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DOPINGNETZ ÖSTERREICH

17.4.2008: Positive A-Probe bei Susanne Pumper

Die Wiener Langstreckenläuferin lieferte eine positive A-Probe ab. Sollte auch die B-Probe positiv ausfallen, droht eine zweijährige Sperre - und damit das Karriereende. Pumper ist "erschüttert".

Neun Tage vor dem Wien-Marathon droht der leidgeprüften österreichischen Leichtathletik ein neuer Dopingskandal. Langstreckenläuferin Susanne Pumper, die sämtliche heimische Rekorde von der 3000-m- bis zur Halbmarathon-Strecke hält, wurde beim "Eisbär-Lauf" ihres Vereins LCC Wien im Prater am 9. März bei einer Kontrolle des Österreichischen Anti-Doping-Comitees (ÖADC) positiv getestet.

Susanne Pumper

Die 37jährige, die beim Wien-Marathon das Limit für die Olympischen Spiele in Peking erbringen und gleichzeitig auch den Österreichischen Rekord von Eva-Maria Gradwohl zurückerobern wollte, wurde den Regeln entsprechend vom Österreichischen Leichtathletik-Verband (ÖLV) mit sofortiger Wirkung suspendiert. Ein Antreten bei Österreichs größtem Laufereignis ist daher für die Wienerin unmöglich. Sollte auch die B-Probe positiv ausfallen, droht Pumper eine zweijährige Sperre und damit wohl auch das Karriereende.

Susanne Pumper

Pumper, die erst am vergangenen Wochenende bei den Halbmarathon-Meisterschaften im Rahmen des Linz-Marathons ihren eigenen ÖLV-Rekord um 12 Sekunden auf 1:12:21 Stunden verbessert hatte, zeigte sich in einer ersten Reaktion "erschüttert" und bestritt, jemals zu verbotenen Mitteln gegriffen zu haben. Sie hofft auf die B-Probe und will ihre Unschuld beweisen. "Ich weiß nicht, welche verbotene Substanz nachgewiesen wurde", erklärte Pumper, "ich hätte das Testergebnis heute bekommen sollen, aber es ist noch immer nicht da."

Besonders bitter ist der "Fall Pumper" auch für ihren Verein LCC Wien. Erst Anfang April war die slowenische 800-m-Hallenweltrekordlerin Jolanda Ceplak vom LCC wegen "vereinsschädigenden Verhaltens" ausgeschlossen worden. Die 31jährige, die der Österreicherin Stefanie Graf 2002 den Hallen-EM-Titel vor der Nase weggeschnappt hatte, hatte im Juni 2007 in ihrer Wahlheimat Monte Carlo einen positiven Test auf das Blutdopingmittel Erythropoeitin (EPO) abgegeben. Der slowenische Verband sperrte sie daraufhin für zwei Jahre.

Pikanterie am Rande: Wie Pumper wurde auch Ceplak vom Deutschen Helmut Stechemesser betreut, der vor ihrem Karriereende auch Stefanie Graf trainiert hatte. "Mit Sicherheit wird sich alles aufklären", erklärte Stechemesser zur positiven Dopingprobe von Susanne Pumper knapp. Angeblich wurde beim selben Lauf noch eine zweite Läuferin positiv getestet. Pumper dazu: "Es wurden außer mir nur Eva-Maria Gradwohl und die Slowenin Helena Javornik kongrolliert."

18.4.2008: In die Falle hineingelaufen

Susanne Pumper lieferte im März eine positive A-Probe ab, sie dementiert, gedopt zu haben.

Es hätte ja keines weiteren Beleges bedurft, daß Österreich die dringende Notwendigkeit eines neuen Anti-Doping-Gesetzes hat. Am Freitag, an eben jenem Tag also, an dem der Entwurf für das novellierte Gesetz fertiggestellt wurde, ist eine positive A-Probe einer Leichtathletin bekanntgeworden.

Susanne Pumper, eines der wenigen Aushängeschilder, über die der heimische Verband noch verfügt, wurde bei einem kleinen Wettkampf am 9. März in Wien positiv getestet. Welche Substanz bei ihr gefunden wurde, gab die Läuferin, die in einer Woche beim Wien-Marathon hätte starten sollen, nicht bekannt. Auch das Anti-Doping-Comitee (ÖADC) sowie der Verband (ÖLV) gaben keine Angaben.

Das ÖADC darf formell keine Auskunft geben, der ÖLV will bis zur Auswertung der B-Probe keinen Kommentar abgeben, sofern sich die Angaben Pumpers mit dem Wissen des Verbandes decken.

Die Läuferin, die in der APA jeglichen Dopingmißbrauch dementierte, hatte bereits am Montag von ihrem positiven Test erfahren. Sie hat nun 7 Tage Zeit, die Öffnung der B-Probe zu beantragen. Bis Freitagnachmittag ist dies allerdings noch nicht geschehen. Der Verband (ÖLV) suspendierte die Wienerin vorläufig.

Susanne Pumper hätte ein Star des Wien-Marathons sein sollen, nun ist sie vorläufig suspendiert.

