rob1958's Webseite

 

 Die Homepage meines seit 2008 neuen Vereins,

RC Union Unterguggenberger Wörgl, findest du hier:

 www.unionugbwoergl.114.at

 Achtung!!! Habe jetzt von den Problemen mit dem Server endgütlgi genug, es gibt eine Nachfolgesite:

www.bartonek1.oyla.de

 

 Champions are made of something

they have deep inside them  a desire, a dream, a vision.

They have to have last-minute stamina,

they have to be a little faster,

they have to have the skill and the will.

But the will must be stronger than the skill.

MUHAMMAD ALI

 

Eine interessante Seite über das Blutdoping im Amerikanischen Radsportverband vor den Olympischen Sommerspielen 1984 in Los Angeles:

www.vampireaufzweiraedern.oyla.de

 

 Der Grund, weshalb Mädchen Fahrrad fahren, wird hier offensichtlich (Lautsprecher!):

 http://www.myvideo.de/watch/1222017/Maedchen_Maedchen

Among the river and towards the mountains a morning shadow shimmers across the road. The rays of the first light jet through the trees and across a figure gliding upon the road. His breath trails in short sprints, petrified as it hits the icy air. All is quiet except the slight sound of the athlete as he summons himself for yet another days work. Soon the rest of the world will bustle with life as well and the brief simplicity of cycling and nature will disappear into the everyday struggle of life in full motion; the errands and the intervalls, the appointments and intersections and the deadlines and finish lines OUTPACE  THE RACE.

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7. Juni 2009: Österreichische Kriteriums-Meisterschaft in Stattersdorf (von links): Robert Bartonek (2.), Günther Iby (1.), Gerhard Mosler (3.)

 

Seht euch mal die Dopingseite an, es lohnt sich:

www.dopingnetz.oyla.de

Und noch ein interessanter Link, hier geht´s zur Geschichte von Mailand-San Remo mit vielen tollen uralten pic´s, Ergebnissen, Geschichten und Porträts:

www.classicissima.oyla.de

 

 

 DER BESSERE IST DER FEIND DES GUTEN

Seit mehr als 30 Jahren bin ich Radrennfahrer. Das hat mit Abenteuerlust und Neugierde angefangen und das ist bis heute so geblieben. Ein Ende kann ich mir nicht vorstellen. Es ist keine Sucht, es ist eine Notwendigkeit für mich wie das Atmen.

Ich brauche es zum Leben, diese Geschwindigkeit, dieses Aufbrechen und Aufspüren und immer wieder Ausloten dessen, was ich kann und wer ich bin. In einem Rennen, weil es lange dauert, hat man Zeit zu werden, der man ist. Das braucht viel Zeit, ich nehme sie mir. Wir Menschen haben ja alle gleich viel Zeit - für etwas, nur dann halt nicht für etwas anderes.

Natürlich sind meine Rennen nicht dieselben seit drei Jahrzehnten. Ich bin auch nicht derselbe, ich habe mich verändert, ich verändere mich ständig. Die Zeit verändert mich, meine Erlebnisse, Erfolge und Niederlagen verändern mich. Das geht jedem so. Das ist ganz natürlich.

Viele Jahre lang war ich ein Bergspezialist, und wenn es an irgendwelchen Hochgebirgspässen in den Alpen, den Dolomiten oder Karawanken steil wurde, da habe ich mich immer unwohl gefühlt. Heute bin ich geradezu ein Spezialist für Straßenrennen, für überraschende Angriffe und das Umsetzen einer genau geplanten Taktik. Früher habe ich mich immer nach einem guten Hotel und der täglichen Dusche gesehnt. Heute habe ich es ohne Klagen anzunehmen gelernt, daß die Zeit im Rennen die sehr viel wichtigere ist.

