zwischen uns, dann trete ich den Sprint an, er hat´s doch glatt übersehen, kommt noch stark auf, aber auf der Ziellinie bin ich knappe 10 Zentimeter voran. Er hat´s auch so gesehen, doch bei der Siegerehrung werde ich dann nur als Dritter aufgerufen. Schwamm drüber. Auf einen Protest verzichte ich.

Podium beim Straßenrennen in Trieben (von links): Mosler, Atzenhofer und ich

Ergebnisse: 1. Rudolf Atzenhofer (RC Lietz-Sport) 1:13:45 (Schnitt 40,1 km/h), - 2. Gerhard Mosler (ARBÖ ASKÖ Raaba), - 3. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen), alle gleiche Zeit, - 4. Franz Xaver Bernkopf (ARBÖ Selzthal) - 4:21, - 5. Ferdinand Plötzl (ARBÖ Selzthal, gleiche Zeit, - 6. Reinhold Eibensteiner (Union Ahorn Naturfreunde) -4:24 Minuten

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 Samstag, 1. September 2007: Bergrennen Hartberg - Masenberg, 14 km

Strecke: Hartberg, Hauptplatz - Ringkogel - Masenberg,, 14,4 km, 902 Höhénmeter, Wetter: bewölkt, sehr starker NW-Wind, 19°

Streckenfhrung

Verkrzte Strecke Strecke für Master Elite, Master I-II sowie Sportklasse bis 50
Start Hartberg Hauplatz
Steckenlänge: 13,8 Kilometer
Maximale Steigung: 21 %
Ø Steigung 6,5 %
Strecke f&uer Master und Herren bis 50 Strecke für Damen, Master III-VII sowie Herren ab 50
Start Hochfeldweg
Steckenlänge: 11,8 Kilometer
Maximale Steigung: 16 %
Ø Steigung 5,2 %

Hhengrafik

Rennverlauf. vom Start weg am Hauptplatz in Hartberg war ich hinten. Zu spät zum Start gekommen, kaum aufgewärmt, sozusagen ein Kaltstart. Im langgezogenen Feld war ich bis zum Steilstück ziemlich weit hinten, dort hat sich das Feld dann wie erwartet auseinandergezogen, ich bin mit 39/23 raufgefahren, der Rhythmus hat einfach nicht gepaßt, also habe ich es mit 39/24 probiert. Auch nicht viel besser, der Puls war schon auf über 160 oben, aber ich habe mit jedem Kurbeltritt an Boden verloren. Zunächst habe ich mich an Winter Robert festgebissen, der ist zwar nicht meine Altersklasse, aber er ist ungefähr das Tempo gefahren, das ich halten konnte. Vor uns ein kleines Loch, das stetig größer geworden ist. ImGeiste habe ich durchgezählt, wer da alles vorr mir gefahren ist. Es war schwer und unübersichtlich, weil zwei Altersklassen gemeinsam gefahren sind. Ich habe angenommen, daß ich an der fünften Stelle fahre. Ich konnte dieses Hinterrad aber nur kurz halten, am Ende des Steilstücks hat er mich abgehängt. Dann war ich plötzlich an der Nummer 251 dran, den hatte ich vorher gar nicht auf meiner Rechnung gehabt. Wer wekiß, wie viele da noch vor mir herumkurven? Für einen Moment, einen kurzen Moment lang ist Panik hochgekommen. Ich hasse es, wenn ich keine Übersicht habe, alles nur Chaos um mich herum ist. Ich habe meine Anstrengungen erhöht, der Puls war jetzt zwischen 176 und 178 oben, viel Reserve habe ich da nicht mehr. Relativ schnell war ich an der Nummer 251 vorbei, vorne war 248 in Sicht, den hatte ich als guten Bergfahrer sowieso auf meiner Rechnung. Am Ende des Steilstücks war ich jetzt an seinem Hinterrad, und im Flachen hatte ich damit alle Trümpfe in der Hand. Noch aber fehlte mir der Weizer Peter Schellnegger, den habe ich auch ein paar Positionen vor mir entdeckt, der war auch nicht so weit weg, wir sind ihm langsam nähergekommen. Zu Beginn des Flachstücks war es dann soweit, wir waren eine 5-Mann-Gruppe, darunter gleich vier Fahrer aus meiner Altersklasse. Die ersten vier, die um den Sieg gefahrne sind und um die Podestplätze. Vier mann und drei Preise. Wer würde da wohl auf der Strecke bleiben? Eines wußte ich sicher: solange wir zu viert unterwegs waren, war ich dieser Vierte. Also mußte ich sie unbedingt abhängen. Ein paarmal habe ich es versucht, bin ein paar Meter weit weggefahren, aber sofort waren sie wieder da. Nichts zu machen, das Gelände war da zu leicht. Und der starke Gegenwind war für mich auch nicht gerade einfach. Also eine andere Taktik. Tempo erhöhen, hoch halten, dann weiter forcieren, bis sie hinter mir Einserreihe fahren, mein Puls war da schon auf knappe 180 oben, doch vom Gefühl her hatte ich noch ziemlich Reserven. Und in slchen Fällen vertraue ich immer meinem Gefühl. Also weiter forcieren. Ein kleines Loch ist da, und sofort drücke ich ganz vehement aufs Tempo. Sofort bin ich weg. Nur jetzt nicht umdrehen, Kopf runter, alle Kraft und Energie in die Beine und mit 100 Prozent den Berg hoch. Noch 3 km. Ich kann den Vorsprung vergrößern, laufe zu einer Gruppe Masterfahrer auf, hänge die auch gleich ab. Ich will mich nicht verzetteln, will nicht langsamer werden, da ich fürchte, daß sie hinten wieder herankommen. Dann sit die Abzweigung da, der letzte Kilometer, jetzt wird es wieder ganz unbarmherzig steil. 39/23, nach etwa 5 Metern muß ich aufs 24er gehen. Tempo, Rhythmus, gleichmäßig atmen, kurbeln, ich blicke mich bei etwa 800 m um, sehe niemand. Nur jetzt nicht nachlassen. Die Steigung nimmt zu, noch 500 m, Kehre nach rechts, gleich darauf links, dichte Zuschauerreihen, Anfeuerungsrufe. Aus dem Sattel, der Puls rast bei 194, kein Blick zurück, noch einmal forcieren, noch 200 m, wieder Abzweigung links, noch eine Kehre, ich höre den Sprecher, die Beine sind leer, die Lungen stechen höllisch, alles schmerzt, der Nacken, Schulter, Oberarme, Unterarme, einfach alles. Ein letzter Antritt, ich darf jetzt nicht umfallen, über den Zielstrich, Saisonsieg Nummer 3. Hurra!!! Und wie einfach das war!! Unglaublich!!

Am Podest in Hartberg

Ergebnisse: 1. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) 47:28, - 2. Peter Schellnegger (Polizei SV Chesini Graz) -0:20, - 3. Walter Simon (RC Sparkasse Friedberg-Pinggau) -0:22, - 4. Ferdinand Fischer (RC Sparkasse Friedberg-Pinggau) -1:17, - 5. Martin Gallaun (ASKÖ Uniqa KUOTA Graz) -4:00, - 6. Josef Ehrenhöfer (Zweirad-Kappler Sparkasse Hartberg) -7:25

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Sonntag, 2. September 2007: Wildoner Thermenland-Radmarathon in Wildon, 132,5 km

Strecke: Wildon - Lebring - Haslach - Seibuttendorf - Wolfsberg - Marchtring - St. Nikolain - Hütt - Lipsch - Perbersdorf - Hainsdorf - Prillinghof - Mureck - Vratja - Podgorje - Crnci - Segovci - Gora Radgona - Bad Radkersburg, Parktherme - Altneudörfl - Dietzen - Donnersdorf - Weixelbaum - Gosdorf - Mureck - Murfeld - Hainsdorf - Pichla - Seibersdorf - Straß - Vogau - Landscha - Gabersdorf - Sajach - Ragnitz - Haslach - Lebring - Wildon, 132,5 km, 71 Höhenmeter, Start 8.25 Uhr, Wetter: anfangs kühl, dann sonnig, leicht bewölkt, sehr starker NW-Wind, 26°

Strecke B - Wildoner Radmarathon

Rennverlauf: Vom Start weg bin ich ganz vorne gefahren, unter den Top-3 über den Lebringer Hügel, habe mich auch in Folge bis Badendorf ganz vorne an der Spitze gehalten, das war kein Problem. Das gestrige schwere Bergrennen habe ich da gar nicht mehr gespürt, ich war auch motiviert, frisch und ausgeruht. Die erste Selektion dann beim kurzen aber sehr steilen Anstieg zum Schloß Frauheim, gut 18 % geht es da hinauf. Das Feld zieht sich in die Länge, gut 30 Mann bleiben vorne an der Spitze übrig. Ich habe keine Probleme, da mitzuhalten. Ich fahre nicht voll, verliere zwar ein paar Positionen, laufe aber nicht Gefahr, abzureißen oder zurückzufallen. In der Abfahrt kommen wieder viele heran, und in Wolfsberg beim entscheidenden Anstieg ist das Feld wieder sehr groß. Auf diesem Steilstück wird gnadenlos selektioniert - gut ein Kilometer lang, mindestens 18 %, das reicht, um darüber zu entscheiden, wer sich danach noch Hoffnungen auf einen Top-10-Platz machen darf. Ich falle anfangs etwas zurück, kann dann aber die Position halten, auf den letzten 100 Metern zur Kuppe rauf bin ich wieder dran an der Spitze. Nach der Abfahrt sind wir nur mehr 13 Mann, die vorne kurbeln. Hinten sehe ich anfangs niemanden mehr, aber nach und nach schließen wieder mehr und mehr Fahrer und Gruppen auf. Das wäre ja auch zu schön gewesen um wahr zu sein. Es gefällt mir gar nicht, daß die Gruppe stetig größer wird. Keine Ahnung, wo die alle herkommen. Aber sie haben alle Nummern am Rücken. Es geht flach durch die Südsteiermark bis Mureck, dort rüber nach Slowenien und flach weiter bis Radkersburg. Leider wird nicht voll gefahren, sonst hätten niemals so viele noch aufschließen können. Bis Radkersburg liegt der Schnitt gerade mal bei 40 km/h, und das nach 60 km mit Rückenwind. Eigentlich ein Armutszeugnis. Ich habe keine Probleme, da mitzuhalten, fühle mich nicht mal sonderlich belastet, in Radkersburg liegt mein Durchschntitspuls bei 128 Schlägen. Klingt eigentlich nach einer Spazierfahrt. Die Besetzung war in den letzten Jahren besser, das muß man hier auch einmal klipp und klar sagen. Wieder auf österreichischem Boden, geht es jetzt im Gegenwind zurück Richtung Wildon. Wir biegen zunächst mal von der Hauptstraße links weg in eine schmale, unübersichtliche und kurvige Nebenstraße. Weil es in der Frühe noch ziemlich stark geregnet hat, ist der Asphalt hier im Wald noch ziemlich naß und feucht. Weil auch viele Blätter liegen, ist es dementsprechend rutschig und gefährlich. Doch nichts passiert, alle kommen gut durch all die vielen Kurven. Das Tempo steigt jetzt an, doch nichts Entscheidendes passiert. Als wir wieder auf der Hauptstraße sind, ist das Feld kaum kleiner geworden. Ich fahre immer ganz, ganz vorne, lasse mich auch nicht allzu weit zurückfallen, fahre immer gleich wieder nach vorne, wenn ich mal ein paar Postionen verliere. Ich probiere zum ersten Mal eine Attacke, zunächst nur halbherzig, trotzdem komme ich gleich weg. Stacherl führt das Feld wieder heran. Der fährt heute sehr, sehr stark, führt viel, oft und lange, rackert unermüdlich. Sofort versuche ich es ein zweites Mal, wieder komme ich leicht weg, doch wieder ist es Stacherl, der den Pulk heranführt. Von da an verhalte ich mich wieder ruhig, es ist einfach noch viel zu früh. Ich selbst würde bei dem starken Gegenwind niemals durchkommen, und die anderen sind noch viel zu stark, um sich so einfach abhängen zu lassen. Der starke Gegen- und Seitenwind ist für viele aber technisch einfach nicht zu meistern, jetzt fallen auffallend viele wieder zurück. Naja, soll mir recht sein. Je weniger vorne bleiben, desto besser für mich. Dann geht es nach Norden, an Leibnitz vorbei, und ich spüre, wie sich langsam eine gewisse Nervosität breitmacht. Das Finale naht mit Riesenschritten. Zeitweise wird wirdklich sehr, sehr schnell gefahren, da jagen wir im Gegenwind mit 46 bis 48 km/h dahin, aber nach ein paar hundert Metern steht der ganze Pulk wieder. Ich weiß, daß eine Einzelaktion niemals zum Erfolg führen würde, lasse es daher bleiben. Beim Anstieg auf das Laubegg vor Ragnitz wird urplötzlich ganz heftig attackiert, der ganze Pulk platzt wie eine überreife Leberwurst auseinander. Aber nur kurz, sofort organisiert man sich und nach ein paar hundert Metern ist das Feld wieder geschlossen. Wieder einmal zeigt mir das, wie stark diese Fahrer eigentlich sind und wie aussichtslos da eine Solofahrt wäre. Mir bleibt nichts anderes übrig, als auf den Sprint zu warten. Das minimiert meine Chancen natürlich ganz gewaltig, aber ich habe keine andere Wahl. Durch Haslach geht es dann am Golfplatz vorbei hinüber nach Lebring. Jetzt sind es nur mehr knappe 3 km, der Lebringer Hügel steht als allerletztes Hindernis zwischen uns und dem Zielstrich. Alle wissen es, alle warten darauf, und doch sind alle überrascht, als dann im Anstieg beinhart attackiert wird. So heftig, daß jetzt die Gruppe wieder auseinanderfliegt, diesmal aber endgültig. Ich hae keine Chance, kann da nich mehr mithalten, sofort geht vor mir ein riesiges Loch auf. 50 Meter, 100 Meter, 150 Meter. Ist das die Entscheidung? Keine Sekunde kann ich schneller fahren, und immerhin fahre ich mit 35 km/h den Hügel hoch. Vorne hat sich eine kleine Gruppe gebildet, aber die werden wieder langsamer. Rechts und links explodieren Fahrer, bringen die Beine nicht mehr rum. Ich jage vorbei, komme vorne wieder näher an die Spitze heran. Als ich das sehe, schöpfe ich wieder Hoffnung, kurz vor der Kuppe schalte ich noch einmal runter, mit 53/17 und knapp 40 km/h sprinte ich förmlich über die Kuppe. Im Training bin ich sicherlich hier schon hunderte Male gefahren, aber noch niemals auch nur mit 30 km/h. Die Beine arbeiten hervorragend, ich mache mich ganz klein, rein in die Abfahrt, schnugerade geht es runter nach Wildon, ich komme immer näher an die Gruppe vor mir heran. Hinter mir totales Chaos, lauter einzelne Fahrer, Versprengte, Abgehängte, die die Beine hochnehmen, die nicht mehr können, leer sind. Wie jedes Jahr werden auch diesmal hier bereits die Positionen für den Zieleinlauf vergeben. Und wie jedes Jahr gerate ich auch diesmal ins Hintertreffen. Diese explosiven Antritte sind Gift für mich. Aber jetzt bin ich wieder da. Unten in Wildon bin ich dran, schalte abermals, 53/15, kann sogar noch beschleunigen, sprinte durch die kleine Gruppe durch, eine leichte Linkskurve, und es geht rauf zum Zielstrich. Das sind die Meter, die jetzt unheimlich weh tun und wie ein glühendes Messer durch den Muskel brennen. Egal, jetzt geht es um jeden Zentimeter, ich lasse nicht locker, ziehe durch, bin klar der Schnellste dieser Gruppe, aber ganz vorne komme ich doch nicht mehr hin, dann ist schon das Ziel da.

Von oben nach unten: die Spitzengruppe beim steilsten Anstieg des Rennens, in Wolfsberg (17 %)

Für diejenigen, die immer Zahlen und Werte haben wollen: die Rückfahrt von Radkersburg war etwas anspruchsvoller als die erste Hälfte, nicht wegen des Streckenprofils, das war ja fast  völlig flach, sondern wegen des Rennverlaufes. Bei Halbzeit hatte ich noch einen Durchschnittspuls von 128, im Ziel lag dieser Wert dann doch bei 138. Doch auch das ist noch sehr, sehr niedrig, bei einem üblichen Straßenrennen würde dieser Wert bei über 150 liegen. Ich bin die ganze Distanz über niemals Gefahr gelaufen, abzureißen. Und ich mußte auch nie wirklich richtig reinhalten, bin nie am Anschlag gefahren, nicht mal am Schlußkilometer. Da war der Puls zwar mit 176 am allerhöchsten an diesem Tag, aber ich habe gespürt, daß ich auch da noch nicht am Limit war. Auf der Ergebnisliste wurden dann drei Fahrer an der Spitze geführt, die mit einer knappen halben Stunde Vorsprung ins Ziel gekommen waren. Das ist natürlich völliger Blödsinn, wir waren die Spitzengruppe, da war niemand jemals vor uns. Diese drei sind nicht die Rennstrecke vollständig gefahren, haben irgendwo abgekürzt. Die gehören nicht auf die Ergebnislise.