Ausgegangen war der Test von Pumpers eigenem Verein, dem LCC Wien. Sportkoordinator Wilhelm Lilge hatte aufgrund von öffentlichen Dopingverdächtigungen von Pumper das ÖADC um unangemeldete Tests ersucht. Beim "Eisbär-Lauf" im Prater wurden die ersten drei Läuferinnen dann getestet, eine zweite Läuferin - dem Vernehmen nach die Slowenin Helena Javornik - ebenfalls überführt. Lilge: "Wir wollten Klarheit."

Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka griff in einer Aussendung den Leichtathletik-Verband scharf an. "Einzelne Verbandspräsidenten sind bei Doping nicht nur tatenlos, sondern auch sprachlos. Der Leichtathletikverband verschweigt sich, wenn eine weitere Athletin eine positive A-Probe abgibt", so Lopatka. Erst vor wenigen Monaten war der Hürdensprinter Elmar Lichtenegger des Dopings überführt worden, übrigens bereits zum zweiten Mal.

Das neue Dopinggesetz soll Anfang Juli beschlossen werden und am 1. August in Kraft treten. Neu daran sind vor allem strafrechtliche Verschärfungen. Beim Besitz größerer Mengen von Anabolika, Hormonen und Stimulanzien sollen Haftstrafen von bis zu 5 Jahren möglich sein. Dopende Sportler sollen nicht kriminalisiert werden, sehr wohl aber Hintermänner härter bestraft werden. Die Gründung einer unabhängigen nationalen Anti-Doping-Agentur war bereits im vergangenen Jahr beschlossen worden.

1.8.2008: Hütthaler-Anzeige kam aus Umfeld von Sportstaatssekretariat

Lopatka wurde laut "Tiroler Tageszeitung" im Fall Hütthaler aktiv.

Der österreichische Sport-Staatssekretär Reinhold Lopatka selbst soll in der Doping-Causa Lisa Hütthaler aktiv geworden sein. Das berichtete die "Tiroler Tageszeitung" in ihrer Samstag-Ausgabe. Die Triathletin ist bei der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt wegen mutmaßlichem Bestechungsversuch angezeigt worden.

Lisa Hütthaler

Der KURIER hatte am Dienstag berichtet, daß gegen die unter Dopingverdacht stehende Hütthaler am 23. Juni 2008 eine Anzeige eingebracht worden ist. Die 24jährige, die im Mai ´08 positiv getestet worden ist, soll versucht haben, bei der Öffnung der B-Probe am 20. Mai im WADA-Labor in Seibersdorf eine Mitarbeiterin des Labors mit 20.000.- €  zu bestechen. Die WADA forderte daher in einem Schreiben das Sportstaatssekretariat auf, etwas zu tun. Daraus resultierte eine Anzeige aus dem Umfeld des Sportstaatssekretariats, wurde der APA von diesem bestätigt.

Laut "Tiroler Tageszeitung" hätte man im Triathlon-Verband bereits seit Mai, seit der Öffnung der B-Probe, von dem möglichen kriminellen Delikt von Hütthaler gewußt. Verbands-Generalsekretär Herwig Grabner betonte einmal mehr, daß der Verband wegen des laufenden Verfahrens nicht berechtigt sei, Auskunft zu geben. Der ÖTRV kann nur bestätigen, daß es eine positive A-Probe gibt und die Öffnung der B-Probe beantragt worden ist. Die Athletin selbst beteuert unverändert ihre Unschuld. "Ich möchte versichern, daß ich niemals versucht habe, eine Seibersdorf-Mitarbeiterin mit 20.000 Euro zu bestechen", so Hütthaler.

9.10.2008: Lilge gekündigt, Pumper wieder aufgenommen: Du, glückliches Österreich, dope!

Leichtathletin Susanne Pumper scheint beim Chef ihres Vereins LCC Wien trotz eines anhängigen Dopingverfahrens weiter gut angeschrieben zu sein, die 38jährige darf den vereinseigenen Herbstmarathon (26. Oktober) mitorganisieren. LCC-Sportkoordinator Wilhelm Lilge, auf dessen Initiative hin Pumper im März bei einem LCC-Halbmarathon getestet worden war und der bis dato für die Veranstaltung im Wiener Prater verantwortlich gezeichnet hatte, wurde hingegen von LCC-Präsident Peter Pfannl vor kurzem gekündigt. "Eigentlich unglaublich, bei uns ist das ungefähr so, als ob man den anständigen Polizisten und nicht den Bankräuber faßt", konstatierte Lilge.