Überhaupt diese unsere Zeit, in der mittlerweile jeder erkannt hat, daß es so nicht weitergeht mit "schneller, höher, mehr" als dem bisherigen, jahrtausendealten Grundprinzip von Fortschritt. Die Menschheit muß die Weichen anders stellen, mit den Ressourcen anders umgehen und der Einzelne muß es auch. Für mich bedeutet das in keiner Weise Stillstand, es bedeutet in keiner Weise, daß wir Menschen nicht unser Leistungspotential ausschöpfen sollen. Nur muß es anders als bisher geschehen. Entscheidende Veränderungen erlebe ich im Radsport nicht nur in der Ausrüstung, sondern auch beim Training: quälte man sich früher bis zum Anschlag, und dann noch ein bißchen mehr, so bin ich heute dank medizinischer Betreuung, durch bekannte und "neue", umstrittene Ideen der Leistungsdiagnostik, im Ausdauer- und Krafttraining wesentlich unterhalb meiner anaeroben Schwelle unterwegs (die kaum ein Mensch, der Sport betreibt, kennt). Dabei glaubt man sich kaum anzustrengen, vor allem am Anfang, doch ist dieses neuartige Training (ich kenne es seit Jahren) die Grundlage dafür, daß ich heute, mit 50 Jahren, deutlich stärker fahre als je zuvor, auch in den Anstiegen, was man an der Erfolgsliste erkennen kann.

 

 

"ES GEHT NICHT SO SEHR DARUM, WIE GUT MAN IST, SONDERN WIE GUT MAN SEIN WILL."

 Lance Armstrong 2009 über Motivation

 

 

 

DER SINN DES LEBENS - DER SINN DES SPORTS

Im Sport Karriere zu machen ist wirklich schwer. Auch wenn du denkst, du seist der Beste, gibt es immer einen, der besser ist als du.

Der Sport ist das, was das Theater sein sollte, es jedoch nie schafft. Wenn du ins Theater gehst, dich hinsetzt und dich in den Bann ziehen läßt, so weißt du doch ständig, wohin das Stück führen wird. Es gibt eventuell freudige Momente, aber keine wirkliche Überraschung. Und die meiste Zeit würde der Zuschauer sogar Gefahr laufen, einzuschlafen.

Natürlich kann ein Rennen verloren gehen oder langweilig sein, aber für gewöhnlich ist man unfähig, eine Wende im Rennverlauf vorherzusagen. Sämtliche Regisseure streben danach, diesen Schlüssel, diese Goldader, zu finden. In 5 oder 10 Sekunden entscheidet sich ein Rennen, eine Meisterschaft, eine Karriere. Diese 5, 10 Sekunden sind es, die zählen.

Das sind die Momente im Leben, die bewegen, in denen man vor Glück lacht oder vor Schmerz weint. Momente, die haften bleiben.

Ich liebe das Schöne, Stimulierende, Überraschende. Der Sport paßt in seiner Art in dieses Raster. Der Sport ist etwas Hervorragendes, mit genau einer solchen Tiefe, wie man es der Literatur oder der Musik zuspricht. Der Sport öffnet ein Feld von unendlichen Weiten, er faßt das Leben zusammen. Der Sport ist das Leben.

Das Leben entbehrt oft den Sinn. Oder genauer gesagt: es hat den Sinn, den wir ihm geben. So kann man auch sagen, daß der Sport belanglos, unnötig und vergebens ist. Ob ich ein Tennismatch oder ein Radrennen sehe, egal, ob ich mitfiebere oder nicht, dann laße ich mich aufs Spiel ein. Die Sache bekommt einen Sinn, weil ich ihr einen Sinn geben will. Am Ende stirbt ein jeder, das Spiel endet. Also, nur der Sinn macht´s, der Sinn des Lebens, der Sinn des Spiels.

Einfallsreichtum, Geschwindigkeit, Rhythmuswechsel - das fasziniert. Man schätzt es umso mehr, einen Champion zu begleiten, wenn man weiß, daß seine Glanzzeit vergänglich ist. Sie können einen Film immer und immer wieder sehen, Musik immer und immer wieder hören, aber der Sport und seine Emotionen sind es, die wirklich hängen bleiben. Die Sportler sind die Flammen, die brennen und leuchten, bis sie gezwungenermaßen erlöschen.

Es ist faszinierend, einen Sportler auf dem Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit, auf dem höchsten Punkt seiner Karriere, zu sehen. Zu beobachten, wie er nicht mehr weiter aufsteigen kann, wie er umkippt und absteigt. Damit berührt der Champion wirklich das Tollste, das Außergewöhnlichste, und ich glaube, es ist nicht übertrieben zu sagen: in diesen wenigen Stunden hat er etwas Gemeinsames mit den größten Künstlern, den größten Malern, den größten Schriftstellern, die jemals auf  Erden gelebt haben.