Ergebnisse absolut: 1. Gernot Kunz (Bikeclub Lavanttal) 3:28:12 (Schnitt 38,4 km/h), - 2. Mike Stacherl (Graz), - 3. Florian Pilz (Steirisches Skiteam), - 4. Thomas Schwab (Steirisches Skiteam), - 5. Peter Majhen (Graz), - 6. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen), alle gleiche Zeit

Ergebnisse Altersklasse: 1. Mike Stacherl (Graz) 3:28:12, - 2. Peter Majhen (Graz), - 3. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen), - 4. Walter Stuhlhofer (ARBÖ Hoval Birkfeld), - 5. Siegfried Reisenhofer (Volksbank Graz-Thondorf), alle gleiche Zeit, - 6. Gerhard Wurm (ARBÖ Hoval Birkfeld) -1:01

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Samstag, 8. September 2007: Wechsel-Panoramastraßen-Bergrennen Friedberg - Wechselpaß, 10,5 km

Strecke: Friedberg, Wechsel-Bundesstraße, Parkplatz - Tauchen-Schaueregg - Wechselpaß, Überführung, 10,5 km, 553 Höhenmeter, Steigung max. 7 %, durchschnittl. 5,5 %, Wetter: bedeckt, kühl, sehr starker N-Wind, 17°

Rennverlauf: sehr starke Besetzung, viele starke Fahrer am Start. Daher sehr schneller Beginn, aber nach einem Kilometer, nach der langgezogenen Linkskurve in die Steigung rein, ist das Tempo weg. Wir fahren direkt nach Norden, Wind von vorne. Wilde Attacke von Pöltl, der ein großes Loch reißt, der Nachwuchsfahrer Christian Kobald (ARBÖ Bruck/Mur) setzt nach, und zu zweit vergrößern sie den Vorsprung. Die beiden führen mit beinahe einer Minute, als Wilfing (Laßnitzhöhe) und Jennewein (ARBÖ Südburgenland) die Verfolgung aufnehmen, gleich darauf setzt Taucher (Kindberg) nach. Die drei Verfolger holen auf, weil vorne Pöltl keine Führungsarbeit mehr macht. Hinten torkelt das Feld gegen den Wind den Berg hoch. Ich halte mich ganz gut, das Feld wird ständig kleiner. Ein paarmal wird attackiert, aber gegen den Wind bringt das alles nichts ein. Das langgezogene Feld wird von den Hartbergern Handler, Bruchmann, Kurz und Ertl angeführt, auch die Friedberger, Riebenbauer, Plank, Fischer und Simon halten mit, dazu noch Winter, Ebner, Schalk, Dorner, Imrek, Heidenfelder und ich sind auch dabei. Wir haben beinahe den ersten Anstieg hinter uns gebracht (ca 4,5 km), ehe es mir besser rollt. Ich fahre weiter nach vor, bin unter den Top-5 des Feldes. Plötzlich kommt Taucher wieder zurück, wir holen ihn ein. Eine Zeitlang fährt er im Pulk mit, dann reißt er ab, wenig später gibt er auf. Nicht sein Tag. Er hat angeblich gesundheitliche Probleme. Auf der unglaublich lang gezogenen Kuppe wieder ein paar Attacken, die allesamt nichts einbringen. Mir läuft es immer besser, das Schwerste ist überstanden. Jetzt die Abfahrt, die lange Mulde bis hin zur nächsten STeigung ist sehr, sehr träge. Wir stehen beinahe, der Gegenwind ist unglaublich. Die beiden Spitzenreiter haben bereits über eine Minute Vorsprung, jetzt führt Pöltl wieder ständig. Dahinter die zwei Verfolger, die wieder an Boden verlieren. Wir kommen aber nicht näher, es ist zum Verzweifeln. Niemand kümmert sich ums Tempo, mein Puls sinkt auf unter 140, wir fahren gerade mal mit 30 km/h bergab. Einmal probiere ich es, doch im Wind ist es aussichtslos. Ich komme keine 5 Meter von der Gruppe weg, dann sind wieder alle dran. Die Steigung beginnt, und ein überraschender, wuchtiger Angriff von Bruchmann hat keine Reaktion zur Folge. Sofort hat er gute 100 Meter Vorsprung, niemand reagiert. Alle finden sich damit ab. Ich fahre nicht mehr voll, komme aber nicht weg. Das Rennen ist gelaufen, ich bin frustriert, mit jedem Kurbeltritt, mit jedem zurückgelegten Meter schwinden meine Chancen. Zwei Mann Spitze, die sind schon außer Sicht, dahinter zwei Verfolger, dann mit Bruchmann ein einzelner Verfolger. Der aber ist aus meiner Altersklasse, der Sieg scheint vergeben. Wir kommen wieder langsam näher, aber niemand bemüht sich wirklich ums Tempo. Dann das Finale. Wir sind beinahe oben, biegen rechts weg, rein in die Seitenstraße, ich werde abgedrängt und falle ans Ende der Gruppe zurück. Und damit sind auch alle Motivation und Biß mit einem Schlag weg, ich müßte alle absprinten, das traue ich mir gar nicht zu. Der Sprint wird schon sehr früh angezogen, vorne sind die Spitzenreiter alle steckengeblieben, wir machen rasend schnell Zeit und Boden gut. Ein Kilometer länger, und wir hätten beinahe alle eingeholt. Etwa 700 Meter vor dem Ziel greift der Nachwuchsfahrer Christopher Imrek (ARBÖ Südburgenland) an, Robert Winter (Großhartmannsdorf) springt dazu, die beiden setzen sich ab und fahren ein paar Meter Vorsprung heraus. Dann der Zielsprint, die letzten 200 Meter führen mit 7 % bergan, es ist das steilste Stück des Rennens. Ich bin voller Frust, rolle nur mehr über diie Ziellinie. Platz 6 in meiner Altersklasse. Es war sehr, sehr schwer, denn niemand hat etwas versucht. Der Gegenwind war viel zu stark, im Finale wollte keiner zuviel Substanz verbrauchen und leider hat sich niemand gefunden, der mit einer Attacke das Feld auseinanderreißt. Schade, indem die Gruppe beisammengeblieben ist, waren meine Chancen dahin. Scheiße! Es war wegen des Windes auch die schwächste Auffahrtszeit, gut 3 Minuten langsamer als in all den Jahren zuvor, als ich hier mitgefahren bin. Das ist vielleicht ein Trost, es ist zum Haare ausraufen!

Ergebnis absolut: 1. Christian Kobald (ARBÖ Elektro-Merl Bruck/Mur) 23:52 (Schnitt 27,1 km/h), - 2. Friedrich Pöltl (TSV Sparkasse Zweirad-Kappler Hartberg) -0:15, -  3. Markus Wilfing (Union Schwarzl Laßnitzhöhe) -1:03, - 4. Sandro Jennewein (ARBÖ RSC Südburgenland) -1:06, - 5. Franz Bruchmann (TSV Sparkasse Zweirad-Kappler Hartberg) -1:12, - 6. Ewald Ebner (RC Union Sparkasse Tulln) -1:14, - ... 18. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) -1:27

Ergebnis Altersklasse 3: 1. Franz Bruchmann (TSV Sparkasse Zweirad-Kappler Hartberg) 25:04, - 2. Ewald Ebner (RC Union Sparkasse Tulln) -0:02, - 3. Josef Handler (TSV Sparkasse Zweirad-Kappler Hartberg) -0:04, - 4. Ferdinand Fischer (RC Sparkasse Friedberg) -0:08, - 5. Heinz Heidenfelder (ATSV Nurmi) -0:10, - 6. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) -0:15

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Sonntag, 9. September 2007: Felber-Gedenkrennen, Bergrennen Birkfeld - Laurenziberg, 8,8 km

Strecke: Birkfeld - Piregg - Kleinmirthof - Kapelle Laurenziberg, 8,8 km, 322 Höhenmeter, Steigung durchschnittl. 4,5 %, max. 10 %, Wetter: bedeckt, regnerisch, trüb, sehr starker NW-Wind, 17°

Rennverlauf: Mit der Sportklasse stehe ich ganz hinten, denn laut Ausschreibung sollen wir eine Minute nach all den anderen starten. In dem Moment, als die starten, sagt uns der Rennleiter, daß wir eigentlich auch gleich fahren können. Armleuchter! Ich muß mich durch das ganze aufgesplitterte Feld durchkämpfen, zu allem Überdruß findet dann oben am Ortsende, nach dem ersten Steilstück nach etwa eineinhalb Kilometern, auch noch eine Sprintwertung mit relativ hohen Barbeträgen statt, das Feld wird gnadenlos zerrissen, Übersicht habe ich von Anfang an keine. Anfangs geht die Aufholjagd noch recht gut, aber bis ich mich da durchgekämpft habe, ist das Feld in so viele Gruppen zerfallen, daß ich nur mehr Löcher vor mir habe, die ich nicht alle zufahren kann. Mit Einsatz aller Kräfte komme ich an eine Gruppe heran, in der ich auch Schellnegger sehe, ich nehme mal an, daß das die Spitze ist. Als ich dann ungefähr bei Halbdistanz endlich dran bin, wird pausenlos attackiert. Das bringt zwar nichts ein, aber kostet meine letzten Kräfte, denn ich muß ja immer mitfahren. Die Gruppe wird aber dadurch auch nicht kleiner, Schalk ist auch dabei, asber der hat keine Gegner, der Zweite in seiner Klasse liegt hinter uns, er braucht also nur mehr diese Gruppe halten und hat seine Altersklasse damit gewonnen. Also ist da auch keine Aktivität zu erwarten. Dann beginnt auch schon die Schlußsteigung, ich greife sofort an, was soll ich auch sonst tun? Auf abwarten fahren bringt mir nichts, denn zu  viele sind aus meiner Kategorie hier mit dabei. Und wenn da auch nur ein anderer die Initiative ergreift, gerate ich ins Hitnertreffen. Also Flucht nach vorne, das heißt Angriff. Ich kann mich auch ganz leicht lösen und ein paar Meter Vorsprung herausfahren, doch dann kommt der Konter von Schellnegger, und der ist endgültig. Leichtfüßig und locker strampelt er vorbei und nimmt mir entscheidende Meter ab, ich kann überhaupt nicht dagegenhalten. Die 1000-m-Marke fliegt vorbei, dann fahren auch noch zwei weitere Fahrer vorbei, ein dritter versucht es, dann ist auch Schalk an meiner Seite, ich fahre schon mit den letzten Kräften, darf jetzt keinen Meter mehr preisgeben, es ist ein Kampf auf des Messers Schneide, und ich kann ihn nur fahren, weil es nur mehr ein paar Meter bis ins Ziel sind, dann ist auch die 500-m-Marke vorbei, ich gewinne wieder etwas Oberwasser, auf einmal rollt es bei mir, ich lege das große Blatt auf, es sind noch 300 Meter, vor mir sehe ich einen Birkfelder, auch aus meiner Klasse, mit 53/19 sprinte ich die letzten Meter, komme auch an ihn heran, aber um ein paar Zentimeter rettet er sich vor mir ins Ziel. Ich rechne schon mit dem dritten Platz, muß dann aber erkennen, daß Geiger vom ARBÖ Raaba noch weit über eine Minute vor uns gefahren ist und meine Klasse gewonnen hat. Schellnegger Zweiter, den Sprint um Platz 3 verliere ich denkbar knapp um 0,8 Sekunden. Schade, aber das Streckenprofil mit den langen flachen Passagen ist mir nicht wirklich entgegengekommen. Ich hätte eine längere Steigung gebraucht. Vielleicht hängt es aber auch damit zusammen, daß ich eigentlich viel lieber ein Straßenrennen gefahren wäre.

Ergebnis absolut: 1. Alfred Platzer (ARBÖ Drahteisel Voitsberg) 19:29, - 2. Thomas Mairhofer (ARBÖ SK VÖEST Linz) -0:05, - 3. Michael Schwarzäugl (ARBÖ Drahteisel Voitsberg) -0:10, - 4. Johann Taucher (ARBÖ Sparkasse Kindberg) -0:13, - 5. Friedirch Pöltl (TSV Zweirad-Kappler Hartberg) -0:20, - 6. Peter Krebs (ARBÖ Radsport Vychodil Vredestein Graz)-0:30, .... 24. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) -2:22

Ergebnis Sportklasse II: 1. Thomas Geiger (ARBÖ ASVÖ Raaba) 20:51, - 2. Peter Schellnegger (ARBÖ Intersport Weiz) -0:53, - 3. Josef Kandlbauer (ARBÖ Hoval Birkfeld) -0:59, - 4. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) -1:00, - 5. Fritz Rath -1:18, - 6. Horst Schlemmer (ARBÖ Hoval Birkfeld) -3:02

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Samstag, 15. September 2007: Bergzeitfahren Pinkafeld - Hochart, zugleich Pinkafelder Stadtmeisterschaft, 4,8 km

Strecke: Pinkafeld, Hofer-Markt (405 m) - Sinnersdorf (413 m) - Hochart (605 m) - Sender Hochriegel (675 m), 4,8 km, 270 Höhenmeter, durchschnittliche Steigung  5,6 %, max. Steigung 11 %, Start ab 15 Uhr, Wetter: sonnig, leicht bewölkt, starker N-Wind (Gegenwind), 20°

Rennverlauf: Die ersten 800 Meter sknd ziemlich flach verlaufen, wir sind am Radweg direkt neben der Bundesstraße gefahren, der war voller Schlamm, Erde, Steine und Schotter, abgesehen davon, daß er sehr schmal war. Furchtbarer Gegenwind, mit 53/17 bin ich gerade mal 32 bis 34 km/h gefahren, schneller war gar nicht möglich. Eine Minute vor mir ist Neuhold Karl gestartet, zwei Minuten vor mir Handler Josef, 3 Minuten vor mir Supancic Alfred vom HSV Feldbach. Direkt hinter mir mit dem 21jährigne Markus Wilfing vom URC Laßnitzhöhe der erklärte Favorit des Rennens. Dashat mir natürlich wenig ausgemacht, denn wenn der mich einholen sollte, würde ich mitfahren, solange ich eben kann. Nach den ersten 800 Metern 90-Grad-Kurve in die Steigung hinein, ich lasse mich ganz weit raustragen, fahre ein paar Meter schon im Schotter am Bankett, aber ich nehme den ganzen Schwung mit und sprinte die ersten paar hundert Meter mit dem großen Blatt in die Steigung hinein, die war da so um die 3 bis 5 %. Und da habe ich zum ersten Mal den Abstand zum Karl gemessen, es waren genau 9 Sekunden, die ich Vorsprung hatte. Nicht viel, ich habe das auf die ersten flachen 800 Meter geschoben. Dafür aber funktionierte dann der Rhythmus ausgezeichnet, nach genau 7 Minuten Fahrtzeit war ich an seinem Hinterrad, bin vorbeigefahren. Leider - für mich - war das in der längsten Steigung, ich habe mich auch vielleicht übernommen, aber ich bin einahe eingebrochen. Förmlich steckengeblieben, habe die Beine nicht mehr rumgebracht, der Rhythmus war weg, die Atmung hat nicht mehr gepaßt, ich bin dann etwas langsamer geworden, habe dann aber mit Gewalt versucht, wieder Schwung aufzunehmen. Da war ich schon oben in Hochart, und gleich bei der Ortstafel ist es rechts weggegangen. Dort ist es auch flacher geworden, ichn sprinte also zu dieser Abzweigung rauf, schalte sofort aufs große Blatt, hole Schwung, dre Puls ist jetzt auch erstmals über 170 geklettert. Leider waren ein paar unrhythmische Steigungen drinnen, bei denen mir das große Blatt zu hart war. Aber ich habe mich da irgendwie drübergewürgt, hat aber nur Kraft, Schwung und daher Zeit gekostet. Hätte ich nicht machen sollen. Ich habe dann auch schon gesehen, daß Wilfing an Karl vorbeigefahren ist und nur mehr knapp hinter mir war. Nach ein paar Kurven und Kuppen im Wald waren wir wieder in Hochart, diesmal am Ortsende, da ist er dann an mir vorbeigefahren. Ich natürlich sofort ans Hinterrad, aber nach der S-Kurve am Ortsende, bis dahin konnte ich sein Hinterrad halten, war dann schon die Schlußsteigung, mit 11 % das steilste Stück des ganzen Rennens. Gottseidank waren das nur ca. 300 Meter, ich bin da mit 39/22 gefahren, und selbst das war mir in dem Moment zu hart. Ich hätte da lockerer fahren müssen, bzw. vorher schon, dann hätte ich da mehr Luft gehabt. So aber habe ich abreißen lassen müssen, und bis rauf zum Zielstrich beim Sender an der steirischen Landesgrenze hat er mir noch ganze 23 Sekunden abgenommen, das war einfach viel zu viel.  Da habe ich auch zuviel Zeitl liegengelassen. Im Ziel dann hat Wilfing mit der Tagesbestzeit von 13:09 gewonnen, ich lag nur 20 Sekunden hinter Bruchmann, dem Sieger meiner Klasse. Das war verdammt knapp, denn auf den Zweiten, Fischer, haben mir gar nur 6 Sekunden gefehlt. Die hätte ich beide mit optimaler Fahrt packen können. Hätte, würde, sollte, könnte... Damit kann man niemand beeindrucken, das klingt alles nach Ausrede - und ist es wahrscheinlich auch. Also, wieder ein dritter Platz, am Stockerl wenigstens. Aber auch hinter mir war es knapp, die ersten 5 Plätze sind innerhalb von 36 Sekunden gelegen - sauknapp, da muß ich doch froh sein, daß ich am Stockerl gestanden bin.  Das Pulsmaximum von 184 habe ich auf den letzten 300 Metern gefahren, der Durchschnittspuls von 161 zeigt, daß da noch viel Reserven gewesen wären. Morgen dann neues Rennen, neues Glück, neuer Versuch.

Ergebnisse absolut: 1. Markus Wilfing (RC Union Laßnitzhöhe) 14:09 (Schnitt 20,7 km/h), - 2. Hans Dorner (RC Union Tripamer Pinkafeld) -1:00, - 3. Franz Bruchmann (TSV Zweirad-Kappler Hartberg) -1:03, - 4. Markus Böhm (RC Union Tripamer Pinkafeld) -1:09, - 5. Ferdinand Fischer (RC Sparkasse Friedberg-Pinggau) -1:17, - 6. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) -1:23

Ergebnisse Master 2: 1. Franz Bruchmann (TSV Zweirad-Kappler Hartberg) 14:12 (Schnitt 19,8 km/h), - 2. Ferdinand Fischer (RC Sparkasse Friedberg-Pinggau) -0:14, - 3. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) -0:20, - 4. Walter Simon (RC Sparkasse Friedberg-Pinggau) -0:32, - 5. Josef Handler (TSV Zweirad-Kappler Hartberg) -0:36, - 6. Laurenz Gerersdorfer (RC Union Pannonia) -2:25

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Sonntag, 16. September 2007: Bergrennen Weizklamm/Ghs Kreuzwirt - Eibisberg, 10,5 km

Strecke: Weizklamm, Ghs Kreuzwirt (621 m) - Schmied/Weiz (717 m) - Egg/Kogel (958 m) - Gschaid (1047 m) - Eibisberg (1250 m), 629 Höhenmeter, durchschnittliche Steigung 6 %, max. Steigung 16 %, Wetter: bedeckt, saukalt, leichter SO-Wind (Rückenwind), 10°

Rennverlauf: Zusammen mit den A-Fahrern beginnt die Aufholjagd auf dem 4 km langen Flachstück bis Schmied/Weiz, da haben wir 100 Höhenmeter zu bewältigen, gibt eine Durchshcnittssteiugng von 2,5 %. Mit 53/16 und 17 fahrne wir mit bis zu 38 und 39 km/h an die beiden Gruppen der C- und B-Fahrer ran, nach 3 km ist das gesamte Feld geschlossen. Einzig Schellnegger fällt durch einen Defekt zurück. Sowss gönne ich niemandem, dennoch registriere ich mit Genugtuung, daß damit einer meiner direkten Konkurrenten ausgefallen ist. Aber: es tut mir dennoch leid für ihn. Pöltl und Graf machen Tempo, vom einen ist es sowieso üblich so, vom anderen überrascht es mich doch etwas, ich gehe sicherheitshalber mit, außerdem benutze ich diese 4 km auch zum endgültigen perfekten Aufwärmen. Ich fahre ganz vorne, immer Top-5, bekomme gar nicht mit, was sich da hinter mir alles tut. Dann, nach 4 km, Abzweigung rechts, und schon hängen wir in der Wand. 39/23, wenig später 24, ich fahre weiterhin ganz vorne mit. Erstaunlich, wie leicht mir das fällt. Der Puls geht langsam rauf, 150, 160, 170, zwischen 172 und 175 pendelt er sich ein, da habe ich noch ziemliche Reserven. Dann sind die Favoriten auch schon da, fahren langsam vorbei, ich probiere gar nicht, um jeden Preis mitzuhalten. Langsam falle ich aus dieser Gruppe zurück. Vor mir sind also Wabnegg, Taucher, Pöltl, Schwarzäugl, ich liege an der 5. Stelle. Kurz darauf fährt auch noch Kleinhappl vorbei, schließt ganz schnell zur Spitze auf. Ich führe praktisch die nächste Gruppe an, mit Bruchmann und Handler, Bruchmann fährt auch nach vorne, ich bleibe mit Handler übrig, und dan kommt von hinten auch noch Graf an uns heran und fährt auch gleich vorbei. Ich lasse mich nicht beirren, fahre weiterhin mein Tempo, der Puls bleibt konstant um die 175. Ich weiß zwar, daß ich noch ein klein wenig zulegen kann, möchte aber nichts riskieren, bleibe also bei meinem Tempo. Langsam wachsen die Abstände. Kein Ertl, ken Kohlhauser, kein Binder weit und breit. Ich möchte ja nichts verschreien, aber diese Situation, diesen Vorteil, den möchte ich nicht mehr aus der Hand geben. Das heißt, ich darf mich nicht übernehmen, muß bis zuletzt Reserven behalten. Und so verdammt steil ist dieser Scheißberg, und das Steile liegt mir überhaupt nicht!! Dennoch kann ich meine Position halten, nach hinten wird das Loch immer größer, nach vorne ist der Abstand unglaublich gering. Ich sehe sie alle vor mir, Schwarzäugl attackiert, fährt weg, hat ein Loch, vergrößert seinen Vorsprung. Ich kann alles genau verfolgen, und manchmal habe ich sogar den Eindruck, mit einem energischen Sprint könnte ich jederzeit ein paar Positionen gutmachen. Langsam klettert jetzt auch der Puls nach oben, 177, 180, 182. Langsam aber sicher nähere ich mich dem roten Bereich. Und das stellt mich jetzt auch vor die Wahl, entweder so weiterzufahren und einen Einbruch zu riskieren, oder aber rechtzeitig zurückzunehmen. Handler hängt an meinem Hinterrad, röchelt und schnauft immer heftiger. Nie und nimmer werde ich jetzt zurücknehmen! Diese Chance darf ich mir doch nicht entgehen lassen! Natürlich forciere ich sofort, fahre langsam an Bruchmann ran, ziehe Handler aber mit. Dann ist da wieder ein kurzes Flachstück. Sofort schalte ich aufs große Blatt, ziehe einen energischen Sprint an, fetze förmlich an Bruchmann vorbei, ein Blick auf den Tacho zeigt 44 km/h an! Die beiden Hartberger lassen sich aber nicht überrumpeln, hängen sofort am Hinterrad. In dem Moment weiß ich, daß es sauschwer werden wird, die beiden abzuhängen. Wir jagen durch eine langgezogene Mulde, dann ist schon wieder die nächste Steigung da. Die Beine brennen, ich schwanke zwischen Hinhalten und Nachlassen. Dann sind wir oben in Gschaid, ich halte verzweifelt hin, langsam aber gewinnt Bruchmann wieder Meter um Meter an Vorsprung. Nur jetzt nichts erzwingen! Ein Blick zurück, Handler reißt ab, jetzt muß ich draufdrücken. Vor mir sehe ich Taucher, Pöltl und Wabnegg, auch Schwarzäugl noch, der einen ziemlichen Vorsprung bereits herausgefahren hat. Abzweigung links, noch 2 km. Ich darf Bruchmann nicht zu weit weglassen, ich spüre eine leichte Schwäche. Hoffentlich erfange ich mich bald, denn sonst kann ich ihn abschreiben. Langsam wächst der Abstand. Ein Blick zurück zeigt mir, daß hinten auch Ertl aufgetaucht ist. Bin ich langsamer geworden? Puls 188, ich darf nichts mehr riskieren, sonst verliere ich auf die Verfolger. Also reinbeißen in den bitteren, schmerzenden Apfel. Die nächste Steigung, das nächste Flachstück, die Abstände schmelzen etwas. Ich komme näher an Bruchmann heran, aber auch die Verfolger näher an mich. Ich behalte die Nerven, ich weiß, daß ich notfalls auch einen langen Sprint fahren kann. Bruchmann blickt sich immer wieder um, ganz vorne ist auch Graf wieder in Reichweite, und davor sind plötzlich Taucher und Pöltl auch greifbar nahe. Ein verrücktes Rennen! Ich kann wieder forcieren, eine lange Gerade im Wald, Bruchmann geht aus dem Sattel, legt zu, beschleunigt, ich aber auch, ich drehe mich noch einmal um, jetzt ist plötzlich Ertl hinter mir, ich gehe aus dem Sattel - das erstemal übrigens heute - und fliege förmlich an Bruchmann ran, hinter mir wird das Loch wieder größer, leider erreiche ich ihn nicht mehr ganz. Aber wir sind beinahe an Taucher und Pöltl herangekommen! Ich schaffe Bruchmann nicht mehr ganz, bleibe 6 Sekunden hinter ihm, habe 4 Sekunden Vorsprung auf Ertl und 34 Sekunden auf Handler. Geschafft! Platz 8 ist doch deutlich stärker als ich erwartet habe. Insgesamt 28 Fahrer werden klassiert.