Wilhelm Lilge

Lilge befürwortet einen strikten Anti-Doping-Kurs und wollte mit Pumper, die in den nächsten Wochen ein Urteil im Disziplinarverfahren der NADA Austria erwartet, nicht zusammenarbeiten. "Ich habe bei Pfannl unmißverständlich deponiert, daß ich für doppelte Spielchen nicht zu haben bin und er sich entscheiden muß, wie er grundsätzlich zu Doping steht", sagte Lilge am Mittwoch. Pfannl selbst war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Der sportliche Leiter wurde von Pfannl laut eigenen Angaben per 30. September gekündigt. "Offiziell aus Einsparungsgründen", so Lilge, dessen ebenfalls beim Verein teilzeitbeschäftigte Ehefrau Carina Lilge-Leutner (ehemalige ÖLV-Marathon-Rekordhalterin und dutzendfache Staatsmeisterin) ebenfalls die Kündigung erhielt. Persönlich vorwerfen wolle er dem Clubchef jedoch nichts, dieser lasse sich vielmehr von den falschen Leuten beraten. "Er hat so viel in die Leichtathletik investiert wie kein anderer, großteils unbedankt", sagte der mit Jahresende scheidende Sportkoordinator.

Pumper sei vom Vereinspräsidenten mit der Organisation des Marathons, daruntern fällt auch die Sponsorensuche, beauftragt worden. Die Niederösterreicherin darf wegen positiver Dopingtests keine Wettkämpfe bestreiten, sie werde nun stattdessen von den Sponsorengeldern profitieren, mutmaßt Lilge.

Die Einbeziehung einer wegen Dopingverdachts suspendierten Läuferin rückt den Traditionsverein, dem auch 800-m-Aushängeschild Stephanie Graf angehörte, nach dem Fall der wegen EPO-Dopings für zwei Jahre gesperrten Jolanda Ceplak (Slowenien) ein weiteres Mal in ein schiefes Licht. Neben Pumper und Ceplak scheinen laut Lilge auch Helena Javornik (Slowenien), wie Pumper im März im Prater positiv getestet, und Lisa Hütthaler "auf dem Papier" als LCC-Mitglieder auf. Triathletin Hütthaler sieht wie Pumper wegen mutmaßlichen EPO-Dopings einer drohenden Sanktion durch die NADA entgegen. Die gebürtige Deutsche Bettina Müller-Weissina, die eine Dopingsperre abgesessen hat, geht ebenfalls für den LCC an den Start.

Auch Werbepartner und andere Veranstalter scheinen keinen Anstoß daran zu nehmen, daß eine in ein Dopingverfahren verwickelte Splitzenleichtathletin weiter an vorderster Front in Erscheinung tritt. Anfang September hatte Pumper einen Volkslauf im Schloßpark Schönbrunn mitorganisiert und ihre Teilnahme ankündigen lassen. Daraufhin sah sich der Österreichische Leichtathletik-Verband ÖLV genötigt, seine Athleten wegen drohender Konsequenzen vor einem Antreten zu warnen.

Von einigen Hobbyläufern habe er hinsichtlich des Engagements von Pumper negative Rückmeldungen erhalten, Spitzenathleten würden einen Vereinswechsel in Erwägung ziehen, so Lilge. Er selbst möchte sein sportwissenschaftliches Know-How zukünftig an Hobby- und Leistungssportler weitergeben. "Es gibt mehrere Optionen, mit einem ganz konkreten Projekt möchte ich die österreichische Leichtathletik wieder erfolgreicher machen, und das ohne Dopingklotz am Bein", betont Lilge.

1.12.2008: Dopingfall "Kinderarzt": Neuer Zeuge und EPO-Spritze aufgetaucht

Im Falle jenes Kinderkrebsarztes, der EPO an Sportler verkauft haben soll, ist ein neuer Zeuge aufgetaucht. Dem KURIER soll der anonyme Zeuge auch eine EPO-Spritze übergeben haben.

Ein weiterer Zeuge hat sich gemeldet, der einen Krebsspezialisten des St.Anna-Kinderspitals schwer belastet. Dieser soll das Medikament EPO an gesunde Erwachsene zur Leistungssteigerung verkauft haben. Dem KURIER hat dieser anonyme Zeuge zudem eine EPO-Spritze vorgelegt, die er von dem Kinderarzt persönlich bekommen haben soll. "30.000 Einheiten, Charge Nummer H0097H02. NeoRecormon aus dem Fundus der Pharma-Firma Roche", so beschreibt der KURIER das Beweisstück.

Der Zeuge hat dem Kurier eine Spritze mit NeoRecormon vorgelegt

Der Zeuge hat dem KURIER eine Spritze mit NeoRecormon vorgelegt.

Aber der Zeuge erhob noch weitere Vorwürfe gegen den Hobby-Triathleten, der sich in Internetforen mit dem Usernamen "Irondoc" zu Wort meldet. Die Übergabe der Doping-Substanzen soll "manchmal auch direkt vor dem Spital" passiert sein. Der Kinderarzt soll außerdem zur Unterstützung der EPO-Behandlung den Sportlern im Kinderspital Eisen zugeführt haben. "Das mit dem Eisen hat Zoubek persönlich im St.Anna erledigt. Einmal wöchentlich. Er meinte, das sei sonst zu gefährlich, da könne man sonst tot umfallen, wenn es ein Laie mache", sagte der Zeuge zum KURIER. Der Zeuge gab an, nicht der einzige Kunde gewesen zu sein. "Ich persönlich weiß von mehreren Sportlern, die er versorgt hat."