 

 

Dieses Bild ist ein Geschenk einer ganz lieben Freundin

 http://www.yakagirl.npage.de 

 

Hallo, Yakagirl, ich schicke dir hier auf diesem Weg das Auge des Tigers. Ich habe dich als eine sehr stolze Frau, die voller Kraft und Energie ihre Ziele verfolgt, kennengelernt. Für all diese Eigenschaften steht der Tiger.

 

 

 

EINE PHILOSOPHISCHE BETRACHTUNG DES SPORTS

Die Marathondistanz ist geschafft. Fast. Eine Radlänge fehlt bis zur Ziellinie, eine Winzigkeit nur. Aber plötzlich breit wie ein Abgrund. Sieg oder Niederlage? Durchkommen oder Sturz? Eine Armlänge bis zur Erlösung. Wer so weit gekommen ist, der gibt nicht auf. Es ist die Weltmeisterschaft in St.Johann/Tirol. Die Welt sieht zu.

"You can get it, if you really want", singt Jimmy Cliff in seinem Reggae-Hit. Da swingt die Hüfte. Ich tanze nicht mehr, ich bin am Boden, aber noch nicht zerstört. Der Mund schnappt nach Luft. Ohnmacht hat die Muskeln besiegt. Ohnmacht kriecht in mein Hirn. Ohnmacht ist der Vorhof des Todes. Soll ich wirklich noch wollen? "You can geht it, if you really want..."

"Es ist unglaublich, wieviel Kraft die Seele dem Körper geben kann", sagt Wilhelm von Humboldt.

Ich habe in der Vorbereitung nicht nur meine Muskeln trainiert, sondern auch meine Seele, meinen Willen. Diese Radlänge, normalerweise Bruchteil einer Sekunde, fehlen zwischen Niederlage und Sieg. Ein Rad lang - womöglich die Distanz zum Tod?

Hilft da Marc Aurel, der römische Kaiser und Denker, um sogar Vergnügen an der Grenzerfahrung zu bekommen? Der hat gefordert: "Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern daß man nie beginnen wird zu leben."

Ist es das wirkliche Leben, den Tod zu spüren? 116 Kilometer bei glühender Hitze und mit dem Keuchen der Gegner im Nacken. Eine Radlänge nur: ich stemme mich gegen die Erde.

"Das größte Vergnügen im Leben besteht darin, das zu tun, von dem die Leute sagen, du könntest es nicht", wußte der britische Publizist Walter Bagehot schon im 19. Jahrhundert. Und wer seine Grenzen nie ertastet, der hat seine Grenzen nie getestet.

Ich schaffe den letzten Hauch der Mörderdistanz. Ich besiege mich selbst und lasse mich in die Hände der Helfer fallen. "Genau die Kraft, die gefehlt hat, um den Sieg zu erringen, die braucht man, um die Niederlage zu verkraften", sagt Denker Ernst R. Hauschka. Es war ein Sieg in der Niederlage. Oder?

Die Freude ist wie ein Götterfunke. Wenn dich dieser Funke erwischt, trägt er dich in die Glückseligkeit hinein. Bei den Amerikanern hört sich die Freude erst mal einfach an: "Wow" oder "Yeah, yeah, yeah!". Und weil Freude rauswill, ein Gefühl zum Anfassen werden, springt, hüpft und greift der Körper mit den Armen zum Himmel.

Freude hat viele Gesichter, auch lachende Fratzen. Die Woge schwappt über die Ränge. Fäuste zum Himmel, offene Münder, weit aufgerissene ungläubige Augen, zufriedenes Lächeln.

"Freude läßt sich nur dann voll auskosten", sagt Dichter Mark Twain, "wenn sich ein anderer mitfreut." Freude ist ein Geschenk, das man sofort annehmen muß. Stunden, Wochen, Tage, Monate habe ich geschuftet im Training, den Körper getrimmt, den Geist freigemacht für den großen Wurf. Und nun streife ich den Lohn ein, losgelöste Sekunden. "Freude ist eine losgelöste, kurzfristige Komponente des Glücks, oft auch bezeichnet als peak-experience", beschreibt die Psychologin Muna El-Giamal knochentrocken den Zustand, wenn die Seele Flügel kriegt und den Menschen zu einem Höhepunkt treibt. Und in einer Studie zur sogenannten Relativitätstheorie des Glücks warnt sie den Glücklichen, daß der Mensch in dieser Sekunde zu leicht vergesse, daß schon das Unglück lauert.

Freude nur eine zerbrechliche Erscheinung des Augenblicks?