Ergebnis: 1. Michael Schwarzäugl (ARBÖ Drahteisel Voitsberg) 28:57 (Schnitt 21,1 km/h), - 2. Dieter Wabnegg (RC Team Sport Nora) -1:02, - 3. Kleinhappl (ARBÖ Radsport-Vyhcodil Vredestein Graz) -1:20, - 4. Hans Taucher (ARBÖ Sparkasse Kindberg) -1:52, - 5. Friedrich Pöltl (TSV Zweirad-Kappler Hartberg) -2:00, - 6. Markus Graf (ARBÖ Radsport-Vyhcodil Vredestein Graz) -2:05, .... 8. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) -2:26

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Sonntag, 23. September 2007: Bergzeitfahren Stadl/Mur - Flattnitz

Strecke: Stadl/Mur - Paal - Kaltwasser - Flattnitz, 14,9 km, Start Freizeitzentrum Stadl ab 11 Uhr, 435 Höhenmeter

Rennverlauf: Totales Chaos, große Hektik, denn erstmals werden heuer die Nachnennungen nicht am Ende des Starterfeldes gestartet, sondern am Anfang! Das heißt, Start in 25 Minuten! Wenigstens ist es warm und sonnig, ich wärme nicht mal 7 km auf, dann muß ich schon zum Start. Vor mir startet Neuhold Karl, in 30-Sekunden-Intervallen werden die Fahrer losgeschickt. Ich beginne sehr schnell, der erste Kilometer ist schwer, ich bin beinahe am Anschlag, fühle, daß ich am Limit bin. Vorsichtig zurücknehmen. Ich sehe Karl gleich vor mir, nach einem Kilometer habe ich ganze 2 Sekunden gutgemacht. Na servus, das kann ja heiter werden! Ich muß mich etwas zurücknehmen, das Tempo liegt bei 35 bis 38 km/h, der Puls steigt langsam an, 130, 140, 150, quälend langsam. Bin ich trotzdem so weit von meinem Niveau weg? Unsicherheit. Ich keuche ziemlich, ich bin eindeutig am Limit. Scheiß auf die Pulsanzeige! Die macht mich nur nervös. Ich komme shcnell an Karl heran, ich fühle mich eigentlich mit jedem Meter besser und stärker. Langsam taste ich mich an meine Schwelle heran. Nach genau 3 Kilometer fahre ich an ihm vorbei, habe die 30 Sekunden vom Start aufgeholt. Und danach geht es Schlag auf Schlag, alle paar hundert Meter überhole ich Fahrer, einen nach dem anderen. Ich bin mit 53/17 losgefahren, muß dann auf 53/18 schalten, die Straße steigt langsam an, das Steilstück bei Halbdistanz rückt langsam näher. Daß ich andauernd Fahrer überhole, baut mich auf, die Startnummern werden immer niedriger. Ich bin mit Nummer 69 ins Rennen gegangen, überhole jetzt schon die ersten fünfziger Nummern. Dann bin ich im Steilstück, gut 10 % steil, schnurgerade geht es hinauf zur Staumauer. Die schwierigste Passage, also gebe ich hier alles. Ich fliege förmlich an allen vorbei, die da im Zickzack die Mauer emporkraxeln. Aber es wird mir zu steil, ich gehe noch auf 39/19. Aber es gelingt mir, konstant mit 16 bis 17 km/h die ganze Mauer hochzufahren. Mit dem letzten Dreck sprinte ich über die Kuppe, der Puls ist jetzt auf 186 emporgeschnellt. Eine kurze Abfahrt, sofort wieder in die aerodynamische Position, schalte auf das große Blatt, 53/19, 18, 17, ich suche und finde auch gleich meinen Rhythmus wieder. Das Ärgste ist überstanden, jetzt heißt es, Tempo zu machen, hohes Tempo, ich schaffe ein konstantes Tempo zwischen 33 und 35 km/h. Es motiviert zusätzlich, daß ich das Tempo halten kann, daß ich mich gut und stark fühle, daß ich pausenlos Fahrer überhole. Langsam nimmt die Steigung zu, es wird hart, ich kann die Trittfrequenz nicht mehr halten, gehe wieder auf 53/18, wieder fahre ich an ein paar Fahrern vorbei. Der Geschwindigkeitsunterschied ist eklatant. Jetzt sind auch schon ein paar 40er-Nummern dabei. Ich passiere die 1000-m-Marke, jetzt ist es gleich geschafft. Und jetzt erreiche ich auch die Nummer 66, der hat mir in meiner Liste noch gefehlt. Raimund Burger, der ist eineinhalb Minuten vor mir gestartet. Ich fahre schnell vorbei, noch 500 Meter, die letzte Steigung, so um die 10 Prozent, Ich nehme alle kraft zusammen, schalte nicht auf das kleine Blatt, wie alle anderen, ich bleibe am großen Blatt, gehe nur rauf bis zum 21er. Ziehe voll durch, ich wundere mich, wie leicht das geht. Mit genau 21 km/h rase ich förmlich über diese letze Kuppe, rechts rein zum Parkplatz und über die Ziellinie. Ich bin völlig ausgepumpt, der Pulsmesser zeigt 194 an. Optimal! Mein Computer zeigt 32:02 Minuten Fahrtzeit an. Auf den letzten viereinzhalb Kilometern war der starke Gegenwind sehr, sehr hinderlich, hat das Tempo gedrückt und viel Kraft gekostet. Ich bin völlig leer, keuche wie ein schwerer Asthmatiker, ich weiß, ich hätte keine Sekunde schneller fahren können. Die Zeit ist nicht schlecht, die ist bei diesem starken Gegenwind sauschnell. Ich ahne bereits, daß diese Zeit nur sehr, sehr schwer zu schlagen sein wird. Mein riesiger Vorteil: weil die Nachnennungen vorher schon ins Rennen gegangne sind, haben die alle den Vorteil, daß der Wind von Minute zu Minute stärker wird, bis dann eine gute Stunde später meine Kategorie dran ist, haben die alle sehr viel schlechtere Bedingungen, haben einen viel stärkeren Gegenwind. Endlich ist mal für ausgleichende Gerechtigkeit gesorgt, schlägt das Pendel zu meinen Gunsten aus! Niemand kann meine Zeit unterbieten, ich bin der Sieger. Zum erstenmal gewinne ich auf der Flattnitz. Es war immer schon einer meiner Lieblingsrennen, weil mir das Streckenprofil einfach zusagt. Aber zum ersten Mal stehe ich am Siegespodest ganz oben. Toll! Ich kann zufrieden durchatmen, die Strapazen sind mit einem Mal verschwindend klein und fallen überhaupt nicht mehr ins Gewicht.

Ein paar Zahlen zu dem Sieg: Saisonsieg Nummer 4, es ist definitiv mit Abstand meine allerbeste Saison seit meiner Knieverletzung vor 4 Jahren, Maximalpuls 194, Durchschnittspuls 169. Ein paar Zeitabstände zu anerkannt guten Zeitfahrern: Rudi Mitteregger bleibt 2:47 hinter mir, Gerhard Pfeifer (Bruck/Mur) 11 Sekunden,  Josef Schalk 10 Sekunden, Franz Tarmann 2:30, Walter Gratzl 3:37, Hans Stocker 1:17, Raimund Wulz 1:45, Gerhard Pertl 7 Sekunden

Ergebnis: 1. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) 32:02 (Schnitt 27,8 km/h), - 2. Reinhard Salcher (RC Feld/See) -0:33, - 3. Josef Neff (St.Michael) -0:56, - 4. Markus Winkler (SC MTB Stevens Mirnock) -0:57, - 5. Horst Pfeifenberger (Radsport Sampl) -1:33, - 6. Siegfried Habich (HN Radcenter St.Lorenzen) -1:46

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Samstag, 29. September 2007: Weizer Bergmeisterschaft, Gottfried-Friessenbichler-Gedenkrennen: Bergrennen in Naas, 8,2 km

Rennen 1: Strecke: Naas neutralisiert bis Sturmberg, Naasgraben (3 km), dann Naasgraben - Naas-Berg - Koar-Toni - Patschaberg, 4,2 km, 356 Höhenmeter, Steigung durchschnittlich 8,2 %, maximal 16 %, Start 14 Uhr, Wetter: bewölkt, leichter NW-Wind, 18°

Rennverlauf: Trotz der starken Knieschmerzen, die mich schon die ganze Woche plagen, bin ich am Start. Es ist immer so, daß man es ja nicht wahrhaben will, daß man besser zuhause bleiben sollte. Was macht es denn für einen Sinn, sich bei so starken Schmerzen herumzuquälen, abgehängt zu werden, Schmerzen zu leiden, weit unter Wert zu fahren?? Logisch betrachtet natürlich keinen Sinn. Aber wer ist schon logisch? Vor allem wenn die Form da, will man so etwas einfach nicht hinnehmen. Und wenn die Form dann auch noch ausgezeichnet ist, dann MUSS man einfach mit dem Kopf durch die Wand - geht´s denn anders auch? Schon beim Aufwärmen merke ich, daß das heute nicht viel anders wird: der Schmerz stellt sich schon mal vor, klopft an der Tür - dabei rolle ich mit 53/19 und 20 locker bergab. Wie wird das erst bei 16 % bergauf??? Ich weiß, Gedanken ausschalten, der Schmerz soll nur kommen, ist ja NUR ein Schmerz, den kann man aushalten und ertragen. Manchmal wird das ganze Kniegelenk richtiggehend taub, knickt dann ein, ist völlig kraftlos - ein ganz komisches, seltsam kribbelndes Gefühl. Naja, ich will lieber nicht zuviel davon erzählen. Zurück zum Start: die neutralisierte Sektion (ca 3 km) überstehe ich völlig schmerzfrei, dann geht es nach dem Start etwa einen Kilometer ganz flach den Berg hoch, ehe ein kurzes, etwa 350 Meter langes Steilstück wartet - die erste Selektion. Dort muß man einfach dabeisein. Wir kommen zu dieser Passage, und irgendwer attackiert vorne, und sofort stürmen alle hinterher. Ist schon komisch, wie der Rennverlauf wirklich JEDES Jahr sich an dieser Stelle gleicht. Ich muß mitfahren, und weil´s so kurz ist, fahren sie alle schnell und hart, das muß ich auch, und das kann ich normalerweise schon nicht, und heute schon gar nicht. Ich wuchte mich einfach drüber, ohne Rücksicht auf Verluste. Und sofort ist der Schmerz da, in voller Blüte und ganzer Herrlichkeit. Tränen stehen mir in den Augen.aber ich bin dabei. Eine lange Kuppe, Ortsdurchfahrt, eine kleine Mulde, und dann geht es richtig zur Sache. Zwei Mann haben aufgeschlossen, dann geht es auch schon rein in die Wand. 16 %, schnurgerade geht es hier hoch. Sofort zieht sich die Gruppe in die Länge, zerfällt. Sicher, die Abstände sind nur gering, aber immerhin. Ich pfeife aus dem letzten Loch, quäle und schinde mich, völlig sinnlos, Kurve um Kurve höher. Neuhold ist an mein Hinterrad gefahren, und nach ein paar hundert Metern fährt er vorbei. Heute fährt er wirklich ein ausgezeichnetes Rennen. Es sieht leicht aus, es sieht locker aus, und sofort gewinnt er ein paar Meter. Ich registriere das nur so nebenbei und im Hinterkopf, denn ich bin ganz auf mein Knie konzentriert. Ich kämpfe mich durch ein Meer aus Schmerzen, kurz vor dem Ziel wird es flacher, ich kann etwas beschleunigen, komme wieder näher an ihn heran, im letzten Moment aber nehme ich das Tempo weg. Wozu auch, so ist er beim Zeitfahrne dann vor mir. Nur nicht zuviel anstrengen, der Schmerz ist auch so stark genug. Als ich über den Zielstrich fahre, kann ich gar nicht mehr denken. Ich setze das Bein auf den Boden, strecke es durch, und beinahe augenblicklich ist der Schmerz weg. Ich fahre den Berg runter, es ist, als hätte ich geträumt. Das Knie ist locker und frei, keine Spur von einem Schmerz. Wer will mich da verhöhnen?

Ergebnis: 1. Michael Schwarzäugl (ARBÖ Drahteisel Voitsberg) 14:04 (Schnitt 18,0 km/h), - 2. Daniel Wabnegg (RC Team Sport-Nora Wien) -0:01, - 3. Johann Taucher (ARBÖ Sparkasse Kindberg) -0:09, - 4. Kleinhappl (ARBÖ Vredestein Radsport Vychodil) -0:12, - 5. Friedrich Pöltl (TSV Zweirad-Kappler Hartberg) -0:21, - 6. Peter Schellnegger (ARBÖ Intersport Sparkasse Weiz) -0:33, ... 15. Robert Bartonek (ÖAMTC SC Tiroler Radler Bozen) -2:02

Rennen 2: Strecke: Naas - Weizer Zeil - Weizer Greith - Gschaid bei Weiz, 4,0 km, 326 Höhenmeter, Steigung durchschnittlich 8,1 %, maximal 12 %, Start ab 15 Uhr, Jagdrennen (Startreihenfolge in  Reihenfolge des Zieleinlaufes des ersten Rennens mit den tatsächlichen Zeitabständen)

Rennverlauf: Ich beginne relativ vorsichtig, forciere nicht, ich fahre nur ein paar Sekunden hinter Neuhold. Gleich auf den ersten paar hundert Metern mache ich einen Großteil meines Rückstandes wett. Auch die beiden Fahrer vor ihm, Auer und Wiesenhofer, sind durchaus in Griffweite, wenn ich gesund wäre, dann wäre das überhaupt kein Problem. Aber so? Langsam kommt der Schmerz, dummerweise ist es gerade nach dem Start am steilsten. Meter um Meter kämpfe ich mich durch die vielen Kurven, arbeite mich ganz langsam näher und näher an Karl heran. Aber er sieht schon wieder verdammt gut aus. Meine Gedanken sind aber wieder ganz woanders. Schmerzen kann man ertragen, sage ich mir immer und immer wieder. Ganz langsam kommt er auch an die beiden vor ihm heran, wir schiebne uns alle vier immer näher zusammen. Eigentlich erinnere ich mich an dieses Rennen kaum, in meinem Gedächtnis ist nur der überdimensionale Schmerz haften geblieben. Ich merke schon, daß die Form sehr gut ist, trotz der Woche ohne effektives Training. Was wäre da alles drinnen! Nein, keine negativen Gedanken, nicht jetzt im Rennen! Konzentration auf etwas anderes, auf die Bewegung, die Zeitabstände, die Distanz, die Übersetzung, den Rhythmus, die Atmung. Aber die Gedanken schweifen immer wieder ab, ich kann mich in diesem Zustand einfach nicht konzentrieren. Immer näher komme ich heran, aber der ganz große Sprung in der Gesamtwertung ist natürlich auch nicht drin. Mit einem Mal, auf ein paar wenigen Metern, bin ich plötzlich beinahe am Karl dran. Ich sehe nach vorne, und die beiden vor ihm haben ihren Abstand wieder vergrößert. Damit ist klar, er ist eingebrochen. Schade für ihn, ich bin dran, fahre gleich vorbei, es bleibt noch ein knapper Kilometer bis zum Zielstrich. Die Straße wird flacher, viel flacher. Ich schalte aufs große Blatt, fahre aber wie in eine Mauer, bleibe förmlich stecken. Es ist keine Kraft in den Beinen. Ich müßte wieder runterschalten, statt dessen bleibe ich auf 53/21, stehe auf und lege alle Energie in diesen letzten Tritte. Nur nicht langsamer werden, keine Tritte auslassen! Ich fahre durchs Ziel, fahre weiter bis in die Ortschaft rauf. Ganz langsam nehme ich das Tempo raus,  nur nicht zu schnell, der Schmerz wäre viel zu groß. Es ist geschafft

Ergebnis: 1. Michael Schwarzäugl (ARBÖ Drahteisel Voitsberg) 12:57 (Schnitt 18,7 km/h), - 2. Daniel Wabnegg (RC Team Sport-Nora Wien) -0:10, - 3. Kleinhappl (ARBÖ Vredestein Radsport Vychodil) -0:27, - 4. Friedrich Pöltl (TSV Zweirad-Kappler Harberg) -0:38, - 5. Peter Schellnegger (ARBÖ Intersport Sparkasse Weiz) -0:46, - 6. Bernhard Kohlhauser (ARBÖ Vredestein Radsport-Vychodil) -0:51, ... 13. Robert Bartonek (ÖAMTC SC Tiroler Radler Bozen) -1:40