Mit diesem "autorisierten Tonbandinterview in Anwesenheit eines namhaften Anwalts" erhärten sich die Vorwürfe gegen den Kinderarzt und Hobbyttriathleten. Der KURIER hatte am 16. November erstmals über die Verdächtigungen berichtet, in der Folge hatten sich mehrere anonyme Zeugen gemeldet und bestätigt, daß der Kinderarzt ihnen unmißverständliche Dopingangebote gemacht hätte. Auch der zweifache Ironman-Weltmeister Norman Stadler war unter diesen Zeugen: "Er kam zu mir und fragte mich, ob ich ihn kenne. Er sei Arzt und könne mir helfen." Dieses für Stadler "eindeutige Doping-Angebot" passierte 2006 im Rahmen des Waldviertler Eisenmannes.

Der Kinderarzt selbst sagte nach den neuerlichen Vorwürfen: "Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, möchte ich keine Stellungnahme mehr abgeben." Gegenüber dem ORF hatte er vor zwei Wochen alle Vorwürfe dementiert.

Am Montag gab das St.Anna Kinderspital bekannt, eine interne Untersuchung gegen den beschuldigten Arzt eingeleitet zu haben. Die Rechtskommission der NADA prüft hingegen noch, ob sie mit Ermittlungen in diesem Fall beginnen wird. Laut Code der Welt-Anti-Doping-Agentur ist im Sportrecht der Handel mit verbotenen Wirkstoffen oder Methoden sowie die versuchte Verabreichung, Beihilfe oder Unterstützung ein Tatbestand. Laut neuem österreichischem Anti-Dopinggesetz können Sportler weiterhin strafrechtlich nicht belangt werden, jedoch machen sich Personen strafbar, die Doping bei anderen anwenden bzw. verbotene Substanzen in Verkehr bringen und über eine festgesetzte Menge hinaus besitzen. Für besonders schwere Fälle beträgt die Maximalstrafe 5 Jahre Haft.

15.12.2008: Hütthaler droht weiteres Ungemach

Lisa Hütthalers Anhörung wegen der angeblichen Bestechung einer Mitarbeiterin des Dopinglabors Seibersdorf wurde vertagt. Neuer Dopingfall droht.

Eigentlich hätte die NADA schon am 5. Dezember über eine allfällige weitere Sanktion gegen Triathletin Lisa Hütthaler entscheiden sollen. Erst am Montag hat die NADA bekanntgegeben, daß die Anhörung vertagt wurde. Weiters teilte die NADA mit, daß Bogenschütze Alfred Seyer vom Dopingverdacht freigesprochen wurde und seit Freitag ein weiterer Fall eines namentlich nicht genannten Athleten anhängig sei. 

Auf Lisa Hütthaler wartet einen weitere Anhörung

Auf Lisa Hütthaler wartet eine weitere Anhörung

Eine abschließende Beurteilung, ob Hütthaler eines "weiteren Verstoßes nach den Anti-Doping-Bestimmungen durch eine versuchte unzulässige Einflußnahme auf einen Teil des Dopingkontrollverfahrens" anzulasten sei, könne erst nach eineer weiteren Sitzung getroffen werden, hieß es in einer NADA-Aussendung. Der Niederösterreicherin wird vorgeworfen, bei der Auswertung der B-Probe versucht zu haben, die analysierende Mitarbeiterin des Dopingkontrollabors Seibersdorf zu bestechen. Die am 23. Oktober ausgesprochene zweijährige Sperre gegen Hütthaler ist bis dato nicht rechtskräftig, da die vierwöchige Einspruchsfrist nach Zustellung des schriftlichen Urteils noch nicht abgelaufen ist.

Österreich droht anscheinend ein weiterer Dopingfall: am Freitag brachte die NADA bei der Rechtskommission einen "Prüfanttrag auf Suspendierungs- und Disziplinarmaßnahmen" gegen einemn namentlich nicht genannten Athleten ein. Binnen acht Wochen wird diesbezüglich eine mündliche Verhandlung stattfinden.

20.3.2009: Radrennfahrer verhaftet, es drohen bis zu 5 Jahre Haft

Wie der KURIER am Freitag mit Berufung auf die Staatsanwaltschaft Wien berichtet, soll ein österreichischer Radrennfahrer wegen Dopinghandels verhaftet worden sein.

Basis für die rechtliche Handhabe sei eine Novelle des 2007 erlassenen Anti-Doping-Gesetzes, die mit 8. August 2008 wirksam wurde und Haftstrafen für Handel bzw. Besitz von verbotenen Substanzen vorsieht. Geschieht das gewerbsmäßig, drohen bis zu 5 Jahre Haft.

Staatsanwaltssprecher Gerhard Jarosch gegenüber dem KURIER: "Ich kann die Festnahme bestätigen. Der Herr befindet sich in Untersuchungshaft. Er soll über einen längeren Zeitraum organisiert Dopingmittel an andere weitergegeben haben, die von einem Apotheker stammen."