Fast düster warnt der englische Schriftsteller Oscar Wilde: "Man kann leicht am Leid des Freundes teilnehmen. Viel schwerer fällt es, an seinen Erfolgen Freude zu haben."

Das lenkt den Blick auf die Verlierer. Die schlagen die Hände vors Gesicht. Auch sie haben geschuftet, gekämpft, doch sie wurden nicht belohnt. Eine Radlänge weg vom Sieg.

"Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden", heißt es im 12. Kapitel des Römerbriefes des Apostels Paulus. Als sei es fast 2000 Jahre vorher für dieses Rennen geschrieben worden. Seine Mahnung überdauerte Jahrtausende.

Wie oft ist in diesen Jahren gewonnen und verloren worden. Eindeutige Siege, ehrliche Siege, glückliche Siege, verdiente Niederlagen, bittere Niederlagen.

Der Sport erinnert uns immer daran, daß wir immer zu Siegern und Verlierern gehören werden. Das Leben gibt sich nicht mit einem Unentschieden zufrieden.

 

 

 

AM ZIEL

Das Ziel beim Radsport ist ein Tor: ein Tor ohne Tür, ein Tor ohne Netz. Ein Tor ohne Zaun, ohne Wand, in dem es stecken würde, ohne Barrikade und Hindernis. Ein Tor ohne Diesseits und Jenseits. Ein Nadelöhr ohne Nadel, einfach ein Rahmen in der Landschaft, ohne weiteres könnte man rechts oder links daran vorbei, wenn man dadurch nicht aus dem Rahmen fallen würde. Ein Tor, das in seiner Torheit nur dazu da ist, daß alle durchfahren können und damit die erschöpften Rennfahrer nach 180 geradelten Kilometern wissen, daß das Rennen ein Ende hat. Damit auch ja alle wissen, daß das Ziel ein Ziel ist, steht am Ziel "Ziel": Lebenswelt und Metasprache glücklich vereint.

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Früher hat man sich Ziele gesteckt. Heute kann man das Ziel aufblasen und in sich zusammensacken lassen wie eine Luftmatratze: das ist philosophisch und teleologisch höchst aufschlußreich. Weht der Wind, dann wackelt das Telos wie ein Pudding, aber umfallen kann es nicht, weil auch ein Pudding nicht umfallen kann. Die Steckziele früherer Epochen sind gänzlich aus der Mode gekomnmen. Wenn der Weg das Ziel ist, heißt das, daß das Ziel unterwegs ist. Wir brauchen heute flexible, anpassungsfähige Ziele, die wir immer bei uns haben und problemlos mitnehmen und jeweils dort aufstellen können, wo wir sie gerade brauchen.

Wo eben noch nichts und niemand war, bilden sich rund um das aufgeblasene Zelt im Nu Bierzelte, Pommesbuden, Tribünen, Kameras, Kräne, Lautsprecher, ordinäres Gebrüll, hysterisches Gekreische, frenetischer Applaus; Massen drängen sich, und daher immer wieder auch: Politiker, Politiker, Politiker. Keine 24 Stunden, und all das wird wieder vom Erdboden verschluckt sein, und als Endresultat bleibt: Schwerarbeit für das Stadtgartenamt bei der Rückführung in den natürlichen Urzustand.

Auf dem Luftziel steht in großen Lettern der Name des Sponsors, der das Luftziel aufstellen lassen hat. Die Bank ist das Ziel, die Zeitung, der Rundfunksender, die Versicherung, das Bier, das Mobiltelefon oder das Fruchtjoghurt. Das Ziel des Ziels ist es also, neue Wirklichkeiten zu schaffen, die man problemlos als Werbeflächen rekrutieren kann. Darum geht es! Im Unterschied zu den ausgepumpten, entkräftet zusammenbrechenden Athleten unterliegt so ein Ziel keinen Formschwankungen, Verletzungen, Unpäßlichkeiten, steht über den unberechenbaren Risken des Wettkampfs und ist dadurch für jedes Unternehmnen der ideale Werbeträger.

Aber es besteht eben bloß aus Plastik und Luft. Läßt man - als Letzter ins Ziel gekommen - die Luft aus, sacken auch die Buchstaben des Namens des Sponsors in sich zusammen, und das Ziel hört auf, ein Ziel zu sein. Das ist philosophisch und teleologisch höchst aufschlußreich.

 

    Robert Bartonek

Robert.Bartonek@gmx.at


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