Gesamtergebnis (8,2 km, 676 Höhenmeter): 1. Michael Schwarzäugl (ARBÖ Drahteisel Voitsberrg) 27:01, - 2. Daniel Wabnegg (RC Team Sport-Nora Wien) -0:11, - 3. Kleinhappl (ARBÖ Vredestein Radsport-Vychodil) -0:27, - 4. Friedrich Pöltl (TSV Zweirad-Kappler Hartberg) -0:59, - 5. Johann Taucher (TSV Zweirad-Kappler Hartberg) -1:01, - 6. Peter Schellnegger (ARBÖ Intersport Sparkasse Weiz) -1:19, ... 14. Robert Bartonek (ÖAMTC SC Tiroler Radler Bozen) -3:42

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Sonntag, 30. September 2007: Rundstreckenrennen in Seiersberg, 12,5 km

Strecke: Rundkurs im Gewerbepark Seiersberg, Burger King - Hornbach - Zgonz - Dehner - Burger King, 1,250 km

Streckenlänge: 10 Runden = 12,5 km, 100 Höhenmeter, Start 9 Uhr, Wetter: heiter, windstill, 10 Grad

Rennverlauf: eine lächerlich kurze Distanz ist das, viel Taktik ist da nicht möglich, nur einfaxch wild drauflosfahren, mit Brachialgewalt. Alles das halt, was ich nicht mag. Dazu die Ungewißheit, wie das Knie reagieren wird. Gestern nach dem Rennen war der Schmerz sofort weg, heute geht es mir deutlich besser. Aber ich weiß ja aus Erfahrung, daß der Schmerz erst kommt, wenn ich am Rad sitze. Aber ich rechne doch damit, daß auf flacher Strecke der Effekt nicht so drastisch werden wird. Wir sind 19 Fahrer, die meisten kommen vom Verein aus Raaba. Die feine taktische Klinge wird da nur sehr schwer zu führen sein. Zu viele Interessen, zu viele, die ihre Chance in der Kürze der Distanz sehen, die vor allem ihre Chance im Überraschungsmoment sehen.Ich grenze meinen eigenen Favoritenkreis mal drastisch ein (in der Reihenfolge): Mosler, Pfeifer, Geiger. Die erste Attacke, gleich am Start, fährt aber ein anderer, sofort ist das Feld in die Länge gezogen, Einserreihe, hohes Tempo. Als der vorne wegschwenkt, drücke ich sofort drauf. Es rollt, das Knie macht keine Probleme (zumindest noch nicht), da macht es wirklich Freude, den Haufen auseinanderzunehmen. Am Ende der Gerade blicke ich mich um und bin zufrieden: ein paar sind bereits abgerissen, der Rest hat sich am Lenker verbissen, ich sehe verzerrte Gesichter und Schweißperlen - ganz gut für 400 Meter, oder?? Wenigstens Auftrieb gibt dieses Bild. Die Zielkurve ist auch ganz spaßig: ein enges Eck nach rechts, eine spiralförmige langgezogene aber ebenfalls sehr enge Linkskurve steil bergauf zur Zielgeraden, so eng, daß man da gehörig Tempo rausnehmen muß. Die Kuppe mit der Zielgeraden ist nahc meinem Geschmack, ich fahre die gesamte Runde mit 53/16, im Anstieg ist diese Übersetzung hart, ich gewinne da jedesmal viele Meter an Boden, die die anderen erst mal wieder zufahren müssen. Und das tut weh. Nach 2 Runden wird das Attackieren eingestellt, danach versucht es einmal Geiger ganz sporadisch, aber ich passe auf, bin sofort am Hinterrad, Pfeifer fährt auch einmal nach und zieht den Haufen in die Länge. Sehr bald sind wir nur mehr 7 Mann. Mit einem so großen Vorsprung, daß der Sieger aus dieser Gruppe kommen muß. Viel Taktik kann ich - wie erwartet - nicht erwarten, ich tue ihnen halt weh, wo ich nur kann, vorzugsweise an der Zielsteigung. Die ist ein Hammer, und die fährt gehörig in die Beine, obwohl gerade mal 200 Meter lang. Aber da haben sie immer gehörig zum Knabbern, ein paarmal mache ich mir sogar den Spaß, auf der Ziellinie richtig wegzufahren.

Die Spitzengruppe: Gerhard Mosler vor mir in der Zielkurve

Die Vorentscheidung fällt in der 8. Runde: Gerhard Mosler (Raaba) schleicht sich weg, ist mit einem Male ein paar Meter vor der Gruppe, aber niemand reagiert. Ich sehe mir das alles mal an, reagiere auch nicht. Was sollte es auch für einen Sinn machen, wieder alle ranzufahren? Also lasse ich ihn mal machen und nehme mir vor, ranzufahren, sollte der Abstand zu groß werden. Die neunte und vorletzte Runde geht auch vorüber, nichts passiert, außer daß der Vorsprung immer größer wird. Eigenartig, die sind wohl alle platt. Zehnte und letzte Runde, jetzt wird es, wie immer in solchen Fällen, eine Frage der Geduld. Wer die Nerven wegschmeißt und zu früh in die Offensive geht, verhungert und bereitet nur den Boden für die Konkurrenz. Da ist goldrichtiges Timing gefragt, das Fingerspitzengefühl. Ich fühle mich so gut, ich strotze nur so vor Selbstvertrauen und Energie. Das Knie habe ich kein einziges Mal gespürt, auch nicht am Zielanstieg. Klingel für die letzte Runde, Mosler führt mit etwa 100 Meter Vorsprung, aber von hinten kommt nichts. Gut so, ich kann warten. Die erste Gerade, Kreisverkehr, die zweite Gerade, Kurve, die lange dritte Gerade, Abstand unverändert, Mosler blickt sich andauernd um. Auch gut, er ist unsicher. Dann die Abfahrt, unten dann ein 90-Grad-Eck nach links. Ein einziger Antritt, da muß alles passen. Abfahrt, 53/15, mit 45 km/h das Eck, danach der Angriff. Aus der Kurve raus, beschleunigen bis aufs Maximum, mit 55 km/h fliege ich an ihm vorbei. Und schon hole ich weit aus für den Zielanstieg. Optimale Linie, da sollte keiner mehr vorbeifahren können und ich den meisten Schwung mitnehmen. Die erste Position ist da ideal, dieser Vorteil ist unschätzbar. Ich schaue nicht zurück, ich konzentriere mich darauf, mein Maximum zu bringen. Erste Kurve nach rechts, ich schieße den Hang hinauf, rein in die Linkskurve, ziehe nach innen, dann trägt´s mich rechts raus, ich ziehe weiter nach links rüber und begehe den ersten Kapitalfehler. In meinem Überschwang, in meiner Euphorie, verlasse ich auf den letzten 100 Metern die Linie. Ein Fehler, den ein Sprinter niemals machen würde. Damit gebe ich die Linie frei für den Mann hinter mir, für den Geiger Thomas. Der nimmt natürlich dankbar an und fährt vorbei. Ich erkenne den Fehler, schwenke instinktiv an sein Hinterrad und begehe damit Fehler Nummer 2: denn jetzt mache ich auch links den Platz frei für Mosler, der sich natürlich auch nicht zweimal bitten läßt. Zugegeben, es sind zwei ausgezeichnete Sprinter, gegen die hätte ich sowieso nicht den Funken einer Chance, aber einen solchen Vorteil noch aus der Hand zu geben, da gehört schon eine ganz gehörige Portion Größenwahn dazu. Aber bitte, ich habe die Lektion gelernt. Und selten habe ich mich über einen dritten Rang so geärgert wie diesmal. Zwei Kapitalfehler auf den letzten 100 Metern, dasist wirklich ein Kunststüc. Ich könnte mich hinten reinbeißen, jeder Schülerfahrer würde das besser machen. Das erste, was jeder mitbekommt: im Sprint die Linie nicht verlassen!! Wenn ich ein Stammbuch hätte, würde ich´s mir reinschreiben.

Die entscheidende Stelle des 1,2-km-Rundkurses: die Zielkurve führt knappe 100 Meter vor der Ziellinie bergauf

Ergebnis: 1. Gerhard Mosler (ARBÖ ASKÖ Raaba) 18:47 (Schnitt 40,1 km/h), - 2. Thomas Geiger (ARBÖ ASKÖ Raaba), - 3. Robert Bartonek (ÖAMTC SC Tiroler Radler Bozen), alle gleiche Zeit, - 4. Gerhard Pfeifer (ARBÖ Elektro-Merl Bruck/Mur) -0:02, - 5. Erich Perkitsch (RC Union Volksbank Deutschlandsberg), - 6. Wolfgang Ernst, alle gleiche Zeit

Die ersten drei des Rundstreckenrennens (von links): Thomas Geiger (2.), Gerhard Mosler (1.), Robert Bartonek (3.)

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Sonntag, 7. Oktober 2007: Manfred-Meixner-Gedenkrennen: Bergzeitfahren Oberaich/Utschtal - Jausenstation Kohler, 3,6 km

Strecke: Oberaaich, Utschtal - Jausenstation Bernhard Kohler, 3,6 km, 330 Höhenmeter, Steigujng durchschnittlich 11 %, maximal 16 %, Start ab 11 Uhr,  Wetter: heiter, mäßiger SW-Wind, 16°

Blick vonm Ziel bei der ehem. Jausenstation ins Tal Richtung Oberaich und Bruck/M.

Rennverlauf: Mit der hohen Startnummer 86 bin ich ins Rennen gegangen, vor mir Neuhold Karl und Ulrich Gössler (Voitsberg). Da ich mich ziemlich gut und stark gefühlt habe, sind die Erwartungen auch dementsprechend hoch gewesen. Top 5 sowieso, aber ich wollte unbedingt aufs Stockerl und dabei unter 12 Minuten fahren. Vielleicht ein bißchen zu viel auf einmal? Ich war perfekt aufgewärmt (gut 40 km) und bin mit dementsprechenden Elan die Aufgabe angegangen. Hohe Ambitionen, große Motivation, gute Form, strotzend vor Kraft und Energie, was bitte soll da noch schiefgehen? Vielleicht bin ich ein wenig übermütig gewesen, aber es ist nicht so gelaufen, wie ich das geplant hatte. Der erste Kilometer relativ flach, dann leicht ansteigend, aber immer noch mit dem großen Blatt, habe ich hier den anfänglichen Schnitt von 45 km/h leider nicht mehr halten können, bin nur mit etwa 30 km/h in die Steigung reingefahren. Deutlich langsamer als in den Jahren zuvor. Und dann habe ich den Karl zum erstenmal vor mir gesehen und mußte feststellen, daß ich nach eineinhalb Kilometern nur etwa 8 Sekunden gutgemacht hatte. Langsam breitete sich Panik aus. Ich habe gekeucht, der Puls war auf 160 oben, ist weiter gestiegen. Voller Kraft bin ich über die erste Kuppe gesprintet, dann das Flachstück, habe nicht geschaltet, bin mit hoher Frequenz weitergefahren, dann aufs große Blatt, und schon war der nächste Anstieg da. Diesmal mit 39/19, aber oben war ich leer und mußte in der etwas flacheren folgenden Passage mit 39/21 fahren. Aber ich war ihm ein gutes Stück nähergerückt, bin nur mehr etwa 20 Sekunden hinter ihm gelegen. Puls 175, und hinein in die nächste Steigung. 10 %, 12 %, 14 %, das steilste Stück des Anstiegs. Ich war mittlerweile schon bei 39/23 angelangt. Schwer atmend, keuchend, bin ich durch den Wald gehechelt, quälend langsam komme ich näher. Er führt noch mit 30 Sekunden. Dann - endlich - die 1000-m-Marke, ich bin 8:25 Minuten unterwegs. Nicht shclecht, denke ich mir, 20 Sekunden schneller als Günther im Vorjahr. Aber dann schaffe ich es nicht, im flacher werdenden letzten halben Kilometer konsequent aufs Tempo zu drücken. Ich bin zu langsam, ich spüre es, ich weiß es.39/22, 21, dann 19, aber ich habe nicht mehr die Luft, um das große Blatt aufzulegen. Und genau das müßte ich hier. Ich kann nichts mehr zusaetzen, rolle ins Ziel. Am Schlußkilometer bin ich sehr schnell und deutlich an Karl herangekommen, im Ziel liege ich dann nur mehr 15 Sekunden hinter ihm, habe ihn also um 45 Sekunden (!) distanziert. Viel weniger als erhofft, aber dre Junge hat in den letzten Wochen enorm zugelegt und sich gesteigert. Keine Frage, er ist erheblich stärker als noch im Sommer. Als ich dann auf der Ergebnisliste sehe, wie knapp ich das Podest und selbst den Sieg verpaßt habe, ärgere ich mich im ersten Moment etwas, denn die Leute vor mir habe ich ja alle schon mal geschlagen.

"Karl der Große", den ich beinahe einhole - gerade mal 15 Sekunden fehlen mir.

 

Und da bin ich jetzt kurz vor dem Ziel

An derselben Stelle der Sieger meiner Altersklasse, der Brucker Gerhard Pfeifer, unterwegs mit dem Zeitfahrrad - wie man sieht, geht das auch bergauf

Peter Endthaler, der Dritte

Klubkollege Gerald Leutgeb ist gerade mal 10 Sekunden schneller als ich und wird Zweiter

Tagessieger Markus Eibegger (Team Elk-Haus Simplon) fährt mit 9:21 Minuten neuen Streckenrekord

Hier bin ich vor unserem TaHiro-Stand im Zielgelände

Die Sieger der Altersklasse 3 (von links): Gerald Leutgeb (2.), Gerhard Pfeifer (1.), Peter Endthaler (3.),  Robert Bartonek (4.), Erwin Prodner vom Veranstalter

Hier noch mal Markus Eibegger, der neue Streckenrekordhalter, im Gespräch mit Veranstalter Richard Nudl

Ergebnis Tageswertung: 1. Markus Eibegger (RC ELK-Haus Simplon) 9:21, - 2. Martin Schöffmann -0:10, - 3. Wolfgang Geisler (HN-Radcenter) -0:46, - 4. Christian Kohlhauser (Café für Jedermann) -1:26, - 5. Markus Feyerer (ARBÖ Elektro-Merl Bruck/Mur) -1:29, - 5. Wolfgang Weisl -1:44, - 6. Andreas Greifensteiner (MTB Steinböcker) -1:55, ...  26. Robert Bartonek (ÖAMTC SC Tiroler Radler Bozen)  -2:53

Ergebnis Altersklasse 2: 1. Gerhard Pfeifer (ARBÖ Elektro-Merl Bruck/Mur) 11:45, - 2. Gerald Leutgeb (SC Tiroler Radler Bozen) -0:18, - 3. Peter Endthaler (RC Aflenz-Hochschwab) -0:25, - 4. Robert Bartonek (SC Tiroler Radler Bozen) -0:28, - 5. Siegfried Habich (HN-Radcenter) -1:50, - 6. Heinz Kornberger (RC ARBÖ Elektro-Merl Bruck/Mur) -1:50

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Sonntag, 14. Oktober: Straßenrennen "Trofeo Comune di Stra", 93,5 km

Strecke: San Pietro - Paluello - Fiesso d´Artico - Stra - San Pietro, 10,4 km, 10 Höhenmeter

Streckenlänge: 9 Runden á 10,4 km = 93,5 km, 90 Höhenmeter, Start 9.20 Uhr, Wetter: bedeckt, kühl, leichter O-Wind, 14°

Vor dem Start noch guter Dinge

Rennverlauf: "Welcome back home" wütde der Amerikaner sagen. Endlich wieder im geliebten Italien rennmäßig auf den Landstraßen unterwegs! Und endlich im Trikot des neuen Vereins, Tecnoimpianti Padova! Und das gleich beim Herbstklassiker in Stra! Ein Tag der Premieren also, und gut 140 Starter nehmen das Rennen auf. Solche riesigen Starterfelder bin ich gar nicht mehr gewohnt. Und auch die Distanz bereitet mir Probleme, denn knapp 100 Kilometer bedeuten immerhin eine Streckenlänge, die ich rennmäßig seit eineinhalb Monaten (Wildon-Marathon) nicht mehr gefahren bin. Daß mir da nicht alles locker von der Hand gehen wird, ist selbst mir sonnenklar. Bereits zum 18. Mal findet dieser Klassiker in Stra statt, sozusagen einem "Vorort" von Padua, dem Sitz meines neuen Vereins.Zum erstenmal stehe ich in den rot-gelb-weißen Farben des Tecnoimpianti-Teams an der Startlinie. Und ich bin wohl nicht der einzige, der inständig um ein trockenes Rennen bittet, denn drohende dunkle Regenwolken hängen tief am Himmel über Venedig und Padua. Mit dem Startschuß wird die wilde Jagd auch sogleich eröffnet. Ich brauche ein paar hundert Meter, aber dann habe ich mich unter den Top-10 hineingezwängt. In den Kurven genügt jeweils ein kurzer Blick zurück, um zu sehen, wie sich das riesige Starterfeld beachtlich in die Länge streckt. Hohes Tempo vom ersten Meter weg kennzeichnet diese italienischen Klassiker. Und diesmal ist es nicht viel anders. Ich shcaffe es, die gesamte erste Runde von vorn zu fahren. Da ich die Strecke nicht kenne und auch keine Zeit mehr war, sie mir vor dem Start anzusehen, brauche ich eine Runde, um sie kennenzulernen. Von ein paar 90-Grad-Kurven und einem großflächigen Kreisverkehr mal abgesehen, fahren wir auf breiten und schönen Straßen. Zwei leichte "Anstiege" würzen die Strecke, und zwar jeweils über die Brücke, die über den kleinen Kanal führt, der von der Brenta in den Golf von Venedig fließt. Die Zieleinfahrt ist ein Hammer: die letzten 500 Meter sind wohl die selektivsten des ganzen Kurses. Zunächst eine 90-Grad-Bergauf-Kurve nach links über die Brücke, dann sofort eine 90-Grad-Kurve nach links, die nächsten paar Meter leicht fallend und dann eine 400 Meter lange Zielgerade. Die klassische Gelegenheit für die Sprinter. In der 2. und 3. Runde habe ich leichte Probleme, ich kann die Spitzenposition ganz vorne nicht mehr halten, falle immer weiter zurück. Ich muß mich erst wieder mit dem Gedanken anfreunden, daß bei unseren südlichen Nachbarn IMMER äußerst aktiv und offensiv gefahren wird. Andauernd muß ich nach vorne fahren, und im Handumdrehen bin ich auch schon wieder hinten am Schwanz des Feldes. Gewöhnungsbedürftig. Hat eigentlich den Charakter eines zweistündigen Intervalltrainings. Das Tempo hat ein sehr breites Spektrum. Es gibt wilde Jagden mit 55 bis 56 km/h, unterbrochen mit - zugegeben kurzen - Bummelpassagen mit 36 bis 38 km/h. Das geht an die Substanz. Nach 3 Runden liegt der Schnitt bei 40,1 km/h. Ich fühle, daß ich irgendwie ein Pulver bereits verschossen habe, bemühe mich, ruhig und unauffällig zu bleiben, aber ein paarmal in jeder Runde muß auch ich ein paar Löcher zufahren. Mal ist das große Feld dichtgedrängt, und im Handumdrehen eine unglaublich lange Einserreihe. Da ich die spritzigen Antritte nicht fahren kann, falle ich immer einige Positionen zurück, wenn angegriffen wird.Unter Aufbietung aller Kräfte brauche ich dann immer einige Kilometer, um mich wieder vorne reinzufahren.Nach 4 Runden zeigt mir der Computer einen Schnitt von 41,0, das Rennen wird schneller, d.h. die Ruhepausen verschwinden. Und die zweite Hälfte des Rennens hat es überhaupt in sich. Die Angriffe häufen sich, immrer wird einzeln oder in kleinen Gruppen attackiert. Und da wird es dann sehr, sehr schwer, nach vorne zu fahren, denn es wird permanent am Anschlag gefahren. Daß diese alten Säcke überhaupt so schnell fahren können!!!