Bei dem festgenommenen Sportler, für den die Unschuldsvermutung gilt, handelt es sich laut KURIER um den 32jährigen Christof Kerschbaum, der zumindest in Österreich zur Spitze zählen soll. Die Kriminalpolizei sei im Zuge ihrer Recherchen zur Causa Zoubek auf ihn aufmerksam geworden.

Christof Kerschbaum, ARBÖ Gourmetfein Wels

Zoubek war von Zeugen Ende 2008 beschuldigt worden, das künstlich hergestellte und illegal zu Bolutdoping mißbrauchte Hormon EPO weitergegeben zu haben. Unter anderen hatte der deutsche zweifache Ironman-Weltmeister Normann Stadler im November 2008 erklärt, von dem Arzt "ein eindeutiges Angebot" erhalten zu haben.

Der KURIER fügte hinzu, daß der nun in Haft befindliche Radprofi mit jenem Fahrer ident sei, der von einem anonymen Zeugen während eines Interviews im November 2008 gegenüber den KURIER-Redakteuren und später auch gegenüber der Kriminalpolizei genannt worden sei.

ÖRV-Präsident Otto Flum reagierte auf die neueste Entwicklung zurückhaltend. Er verwies in einer Pressemitteilung darauf, daß die Inhaftierung des Betroffenen nicht im Rahmen einer Dopingkontrolle, sondern im Zuge von Aktivitäten der Kriminalpolizei geschehen sei.

Der Österreichische Radsportverband werde "und kann in dieser Causa deshalb nichts unternehmen, da das Prozedere des neuen Anti-Doping-Gesetzes seinen Lauf nimmt und wir hier keinen Einfluß haben".

"Scheinbar haben wir in unseren Reihen nach wie vor unverbesserliche, dumme Sportler, die uns in unseren Bemühungen im Kampf gegen Doping immer wieder zurückwerfen", erklärte Flum.

Daß der Fall für den Radsport allgemein, seine Veranstaltungen und die Teams sicher nicht hilfreich sei, stellte Flum außer Zweifel. "Es zeigt aber auch, daß das neue Anti-Doping-Gesetz Wirkung zeigt. Ich hoffe, daß diese Causa abschreckend auf all jene wirkt, die nach wie vor in diesem verseuchten Graubereich aktiv sind."

20.3.2009: Radprofi verhaftet

Die Kriminalpolizei war im Zuge der Ermittlungen gegen Andreas Zoubek auf den Radsportler gestoßen. "Nur für den Fall, daß mir irgendetwas zustoßen sollte", soll ein Zeuge, als er den KURIER-Redakteuren eine angeblich von Zoubek erhaltene EPO-Spritze übergeben hat, in Anwesenheit seines Anwalts gesagt haben, bevor er den Namen nannte. "Im Dopingnetzwerk stecken gefährliche Leute mit drin. Die schrecken vor nichts zurück."

Laut Angaben der Zeitung ÖSTERREICH soll Kerschbaum, der für den oberösterreichischen Verein ARBÖ Gourmetfein Wels fährt, bereits vor einer Woche verhaftet worden sein und hauptsächlich mit EPO und Testosteron gehandelt haben. Kerschbaum hatte am Donnerstag bei der Präsentation seines Teams unentschuldigt gefehlt.

NADA-Geschäftsführer Andreas Schwab zeigte sich erfreut: "Ich bin informiert, daß es gelungen ist. Ich freue mich sehr darüber. Ich weiß, um wen es sich handelt und um welche Sportart. Es ist sehr positiv. Das Anti-Doping-Gesetz ist doch nicht so zahnlos wie man schon einmal geglaubt hat, und ich freue mich sehr, daß es einen ersten entsprechenden Erfolg für die Kriminalpolizei gegeben hat." Es gehe, so weit er wisse, rein um den Handel mit verbotenen Substanzen, und nicht um die Eigennutzung.

Auch Paul Resch, ehemaliger Präsident des Welser Klubs und Landespräsident, ist entsetzt: "Beim Klub hat das keiner geglaubt, Kerschbaum war aber ein schräger Vogel. Man kann noch nicht sagen, was das heißt, aber ein paar Narrische können nicht Hunderttausenden die Freude am Radfahren nehmen."

20. März 2009: Luger: "Kerschbaum verschwunden"

Der Obmann des RC ARBÖ Wels, Wilfried Luger, klärt auf Anfrage über die aktuellen Dopinghandel-Anschuldigungen eines Radprofis auf. Einer seiner Fahrer "mit passendem Namen und Alter" ist seit einer Woche verschwunden.

"Christof Kerschbaum hat sich seit einer Woche nicht mehr gemeldet", sagt Wilfried Luger, der Obmann des RC ARBÖ Wels. Der Radprofi soll laut Informationen des KURIER wegen Dopinghandels verhaftet worden sein. "Wir haben versucht, ihn zu erreichen, haben aber nur erfahren, daß er sich in der Firma eine Woche freigenommen hat."