Ein paar Impressionen aus dem Rennverlauf

Mit Fortdauer des Rennenskonzentriere ich mich auf meine vermeintlich schärfsten Rivalen. Da ist mal das Franco-Gomme-Team, die machen alle einen unglaublich sttarken Eindruck. Dazu die beiden Ex-Profis Dario Selmin und Fabrizio Verza, beide Giro-erprobt. Das ist schon mal eine Prominenz, mit der unsere heimischen Rennen natürlich nicht aufwarten können. Immer öfter werde ich rasch und schnell ans Ende des Feldes durchgereicht. Dann heißt es wieder, im Wind nach vorne zu fahren. Da geht der Puls immer weiter nach oben, der Durchshcnittspuls steigt. Und ich werde immer kaputter, muß heute ziemlich leiden.Mit voller Kraft durch die Zielkurve, über die Brücke und rein in die Zielgerade. Kopf runter, schalten, und mit 53/15 fliegen wir über den Zielstrich. Und obwohl wir ein kleines Loch hatten, ist die Meute im Handumdrehen wieder da. Positionskämpfe, Bremsen quietschen, hektische Rufe und Schreife, das ist die Begleitmusik dieses Rennens. Alle Attacken bleiben letztlich erfolglos, so groß der Vorsprung auch ist, der etwa in der 8. Runde herausgefahren wurde, so schnell waren alle Ausreißer wieder gestellt.In den beiden letzten Runden spüre ich auch mein verletztes rechtes Knie wieder, es ist ein dumpfer Überlastungsschmerz. Das Rennen war zu schwer, heißt das im Klartext.Naja, hatte auch schon mal bessere Zeiten.

Spitzengruppe in der Zielkurve

Finale: in der Schlußrunde schiebt sich alles zusammen, die letzten 5 km sind nicht nur hektisch und chaotisch, sondern auch ein ganz gehöriges Stück Ellbogendrückerei, Antritte mit dem Maximum, das der Körper noch hergibt. Langsam aber sicher komme ihc ewieder nach vorne, in Fiesso d´Artico habe ich  mich schon damit abgefunden, daß ich heute im Ziel nichts zunerwarten habe. Dennoch, die Zielkurve über den kleinen Fluß bedeutet die letzte und daher entscheidende Selektion. Ich versuche mein Bestes, um ganz vorne zu sein, es gelingt mir nicht.Dann aus dem Sattel, rüber über die Brücke, rein in die tiefe Aeroposition, beschleunigen, keine Gedanken mehr, nur am Anschlag powern, gerade Linie, und dann fällt mir auf, daß nichts mehr von hinten konnt. Dann erst - wie mit einer Zeitverzögerung, bemerke ich rechts neben mir, ganz außen am Straßenrand, wie einige Fahrer über einen Gestürzten drüberfliegen, auf den Asphalt köpfeln. Ich muß hart abbremsne, verliere den gesamten Schwung, zwänge mich zwar noch vorbei, aber da ist nichts  mehr zu machen.  Schade um diese Möglichkeit!!

Ergebnis Gentlemen (93,5 km, Siegerschnitt 43,4 km/h): 1. Fabrizio Verza (ASD Idea Uno Arreda) 2:08:43, - 2. Francesco Lorenzon (De Luca Renault Portogruaro), - 3. Daniele Pellizer (Boosny Race Team), - 4. Dario Selmin (Cicli Morbiato), - 5. Luigi Pegorari (Iper Lando), - 6. Luciano Guidolin (Aliplast Zerotino), .... 16. Robert Bartonek (GS Tecnoimpianti Padova), alle gleiche Zeit

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Samstag, 20. Oktober 2007: Straßenrennen um den Großen Preis der Heiltherme in Lenti, Ungarisches Saisonabschlußrennen, 87 km

Strecke: Lenti, Heiltherme - Mumor - Nova - Mikekaracssonyfa -Kissziget - Lentiszombathely - Csömöder - Paka - Kanyavar - Lispeszetadorjan - Bazakerettye - Borsfa - Bercsehely - Muraratka - Csomyeföld - Dömefölde - Csörnyeföld - Dobri - Tornyiszentmiklos - Kutfet - Kerkateskand - Mahomfa - Lenti, Heiltherme, 87 km, 465 Höhenmeter, Start 12 Uhr, Wetter: leichter Nieselregen, leichtes Schneetreiben, böiger starker Nordwestwind, 5°

Rennverlauf: Jetzt bin ich extra wegen des Sauwetters nicht nach Vneetien gefahren, und jetzt regnet und schneit es auch hier in Ungarn!! Sauwetter, blödes!!! Schon bei der Herfahrt ist der Himmel immer dünkler geworden, ich bin dann noch eine kleine Schleife hier in Lenti gefahren, um mir den letzten Berg in Mahomfa anzusehen, diese Steigung liegt nur 4 km vor dem Ziel und ist sicherlich ganz entscheidend für den Zieleinlauf. Und da hat es dann auch leicht zu regnen begonnen, aber Gottseidank bald wieder aufgehört. Und im Laufe des Tages ist es immer kälter geworden, am Start hatte es dann nur mehr 6°. Dick eingepackt sind wir alle am Start gewesen, es war, so weit ich gesehen habe, war gar niemand mit kurzen Hosen dabei. Gleich nach Lenti, auf der Hauptstraße Richtung Nordosten, war dann die erste lange Steigung zu fahren, mit dem großen Blatt sind wir da die ca. 3 % gefahren, knappe zweieinhalb Kilometer lang, schnurgerade, der Wind hat von der Seite reingepfiffen, das Feld war da nach nicht mal 5 km schon auf einen halben Kilometer auseinandergezogen. Das Tempo hoch, ich habe richtig hinhalten müssen, war aber - Gottseidank - noch nicht am Limit, also habe ich diesen ersten Anstieg überlebt. Abfahrt runter nach Nova, das Feld schiebt sich wieder zusammen, aber bei dem hohen Tempo - wir fahren da 50 bis 55 Sachen - ist es schneidend kalt, daß es mir den Atem nimmt. In Nova dann merke ich, daß wir nur mehr etwa 20 Mann sind, alle anderne sind zurückgefallen. Das kann ja heiter werden, nach 12 km bereits die erste größere Spitzengruppe. Als wir in Nova Richtung Süden fahren, haben wir erst mal Rückenwind, das Tempo geht hinauf, wir jagen mit über 50 km/h auf dieser schmalen, eigentlich schlechten Straße dahin. Und nach etwa 15 km beginnt es leicht zu regnen. Ein Nieselregen nur, die Straße wird ganz langsam feucht und seifig-schmierig, jetzt ist es ein Glücksfall, daß wir nur 20 Mann sind. Es wird langsamer, das Rennen wird ruhiger. Wahrscheinlich sind alle mit sich selbst und dem Kampf gegen Nässe und Kälte beschäftigt. Ich habe ein Unterhemd an, ein Kurzarmtrikot, Ärmlinge, darüber noch ein Langarmtrikot - und ich bin durchgefroren bis auf die Knochen. Dann kommt die nächste Phase, jetzt kommen nach und nach die Attacken, einzeln vorgetragen, natürlich nicht erfolgversprechend. Durch dieses ruppige Tempo wird die Gruppe wieder in die Länge gezogen, es bilden sich mehrere kleine Gruppen, es kommt wieder zum Zusammenschluß. Ich zähle die Gruppe durch, es sind 19 Mann. Fehlt jetzt einer oder habe ich mich vorher verzählt? Keine Ahnung. Nach Paka wartet der nächste Anstieg, unrhythmisch, teilweise sehr steil und lang, beinahe 3 km geht es hinauf. Und weil es dazwischen ein paarmal auch wieder runter geht, haben wir am Ende kaum einen nennenswerten Höhenunterschied bewältigt. Vier Mann setzen sich ab, sie fahren einen kleinen Vorsprung heraus, der auch in der Abfahrt hält. Dahinter ist das Feld auch ziemlich zerfleddert, in der Abfahrt werden die Löcher auch nicht zugefahren, im Moment sind mehrere Einzelkämpfer und kleine Gruppen unterwegs. Organisation null, es passiert nichts, die fahren lieber alleine weiter. Sollen sie halt. Ich bin in der zweiten Gruppe, wir sind zu fünft, liegen etwa 30 Sekunden hinter dem Spitzenquartett Ein richtiger Zug ist bei uns trotzdem nicht drin, alles nur halbherzig, die Führungen werden nicht mit letzter Konsequenz gefahren. Wir fahren so mit 40 bis 42 km/h dahin, die Spitze mindestens genauso schnell. Wie sollen wir da näherkommen? Mathematisch unmöglich. Kurz hinter Lispeszetadorjan wieder so ein ruppiger, steiler Anstieg, und da schließen dann auf einmal zwei Mann auf. Jetzt sind wir sieben Mann, die ersten vier sind schon außer Sicht, die sehen wir nicht mal mehr auf den langen Geraden. Die Finger sind so steifgefroren, daß der Schmerz langsam immer höher kriecht. Die Zehen sind auch schon taub, in Graz habe ich mir - in weiser Voraussicht - noch in der Apotheke ein paar Wärmepflaster besorgt, am verletzten rechten Knie habe ich jetzt bei Kälte immer starke Schmerzen. Und heute paßt das Wetter wie die Faust aufs Auge dazu. Nach Borsfa der vierte Anstieg, wieder so ein kurzer, steiler, die sind alle mindestens 14 % steil, ein paar hundert Meter lang, so richtige belgische Ardennenhügel halt. Nur sind wir hier im Südwesten Ungarns. Vier Mann Spitze, die haben einen großen Vorsprung, dahinter sind wir zu dritt, ich mit zwei Ungarn, die anderen mehr oder weniger aufgesplitert kurz dahinter. Ich weiß nicht, soll ich jetzt aufs Tempo drücken oder soll ich warten? Ich kann gar nicht schnall fahren, die Beine sind ohne Gefühl, die Lungen schmerzen von der eiskalten Luft, ich spüre nur einen einzigen, eiskalten Schmerz, der sich langsam wie ein Eisfinger um mein Herz krallt. An Letenye vorbei geht es zur kroatischen Grenze, dann fahren wir auf einer relativ breiten, flachen Straße an der Grneze entlang nach Nordwesten - genau gegen den Wind. Ich habe keine Ahnung, wie groß unser Rückstand ist, manchmal sehe ich zurück, aber da ist niemand. Unser Vorsprung auf unsere Verfolger scheint gesichert zu sein. Jetzt ist dre kritische Zustand erreicht, mit jeder Minute wird der Schmerz größer, es hat sogar zu schneien begonnen. Der Schnee bleibt zwar nicht liegen, aber die Straßen sind naß und rutschig, wegen der vielen Traktorspuren aus den nahen Feldern sieht die Straße wie ein Forstweg aus, viele Schlamm- und Erdbatzen liegen herum, teilweise rumpelt es beachtlich. Typisch ungarische Provinz eben.

Am letzten Anstieg wirdum jeden Meter gekämpft, hier die Spitzengruppe

Wir nähern uns dem Ziel, ohne daß Leben in die Gruppe kommt. Im Gegenteil, ich habe den Eindruck, daß wir immer langsamer werden. Gegen den Wind fahren wir sowieso nur mehr knapp 30 bis 32 Sachen, eigentlich stehen wir. In Kutfet dann ein langer, unrhythmischer Anstieg, und jetzt wird das Finale eröffnet. Eine Attacke wird geritten, sofort gekontert, ich muß mitgehen, sonst bleibe ich alleine übrig. Das tut verdammt weh, aber ich bin froh, daß ich wieder etwas spüre, und wenn es auch nur eine andere Art Schmerz ist. Hinhalten, dranbleiben, um jeden Preis. Natürlich wissen die beiden längst, daß ich Ausländer bin, sie wollen mir abschütteln, treten abwechselnd an, wollen mich mürbe fahren. Ich lasse mihc nicht beirren, fahre mein Tempo, ein hohes Tempo, sie kommen nicht weg, ich reiße zwar durch die Antritte ab, bin aber immer wieder nach ein paar Metern wieder dran. Kann mir schon vorstellen, daß das nervtötend ist. Gut so. Kurze Abfahrt, wir sind wieder zu dritt. Und in Mahomfa dann der letzte Anstieg, 4 km vor dem Ziel, den ich mir vorher mit dem Auto angesehen habe.Vier Mann sind nach wie vor vorne, ich habe nichts mehr zu verlieren, also kommt hier an dieser Steigung meine Attacke, mit der ich die beiden auf dem linken Fuß erwische.Aber ich fahre nicht so inkonsequent wie sie, ich ziehe voll durch, und als ich mich nach gut dreihundert Metern wieder in den Sattel setze, bin ich alleine. Die Steigung beträgt hier etwa 7 bis 8 %, ich fahre dann über eine endlos lange Kuppe, die völlig frei im Wind liegt, ich fahre Unterlenker, sitzend, mache mich klein, hohe Frequenz, und mit 22 bis 24 km/h über die Kuppe. Sofort das große Blatt rein, Schwung holen, beschleunigen, es sind kaum Kurven, runter nach Lenti, die Wolken hängen so tief, daß ich kaum was sehe, und es ist auch schon ziemlich dunkel geworden. Dann bin ich unten in Lenti, die ersten Häuser sind erreicht, dann die Hauptstraße, eine scharfe Kurve nach rechts, da ist wirklich alles vorbildlich abgesperrt, der letzte halbe Kilometer, ich bin auf der Zielgerade, beschleunige noch einmal, dann erst blicke ich zurück. Nichts zu sehen. Na, wer sagt´s denn?! Das sind doch alles Warmduscher und Weicheier, die wehren sich nicht einmal! Als ich unter dem Zielband durchrolle, weiß ich nicht, welche Emotionen in mir überwiegen, die Freude, daß die Tortur  vorüber ist, oder die Zufriedenheit über diesen 5. Platz. Schnell umziehen, rein in ein paar trockene Sachen, und eine knappe Viertelstunde später wird schon die Preisverteilung über die Bühne gehen. Schlag auf Schlag geht das hier, ein wirklich klitzekleiner rühriger Verein, der nicht mal Fahrer hat, aber trotzdem hier in Lenti im Jahr ein paar Rennen veranstaltet, einen Marathon und sogar ein Bikerennen. Die haben Tradition und Routine, und das merkt man hier in allen Details. Es klappt alles reibungslos, wie am Schnürchen. Für das Wetter könnern sie hier nichts, vielleicht hätten sie das Rennen doch ein paar Wochen früher ansetzen sollen. Im Sommer macht mir ein Regenguß auch nichts aus, aber bei diesen Temperaturen??????

Der Sprint um den Sieg

Auch in Ungarn gibt es sauharte Knochen

Ergebnisse Senioren (40+): 1. Balasz Molnar (Ungarn, KTM-Team Borusport) 2:33:29 (Schnitt 36,6 km/h), - 2. Zsolt Kovacs (Ungarn, Hegyimazsolak Se), gleiche Zeit, - 3. Zoltan Rosta (Ungarn, Biciklon Sc) -1:25, - 4. Ferenc Dora (Ungarn, Bakony Bike KE) -1:50, - 5. Robert Bartonek (Österreich, Tecnoimpianti Padova) -2:49, - 6. Adam Vegh (Ungarn, Kelly´s KE) -3:10

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Sonntag, 21. Oktober: Straßenrennen in Gornja Kneginec, Kroatisches Saisonabschlußrennen, 79 km

Strecke: Gornja Kneginec - Beretinec - Cresnjevo - Tuzno - Marusevec - Voca - Druskovec - Staznjevec - Zavrsje Podb. - Madzarevo - Novi Marot - Ljubescica - Varazdinske Toplice - Gornja Kneginec, 79 km, 955 Höhenmeter, Start 8.25 Uhr, Wetter: anfangs Nieselregen, saukalt, 4°, ab Halbdistanz dann trocken, stark bewölkt, später aufgelockert, 9°, böiger sehr starker N- bis NW-Wind

Rennverlauf: Nachtrag zum gestrigen Rennen - je länger ich darüber nachgedacht habe, desto mehr ist mir bewußt geworden, daß ich eigentlich der große Verlierer war - die Verfolger habe ich klar geschlagen und nur deshalb nicht gewonnen, weil vier Mann vorne weggefahren sind. Wenn ich da mitgefahren wäre, dann wäre alles ganz anders gekommen. Oder wenn diese vier nicht weggefahren wären. Wenn, wenn, hätte, würde, könnte, sollte... so einfach ist der Radsport aber nicht. Im Finale sind wir an die Spitzenreiter noch sehr stark herangekommen, viel hätte nicht mehr gefehlt, auf den Vierten etwa nur eine Minute. Aus Fehlern lernt man, heißt es immer. Gut, werde ich dieselben Fehler eben nicht mehr machen.

Beim Aufstehen heute um 5 Uhr früh war es noch sternenklar, aber mit -1° saukalt. Als ich dann losgefahren bin, ist das Wetter immer schlechter geworden, je näher ich dem Start gekommen bin. Erst bewölkt, dann Regen, dann tiefe, dunkle Wolken, Nebel, mal kein Regen, ein paar Kilometer weiter dann doch wieder Regen, die Temperaturen haben sich auch kaum verändert, immer knapp über dem Gefrierpunkt. Zusätzliche Vorbereitung vor dem Rennen: zwei ABC-Wärmepflaster am rechten Knie, zwei Paar Socken, dazwischen jeweils ein kleines Plastiksackerl, Überschuhe, Kurzarmtrikot, Langarmtrikot, darüber Kurzarm-Vereinstrikot, Wintermütze, Winterhandschuhe, in einem Plastiksackerl in der Trikottasche ein zweites, trockenes Paar Handschuhe. Ich habe meine Lektion eben auch gelernt. In Varazdin angekommen, ist es saukalt, rein zufällig regnet es gerade nicht, die Straße ist aber feucht, teilweise mit Pfützen. Wieviel hat mich das gestrige Rennen gekostet? Hat die Form unter diesem Regen- und vor allem Kälterennen gelitten? Das ist wohl die zentrale Frage, die einzige, die mich heute interessiert.

 

Brrr!!! Ist das kalt!!!

Letzte Impressionen vor dem Start: ich friere, bin eingepackt wie im Winter, 4°, feuchte Straße. Die Fotos sind zwar nur mit dem Handy geschossen worden, aber so trüb und neblig war es tatsächlich.

Schon am Start sehe ich, daß diesmal einige Ex-Profis mitfahren, die das Salz in der Suppe sind. In der Eliteklase sind auch die Profiteams von Krka Telecom, Kolesarski Klub Novo Mesto und ASTRA Lubljana aus Slowenien am Start, dazu mit Tadej Valjavec der hohe Favorit. Bereits zwei Kilometer nach dem Start der erste Anstieg, das Feld zieht sich in die Länge. Ich bin ganz steif vor Kälte, aufgewärmt habe ich kaum, die Luft ist einfach viel zu kalt. Und daher sind die ersten Kilometer im Renntempo wie ein Schock für mich. Wenn die eisige Luft in die Lungen gepreßt wird, ist das wie ein schneidendes Messer in den Bronchien. Das kann ja heiter werden. Ich überhole viele Fahrer, reihe mich ganz vorne unter den ersten 20 Positionen ein. Es sind ungewöhnlich viele Starter dabei, außer den Kroaten auch noch Slowenen und Ungarn. ein paar Italiener und ein Österreicher. Nach 7 km sind wir schon am zweiten Anstieg, auch der ist ruppig, steil, kurz, schmale, schlechte Straße. Da heißt es aufpassen, keine Positionen verlieren, dranbleiben, konzentriert fahren. Und das ist gar nicht mal so einfach bei dieser Kälte.Aber ich bin gut eingepackt, langsam wird mir warm, wichtig ist nur, daß die Zehen und vor allem die Finger nicht kalt werden. Nach turzno, nach 11 km, der dritte Anstieg, hier wird plötzlich - für mich völlig unmotiviert - wild attackiert, drei Mann setzen sich ab, werden aber in der Folge bald wieder gestellt. Was das Ganze sollte, bleibt mir verborgen - vielleicht war denen einfach nur kalt? Dann der lange Anstieg nach Voca, der ist knapp 3 km lang, teilweise mit 12 % steilen Rampen. Ich bin auf der Hut, aber ich kann nicht verhindern, daß das Feld auseinanderplatzt, daß sich vorne ein paar Fahrer absetzen, dahinter eine Verfolgergruppe bildet, hinter der eine weitere fährt, dann erst folge ich mit ein paar weiteren Fahrern. Und es beginnt wieder einmal - welch Überraschung - zu regnen! Oben auf der Kuppe liege ich eine gute Minute zurück, die Abfahrt ist brandgefährlich. Schmale Straße, viel Erde und Schlamm am Asphalt, Kurven, schlechter Belag, extrem rutschig. Vorsichtig tasten wir uns den Berg runter. Es folgt ein längeres Flachstück, das entscheidend für den weiteren Verlauf ist. Wenn wir hier verbummeln, ist die Partie gelaufen. Um weiterhin Chancen zu haben, müssen wir aufholen. Und hier im Flachen geht das noch am leichtesten, wenn die Verfolger sich einig sind. Aber sind sie es? Plötzlich fliegen drei, vier Mann an mir vorbei, ich steige sofort ein, ohne zu zögern, da habe ich gar nicht überlegt. Sofort ist eine wilde Jagd im Gange. Ich beiße mich am Vordermann fest, gebe keinen Zentimeter mehr her, sofort ist die ganze Gruppe langgezogen, dann reißen die ersten Löcher, dann sind wir an der vorderen Gruppe dran, sofort wird verlängert, wenige Minuten später haben wir auch die erste Verfolgergruppe eingeholt. Dadurch sind wir aber auch der Spitze ziemlich auf den Pelz gerückt, die liegen nur mehr etwa 30 Sekunden vor uns. Ein überschaubarer Rückstand.

Trotzdem ich diesmal sehr viel besser eingepackt bin als gestern, bin ich naß bis auf die Haut und friere jämmerlich. Dann ist mit einem Male ein sausteiles Stück erreicht, es hat hier - vom Gefühl her - gut und gerne 20 %. Mit 39/24 wuchte ich mich drüber, im Zickzack fahrend, ich habe Angst, hier zurückzufallen, aber ich schaffe es doch, dranzubleiben. Kaum wird es flacher, greife ich an. Mir ist kalt, ich überlege nicht lange, ich liege zu weit zurück, als daß ich da einfach so weiterfahren kann. Ich ziehe ein, zwie Fahrer mit, aber darum kümmere ich mich gar nicht, und wenig später sind sie sowieso schon wieder weg. Irre, wie schnell ich vorne dran bin. Nur weil es etwas flacher geworden ist.n Sind die alle schon so angeschlagen? Vor mir die Kuppe, ich möchte noch ganz vorne hin, zu den Führenden, die wir an diesem Anstieg eingeholt haben. Jetzt wird es vorne unübersichtlich, Löcher sind drin, es ist nicht ganz klar, wer angreift und wegfährt, wer zurückfällt. Ein Chaos. Ich kämpfe mich durch, sprinte über die Kuppe und muß zu meinem Entsetzen feststellen, daß nach einer Kurve die Steigung weiterführt. Von wegen Kuppe! Ich bin dran, kann etwas zurückschaltenund sehe mir die Typen mal der Riehe nach an. Da ist Milan Koic, der ist gestern auch gefahren, da habe ich ihn abgehängt, aber der ist immer für einen Podestplatz gut, den darf man niemals unterschätzen. Dazu Primoz Cerin, der Ex-Profi, Marco Cudermann, einst ein großer Konkurrent von Helmut Wechselberger bei der Österreich-Rundfahrt, Bojan Ropret, ein Allrounder, am Berg und im Sprint Weltklasse, ebenfalls Ex-Profi, Marjan Srnel, einer der stärksten Sprinter. Mit mir also sechs Mann, wir haben einen kleinen Vorsprung. Aber hinter uns ist niemand, der das Loch zufahren kann. Der vorsprung steigt, und als wir dann endlich wirklich über die Kuppe fahren, haben wir einen - vorerst - sicheren Abstand zu den Verfolgern. Kurz vor Novi Marot wartet noch eine weitere Wand auf uns, wieder gut 15 % steil, aber nur etwa einen halben Kilometer lang. Ich muß mich ganz gehörig strecken, um da mitzuhalten, ich merke sofort, welche Klasse diese fünf Mann darstellen. Denen ist so einfach nicht beizukommen. Was tun also? Vorerst gibt´s nur eines, so lange als möglich dranbleiben und geduldig auf eine Chance warten. Ich habe gelernt, daß diese Chance sicher kommt, wenn man nur warten kann. Ich fahre keine Führung, halte mich diskret zurück, bin eigentlich dankbar für die Steigungen, da kann ich so schön hinten bleiben, weil es immer den Anschein hat, ich bin am Berg zu schwach. Aber ich kann nicht bis zum Ende darauf hoffen, daß die mich alle unterschätzen. Koic kennt mich von gestern, Ropret und Srnel fahren auch sehr viel in Italien, in Friaul und Venetien drüben, die kennen mich schon seit Jahren. Und die utnerschätzen mich sicher nicht. Leider. Noch 20 km. Ich merke, wie sich alle belauern und vorsichtig abtasten. Da wird nicht mit letztem Einsatz und Konsequenz gefahren. Eigentlich typisch, die denken gar nicht dran, daß da vielleicht von hinten wieder jemand ranfahren könnte. Es hat zu regnen aufgehört, ich wechsle meine Handschuhe. Herrliches Gefühl, trockene Handschahuhe. Das ist der entscheidende Kick, den ich gebraucht habe. Ich friere nicht, ich bin voll konzentriert. Na, was ist? Wann deckt der erste endlich seine Karten auf? Worauf warten die noch? Der vorletzte Anstieg. Wieder fahre ich an letzter Stelle, bleibe dran, die ganze Gruppe bleibt ganz kompakt beisammen. Der Anstieg ist etwa 2 km lang aber nicht allzu steil. Ich fahre 39/17 mit hoher Frequenz, habe keine Probleme. Im Gegenteil, es tut gut, ich merke, wie mir immer wärmer wird. So, jetzt ist auch dieser Berg geschafft. Wartet nur mehr einer, der letzte, 5 km vor dem Ziel, der längste und steilste. Wieder einmal wird dort die Entscheidung fallen. Ich habe keine Ahnung, wie der aussieht, habe ihn mir nur auf der Karte ansehen können, da bin ich auhc nicht sehr viel klüger geworden. Breitere Straße, teilweise bis zu 18 % steil, 3,5 km lang. Naja, abwarten. Wenn ich da meine Chance wahrnehmen will, muß ich auf alle Fälle die stärksten Sprinter loswerden, Srnel, Ropret und Koic. Das heißt, mit Volldampf über den letzten Berg. Ropret ist aber auch ein ausgezeichneter Kletterer, also bleiben die anderen beiden. Und dazu vielleicht noch der eine oder andere, und schon bin ich am Stockerl. Ha, wenn es denn so einfach wäre! In der Abfahrt probieren es Koic, dann Cerin und auch Srnel, einzeln, werden aber wieder gestellt. Interessant. Aber logisch. Die fürchten den letzten Anstieg. Noch in Varazdinske Toplice beginnt die Steigung. Sofort setze ich mich an die Spitze und halte das Tempo hoch. Verwundert registrieren das die anderen, die haben anscheinend nicht damit gerechnet. Schön, sollen sie doch schauen. Ich beschleunige. Die Steigung liegt hier noch bei 2 bis 4 %, dann 5 %. Ist doch ein gutes Gefühl, wenn die anderen am Hinterrad keuchen. Ich blicke verstohlen zurück, die keuchen gar nicht. Egal. Ich gehe aus dem Sattel, ein paar schnelle Tritte, ich merke, die Beine sind total frei, arbeiten gut und schnell. Das ist einer der Momente, auf die alle warten. Sie alle wissen, daß in den nächsten 3 bis 5 Minuten die Entscheidung fallen wird, daß einer angreifen wird, und dennoch werden sie nichts dagegenhalten können. Bin ich derjenige? Oder ist es ein anderer? Koic und Srnel hängen ziemlich zurück, ich probiere es, beschleunige noch einmal, sitzend, fahre jetzt mit genau 24 km/h, mit 39/17. Ich bin am Limit, schneller kann ich nicht. Aber wenn das reicht, dann geht es in Ordnung. Ein paar Meter noch, und noch ein paar Meter. Der Puls steigt, liegt bei 175, klettert langsam, quaälend langsam,. höher auf 180, auf 182. Noch hundert Meter, nehme ich mir vor, ich schaffe das auch, ich weiß, wenige Meter später wäre ich explodiert. Elegant schwenke ich weg, gebe mich verwundert, als niemand vorbeifährt, blicke zurück, ja, das sehe ich gerne. Koic und Srnel sind abgerissen, Cerin kämpft, Cudermann und Ropret sind noch dran. Zu dritt also. Das Tempo bricht ein, alle schauen sich an, und Cerin ist schon wieder dran. Egal, sind wir eben zu viert. Besser als zu sechst. Ich mahce Platz, reihe mich hinten ein. Cuderman führt, dann Ropret, die schnaufen alle ganz fürchterlich. Mir geht es da sehr viel besser, also fahre ich wieder vorbei, drücke wieder aufs Tempo. Wieder sind sie überrascht, Ropret springt an mein Hinterrad, Cuderman kämpft, die beidne anderen sind weg. Jeztt heißt es durchhalten, nicht nachlassen. Es wird flacher, ich schalte, 39/16, dann 15. Gleich wird es wieder steiler, ich jage in diese Steigung rein, gehe aus dem Sattel, jetzt kämpft Cuderman ums Überleben, muß abreißen lassen. Herrlich. Das gibt Auftrieb und Motivation, sodaß ich die eigenen Qualen darüber glatt vergesse. Der Rhythmus ist perfekt, die Atmung ebenso, ich kann gar nichts aussetzen. Alles optimal. Ich kann beschleunigen, ich kann Tempo rausnehmen, ohne gleich einzugehen, im Moment jedenfalls bin ich der Stärkste, glaube ich jedenfalls. Eine weitere Tempoverschärfung, Cudermann ist weg, nur Ropret hängt noch dran, aber der macht auch keinen Mucks mehr. Ich blicke mich um, ja, der ist fällig, ein einziger Antritt noch, ich hole Luft und Schwung, dann bin ich alleine. Setze mich wieder in den Sattel, nur jetzt den Rhythmus halten, konzentrieren. Ich bin so konzentriert, daß ich gar nicht merke, wie er wieder an Hinterrad hängt. Ich fahre jetzt ums Überleben, nur nicht nahclassen, rauf bis zur Kuppe, mit jedem Tritt wächst jetzt unser Vorsprung, das ist das Kapital für die restlichen Kilometer bis ins Ziel. Und gegen diese Kaliber brauche ich mindestens eine halbe Minute. Ob der Ropret hinten draufhängt oder nicht, ist mir jetzt scheißegal. Ich schalte zwischen 39/15, 17 und 19 hin und her, die Steigung wechselt ziemlich stark. Viele Übergänge, dann ist da ein Flachstück, ich schalte auf das große Blatt, hole Schwung, schwenke weg, damit Ropret auch mal nimmt und mch wenigstens ein klein wenig entlastet. Aber da kommt nichts, er bleibt hinten, verweigert alles. Arschgesicht! Ich kann nicht bis ins Ziel führen, und der Junge stellt sich blöd. Der muß doch auch wissen, daß es jetzt um jede Sekunde geht. Ich fordere ihn mehrmals auf, er schüttelt nur den Kopf. Na, dann gnade ihm Gott, ich fahre wieder nach vorne, stehe wieder im Wind. Das Tempo geht wieder rauf, ich blicke zurück, sehe Cerin, der kämpft ebenfalls um jeden Meter, liegt aber gut 200 Meter zurück. Ich schalte, trete nochmals an, Ropret keucht und spuckt etwas lauter, dann aber ist er wieder da. Warum nimmt der keinen Meter? Ich überlege, hat der einen der anderen im selben Klub? Nein, die haben alle verschiedene Trikots. Das kann es also nicht sein. Und warum auch sollte in dieser Situation er auf einan Abgehängten warten? Er ist der Bergfahrer und Sprinter. Es sei denn, er ist am Ende. Daß er sich für einen Landsmann opfert? Lieber ein anderer am obersten Stockerl als ich, der Ausländer? Das ist ihm schon eher zuzutrauen. Setzt aber voraus, daß er mit seinem Latein am Ende ist. Naja, das kann man ja überprüfen. Ich beschleunige, drehe mich wie weiland Armstrong gegen Ullrich in Alpe d´Huez zu ihm um, als wolle ich ihm sagen, adieu, mein Junge. Der nächsten Beschleunigung kann er wirklich nichts mehr entgegensetzen, reißt ab. Alleine an der Spitze. Um die Kurve, die Steigung nimmt zu, gut 12 %, ich kämpfe mich rauf, dieses ständige Hin und Her bricht auch meinen Rhythmus, und mit einem Male merke ich die Strapazen. Nicht nachlassen! Nicht umdrehen! Nicht zurückschauen! Ich weiß, er ist nicht mehr da. Volle Kraft voraus bis zur Kuppe! Tempo und hinhalten! Ich muß mit Wort für Wort vorsagen, mich zwingen dazu, aber es gelingt. Puls 186. Nur ein paar Meter noch, vorne ist die Kuppe. Dort stehen ein paar Leute und schreien verzweifelt - oder ist es eine Anfeuerung? Für wen? Egal, über die Kuppe, rein mit dem großen Blatt, 53/14, antreten, Tempo machen, Schwung holen, beschleunigen, Tropfenform annehmen, klein machen, und runter den Berg, runter ins Ziel, das nur mehr 3 km entfernt liegt. Ich führe zwar, weiß aber ganz genau, daß das noch beileibe nicht der Sieg war. In einer Kurve drehe ich mich schnell einmal um, Ropret ist weg, dafür ist Cerin da, liegt nur mehr etwa 50 Meter zurück. Soll ich die Beine hochnehmen? Der kommt bestimmt. Soll ich weiterfahren? Noch zweieinhalb kilometer. Von wegen Beine hochnehmen! Das ist jetzt ein Zeitfahren, ich fahre mit 74 km/h, wie ich zwischendurch mal sehe, den Berg runter, des sind lange Gerade, aber eben feuchte, schmale Straße. Langsam geht der Wald rechts und links zurück, wir sind unten, die Ebene ist erreicht, vor uns die ersten Häuser. Ein Vorausauto mit nervtötendem Hupgeheul, dahinter zwei oder drei Motorräder, dann ich, dann noch ein Motorrad, dann Cerin, der immer noch ein kleines Loch hat. Schön so!  Ich fahre mit knappn 50 Sachen durch die Allee Richtung Hauptplatz, noch 1 km, ich wage keinen Blick mehr zurück, ich sehe nur, ich spüre, daß ich alleine bin, aber wie weit er hinter mir ist, weiß ich nicht. Den Atem kann ich förmlich im Genick spüren. 53/14, leichter Gegenwind, 49 km/h, Zeitfahrposition, die letzten Kräfte setze ich ein, ich kann das Tempo halten, ich werde nicht langsamer, aber ob das reicht? Die Profis fahren ein Finale immer sehr viel schneller. Nein, jetzt keine negativen Gedanken, nur das Ziel im Visier, die Zielgerade, noch 500 Meter, ich spüre die Schmerzen den Oberschenkel raufkriechen. Hinhalten, draufbleiben, 48 km/h, warum werde ich langsamer? Absperrgitter rechts und links, die Zielgerade steigt jetzt zu allem Überdruß auch noch leicht an, noch 200 Meter, da fliegt rechts einer vorbei, im Windschatten ein weiterer, aber jetzt muß ich sogar schmunzeln, denn der reißt gerade ab, ich mache noch zwei, drei Tritte, das sind die entscheidenden, ich bin vor ihm bei der Linie, geschafft, Zweiter! Ich brauche ganze drei Minuten, bis der Puls halbwegs runtergesunken ist. Ich rolle aus, fahre rüber zum Auto, lehne mich daran, die Beine zittern. Jetzt merke ich die Anstrengung, und in dem Moment schießt Ropret durchs Ziel, dahinter dann Cuderman. Scheiße, so knapp vorbei ist leider auch daneben!!! Was habe ich falsch gemacht, wo war da ein Fehler? Ich kann nichts finden, ich habe keinen Fehler gemacht, keinen einzigen. Umso besser, dann war der andere nämlich wirklich der stärkere. Vielleicht haben mich die vielen Trikots, die ich übereinander am leib trage, etwas in der Bewegungsfreiheit behindert, vielleicht bilde ich mir das aber auch nur ein.

Ein Blick auf die offizielle Ergebnisliste zeigt mir dann, daß der Sieger der Eliteklasse, Bogdan Merak von Ptuj Perutnina, sogar noch langsamer war als ich, der hatte nämlich nur 38,4 km/h Siegerschnitt. Sicher, die sind zwei Runden gefahren, 158 km, aber trotzdem. So was baut auf. Schade, daß die Saison jetzt zu Ende geht. Für diese Jungs hier ist sie zu Ende, die fahren heuer sicher nichts mehr.

Nachtrag: diesen zweiten Platz hier werte ich sicher sehr viel höher als alle meine Siege zusammen in dieser Saison. Schließlich habe ich nur knapp verloren, und das gegen einen Ex-Profi. Hauptverantwortlich für diesen zweiten Platz war meiner Meinung nach sicherlich die extrem pingelige Vorbereitung, ich habe mich so gut wie kaum ein anderer gegen Nässe und Kälte gewappnet. Die anderen jammern und maulen herum, können nichts akzeptieren und hinnehmen, investieren viel Luft und Kraft in etwas, das sie sowieso nicht ändern können. Ich dagegen investiere diese Kraft, diesen Aufwand, viel lieber in den Versuch, damit umzugehen. Und ich fahre meist viel besser damit.

Primoz Cerin

Ergebnis Altersklasse 40+: 1. Primoz Cerin (SLO, Maxisport) 2:01:15 (Schnitt 38,5 km/h), - 2. Robert Bartonek (ÖST, Tecnoimpianti Padova), gleiche Zeit, - 3. Bojan Ropret (SLO, Franco Gomme) -0:22, - 4. Marco Cuderman (SLO, ASTRA Lubljana) -0:34, - 5. Milan Koic (SRB, Kolesarski Klub Novo Mesto) -0:41, - 6. Marjan Srnel (SLO, SKD Deteljica) -1:19

Bild rechts: Bojan Ropret vor Srecko Glivar und Milan Koic

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Samstag, 27. Oktober 2007: Straßenrennen um die 6. Trofeo d´Autunno in San Stino di Livenza, Abschlußrennen des Giro dell´Alto Adriatico, 59,5 km

Strecke: San Stino di Livenza - Richtung Cessalto - Richtung Chiarano - Villanova - San Stino di Livenza, 7 Runden á 8,5 km = 59,5 km, 140 Höhenmeter, Start 13.30 Uhr, Wetter: starker SO-Wind, bedeckt, tiefe, dunkle Regenwolken, Nebelfetzen, 6°

Rennverlauf: Wieder so ein Winterrennen. Ich habe immer das Gefühl, daß es eigentlich regnen müßte, die Straße ist aber trocken, aber ich denke, das ist reiner Zufall. Zum Aufwärmen bin ich die Runde mal abgefahren, ist ohne Höhepunkte, die beiden einzigen "Anstiege" sind mit jeweils 10 Höhenmetern die Autobahnüberfahrten. Selektiv wird das Ganze durch den Wind, der vom Meer hereinbläst, das heißt Kantewind. Und natürlich die Besetzung, die ist auch nicht gerade von schlechten Eltern. Abschlußrennen zum Giro dell´Alto Adriatico, eine sehr begehrte und prestigeträchtige Jahreswertung, ist fast gleichbedeutend mit einer Jahresrangliste für diese Region hier. Und da ist noch gar nichts entschieden, haben noch gut 10 Fahrer Chancen auf den Gesamtsieg. Dementsprechend hektisch wird hier gefahren. nervös, chaotisch, einfach nervig. Haarsträubende Situationen werden so herausgefordert, die Sturzgefahr ist in den ersten beiden Runden extrem hoch. Ich bin leider nicht optimal aufgewärmt, habe am Anfang große Schwierigkeiten, mich an das Tempo zu gewöhnen. Die erste Runde fahren wir gleich in 10 Minuten, das ist ein Schnitt von 51 km/h!! Unglaublich, wie die hier loslegen. Das Feld ist auch gleich sehr langgezogen, ich irgendwo mittendrin, keine Chance, nach vorne zu fahren. Jede einzelne Position ist da hart erkämpft. Und daher gebe ich sie auch nicht leichtfertig her, wie etwa in den Kurven. Etwa 6 Mann haben sich abgesetzt, ihr Vorsprung ist aber nur gering. Das Feld setzt nach, die Ausreißer sind gestellt. Die kalte Luft tut mir gar nicht gut, ich kann mich einfach nicht daran gewöhnen. Zweite Runde, wie gehabt, das Tempo wird etwas rausgenommen, ist ja auch logisch, so was können die nicht durchfahren bis zum Finale. Sofort fahre ich nach vorne, so weit es eben geht, reihe mich ganz an der Spitze ein, unter den ersten zehn Positionen, und sofort geht dann auch wieder eine wilde Jagd los, irgendwer attackiert, der Rest setzt nach, aber der gibt nicht auf, der drückt drauf, fährt 5 Meter vor dem Rest, mit allem, was er hat, wir sind schon wieder auf 55 km/h oben. Diese Jagden nehmen mir die Luft, und es bleibt keine Zeit zum Verschnaufen. Dritte Runde, langsam kann ich mich anpassen. Das ist eine Runde zum Luftholen. Wir rollen nur so dahin, es kommt mir langsam vor, nichts tut sich, aber jedesmal, wenn ich auf meinen Computer sehe, fahren wir so um die 45 km/h. Gleichmäßig halt, da merkt man die Geschwindigkeit kaum. Die Beine fühlen sich gut an, frisch und stark, langsam aber sicher finde ich in das Rennen hinein.