Luger tappt im Dunkeln: "Wir hatten seither keinen Kontakt mit ihm. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Ich weiß auch nicht mehr als das, was ich im Internet lese."

Kerschbaum hatte die Eröffnungs-Pressekonferenz des RC ARBÖ Wels am Donnerstag versäumt und wurde daher aus dem Vertrag entlassen. "Er ist dadurch vertragsbrüchig geworden. Uns ist dadurch ein Schaden entstanden", erklärt Luger. "Aber das, was ich lese, sind ja Räubergeschichten bis zum geht nicht mehr", ist der Obmann entsetzt.

Nach eigenen Angaben ist Luger, der davon ausgeht, daß die Anschuldigungen wahr sind, von den Ereignissen völlig überrascht worden. "Es hat zuvor gar keine Gerüchte gegeben, absolut gar nichts. Da gibt es ganz andere Leute in der Szene, über die geredet wird." Menschlich ist der Obmann ebenfalls "sehr überrascht. Er war eigentlich ein angenehmer Mensch".

Paul Resch, ehemaliger Präsident des Welser Klubs und Landespräsident OÖ: "Es ist ein Wahnsinn. Man reißt sich den Haxn aus, daß man Junge zum Radsport bringt, und dann das. Ich wäre froh, wenn man mit diesem Säcken aufräumt. Auch den Sponsoren geht es nicht mehr nur um Schneller und Höher, sondern auch um den Breitensport."

Für Kerschbaum gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung.

23.3.2009: Walter Mayer festgenommen

Der ehemalige österreichische Langlauf- und Biathlon-Trainer Walter Mayer ist am Sonntag verhaftet worden. Nun drohen ihm bis zu 5 Jahre Haft.

Die Festnahme erfolgte im Zuge des jüngsten Dopingverdachts gegen den seit 13. März inhaftierten Radprofi Christof Kerschbaum. Wie Gerhard Jarosch, Sprecher der Wiener Staatsanwaltschaft, bestätigte, wurde Mayer am späten Sonntagabend in der Steiermark von der Polizei verhaftet.

Walter Mayer

Der ehemalige österreichische Langlauf- und Biathlon-Trainer wird verdächtigt, EPO bezogen und weitergegeben zu haben. Offenbar hat ihn Kerschbaum bei seiner Aussage belastet.

Mayer war bereits Hauptakteur bei der Dopingaffäre bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City 2002 und war auch bei Olympia 2006 im Fadenkreuz der Ermittler.

Festgenommen wurde am Wochenende auch ein Wiener Apotheker. Von ihm sollen die Dopingmittel stammen. Der Mann steht unter dem Verdacht, sowohl den 32jährigen Radprofi Kerschbaum als auch Walter Mayer mit EPO und sonstigen Dopingmitteln versorgt zu haben, so Jarosch. Mayer und Kerschbaum sollen für den weiteren Vertrieb gesorgt haben.

Laut dem neuen Anti-Doping-Gesetz dürften sich der Sportler und der Ex-Trainer somit ebenfalls der Weitergabe schuldig gemacht haben. Darauf steht eine Haftstrafe von bis zu 5 Jahren.

24.3.2009: Nächster Paukenschlag im Kampf gegen Doping - Walter Mayer wurde festgenommen

Die im Jänner im Bundeskriminalamt eingerichtete Sonderkommission für Doping-Verdachtsfälle dringt immer tiefer in den Doping-Sumpf in Teilen des österreichischen Sports vor. Ex-ÖSV-Trainer Walter Mayer wurde wegen des Verdachts der Weitergabe verbotener Substanzen festgenommen. Über den Wiener Apotheker, der den Coach und Kerschbaum versorgt haben soll, wurde wegen des Verdachts der gewerblichen Weitergabe die Untersuchungshaft verhängt.

Auf Kerschbaum und Mayer sind die Kriminalisten im Zuge der Ermittlungen zum Fall von Andreas Zoubek gestoßen.Der Hobby-Triathlet und Arzt soll ebenfalls EPO an Sportler weitergegeben haben, bestreitet dies aber vehement.

Der am 13. März wegen der Weitergabe von Dopingmitteln in U-Haft genommene Radprofi Kerschbaum ist unterdessen aus dem Gefängnis entlassen worden. Die Staatsanwaltschaft hat einem entsprechenden Antrag zugestimmt. Die zuständige Richterin entschied, den 32jährigen gegen Gelöbnis auf freien Fuß zu setzen. Die Ermittlungen gegen den 32jährigen laufen weiter.

Walter Mayer wurde im Haus seiner Lebensgefährtin, der Marathon-Olympiateilnehmerin Eva-Maria Gradwohl, in der Steiermark festgenommen., "Wir haben schon geschlafen, als Polizisten gekommen sind, die mein Haus durchsucht haben. Ich habe mich überhaupt nicht ausgekannt", erklärte die immer noch geschockte Gradwohl. Bei der Durchsuchung sei nichts Belastendes gefunden worden, sagte sie.