Vierte Runde, wieder attackiert jemand am laufenden Band, oder ist es auch jedesmal ein anderer, ich kriege das nicht so genau mit, habe genug damit zu tun, dranzubleiben. Das Grundtempo ist kein Problem, aber wenn dann aus einem mit 45 km/h dahinrollenden Feld attackiert wird und dann nachgesetzt wird, geht das Tempo jedesmal beinahe bis 60 km/h rauf. Und diese Phasen fahre ich alle sitzend mit, das geht natürlich in die Beine. Daher wird die fünfte Runde wieder gebummelt, die Gruppe formiert sich wieder neu, abgehängte Fahrer schließen wieder auf. Das ist mir hier schon vor Jahren aufgefallen: zuerst wird alles in Grund und Boden gefahren, das Feld zerplatzt, und wenn dann alle abgehängt und in klienen Gruppen unterwegs sind, wird wieder zusammengewartet. Ist das Feld wieder geschlossen, beginnt das Spiel von neuem. Seltsame Regeln haben die hier. Noch nach so vielen Jahren blicke ich mich da immer nicht durch. Aber immerhin geben sie im Radsport den Takt an, also wird schon was dran sein an diesen Wapplern hier. Nächste Attacke, nächste Tempoverschärfung. Sechste und vorletzte Runde, anfangs beinahe Stehversuche, wir rollen jetzt mit knapp 34 km/h dahin, wie auf ein geheimes Kommando haben alle abgestellt. Oder sollen nur neue Attacken provoziert werden? Lange brauchen wir nicht zu warten, nach ein paar hundert Metern fahren wieder ein paar Mutige weg, werden gejagt, eingeholt, die nächste Gruppe geht. Unübersichtlich ist das, wie eine Lotterie. Wer die geheimen und verborgenen Regeln dieses Spiels nicht durchschaut, der hat´s hier wahrlich schwer. Auf diese Art und Weise soll die richtige Gruppe gebildet werden. Die großen Teams müssen alle mindestens einen Mann dabeihaben, sonst wird immer wieder nachgefahren. Aber wer sind die großen Teams? So weit im Süden kenne ich die Szene nicht so genau, da ist Renault-De Luca-Portogruaro, Spinacé Zaghis, die großen Teams aus Treviso, Padua und Verona, dazu Franco Gommé mit den Ex-Profis Selmin und Pagnin, Conegliano und Brugnera stellen auch starke Mannschaften. Und das ist schon eine ganze Menge, kaum vorstelbar, daß sich da eine Gruppe absetzt, in der diese Mannschaften alle vertreten sind. Und ich möchte da aber auch bitteschön dabeisein. Sechste und letzte Runde, enorme Tempoverschärfung, gleich darauf steht wieder alles bei 32 km/h, dann neuerlicher Antritt, nerviges Bremsen, Ellenbogen, Schreie, höchste Sturzgefahr. Die letzte Autobahnüberfahrt, runter in die Zielgerade, Position halten, verbessern, nach vorne fahren, das Tempo liegt jetzt schon bei etwa 60 km/h, was heißt da Position halten? Nicht allzuweit zurückfallen scheint mir die realistischere Perspektive. Kurve, ich mache innen gut 15 Plätze gut, jetzt heißt´s diesen Platz halten, ich liege relaitv weit vorne, nächste Kurve, ich verliere drei Ränge, wieder hohes Tempo, Einserreihe, Zielkurve, der obligatorische Sturz, hinter mir scheppert´s, da haben wir etwas Luft, ein kleines Loch ein paar Positionen hinter mir, wir fliegen förmlich mit gut 60 Sachen dahin, 53/14, ich habe keine Luft mehr, Puls 185, das Herz schlägt bis ins Hirn rauf, hinter der Stirn spüre ich die Herzschläge, Ellenbogen raus, der Sprint ist eröffnet, sofort sprinte ich mit, klopfe runter, 53/13, mein Gott, die Distanz ist ja viel zu lang, zumindest für mich, das sind noch knappe 400 Meter, ich setze mich sofort wieder hin, ein Geschiebe und Gebremse, Schreien, das übliche Tohuwabohu, ich lasse mich nicht ablenken und nicht beirren, eine Lücke geht auf, sofort fahre ich durch, ich sehe nur mehr 4 Mann vor mir, gehe aus dem Sattel und sprinte um mein Leben. Keine Ahnung, wie weit es noch ist. Wenn ein Nichtsprinter den Sprint seines Lebens fährt, dann kann ja kaum was rauskommen. Rund um mich die Sprinter, die angeführt werden, die die Mannschaftskollegen vor sich haben, die jetzt wegschwenken, ich hintendran, das Chaos wird immer unübersichtlicher, ich kann auch nicht mehr auf den ganzen Sprintverlauf achten, ich halte einfach drauf, ziehe durch, ich habe gar nicht gewußt, daß ich ein Sprinter bin. Nach meiner Einschätzung waren höchstens drei oder vier Mann vor mir, auf der Ergebnisliste werde ich dann aber als Siebenter gelistet. Das übliche Schicksal des Ausländers. Allora, Straniero, e basta.

Zielsprint in San Stino di Livenza

Diano e Roberto Pagnin.jpg 

Roberto Pagnin, links im Navigare-Trikot als Profi

Ergebnisse Kategorie Gentlemen: 1. Roberto Pagnin (I, Franco Gommé) 1:19:34, (Schnitt 43,8 km/h), - 2. Stefano Tedeschi (I, Team Sclauzero Starbene), - 3. Marjan Srnel (SLO, ASD Barbariga), - 4. Fabrizio Arcandi (I, Punto d´oro-Team), - 5. Bojan Ropret (SLO, ASD Barbariga), - 6. Maurizio Laderchi (I, Amici del Pedale Sacile), - 7. Robert Bartonek (ÖST, Tecnoimpianti Padova), alle gleiche Zeit

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Sonntag, 28. Oktober: Memorial Franco Calgaro, Straßenrennen um den Gran Premio Cicli Benato in Lovertino di Albettone, 49,6 km

Strecke: Lovertino di Albettone - Vo - Vo Vecchio - Lovertino di Albettone, 8 Runden á 6,2 km = 49,6 km, 1760 Höhenmeter (220 pro Runde!), Start 13.30 Uhr, Wetter: anfangs trocken, 4°, bedeckt, leichter NW-Wind, später Nieselregen, in der letzten Runde starker Regen, 1°

Kurz nach dem Start, Feld noch geschlossen auf den schmalen Straßen rund um Lovertino unterwegs

Rennverlauf: Wieder mal - welche Abwechslung - ein sehr stark besetztes Rennen, eine sauschwere Strecke, und eine Meute hungriger Rennfahrer, die anscheinend schon seit Jahren kein Rennen mehr gefahrne sind, so sehr brennen sie darauf, hier in der Form ihres Lebens anzutreten. Tipice stile italiano. Gara duro, molto duro. Die erste Runde schon artet zu einer Temposchlacht aus, in den Anstiegen muß ich alle meine Kräfte zusamennehmen, um nicht nach 6 km schon abgehängt zu sein. Dabei ist am Start noch von 9 Runden auf 8 Runden verkürzt worden!  Ich mzuß so sehr hinahlten (habe natürlich zu wenig aufgewärmt), daß es mir die Lunge aus den Ohren fetzt!

Nur um mal einen Eindruck von der Steigung zu bekommen!

Nach der ersten Runde sind wir kaum noch 20 Mann, die die Spitze bilden, ich bin zwar dabei, fürchte aber, jeden Moment abzureißen. Lange kann das sicher nicht mehr gutgehen. Die Runde beginnt mit einer kurzen Abfahrt, dann geht es gleich etwa einen halben Kilometer sanft bergan, das tut in der Kälte ganz gut, wenn sie nicht so verrückt schnell fahren würden, in der ersten Runde sind wir hier mit 42 Sachen raufgeknallt! Dann Abfahrt, wieder ein kurzer, aber diesmal schon steilerer Anstieg, etwa 250 m lang, dann längere kurvige Abfahrt, Eck, Abzweigung nach rechts, und gleich geht es wieder rauf, etwa 800 Meter nach Lovertino, anfangs ganz sanft und flach, dann langsam steiler, dann immer steiler, am Ende hat es hier gute 10 %. Ein idealer Hügel zum Angreifen, aber dazu müßte ich etwas mehr Luft in den Lungen haben! In der zweiten Runde fallen wieder ein paar Männer dem Tempo zhuzum Opfer, es ist ein reines Ausscheiudngsrennen. Fabrizio Verza ist der haushohe Favorit, der Ex-Profi fährt auch ein beeindruckendes Rennen, er nimmt andauernd, attackiert, fährt Löcher zu, ist immer vorne, mahct Tempo, wird nie müde und läßt nie locker. Der definiert den Begriff "Perpetuum mobile" neu - ganz neu. Oder ist er als kleiner Junge in einen Topf Zaubertrank gefallen? Egal, er macht auf allen Anstiegen Tempo. Mir geht es saudreckig, ich hänge hinten drinnen, unfähig zu irgendeiner Aktivität, muß nur hinhalten, kann mich einfach nicht fangen. Die gute Form scheint wie weggeblasen zu sein.

Ich erinnere mich an die Devise, die ich normalerweise immer anderen predige: Wenn es dir dreckig geht, dann greife an, denn dann geht es den anderen noch viel schlimmer! Woher soll ich das wissen? Die sind - wie es scheint - ja alle viel besser drauf. Aber trotzdem, ich fahre nach vorne, im flachen Anstieg nach der Zieldurchfahrt, wir sind jetzt in der 3. Runde, kann mich dann bis zum letzten Anstieg vorne halten und dann geht der Tanz los. Die Taktik habe ich mir in den letzten drei, vier Minuten zurechtgelegt, mehr improvisiert als ausgedacht. Aber eines ergibt das andere, und es beginnt damit, daß ich nur einmal versuchen möchten, von vorne zu fahren. Wenn ich das Tempo hoch genug halte, habe ich eine Weile Ruhe vor Attacken. Gesagt, getan, ich führe im flachen Teil des Anstiegs, dann wird es steiler, ich werde schneller, und damit hat keiner gerechnet. Mit 26 km/h geht es rein in das Steilstück, ich gehe aus dem Sattel, wuchte 53/20 drüber, wo ich vorher immer mit 39/17 gefahren bin, und das ist mir schon verdammt schwer gefallen. Ich spüre förmlich, wie sie hinter mir zu röcheln und zu keuchen beginnen, ich beschleunige noch etwas, die Kuppe ist vor mir in Sichtweite, eine weitere Beschleunigung, eine schier endlos lange bis zur Kuppe rauf, und hinter mir ist das Chaos perfekt. Nur vier Mann haben das Hinterrad halten können, Verza, Mosca, Merloni und Lokalmatador Maracani. In der Abfahrt ins Ziel bin ich zu keinem Tritt mehr fähig, bin völlig ausgepowert, habe aber das Glück, daß die Gruppe weit auseinandergerissen ist und sich erst wieder finden muß. Das gibt mir wenigstens Zeit. Den nächsten Anstieg fahre ich wieder ganz vorne, aber diesmal "nur" mitzügigem Tempo. Ehrfürchtig bestaunen sie jeden meiner Tritte, aber es kommt nichts. Woher denn auch. Ich bemühe, möglichst frisch und unbeteiligt auszusehen. Darauf kommt es an. Sie sind auf mich aufmerksam geworden, auch am zweiten Anstieg habe ich diesmal keine Probleme. Und obwohl das Tempo ziemlich gefallen ist gegenüber den ersten beiden Runden, sind wir jetzt nur mehr 11 Mann. Ich denke, das ist meiner Attacke am Zielanstieg zuzuschreiben. Als wir diesen Anstieg in der 4. Runde wieder erreichen, sind wir 13 Mann stark, aber von hinten ist jetzt nichts mehr zu sehen. Und der Anstieg beginnt, wieder, alle hängen sie an meinem Hinterrad. Na, den Bastarden werde ich´s zeigen, die glauben wohl, sie können mich beeindrucken, indem sie Ehrfurcht und Respekt zeigen. Den ganzen Anstieg rauf tut sich nichts, absolut nichts. Wir fahren einträchtig, dicht nebeneinander, und im Eifer des Gefechts vergesse ich sogar die Kälte und die Knieschmerzen. In den ersten beiden Anstiegen der 5. Runde halte ich mich zurück, und dann geht es zum fünften Mal zum Ziel hinauf, ich fahre im letzten Drittel. Keiner achtet mehr auf mich, aber das wird sich sicherlich sehr schnell ändern. Ich setzte mich langsam an die Spitze, fahre sitzend, Oberlenker, aber sehr schnell. Das kann ich perfekt, da müssen sie sich alle gehörig strecken. Und sofort ist die Gruppe langgezogen, und als es steil wird, gehe ich aus dem Sattel, beschleunige wieder, diesmal wieder mit 53/20, drücke voll drüber, und hinten ist wieder das Chaos. Wieder sind es vier Mann, die mithalten, dieselben wie zwei Runden zuvor. Ich setze mich oben auf der Kuppe nieder und rolle runter ins Ziel. Dabei merke ich, wie ich jetzt bei den vieren ganz dick mit roter Farbe unterstrichen werde. Ich bin jetzt derjenige, über den der Weg zum Sieg führt. Soll mir recht sein. Von Verza sieht man in dieser Phase nichts mehr. Aber ich mache mir nichts vor, der ist vorsichtig geworden, weil er gemerkt hat, da ist noch ein anderer, den er auf seiner Rechnung beachten muß. Ich spüre es, wie er mich beobachtet und belauert. Den kann sicher keiner überraschen. Und im offenen Schlagabtausch wird er sicherlich die Oberhand behalten. Sechste Runde, in den ersten beiden Anstiegen tut sich nichts, alle belauern mich. 9 Mann haben aufgeschlossen, wir sind jetzt also zehn Mann. Die ganze Gruppe also in den Preisrängen. Das Tempo schleift etwas, aber es kommt niemand mehr heran. Statt dessen überrunden wir bereits die ersten Fahrer. Wie gelähmt sind sie alle, niemand traut sich in die Offensive. Wenn ich sie einschüchtern wollte, ist mir das ganz ausgezeichnet gelungen. Zum sechsten Mal kommen wir zum entscheidenden Anstieg der Runde. Und nichts passiert. Ich fahre von vorne, gleichmäßig, ohne allzu großen Druck, eigentlich langsam, verglichen mit den Runden zuvor, aber niemand fährt mir davon. Einträchtig klettern wir alle dicht aneinandergedrängt nach Lovertino hinauf. Gut, das hat mir wieder eine Runde zum Verschnaufen gebracht, jetzt fühle ich mich wieder stark, es ist wie ein Intervalltraining. Die sechste Runde ist vorüber, die siebente und vorletzte beginnt. Wir werden immer langsamer, das Taktieren beginnt bereits, Verza fährt ganz hinten, der wird mir immer unheimlicher. In der ersten Abfahrt verliert Maracani, der Lokalmatador vom Veranstalterverein, die Nerven und greift an. Und das sieht sehr gut aus, was der da zeigt, er zieht zwei Mann mit, zu dritt liegen sie gleich mal 100 Meter voran, dann 150 m, 200 m. Ich blicke mich um, mache Platz. So blöde bin ich nicht, daß ich den Haufen wieder ranfahre. Das sollen gefälligst ein paar andere besorgen, die sich stark genug fühlen und die ihre Nerven nicht im Zaum halten können. Geduld ist jetzt gefragt, man muß abwarten können. Ich lase mich immer weiter zurückfallen, an die neunte Stelle, nur mehr Verza liegt hinter mir, und während ich noch zurückfalle, sehe ich aus den Augenwinkeln, wie er ganz rechts außen nach vorne sticht. Gottseidank ist da gerade eine Lücke, ich kann problemlos rüberschwenken auf sein Hinterrad, und sofort ist die Jagd entfesselt. Mit gut 55 Sachen jagen wir an die Spitze ran, ich weiß, ich darf keinen Zentimeter preisgeben, muß um jeden Preis das Hinterrad vor meiner Nase halten, sonst ist das Rennen für mich vorbei. Beeindruckend, wie schnell wir dran sind, hinter mir spüre ich noch zwei, drei Fahrer, dann ist die Lücke geschlossen, und in dieser Sekunde fällt die Vorentscheidung. Ich habe es geahnt, nein, ich habe es gewußt, für so etwas bekommt man im Laufe der Jahrzhente eine Nase, das ist der einzig wahre Moment für die alles entscheidende Attacke. Verza fährt an der Spitze vorbei und ist sofort alleine. Hinten nehmen sie jetzt alle die Beine hoch, zwei Mann sind sowieso abgerissen, der Rest ist völlig überfordert von dieser Beschleunigung und Aufholjagd, die sind froh, daß das Tempo wieder draußen ist. Wir sind über den zweiten Anstieg drüber, ich sehe michn unauffällig um, merke die Müdigkeit und Niedergeschlagenheit, die sich in der Gruppe breitmacht, und weiß in dieser Sekunde, daß das die Geschlagenen sind. Zu denen will ich wirklich nicht gehören, ich darf aber jetzt keine Sekunde mehr zaudern und zögern. Also Kopf runter, ordentlich Druck aufs Pedal und ran an den Spitzenreiter. Ich drehe mich um, hinter mir klafft die Lücke, da reagiert niemand. Lähmend langsam komme ich dem Profi vor mir näher. Aber ich spüre, daß ich es schaffen werde. Er blickt sich ein paarmal um, sieht mich kommen, und dann bin ich dran. Sofort übernehme ich die Führung, in dieser Phase soll er ruhig wissen, daß ich mich noch nicht geschlagen gebe. Hinten aber wird jetzt auch Druck gemacht. Die Verfolger haben sich formiert, nehmen das Tempo auf. Wir dürfen keine Sekunde zögern, keinen Tritt auslassen. Wir blicken uns öfters um, der Abstand beträgt etwa 100 Meter und bleibt gleich, nervenaufreibend. Wir sind an der letzten Steigung angelangt, er führt, ich hänge hinten drauf, er beschleunigt, ich nehme alle meine Kräfte und Energien zusammen und bleibe dran. Im Stielstück habe ich ganz hart zu kämpfen, bin mehrmals ganz, ganz nahe am Abreißen, er fährt gleichmäßig kraftvoll und effektiv. Leider fährt er viel härter als ich, wir haben beide einen völlig anderen Rhythmus, das nervt ungemein,  besonders, wenn man so angeschlagen ist wie ich. Nur durch seine Gleichmäßigkeit schaffe ich es über den Anstieg, dann geht es in die letzte Runde. Noch 6 km bis ins Ziel.