Der 52jährige Mayer, der frühere Erfolgscoach der ÖSV-Langläufer und Biathleten, sei von den Beamten (Gradwohl: "Ich habe nicht einmal gefragt, wer sie überhaupt sind") zur Befragung mitgenommen worden. Mayer sei von jemandem beschuldigt worden, die Beamten hätten ein bestimmtes Datum erwähnt. "Ich habe nachgesehen, an diesem Tag war die Eröffnung meiner Laufarena und da war der Walter den ganzen Tag dabei. Es kann sich nur um einen Irrtum handeln", erklärte Gradwohl.

Gerhard Jarosch, Sprecher der Wiener Staatsanwaltsachaft, teilte der APA mit, Mayer werde verdächtigt, Dopingmittel wie EPO bezogen und weitergegeben zu haben.

Der Apotheke wurde laut Jarosch bereits am Wochenende in U-Haft genommen. Der Mann stehe unter dem Verdacht, sowohl den 32jährigen Radsportler Kerschbaum als auch Mayer mit EPO und anderen Dopingsubstanzen versorgt zu haben, so der Sprecher. Der Apotheker wird daher der gewerblichen Weitergabe beschuldigt.

Kerschbaum und Mayer sollen für den weiteren Vertrieb gesorgt haben. Für sie alle gilt die Unschuldsvermutung. Kedrschbaum und Mayer könnten sich nach dem neuen Antidoping-Gesetz der Weitergabe schuldig gemacht haben. Darauf steht eine Höchststrafe von bis zu 5 Jahren Haft. Laut Jarosch gibt es weitere Verdächtige.

Verteidigungs- und Sportminister Norbert Darabos, der oberste Chef des Bundersheer-Angehörigen Mayer, kündigte für den Fall, daß sich der Verdacht bewahrheiten sollte, harte dienstrechtliche Konsequenzen an. "Es ist ein richtiger und wichtiger Schritt der Justiz, hart gegen Doping vorzugehen", erklärte der Minister.

Die Entwicklungen zeigten, daß es Sinn mache, das Strafrecht im Kampf gegen Doping anzuwenden. "Wir brauchen aber noch mehr Möglichkeiten, deshalb werde ich intensiv daran arbeiten, das bestehende Gesetz weiter zu verschärfen", teilte Darabos in einer Aussendung mit.

 27.3.2009: Wer spinnt das ganze Doping-Netz?

Erstmals nannte eine Sportlerin Hintermänner des Dopings - und ein Name taucht dabei wieder auf: Stefan Matschiner!

Österreich, das Doping-Schlaraffenland. Fast könnte man den Eindruck haben, daß dem so ist. Zur Klärung: derzeit gibt es 18 Sportler, die auf der Homepage der NADA gesperrt sind, drei davon lebenslang. Sechs Ausdauersportler finden sich, eine davon ist Lisa Hütthaler. Die Triathletin, die bisher Doping vehement bestritten hatte, könnte aber zu einer der wichtigsten Figuren im Anti-Doping-Kampf werden.

Lisa Hütthaler lieferte ein brisantes Geständnis ab

Lisa Hütthaler lieferte ein brisantes Geständnis ab

Die 25jährige entschied sich nämlich auszupacken. In einem Interview mit dem KURIER gestand sie Doping und tat das, was bisher niemand öffentlich getan hatte: sie nannte Hintermänner. Jene Personenm, über die sie an die Dopingmittel - in erster Linie Erythropoeitin (EPO) - gelangt war. Ein Mann habe darin entscheidenden Anteil gehabt: Stefan Matschiner. Er habe sie mit EPO versorgt, er habe ihr die richtige Dosierung erklärt, er habe sogar ihr Blut manipuliert, sagte Hütthaler. Stefan Matschiner? Ein Ex-Leichtathlet aus Oberösterreich, der seit vergangenem Sommer kein Unbekannter ist. Und dessen Name auffällig oft auftaucht, wenn es um Doping geht.

Ins Bewußtsein rückte der 33jährige als jener Mann, der neben Bernhard Kohl saß, als dieser wenige Wochen nach seinem 3. Platz bei der Tour de France 2008 seine
Doping-Beichte ablegte. Ohne Hintermänner zu nennen - und Matschiner selbst habe ihn auch nur in PR-Fragen beraten, nicht als Manager.

Matschiner war auch - auf Einladung von Walter Mayer - bei den Olympischen Spielen in
Turin zu Gast. Was er dort getan hat? "Gsoff´n", meinte er einmal in einem Interview launig. Was dort passiert ist, ist bekannt - die Doping-Razzia 2006 war nur der Beginn des Doping-Alptraums. Matschiner war auch Berater von Susanne Pumper - die Marathonläuferin wurde 2008 positiv auf EPO getestet. Ebenso wie die Slowenin Helena Javornik - ebenfalls beraten von Matschiner. Mit Jolanda Ceplak erwischte es eine weitere Slowenin, die er unter Vertrag hatte. Trainer all dieser Damen: Helmut Stechemesser, Ex-DDR-Coach, der wie Matschiner in Oberösterreich lebt und diesen auch betreute. Auch Simon Vroemen (Niederlande), einer der stärksten 3000-m-Hindernisläufer Europas, wurde 2008 positiv getestet. Sein Berater: Stefan
Matschiner.