Er braucht mich nicht, ich ihn aber sehr wohl. Er kann zur Not auch alleine diese letzte Runde an der Spitze fahren, das traue ich ihm ohne weiteres sofort zu. Ich aber bin auf sein Hinterrad angewiesen, daher mache ich das einzig Richtige in dieser Situation, ich bleibe hinten. Eine kurze Zeit lang geht es gut, dann aber deutet er mir, daß ich auch mal nehmen soll, ich schüttle nur den Kopf. Damit ist der Zwist natürlich eröffnet, denn er wird ärgerlich, beschimpft mich sofort mit den üblichen italienischen Schimpfwörtern, die ich mittlerweile auch schon alle sehr gut kenne. Ich nehme das nicht weiter ernst, lasse ihn führen, er beruhigt sich auch bald wieder, sobald er merkt, daß er bei mir auf Granit beißt. Erster Hügel, zweiter Hügel, wir jagen drüber, die Verfolger lassen sich aber auch nicht mehr abschütteln, bleiben auf kurzer Distanz. Wir müssen am Tempo draufbleiben, bis ins Ziel. Im MOment fühle ich mich sehr schwach, kämpfe um jeden Kurbeltritt. Abfahrt, runter nach Vo Vecchio, es hat mittlerweile leicht zu nieseln begonnen, die Straße ist aber noch immer ziemlich trocken. Diesmal wird es kein Regenrennen, aber das ist jetzt auch egal. Der letzte Anstieg, noch knappe zwei Kilometer bis ins Ziel. Und mein Siegeswillen ist auch wieder da, so leicht gebe ich mich nicht geschlagen. Sicher, im Sprint kann ich ihm nicht das Wasser reichen, es geht nur, wenn ich den Überraschungsmoment ausnutze. Und da gibt es nur eine einzige Stelle, nämlich oben am Anstieg, an der Kuppe, ein knapper halber Kilometer vor dem Ziel. Ich kann ihn - vielleicht - abhängen, aber nachher darf er keine Chance mehr haben, aufzuholen. Die Chancen stufe ich selber als äußerst gering ein, aber versuchen werde ich es. Wir fahren das flache Stück rauf, dann schwenkt er einfach weg, und sofort bin ich vorne. Zu spät erkenne ich den plumpen Trick, jetzt ist er nämlich an meinem Hinterrad. Und ich darf keinen Tritt auslassen, muß weiter draufdrücken. Es wird steiler, und als das steilste Stück beginnt, trete ich sofort und ohne zu zögenr an. Warum bis auf die Kuppe warten? Jetzt fühle ich mich gut, also greife ich jetzt an. Alle Kraft lege ich in diesen Antritt, komme auch weg, einen Meter, zwei Meter, dann schließt er wieder auf, und sofort kommt der nächste Antritt, ich ziehe auf die linke Straßenseite rüber, er ist abgehängt, hat ein kleines Loch, kämpft sich aber wieder ran. Und ich habe noch die Kraft zum dritten Antritt, ich weiß nicht, woher, aber ich weiß auch, daß das jetzt definitiv der letzte Versuch ist. Die Kuppe ist bereits zum Greifen nahe, ich fahre mit Kräften, von denen ich gar nicht wußte, daß ich sie habe. Aber die Aussicht auf den Sieg verleiht eben zusätzliche Substanz. Wieder reißt er ab, aber ich kann jetzt nichts mehr machen, als ich mich oben auf der Kuppe niedersetze und runterrolle, sehe ich noch am Pulsmesser den Wert 192 aufleuchten. Es scheint als seien die Lungenflügeln mit ihren Atembewegungen meinen Bronchien schon längst davongefahren, alles dreht sich. Ich rolle runter ins Ziel, und als er etwa 100 Meter vor dem erlösenden Zielstrich an mir vorbeifährt, weiß ich, daß ich es WIEDER NICHT geschafft habe. NUR ein zweiter Platz, Scheiße!! So knapp gescheitert, und doch hatte ich - objektiv gesehen - in diesem Rennen nie die wirkliche Chance auf das oberste Podest. Immer, wenn bei mir die Form paßt, dann habe ich einen übermächtigen Gegner vor der Nase! Wirklich Scheiße sowas!! Er klopft mir zwar noch anerkennend auf die Schulter, im Vorbeifahren, aber ich nehme das als präpotente Geste, ich hätte sowas an seiner Stelle auf zwei Sekunden später, nach der Ziellinie, verschoben. Aber so war der Eindruck ein ganz anderer. Auch gut, den Burschen merke ich mir. Und nächstes Jahr gnade ihm Gott, dann wird er mich richtig kennenlernen!!! Jetzt habe ich also noch ein Wochenende Zeit, den heiß ersehnten fünften Saisonsieg zu schaffen. Die Form stimmt, leider ist die Strecke nächste Woche nicht mein Fall, ist nämlich topfeben.

Die Ausbeute von Lovertino di Abettone

Alfio Maracani

Ergebnis Gentlemen: 1. Fabrizio Verza (I, ASD Idea Uno Arreda) 1:25:12 (Schnitt 37,0 km/h), - 2. Robert Bartonek (ÖST, GS Tecnoimpianti Padova) -0:02, - 3. Claudio Perico (I, Frat. Lanzini Bergamo) -0:23, - 4. Alfio Maracani (I, ASD Cicli Benati) -0:24, - 5. Marco Merloni (I, Giorgi Ronta) -0:27, - 6. Adriano Mosca (I, ASD Cicli Estense Mesola) -0:39

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Donnerstag, 1. November 2007: Straßenrennen um die 14. Trofeo Cantine Virgili, 6. und letztes Rennen zum Master-Confindustria-Cup in Mantua, 68 km

Strecke: Mantua - San Silvestro - Serraglio - Buscoldo - Ronchi - Cesole - Scorzarolo - Borgoforte - Boccadiganda - San Cataldo - Campione - San Nicolo Po - San Giacomo Po - Gazzo - Bagnolo San Vito - Governolo - Gradaro - Virgiliana - Pietole - Cerese - Virgilio - Cappellatta - San Silvestro - Mantua, 68 km, 25 Höhenmeter, Start 9.10 Uhr, Wetter: heiter, leichter S-Wind, 17 °

 Eine Szene aus der Startphase des Rennens, da ist es noch ziemlich frisch.

Auf kleinen, schmalen Gassen und asphaltierten Wegen geht es durch das topfebene Hinterland von Mantua

Feld geschlossen in der Anfangsphase

Die drei Spitzenreiter

Rennverlauf: Heute also das vorletzte Rennen, das erste am heutigen Tag. Straßenrennen in Mantua, eine einizige, flache Runde, kreuzund quer auf schmalen, kurvigen Nebenstraßen im Südosten von Mantua. Auf den ersten 45 km war der Wind sicherlich ein Kriterium, permanenter Kantewind.  Immer noch gehe ich davon aus, daß wir rechtzeitig im Ziel sind, damit ich - in halsbrecherischer und rasender Fahrt - die 84 km nach Rovigo schaffe, um 12 Uhr erfolgt dort der Start. Ein Himmelfahrtskommando! Alle anderen Kategorien haben aber eine Stunde länger Zeit, denn wir starten - leider - in Rovigo als erste Klasse. Naja, jetzt aber zum Rennen in Mantua. Vom Start weg hohes Tempo Richtung Süden, der Wind zieht das Feld in die Länge, hinten reißen ein paar ab, vorne wird aber gleichmäßig gefahren. Keine Attacken in der ersten Viertelstunde, das Feld rollt bis Cesole runter, dann geht es nach Osten, wir drehen uns in den Wind. Ich fahre konzentriert und aufmerksam ganz vorne, habe mir da einen Platz unter den Top-15 erkämpft, den ich ziemlich problemlos verteidigen kann. Ich fahre nie an der Spitze, stehe nie im Wind, bin aber immer im Bilde über den Rennverlauf, nur - es tut sich einfach nichts! Völlig untypisch, wahrscheinlich ist es der starke Wind, der alle Aktivitäten bremst. Erst in Borgofore, nach 25 km (!), die erste Attacke, drei Mann setzen sich ab, eine Vierergruppe bildet sich nach ein paar vergeblichen Versuchen und setzt sich vor das Feld, kommt an die drei Spitzenreiter aber nicht heran. In Bagnolo San Vito nach 40 km sind diese ersten beiden Gruppen erst mal außer Sicht. Francesco Lorenzon, einer der besten Sprinter und damit im engsten Favoritenkreis, ist vorne mit dabei. Gut, er hat keine Teamgefährten dabei, trotzdem sollte man diese Gruppen nicht so weit weglassen. Auf den langen Geraden sieht man gut 2 Minuten nach vorne, und da ist nichts zu sehen. Langsam werde ich unruhig. Viele starke Fahrer sind jetzt noch im Hauptfeld, tun aber nichts dergleichen. Tarlao, Verza, Gaiotti, Salmin, Perico, Pegorari, die Liste ist lang. Ab Governolo (nach 46 km) ist dann Rückenwind, und diese letzten 22 km werden zu einer wahren Temposchlacht. Zunächst macht Riccardo Tarlao selbst Tempo. Der bullige Ex-Profi ist einer der stärksten Sprinter und macht jetzt selbst Tempo, und wie! Kaum jemals fällt das Tempo unter 50 km/h. Ich kann mir nicht vorstellen, daß die beiden Gruppen vorne, diese 7 Mann, noch so schnell fahren können. Also müßten wir doch hoffentlich näherkommen, viel Zeit bleibt nicht mehr. Kreuz und quer geht es, von einer Nebenstraßen zur anderen, immer Windkante, Einserreihe. Jetzt heißt es aufpassen, die Mannschaftsfahrer sammeln sich vorne, die Kapitäne ebenfalls, da darf ich jetzt nicht zu weit zurückhängen. Es ist sauschwer, jetzt Plätze gutzumachen, eigentlich unmöglich. Durch die vielen Kurven und Abzweigungen wechseln wir andauernd die Windrichtung, fahren immer wieder Kante. Und immer wieder reißen jetzt Löcher, es wird hart und härter, die Gruppe auch immer kleiner. Noch habe ich eine sehr gute Position, die verteidige ich auch mit Händen und Füßen.In San Silvestro, 6 km vor dem Ziel, haben wir eine Gruppe eingeholt, 5 Mann. Das heißt, die müssen inzwischen zusammengefahren sein, danach wieder auseinandergerissen. Noch sind 2 Mann vorne. Zu sehen ist aber nichts.

Eine Szene aus dem Finale des Rennens

Weiter hohes Tempo, jetzt kommt der Wind direkt von hinten. Die Straße ist schnurgerade, breiter als vorher, wir sind in den Außenbezirken von Mantua. Auf 6 km keine einzige Kurve, eigentlich sind wir schon auf der Zielgeraden. Und jetzt wird es noch um einen Tick schwerer und härter. Das Tempo zieht noch einmal an, als wären wir bereits im Zielsprint. Da ist ein mörderischer Zug drinnen, man darf keinen Tritt auslassen.

Hohes Tempo im Fianle, Einserreihe

Und dann sehe ich auf einmal die beiden Spitzenreiter voraus, es dürften noch höchstens 3 km sein. Aber schon einen Kilometer später sind die beiden geschluckt. Ich fahre 53/13, habe noch den 12er-Kranz für den Sprint, kann mir aber nicht vorstellen, nach dieser Zielanfahrt noch zu sprinten. Ein kurzer Blick zurück zeigt mir, daß wir noch höchstens 20 Mann sind. Ich plaziere mich ganz vorne, nachdem ich durch eine Lücke an die dritte Stelle gefahren bin. Einserreihe, die beiden vor mir sprinten und sprinten, sitzend zwar, aber die beschleunigen unglaublich. Als ich kurz mal aufblicke, sehe ich vor mir das Zieltransparent. Ein komischer Sprint, noch höchstens 200 Meter, ich gehe aus dem Sattel, kann aber nur den Rhythmus halten. Rechts und links kommen die Fahrer heran und schieben sich vorbei, ich lasse nicht locker, und dann ist ganz schnell alles vorbei. Natürlich war es nichts mit dem fünften Saisonsieg geworden. Wie denn auch bei einem solchen Finale!

Zielsprint in Mantua, Tarlao (vorne) gewinnt

Ergebnisse Gentlemen: 1. Riccardo Tarlao (GS SE-AL Lauzacco) 1:28:42 (Schnitt 44,2 km/h), - 2. Francesco Lorenzon (GS Renault De Luca Portogruaro), - 3. Dario Selmin (Cicli Morbiato), - 4. Marjan Srnel (ASD Barbariga), - 5. Fabrizio Verza (ASD Idea Uno Arreda), - 6. Claudio Perico (GS Fratelli Lanzini Bergamo), ... 9. Robert Bartonek (GS Tecnoimpianti Padova), alle gleiche Zeit

Auch nicht gerade die schlechteste Aussicht!! Lechz!

eins, radfahrer,
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Donnerstag, 1. November 2007: Straßenrennen Memorial Favalli Pietro in Buso di Rovigo, 44 km

Strecke: Buso di Rovigo - Canale - Buso di Rovigo, 11 Runden á 4 km = 44 km, Start 12 Uhr, 0 Höhenmeter, Wetter: heiter, starker S-Wind, 16°

Rennverlauf: Ohne Aufwärmen geht´s in´s Rennen, ich bin ja auch gerade mal erst 40 Minuten vor dem Start angekommen. Die Nerven jedoch auf Höchstspannung, so schlecht ist ds auch wieder nicht. In der erstne Runde lerne ich die Strecke erst kennen. Kurios, eine 4-km-Runde, die aus zwei Geraden und nur zwei Kurven (!!!) besteht. 2,2 km in die eine Richtung, dann Kurve nach links über eine Brücke, am anderen Ufer geht´s wieder 2,2 km zurück. Bretteleben, kein einziger Höhenmeter. Und mit starkem Wind, der genau von der Seite reinpfeift. Erste Hälfte Kante von rechts, Rückfahrt zum Ziel dann Kante von links. Herrlich. Wie soll ich da gewinnen? Ich möchte unbedingt meinen fünften Saisonsieg, und da ist das hier jetzt definitiv die allerletzte Chance dafür.

Szene aus der Anfangsphase des Rennens

Diesmal startet meine Altersklasse (Gentlemen) alleine, da ist keine andere Kategorie dabei. Wir sind etwa 70 Starter, erstaunlich, daß um diese Jahreszeit noch so viele das Rennrad auspacken. Immerhin gibt es in ganz Italien schon eifrig die ersten Querfeldein- und auch MTB-Rennen. Naja, es geht - nicht zuletzt wegen des Streckenprofils und der Kürze der Distanz - sofort energisch zur Sache. Erste Runde mit 46 km/h Schnitt, Feld langgezogen, Einserreihe - was brauche ich da noch mehr sagen? In der zweiten Runde wird das Tempo noch etwas angezogen, ich fahre so weit nach vorne wie nur möglich, eine wilde Jagd ist im Gange, ich habe aber keine Ahnung, worum´s da geht. Niemand ist weggefahren, vorne nur ein paar Vorausautos und Motorräder der Rennleitung. Naja, bella italia ist halt immer anders.

In der dritten Runde fällt auf einmal das Tempo in sich zusammen, wir stehen plötzlich. Und ganz instinktiv, wie aus einem inneren Impuls heraus, bin ich sofort alleine an der Spitze. Natürlich sitzend, Oberlenker, wie´s eben so meine Art ist. Ich sopüre niemanden mehr hinter mir. Und dann drücke ich aufs Tempo. Noch spüre ich den Vormittagsbewerb nicht, die Beine arbeiten ganz gut, die Angespanntheit ist aus den Muskeln rausgefahren, die Beine arbeiten, normal, wie Maschinen, wie zwei Kolben, ich kann mich verlassen darauf. Ein Blick auf den Tacho zeigt mir, daß ich konstant 42 km/h fahre. Aber leicht ist das bei dem Wind sicher nicht. Rüber geht´s aufs andere Ufer, zurück zum Ziel, Wechsel der Windrichtung, der bläst mir jetzt von links gegen die Seite. Bei der Flußüberquerung kann ich - wie auf einer Gegengeraden - den Abstand zu meinen Verfolgern genau sehen. Toll, die liegen schon ziemlich weit zurück, das Feld ist ziemlich kompakt, die fahren kein hohes Tempo. Nach dieser dritten Runde habe ich eine halbe Minute Vorsprung. Nicht viel, das wird nichts werden, da brauche ich noch sehr viel mehr. Also Kopf runter, Tempo marsch. Runde 4. Es wird zäh, schwer, ich habe etwas über eine Minute, weiß aber genau, daß auch das noch nicht reichen wird. Die Lunge schmerzt, die Beine schmerzen, der Rücken, die Oberarme, einfach alles. Und ich muß mich entscheiden. Weiterfahren oder abbrechen??? Die fünfte Runde geht vorbei, ich fahre immer so knapp über 40 km/h, halte den Abstand zum Feld, auf dem Motorrad und der Schiefertafel erhalte ich meinen Vorsprung: 1:10 Minuten! Zu allem Überdruß sehe ich auf der Gegengeraden die Verfolger bei der Tempojagd - langgezogenes Feld! Halbzeit, ich bin schon ziemlich kaputt, der Vorsprung wird und wird einfach nicht größer! Objektiv gesehen, habe ich natürlich keine Chance, die eine Minute ist im Ernstfall auf drei bis vier Kilometern zugefahren. Ich werde immer langsamer, die Verfolger schneller.

Die Runden 6 und 7 verlaufen dramatisch, ich kämpfe mit den letzten Reserven, der Vorsprung schmilzt. Soll ich weiterfahren? Diese Frage stelle ich mir alle paar Sekunden, und ich mache immer wieder weiter. Das Feld hinter mir ist nach wie vor kompakt, ich fahre nach wie vor knapp über 40 km/h, der Vorsprung aber beträgt nur mehr etwa 20 Sekunden. Eigentlich hat es keinen Sinn mehr. Ich halte dennoch hin, es geht in die 8. Runde. Irgendwie schade um die Kräfte, denn ich werde mich nie bis ins Ziel retten können. Ich shcaffe auch noch diese Runde, aber dann, zu Beginn der vorletzten Runde, ist der Haufen da. Aus der Traum. Aus und vorbei. Jetzt muß ich mich quälen, um im Feld mitzuhalten. Es geht nicht, das Tempo ist zu hoch, dabei fahren die "nur" 44 bis 46 km/h, aber das ist ein ganz anderes Niveau. Langsam werde ich zurückgereicht, verliere Platz um Platz. Und die Kurven sind ein Wahnsinn. Gottseidank gibt´s davon nur zwei pro Runde! Schlußrunde: jetzt wird attackiert, ruppig, unrhythmisch, nachgefahren. Tempo rauf, Tempo runter. Ich hänge hinten drin und werde mehr oder weniger mitgezogen, hole Luft für den Zielsprint. Den Gedanken an einen Sieg habe ich weggeschoben, das ist so unrealistisch wie nur was. Zielgerade, jetzt geht´s so zwischen 55 und 60 Sachen dahin. Das Feld zieht sich in die Länge, Tempo wird höher und höher, ich komme kaum mehr nach vorne. Die Beine schmerzen extrem, die Lunge brennt. Ziel.

Zielsprint in Buso di Rovigo

Ergebnis Gentlemen: 1. Pierluigi Ortelli (Pedale Bellanese) 58:12 (Schnitt 44,9 km/h), - 2. Renato Bettiga (Bici Club Delebio), - 3. Maurizio Biondi (Pedale Morbegnese), - 4.  Claudio Rumi (Mandello), - 5. Fabrizio Vitali (Cicli Oprandi), - 6. Ugo Balatti (Biorama Texwell), ... 14. Robert Bartonek (GS Tecnoimpianti Padova), alle gleiche Zeit

 

 

 

 

 

 


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