Stefan Matschiner

Matschiner arbeitete einst eng mit Manfred Kiesl zusammen, Ehemann von Österreichs Olympia-Medaillengewinnerin Theresia, bei dem 1997 Anabolika im Kühlschrank gefunden worden war. Und auch zu dem ebenfalls unter Verdacht des Handels mit Doping stehenden Arztes Andreas Zoubek, Hobby-Triathlet und als solcher auch für die Kontaktaufnahme zwischen Hütthaler und Matschiner verantwortlich, besteht ein Naheverhältnis.

Bei so vielen Zufällen fällt es schon schwer, an Zufall zu glauben. Im Sommer kommentierte Matschiner diese Schlüsse noch vmit viel Ironie. "Ich gebe alles zu, ich bin für alles verantwortlich", meinte er sarkastisch. Zu den neuerlichen Vorwürfen erklärte der derzeit in den USA weilende Manager: "Ich kann das nur dementieren. Richtig ist nur, daß ich Hütthaler über Zoubek kennengelernt habe." Matschiner soll sich schon länger im Visier derBehörden befinden, auch wenn diese das nicht bestätigen.

Selbstverständlich gilt für Stefan Matschiner die Unschuldsvermutung. Es kann ja wirklich alles Zufall sein.

2.4.2009: Stefan Matschiner nach Verhaftung kooperativ

Sportmanager wurde stundenlang von der Polizei einvernommen. Entscheidung über U-Haft vermutlich erst am Freitag.

Seit Mittwochnachmittag sitzt der Sportmanager Stefan Matschiner in einer Zelle im Wiener Landesgerichtlichen Gefangenenhaus. Der 33jährige war zuvor stundenlang von Ermittlern der Soko Doping einvernommen und mit Vorwürfen konfrontiert worden, bis in den Herbst 2008 Blutdoping betrieben und mit verbotenen, vom Anti-Doping-Gesetz geächteten Substanzen gehandelt zu haben.

"Er war kooperativ. Nun muß man verifizieren, ob seine Angaben auch richtig und nvollständig sind", sagte Gerald Tatzgern, der Sprecher des Bundeskriminalamtes BK am Donnerstag im Gespräch mit der APA. Die entsprechenden Erhebungen würden "mit Sicherheit noch einige Zeit in Anspruch  nehmen".

Dem Vernehmen nach sollen sich Matschiners Aussagen nur bedingt mit jenen seines ehemaligen Schützlings Bernhard Kohl decken, der seinen früheren Manager massiv belastet hatte. Im Unterschied zu Kohls Behauptung, derzufolge sich neben ihm selbst auch noch zwei weitere prominente Sportler am Erwerb einer Blutzentrifuge finanziell beteiligt hätten, versicherte Matschiner vor der Polizei, ausschließlich von Kohl dafür Geld bekommen zu haben. Bei den anderen Athleten soll es sich um Langlauf-Olympiasieger Christian Hoffmann und den dänischen Radstar Michael Rasmussen handeln - beide dementieren heftig jegliche Verwicklung in die Affäre.

Keinen Kommentar gab es von seiten der ermittelnden Behörde zu Behauptungen, Matschiner habe einen jungen Mitarbeiter gehabt, der verbotene Präparate gleichsam im Botenwege zugestellt haben soll.

13.5.2009: Pumpers Sperre von unabhängiger Schiedskommission bestätigt

Die Langstreckenläuferin überlegt nun, vor ein ordentliches Gericht zu gehen.

Die zweijährige Dopingsperre gegen die Leichtathletin Susanne Pumper ist am Dienstag von Österreichs Unabhängiger Schiedskommission bestätigt worden. Das teilte die NADA Austria, die nationale Anti-Doping-Agentur, am Mittwoch in einer Aussendung mit. Demnach schloß sich das fünfköpfige Gremium unter Vorsitz des Rechtsanwaltes Peter Döller dem Urteil der NADA-Rechtskommission vom 23. Oktober 2008 an. Gründe für die Entscheidung wurden nicht bekanntgegeben.

Pumper wegen Dopings zwei Jahre gesperrt

Susanne Pumper wegen Dopings zwei Jahre gesperrt

Die 38jährige war im Frühjahr 2008 zweimal positiv auf EPO getestet worden, ihre Sperre gilt rückwirkend ab März 2008. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, weil die Langstreckenläuferin die Möglichkeit hat, vor dem Europäischen Sportgerichtshof CAS in Lausanne in Berufung zu gehen, worauf sie allerdings verzichten will. "Ich gehe sicher nicht mehr vor ein Sportgericht, die halte ich nicht für objektiv und unabhängig. Ich überlege, vor ein ordentliches Gericht zu gehen," sagte Pumper, die nach eigenen Angaben von der Kommissions-Entscheidung "nicht überrasacht" war.

 


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